Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 34 (28.5.1920)
- Date
- 1920-05-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I } L •״< :xx «o f, ך ־gacahar^! V fvttlftkUoa 0n4 VerUg W. 15, SiilislscJi© Str. 8. V'rsclicint jc»tea Di*n*t*B׳ bod Freitag. BrxugKprcUi bei d*f E*p«<litioa und den Poiiltniafit vUsrt®lj«hrlidk 10 M. in Deutschland, Au*U»d*abo0P«- Ktnta w®fdea in der Wü'hntnf der cirtxeloen Lander berccanet. Nummer 34 Berlin, 28. V. 1020 A KZcl״cn.Verv/i1Itu a <r: W.U-Vcita;., B. rSio UW, 7, DoiulbfrtictiraCa SS. an! Amt Zentrum 4014 4015 •ט• An*«12«ttpf «l* iur di« «l«Wa2esp*H*ß# K©opmt«Ukm«ik צ,{# Mn Anici^eiascbioß; Dkastsg׳ «ad Fr«tt«2׳ »*dunltUg* 4 Ubt. E' ■״ i«n^C׳E'Äa1a1{*1e.״ T«l«-phnn 5 Ami Uhland Mi und 040. I>osU«i1‘־‘.i.־f 0nt*.: H־׳rlia Nr. 17 3>נ. Für 0*1t<־rrr״i15 PoaUpark m*«n»n1t Wien, Konto Nr. 1561)30• Für Ticticchoslowabei: Poatapeikaaienaml Prag, Konto Nr. 156 050. Rf־tUkiioa»*chh1Ü Sonntag und Miüwurfc n.1d1r״iUag. 11. Sslvvan 5680 XXV. Jabrß. Der Zlonlimui eratrebt für d«u Jödiacüo Vo& dlo Cc!*.nf?0ד.ת claor Crrer;tKc!a>i*ocl1tl2c!i £er.!c!1eräea EelcastMia In PalSeilna. ״Eanelef Programra« '(■5 ׳ Der Zusammentritt der palästinensischen, Konstituante verboten. Ein Telegramm aus Jerusalem vom 18. Mal meldet, daß die palästinensische Verwaltung die Einberufung der Asrifatli Niv/ch&rini, welche für den 26.!»101 erfolgt '"י! war, verbaten hat. Die Vorbereitungen und die Wahlen sind öffentlich und mit * vollem Wissen der Administration vorgenommen worden. Das Verbot ward© motiviert t durch die militärische Okkupation, welche den Zusammentritt einer gewühlten ־; Versammlung nicht zuifißt. Aus gleichem Grunde sei der arabische Kongreß verboten | i worden. _ 1 »' \ I | 1 ין i־ i 1 I C t ר. ■r 1■ 1 i. f. . I t ' ׳ u ,1 ,.1 # r! I״, i Die jahreskonferenz nach London verlegt. Die zionistische Exekutive teilt mit, daß die Jahreskonferenz qm 4. Juli anstatt nach Karlsbad nach London einberufen wird. Der Grund hierfür ist die Tatsache, daß angesichts der bevorstehenden Regelung der mit dem Beschluß von San Remo zusammenhängenden Einzelfrag der Grenzfragen die Exekutive unmöglich Eine Sitzung des Aktionskomitees i Die Nachricht von der Verlegung der Jahreskonferenz von Karlsbad nach!London wird trotzt den triftigen Gründen, welche die Leitung zu diesem׳ Schritt veranlaßt haben, in den Reihen der mittel- und osteuropäischen Zionisten lebhaftes Bedauern herv »׳rufen. Das Bedürfnis nach einem innigen persönlichen Kontakt zwischen den Exponenten der jüdischen Massen in Ost- und Mitteleuropa und der zionistischen Leitung ist gerade im 'gegenwärtigen Augenblick außerordentlich stark. Die Leitung der zionistischen Politik liegt nun schon seit Jahren völlig außerhalb der Zentren des jüdisehen Lebens, die Bewegung hat inzwischen an Umfang kolossal zugenommen und auch innerlich Wandlungen durchgemacht. Im gegenwärtigen Augenblick ist die Bereitschaft zur Auswanderung nach Palästina außerordentlich groß. Ueber die mit :וו inabcaondcrc des Mandatavertrages und England verlassen kann. 11 für den 30. Juni angesetzt dem