Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1920-05-12 · Heft 31 (12.5.1920) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 31 (12.5.1920)
Date
1920-05-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652228-2652259--13068-2670759
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 31 Seite 235 4 v״ E ■׳־״ י:\.א n i.'ir,• trv,4|. 1!!נ ln fadwa t Vfffeil üil hatte. Siv ihr I kann i, Von 5r, ein haften t \tnd ibsij 1x ii d; tr nU : Mil bl es *malil Wii'w Remo iJtm Stsnit jüdi• Wort ■ die abeu, erlcr n,yn heitd title■ me«: 1h*׳! Oße« « nze« > * *.lobt : ister I. i nate } r Vs- ן ' fbatm! »U-.U■ i ■ 1 ז t ein- |; 1 Ix׳־ | t; lind;; aalen | mken des l:v’•! «Ci■- *alte■ - •kea. ן oelte! Ilgen 1 bei und *ölitc leid! ariid, j.iix* Oer :*cm dien in«« otvte »Igc• t in Vor-! kypsi t er- Svd: 4 e. nr ,vi d ans 16mp: Ir a »lieft. t ri״ 10*- * Ju- {mit 110IT- I CTdtli'i |J 5׳r- §"■»׳ ׳ OeliilÄ \"j n E K) ül CHED Dresden. Sonntag, den 2. Mai, veranstaltete die Zionistische Vereinigung eine Fcstversammluiig. Oer Reißer. der Vorträge wurde cingolcitct durch Festreden von Herr״ Dr. Meyer und Herrn W c i n r e i c h. Beide Redner schilderten die Bedeutung der Glücksbotschaft aus San Remo. Begeisterter Beifall der Versammlung zeigte beiden Rednern, dal! auch hier in Dresden das neue grölte Ereignis die judenheit in freudige Erregung versetzt habe. So ging man frohen Sinnes zum kirnst• krischen Teil über. Das ganze Fest wurde ein Volksfest, da alle Anwesenden mit ganzem Herzen an unserer Freude teilnahmen. Möge es einen Auftakt zu unserer Arbeit bedeuten ׳. Frankfurt a. M. Die Versammlung nm Sonntag, die mit dem Thema ״Das neue jüdische Palästina“ und Herrn Professor Locwe, Berlin, als Referenten angc■ nisse von San Remo, Herr Professor Franz Oppen* he inner sprach zur Einleitung in markanten, warmen Worten. Einen öipfel erreicht zu haben, so führte er aus löst in dem etilen Menschen nicht nur die Freude, sonäern vor allein die Empfindung aus, vor einer neuen grollen Aufgabe zu stehen. Unsere Aufgabe sei es nun, das Latin so aufzubauen, wie es dem Geiste der jüdischen Tradition entspreche, deren Grundpfeiler seien, d i e Gleichheit aller Juden, die nur durch eine Nationalisierung des Bodens erreicht werden kann, und der Schutz d e s Fremdling s. Nur wenn wir den Arabern wahre, uiiberechnende Freundschaft entgegenbringen, könne das Werk gelingen. Professor Loc w e gab mit unvergleichlicher Lebendigkeit ein Bild von Jndcnnot und den Bedürfnissen ihres Landes, berührte alles, was ein zionistisches Herz bewegt und riß die Versammlung mit. Herr Dr. Nahutn Oolümann sprach zum Schluß; er betonte, daß der Moment heiligen Ernst verlange, daß man in Einkehr und Buße den großen Umschwung des Geschickes feiern müsse, Köln. Am Montag, den 3. Mai, fand in Köln eine öffentliche Manifestationsvcrsaimnlung zur Feier des Be- Schlusses von San Remo, Palästina zur jüdisch-nationalen Heimstätte zu machen, statt. Prof. Dr. Heinrich Locwe, Berlin, sprach vor einer tausendköpfigen Zu- Hörerschaft über ״die Verwirklichung des Zionismus“. Nach der hinreißenden Rede, die mit ungeheurem Beifall aiifgenonimen wurde, nahm die Versammlung folgende Resolution an: ״Die im großen Saale der Rheinlandlöge zu vielen hunderten versammelten Kölner Zionisten sprechen der politischen Leitung der Zionistischen Welt- Organisation, deren rastlosem Bemühen der Erfolg von San Remo als Grundlage einer glücklichen Existenz des jüdischen Volkes zu verdanken ist, tiefgefühlten Dank aus. Sie geloben, mit allen ihren Kräften zum Wiederaufbau des jüdischen Palästinas beizutragen.