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Jüdische Rundschau · 1920-01-23 · Heft 6 (23.1.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 6 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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וא. ft JUEÖI5GHB RU.NOQCHÄÜ Seite 30 Wo>- |Kllc lisli• j»au- :e :■ ♦iilu!׳ 14», - *ttva 6k 1-, tr!« : fr' teil! •וי f ui nur tn», lebt Mk it'18 t>« >1! r Imr><s! cm; (in |K ti!ehr , i־״ jüH' - ll> *r h׳*> -^Zionistische Bewe! Wcltkonfcrcnz des Misrachi I« Amsterdam begann;uh Mittwoch, «len H. Januar uic. des jtulisci 1 •^"ו 11* »* Wii* י^4י . 50/0: Berliner Zlonhrt'the Vcrrinlyuna, Berlin C.\% $ryd6l*ftr. S. Telefon Zentrum 3614/15. W2<) 41ic Weitkonferenz des Misrachi in Gegenwart von 1S Delegierten, die tollende Länder vertraten: Amerika, ,Belgien, England, Frankreich, Deutschland, Holland, Pal teilen, Schwei/, und Südafrika. Nach Eröffnung der Tngxing durch Hermann Struck und der Wahl des Präsidiums sprach Rabbiner Fis chm an 11 über die 3 agc des Misrachi in Palästina. In einer geheimen?((/־!mg lelcrierte Rabbiner Dr. Schönte Id über die p<>11 fische t age. Dr. Arthur Hantke, der auf der Durchreise nach iotkb« der Tagung beiwohnte, begrüßte die Konferenz und sprach über die Notwendigkeit, dal! anstelle eines i:ubk>se11 Zionismus siel! mehr und mehr ein nach Lebensuisctiatiuügon differenzierter Zionismus hcrauskristalli- Auch der Misrachi, der aifdie besten Traditionen ohon Volkes ankmipfc, habe hier seine Existenzhciwlitiguug. I).uni referierten über die Lage des Mismihi in den einzelnen Ländern•. Hermann Struck »her Deutschland, Meyer-Berlin über Amerika (30000 bis 35000 Mitglieder), de Vrics (Holland), ferner über England, Belgien und Frankreich. Wir werden über den weiteren Verlauf der Konferenz noch berichten. Vom französischen Delegiertentag Der l'«1iscr IKiegieitcntag der französischen Zk>- mvUu, über den wir bereits berichtet haben, fällte bei seinem Fortgang auf Empfehlung der politischen Comites den Beschluß, dall Palästina in seinen natürlichen, öko- ,!Klinischen und geographischen Grenzen wiederhergcstcllt jwmlen müsse, «lall der zionistischeu Organisation alle türkischen Kronläinlenieii unter noch zu bestimmenden Bedingungen /uzutcilcu seien, und dall sic an anderem öffentlichen Eigentum ein Vorkaufsrecht erhalten solle. Die Konferenz gab ferner dem Wunsch Ausdruck, dall das Aetkms-Comitc in London durch die Mitarbeit führender /nmivlcn aus allen europäischen Ländern und aus Amerika erweitert werde; Nordau und Alexander Marinotvk sollten Milglieder des Actions-Comites sein. Der Zkinistenkongrell solle baldigst nach Pellach abgehalten werden. Endlich wurde der Wunsch ausgesprochen, daß politische Büro in Paris Vertreter der fraiuö- Zionisten eintreten sollen. \ , Holländischer Deleglertantag! Der zwanzigste Kongreß der holländischen Zionisten t.md bei Anwesenheit von 127 Delegierten am 2*. und Dezember lüld in Dordreeht statt, juiius simoii, dev von London aus zur Tagung gekommen, referierte ober die politische Situation. Nach der Aus- ן ■praelie wurde mit •IS gegen 2b Stimmen beschlossen, *an tlas E. A.U. die Aufforderung zu richten, so schnell;wie möglich eine Konferenz aller z ioni st i ־ M'tirn Organisationen einzuberufeu, die den I ülirera Gelegenheit geben solle, über ihre Tätigkeit zu belichten und um den Kontakt zwischen den Führern und «,er Bewegung enger zu gestalten, fm weiteren Verlauf der Verhandlung protestierte der Vorsitzende gegen ן men Feil der holländischen Presse, die Juden für den Bolschewismus verantwortlich zu machen. Ei!'