Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 60 (26.8.1919)
- Date
- 1919-08-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 60 Seite 463 Polnische Barbaren Martyrium der Gefangenen im Gefangenenlager in Strzalkowo. Eingabe des Abgeordneten Farbstein an den polnischen Kriegsminister. Die Warschauer jüdische Presse vom 24. Juli 1919 veröffentlicht folgenden Bericht, den wir ohne Kommentar Wer wiedergeben״ ׳Mit Zustimmung des Kriegsministeriums hat der Deputierte Farbstein das Gefangenenlager in Strzalkowo besucht. Infolge der Größe des Areals, auf welchem die Baracken zer- »freut liegen sowie der großen Zahl der Internierten und Gefangenen, die sich nach Angaben des Kommandanten auf 11000 beläuft, war es anfangs schwer, sich zu orientieren, wo man eigentlich forschen müsse, um die Wahrheit zu erfahren, und zu erkennen, ob die in Warschau verbreiteten Nachrichten über die schreckgehen Leiden der Gefangenen der Wahrheit entsprechen. Nach dem Besuch der ersten beiden Baracken, in die der Deputierte Farbstein durch einen Offizier geführt wurde, konnte man den Einruck gewinnen, daß im Gefangenenlager alles in bester Ordnung sei. Als man aber auf die andere Seite des Lagers kam, zeigte sich die schrecklichste, grausigste Wirklichkeit. Folge«des wurde festgestellt: Eine große Zahl, wenn nicht die Majorität der im Lager Befindlichen, sind völlig unschuldige Menschen. Es ist unbekannt, warum man sie hierhergebracht hat. Es sind dort viele Männer und Frauen, 14—15jährige Jungen, chronische Kranke, Krüppel usw-, über viele Internierte existieren über- Haupt keine Dokumente. Und die Gesuche der unschuldigen Opfer, die der lokalen Macht zur Weitergäbe an das Ministerium überreicht worden sind, liegen in dem Kontor des Gefangenenlagers, ״weil — wie der Unteroffizier M i 1 n e t z k i erklärt hat — nur solche Gesuche an das Ministerium weitergegeben werden, die als ״passend“ angesehen werden, und die Gesuche überhaupt erst durchgesehen werden, wenn niciit viel Arbeit vorliegt.“ Das Aussehen dieser Gefangenen ist schrecklich; sie laufe« halb nackt umher, viele sogar ohne Wäsche, manche haben nur ein schmutziges Hemd, gehen barfuß, sind ausgehungert. An sich - sollen sie J50 Gramm Brot täglich bekommen, wie viel sie in Wirklichkeit erhalten, hat der Deputierte Farbstein nicht feststellen können. Die Verpflegungsverhältnisse stehen unter jeder Kritik: Morgens und abends schwarzen Kaffee, mittags eine Kartoffeisuppe. Das Brot ist schlecht gebacken und enthält kaum 25 ״/o Mehl. Nicht besser steht es mit den sanitären Bedingungen!, ln dem Hospital sind weder Betten, noch Matratzen, noch Laken vorhanden, die Menschen liegen auf schmutzigen Strohsäcken, auf dem schmutzigen Fußboden, dicht nebeneinander. Es sind weder Nanienschiider noch Temperaturkarten der Kranken angebracht. Wenn einer von den Kranken iin bewußtlosen Zustande lag, wußte niemand seinen Namen. Laut Angaben des Arztes befinden sich im Hospital 800 Kranke, von denen 200 an Flecktyphus erkrankt and. Wenn man die Erklärungen der Gefangenen über ihre Behandlung seitens der Behörden, vom Kommandanten bas zum untersten Wächter, hört, muß*n1an empört sein. Alle, vom Kornmandanten bis zum untersten Beamten, behandeln die unschuldigen Gefangenen ohne jede Ursache mit unbarmherziger Rohheit. Viele von den Kranken können nicht auf dem Rücken liegen, sind weder zu gehen noch zu sitzen imstande wegen der Wunden, die