“ Englisches Unterhaus Lloyd George iiber das Mandat. Lloyd George sagte im Parlament am 29. April anläßlich seines Referats über die San Remo-Kotiferenz, daß das Mandat für Palästina Großbritanien übergeben sei ״unter voller Würdigung der bekannten Balfour- Deklaration hinsichtlich der Juden“. Lloyd George zollte auch dem Emir Faisul seine Anerkennung, der, wie er sagte, ernstlich sich bemühe, mit den Alliierten in Frieden zu leben. Es sei von ungeheuerer Bedeutung, mit Faisul zu einem Einverständnis zu kommen und er wies darauf hin, daß dies! nicht schwierig sein würde. Bezüglich der Ereignisse in Palästina wurden in der vorigen Woche im Unterhaus eine Menge Anfragen eingebracht. Lord öiurchili beantwortete die meisten nm vorigen Donnerstag durch eine generelle Antwort. In dieser Antwort sagte er unter anderm, daß die eingeborene Polizei sich als unzuverlässig bei den Unruhen erwiesen habe; sic sei deshalb entfernt und durch britische Trupppen ersetzt worden. Es sind ungefähr 250 Verletzungen zu ,verzeichnen, davon Via Juden. Der angerichtete Schaden ist noch nicht festziistelien, aber es sind Fälle von Brandstiftung zu) verzeichnen. Die militärische Untersuchungskommission würde nicht öffentlich amtieren, aber die Oberhäupter aller Sekten sind aufgefordert worden, ihre Vertreter zu entsenden oder selbst den Sitzungen beizuwohnen, Jabotinsky wurde verurteilt ״für die Verbrechen, im Besitz von Feuerwaffen zu sein, durch Bewaffnung der Bevölkerung zum Ungehorsam aufgercizt zu haben, ferner wegen Verschwörung und Vorbereitung zu Unruhen“. Die neunzehn andern waren im Besitz von Feuerwaffen. Außer den beiden Moslems, die wegen Vergewaltigung zu je 15 Jahren verurteilt wurden, sind noch sieben weitere verhaftet worden, die im Besitz von Waffen waren; sic sehen ihrer Verurteilung entgegen. Alle Gefangenen waren in Acre, sie waren von schwerer Arbeit und Gefängniskost befreit. Bouar Law antwortete Colonel Ashlcy, daß an Faisul persönlich keine Subsidicn gezahlt würden, sondern, daß bis zum 1. Januar 1920 eine Beisteuer zu den Ausgaben der arabischen Verwaltung gezahlt worden sei, Am 3. Mai fragte Hauptmann W. Bcnn, ob der Premierminister dem Hause die Bedingungen des Mandats für Mesopotamien und Palästina bekanntgeben würde. Mr. Sliortt (Sekretär) erwiderte: Die Mandatsbedingnngen für Syrien, Mesopotamien und Palästina werden von den bedeutendsten •alliierten Mächten festgesetzt und dem Völkerbund zur. Billigung vorgelegt werden. Sir j. L, Rees: Handelt es sich bei dieser Bilhgung durch den Völkerbund um die Form oder um den Inhalt? Mr. Shortt: Um beide». *ך ff ן § g 0 ן Jaaöiiosla 11 Das Excmpcl London, 5. Mai. - Reuter meldet amtlieh aus Kairo: Das britische Hauptquartier in Kairo hat das vom Militärgerichte in Jerusalein gefällte Urteil gegen Jabotinski sowie gegen die weiteren 19 Juden dem General Cougreye zur U eher prüfung empfohlen. Dieser hat sowohl J abotinski als auch den־ anderen Verurteilten mildernde Umstände zuerkannt und die Urteile in folgender .Weise