- rehem.1 wurde aucli über die Emigrationsfrage gegproche«. Woche. Min*«• גו Uhr Palästina-Aufbau Sonntag, den 25. Januar Btßclmeitliwhsu», KurtQntcniliafc 115, MATINEE Ehe Latker-SchQIcr: Vorlcimn* aut «Igcnan WtrUn, Karlen * M. 6.—, 5.—. Sonalog, den 15. Januar Von 10 —»Uhr JBiilidie Buch- und Kuntl-Auulellong der Dudihandlung Ewer Im Rröderverelnthaut, KurfSitlentlreSe US Elnldll (re«. Sonnlag, den 25. Januar Nachmittag* 5 Uhr ln den CetomlrSumen det BtQderveeelnthauttt. KurtOrtlentlf. US, Zionisten-Ball. Trantlalcur-Ballordiettcr Kabarett * Tombola ._Karlen h H. 15,— an der Kalte. Dlemtag, den 37. Januar Abend 1 Uhr 2toat1tttchcr Jui'endvercln, Berlin. Helllgegelilttrabe 32, Vortrag det Htrrre Waller Samuel! .Die tlonlslltdie Organtiallon und Ihre Ncugeitatlung'. Donnertlag, den 19. Januar Abend! s Uhr Gruppe ״Süd״, Im Helm Prlntentlr. 43. Ertler Voilrag aut dem Vorlragiiyktuti ״Da« /Qdltche Volk, iclae Sprache und Literatur In den llauplepodica," (Dr.Schimon Bern(eld) ״Volk und Sprache Im Zeitalter der Bibel.** Gruppe ״Nord'*, Im Cat* Dobrln, Hadketcher Markt. ״Die Wahlen zur Vertreter•Vcriatntalung der B. Z. V." Die Vertreter der verichledenen Parteien und Lilien tptechen Ober Ihre!» Parlelitandpunkt. Allgemeine Dltkuttlon. Gruppe ״Wett**, Im ZahnSrilehaut, B&lowtlr. 104. Abend! * Uhr Frtulelr, Rota Llechlemteln (vom Theater KOnlggrSUef Sir.) Heil! Heine, Zuckermann, Dubcr, Blallk u. aut dem ״Jeremiat'' von Stefan Zweig Mutlkalltdte Darbietungen Tee Eifrltdumgen Karlen M 5.— nur Im Vorverkauf bet den VoritandamUgttcdern der Gruppe, Buchhandlung Ewer, KneiebedilraSe 54 55 und Büro der ״Rundschau", Sichtliche Sir- 8. jüdische Welt-Chronik Die ernste Lage in Syrien. Die ״Neue Zun-ilici• Zeitung“ bringt folgendes, die gegenwärtige Situativ« charakterisierende Telegramm aus Kairo vom 15. Ja: ,:׳ ״Die letzten Nachrichten aus Syrien lassen erkennen, d.itl die Lage außerordentlich ernst geworden ist. In dev Nähe von Margytim halsen zwischen französisch«« Streit- Kräften und syrischen Freiwilligen heftige Kämpfe stattgefunden. Auf beiden Seiten gab cs große Verluste. Bei Taltkallaky haben die Franzosen sehr ernste Verluste erlitten. Bei Aiexandretta und anderen Orten längs «te! Demarkationslinie des französischen Oebietes sind ebenfalls heftige Kämpfe entbrannt, ln Damaskus ist e*1 nationales Verteidigungskomitee gebildet worden und aSgemein wtirile der obligatorische Militärdienst cingefiihrt. Das Verteidigungskomitee hat ein Manifest vcröftentlaebt, m das sisehen Zur Verschiebung der Jnhrcskonferciiz. Die von dm Aineiikaiüsehen Zionisten hcrausgegebene ״N e w l’alcst ine“ schreibt über die Verlegung der Jahreskonferenz: ״Die Naebriclit von der Verschiebung wird von den amerikanischen Zionisten mit 1U׳ f r ic«l i g u 11 g .•nl'genomiiie/1 werden, weil es htr die aincrtkuuisrhc |<)iganisaticm uiunöglicli war, eine Delegation^ zu ent- 1 -011*11*11, angesichts «ler Notwendigkeit, alle Kralle für leine erfolgreiche Weiterführung der Kampagne für den ’Palestiiu* i.’i - •aiiration-l oiHls zu verwenden, die gerade hetzt im (»ange ist. Die amerikanischen Zionisten fühlten Meli betroffen von der Möglichkeit, daß eine so bcdoti-V ,lungsvotto Tagung ohne die Mitwirkung der AmerikaiHT .'