man ihnen mit Drahtbündeln beigebracht hat. Di e G e f angenen werden mit geflochtenen Drähten gescljfagen. Auf dieselbe Weise behandelt man auch die Frauen, ohne sogar Rücksicht auf Schwangerschaft zu nehmen. Die Schläge wurden ״p o r t i o n s - weise“ von 25—50 verteilt. Man hat selbst dann noch geschlagen, wenn das Opfer das Bewußtsein verloren hatte. Oft veranstaltete man ein Freudenschießen; infolgedessen liegen viele von den internierten verwundet im Hospital. Der Hauptinitiator all dieser Martern und Peinigungen ist ein junger Leutnant M a I i n o v s k i, der natürlich mit Einverständnis des Kommandanten vorgellt. Dieser Maiinovski hat auch einen der Gefangenen erschossen. Den Gefangenen pflegt man alles fortzunehmen, Kleider, Wäsche, Schuhe, Socken •und Geld. Der Kommandant und seine Mithelfer haben den oben erwähnten Exekutionen zugesehen und das barbarische Benehmen machtlosen, unschuldigen Menschen gegenüber für selbstverständlich gehalten. Die Erklärungen des Kommandanten und seiner Helfershelfer. Vor seiner Abreise stellte der Deputierte Färbstein einige Fragen an den Kommandanten des Lagers. Hierbei hat sich folgendes Gespräch entwickelt: Färbst ein: Ist es wahr, daß der Porutschik Maiinovski einmal in eine Baracke trat, allen Juden befahl, hinauszugehen und sie dann ohne jede Ursache mit Drahtruten schlagen ließ? Ist es wahr, daß, wenn «n Gefangener aus einer Baracke geflohen ist, die Zurückgebliebenen bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen wurden? — Der Kommandant: Mit jüdischen Mit- 'ein hätten wir das Desertieren nicht verhindern können.*' Das Bestrafen einzelner Personen hätte zu keinem Resuilat geführt, und darum war es notwendig, ganze Gruppen der Exekution zu unterwerfen, um die anderen aozuschrecken. Hierbei hat der Porutschik hinzugefügt, daß er ״nur“ jede 10. Pereon herausgeschleppt habe. — Farbstein fragte weiter, ob es wahr sei, daß auch 15 Frauen der Exekution unterworfen wurden. — Hierauf antwortete der Porutschik Maiinovski: 3 Frauen haben Schläge bekommen; dies waren Syphih'tikerinnen, die man davor gewarnt hätte, mit den Gefangenen zu verkehren. — Farbstein: Was hat man mit dem Gelds und den Sachen getan, die den Gefangenen und Internierten fortgenommen wurden? — Kap. Wag- «er: Was die Sachen anbetrifft, so besitze er noch einen Mantel, das Geld befinde sich bei einem Offizier. Wenn man Zeit haben werde, werde man ihm das Geldabnehmenjund verbuchen lassen. — Farbstein: Was gesdiefit mit den Postpaketen, dw für die Inter- «er« ynd..:Gefangenen anfcamtne**? — Waguter: JUEDI80UB RUN ÖS C B A U Ke werden den Adressaten abgegeben. Hierbei hat der Porutschik zugegeben, daß er sich nicht ei innere, daß jemals irgendwelche Postpakete ang e k o m men seien. — F a r b s t e i n: Kam es vor, daß jüdische Gefangene desertierten? — Wagner: Ich weiß es nicht. Farbstein: Hat man bei den Exekutionen geflochtene Drähte verwandt? — Wagner: Ja. Man schlug auch mit Drähte«. Man hat das benutzt, was gerade bei der Hand lag. Ich persönlich habe einmal meinen Stock auf einen Gefangenen in Stücke zerbrochen. Hierbei fügte einer der Anwesenden, der Podporutschik Mischetzky hinzu: ״Wi r haben beraten, ob man nicht eine spezielle Maschine zum Schlagen konstr ui eren solle.