abgeänd ert: Die Strafe gegen Jabotinski wird von 15 Jahren auf ein Jahr leichten Arrests, gegen die anderen 19 von drei Jahren Zwangsarbeit auf sechs Monate leichten Arrests herabgesetzt. Im Falle Jabotinski mußte eine Strafe beibehalten werden, da die gegenwärtige Lage in Palästina andauernd kritisch ist und daher vor• läufig ein Exempel statuiert werden mußte. Die Untersuchung gegen Jabotinsky und die anderen Juden begann Sonnabend abend. Dr. L. Elia sh und Herr Feld mann verteidigten sie. Jabotinsky übernahm alle Verantwortung für die Organisicrung der Selbstwehr. Ein Gesuch von über zweitausend Juden unterzeichnet, die verhaftet und verhört zu werden wünschen wurde acgehlmt. i Ein Interview mit Jabotinski im Gefängnis Das Londoner Jüdische Korb-Büro berichtet: Mr. Salzmann, der Herausgeber der Jerusalemer Tageszeitung ״Haarcz“ sowie der Jabotinskischcn Bücher, der soeben von Jerusalem in London eingetroffen ist, hatte vor seiner Abreise ein Interwiev mit Jabotinski. Trotz des harten Urteils, das über ihn verhängt worden ist, ist Jabotinski guten Mutes und spracii voll Zuversicht, ״Ich bedauere nicht, sagte er, was ich getan habe.“ ich bin glücklich, aus einem Grunde'eingekerkert worden zu sein, wie die Verteidigung schutzloser Juden, hilfloser alter Männer, Frauen und Kinder, die der Blutdurstigkuil einer Horde von Banditen ausgesetzt waren. Ich war schon oft in meinem Leben im Gefängnis, allerdings in Rußland. Ich hätte mir nie träumen lassen, daß ich eines Tages in Palästina cingekerkert werden würde, und zwar von englischen Behörden, und daß mich ihr härtester Urteilsspruch treffen würde. Nichtsdestoweniger wird cs für mich eine der wertvollsten Erinnerungen ,meines Lebens sein, daß ich verhaftet und angeklagt worden bin dafür, daß ich eine jüdische Sclbstwehr eingerichtet habe gegen einen Pogrom in Jerusalem — in Jerusalem, wo das Herz des ganzen jüdischen Volkes schlägt. Freude und Stolz erfüllen mich, wenn ich der rührenden Szenen gedenke, wie jung umt alt, reich und arm, Gläubige und Freidenker, sich spontan zu einer jüdischen Wacht zusaminenschlosscn, um ihren Brüdern zu helfen. Keiner zögerte, jeder eilte auf die gefährlichsten Posten. Denselben Mut bewies die amerikanisch-jüdische Aerzte-Vcreinigung, die Hadassah, deren Automobile überallhin fuhren, um jüdisches Leben zu retten. An die Tatsache, daß ein Pogrom in Jerusalem möglich war, werde ich immer mir mit Bitterkeit zurüekdcnken können. Ich schäme mich nicht des über mich gefällten Urteils, ini Gegenteil, ruh bin stolz, daß wir Juden den anderen zeigen können, daß man nicht mit uns machen kann, was man will. Ich bin stolz darauf, daß ich meinen Richtern ins Gesicht sehen konnte und ihnen die Wahrheit cntgegcnschicudcrn - diesen Richtern, die seihst die niederen Instinkte einer Anzahl fanatischer Araber gegen uns wachgcrufcn haben. Niemals noch habe ich eine Verwaltung gekannt, die sich so gemein und feige benommen hat, wie die!