Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1919-08-12 · Heft 56 (12.8.1919) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 56 (12.8.1919)
Date
1919-08-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652135-2652191--12421-2670052
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 434 JUEDI9CH1 RUNDSCHAI» Nr. 56־ Nr. 5t Voraussichtlich werde» nach der Beendigung der Tagung in Luzern die Sitzungen unter Beteiligung der Vertreter der amerikanischen, englisch« und p»li«ti»e»sk• sehen Partei fortgesetzt ־werden. * K. Z. ß, Oberrichter Brandeis, de Haas, Fri ed e n wa kl, Szold und Rosoff sind nach mehrvvuchentliicliem Aufenthalt in Palästina in London eilige troffen. Vom Jüdischen Nationalfond Zur Finanzierung des Landerwerbs in Palästina. Immer häufiger treten in letzter Zeit Gruppen kiinftiger Palästina-Siedler, auch solche, die industrielle Unternehimuigcn zu gründen beabsichtigen, an den Jüdischen Nationalfonds rnit dem Verlangen heran, ihnen Erbpachtfand zu reservieren. Es ist klar, daß der J. N.-F. in der Hauptsache Palästinaboden nur in dem! Maße erwerben und den Reflektanten wird zur Verfügung stellen können, in welchem ihm auf dem Wege freiwilliger Be- Steuerung Geldmittel zu diesem Zweck zufließen. Die Freunde und Vertrauensmänner des J. N.-F., denen es um die üeulath Haarez ernst ist, sind darum bemüht, seine Organisation so auszubauen, daß er die in ihn gesetzten Hoffnungen der breiten Massen in absehbarer Zeit erfüllen kann. Vor! verschiedenen Seiten gehen indessen der Nationalfonds-Verwaltung Anregungen zu, die den Zweck verfolgen, dem J. N.-F. über seine Spendeneingänge hinaus bedeutende Kapitalien zuzuführen. Ein wiederholt gemachter Vorschlag betrifft die Aufnahme einer Nationalanleihe, deren Verzinsung aus den regelmäßigen Spendeneinnabmen sichergestellt werden soll, ßia anderer Vorschlag geht dahin, daß der J. N.-F. sich das Erbpacht - bzw. Erbbaurecht auf städtisehen Boden für 49 Jahre i m voraus bezahlen lasse, um aus dem Erlös, der den Wert- Zuwachs einschließen soll, desto mehr landwirtschaftlichen Boden erwerben zu können. Für letzteren kommt die Vorausbezahlung weniger in Betracht, weil die überwiegende Zahl der Ansiedler-Kandidaten aus Minder- und Unbemittelten besteht, die nicht in der Lage wären, die Pacht für einen längeren Zeitraum auf einmal zu entrichten. Bei Verwiridichung all dieser Vorschläge kommt es begreiflicherweise nicht zuletzt auf das Ausmaß der Land-Konzessionen an, die der Zionistischen Organisation eingeräumt werden. Etas Tempo der Ansiedlung großer Massen wird jedoch in jedem? Falle von der finanziellen Leistungsfähigkeit des J. N.-F. abhängen, da auch bei sehr weitgehenden politischen Rechten der Erwerb und die Bereitstellung ausreichender Ländereien seitens de• J. N.-F. Hunderte van Millionen erfordern wird. a Polen Paderewski über den Minoritätenschutz ln der Sitzung der Kommission für Ratifikation des Friedens Vom 24. Juli 1919 hat Ministerpräsident Paderewski eine längere Ansprache gehalten, in der er laut Bericht des ״Nowo Dziennik“ vom 28. Juli 1919 u. a. folgendes sagte: ״In dem Vertrag zwischen Polen und Deutschland sind viele für uns ungünstige Aenderungen eingetreten. In dieser Richtung haben die Bankiers und die Kapitalisten des amerikanischen Judentums und die Arbeiter- Partei in England einen großen Einfluß ausgeübt. Charakteristisch ist, daß das fremde Kapital .und fremde Arbeit sich verständigt haben, um Polen zu schaden. Die Klausel über die nationalen Minderheiten ist für uns selbstverständlich unangenehm. Idi muß aber zugestehen, daß wir selbst daran