Aufbau zusammenhängenden Probleme besteht nicht überall volle Klarheit. Die Abhaltung einer maßgebenden zionistischen Konferenz an einem Ort, der von den jüdischen Zentren aus" leicht erreichbar ist, hätte eine Aufklärung erleichtern können, da die 'Anteilnahme der jüdischen Oeffcntlichkeit eine viel stärkere gewesen wäre. Nichtsdestoweniger erkennen wir an, daß der Ernst der Situation auch nach dem Beschluß von San Rcmo von unserer politischen Leitung auqh weiterhin die kontinuierliche Verbindung mit den Zentren der Politik erheischt und daher ein Verlassen Londorts für sie untunlich ist. Wir hoffen aber, daß die Leitung der inneren Lage der Organisation unef der Notwendigkeit eines Kontaktes mit den Massen in anderer Weise Rechnung tragen wird. Eine Note des Waad Hasmani Din palästinensischen Zeitungen veröffentlichen den Text nachstehender Note: Der Waad Hasmani der palästinensischen Juden beehrt sich, der geehrten Regierung folgendes mitzuteilcn: 1 Für Montag, den 8. Ijar (26. April 1920) hat der jüdische Jischub in Palästina ein allgemeines Fasten und eine allgemeine Arbeitsruhe für das öffentliche und private Leben ausgerufen, zum Zeichen des Protestes gegen die Verhaftung und Verurteilung unserer Brüder, die wegen ihres Ver- «uchcs, unser Leben, die Ehre unserer Töchter und ehe Heiligkeit unserer Synagogen und Thorarollen zu verteidigen, zur Zwangsarbeit verurteilt wurden. An diesem Tage des Fastens und des Protestes gelangte zu uns die Nachricht, daß die Proklamation der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina durch die Friedenskonferenz in San Remo bestätigt worden ist. Der gesamte jüdische Jischub, in all seinen Gruppen und Schichten, welcher an diesem Tage die Gefühle der tiefsten nationalen Trauer und des bitteren Schmerzes über die Pogrome in Jerusalem, über die Verhaftung der Mitglieder der Selbstwehr und ihre Verurteilung zum! Ausdruck gebracht hat, wird sich nicht beruhigen binnen, bevor nicht folgende Forderungen erfüllt sind: L Sofortige Fr ci 1 a ssu ngder Mitglieder acr Sclbstwchr, Jabotinskis und seiner Genossen und Revision des Prozesses. Absendung einer parlamentarischen Kommission zur Untersuchung der Pogrome, *Art* .^or^crc‘lunK und des Verhaltens der ommistration während der Pogrome und vorher. ו [~cr yaad Hasmani der palästinensischen Juden echrt sich, den Herrn Generalgouverneur zu ersuchen, diese Note der Zentralregierung in London übermitteln. ' . 9■ **Cf ״'^'cncr Morgenzeitung‘' schreibt Dr. (L af£han aus Jaffa in einem längeren Bericht: ״Pie Bevölkerung Palästinas hat noch gar manche 8eh CxßKcit durcluumachcm Die Lage in Galiläa ist (,beunruhigend. Die offenbar von Damaskus der?