■Verwaltung dieses Landes. Die russische Verwaltung machte Pogrome, aber sie war offen antisemitisch. Die Verwaltung in unserm Lande bestrickte uns mit höflichen Manieren und angenehmen Redensarten, so daß wir von ihr die Verwirklichung aller unserer Hoffnungen auf Befreiung erwarteten — und statt dessen ließ sic diese Pogrome zu. Es freut mich, daß ich Gelegenheit haben werde, alles öffentlich vor der ganzen Welt aufzudecken. Jene Richter werden mich nicht mehr aburteilen, mir aber wird es möglich sein, Sie zu verurteilen. Die Untersuchung Der ״Neuen Züricher Zeitung“ wird aus Jaffa vom: 23. April berichtet: Die von Cairo aus entsandte Untersuchung»- kommisson hat die Untersuchung des Jerusalemer Pogroms begonnen. Als erster wurde der arabische Stadtvorstehd'f von Jerusalem vernommen, der ־ Unter' den Agitatoren gegen die jüdische Bevölkerung war, und der für die feindselige Haltung der arabischen Polizeimänner verantwortlich ist. Seine Aussagen, so-, wie die ganze Arbeit der Kommission bleiben vorläufig der Oeffentlichkeit vorenthalten. Indessen wird versichert, daß er vor ein Kriegsgericht gestellt werden wird. Einige der Haupträdelsführer der Räuberscharen, darunter der Redakteur der ״Suria Dschanubia“, wurden auf Kaution aus dem Gefängnis entlassen und sind nach Damaskus entflohen. Die aus San Remo eintreffenden Nachrichten beweisen, daß der Eindruck der a Ge?£HSr’ais o Ereignisse in Jerusalem auf die britische Regierung und die Teilnehmer der Friedenskonferenz ein niederschmetternder gewesen sei. * Die Vertreter Großbritanniens sollen sich dahin geäußert haben, daß das Jerusalemer Pogrom eine Schande für England bedeute, die nicht ungesühnt bleiben dürfe. Indessen ist in Palästina selbst bisher keine wesentliche Aendenmg der Lage eingetreten. Sämtliche in Jerusalem vom Kriegsgericht abgeurteilten Juden mit Jabot i n s k i an der Spitze wurden gestern in Verbrecherkleidern durch die Stadt geführt. Sie sollen nach Cairo abgeführt werden. Ganz Palästina für jabotinski Wir erhalten Einsicht in einen PrNatbricf aus Jerusalctn vom 21. April 1920, der an einen Berliner Gesinnungsgenossen gerichtet ist; wir entnehmen dem Brief folgende Stellen: . ״ •.. Sie werden wahrscheinlich in unseren Zeltungcii das Urteil über Jabotinski und unsere 19 Brüder gelesen haben. Jabotinski wurde zu 15 Jahren schweren. Kerkers verurteilt und die übrigen 19 zu drei Jahren, schweren Kerkers. Die zwei Araber, die in ilagranti bei der Vergewaltigung von zwei Judenfrauen ertappt wurden, sind auch zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Also Jabotinski und die zwei Verbrecher büßen dieselbe Strafe und sitzen zusammen. Seit zwei Tagen sind unsere 20 zusammen im Zivilgefängnis. Sie 1 wurden gänzlich geschoren, in blaue Arresiantenkleider gesteckt, und seit zwei Tagen haben sie nichts gegessen. Das Essen, das ihnen verabreicht wird, ist unmöglich... Es verlautet, daß alle nach Oberngypten deportiert werden zu schweren Arbeiten (hard Inbor), so lautet das Urteil. Schrecklich ist es, zu glauben, daß derselbe Jabotinski, der so viel für England gelitten, gekämpft, geglaubt und gehofft hat, der bis zum letzten Momente geschrieben hat ״man solle nicht übertreiben, man solle England vertrauen“, der die Legionen für England unter solch schwerem Widerstände geschaffen hat, derselbe Jabotinski von einem; englischen Militärgerichte zu 15 Jahren hard labor verurteilt wurde! Unglaublich 1 Die ganze Bevölkerung Palästiuas ist aufgebraust. Gestern war hier ein allgemeiner Trauertag. Alle Geschäfte, Büros, Werk• statten waren gesperrt. Heute fanden in Jaffa die Wahlen zur Konstituante statt. Auf jedem Wahlzettel, bei jeder Partei stand als erster Kandidat Jabotinski. Dasselbe wird in Jerusalem sein. Die Bevölkerung Palästinas solidarisiert sich mit dem ״Verbrecher“ Jabotinski...