Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 13 (17.2.1920)
- Date
- 1920-02-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 13 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seile 89 I« §0 gute Bürger 1s־es Landes bewiesen liaben und führt dann fcdgcndemiaftcn fort; ״Der ‘Zäontamus liat eine tiefe Bedeutung für die ganze Welt *kn gegenwärtigen Augenblick. Er gibt den Juden eine nationale!dec von überwältigender Eigenart. Der (britischen Regierung ist als Resultat der Eroberung wn Palästina die Aufgabe zugefa'.len, der tdH'r die ganze Welt zerstreuten jüdisdten Rasse etao Heimat und da Zentrum ihres nationalen Lebens /1׳t schaffen und zu sidK'rn. Der staatsmünnische It.idk Und das historische Gefühl Iialfotirs ergriffen bereitwillig diese Gde,״cttlte;t. Erklärungen sind abgegeben worden, die di* Politik Großbritanniens unwiderruflich ge• bund eu finben. Dk ta'kriift;ge Energie Dr. W ei /.man ns, des *kmistisdtcii Führers, zu praktisdicr Ditrdifübruflß 1■ex zionistischen Wünsche, ge• Ludert von •rfelcn hervorragenden britisdien Juden irud ׳goKft/t von der willen Autorität Lord Allen* hffi, sind darauf gerichtet, den Erfolg dieser Bewegung zu vollenden. Freilich ist Palästina zu klein, um’für mehr als einen Teil der jüdischen Rasse ge• } eignet tu sein, nach wünscht die Mehrheit der nntoj aalen Juden dorthzi zu gehen (? Red. d. ״J. R.“) ׳, Wern aller, wie es hofleiif.ieh geschehen wird, noch in ,unseren Ixbmstagcn an itei Ufern des Jordan ein iiVlbdror Staat unter dem Protektorat der britisdien Krone entstehen wird, der vid'eidit 3—4 Millionen jadun umfaßt, dann wäre in der Wcitgescliidite ein Ereignis Tatsache geworden, ■welches von jedem Gesiditspunkt aus eine Woiiltat sein würde und in vgllan Einvernehmen mit den lntcres9en des briti- •,dbesi RckJics liegen würde.“ Die Polen jüdische Schulfrage Stadt׳at Im Warschauer t/ i tt h it c i- « 11' F. K 1t n & Ir II »t 1t it ,*•!י(;. Ci r 11 n b aum hat kn W;1 r s ch a u c r S t a d t! .11 t׳.-trdfs der städtischen jüdischen Schulen folgende Ri-mhitkiu eirigdbr.icht: Die allgemeinen städtischen Schufen, die fur die jüdischen Kinder bestimmt sind, er,Unreellen mdit, sowohl ihrem Programm als ihrer Zahl nach, den Bedürfnissen der jüdischen Bevölkerung Warschaus, ln Anbetracht dessen, daß die Bedii!L1i׳־.se der jüdischen Bevölkerung, ifwe besondere Kultur, Sprache imd Lebensformen besondere Schulen und eine ba- ‘andere Sclmlorgantsation auf allgemeinen Grundlagen und initer Kontrolle der Regierung erfordern, drückt der st nitrat die IJdberzcugung aus, dal) die jüdische Uvmcntarschnlc 111 Uebcreiiistimnruiig mit dem FriedensfrnWate raschesten* der jüdische« Gesellschaft überi',1;1cn werden soll. Dar Stadtrat beschließt: 1. Unter den jüdisdten Katsmilgliedern eine spezielle Schul ko iniiiission zu bilden, die ite Aufsiclit führen soll über die jüdischen Sdiuleii, bis diese der jüdischen Gemeinde übergeben werden. 