Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 87 (9.12.1919)
- Date
- 1919-12-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 682 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87 Nr. 87 Vom hebräischen Gymnasium in M&riampol Aus den Berichten über die beiden ersten Schuljahre. Das Hebräische Oyrnimsitan zu Mari am pol wurde im Februar 1919 eröffnet. Das vorbereitende Komitee, bestehend aus zwölf Mitgliedern der Mari ampoler jüdischen Gemeinde und gewählt von den jüdisehen Körperschaften Mariampols (Jüdische Gemeinde, Zionisten, Zeire-Zion, Handwerkervere«! und Ortho- *loxen), hatte bereits im Januar 1919 einen Vertreter nach Berlin entsandt, um dort die zur Führung des Gymnasiums nötigen Lehrkräfte zu engagieren. Das Gymnasium wurcte als rein hebräisches Gymnasium gegründet, d. h. die Unterrichtssprache io allen Fächern ist die hebräische. Eine Ausnahme hiervon bildete die oberste (fünfte; Stufe, in der die Unterrichtssprache in den nicht jüdi sehen Fächern die russische sei« mußte, da di« für diese Stufe in Betracht kommenden Schüler zu einem ansehnliehen Teil den notwendigen Ansprüchen in bezug auf das Hebräische nicht entsprachen. Direktor der Anstalt ist Herr Dr. Max Mayer, der früher Redakteur der ״Jüdischen Rundschau“ war. Den Eintritts- Prüfungen unterzogen sich zur vorbereitenden Klasse: 13, zur ersten Klasse: 62 zur zweiten Klasse: tl, zur dritten Klasse: 52, zur vierten Klasse: 57, zur fünften Klasse: 29 SchWer und Schiijerininen, insgesamt 304. Davon bestanden die Prüfung: 253 Schüler- Während des ersten Schuljahres ließen sich weitere 76 Schüler prüfen, von denen 42 aufgenommen werden konnten. Die Gesamtfrequenz der Schule beträgt während des ersten Jahres demgemäß 362. Am Schluß des Jahres erhielten 322 Schüler Jahreszeugn!«sev Die Verteilung der Geschlechter ist folgende: es waren unter den 362 Besuchern des Gymnasiums 191 Knaben und 171 Mädchen. Entsprechend der große« Zahl der Eintretenden mußten in der ersten und zweiten Stufe Parallelklassen errichtet werde». Man teilte die Schüler dieaer Stufen nach ihrem Geschlecht Ueber das Alter der Schüler gibt die folgende Tabelle Auskunft• 8 Jahre: 1t Schüler, 9 2« 19 41 11 37 12 48 13 36 14 15 34 n 16 ei 1? 22 18 1• 11 »t Insgesamt: 362 Schüler Von den Schülern sind 217 in Mariam}*01 und der nächsten Umgebung• ansässig, 146 Schüler von aus- Wirts. Folgende Unterrichtsfächer wurden einge-;führt•:.- i י ־ Hebräische Sprache (und Literatur): 4—6 Wodieustunden Teuach . ..•—6 » Mischna und Talmud tobligatorisdi für Knaben und Mädchen von der dritten Stufe an) ... . 2 ״ Rechnen und Mathematik ... 4 ״ Hebräische Grammatik .... 2 ״ Physik (von der 5. Stufe an) •. 2 ״ Naturkunde. 2 ״ Geographie. 2 ״ Allgemeine Geschichte ..... 2 ״ jüdische Geschichte. 2 ״ Lateinisch.4—6 ״ Russisch .״ *—8 ״ Deutsch . ..2—3 ״ Französisch (von der 5. Stufe an) . 2 ״ Litauisch . .. 2 ״ Zeichnen . 2 ״ Schönschreiben. 2 ״ Die Zahl der Lehrkräfte betrug 13. Davon hatte« 3 vollständige Hochschulbildung, 6 unvollständige Hoch- Schulbildung, 2 Mittelschulbildung und 2 gewöhnliche Bildung. Ende Oktober 1919 begann das zweite Schuljahr. Die Zahl der Schüler hat sich trotz der inzwischen erfolgten Gründung der Gymnasien ia W i r b a 11 e n und W i 1 k o w i s c 11 k i und des damit verbundenen Abfalls von Schülern aus diesen Städten und ihrer Umgebung nicht vermindert. Sie beträgt zurzeit 333• Die Eröfinung einer Parallelklasse in der 5. Stufe hat sich als notwendig erwiesen, so daß zurzeit 10 Klassen bestehen. Die Schüler verteilen sich auf diese wie folgt: Vorbereitende Klasse: 18, 1. Klasse: 45, lia (Knaben)-Klasse: 36, Iib (A״.