-tatltiinlen könne, Die Verschiebung beweist, daß die Vnmdlcgemle Politik heim Aufbau Palästinas tlurch und für «1.1s jüdische Volk von der ganzen Judenheit der AVelt einscliliolllicl! der Amerikas geführt werden muß und daß alle Kräfte zur Durchführung dieses Zweckes ge- Vnnmelt werden müssen.“ Fallistinn-Hocbschulkoniitee. Am 23. Dezember P)P) ist linier «lern Namen ״Palasiina-Hoehscbnlkomitee“ in Berlin ein Verein gegründet, der die Förderung von jüdischen 1 loclisehulcn in Paläsiina /mit Ziele hat. Der Vorstand bestellt an.; «len J fc!1cn Prof. Dr. Otto W a rburg und Herrn Geheimen Mcdizinalrat Prof. Dr, Landau, Berlin. Der Ausschuß des Komitees soll möglichst aus akademischen Lehrern /uoimm.'imesdzt weiden. Der Verein wird den Charakter d'׳r Reelitsfahigkeit erwerben und dadurch in der Lage *,)'"י Schenkimgen uu«l Stiftungen entgegenzundunen, .1l״" *ü’herlielt zahlreich und itt großem Umfang z.u- »lielkn. Der Verein hofft dadurch in den Stand gesetzt ף! werden, durch Ztirverfiigungsstellimg von Materialien dler Art, Instrumenten, l‘räparaten und insbesondere! *uclu ru «las nalastinensisdie 1 loclisdiulwcrk wesentlich י','..'•1™', 1 ״ Mitgliedsbeitrag ist aut mindestens ' *M; jahrlid! festgesetzt. Zuschriften Palastmft-Hochseitnlkornitec, Berlin W. . trolle 8 zu richten. sind an das 15, Sächsische Vortr4״c!£yI<lu1 der Gruppe ״Olt", Uppthner Mr.». I, Aut der jaditdie» Gctahldttc. Dünncnlu/. den 39. Janutr Abtndt 8 Uhr Dr. B10 c h: Aut der Geschickte der Juden 1■ Altertum. Donnern,n, den S. Februar Abec.ct! 8 Uhr Dr. Schimon Bernfeld! Dat Judentum xur Zelt der Enitlehunt det Christentums. Donnertlag, den 26. Februar Abend! 8 Uhr Dr. Bloch: Aut der Geschichte der Juden Int Mlttetelter. Donnertlag, den 4. MSu Abend» 8 Uhr Dr. M I oh a 111: Jude■ und Judentum fm Zeitalter der AufldZrung _ und in der Neuiett. f» Donnertlag. den 25. M6rt Abend» 8 Uhr Kurt Biumenfeld! Der Zlonlsmut,!eine httiorliche Rotte und dat verwandelte Wcttbttd. ״Eine Warnung vor Arbeitern und Chaluzim“. Herr Heinrich Margulies sendet uns eine Beriditigung, in «.ler er darauf himveist, daß der Wortlaut uttserer Notiz in Nr. Dl der ״Jüdischen Rundschau“ nicht den Tatsachen entspricht, da er in seinem Artikel ״Die bolschewistische Gefahr“ in Nr. 18׳ der Wiener ״jüdisehen Zeitung“ nicht von der Absetidung der jroalezionistischeu Paliistinakommissioti gesprochen hat. Wir stellen fest, daß tatsächlich in jenem Aufsatz die poalezionistische Kommission nicht ausdrücklich genannt war; da jedoch «ler Aufsatz die Acußcruug eines Mitgliedes dieser Kommission behandelte und zur Zeit der Abreise der Kommission erschien, war cs naheliegend, von dieser Sache zu sprechen, ohne daß wir' gerade darauf irgendeinen Nachdruck gelegt hätten. Wir stellen also richtig, daß Herr Mar;,odies nicht von der poaleziouistischci» Kommission, sondern nur allgemein von der Gefahr einer gewissen radikalen poaleziouistischen Agitation gcsproeheu und daran seine von uns verurteilte• ״Warmim;׳“ geknüpft hat. Unsere Stellungnahme zu der Angelcgenheit bleibt dadurch nalürlieh unverändert. Jabntiiiafiy kommt nach London. Auf Uruml der Besprechungen, die Weltmann