“ . _ . . — Farbstein: Hat man Untersuchungen wegen des Erschießens eines Gefangenen durch Podporulschik Malkovsky aiigestellt? — Wagner: Nein. Der Podporutschik hat mir die Sache” gemeldet. Ich habe mich beim Wächter informiert und halte die Sache für erledigt. — Farfas teiu: Wurden viele Gesuche um Befreiung eingereicht? A11 wen hat man sich zu wendenk ■— Wagner: Ein Teil wurde nach Lodz gesanut. Die übrigen sind leer geblieben. Die Gesuche werde« nur dann w e i t c r g e g e b e n, wenn wir sie als ,״passend“ anerkennen. Wenn wir viel Arbeit haben, werden sie später weitergeschickt. — Färbst ein: Wer führ! die Exekutionen aus? — Wagner: Gefangene oder Soldaten, meistens letztere. Zum Schluß, beim Fortgehen, bat der Kommandant den Deputierten Farbstein, er ritöge als jüdischer Vertreter auf die Bevölkerung in SI u z p i dahin wirken, daß sie sich für ,Jas Gefangenenlager weniger interessieren. Er besitze Beweise (!), daß die Bolschewisten durch Vermittlung des Rabbiners sich Bemühen, mit den sich im Lager befindenden Bolsche- ' wisteti iri Verbindung zu kommen. Die Beweise bestehe« in einer chiffrierten Depesche, die man im Lager gefunden hat, und die kontrollierte Tatsache, daß der Siupzer Rabbiner bei einer Geldüberweisung an einen der Gefangenen vermittelt hat. Da eine strenge Zensur beim Absenden von. Depeschen herrscht, schien Herrn F ar faste in die‘Mitteilung betreffs der chiffrierten Depesche sehr Zweifelhaft. Er bat daher, daß man ihm die Depesche zeige, wobei sich herausstellte, daß diese der Gendarmerie zugeschickt worden sei. Ueber die Vermittlung des Rabbiners beim Anknüpfen von Beziehungen mit Bolschewisten stellte sich folgendes heraus: Auf dem Wege von Brodnize nach Pinsk wurde der 62jährige Jehoschua Gofetzki aus Ti'kotschin ohne Ursache verfiaftet. Dieser Greis wurde zusammen mit anderen Verhafteten nach Strzalkowo geschickt und hier interniert. Daß der alte Mann unschuldig ist, ersieht man aus den Bescheinigungen der Ratsmänner und Bürger in Tikotschin. Als der Sohn des Internierten von der Sache erfuhr, schickte er 75 Mark an die Adresse des Kalischer Rabbiners mit der Bitte, das Geld seinem Vater zu übersenden. Da die Post keine Geldüberweisungen nach Strzalkowo annimmt, schickte der Kalischer Rabbiner das Geld an den Rabbiner in Slupzi und bat, das Geld dem alten Goletzki im Gefangenenlager auszuzahlen. Gleichzeitig mit dem Gelde schickte der junge Goletzki eine Postkarte, in der er wegen der 75 Mark schrieb. Nach Eintreffen der Karte Meß der Kapitän eine Untersuchung bei dem alten Goletzki vornehmen, der bestätigte, das Geld erhalte« zu haben. So steht es mit der Vermittlung des Rabbiners mit den Bolschewisten. Der Greis erhielt als Strafe 25 Schläge. Schließlich bat der Deputierte Färbst ei 11, daß man die Gefangenen wegen der Mitteilungen, die diese ihm gemacht haben, nicht bestrafen möge, worauf ihm geantwortet wurde, daß einer von diesen bestraft werden müsse. « Eine Untersuchungskommission der Regierung in Strzalkowo. Der Deputierte Farbstein hat sich nach seiner Rückkehr nach Warschau, nachdem er sich mit dem Sejmklub des Provisorischen Jüdischen Nationalrates verständigt hatte, an das Kriegsministerium gewandt und dort Bericht über seinen Besuch in Strzalkowo erstattet. Er wurde vom Chef für die Angelegenheiten der Gefangenen empfangen. Nachdem der Deputierte Farbstein ihm seinen schriftlichen Bericht vorgelesen hatte, erklärte ihm der Chef, daß ein Arzt nach Strzalkowo bereits entsandt worden sei und daß dieser festgestellt habe, daß in der Tat 1'm Lager nicht alles in Ordnung sei. Da festgestellt