ädchen)-Kla9ee: 28, lila (Knaben)-Klasse: 38, 111b (Mädchen)-Kiasse: 48, IV. Klasse: 40, Va (Knaben)- Klasse: 33, Vb (Mäckhen)-Klasse: 23, VI. Klasse: 24. insgesamt: 333. Von diesen sind 181 Knabe» und 152 Mädchen, Das Lehrerpersonal mußte in diesem Jahre entsprechend der größeren Zahl von Klassen vermehrt werden. Zurzeit unterrichten 16 Lehrer. Von diesen haben 4 vollständige Hochschulbildung, 7 unvollständige Hochschulbildung, 3 Mittelschulbildung und 1 gewöhnliche Bildung. Es wurde Turnunterricht in allen Klassen eingeführt. An Stelle des Französischen trat in Rücksicht auf die Entwicklung der Palästinatrage das Eng- 1 i s c h e. Die hebräischen Stunden in den unteren Klassen wurden vermehrt. Die Samueikommissioa in w! Ina Am 14. November kam die Samuelkommission nach Wilna. Noch am selben Tage besuchte Sir Samuel die jüdische Gemeindeverwaltung und ließ sich über die Aprilercig uisse informieren. Die Kommission setzt ihre Untersuchnngs'.ä'.i ,keit fort. Be9011 Jers liegt Herrn Samuel daran, aufzuküiren, ■ob die Ausschreitungen wirklieh, wie die Polen behaupten, im Kampf gegen die Bolschewiki begangen wurden. Berliner Kalender Bflro; Berliner ZlonMItctie Vereinigung, Berlin C. 19, Sevdetdr. 5. Telefon ז Zentrum Ml 4/15. Donnerstag, den 11. Desember Abends 8 Uhr Gruppe ״Nordwest", Im Helm Tlcrgarfenedc. Klopslodtslr.1. Bdie Händetetr. Vortreg dt* Herrn Dr. Max Slrauss: ״Soziallsmai and £ion!smas.“ Grupp« ״West", Im Zahn&rsfehaut, Daiovslr. 194. Abends R.'-j Uhr Vortrag des Herrn Hurt Blumen leid aber ״Die polllltdie Stellung des deutschen Judentums“. Die Sprechstunde des Vorstandes beginnt um 8 Uhr. (irnppc ,Sad'. Im Helm, Prlnsenslr. 43. (Nahe Morllsplali und Hochbahnhaf Prlntensfr.) 5. Vorlrag aus dem Vortragszyklus: Die HassptstrCmnnsien des gegenwärtigen Zionismus. Donnerslag, den 11. Dcierober Abends 8 Uhr Usiarus Barlh: Wesen und Ziele des Mlsrachi. Donnerstag, den i I. Dezember Abends 8 Uhr | Gemeinssune außerordentliche Generalvertammlung; der Gruppen Zentrum und Norden, ltn Gesellschaftsbaus Rosenlbaler Slrabe 36. Tagesordnung: 1. Beschtub aber eine Zusammenlegung der beiden Gruppen!.Neuwahl des Vorstandes. Gruppe ״Cbtsrloiienburg", Im Humbser -1trlu, Tauenlzlenslrahe 7. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Entlastung des Vorstandes. S. Neuwahl des Vorstandes. Abends 8 Uhr. 4. Besprechung der Wlnlerarbelt. Gruppe 1*0״“, Im Grelfswalder Hot, Grelfiwalder Sir. 43. Abends 8 Uhr Gen eralversammlung Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Z Bericht der Kassenrerlsoren׳ 3. Erteilung der Dechargc. 4. Wahl des neuen Vorstandes. 5. Wahl der Kassenrevftoren 6. Anträge. Sonnabend, den 13. Derember Abends 8 Uhr Zionistischer Jugendvercin Ibrtah, Oranienburger Str. 33. II. Tr. Vortreg des Herrn Dr. Georg Wo llsleln ״Der Aufbau de* jadisdhen Leben* l«n Otfen.“ Hapoel-Hazair Berlin, Abends pOnklli* 8 >/, Uhr Im Saal der Aguetas Achim. Gormonnslr. 29, I Tr. Referent: Chawer Ch. V. Ariosorolf über ״Programmprinzipien de* Hipa&UHazmtr.“ HcbiSltcbe Kurte. Gruppe ״SBd", Im Helm, Prlnsenslr. 