Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 17 (2.3.1920)
- Date
- 1920-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ib M.! H* . . י׳* i וי*. ,(kl u» m!!,!:> i t- . . ־ ״ ,M , : n> ,; ,(0 ,! W .; ..«6 .; 1 (VI ״ I 11» ,; ui) ,; i.m . : t.CJ .; »- , t- . : ln!(. 111 ' B• n V 1 (,•'■in ri : p; lf . J , 0 a. C. i tr. 2. |,! " I 11"*־ Kr1*«Xt»oa «1-■* Vffl>| עי. IS. S.«״>•,4־:«■ Sir, ,8.!■'.e«nh«ml ««<1 1’**ןו»(ו «t« iff» J,1|»*־*!flio1» und ו*יי1י fulkml'i• v!fö׳"*lj .l1rU.11 II M. m Dm.( «iil.ad. A.״"'׳'‘1•״!'••'•״• »»*#•/<• *0r rl** in 1!1»r Wihrunv d׳*f I.in<l«' b*rrnn>- Nummer 17 Berlin, 2. III. •020 ".3,«דxxs.ee״,;irX’.sr 5״ד1;‘.״^י!,׳rr׳־;;gma— A 11 x e i %r e n ־ V *e r w a I t u n *ן; \Ü£M1 •VerU'f. M׳*t m» N'.v l, (>molHe*r״»»»*S*» %i. T.Iph'״״׳‘ Amt /!■nUum 45i 4 u. 451S. ABItigtDpr•!• fjr Hip Naopiurtutt«*«{!• 1,50 M., wn<i 20% Teu«.rung«su*^l*|f Aa1*lff«tt«cM«1 A: DI 1>״*« *»1י«ו Fnehay «»cVim(»«•*■* 4 Ohr. r*!ep*mn: Amt llhtunj י |י «n<4 *<46. kW«wta! Berit■ Hr.!7 Wl, Kur <>, *!**nrrirH! {’*«t«p«rl1 •1״<<וי!»ייי \X,i*1», SCont• IV.tna, I (ie T»cI»*־«h®*1!ow«k#4: I’atlap«rk1>*»9«m>mt!*rag■, Kital« Nr HA 0 lf) R*d»Umn*sv»1l1»8 ^anUt un.4 MtUwmJj nechroltlj?». U 13. Adar 5630 XXV. Jahr״. Der liouSsi«»«״• •*rutrebt fflr da» jndU«*• Volk di« Schaffuugr einer ü«־f«n»;1cb-rochs!ich gealchartea Heln>»tatt• lu rnl&dln«. ״Baaeler Pros-ramni* Anerkennung der jüdischen Nationalität in der tschcchoslowakischen Verfassung Prag, den 20. Februar 1020 (Telegramm der ,, jüdischen Uunrischau‘*). Der lunle veröffentlichte Motivcnbericlit nir V •11'1fst1n,11.:׳rk111uie dos tscl»cclws!owaki.<ci1e.1 Staates enthält die Feststellung, dall als nationale Minorität im Sinne des $ 128 der Verfassung, web '■!;er alle Mindcrhcitsrcchte gemäß den Bcstinnnnn• "ו•!! des Versailler Friedensvertrages »«erkannt werden, auch die Juden an zu sehen sind, <J!e sic!; zur jüdischen Nationalität bekennen. Die!!i.k•» können nicht gezwungen werden, sich bei V»!kfZählungen usw. zu einer andern als zur ji'uiisehen Nation zu bekennen. Durch diese atthen-;ische Interpretation des Veil'assungsgcsctzes die Anerkennung der jüdischen Nationalität!wJ(echos!owaki:־.chcn Staat ausgesprochen. De ist iin Anerkennung der jüdischen Nationalität im ne«cchoslowakisclien Staate ist ein Ereignis von außer• ordind'duir Bedeutung nicht nur für die Juden der T'׳:».•.:choslowakci, sondern für das gesamte nationale Judentum. Wir werden auf diese Nachricht, die uns »i.'tdNa■ wir Erscheinen des Blattes zugeht, noch .v.'äckkominen.! fX 1 w des Grossen A. C Resolutionen zur Bodenpolitik — Die Organisations-Debatte — Die Jahreskonferenz für Anfang Juli festgesetzt — Das Einwanderungsproblera Die jüdische Wellhilfskonferenz aufgeschoben Wte uns aus Paris telegraphiert wird, wurde die für den 7. März nach Zürich cmbcnifene jü- ״lg;ehe Welthiifskonferenz auf dringendes A.־:suchen der amerikanischen und polnischen Orgenisationen auf den Monat Mai ver- .Khobtn Neue Schandtaten der Denikin-Banden DcrRückzugdcrFreiwilligenarmee Dcnikins vor den nachdringenden bolschewistisehen Armeen hat zu neuen blutigen Judcnaussei »re Hungen, vor allem in der Gegend von Odessa geführt Das Coniite des DGcgatiöns Juives verbreitet ein Communique vom 21. Februar, in welchem mitgeteilt wird, daß in folgenden Orten Pogrome Btattgcfundcn haben: Bo ko pol, Golta, Oollowancvsk, Ol viopot, Kodima, K'achtchcvata, Golovskof, Savragne, Krivolc-Ozero und Elisabethgrad. Die schrecklichste Ausschreitung fand in Krivole-Ozcro statt. Flüchtende Juden aus dieser Stadt meldeten dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Odessa, daß am 24. Dezember eine Horde von 750 Menschen die Stadt besetzt hätten. Sie begann sofort systematisch die jüdischen Läden zu plündern, die Männer zit ermorden und die Frauen zu vergewaltigen. Es wurden 200 Personen getötet, AU׳.