“ ״Times“ über Jabotinski ״The Times“ vom 27. April bringen einen außerordentlich bemerkenswerten Leitartikel ״Das Mandat für Palästina“, den wir im folgenden wiedergeben. ״Eine der erfreulichsten Nach richten aus San Remo ist uic Mitteilung, daß Großbritannien das Mandat für Palästina erhalten wird, das im Rahmen der Balfour- Deklaration eine nationale Heimstätte für die Juden werden soli. Wir machten kürzlich äuf Versuche au♦• merksam, die darauf hinziehen, diese Deklaration unwirksam zu machen, weiche die einzig gesunde Politik verkörpert, die die Alliierten dem jüdischen Volk gegenüber einschlagen konnten. Wäre sie früher angenommen worden — was wohl ohne die Opposition einer Gruppe all-britischer Juden der Fall gewesen w-äre, deren Be• rechtigung 1m Namen der jüdischen Volksmassen zu sprechen, ebenso dürftig ist w׳ie ihre Kenntnis der• selben — so wäre den Alliierten manche Verlegenheit erspart geblieben. Aber obgleich diese Opposition völlig überwunden und das Versprechen gegeben war, ließen die Gegner des Versprechens nicht in ihren Bemühungen nach, cs nichtig zu machen. Der Gedanke, daß die Juden eine nationale Heimstätte ihr •eigen nennen sollten, ist ihnen unbequem und sie möchten gern die nichtjüdische Welt überzeugen, daß die Juden bloß eine re• ligiösc Gemeinschaft ohne besonderen Voikscharaktcr sind. Wie dem auch sei, das Versprechen, das, trotz ihnen, den Juden gemacht worden ist, muß gehalten werden, mit allem Takt und aller Diskretion, die infolge der bei der praktischen Durchführung sich ergebenden Schw’icngkeiten erforderlich sein werden. Die britische Regierung kann sich nicht länger dem Verdacht aussetzen, der Erfüllung eines feierlich gegebenen Ver• Sprechens auswcichen zu wollen. Dieser Verdacht hat sich hierzulande nicht so sehr oder nicht hauptsächlieh auf grund der Tätigkeit oder Untätigkeit des Ka• binetts herausgebildet, als vielmehr infolge der Haltung der englischen Verwaltungsbehörden in Palästina, die eine streng antizionistischc Politik betrieben haben. Schon vor den jüngsten Unruhen in Jerusalem war die Lage in Palästina höchst gefährlich geworden. Ueber den Ursprung dieser Unruhen wissen wir zu wenig und angesichts der offenbar radisüchtigen Strafen, die vom Kriegsgericht über einige der Verteidiger ver• hängt worden sind, würde es gut sein, wenn die Re• gicrüng eine strenge und vollkommen unparteiische Korn• misston nach Palästina entsenden würde, die eine gründliehe Untersuchung der Angelegenheit bewirken soll. Besonders ein Urteilsspruch bedarf der Aufklärung. Es ist die Verurteilung des Leutnants Jabotinski zu fünfzehn Jahren Kerker, die angeblich erfolgte, weil er sich un Besitz von Feuerwaffen und •Munition befand. Leutnant Jabotinski ist hierzulande bestens bekannt. Iin Anfang des Krieges spielte er eine hervorragende Rolle bei der Oründung des Zion Mule Corps für Oallipoli. Später half er bet der Gründung des jüdischen Regiments. Er erhielt eine Auszeichnung für Tapferkeit im Felde bet der Einnahme eines wichtigen Ueoerganges über den Jordan. Es ist wahr, daß er seit dem Kriegsende in der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.