2. Don Magistrat aufzufordem, (Laß er bei der Gründung von neuen Schulen das ProzentverWiltnis der jüdischen Bevölkerung berücksichtigen soll. i. Sieh •11 die Regierung zu wenden, daß in den jüdischen Schulen, außer dem midi jetzt obligatorischen Kcligiousimterricht, auch jüdische Lehr gegenstände nämlich Hebräisch, Propheten, Jidisch und jüdische Ge- ‘d.idite cingefülm werden. Er sei sicher, sdiließt Abg. Grünbaum, daß man nacli seinen Anstiifinngcn und der Behauptiuig des Vorsitzenden, daß die städtischen Schulet! nicht duiiach sttdbtn, die jüdischen Kinder xu «1tnatk>nalisk׳reu, für seine Resolution und insbesondere für Punkt 3 derselben stimmen werde. Rabbiner Perlmutter Irgfc sein Mandat nieder? Wie der ״Kurjer Nowy“ aus absolut verläßlicher Quelle erfahren will, bewahrheite sich das Gerücht von der Maiidatsnierierieguug des Abgeordneten Rabbiner Perlmutter. Infolge der Entrüstung 110(1 der FrbiUerung, die sein Auftreten im Reichstage letzUiisi erregt bat (bei der Abstimmung über das Staatsbürger et.׳ slimmte Rabb. Perlmutter gegen die jüdisdien Abgeordneten), beschloß Rabb. Perlmutter, dem Drucke oiuTlußrcicJiir Persönlichkeit«! der Orthodoxie folgend, auf sein Ahgcnrdnctenmaiidat zu verzichten und sich;11.* dem po'iiisi.lien Leben zurückru/.ichen. Rabb. Perlmutter bemüht sich jetzt um einen Paß nach Palästina, wo er ständigen Aufenthalt zu nehmen beabsichtigt. Bekanntlich liat Rabb. Perlmutter vor kurzem eine Reise ins Ausland unternommen und in Holland sowie in England tiidit nur Vorträge über die polnisdi-jüdisdicii Beziehungen gehalten, sondern auch mit aiUrlci Persönlichkeiten des jx>lilischen Lebens konferiert. Damals wurde in der jüdisdien Presse Polen» wiederholt das Befremden geäußert, daß Perlmutter ohne jedes Mandat als Vertreter der polnischen Juden auftreie; cs wurde die Frage aufgeworfen, mit welcher mysteriösen Mission seine Rewe in Zusammenhang stehe. Die Sadu» wudji beinahe zu einer Skandakiffare aus, da die jüdische Oemcimic hereiuge/ngen wurde; schon damals solllc Fi ilmutter sein Mandat «icdetlcgesi, hat es aber nicht g! tan. Die Führer der Orthodoxie sind von Perlmutter, der tnehr durch einen Zufall ins Parlament gewählt wurde als daß er wirklich als politischer Repräsentant der Ortliodoxie gelten könnte, schon damals merklich abgeruckt. . Eingesandt Joseph Budko bittet uns mitzuteüen, daß sein Name ohne sein wissen und Wollen unter den Mit• arbeite!« des ״Bundes der Uebe r ko n f e ss ioneIIeil" »ufgefülut worden ist. Er hat bereits die Entfernung seines Namens aus dem verteilten Flug■ b'ett veranlaßt, UOra: rWUne» ZlonUltiAe Vertlnlauns, Berlin C. tt, ic»1idstr. i. Tflelont Zentrum ÜZH/1S, Donnert!״;:, den 19. Februar Abend! >/,* Uhr Gruppe ״Weit", Zahntniehaua, ßaiowitr. tot. 4. Gßitcabend. Herr Syrkln spricht Ober .Da• jadliche Kuniljjcwtrbe ta •einer Bedeutung für RjsIS.IIb».• (Mil UdUbUdern.) Gruppe ״Cbarlolicnbnr{*", Restaurant Pcichner, Lconhaidltlr. U. Abend! ■/t9Uhr. Herr Gollllcb •prlchl Ober .DieJuden in EnßUnd.* Gruppe ״SQd'׳, tm Helm Pilnstnslt. 41 Abend» SUhr Herr Rabbiner Dr. llabermanrs spricht Ober .Die E&Uiehung der Mtithn» und de» Teimudt.* Gruppe .0*1", Im Helm, llppehncr Str. # Abend» S Uhr Zionistischer Information!» und Dtskusslonsabcnd. Gruppe ״Nord", C״f6 Dobrln, Hacbesther Marti Abend» Uhr Dr. Robert We 11 it h! .Unier Paliiline, ein kullurelle» Problem. Sonnabend, den 11. Februar Abends 1;,9 Uhr Hapobl-Hasetr, im Saal der Agudalh Adilnt, Gormannstr. 19. Vortrag de! Chawer Kurt Dlumenfeld Ober .Innere Krlili Im Zlonlimu»,' Dtenitag. den 14. Februar 19:0 Abend» pQnkttldi S1/, Uhr Zionliiüdicr Jtaßendvereln Berlin, Helllgegelititr. 51. Herr Ham Goitar »prtdit Ober .Jüdische Jugend und texunl-Ethlk* Voraaielgel Mlrtwodi. den 5 Mir» N'advrlMag! 