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Jüdische Rundschau · 1920-04-30 · Heft 28 (30.4.1920) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 28 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ ס, \ it«UkUo• «ad VrtUsr W. I*>, SuitaUeti« Str. 8. pä•״ Ottu»l«2 und FietUu. B<!»us«nr«n• bts de» f.xpediUoa uad den Poalamtero vierteljibrUrh iO M. in Deutfei,'*nd, AunlanuneHono»• tnenta werde» 1» der Wahrung der •ioielöwit Lander bcredioet. Nummer 28 1 Berlin! 30. IV. 1920 A n g c S «t c 11 - Verwaltuntf, WVU-Vcrley, Berlin NW. 7, Dorotheeuitra&e SS. Telephon: Ami Zentrum 4814 u. 4815. An» enpreia die iitben~e.*?aHana Nt»npfcfeiUe»«Ue £$0 |ln An>ot8,en»cbla&: Dienstag and Freitag nachmittag« 4 UW. Te!eph«a: Amt Nr. 17 3VJ. Für Nr, l5üü;H). Für T»dhecho*low»ke1: Po»tsp*rbas»*ns»ri Prag. Koni• Nr. 156 030. RedakbonMcfiUB Sosst»t und Mittwoch »*«}imiUsga. und *54■6.!*©*Uc-brdtiienlt»; PmtRparkaMenumt Wien, 12. Ijar 5680 XXV. Jahrg. D®» Zionismus erstrebt für da« Jüdische Volk So Schaffen״ einer 8f:oatEch-rochlSd» gcsicber&oa Heimstatt» la PalSstlaa. ״Baseler Programm* Der Beschluß von Sau Remo Ufldon. 28. Apni <Td. d. ״J. R.“)- Bo״•״ Law antw.n tetc;mi »־ine Anfrage im i nteraaiis, daß <li»־ feierlichen, dun jüdischen Volk von Großbritanmen, Tr.vnkreich. Italien, Amerika und den anderen alliierten Staaten gegebenen Verspreclntn• gen, Palästina ab jiklisch-nationaU• Heimstätte wieder herzu stellen (״restore Pa lest ine |ewish naiion“), vom Obersten Rat angenommen worden sind und Großbritannien als Mandatarin acht des Völkerbundes bestimmt wurde. Die Intervention der Laboar Party Wortlaut des Telegramme« an Lloyd George I ondon, den 24. April. Du lehre« »1er Ltbour Party schickten am SS. April h>lg* iides Telegramm an Lloyd George nach San Kuno: Auf Versammlungen, die in »iieser Woche in l*mdon abgehalten wurden, haben die Parliamentaiv labour Party, das Exekutiv-Komitce der Libour Parfv und das parlamentarische Komittee »I» s Trade Union (Kongress Resolutionen äugen.mimen. 111 welchen die britische Regierung an 11:» Deklaration vom 2. November 1017 erinnert »und. wonach sie sich bemühen wollte, die. Eruchtung »ler jüdisch-nationalen Heimstifte in Palil- .!:na 7u fördern, eine Deklaration, die in U ober• »׳instiminung s t a n d mit den erklärten K r i c g s z 1 e I e n der britischen Arbeiterbew» gu 11g, und die herzlich willkommen geheißen wurde von allen Schichten des englischen Volkes, und welche ( urzoii am 2. November lhlb lv-»tätigt hat. IXe genannten Arbeiter-Organisahonen legen jetzt der Regierung die Notwendigkeit nahe, ihre Verpflichtungen einzulösen durch Uebernahme eines Mandates des Völkerbundes zur Verwaltung Palästinas mit der Aussicht seiner Wiederherstellung als das nationale Heim des jüdisclien Volkes. Ehe genannten Komitees vereinigen ihre Wünsche mif vielen ähnlichen, die der Regicrutig unterbreitet worden sind, die auf schleunige Erledigung dieser Frage drängen, sowohl im Interesse Palästinas als .m<b im Interesse des jüdisehen Volkes. J. R. Clyncs (Vorsitzender der Parlam. Fraktion der Labour Party׳). H. S. Lindsay (Sekretär). W. H. Hutchinson (Vorsitzender des Exekutiv- Komitees der Labour Party). Arthur Henderson (Sekretär des Exekutiv- Komitees der Labour Partv). J. H. Thomas (Vorsitzender des Trad»־s ־ Union (Tmgress). W. Ho wer m a n n «Sekretär des