Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 66 (16.9.1919)
- Date
- 1919-09-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion u. Verlag W, 15, Sächsische Str, 8. Erscheint jeden Dienstag u.Freitag, Abonn.bei d F.xp. a. d. Postämtern viertel). M.6.- in Deutschland, m Oesterreich Kr. 12, i Ausland M. 10,— "^tmuncr*,^66"^P"ll״BerHn7,lT6"*Ix"19I9** Angetgco-Vcrwaltung: Welt-Verlag, Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 35. Telephon: Amt Zentrum 4814 u. 4815. Anzeigeapreis für die sechsgespaltene Nonpareilleseile 75 Pf., Teuerungszuschlag 20 °/0. Telephon: Amt Uhland 845 u. 486. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: Postsparkassenamt Scheckkonto Nr. 156030. Redaktionsschluß Sonntag u. Mittwoch nachm, 21. Elui 5679 I XXIV. Jahrg. Der Wortlaut von Weizmanns Rede (Schluß.) ״Ein jüdischer Staat. Als diese Redewendung zuerst in der Balfourschen Erklärung gebraucht wurde, hatte sie eine enorme Wirkung, und jedermann legte sie sich nach seinem Belieben aus. Viele verstanden darunter ein jüdisches Staatswesen. Ein Staat war eine politische Organisation in dnem bestimmten Territorium, welche alle Funktionen einer gegebenen menschlichen Gesellschaft umfaßt; er besteht aus Menschen, Institutionen und Dingen. Ein Staat existiert nur, wenn es eine Gruppe von Menschen gibt, welche sich ihres natürlichen Zusainmenhanges bewußt sind, wenn das Land, die Schulen and alle anderen Arten von Institutionen entwickelt worden sind. Er könnte nicht geschaffen werden, bevor diese Dinge existierten. Wurde mau uns die Möglichkeit geben, die uns in den Stand setzt, den jüdischen Staat zu erbauen? Er sage, die Antwort, die er auf diese Frage geben könnte, sei ״Ja“. Ein jüdisches Volk, das seine eigne Sprache spricht und seine eigenen Institutionen hat, würde schließlich, vielleicht in einer Cleneration, entwickelt sein und einen jüdischen Staat konstituieren. Dr. Weizinann behandelte dann die notwendigen Bedingungen. Er erklärte, d.aß die erste Bedingung die unabhängige Existenz Palästinas wäre; es dürfte nicht in Syrien ׳oder Aegypten einverleibt werden. Es müßte endgültige Grenzen haben — ein Fachwerk, aus welchem jüdische Energie das jüdische Land entwickeln könnte. Alle natürlichen Hilfskräfte, welche helfen könnten, das Land zu entwickeln, müßten ihm gehören. Er .meine nicht Kohle und Oel — diese können in Palästina gefunden oder nicht gefunden werden. Palästina hinge von Sonne und Wasser ab. Seine Grenzen müßten so gezogen sein, daß jeder Tropfen Wasser, der für Bewässerung seines Bodens benötigt wird, innerhalb dieser Grenzen fließt. Jede Chance müsse offen stehen, damit soviel Juden wie möglich in angemessener Zeit im Lande aufgenommen werden könnten. Die augenblickliche Aufnahmefähigkeit Palästinas wäre sehr beschränkt. Aber, wenn die richtigen Bedingungen vorhanden wären, könnte sie sehr vergrößert werden. Das Land muß zugänglich werden. ״ Um dies zu. bewirken, muß der ,Boden jjtem jüdischen Ansiedler tügttfglilf'' gäfiftfcht1״ werden■; ‘ 'öesftntäi' gäbe ' es in Palästina kein freies Laad, sondern alles Land, mit Ausnahme einiger fieberverseuchter Plätze, hat Eigentümer. Aber tatsächlich wäre Palästina leer. Gesetze müßten erlassen werden, die, ohne mit rechtmäßigem Eigentum zu kollidieren, ödes Land betriebsamen Landwirten zugänglich machten. Feste Rechte, die im Auslatid lebende Großgrundbesitzer in den Stand