5 Uhr ZionUtlschcr Jugendvcrcln Berlin, Im logcnheu», Klelililr. 10, Pur im-Ball. Kerlen M, 10,— tnkl. Steuer. Im l'Oro, Hetllge grlitilr. 5» I. u, B. t. V.-Büro Seydclilr. 5. Donnerstag, den 4. Mir» Abends 7•/» Uhr JQdlschcr Turnverein Bar Kothba. B. V, tehrertrerelnshaus, Aleeanderpiali Ball «um Besten de» Jüdischen Sporlplalse». Karten-VorbesleUungen Im l'Oro, Htlllgegelitslr. 51, pari jüdische Welt-Chronik Die jüdische Partei In der Slowakei. In der ״Preilburger Zeitun!׳“ von» 5. Februar veröffentlicht Oberrabbiner Samuel Reich, Vrbovce, einen Artikel unter dem Titel ״Die jüdische Partei ein Staatsir.tcrcsse“ worin er darauf hinweist, daß der einzige Weg, die Juden dem Parteikampf der Völker zu entziehen, dadurch antisemitische Exzesse zu ve,!tüten und den würdigen Verlauf des Wahlkampfes zu sichern, die erfolgte Gründung der ,Jüdiichen Partei“ sei. ln unserer Republik -- schreibt Reich --- leben mich die Juden zerstreut unter den verschiedenen Narionalitaten. Uebcrdies gibt es noch tiefgehende politische Dif;e;en7.cn, weldie der V/ahlkaiHpf cntschciJen soll. Ehe Wahl• agitation wird mit ganzer Heftigkeit einsetzen. Die *choii besänftigten Gemüter werden ne-ncrdtiigs in Erregung konwr.cn. Jede Nationalität und jede Partei wird den politischen Anschluß der in ihrer Mitte lebenden Juden anstreben. Allen kann man nicht gerecht iverdcn, so werden es die Juden mit der einen oder der anderen Klasse der Bürger verderben müssen, ln einem Staate, wo Redefa'iheit herrscht, kann die Volks- Verhetzung nicht ganz, unterbunden werden. Manchen Gries glimmt es noch unter der Asche und die leiseste Anfachung der Voikski.lcnschafkn könnte verhangnis volle Folgen zeitigen. Die Umgehung dieser gef’ähr׳ liehen Reibungsflächen ist nur möglich, wenn sich die Juden als ״jiklisdie Partei“ organisieren. Hierdurch wäret! sie vom Wahlkampfe der anderen Staatsbürger ganz, aiisgeschaltct und vor allen unliebsamen Even tualitäten _ geschützt. Minister Srobar hat in seiner denkwürdigen Kosker Rede die Juden zur eigenen Parterbildimg in loyalster Weise •ufgcfoiticrt.“ — Es ist bemerkenswert, daß gerade ein orthodoxer Fühl er sich so entschieden für die ״jüdische Partei" nusf'priclit, wahrend bekanntlich andere große orthodoxe Gruppen der Slowakei ihre schwankende Asnmilationspo'.itik weiter Ix■!Inhalten wollen und die selbständige jüdische i'olitlk Itefti,׳; bekämpfen. Für die unterdrückten Juden hielt der Klub , F a ubourg“ in Paris am 4. Februar eine Sitzung an, die zahlreich besucht war. Nachdem Emil Pi g not auf die augenblicklichen schlimmsten lümlcr der Juden- Verfolgungen, Ihnnänien, Rußland und Polen hiogewiesen hatte, tiiclt E. F. Braunstein ein eingehendes Referat, in welchem er den Zionismus als die einzige Lösung aus jüdischer Not bezcichnete. In der Diskussion versuchte eine Polin Eva Mit zun die polnischen [\>- grünte abzustreiten. Ihre Worte fanden eine scharfe Erwiderung seitens des Herrn Lazurick, der der Armee Haller angehört hat und zugeben mußte, daß die poluisclte Annee von wütendem Judenhaß erfüllt sei. In der weiteren LKskttsdon wurde auch die Fiage angesclmitten, wieweit der Sozialismus und, wie von einem amiern Redner behauptet wurde, der Anarcho-Komnnmiamis als Lösung der Judenfrage betrachtet werden könaie. Herr