* Apotheken wurden so völlig ausgeplünikrl, daß keinerlei Medikamente in der Stadt zu erhalten sind. Am 28. Dezember traf eine neue Bande in der Stadt ein, die den Pogrom noch ein• mal aufnahm. Heber die übrigen Ausschreitungen meldet das Oomite des Delegations Juives folgendes: In Oollowancvsk überschritt die Zahl der Ermordeten 50; aus den übrigen Orten ist die Zahl der Getöteten noch nicht bekannt. In Bo ko pol, Golta und Olviopol dauerte der Pogrom fünf Tage, vom 31. Dezember bis zum 4. Januar. Die gesamte jüdische Bevölkerung hat sich, da sie kein Obdach mehr besitzt, auf die Flucht in der Richtung nach Odessa begeben. In der ganzen Gegend von Odessa herrscht bei der jüdischen Bevölkerung eine unbeschreibliche Aufregung. Die Poale-Zion in der Labour Party Der englische Landesverband der Poale-Zion wurde, wie L. Z. B. meldet, in die Engbsh Labour Party als Zv.eigorgamsatioii au frommen. Die Aufnahme, die seit längerer Zeit ron den I*oak!-Zbn erstrebt wurde, gibt die Möglielüceit einer engen EWdungnalwne mit den eng-!׳;rhen Arbeitcrkreiseii. Nationale Kolonisation und Privatinitiative. Am Di Miner«,tag, den 19. Februar, wurde dk■ Pat'istiludebatti־ fort}‘•»führt. 1 U־rr 00ldbcrg1 sprach iiorinnals!über <li1־ liali■1111114: der P r i v a t i n i t i n t i v e für den wirtsdiaftlirlivn Auliiaii PaLä'-tiiins. fltTr Dr. Rttppin t'iihrie aus, welche Fordemagen auf/tiskik'i! sind, um in Kürzester Zeit mit dem Aufbauwerk in Palästina in systematischer Weise bcginnen zu können um!;;hig hierauf auf die Fordenmg der N a t i o 11 a 1 i s i e 1׳ u 11 g des Bodens ein. Der Redner führte aus, dall die Durchführung einer zweckentsprechenden Steuerpolitik in der Hauptsadie den Zweck erreichen werde, jede Privatspekulati.in mit dein Bmlen au .zuschließen, sellv.tverständlicli dürften nationale Mittel uictnats so verwendet werden, daß ü־<;«;(lu eiche Unterstützimg einer Spekulation möglich sei. Was die Privatinitiative anlange, so nnrß von seiten der Organisation dafür gesorgt werden, daß in der Kette der die Kolonisation ditrdiiührenden Einrichtungen und Gesellschaften kein einziges Glied fehlt und jedes so funktioniert, wie es im Gesamtintcresse notwendig sei. Deshalb kann man die grundlegenden Arbeiten nicht einfach der Privatinitiative anvertraucn, sondern ruuß dafür sorgen, daß sie so durchgcführt werden, wie es der nationale Gesichtspunkt erfordert. Dies gilt z. B. tär das Batten, speziell vo.1 Arbeiterhäusern, Der Redner führte aus, in welcher Weise Industrie und Verkehr in Palästina von seiten der Gemeinschaft durchgeführt und kontrolliert werden könne. Er betont auch seinerseits seine außerordentliche Befriedigung darüber, daß in der gesamten Organisation ein so vollständiges Einvernehmen über die Notwendigkeit einer Politik bestehe, welche ein gutes Einvernehmen mit den Araber» sichert. flerr Julius Simon führte au־», daß der von ihm entworfene F i 11 a n z p I a n seine Bedeutung darin!iahe, daß er die Möglichkeit schaffe, durch die zu }׳r.bulctiden re»p. zu enbvickelnden Finanzinslitute all die Summen aufzubringen, die für die Kolonisationszwecke notwendig ״:;■.d, w .