Trades - Union - Gongress). Der amerlkanisch-JQdlsche Kongreß tritt am 6. Juni zusammen Reuter berichtet über eine Versammlung, die am Mittwoch, den 21. April in New׳ York *tattfand, und auf welcher 100 Delegierte als Vertreter von zwei Millionen Juden erschienen waren. In der Resolution wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß die englische Regierung ihr dem jüdischen Volk gegebenes Versprechen halten möge. Die Konferenz beschloß auch, daß für den 0. Juni ein Kongreß der ״merikanischcn Juden nach Rhiiadclphia einberufen werden und dort in Permanenz erklärt werden sollte. Die Untersuchungskoimnisslon elngetroffcn ״Times“ bringt eine iMckhmg ihres Jerusalemer Korrespondenten vom 19. d. M., wonach die Untersuchungs-Kommission, bestehend aus Oberst MeineTzhagen undJudge Marshall *n Jerusalem eingetmffen ist.' jübotinshis Verurteilung * ן Im ״Manchester Guardian“ erschien ein begeistert«• Artikel über Jabotiiiski, in dein לס heißt: ״Es muß eine Erklärung für die merkwürdige Tal- ל;«che gefordert werden, »lall die Juden, denen es nicht erlaubt war, sich zu verteidigen, bestraft werden sollten, i bevor die Untersuchung der Unruhen begonnen hatten j und bevor die arabischen Anführer vernommen worden waren.“ Die Verdienste Jabotinskis für die britische Sache werden aufgezählt und er wird zum Schluß beschrieben als ״ein unentwegter Zionist, ein Mann von unbeugsamem Willen, und als ein glänzender Redner und Schriftsteller in mehreren Sprachen, der auf jeden, mit dem er in Iferührung kam, Eindruck inadite“. Hinsichtlich der Urtcilssprüch« über Jabotinski und die anderen sagt ein Reuter-Telegramm (datiert von Jerusalem, 20. April): ״Der OberkoiumaiulieriMidc »icr 3, Lahore-Division hat die toige :den Urteilsspriichc, die vom Kriegsgericht verkündet worden sind, bestätigt: ' Zwei Araber• wurdet! wegen Plünderung und Brand- Stiftung zu fünfzehn Jahren Kerker verurteilt; 10 Juden wurden zu drei Jahren Kerker verurteilt, weil nun sie im Besitz voa Waffen und Regierungseigentum betroffen lutt«; ein Jude wurde zu 15 Jahren verurteilt, weil man bei ihm Feuerwaffen und Munition faml “ Anfragen im Unterhaus London, 23. April. 1 eiiniant-tioionel Malone fragt an, weiche Schritte unternommen sind, ״tun einen Vertrag■ zwischen Emir Eaisit! und den Vertretern des jüdischen Volkes zu- Stande zu bringen, die Z.ukunft Palästinas betreffend“. 1 eum.mt-(;״tone! .Malone fragt an, oh Schritte tuitcriuuiiiucii sind, ״um für einige der Vcrwaltungspostcu in Palästina Juden zu bestimmen oder Leute jüdischer Herkunft“. Leutnant-Commander Keiiwnrtliy tragt, ״ob Vladimir Jabotinski zu ]5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden ist; ob »las der Mann ist, der sich hervorragende Verdienste um die iS. Royal Füsiliers erworben hat, die in l'akistina an der Seite der englischen Regimenter kämpften; was ihm zur Last gelegt wurde; wie der Gerichtshof zusammengesetzt war; ob Einspruch erhoben werden kann; und ob Araber oder Chrisle« verhört worden sind im ׳Zusammen• hang mit den jüngsten Unruhen in Palästina“. Leutnant-Colonel Ashctou Po w 11 all fragt an, ״ob man sich mit der Meldung beschäftigt hat,•da:* Vladimir Jabotinski in Jerusalem zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist; und, wenn ja, ob inan attgesichts der Verdienste, die steh Jabotinski int Kriege erworben hat, Nachforschungen