Bratmstein hielt dam» das Schlußwort, Der rumänische Ministerpräsident über die Rechte der nationalen Minderheiten. Am 30. Jan. hat der rumänische Ministerpräsident Vaida-Voevod, der stell derzeit in London befindet, in der rumänischen Gesandscliaft mehrere Journalisten empfangen, darunter die Vertreter der jüdischen Zeitungen ״jewish Times“, ״Jcwish Chroiikle“ und New Yorker ״Hajnt“. Aus (kr Unterredung mit Morris Meyer gelscn wir folgende Acußrru:!gen des rumä!!selten M.msterpräsiücnten wieder: Die jüdische Frage in Rttiniink'it cxäw.iert juristiscli nicht mehr. Diese Frage ist ein für allemal mit der Unterfertigung des Miuoritätcnvcrtragcs gelöst worden. Was die Frage des Minoritätenrechtes der luden anbelangt, so ist dies eine Frage & sich. Ein Teil der jüdischen Bevölkerung ist für die Assimilation und er, der Minister- Präsident, ist ganz ihrer Ansicht, Die Juden Rumäniens sollten sich assimilieren, nicht hinsichtlich ihrer Rcligion oder ihrer Rasse, sondern bezüglich ihrer lntercssen und ihre* Geistes. Die Juden, die ihre eigene Sprache, das ildlsche. bet behalten wollen, schließen sldi ins Ghetto ein. Er habe jedoch nichts gegen sie. Die rumänische Regierung werde ihnen keine Schwierigkeiteu in den Weg legen und er sei überhaupt gegen jede Zwangsassimilation. Zum Schluß hielt Vaida-Voevod eine ' iiiget e Ansprache in französischer Sprache an allovcrsam- Hielten Journalisten, aus welcher der folgende Abschnitt von Interesse für die Juden ist: Die rumänische Regierung ist bereit, allen Minoritäten vollste Autonomie in ihren eigenen Angelegenheiten zu gewähren. Die Minoritäten werden eigene Schulen besitzen können und die Regierung wird jeder Minorität Subventionen' bewillige« für die Erhaltung der Schulen und religiösen Anstalten. Die Subventionen werden die Minoritäten nach eigenem Gutdünken verwenden können. Antisemitismus in Lettland. Die Lage der Juden in Lettland verschlechtert sidi von Tag zu Tag. Die gesamte Beamtenschaft ist von wütendem Judenhaß erfüllt. Die lettischen Juden, die in der Kriegszcit *cltott so viel Schweres durchgemacht ltalxm, sehen sich jetzt wieder in einer trostlosen Lage. Die augenblickliche, angeblich ,.demokratische“ Regierung, die auf dem Papier für Gleichberechtigung eintritt, unterwirft die Juden einet derartigen Behandlung, wie sie selbst zur zaristische« Zeit nicht üblich war. Täglich kommt es vor, daß Juden aus Eisenbahnwaggons geworfen werden, mit der Begründurtg, daß für Juden kein Platz sei. Die Annahme, daß es sich dabei um Uebergriffc einzelner Beamten handle, ist leider lutrichtig. Das beweist folgender Vorfall: .Vor einiger Zeit fuhren jüdische Kauflaite mit Waren aus Libau nach Riga. Die Waren hatten ordmtngstnäßige Einfuhr- und Ausfuhrerlaubnis. Auf der Station Prekitlen rissen die Beamten die Waren auf den Bahnsteig und beschimpften die Juden als Spekulanten. Da in demselben Zug auch der Minister- Präsident Ulmanis fuhr, wandten sich die Kauflcute an ijin um Schutz. Er aber erklärte, daß die Waren für die Armee benötigt und deshalb beschlagnahmt würden. Die Juden sollten sofort den Zug verlassen. Dar Minister selbst ging mit seinem Adju• tanten von Wagen zu Wagen und veranlaßte die Juden, den Zug zu verlassen. Le v y. Jude oder Mensch mit schlechter Vergangenheit. Das tschechische Ministerium mit VoUinadtt