•׳,!. •cra Gelder k..r/Je!t iic-aef dar Grvrndlage geeumlcr geschäftlicher Bcreainimgeu, also als rentable* Anlage atrtzubringen sind. Demgegenüber ist es notwendig, eine ebenso große Summe auf anderem Wege aufzubriugen, durch welche diejenigen Arbeiten und Ausgaben zu bestreiten sind, welche nicht iin privatwirtscluftlieSicn, sondern nur int volkswirtschaftlichen Sinne produktiv sind, so daß sieh das Privatkapital hierfür nicht mobilisieren Läßt. Herr Simon bührtc die Schwierigkeiten ui**, welche gegen die von london aus zu organisierende Cirün- Sun״ von Liquidationsbanken bestellen. ln der weiteren tX'batte sprechen zunächst die Herren So ko low, f>. Ha Ipern, Motzkin mid Dr. Feiwel. Es wird liierauf eine fünfgliedrige Kommission gewählt, welche die aus der Aussprache resultierenden Anträge ntr Beschlußfassimg vorrubereiten hat. Fs wird hierauf folgender Antrag von Herrn Böhm mit allen gegen eine Stimme angenommen: ״Die A.-C.-Sitzung spricht sich dafür aus, daß die Mittel, welche die Zion i s t i - «ehe Organisation für landwirtschaftliehe Kolonisation aufwendet, nur soldien Ansiedlern zugute kommen sollen, welche sich den Grundsätzen der Boden- Politik des Jüdischen Nation alfonds uiitcrwe r f en.‘‘ Ferner wird <ler Antrag Sprinzak angenommen: ״Das Große Actions-Comite betont, daß die Errichtung von Siedlungen von E i g e n a r b e i t e r n (M aichawoth O w d i ml in die erste Reihe der n ä c h s te n A u f g a o c n in Palästina fäll t." Des ferneren wird der Antrag Sprinzak angenommen: ״Das Große Actions-Comite ancrkennt die Notwendigkeit der Bildung einer speziellen Abteilung für die Anclcgcnihciten der jüdischen A r b c i t u n d rbeiter in Palästina, welche als ein Teil der Zionist Commission angesehen werden soll.“ Sdili eßlich wird der An trag S p r i n z a k - F e i \v 11 angenommen: ״Das A.-C. genehmigt prinzipiell die Begründung eines Institutes für kooperativen Arbeiterkredit in Palästina. Es beauftragt das E. A. C., das m i t den Arbe iterve rtretern iin Oktober 1919 abgeschlossene Protokoll der Zionist Commission und den Vertretern der palästinensischen , Arbeiterschaft zur P r ü fang vor zu legen und innerhalb vier Monaten eine Entscheidung zu treffen.“ Alle übriger! in der Palästinadebattc gemachten Anträge werden der eingesetzten Kommission überwiesen, resp.“ sollen bei anderen Punkten der Tages- Ordnung behanuelt werden. Herr Julius Simon macht die Mitteilung, daß der zionistische Delegierte aus Bulgarien, Herr Jacob Awramoff, eine Stiftung von 500000 Lev« dem Actions-Comite für Palästina mr Verfügung gestellt hat. Die Mitteilung wird mit lebhaftem Beifall zur Kenntnis genommen. Bericht *1er politische» Kommission. Freitag, den 20. Februar, begann «Ke Sitzung mit einem Bi rieht Dr. B od cn he i in e rs. als Referent der eingesetzten politischen Kommission. Alk Vorschläge wurden »lern Engeren Actious-Comit6 zur Be handiung überwiesen. Hierauf antwortet Herr Dr. Weizmann auf einige Fragen, insbesondere auch bezuglidi der Geschiclite der jetzigen Lage und der künftigen Ansichten des jüdischen Regiments. HR rauf berichtete Herr Go Id ii erg über die Fin a n 7. e a der Organisation. Die Organisations-DcbaUe Das Referat Dr. Hantkcs. Sodann erstattete Herr Dr. Hantkc «kas Referat über die Organisation. Er ging davon aus, daß die Zionistische Organisation vor dein Kriege mehi oder weniger eine europäische Organisation war und daß die Bemühungen, den Zionismus in den nicht-curo päisclu-n Ländern zu entwickeln, erst kurz vor dem Krieg mit größerer Intensität aufgenommen werden konnten Während des Krieges hat in den außux-uropüisclwi! Liutdem, speziell in Amerika, eine ungelteuere Entwick luag des Zionismus stattgefunden. Dieser rar.eh groß gewordene Zionismus ist in d.e allgemeine Organisation uoclt nicht vollkommen cingcglicdert und die Forme:! hierfür werden erst geiunden werden müssen. Die Eut Wicklung des Zionismus in Europa war bisln-r eben eine andere als in Amerika. Eines der wichtigsten Momente für die Entwicklung und Kontinuität des europäischen Zionismus ist die pcrsönliehe Verbundenheit der Männer die seit zwanzig Jahren den Zionismus getragen Laben Sk• fühlen sich ab cinlieitlicher Körper verantwvvtlidi für den Zionismus. In der zionistischen Bewegung Ameri■ kas scheint natü1־S!ch dieses. o ,r** (••hien 1*nd es, tdilt insbesondere nach de wunschcnawcnc persönliche; Verbindung zwischen den amerikanischen und den euro• naischen Zionisten, aber auch sic wird kon)1!