setzen, nur mangelhaft kultivierte Ländereien der Bebauung vorzueuthalten, müßten bekämpft werden. Dies wäre kein neues Problem; es wäre in Australien und Neu- Seeland bereits gelöst worden. Den Leuten, welche Land besäßen und es bebauten, müßte Garantie geboten werden, daß es ihnen niemand nehmen könnte. Wenn der Mann, welcher, sagen wir 100 Acres Land besitzt, überzeugt werden könnte, daß durch Bewässerung, Urbarmachung usw. er in den Stand gesetzt werde, ebenso gut oder besser auf dem sechsten Teil desselben Landes zu leben, so würde er bereit sein, einen Teil seines Besitzes aufzugeben. Wenn dies erreicht werden könnte, so würde man 6/(; des jetzt brachliegenden Bodens wiedererlangen. Es wäre notwendig, den Bewohnern de» Landes die Wirkung der Bewässerung za erklären. Es würde dann möglich sein., Zugang zu einem großen Teil Land zu bekommen. Man ist bemüht, Gesetze zu erlangen, welche eine geschlossene Siedlung ermögliehen sollen. ' Gemeineigentum an ö f f e n 11 i eben Arbeiten. Das nächste Erfordernis, um die Aufnahmefähigkeit Palästinas zu erhöhen, ist das Gemeineigentum an öftentliehen Arbeiten. Die Verbesserungen, die in Palästina vorgenommen werden müssen den jüdischen Ansiedlern übgesamt zugute kommen. Dies würde ihnen einen doppelten Sinn geben — es würde das Land erschließen «cd denjenigen Arbeit geben, die bei der Erschließung des Landes beschäftigt werden. Man muß sorgfältigbedacht sein, unter den Einwanderern die richtige Auszu treffen — es müssen solche sein:, die bodenständig sein werden und die nötigen Verbesserungen fisten können. Wenn man so verfahren werde, so glaube er, daß Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten m Palästina während der nächsten paar Jahre (next ftw years) eine halbe Million Menschen aufnehmen konnten; Ferner, wenn die Wasserkräfte des Landes erst verbessert sind — wenn der Jordan so reguliert w irü, daß er nicht austrocknet und nicht mehr im Sommer so geschwächt ist, daß er keinen Motor antreiben kann wird man eine Kraftquelle haben, die für induserielle Zwecke in beträchtlichem Malte ausgenutzt wer- 1■kn kann. Dies würde die Grundlage für eine ansehnh׳;t1t städtische Bevölkerung ergeben. Es sei üblich ttu/unehmen, daß auf jeden auf dem Lande angesicdcltm Menschen 2 oder 3 Stadtmen sehen kämen. Die kulturelle Entwicklung des Landes, die Errichtung von 'Vlnileo würde Spielraum für eine weitere Klasse von f imvanderern schaffen und die Kultur des Landes stärken. Jäe Durchführung dieser Werke würde 99,9 Prozent des jüdische»! Staates bedeuten. ״Der Zionismus erstrebt für das Jfidiscfac Volk die Schaffung einer öftenilidi-rediilicb gesicherten HeimstUte in Palästina." Baseler Programm. Es könnte die Frage entstehen; ob die politischen Bedingungen, die von der Friedenskonferenz beschlossen werden, derartig wären, um all dies durchzuführen. Gemäß seiner (Jeberzeugting und seiner Kenntnis glaube der Redner, daß die Bedingungen dies gestatten werden. Er hoffe, daß es nur noch einige Monate oder gar Wochen dauern werde, bis diese politischen Bedingungen bekanntgegeben werden. Die Tore Palästinas wären augenblicklich noch verschlossen. Die militärische Besetzung gestattet noch niemanden, das Laad zu betreten. Wenn aber jemand hineinkäme, so seien es die Juden. Auch würde er es gar nicht gern sehen, wenn die Schranken fielen und es jedem Beistände hineinzukommen, denn es wäre ein Unglück. Die