schuld sind, denn wenn wir zum Aufbau unseres Staates schreiten, ist keine Zeit für innenpolitische Abrechnungen. Andererseits muß ich zugeben, daß die Klausel betreffs der Rechte der nationalen Minderheiten noch vor der Unterzeichnung de» Waffenstillstandes beschlossen wurde. Es ist klar, daß auch in dieser Beziehung der fremde Kapitalismus, die Zionisten und die Nationaljuden eine ernste finanzielle Kraft darstellen. Wir wollen nicht jammern, wir wollen die Klausel des Vertrages, insbesondere was die Juden betrifft, so annehmen, wie sie ist. Wir haben doch durch sie erreicht, daß die polnische Sprache in den jüdischen Schulen und Cheders als obligater Lehrgegenstand eingeführt wrid. Wir selbst hätten doch den Juden dieselben Rechte auch ohne fremde Intervention gegeben . . Mau sieht, Paderewski steht den Bestimmungen über den Schutz der Minderheiten mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Das Wichtigste ist allerdings, daß er zugibt, daß die Polen sich das Vorhandensein dieser Bestimmungen in dem Friedensvertrag seifest zu zuschreiben haben, da die Zeit des Aufbaus des neuen Staats- Wesens kein geeigneter Augenblick für innerpolitische Abrechnungen sei. ״Innerpolitische Abrechnungen“ ist zvvar ein etwas milder Ausdruck für die andauernden Bestiälitäten und Pogrome, und wir wollen zur Ehre der polnischen Nation hoffen, daß die spätere Abrechnung, die sich aus den Worten des Ministerpräsidenten ankündigt, in den Formen erfolgen wird, in denen gesittete Völker gewöhnlich ihre Differenzen beilegen, nämlich, wie Herr Paderewski, der ja eben erst aus dem Wilsonschcn. Arnerika gekommen ist, weiß, auf dem Wege friedlicher Verständigung. Das Eingeständnis dereigenen Schuld aber ist immerhin so bemerkenswert, daß wir die Polen jedesmal an die Worte ihres Ministerpräsidenten erinnern wollen, falls sie sie vergessen sollten. Eine merkwürdige Unkenntnis des wahres Sachverhaltes bildet die aus der Requisitenkammer der gedankenlosen Straßenantisemiten geholten Behauptungen Paderewski«, daß amerikanische Kapitalisten, englische Arbeiter — hiermit sind offenbar Nichtjuden gemeint — Zionisten und Nationaljuden mit ihrer finanziellen Kraft bei der Abfassung dieser Be- Stimmungen mitgewirict haben, eine Vereinigung von Kapital und Arbeit, über die Paderewski sehr verwundert ist I» diesem Zweifel an der Objektivität der Friedenskonferenz scheint uns zunächst einmal eine ungeheure Beleidigung zu liegen. Im übrigen aber hat Paderewski bei seiner Rückkehr nach Europa ja selbst erzählt, daß er seinen jüdischen Freunden in Amerika versprochen habe, sich mit allen Kräften für die Juden einzusetzen. Nun, er könnte ja jetzt aus politischen Rücksichten seine Meinung geändert haben, auf jeden Fall sollte er aber von seinem Aufenthalt in Amerika her wissen, daß nicht nur die amerikanischen Kapitalisten und die englischen Arbeiter, die Zionisten und die Natioaialjuden, sondern auch die amerikaniseften Arbeiter und die englischen Kapitalisten und, wie sioh in Paris deutlich gezeigt hat, auch die Nichtziouisten, daß die ganze Welt einig ist in der Ueberzeugung, daß die Oeffentlichkeit die Pflicht hat, dafür zu sorgen, daß den Juden in den Ländern Osteuropas Leben und Sicherheit und das Recht auf Entfaltung der nationalen Eigenart gewährleistet wird, und daß der Weg zu diesem Ziel nach Ansicht aller maßgebenden Politiker einzig und allein über diese Bestimmungen führte. Den Triumph, daß die polnische Sprache auch in den jüdischen Schulen eingeführt ist, gönnen wir Herrn Paderewski. Die Juden haben stets erklärt, daß sie loyale polnische Staatsbürger sein