*"*״*״ Beduinen treiben ihr Raubwesen in. m״J0rdannk:tlcrunß sc‘t Wochen, stehlen, überfallen, ״cn׳ gfedet» gelegentlich auch britische Posten an, q . die militärische Behörde aus Gott weiß welchen ״den zunächst passiv;Uschaute und sich über die Raubmörder ,berichten“ ließ. Erst als die Beduinen, in der Annahme, daß man sich vor ihnen fürchte, Eisenbahnen und Bahnstationen nnzugreifen begannen, erteilte die britische MiUtärkoiurn.indantur den Befehl zur Abwehr, und dann gelang es freilich, die Tiberiasseegegend sofort zu säubern. Jetzt ist starke militärische Bewachung in der Gegend vorhanden, nachdem mehrere jüdische Kolonisten, darunter auch eine Frau, ums Leben gekommen sind. Die Ueberfälle wiederholten sich dann an anderen Stellen, so auf dem Kanaan bei Rosch- Plnah, in der Umgebung von Mesha, in der Nähe von Sichron-Jakob, wo einige Kolonisten wiederum ums Leben gekommen sind, usw. Ueberall kommt die militärische Hilfe einige Stunden zu spät, so daß die Panik im Lande noch nicht aufgehört hat. Außerdem ist die Haltung der Behörden auch in den größeren Zentren sehr unfreundlich. Im offenbaren Bewußtsein, daß sie bald das Land werden verlassen müssen, bemühen sich die englischen Beamten oder ein großer Teil derselben, den Juden bei jeder Gelegenheit eins auszuwischen. Die Zensur über die Zeitungen wird in einer skandalösen Weise ausgeübt, so daß sogar offizielle Telegramme der britischen Zentralrcgicrung nicht zugclasscn werden, weil sie von der jüdischnationalen Heimstätte handeln. Einzelne Offiziere haben mit den Wühlereien bei den Arabern, besonders in Sichern (Nablus), noch immer nicht aufgehört, und im allgemeinen istdieStimmungnoch gedrückt.“ (Siehe auch 3. Seite). Die Wahlen in Jerusalem Wie bereits gemeldet, gingen die Wahlen in Jerusalenr unter sehr starker Beteiligung vor sich. In einzclnen Vierteln des alten Jischuw kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Orthodoxen, welche die Beteiligung an der Wald ablchnten und die Wähler verhindern wollten, zur Urne zu gehen. Vor den Wahllokalen spielten sich lebhafte Szenen ab. Insgesamt wurden 7760 Stimmen abgegeben. Jerusalem erhält demnach 97 Abgeordnete. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Scphardhn 39, Jemeniten 12, Achduth Häawodah 11, Hapoel-Haza'ir 7, Bucharer 5, Parteilos 4, fortschrittliche Orthodoxe 1, Beamte 1, Hadassah 1, die restlichen Mandate sind zersplittert. Der Misrachi hat mit 60 Stimmen kein Mandat, die Handwerker-Organisation mit 71 ebenfalls keins. Die Anzahl der Gewählten im ganzen Lande beträgt. ungefähr 230. Die Internationale des Blödsinns Wenn ein junger Schauspieler zum ersten Mal die — an sich dankbare — Rolle eines geistig nicht ganz Zurechnungsfähigen spielen soll, so pflegt er sich dagegen zu sträuben. Der gesunde Instinkt, der im Vollbesitz, der geistigen Kräfte ein Glück sieht, das man audt ^um Schein nidit aufgeben soll, läßt eine gefühlsmäßige Hemmung entstehen, über die mancher nur nach langem Zögern hinwegkommt. Graf Ernst Rcventlow, Chefredakteur der ״Deutschen Tageszeitung“, ist kein junger Komödiant, sondern ein alter Politiker. Es kostet ihn anscheinend gar keine Ueberwindung, vor aller Welt und vor sich selbst die Rolle eines geistig hoffnungslos Heruntergekommenen zu spielen. Ein Fall, der in der deutschen Journalistik wohl seinesgleichen nicht hat und der schon aus diesem Grunde! bemerkenswert ist. Es hat daher auch nicht an Aeußerungcn gemangelt, die diesem Komödianten der Feder bezeugt haben, daß er seine Rolle zwar sehr gut