Einwanderung müßte kontrolliert werden. Aber der Arbeit, der Geschicklichkeit und dem Kapital müßte das Land morgen geöffnet i werden. Es muß ein Weg gefunden werden, tausende gelernter und ungelernter Arbeiter gemäß vorzubereitenden Plänen zu versorgen. Man kann und darf nicht Massen von unkontrollierten Menschen einströmen lassen. Wenn dies doch geschehen sollte, so würde sich die heutige Begeisterung bald in Verzweiflung verwandeln. Es würde die Bewegung für Generationen diskreditieren; es würde sie für lange Zeit zugrunde richten. Opponenten erklären, sie wüßten, was bei all! dem hcrauskommen würde; eine Universität und Kolonisation. Er frage sie, was sie sonst noch erwarten. Man hätte zu kok>irisieren, zu kolonisieren und zu kolonisieren, bis das ganze Land kolonisiert wäre. Universitäten und Kolonien würden das Land zu einem jüdischen Lande machen. Die englische Regierung sei im Begriff, uns die Chancen zu geben, und es wäre an uns, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Er hoffe und glaube, daß das jüdische Volk diese Chance nach besten Kräften ausnutzen werde. (Beifall.) Beantwortung einiger Fragen. 111 Erledigung einiger Anfragen erwiderte Dr. Welzmann, man hätte die englische Regierung ersucht, daß den Vorrang in bezug auf alle öffentlichen Unternehmungen die jüdische Organisation erhalten solle, welche für die Entwicklung des Landes gebildet würde; diese würde zu diesem Vorzug berechtigt sein, weil es eine gemeinnützige Gesellschaft sein würde, die nicht >• um ׳dps—Profite wiHcu •arbeite. Ste-־Würde׳ Vertreter'deT Judenheit der ganzen Welt enthalten. Hebräisch, Englisch und Arabisch würden, wie er glaube, die offiziellen Landessprachen werden; alle Gesetze würden in diesen drei Sprachen veröffentlicht werden. Die Mandatarmadit wurde die Einwanderung von Juden begünstigen, sie würde die Einwanderung ariderer Personen nicht ungünstig ansehen, und die Verwalter des Landes würden ihren Zielen sympathisch gegenüberstellen. Man würde beantragen, daß die Staatsländereien in jüdische Hände übergehen. Die Rechte der Pächter, der Araber, die auf ihrer Scholle lebe«, sollen respektiert werden, aber ein Jude oder Araber, der als Großgrundbesitzer leben will, muß gegen uns sein, und wir müssen gegen ihn seit!. Die Weideplätze des südlichen Palästina, auf denen Beduinen herunistreifen, auftauchen und verschwinden, könnten besiedelt werden, wobei für die Beduinen Land reserviert werden sollte. Sümpfe und Dünen könnten trockengelegt und zugänglich gemacht werden. Der Kauf der Ländereien muß reguliert werden, so daß die Spekulation vermieden wird; alles Land, das die jüdischen Ansiedler brauchen, muß durch eine Organisation gekauft werden. Er glaube, daß die Einwaiiderungskommission in Palästina aus Juden zusammengesetzt sein wird, unterstützt von einem englischen Beamten. Die Mandatarmadit würde nur so lange in Tätigkeit sein, bis das Land zur Unabhängigkeit' rci. sei;'dies würde un Vertrag enthalten sein. \x׳'a.; die jüdischen Soldaten in Palästina anlangt, so sind bereits Vorkehrungen getroffen, um 100 Soldaten im Lande ansässig zu machen, und es würde allen jüdischen Soldaten gestattet werden, in Palästina zu demobilisieren und dort ihre eigenen Arrangements zu treffen.