42 jeden Donnerslag und Sonnabend »on 7—8 Uhr iwelslflndiger hebi i. lecher Sprachkursus 10r Anlinger. desgleichen ein elnshlndlger Kursus iflr Anfänger Donnerstag von 7 8 Uhr. Meldungen en Schwabe, Südende, Potsdamer Str. ZS. (Telephon Slegllls 90.) Gruppe ״Wut", Jeden Mittwoch und Sonnabend von 7H - 9 Uhr. Hebrdlscher AnfBugericursus bei Herrn Wilenskl, In der Wohnung des Herrn Architekt Levy, Prager Str. 22. Neue lellnekmer können nufgent aimtn weiden u. wallen sidnru den angegebenen Zelten melden. Gruppe ״Ost“, im Helm, Llppehner Sfr 9. Jeden Dienstag u. Sonnabend, abends 8 Uhr finde! Je ein hebrSlsdier Sprachkursus far Anlinger und Fortgeschilllene sfalt. ferner findet Jeden Sonnabend von 7—8 Uhr ein Kursus In JOdlsdier Geschichte statt. Hebräische Ktndcrspielua dt ■nittage: Gruppe Centruin, lm Volkshelm, Dragonerstrabe 32. Jeden Sonntag nachmittags H 4 Uhr. Antneldu• gen bei Schoidi. Uppsdhatz, Alexanderstvaäe 23. — Gruppe ״Ost", Llppehner Str 9, part jeden Montag, nachmittags H4 Uhr. Anmeldunge״ bei Regina Cohn, Jablonskiairaie 10. — Gruppe West und Charlotteabarg. jeden Dienstag, nachmIHags '/i* Uhr, bet Kahn, Darmstädter Strabe 1. Anmeldungen bet Hermann Budzfslawski, Sybelsirafte S. — Gruppe Sfld, im Helm, Prlnsenslr. 42, jeden Mittwoch, nachmittags J-j4 Uhr. Anmeldung bet Schwabe, Südende, Potsdamer Strafe 23. (Telephon Siegln! 901. — Gruppe ,,Nordwest." Jeden Donnerstag, Im Helm, Tlcrgarfenedc, Klopstodcstr., Ecke HSndelsIr Anmeld, bei Kurt Chajlm Konschewskf, Elberfelder Strafe 28. (Tel. Moabi! 39391. — Die Leitung der K ndersplelnachmlttage liegt In den Händen von Schosdi. Halberslädter aus Palistlna. Teilnahmen k(Innen Kinder von ungefähr 5—12 Jahren. Eltern können den Sptelsfunden beiwohnen. HebrU.cher Kindergarten. Montag bis Donnerstag, vormittags von H'O-V?! Uhr, Neslorslr. 4, bei Weltsmann. Der Kindergarten sieht Kindern Im Aller bl» zu 6 Jahren ölten. Eine beschränkte Anzahl von Kindern kann noch aulgenommcn werden. Meldungen an das Kulturdeaeraai der B. /.. V. oder an Dr, Sdbwabe, Südende, Potsdamer Strafe 23 (Telephon Slegllls 99). Vom skandinavischen Zentralhilfskomitee St. J. P. Das skandinavisch-jüdische Zentralhilfs* komiiee für die vom Kriege heimgesuchten Juden, das seinen Sitz in Kopenhagen hat und die verschiedenen jüdischen Hilfskomitees in Dänemark, Schweden und Norwegen vertritt, hat die Einberufung einer skandinavischen Hilfskonferenz beschlossen. Die Konferenz, welche demnächst stattfindet, wird namentlich zu der allwcltlichcn jüdischen Hilfskonferenz, welche vom Komitee der jüdischen Delegationen einberufen wird, Stellung nehmen. Auf seinen letzten Sitzungen behandelte das Zentralkomitee die aktuellen Fragen der jüdischen Hilfsarbeit und beschloß die Einleitung einer großzügigen Propaganda für die konstruktive Hilfsarbeit, <1. h. für den systematischen Wiederaufbau des vom Kriege zerstörten jüdischen Wirtschaftslebens in Polen, Galizien, Litauen, der Ukrakc, Rumänien. Für den gleichen Zweck hat das Zentralkomitee auf Ersuchen des jüdischen Ministeriums in Kcwno diesem' 50003־ M. überwiesen. Das Zentralkomitee hat auch den Gedanken, eine jüdische Volksbank in Wilna für den Teil Litauens, der von den Polen besetzt ist, angeregt. Der Rechenschaftsbericht des Zentralhilfskomitees für die Periode vom 1. Juni 1916 bis 31. Dezember 1919 liegt nunmehr vor. Ans dem Bericht ist zu ersehen, daß das Zentralkomitee seit seiner Gründung eine sehr energische Tätigkeit entwickelt hat. Die Einnahmen und Ausgaben für die besagte Periode balancieren mit rund 603 600 Kr. Die jüdische Gemeinde in Kopenhagen mit Herrn Professor Siraonsen an der Spitze bekundet gleichfalls ei* sehr aktives Interesse für die konstruktive Hilfsarbeit. ״Juden raus!