in Palästina mit Jabotinsky hatte, wurde vereinbart, daß Jabotittsky im Frühjahr nach London kommen soll, um sich im Auftrag «ler Zionistischen Organisation an den großen Propagamlaarheitcn insbesondere au der Campagne für «lic Universität zu beteiligen. ״Journalismus 1“ Unter dieser Uebcrscltrift kriti* siert in der jüngsten Nummer von ״Volk und Land“ Herr Ch. Z. Klötzel einen Bericht des Londoner ״Jüdischen Korrespoiuleuz-üüros“ über «len Empfang der Pressevertreter durch Max Nordau in London. Wir finden «lie Bemerkungen Klötzels nicht unberechtigt; was wir aber bedauerlich finden, ist, daß Herr Klötzel diese Berichte als Erzeugnis des l.onilouer ״zionistrsollen Haiijitcpiartiers“ Und das erwähnte Korresjioiuleflz- .Inno als offiziöses Organ der zionistischen Leitung hinstellt. Unseres Wissens hgsteht zwischen dem Korr.- Büro und der Leitung gar kein Zusammenhang; ersteres ist «las Privattinternehincn «kr Herren Landau und G ro ß in a 11!1 und gerade aus der Art «1er von ihm ausgegebenen Meldungen muh ein aufmerksamer Leser ersehen, daß der Kontakt kein übermäßig enger ist. Man kam! dem Pressedienst des Zionistischen Zentralbiiros in London sicherlich manche Uogcschicklickeiten vorwerfen, die auf die Neueinrichtung des Betriebes /.!!rückgeführt werden können; aber der zionistischen Leitung fremde UesTlimacklosigkoiten zur Last zu legen, ist ungebührlich. Herr Klötzel, der mit Recht an das Verantwortlichkeitsgefühl des Journalisten appelliert, hätte mit einem solchen Vorwurf gegen die Leitung vorsichtiger sein ,und sich zumindest vorher informieren müssen. in dem es sieh gegen jegliche fremde Intervention erklärt.1׳ Erklärungen des türkischen Großrabbinerv. Ha im Na 11 um, der türkische Großrabbiner, hat sieh nach seiner Rückkehr aus Paris gegenüber der Redaktj»n der ״Atirore“ über seine Eindrücke geäußert. Er fuhr nicht in amtlicher Mission, soinleru auf (irtutd cüki telegraphischen Aufforderung durch Morgeuthati, dem er eingehende Information über die Lage der tiirk!• scheu Juden gab. Er hatte ferner in Paris Besprechungen mit «lei» Herren der ״Alliance Israclitc“ und «ler lea, die einerseits die von diesen unterhaltenen Schuten, oudererseits die Errichtung einer jüdischen Darlchnskassc in Konstantinopel lictrafen. Der Großrahbincr verlangte daß an den Schulen der Alliance tm höheren Maße ab bisher das Hebräische als lebende Sprache berücksichtigt werde, was ihm zugesagt wurde. Nachdem sich Haim Nalmm dann optimistisch über die Frage des Minoritiitensclmlz.es geäußert hatte, sprach er auch über den Zionismus und «lie Z!׳ k 1;;:ft Pa - liistiiias. Er hält es für ausgemacht, daß Palästina unter den Schutz Englands als tier Mandatarmadit des Völkerbundes gestellt wird und dal! die Juden die Möglichkeit eihalteu werden, in ihre nationale )1׳ imstatte eiiizinvamlertt, um dort ihre nationalen, kultai•,eilen und wirtschaftlichen Aspirationen frei ,׳itwick m zu können. Ilaim Nahum gab zum Schluß der Ueber/eugtmg Ausdruck, «faß durch die Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina die politischen Rechte der Jude«! anderer Staaten nicht beeinträchtigt würden, י Jerusalem als Sitz, des Völkerbundes.' Dieser Vorschlag wird in der ״Times“ von A 111 i r Ali, einem in England lebenden mohammedanischen Führer, gemacht. Jüdische Gomeindewahlen in Florenz. Am 21 DezemlK'r fanden in Florenz die Wahlen zur jüdischen Gemeinde statt. 