*cr1 und z!u Vcrcinheitlidiung des Zionismus beitragen. Mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Verhältnisse L-sdiränkU« sich der Referent in seinen weiteren Ausführungen auf den europäischen Zionismus. Er ging" davon aus, daß die Zior.istisclie Organisation in Europa während des Krieges nicht, wie es gelegentlich ausgesprochen wurde, zusainmengebrochen ist, es hat im Gegenteil immer auch in den schlimmsten Zeiten des Krieges ein innerer Ztfsammenhang bestandenf nur hat der Me ehr. uwmits dir Organisation mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Gegenwärtig natürlich besteht eine Zeit efe» Uebergangs, da mit der Zerstörung und Neuschaffung e:tropai;cher Staaten auch die z.!<m1«,tischen Organi• sationvn alte Verbindungen verloren und die neuen verbimhtngen noch nicht stark genug geknüpft haben. Dazu kommt, daß sich während des Krieges und besonders seither die so zia 1c GI ie d er un g und Diffcrcnzierung in der Zionistischen e>r,;anisati(.;1 wie im jüdischen Vfolk ül>1*rhau1>t sehr stark entwickelt fiat Dieser Differenzierung nach sozialen Gesichtspunkten wiril auch der Apparat der Ikwegimg angeixiüt wer• den!missen, wenn sie lebendig biiiie.1 un<t elastisch genug!»ein sollen, tun tatsächlich den Rahmen zu bikleq, welcher das ganze jüdische V'olk mnspeumt, das für das nationale Ziel der Schaffung des jüdischen Heims in Palästina arbeitet. Wie stark der Zionismus und de! zionistische Gedanke in das jüdische Volk eingedntrigen ist, haben schon während des Krieges die \ersehiedcm.u! Kongresse, das Referendum in Polen, die Abstimmung in England gezeigt. Symptomatisch ist auch die Ent• Wicklung der Presse, die mit verschwindenden Aus• nahmen für den Zionismus eingetreten ist und aut na• tional-iüdisclier Gnmdlage steht. Wältxend der zio• nistiselic Gedanke so ungeheuer stark geworden ist, Lat die Entwicklung der Organisation nicht <;k׳id!t:1 Schritt gehalten. 'Um dem abzuhtlfen, wird noch eine gewisse Entwickhmg notwendig sein. Durch rein mechanisch organisatorische Maßiirdimen läßt sicli. dies nicht bewirken, da zum großen Teil geistige und soziale Probleme mitspielcn. Und diese Prob 1 e in e können und sollen nicht verkleistert oder nur mit einer gewissen To• l cranz behandelt werden. Es geht nicht an, sich an ihnen vorbcizuschleiclien. Sic müssen ange■ griffen und behandelt werden. Dazu ist auch notwendig, daß kein schematischer Zentralismus ein geführt, soudern daß das Verantwortungsgefühl^ in den einzelnen Federation cn gestärkt wird. Der Einfluß der tZentrale muß allerdings in jedem Teil der Gesamtorgnnisation lebendig und fühlbar sein. Fr kann aber nicht durch Zwangsmaßnahmen gestärkt «•erden, sondern iru! durcii ein Zusammenarbeiten der Leitung mit allen ziouistiselten Faktoren, welche ihnen das Bewußtsein gibt, daß sie eine Führung haben, nicht aber ein Kommando! Die Leitung muß mit allen FedernUoncn in jeder wicl:• tigeu Sache beraten. Es muß eine organisierte Diskussion j׳rlvn, in die die Leiturn׳■ zielbcwußi eine Tendenz hinein«!tragen hat, damit sic der Bewe gung dient. Die Presse und der ganze Parteiapparat