wurde, daß hieran zun» großen Teil der Porutschik Maiinovski schuld sei, wurde dieser seines Amtes, enthoben. Außerdem hat sich eine Kommission von Gerichtsoffizieren dorthin begeben, die an Ort und Stelle die vorgekommenen Fälle untersuchen wird. Des weiteren hat der Chef zugegeben, daß eine große Anzahl der in diesem Lqger Internierten völlig unschuldig ist. Alle Internierteil werden in kurzer Zeit nach Kradom transportiert und dort von einer speziellen Kommission untersucht werden. Diejenigen, die die Kommisston für unschuldig befinden wird, werden sofort befreit werden. Bis jetzt sind schon 500 Personen befreit worden. Was׳־ das Lager in Strzalkowo anbelangt, so wird die Kommission erst in zwei Wochen ihre Tätigkeit dort beginnen können, da jetzt eine Typhus-Epidemie dort herrscht. Das Ministerium wird sich bemühen, alle Mittel zur' Erleichterung des Schicksals der Internierten anzuwenden. Die Wahrheit über das Judengemetzel in Lida Lögen des polnischen Kriegsministers. Die jüdischen Abgeordneten der polnischen Konstituante überreichten bekanntlich am 9. Mai eine Interpellatian über die Ereignisse in Lida, die der Vorsitzende der Konstituante au den Kriegsminister überwies. Die jüdischen Abgeordneten erhielten aber darauf keine Antwort, und die Frage wurde auf die Tagesordnung der Konstituante nicht gesetzt. Die Abgeordneten wandten sieb dann mit einer Bitte an den Vorsitzenden der Konstituante, den Kriegsminister «1 veranlassen, gemäß den Statuten der Konstitution auf die Interpellation Zu erwidern. Darauf erhielt jetzt der Klub der jüdischen Abgeordneten vom Kriegsminister die Kopie eines Schreibens, das er an den Vorsitzenden des Seyms gerichtet hat und in dem u. a. gesagt ist: ״N ach der Erforschung des Gesamtmaterials, das durch die militärische, gerichtliche und administrative Macht gesammelt worden ist, kann man jetzt den faktischen Sachbestand feststellen: ein Teil der jüdischen Ermordeten waren Opfer der verirrten Geschosse, die andern Opfer sind Folge der Beteiligung der bolschevvistisch gesinnten jüdischen Bevölkerung im Kampfe gegen das Militär. Von dieser letzten Kategorie sind einige in der Schlacht und einige während der endgültigen Eroberung der Stadt durch das polnische Militär umgekammen. Die polnischen Soldaten trafen in der Stadt Zivilisten, die bewaffnet waren und auf das Militär schossen. Vom Gefühl des Selbstschutzes getragen, mußten sie auf Personen schießen, die ihnen als Feinde erschienen. Unsere Soldaten waren auch vom Rachegefühl getragen, nachdem sie in der Stadt verunstaltete Leichen unserer Soldaten vorgefunden hatten, die in bolschewistische Gefangenschaft geraten waren. Die deformieiten Leichen wurden unter solchen Umständen gefunden, die zeigten, daß diese Verbrechen von den Juden der Stadt begangen worden waren. Die Zahl der Opfer könnte allerdings viel größer sein, wenn die ׳ Kriegsrepressalien ergriffen worden wären, die unter diesen Verhältnissen berechtigt gewesen wären und wenn die polnischen Militärabteilungen nicht so viel Disziplin gezeigt hätten, die erbitterten Soldaten zurückzuhalten. Diese Resultate der Erforschung geben daher nicht den mindesten Grund, die militärischen Organe in Lid» nur zur leisesten Verantwortung zu ziehen.“ Auf dieses Schreiben des Kriegsministers Leschn i e w s k i überreichten die jüdischen Abgeordneten Wgende Erwiderung: 1. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Lida war antibolschewis tisch, und an der Spitze der Bolschewisten standen auch Polen, die das revolutionäre Komitee in Lida geführt haben. 2. Juden wurden erschossen, die keine Gewehre hatten, die sich an keinem Kampfe beteiligt hatten und die keiner Partei angehörten (Vater und Sohn Polsatschkow, Kamienski, Nieproski u. a. m.) . . . Sogar Greise, Frauen und Gelähmte (Scliklar) u. a. wurden ermordet. Einige der jüdischen Opfer wurden auf unmenschlichste Weise gefoltert. Dem Juden Starjinski wurden die Beine in den glühenden Oten gesteckt. Kalmonowitsch und Rczesnitzki wurden gezwungen, sich in eine schmutzige Grube zu lege», damit die Soldaten über ihre Körper reiten konnte«, Krupski wurde zusamm en mit einem Pferd vor einen Wegen gespannt, und dies alles geschah nicht während des Kampfes, sondert anderthalb Monate nachdem die' Stadt erobert war. Die Sage von den Vorgefundenen deformierten polnischen Leichen stellte sich als völligerfunden «eraus was auch am 20. April vom christlichen Geistlichen bestätigt wurde. Ueberhaupt ist es eigentümlich, daß man auf Grund eines entstellten Leichnams die Zugehörigkeit des Täters zu einer bestimmten Nation feststellt, wie es der Herr Minister tut. Das Material, das im Besitze des Herrn Ministen ist, gewährt daher nicht die mindeste Vorstellung von den erschütternden Efeignissen in Lida, und die Antwort des Ministers kann daher nicht als befriedigend betrachtet werden. Eine neue Untersuchung, die von den Vertretern der ()Öffentlichkeit, den Mitgliedern der Konstituante und nicht von den Behörden unternommen ist, tut daher not.“ Die jüdischen Abgeordneten ersuchten daher den Vorsitzenden der Konstituante, die Frage der Interpellatian der jüdischen Abgeordneten und die Antwort des Kriegsministers auf die Tagesordnung der Konstituante zu setzen. Letzte Nachrichten Eine Rede Weizmanns K. Z. B. Im Lauf einer längeren Rede in •iner Versammlung der englischen Zionistenföderation sagte Dr. W eizmann, daß die Führer die Ungeduld der Zionisten durchaus verständen. Aber das Schweigen der leitenden Stellen entspringe nicht dem Wunsch, etwas zu verheimlichen, sondern es seien eben keine neuen Tatsachen mitzuteilen gewesen. Weizmann betonte die ernste Situation der letzten Monate, hervorgerufen durch die Unruhen in Aegypten und Syrien. Die Gegner Englands und der Juden hätten die Erklärung Balfoiys benutzt, um die panarabische Bewegung zu stärken. Die Friedenskonferenz habe die Lösung der Fragen der früher türkischen Territorien noch nicht entschieden. Er hoffe aber, daß die Entscheidung innerhalb der nächsten Monate, vielleicht sogar Wochen fallen werde. Trotz widriger Umstände bestätigte die englische Regierung, sich die Konsequenzen klar vergegenwärtigend, von neuem ihre Entschließung dahingehend, daß die Administration Palästinas künftig die Entwicklung des nationalen jüdischen Heimes in Palästina begiinstigen werde. Das sei der wichtigste Schritt seit der Balfourschen Erklärung. Die jüdische Heimstatte jn Palästina sei bereits eine politische Tatsache, es fehlten nur noch die Details. Die Hauptprobleme seien: das Landproblem, die öffentliehen Arbeiten und die Einwanderung, die anfangs beschränkt werden müsse, um die Kräfte produktiv ausnutzen zu können. Sodann betonte Weizmann nachdrücklich, daß die Friedenskonferenz alle Bedingungen gewährt habe, die für die Erfüllung der Deklaration wesentlich seien, die Zukunft hinge hauptsächlich von uns «b.