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Jüdische Rundschau · 1919-08-05 · Heft 54 (5.8.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 54 (5.8.1919)
Date
1919-08-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 54 JUBDI9CHE RUNDSCHAU Seite 425 Frankreich De» aetie Oco ßrabbiner Ai Stelle de• aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen französischen Großrabbiners Alfred Levy wunde sein bisheriger Vertreter Israel L e v y zum Groß- »abbiner des *Consistoir centrale des (graelltes de France“ ernannt Ausweisung von ״Ausländern“ Wie die ״Humanite“ meldet, hat die franlöusche Regierung kurzerhand zahlreiche ״Russen“, will sagen Juden, aus Frankreich ausgewiesen oder wie man es nennt, rapatrie. Mit Entrüstung weist die Humanite“ auf die unglaubliche Behandlung dieser Juden hin, die seit tanger Zeit in Frankreich leben und dort ruhig ihre Geschäfte betreiben, bis sie eines Tages unter dem Vorwände, Bolschewisten zu sein, in Konzentrationslager gesperrt und dann nach Rußland »bgeschaben werden, wo ihrer, sofern sie den Armeen Koitschaks oder Denikins in die Hände fallen, sicher kein angenehmer Empfang harrt. Die ״Liga für Menschenrechte“ hat bei der Regierung gegen diese *aristischen Methoden protestiert. BerlinerVersammlungs-Kalendei* Büro; Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin C. 19, Seydelslr. S. Telefon: Centrum 3614/15. Donnerstag, den 7. August: Abends 8 Uhr. Beiirluirappe Osl, Im Grelfswalder Hot Grelfswalder Strafte 45. ״V« ist jüdische Kultur?“ Referent: Herr Wolfsrmann. Donnerstag, den 7. August: Abends 8 Uhr, Bezlrksgrnjspe ״Sttd", Vereinsheim: Prlnrcnsir. 42. Herr FrIr* Schiff Ober ״AnMseraiiismus". Jeden Dienstag von 3—10 Uhr und Jeden Sonnabend von 5—7 Uhr Ist die Lesehalle Im Helm, Prlniemtr. 42 1 Trp, geM&wt. Dienstag, den 12. August: Abends 8 Uhr. Zionistischer Jagend •Verein, Helllgegclslstr. 52. Herr Dr. Solly Hirsch Ober: ״Die zionistische Jugend und die kommenden Gemeindewakies in Berlin". Dienstag, den 12 August: Bezirksgruppe Centrum. Abends 8■/« Uhr. Zwangloses Beisammensein In der BöUow Brauerei, Prentlauer Berg. Zionisten des Westens treffen sich Jeden Sonnabend abends 8'/, Uhr Im Caf6 NOrnberg, Nürnberger Platt (Untergrundbahn). Antisemitismus Wenn der Antisemitismus in Frankreich auch nicht die Stärke erreicht hat, wie etwa heute in Deutschland, ao äußert sich der Judenhaß doch auch dort an manchen Stellen In sehr unzweideutiger Form, wie der vorstehende Bericht der ״Huimanite“ zeigt. Die Gründe hierfür sind zunächst in der augenblicklichen Vorherrschaft der nationalistisch-militaristischen Elemente zu sehen. Auch hat die Frage dar Errichtung einer jüdischen Heimstätte ki Palästina unter englischem Protektorat in Frankreich, das ja bekanntlich ursprünglich Syrien einschließlich Palästinas beansprutihte? starke Erregung hervorgerufen. Es existieren eine ganze Reihe kleiner Blätter, wie die ״Voix Nationale“, ״Libre parole“, ״Vielte France“ und Leon Daudet5 ״Action Francaise“, die!einzig und allein vom Antisemitismus leben. Am rückhaltlosesten für die Juden tritt das offizielle Organ der französischen Sozialisten die ״Humanite“ ein. Am i. Juli brachte sie einen scharfen Artikel gegen die Pogrome in Polen. Josephe Reinach Josephe Reinach, der ״Polybe“ des ״Figaro“, der Ivan jeher einer der eifrigsten Vorkämpfer der Assi- Imilation in Frankreich gewesen ist, hat endlich die!Gelegenheit gefunden, seinem Kampf gegen die Zio- I nisten konkretere Formen zu geben. Es ist ihm!gelungen, in einer von Klerikalen und Nationalisten Igegründeten ״Societe des amis de ia terre sainte“ [Vorsitzender zu werden. Diese ״Freunde des heiligen |Landes“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, Palästina [vor allem vor den Zionisten zu schützen, damit [die ״gerechten Ansprüche Frankreichs“ aut Palästina |erfüllt werden. Herr Reinach hat auch selhstverständ- |Ech nichts Eiligeres zu tun, als in der reaktionär-anti- [semitischen Londoner ״Morning Post“ einen scharfen [Artikel gegen den Zionismus zu veröffentlichen; in [ihm leugnet er die Existenz einer jüdischen Rasse und!erkennt nur eine semitische Rasse an, zu der aber auch [die Araber gehören. Die jüdische Nation sei seit 20!Jahrhunderten verschwunden und den Staat auf der!bloßen religiösen Idee aufzubauen, sei