für die Slowakei hat Infonnationen über die Erteilung von Kino- Konzessionen veröffentlicht. In diesen Konzessionen heißt es wörtlich: ״Ist der Bewerber selbst nicht ausgelernt, 30 muß er einen Fachmann als Gesellschafter haben; dieser darf aber weder ein Jude noch ein Mensch mit schlechter Vergangenheit sein." Die ״Selbstwehr“ bemerkt zu dieser schamlosen An- Ordnung folgendes: ״Wir Juden sind hier in der Tschechoslowakei — und insbesondere seitens des Mini* steriums Srobar — wahrhaftig nicht verwöhnt, und haben schon eine recht abgehärtete Haut bekommen. Aber vor dieser amtlichen Enunziation dieses Ministeriums ühor läuft es einem doch etwas kalt. Man weiß nicht, was man früher bewundern soll, die Offenheit dieser flagranten Verletzung des Pariser Minoritätsvertrages oder den traurigen Mut in dieser unverliüllt beleidigenden Kombi• nation, mit welcher — int Jahre 1020 - nicht ein Irrsinniger oder ein verbrecherischer IXmiagogc, nicht cm antisemitisches Hetzbiäftchen, sondern der tschechoslowakisdie Staat selbst durch sein Ministerium hödist amtlich die beiden Parias feststem die cs für ihn gibt: den Vorbracher und den Juden. Wir quittieren auch dies. Wir werden sogar der Entschuldigung, die in diesen Fäll«! zu kommen pflegt, daß es sich bloß um ein Verschulde« untergeordneter Organe handle, Glauben schenken. Aber es ist die höchste Zeit, daß wir die Möglichkeit haben, diesen untergeordneten Organen ganz offiziell auf die Finger zu klopfen; daß wir ein Forum haben, wo wir laut und vernehmbar unsere Anklagen erheben können, wa wir Stimme und Resonnanz halten; die Wahlen werden uns dazu verhelfen,“ Nachrichten Berlin. Mit dem 15. Februar beginnt der Jüdische lugcr.övcrci 1 ״jbriah“ mit neuen hebräischen Sprach- Kurse:!, welche jedermann, auch Nichtmitgliedern, zu,;äug- Heb sind. Es handelt sich um einen Kursus lur An- Ringer, einen für Fortgeschrittene und einen Mittelkursus unter der bewährten Leitung von Herrn Lubmanu. Außerdem finden an jedem Dienstag, abend» 8 Uhr, im Vereinsheim, Oranienburger Straße 23II, hebräische Konversationsahen de statt, zu denen alle Freunde und Kenner des Hebräischen hiermit herzliehst cingeladcn seien. Bücher aus der Vereinsbibtiothek und Zeitschriften werden gern zur Verfügung gestellt. Auch sei noch einmal auf den, weit über den Rahmen des Vereins hinaus bekannten, von Herrn Kopf meistcrhaft di!i;ierten hebräischen Chor aufmerksam gemaiftt und daran erinnert, daß bei den Chorübungen am Montag und Mitlww:!! abends Interessenten ge n als Zuhörer wiTkommen sind. Am nächsten Vortragsabend, Sonnabend tun 8 Uhr, wird Herr L i c 111 i n g e r über das Taenia ״Ost- und Wcstjiidentusn“ spreclien. Briefkasten der Redaktion L. W. in G. Wir sind völlig ihrer Ansicht und unser ganzes zionistisches Programm fußt in der Ucbcrzeugung von der Notwendigkeit einer moralischen Um- Wandlung des Volkes. Aber wir müssen verstehen, daß die Schäden an unserem Volkskörper durch die lustorisehen Bedingungen unsere* l.clscns entstanden sind und daß nur ein Teil der Scliuld an den 111.km selbst Hegt. Darum müssen wir denen, die diese Vcrhältnisie herbeigeführt haben, das Recht Absprachen, in dieser geliiissigen Weise zu kritisieren. Wir sind aber weit davon entlernt, das Schlechte in unsexm Volk beschönigen zu wollen. Schluß des redaktionellen Teils.