wollen! und sich nie weigern würden, die Sprache der völkischen Majorität zu erlernen. Wenn aber der Ministerpräsident behauptet, die Polen hätten den Juden diese Rechte auch ohne fremde Intervention gegeben, so ist darauf zu erwidern, warum hat es denn die polnische Regierung nicht bereits getan, sie hatte doch reichlich ein lialbes Jahr Zeit dazu, und warum regt sie sich jetzt so auf, wenn ihr die Bestimmungen doch als etwas ganz selbstverständliches erscheinen!? Im übrigen wird ja die ,polnische Regierung noch viel Gelegenheit haben, diese Gesinnung zu beweisen, indem sie zunächst einmal diese Bestimmungen getreulich aus führt, daun aber unsere weiteren Forderungen auf dem Gebiete der kulturellen und nationalen Autonomie ohne Widerstand erfüllt. Die ״objektiven“ Berichte des Warschauer englischen Gesandten (K. Z. B.). De jüdischen Zeitungen Warschaus veröffentlichen einen offenen Brief des bekannten Schriftstellers Anski an den englischen Gesandten Windham in Warschau. Anski, der Augenzeuge des Wilnaer Pogroms war, protestiert mit scharfen Worten gegen den Bericht Windhams, der im ״Daily Telegraph“ veröffentlicht wurde um! behauptet, die Angaben seien tendenziös und falsch. Der Bericht Windhams, der erklärt, Juden hätten auf polnische Soldaten geschossen, sei vol Ikomme n unwahr. Kein einziges offizielles polnisches Do- Kuinemt bestätigt diese Angaben. De Behauptung Windhams, daß in Gefängnissen etwa 1000 Juden sitzen, deren Schuld bewiesen ist, ist einfach unverständlich, da die polnische Regierung diese Juden täglich gruppenweise als un schuldig befreit. Ansl'i schließt: ״Es ist traurig, daß jüdisches Blut vergosst»* wird, aber noch trauriger, ־daß ein offizieller Vertreter eines der kulturreichsten Lander so leichtsinnig Steilung nimmt zu den an unschuldigen Juden begangenen Verbrechen.“ Dese Ausführungen A n 9 k i s erklären jetzt auch die oft ausweichenden Antworten des Unterstaatssekretärs Harnsworth auf die verschiedenen Anfragen im englischen Unterhaus. — Daß es den Polen wiederum gelungen ist, den englischen Botschafter in die Irre zu führen, ist bei der Fertigkeit der Polen in dieser Kunst nicht weiter verwunderlich. Die Morgenthausche Kommission und voraussichtlich auch eine englische, werden wohl endlich der Kulturwelt zeigen, daß *ich die Mörder und Lügner nicht unter den Juden befinde». Doppelte Moral der Polen Der Krakauer ״Czas“ veröffentlicht ein Programm vor» Maßnahmen, die zum Schutze der polnischen!Minderheiten in Ostgalizien getroffen werder» sollen. Hiernach soll der Landtag in zwei nationale Kurien — polnische un«1 ukrainische — eingeteilt werden, die ein eigenes Budget besitzen und für Kultur und Wohlfahrt ihrer Volksgenossen selbständig sorgen. Verordnungen über gemeinsame Angelegenheiten soh das Plenum beschließen. Für Verordnungen, die das gegenseifige Verhältnis der Nationalitäten ändern, ist die Zustimmung der nationalen Kurien erforderlich. Es ist charakteristisch, daß die polnische Presse dieselben Forderungen am schärfste!» bekämpft, sobald sie für die jüdieche Minderheit gestellt werde». Die Judenhetze in Deutschland Als in der großen politischen Debatte in der Weimarer Nationalversammlung der unabhängige Sozialdemokrat R.