‘‘ Die Versammlung schloß mit der Annahme eines einstimmigen Vertrauensvotums für Dr. Weizmann und das Engere Actions-Coinite. j Das Jerusalem der Zukunft Unter diesem Titel finden wir in der Zeitschrift ״The Observer“ einen Aufsatz, der einen auf Vcranlassung der englischen Okkupationsbehörde auf gestellten B e b a u u ngs p 1 a n für die Stad t 0 r w e i t er u n g von J e r u s a, I e m behandelt. Dein interessanten Artikel, der unsere größte Aufmerksamkeit verdient, entnehmen wir folgende Ausführungen; ״Unter den neuen Verhältnissen war ierusalem gezwangen, sich auszudeluien, und da die Stadl innerhalb der Mauern bereits übermäßig dicht bevölkert war, mußte Vorsorge für eine Erweiterung getroffen werden. Die neue Behörde beeilte'sich rasch, diesem IJedürfnis zu entsprechen, und veranlaßte Herrn W. H. Me Lc.1׳i1, ' Ingenieur der Stadtverwaltung von Alexandria, ihr über die Grundlinien der Stadterweitenuig Vorschläge zu machen. Der Entwurf, der von ihm verfaßt wurde, ist zur Zeit im Architektursaal der Kgl. Akademie ausgestellt und gibt zusammen mit zwei photographische!! Ansichten und einem kleinen Model! eine "sehr gute allgemeine Vorstellung von dem Inhalt di? \'orgeschla״cneu. Rings utm die' Stadtmauern ist eine vollständige Zone reserviert und das ganze Gelände östlich und südlich der Stadt einschließlich des Kidron- und Hinnomtales einer Verordnung unterworfen, daß dort Bauten einer besonderen Erlaubnis bedürfen, die nur erteilt wird, wenn die charakteristischen ׳Merkmale dieses Geländes nicht gestört werden. Im Norden und Süden sind diese Einschränkungen nicht notwendig, weil hier die Oberfläche offener gestaltet ist und auf weniger Plätze von besonderem Interesse Rücksicht genommen werden muß. Dieses Gelände ist nach seinen Grundzögen zu einer Entwicklung geeignet, so daß es für die neue Stadt gewählt wurde. Augenscheinlich hat Herr Mc Lean versucht, in der verhältnismäßig kurzen Zeit, die ihm zur Verfügung stand, zu viel des Outen zu tun. Wir müssen ihm verwerfen, daß er, gelinde gesagt, etwas rücksichtslos gegen seine Kunst als Städtebauer war, als er einen Plan vorlegte, der selbst ein oberflächliches Studium der Lage und Bedingungen vermissen läßt. Wahrscheinlieh ist er nicht als endgültige Lösung gedacht, aber in einem solchen Falk* ist es höchst unklug-, Straßenzüge und andere Einzelheiten festzulegen, die irreführen können. Da der Plan den Vermerk trägt ״durch die Stadtverwaltung von Jerusalem am 20. Juli 1918 ge* prüft“, so ist 'es augenscheinlich, daß ׳nur kurze Zeit für seine Vorbereitung zur Verfügung stand. Eine so nachdrückliche Kritik verlangt Rechtfertigung. Beginnen wir mit der einfachsten Seite des Falles, der natürlichen Gestaltung des Terrains. Da es int allgemeinen wellig ist, enthält es Steigungen bis zu 1:1 '2. Der Entwurf breitet über das Ganze ein schachbrettartiges Netz von Straßen nach amerikanischem Muster aus, von denen einige ungebührlich steil ausfallen und nur wenige, sozusagen zufällig, mit den natürlichen Zügen der Landschaft zusammenfallen. Der Plan zeigt eine Vorliebe für die gerade Linie, die im vorliegenden Falle ganz verfehlt ist. Das Entwerfen von Bebauungsplänen hat schon, lange die Stufe überholt, wo es als ausreichend erschien, ein Straßenrnuster über eine v-orgeschriebene Fläche au&zubreiteu. Soziologen haben bereits seit langem darauf hingewiesen, daß ihre einzige Grundlage durch die Bedürfnisse und Gewohnheiten der künftigen Bevölkerimig gebildet werden darf. Es würde zu weit führen, diese hier auseinanderzusetzen, Und es soll daher nur angedeutet