“ Die von Siegfried Jacobsohn herausgegebene ״Wel tbü h n c“, die einen energischen Kampf gegen Reaktion imd Unkultur auf allen Gebieten führt, veröffentlfchf ■am 4. Dezember einen Aufsatz von Georg Metzler ״Juden raus!" Nachdem der Verfasser ausgeführt hat, in weichem Maß die deutschen Juden sich deutscher Art angepaßt und deutsch-patriotischen Geist bekundet haben, fährt er fort: ״Aiier: Eisnef, Landauer, Levine und Levien, Hause und Cohn, Rosa Luxemburg und noch so mach er und manche andre — sind es nicht alles Juden? Juden, die an die heiligsten Güter der Nation getastet Laben? Hierauf ^muß offen und ehrlich erklärt werden: Ja, darin habt Ihr recht, ihr wackern deutschen Antisemiten! Es ist ja gewiß nur eine kleine, sehr bescheidene Zahl: aber diese radikalsten unter den deutschen sonst so gut gesinnten Juden beweisen doch, daß in der eigen:- lieh deutschen Intelligenz, in der Bourgeöisie nicht ein Fünkchen revolutionären Geistes lebt, nicht ein Hauch jenes Rebelientrotzes, der auch heut noch in allen, allen Nationen des Erdballs sich findet -- mir nicht bei Deutschen. Denn hier herrscht noch heute die 'Hundeäeinut nach oben, die Brutalität nach unten; Leidenschaft zeigt״ sich einzig, wo keine Gefahr droht: gegen Juden und Radikale, und was in andern Ländern der Lynchjustiz eines empörten Volkes verfallen wäre, das erringt in Deutschland hohe und höchste Ehren. Man braucht mit den Eisncr, Landauer, Leviae und Hanse politisch-wirtschaftlich ganz, und gar nicht übereinzustimmen und muß doch bewundernd stehen vor der Seelenreinheit, dem Geistesadel und der Unerschrockenheit dieser Tapfern. Nehmt sie doch fort aus dein deutschen, politischen Leben der letzten Menschenalter. die Heine und Börne, die Marx und Lassalle, die Eisner und Landauer, was bleibt denn noch groß übrig außer Bismarck etwa, diesem letzten Endes innerlich so ganz undeutschen Rebellen? Und wenn einst die Geschichte, auch die von Deutschen geschriebene, richten wird, dann werden die Eisner und Haase anders dastehen als die Schiffer und Riesser; und selbst die Heroen von heute, die Ludendorf und die andern Abgötter der deutschen Oberlehrerei, werden versinken vor jenen Juden. Und darum: Juden raus! Man kann allen jüdischen Rittern vom Geiste nur raten, dringend raten: Macfft euch auf, wandert aus! Sucht euch ein neues Vaterland: Ihr findet es außerhalb Deutschlands überall. Und Ihr jüdischen Väter: Läßt Eure Kinder 11'ic'it nur Englisch lernen und Französisch, sondern auch ־Spanisch und Italienisch, damit sie eine andere Heimat erwerben können, eine Heimat, in der Raum ist für wahrhaft ‘freiheitliche Gedanken und gütige Herzen!