-A. Hugo H aase scharf die Pogromhetze tadelte, die jetzt in ־weiten Kreisen des deutschen Volkes betrieben wird und der die Regierung nicht mit der nötigen Energie entgegentrete, erhob sich der Reidiswehnminister Noske und geißefte in äußerst scharfen Worten das unverantwortliche Treiben der antisemitischen Elemente. So erfreulich die scharfen Worte des Reichswehnministers sein mögen, 90 scheint es ihm doch bisher nicht völlig gelungen zu sein, die antisemitische Propaganda im Heere zu unterdrücken. Der ihm gewiß doch nicht feindliche ״Vorwärts“ muß des Öfteren mit Bedauern feststellen, daß in der Reichswehr offene amtisemitische Propaganda getrieben wird. So wird in! der Morgennummer vom 31. Juli 1919 dieser Zeitung von einer Auseinandersetzung zwischen Rabbiner Dr. Neufeid-Briesen und einem Hauptmann Fenske vom Infanterieregiment 61 berichtet, der seinen Mannschaften während des Dienstes eine antisemitische Hetzschrift vor- Jas und sich dann in beleidigendem Tone die Beschwerde Dr. Neufelds verbat. Von der deutschnationalen Presse sind wir manches gewöhnt Was sich aber der ״Reichs bote“ in seiner Nr. 24 leistet, übersteigt an sinnlosen Anschuldigungen im Ton doch fast alles bisher in der Tagespresse Uebliche. Abgesehen von den offenbar wissentlich falschen Behauptungen, die sämtliche Sozialdemokraten und Bolsdicwisten zu Juden machen (Dittmann, Barth, Lenin!), — was, wenn es der Fall wäre, die Sache jedes Einzel'nen von ihnen wäre —, versucht der Artikel nachzuweisen, daß einzig und allein die Juden die Schuld an dem Zusammenbruch Deutschlands tragen. Die Beweisführung, in der Bolschewismus und Kapitalismus eine Hauptrolle spielen, ist durchaus konfus. Es gibt doch bekanntlich kein besseres Mittel, die nationalistischen Instinkte aufzupeitschen als den Antiserrritismus. Recht freundliche Vorschläge macht die Deutsche Zeitung“ in einer Notiz über die 11ebersied- Jung zweier jüdischer Kapitalisten von Wien nach Polen, die sich der Vermögensabgabe entziehen wollten. Wenn die ״Deutsche Zeitung‘ ihren Schmerz darüber ausdrückt, daß man diese Leute nicht wie man es in Paris getan hätte, an die Laterne gehängt oder, wie in Amerika, geteert und gefedert hat, so ist das Blatt mit dieser Bemerkung gerichtet. De Folgen dieser Pogromhetze haben sich neuerdiings im Ostseebad Cranz bemerkbar gemacht, ־wo Sich die jüdischen Badegäste infolge ständiger, bisweilen sogar tätlicher Angriffe 90 unsicher fühlten, daß sic beim Reichswehrminister militärischen Schutz erbaten. Nachdem dieser eingetroffen war, hörten die Belast!- euingen auf. Was für eine Wirkung die antisemitische Hetze aber im Ausland hervorgerufen hat, beweist, daß auf Veranlassung der englischen Besatzungsbehörde zurzeit in Cöln a. Rh. eine Schrift ״Der Antisemitismus in Deutschland“, gedruckt bei Wilhelm Clowes et Sons, vertrieben wird. Diese Tatsachen sollten sich alle diejenigen Kreise, die in Deutschland unaufhörlich ,gegen die Juden hetzen, zur Warnung dienen lassen. Die Kunde von einem starken Antisemitismus in Deutschland wird nicht dazu beitragen, bei den andern Völkern Sympathien für Deutschland wieder aufkommen zu lassen. Yoa den Beamten und Angestellten der Jüdischen Gemeinde De jüdischen Kultusbeamten, im weiteren Sinne alle Angestellten der jüdischen Gemeinde, waren bis vor kurzem! ein kaum beachteter Faktor im jüdischen Gemeindeleben: schlecht besoldet, in sozial wenig angesehener Stellung, völlig abhängig von den Gemeindegewaltigen, bei denen sie ״in Lohn und Brot“ standen, durften sie es nicht wagen, zu den Fragen des jüdisehen Lebens öffentlich Stellung zu nehmen. Taten sie es doch, so riskierten sie ihr Amt. (Vergleiche den Fall Emil Cohn!). Auch das ist anders geworden. Als augenfälliger Beweis für die Wandlung sei hier vermerkt, daß seit einiger Zeit die Angestellten und Beamten der jüdischen Gemeinde in Berlin zwei öffentliche Organe herausgeben: die ״Arbeitsgemeinschaft“ ist das Blatt der Angestellten der Berliner jüdischen Gemeinde, die ״Jüdische Beamtenzeitung“ ist das Organ ihrer Beamten. Wir begrüßen es lebhaft, daß diese wichtigen Teile unsere Gemeindegenossen sich zusammengeschlossen haben und ihre Fragen in aller Oeffentlichkeit erörtern, und mit besonderer Befriedigung konstatieren wir, daß nach dem׳ Leitartikel der ersten Nummer der ״Jüdischen Beamtenzeitimg־“ nicht nur che wirtsdiaftlidien Forderungen in ihren Spalten zun» Ausdruck gelangen sollen, sondern daß die Beamten in diesem Blatte _ auch ״als Gemeindemitglieder reden“ wollen, daß sie ״mit ihren Erfahrungen und Kenntuissen zu jeder Frage die die Gemeinde bewegt, Stellung nehmen, frei und ungeschminkt sagen wollen, was zu sagen nötig scheint.“ Das ist kein bloßes Versprechen. Gleich dieselbe erste Nummer beschäftigt sich mit der Wahl eines neuen Gemeindesyndikus und bringt wirklidi das zum Ausdruck, was auch uns zu sagen nötig scheint. Auch bei uns erweckte die Ausschreibung der Stelle eines Gemeindesyndikus den Eindruck, als wenn man mehr Wert darauf legt, einen erfahrenen Juristen oder Verwaltungsbeamten und nicht vielmehr eine PersönUchkeit mit ausgesprochenen jüdischen Anschauungen zu gewinnen. Und doch kommt es für die kommende Zeit der jüdischen Verfassungsreform darauf an, daß der höchste Beamte der größten jüdischen Gemeinde in Deutschland von jüdischem Geiste durchtränkt ist, daß er die Sorge für die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft nicht nur zu seinem äußeren, sondern zu seinem inneren Beruf gemacht hat. Gute Juristen gibts genug und zuviel in den jüdischen Gemeindestuben; jüdische Persönlidikeiten fehlen. Von uns Zionisten können die Angestellten und Beamten der jüdische» Gemeinden auch in ihren Berufsfragen volles Verständnis erwarten. Wir fordern für die Beamten ein besonderes Beamten- und Dsziplinarrecht; Entlassungen und Bestrafungen usw. dürfen nur von Dsziplinarkammern ausgesprochen weiden, in denen die Berufsgenossen des Beteiligten gebührend vertreten sind. Den Angestellten ist durch Angestelltenausschüsse eine Mitwirkung in allen sie betreffenden Fragen zu gewähren. Wegen seiner politischen Betätigung und Meinungsäußerung darf kein Angestellter oder Beamter zur Rechenschaft gezogen werden. Erst wenn diese Forderungen erfüllt sind, werden die Angestellten und Beamten der jüdischen Gemeinden ihre Erfahrungen und Kenntnisse wirklich der Jüdi scheu Gemeinschaft nutzhar machen können. §. H. Der Kampf um das Gemeindewahlrecht in Sachsen. Am Sonntag, den 17. August 1919, vormittags 11 Uhr, findet in der Jüdischen Lesehalle, Leipzig, Keilstr. 4 eine Zusammenkunft der Vertreter der Sächsischen Gemeindevereine statt. Bei der Bedeutung des Gegen- Standes wird mit einer regen Beteiligung seitens der einzelnen Gemeindevereine in Sachsen gerechnet da es der Erkämpfuug eines demokratisierten Gemeinde- Wahlrechtes gilt. Hel 1. Di den 19. Ai bisherigen 2. 111 sprechend fortan gr ein Vierte trügt mor gänzliche an den l 3. Nt Fortan w die Keim wird dain Sti I. I Klasse Uhr rn Klasse Uhr Klasse Uhr n; Klasse tag, Fi und M Klasse tag, F Smoira K1 :nve und C Werba 1. In d 7. Klasse Uhr r! i. Klasse 3u,—4 und C 0 laificvlf' und C H). Klasse 5-6V1 Wege noch bes• ZuscI W. 15, W Am , sehe Kind Nestorstr einige Ki Fern hebräisch offnen. Sekret Plau! staltete c Hotel in einen Ge mit dara» gut besu׳ sitzenden Die hier; 01 ii c k s Leipzig ו mationen konnten werden-, außer de Herr und Herr B 1 und Her! Das Zedelc“ gäbe un; hat unbf Ereignis s fortgeset Teuerunc zu bring! dem Wc R Seit für Gro fernspre ea«t; Das sich infe für Grui gezwung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.