über die Gründe eines solchen Urteilsspruches angesiellt hat“. Leutnant-Colonel Malone fragt, oh dem Premierminister ״bekannt sei, mit welcher Befriedigung die Balfour-DcklaraUon betreffs Palästina (die von Frankreich, Italien, Amerika und anderen Alliierten bestätigt worden ist) von den unterdrückten und verfolgten Juden Polens und anderer Länder der Welt aiifgctvotnincu worden ist; und ob er bereit ist, den Obersten Rat zu einer baldige« Entscheidung in der l’aläsiiiiafrage zu drängen‘1. Or 111 sby •Gore tragt, ob vom Auswärtigen Amt Nachforschungen filier die Unruhen und den Ausbruch des Fanatismus in Jerusalem angconLict sind, wobei eine große Anzahl von Juden getötet und verwundet wurden; ob die mohammedanischen AitlüJtrer verhaftet und verhört worden sind; und ob die Verwaltung davon unterrichtet wurde, daß die Zionist Commission ihre Arbeit forlsctzen soll und daß für die zukünftige Vexwaltungs־|x>litik die Deklaration vom November 1017 maßgebend sein soll. A. William sott; Die Militärbehörden haben Untersuchungen über die Ursachen, welche zu den Unruhen in Jerusalem geführt haben, ciugeleitet, unter der Leitung des Feldmarsdtalls Lord Allettby. Die Mehrzahl der Anführer ist verhaftet und wird sich für die Aufreizung zu Unruhen zu verantworten Italien. Neue Instruktionen sind den Venvaltungscliefs nidit gegeben worden, werden auch nicht für nötig erachtet, und in dem Status der Zionist Commission ist kein Wedtsel cingctrctcn. Colonel Wedgwood: Ist die Regierung zufrieden' mit dem Vorgehen der Verwaltung und mit der Wahrnehmung ihrer Pflichten in Palästina, was die Aufrechterhaltuug des Friedens zwischen Moliatnmedanem und 'Juden anbetrifft, und zieht die Regierung einen Personalwechsel in Betracht? Sir A. Willi am 8011: Soweit das Kriegsamt in Betracht kommt, 90 ist es ganz zufrieden mit den jetzt bestehenden Einrichtungen. Die Ereignisse in Jerusalem Wir erhalt«) soeben die Nummer ״Haare/" v un <>. April, die ersie nach den Ereignissen. Die Nummer ist unter Militärzcusur erschienen und weis« die bckannten weißen Lücken auf. An der Spitze ist die Verordnung über'die Einführung der präventiven Militärzeusur abgvdniekt nml folgen»!»• Kumlmncliung des nülitärischen Gbeibefehlshnbers: 1. Es wird über die Stadt und Umgegend der Kriegszustaod verhängt; 2. Die .Macht ist von der Polizei auf das Militär ühertiage«!, »bis für die Aufrechterhaltmig der Orduung zu sorgen hat. Jede »iewahiat wir»!, ■wenn nötig, mit Waffengewalt u״ter»lruckt werden. Schleudern von Steinen wird als Angriff gegen das Militär betrachtet weiden. 5. Alk Einwohner werden g1cvva1.it, zwischen (> Ulir abends und <1 Uhr morgens die Straße zu betreten; wer die Verordnung übertritt, wird mit Gefängnis bestraft, •1. Wer mit Waffen augetroffen wird, wird nach Kriegsrcclit bestraft. 5. Ohrt besondere AYilitärerlaubnis ist das Verlassen oder Betreten der Altstadt verboten. 11. Der Kriegszustand wird so lange dauern, bis Ordnung und normale Zustünde eiugetreten sind. Ucber die Ereignisse seiiist berichtet ״liaariv.