“ Das Sdiachlverbot in der Schweiz Bern, 28. November 1919. Gerade in dem Moment, den der ״Schweizerische Israelitische <)emeindebund‘‘ für gegeben erachtet«, die nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit die §§ 25 ff. der schweizerischen Verfassung (Schächtverbot) bei der zu erwartenden Verfasstmgsrevision beseitigt werden, überraschte uns die Aufhebung■ der bundesrätlichen Verord- ■nung betreffend das Schächtverbot. Der Bundesrat hat seinen Beschluß vom 23. Mürz 1918!betreffend Ausnahmen vom Schächtverbot und die gestützt auf diesen Beschluß erlassene Verfügung des Justiz- und Polizeidepartements WM 17. Juni 1918 mit Wirkung auf den 1. Januar 1920 aufgehoben. Von diesem Zeitpunkt hinweg ist das Schlachten der Tiere ohne Betäubung vor dem Blutentzuge wieder ausnahmslos im ganzen Lande untersag!. Vor dem Kriege hatte jede jüdische Metzgerei ihren Lieferanten in Deutschland, Frankreich, Haben oder Oesterreich. Man empfand daher das Schächtverbot nur als moralische Schmälerung der freien Ausübung der jüdischen Religion. Als der Weltkrieg um die Schweiz herum die Grenzen hermetisch verschloß, lebte man in der allerersten Zeit ganz ohne koscheres Fleisch. Nach mehreren Wochen gelang es dann, die Bewilligung zu erlangen, Schweizer Vieh an die französische Grenze zu bringen und dort zu schlachten. Der schwielige Transport und die ewige Zollfrage erschwerte aber und verteuerte zugleich außerordentlich den Flcischgenuß. 111 Erkenntnis dieses unhaltbaren Zustände« machte der Bundesrat, der sich übrigens in der Schächtfrage -- soweit seine Kompetenz reichte —- stets loyal verhielt —- von den ihm während des Krieges zustelienden außerordentlichen Rechten Gebrauch und erließ eine Verordnung am 23. März 1918, nach welche! an drei passenden Orten der Schweiz für das ganze Land rituell geschachtet werden darf. Anscheinend auf Betreiben des ״rührigen“ Tierschutzvereines wurde der Bundesrat veranlaßt, die genannte Verordnung auf zuheben. Es ist jedoch Aussicht vorlian 'en, daß der Termin für die Aufhebung dieser Verordnung noch weiter hinansgeschoben wird. Zentralisierung des Aufbauwerkes im Osten Wie die Wiinaer ״Jüdische Zeitung“ mitteilt, findet in allen größeren Städten Polens, Litauens und Weißrußlands in den Kreisen der im jüdischen Ffilfswerk Tätigen ein Meinungsaustausch statt, wie man den Aufbau der ruinierten jüdischen Bevölkerung planmäßig und einheitlich •organisieren soll. Es wird zu diesem Zwecke eine Dreiländerzentrale projektiert. Durch Zuziehung der jüdischen Gemeinden soll das Hilfswerk und der Aufbau großzügig und produktiv gestaltet werden, sowohl auf dem wirtschaftlichen wie auf dem kulturellen Gebiete. Fine Konferenz der Ciemeinden und. Hilfsorganisationen wird demnächst stattfinden, die sich mit konkreten Vorschlägen zu befassen haben wird.. So werden Kreditgenossenschaften, Schul- Organisationen, Heilanstalten geplant. Schluß «k» redaktionellen Teil•. ־־”'־־־־ Jüdi Cetdst Mus י las P Herrn lenden g< ein eigt en von j< eclckoiito das Pos |fonds," Sek itscheckkc Herrn Alle Ein! 1 an die ■g, Rosch ם שנה ל ע. טנדר יו ושנתיו יגואחך, בי־ e. Kajlem Lichte*!! fe a41*. deli s. JJorim ,* Traub, Bpir־•. ikr 1i WolL'ub! ihiidi Kat Dt. i’J, ivah Han? &. d. lku Cohn 1 Fr, t. Ge Gehn gr u. Nütaj!«keil Ol r.ilentii Max Kc i. 3 Horn, eh. aim üUTfastg־. y. lier.n >r L•׳'■■ 5f z. (C pan., M 1־׳(j.־, .■Eli* 3■ rCJatsrko. O. .Naivra .u-eroach •Dr. Fr K 'Mer, L: י• (Ferl ki);kh. Hirs tn־h. JU‘4c d. Her ־ Sohzneid 1<־. teilfc 1. iFiirwita, Adler. I Bertha. . •ppeahoimn u. Emus ta Stra.uss ,.ilturverb; np 5.— i'eiierrii: LaJks, K pohschenj K lirout/.ei SUihi, . Geb. neu Mei*. :a 6.—, 1c R 3.— 41׳ cii. Bub( Schacht . . ^ogelgarr ifselruss v us(?n, a. ■ Hammer •^:ou in. ,׳koa in j