spiele, immerhin aber doch nicht so überzeugend, daß man nicht hinter ihr nach den Motiven suchen sollte, die allein eine solche Selbst- Schändung erklären könnten. Wir sind genötigt, der Perversität des Graten Reventlovv einige Aufmerksamkeit zu widmen, weil die zionistische Bewegung in der von ihm sielt selbst auf den Leib geschriebenen Rolle eine Art Requisit darstellt. Der Sachverhalt ist den meisten unserer Leser aus der Tagespresse bekannt, sei hier aber nochmals kurz wiederholt. Im Verlag des ״Vereins gegen die Ueberhebung des Judentums“ erschien vor kurzem ein Buch: ״DieGehcimnissederWcisenvonZio n“, herausgegeben von Gottfried zur Beek. ״Den Fürsten Europas gewidmet“, entluilt es zum weitaus größten Teil nicht etwa die sensationellen ״Geheim■» nissc“, sondern, — auf 181 von 256 Seiten —, den sattsam bekannten antisemitischen Unsinn, den Fritsch und Konsorten im ״Hammer“ und in anderen Zeitschriften zum Besten gegeben haben. Wer also das Buch für teures Geld ersteht, weil er hinter die jüdischen ״Mysterien“ zu gelangen hofft, fühlt sich einigermaßen geneppt. Trotzdem hat es einen nicht zu leugnenden Wert, ln seinem knappen Rahmen enthält es den deutschen Antisemitismus, wie er leibt and lebt. Die Lektüre dieses einen Buches müßte hinreichen, um wissenschaftlich erweisen zu können, daß in dieser Bewegung das Psychopathologische jedes normale Denken und Fühlen in einer Weise überwuchert hat, wie es sonst nur noch bei ganz wenigen geistigen Seuchen der Fall gewesen ist. Das ganze Buch schreit nach dem Psychiater als nach dem allein zuständigen Kritiker, es ist eine einzige Freudsche Leistung. Was in ihm enthüllt wird, sind allein die seelischen Dessous der Antisemiten. Fünfundsiebzig Seiten tragen den Titel: ״Aus den Vcrhandlungsbcrichten der ,Weisen von Zion' auf dem 1. Zionisten-Kongress, der 1897 in Basel abgchalten wurde“. Es sind nidit etwa vollständige Protokolle mit Nennung der Redner und wörtlicher Wiedergabe ihrer Ausführungen, sondern jeder dieser sogenannten Sitzungsberichte enthält unter einer Reihe sdilagwortartiger Ueberschriften kurze Sentenzen. Solche Ueberschriften lauten z. B.: Das Recht liegt in der Macht. — Das Gold. Der Gottcsglaube. Ke Selbstverwaltung. — Ehe Unübcrwindlichkcit der jüdischen Freimaurerschaft. — Wein- Reist, Humanismus, Laster. — Der König aus dem Blute Zion. — Der Schutz des Judenkönigs. — Die Nichtjuden sind Hammel. — Die Untergrundbahnen der Großstädte, In ihrer Gesamtheit stellen alle diese Sentenzen, die fast immer ohne erkennbares System aneinandergereiht sind, sehr allgemein gehaltene An- Weisungen?ur Erlangung und Ausübung der ״jüdischen Weltherrschaft“ dar. Was mit solchen Plänen ״die Untergrundbahnen der Großstädte" zu tun haben, erscheint zunächst unerfindbar. Die Lösung des Rätsels enthebt uns jedes weiteren Eingehens auf den Inhalt der ״Sitzungsberichte“, sie sei darum hierhergesetzt:. ״Sie könnten einwenden, daß die Nichtjuden voller Erbitterung mit den Waffen in der Hand über uns herfallen werden, sobald sie vor der Zeit entdecken wie alles zusaramenhängt. Für diesen Fall haben wir