81 <*,0 der Wähler beteiligten sieh. Säm tliehe elf zionistischen Kandidaten w «u - den gewählt. Florenz ist die erste jüdisch1 ■׳ meinde in Westeuropa, die ein rein zionistische- «״•- inctiulekoUegium hat. Von den deutschen Assimilanten in Böhmen. Einen interessanten Beitrag zur Psychologie der Asmmilauten liefert das ״Prager Tagblatt‘‘ in einem Aufsatz ״Vom Judciipuukt“. Es wird der Mut fcstgestellt, der heule fiir einen Juden in Böhmen dazu gehört, sich Deutscher zu neunen und es steh nicht so bequem zu machen, jüdisch-national zu sein! Aber die Selbstverständlichkeit, mit der die deutschen Juden!Ine Zivilkoiirage!»־tätigen, wird nun wachsenden Erstaunen dieser Bekennen von «len Ariern nicht anerkannt. Ohne Antisemiten zu sein, behaupten diese, die Juden seien keine Deutsche, sondern Juden, lassen sich nicht gern von «len Juden Unter den Linden grüßen und sind büch- Stens bereit, für deutsch-nationale antisemitische Zwecke sich von den Juden Geld geben zu lassen. Die Kouso- «tuen/, die der Verfasser zieht, ist, daß er «len mangelnden Sinn der Deutschen für Realpolitik beklagt, die «ten treuen Bundesgenossen von stell weist. Leider ist nicht atizundmieii, «lall «ler treue Bundesgenosse cs endlich lernt, sich nicht wcgzuwcrfeii, soiuleru seines eigene« Volkstums bewußt jüdische, statt deutscher oder tschcchi- «her Politik zu treiben. Bemerkenswerte Äcnßcrungeii des Rabbiners von Munkacs. Der Rabbiner von Mtiiikacs, der als rabbi*!tische Autorität gilt, hält vor kurzem in U/horud int Kreise seiner Ghassidim einen stark besuchten Vortrag. Der Schluß desselben lautete: Der strenge Oilhoiloxe und Rabbi ans Munkacs erklärte mit de! festesten Uelwrzeugung und zur größten Uebcrraschung der Zuhörer, daß wir Juden keine Tschechen «uul keine Magyaren, sondern nur Juden seien. Diese Erklärung׳ ist ein wichtiger Fortschritt in «kr Geschichte der Orthodoxie des Ostens. Allerdings gc•;,, die nette Erkenntnis nicht sehr tief, ttenn etu Vorsuch «fes Präsidenten des Zionsvereincs ״Aehduth", Herrn L>r. Mor. Juszkowits, bezüglich «ler nationalen Organisierung der Juden in Karjwfhenrtißlaiul mit dem Rabbiner «׳in Kompromiß abznsehliellen, scheiterte vollständig. Der Rabbiner gab zu, daß der Zionismus bei den nicht fronnuen Juden von Nutzen sei, für die orthodoxen Juden aber bilde er eine Gefahr. Immerhin erklärte er, man müsse zugehen, «laß d» Orthodoxie nicht fähig sei, die Führung des J u d e n t n m s 11 a c 11 a u 11 e n z. 11 ii b e r 11 e lt in e u. Das ״Lubliner Tageblatt“ konfisziert. Vor drei Monaten war das ״Tageblatt“ infolge Abdruckes eines Artikels von Zangwill konfisziert worden. Der heute in .dieser Angelegenheit vorgclatlene Redakteur Nissenbau tu wurde in Untersuchungshaft gesetzt. Der verbotene Hebräisch-Unterricht. Die indische Gemeinde in Lodz hat zwei Delegierte nach Warschau zutu Ministerium für religiöse Angelegenheiten mit einer Petition wegen «ter Kassierung des hebräischen Unterrieht« in den jüdischen Volksschulen abgesandt. Ein Debornhpreis für hebräische Dichtung. James «Ic Rothschild hat dem Ed u ca t ton De partement eine Summe von 500 Pfund als ,,Delwraliprei« für hebräische Dichtiuig“ an der hebräischen Universität überreicht.

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