werden, daß ihre Lebensgewohnheiten sehr wesentlich von denen in den Großstädten Europas und Amerikas abweichen, auf denen sich der Plan von Mc Lean aufbaut. Klima, Gewohnheiten und Beschiftigung widersprechen dlirgbaus den!, vorgeschlagep« Eni-, wurf. Der Osten beansprucht nicht weniger als der ׳ Westen ein sorgfältiges, inniges Studium der sozialen und wirtschaftlichen Faktoren als Grundlage der Stadterweiterumg. Der Verfasser dieses Planes fordert die Kritik heraus, weil er etwas Unmögliches unternommen hat, nämlich einen endgültigen Entwurf niederzulegen, ohne die Kenntnis der Einzelheiten, die für die erfolgreiche Lösung einer nicht zu leichten Aufgabe wesentlich sind.“ Wenn wir auch leider nicht in der Lage sind, uns über die Einzelheiten des Projektes von McLean ein eigenes Urteil zu bilden, so müssen wir doch den allgemeinen Ausführungen und Schlußfolgerungen des sachverständigen Verfassers des Aufsatzes durchaus beipflichten. Der vorliegende Bebauungsentwurf scheint noch einer rückständigen Entwicklungsepoche des Städtebaus anzugehören, die irti allgemeinen als überwunden gelten muß. Reißschiene und Winkel, die ehedem bei der Aufstellung־ von Bebauungsplänen unbeschränkt geherrscht hatten, haben jene nüchternen, charakterlosen Straßenbikter geschaffen, die unsere Großstiidte so unerträglich machen, jetzt hat sich doch allmählich die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Städtebau eine besondere Kunst darstellt. Um sie zu beherrscheu, ist nicht nur die selbstverständliche Berücksichtigütig aller technischen und hygienischen Forderungen notwendig, sondern es bedarf auch der intuitiv schaffenden Kraft eines Künstlers, die aus den gegebenen Bedingungen der Landesnatur und Oberflächengestaltung, aus der Sonderart des sich erweiternden Gemeinwesens und aus den realen Forderungen der Zukunft das Raumbild erstehen läßt. Ist dies schon überall eine Aufgabe, die sich von jedem bequemen, geistlosen Schematismus femhalten muß, so erhält sie vollends im vorliegenden Falle einen außergewöhnlichen Charakter. Um das Stiidtebikl des Jerusalem der Zukunft zu schaffen, müssen reifstes künstlerisches Können •und ein auf gründlichem Studium aufbauendes, liebevoll einfühlendes Versenken in das Werden dieser einzigartigen Stadt Zusammenwirken. Das ist ein Werk, das nicht in der Hast weniger Monate, unter dem Druck außergewöhnlicher, provisorischer Verhältnisse entstehen kann, sondern aus eingehender, langwährender Arbeit eines hochstehenden Städtebaukünstlers herausreifen muß. Auch erscheint es fraglich, ob der Verfasser des Entwurfs, der ein sehr tüchtiger Stadtiiigenieur sein mag, hierfür die notwendigen Voraussetzungen besitzt. Seine Arbeitestatte scheint kaum die ,geeignete Sphäre zu sein, aus der die Anregungen zur Schaffung eines neuen Jerusalem fließen können. Weder hat die Lage Alexandrias in einer -Alluviaiebene, flach wie ein Brett, irgendwelche Beziehungen zu der bewegten Gebirgsnatur der paläsfkiensischen Hauptstadt, noch läßt sich eine innere Brücke schlagen von dein ausd ruck losen, kosmopolitisch angehauchten Charakter jener Hafenstadt zu der von des! Schauern der Vergangenheit uimvobenen Größe und Besonderheit Jerusalems. Doch für uns gewinnt die Frage noch eine über das Technische hinausgehende Bedeutung. Jerusalem j war der Mittelpunkt unserer historischen Vergangen- I heit. Auch in den Zeiten unserer Golusgeschichte blieb