“ folgendes: Ain Sonntag, dem zweiten Pebachtag, begannen um morgens ab arabische Volksmengen sich im Zentrum der , Stadt auzusammdn. Das war die übliche jährliche religiöse Prozession, »lie aber durch »leu Empfang der Jerusalemer arabischen Jugend in eine )Kilitisclic Kundgebutig verwandelt wurde. Zwei Stunden lang staiut die Masse vor dem arabischen Klub, wo Scheichs und junge Redner flammende . Reden hielten gegen die Fremden und gegen die Zionist«!. Dis Bild des Emir Faisu! wurde unter dem Beifall »ler Menge emporgehoben. Die Polizei hielt sich die gcm/e Zeit in der Ferne, Plötzlich begp.uu, wie durch ein Signal, ein •B o 111 b a nie m ent von Steinen auf »t i <• j ü - di scheu Läden. Die großen Schaufenster in den Geschäften von Blum-Lcvy, Swades, Riklliu u. a. wurden zertrümmert. Durch die ׳zcibroclK11׳e;1 I c-iistc. »!rang »ler Pöbel in die Läden und die Plünderung setzte ein. Im Geschäft von Blum-Lcvy stellte sich ein englischer Flieger den Plünderern in den Weg, worauf ihm ein Araber einen Dolch in den Nacken stieß. Sämtliche. Läden in der Stadt, sowohl jüdische als nichtjüdische, wurden geschlossen. Es entstand ein allgemeiner Tumult, jeder Vorbeigehen de Jude vv u r »1 e mit Steinen beworfen, jeder Jude und jede Jüdin, alt und jung, wurden mit Hiebwaffen und Stöcken m i ß h a n d e 11 und beraubt. (Zensurflicke.) Zu gleicher Zeit spazierten die arabischen Intellektuelleu in den Tuhigen Straßen haufenweise und machten sieh über die jüdischen Verwundeten lustig. Etwas später kam eine englische Patrouille mul sperrte die innere Stadt ab, aber gerade dort in den schmalen Straßen, auf den Steilen Treppen spielten sich tjje schrecklichste« Szenen ab. Der Pöbel überfiel die J uden, die in die Synagogen und zurück gingen, traten sie mit Füße«, verwundeten und töteten sie. Nicht einmal achtzigjährige Greise und kleine Kinder wurden verschont. Eine Menge von Läden wurden a u s g c r a 11 b t. Die Beute wurde auf Kamelen und Eseln in die Dörfer weggeschafft. Ganze Straßen lagen voll Haufen von Reis, Heringen, Konfekt, I lolzstückcn von /erbrocheoen Möbeln und Fässern usw. l>ie Juden haben die Räuber nicht einfach gewähre« lassen. Junge Leute, gerade aus dem alten J ו s c 11 u b y 11 d der sc f .,irdischen O c 111 c i n »I c, kämpften gegen den arabischen Mob und ließen ihn nidit rauben und morden. Oft gelang es den Juden, ihr Lebt« und G*ut zu retten, andererorts siegten die Pagrtymiste« mit Hilfe der Polizei. Das schrecklichste war, als die Jude« in der Neustadt erfuhren, daß hn Zentrum ein Pogrom stattfindet und sie den Brüdern nicht zu Hilfe kanunen konnten, da das Jatfatar gesperrt war. Geg«1 Mittag organisierten sich einige Hiuideirtschaftcn junger Leute zur S e I b s t vve h r. in einer langen Front ging die Jugend bewaffnet mit Stöcken und unter ihnen erfreulicherweise auch viele fromme Jude« bi Zobehmitzen. Am Jnffator wurden sie von der , Patrouille zurückgmviesen, lediglich die Automobile der Hadassa und dar Zionist Commission wurden in die Stadt bineingelassen, um Sanitätsdienst zu leisten. Erst Naclumttng begannen Militärabtei langen die Straßen zu säubern. Die Nacht verlief ruhig. Im Laufe des ganzen Tages sind von den Arabern zwei Verwundete und van den Engländern zwei Verwundete registriert worden. Am zweiten Tag wurde trotz der Versprechung der Beliördc der Pogrom wiederholt. Die jüdische Jugendder Innenstadtwehrte sich tapfer, konnte aber nicht gegen die von der Polizei unterstützten Araber aufkommai. Ein jüdischer Schutzmann •wurde von einem arabischen Kollegen verwundet Demobilisierte jüdische Soldaten, die unbewaffnet waren V

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