absurd. Wenn ■es gilt, das jüdische Volk zu verraten, schlagen die lAssimalanten immer noch ihren eigenen Rekord. Neue rumänische Gewaltakte In der Bukowina werden, wie das ״Kopenhagener Zionistische Büro“ meldet, die Juden von den rumä» Inischen Okkupatiansbehörden gezwungen, Kriegsdienste zu leisten, obgleich sie im Kampfe zwischen Ukrainern und Rumänen ihre Neutralität proklamiert haben. Die in der Bukowina ausgehobenen jüdischen Soldaten werden in den Kämpfen verwandt, die von den rumänischen und polnischen Truppen in Ostgalizien gegen die Ukrainer geführt werden. Jeder Protest gegen dieses Völkerrechtswidrige Vorgehen der rumänischen Behörden wird *uf Grund des Kriegsrechtes unterdrückt. Professor Dr. Markus Brann. Am 9. Juli 1919 beging Prof. Dr. Markus Brann seinen 70. Geburtstag. Markus Brann ist der Nach» feiger des Historikers Heinrich Grätz, auf dessen Lehrstuhl am Breslauer Rabbiner-Seminar. Eine Fülle [von insbesondere historischer Arbeit macht das Leben [Brauns aus. So hat er sich in erster Reihe angelegen sein lassen, das große Lebenswerk seines Vor- [gängers, Grätzs ״Geschiente des jüdischen Volkes“ in [des großen Meisters Geist und Sinn auszubauen, weiter N bearbeiten und in neuen Auflagen herauszugeben. |«׳as Brann weitesten Kreisen bekannt gemacht hat, Nt seine eigene zweibändige ״Geschichte der Juden iwd ihre Literatur“ die bereits in mehreren Auflagen [״scheinen konnte und mit Recht ab eine ausgezeichnete!Populäre Darstellung jüdischer Geschichte sehr geschätzt irird. Wie das Werk Grätzs, so ist auch das Werk Iwanns durchaus von nationalem Geiste erfüllt. Wenn fjann trotz dieses seines nie verlieugneten jüdischen fvationalismus doch den Zionismus ablehnen zu müssen Klaubt, 80 ist ttns das unverständlich, aber wir wollen ittite mit ihm darüber nicht rechten. Es genügt uns, er in seinen Schriften den Geist unseres Volksden deutschen Juden nälterbringt. Die rechte Konsequenz daraus zu ziehen, überlassen wir unserer ■1Ueno. So wünschen auch Wh, daß es dem unerm&d- |Kh schaffenden und jugendlich frischen Geist Branns K‘ch recht lange vergönnt sei, auf das deutsche Juden» IJ®1 einzirwirken und es jüdischer werden zu lassen, r'öge dieser Einfluß so starte werden, daß sich auch ■»kl die Idee verwirklicht, die es sei# langem vertritt r darin leider von seinen sonstigen Freundem wenig prstanden und darin in diesem Kreise fast ein!weißer Zur Beachtung! Die Korrespondenz bezüglich Inserate für die ״JQdische Rundschau“ ist an den Jilt-liiNgg“. Bcrlii US. 7, BmttonitNNi 35 zu senden. Korrespondenzen betreffs Zustellung der Zeitung, Abonnement usw. sind an den ״Verlag der Jüdischen Rundschau“, Einsendungen redaktioneller Art an di« ״Redaktion der Jüdischen Rundschau“, beide Berlin W. 15, Sächsische Strasse 8, zu richten. Rabe — die Idee der Notwendigkeit der jüdischen Schule in Deutschland. Möge es ihm schließlich vergönnt sein, sich davon zu überzeugen, daß der auch von ihm freudig begrüßte Wiederaufbau unseres Landes nicht die unerwünschten Folgen für die Judenheit der Diaspora hat, diie er befürchtet. Iw. Berlin. Am 6. Av den 2. August, vollendet der langjährige Vorsitzende des ״Esra“ (Verein zur Unter- Stützung Ackerbau treibender Juden in Palästina und Syrien) Herr Moritz Dorn sein siebzigstes Lebensjahr. Herr Dorn ist auch im Aufsichtsrat der von ihm mitbegründeten Import-Gesellschaft Palästinas tätig. D&mpferverbindung zwischen Amerika und Palästina Laut einer Mitteilung der amerikanischen Zkmistisehen Organisation hat die Cunard-Linie bekanntgegeben, daß sie einen regelmäßigen Dampferverkehr zwischen Amerika und der Levante, insbesondere Aegypten und Palästina, einzurichten beabsichtigt. Solange die unsicheren Handelsverhältnisse noch andauern, werden die Schiffe der Cunard-Linje Palästina (Jaffa) allerdings nur anlaufen, wenn sie 2000 Tonnen Fracht für Palästina mitführen. Die Cunard-Linie erklärt, daß sie den voraussichtlichen Exporteuren die günstigsten Bedingungen gewähren wird, um am Aufbau des Handete in dem neuen Lande teilzumehmen. Eine Gesellschaft für Tuchfabrikation in Palästina (K. Z. B.) In Bialy stok ist eine Gesellschaft für Tuchfabrikation in Palästina gegründet worden, die den Namen ״Taassiia“ trägt Diese Gesellschaft hat ein Zirkulär versandt, dem wir folgendes entnehmen: ״Vor dem Kriege wurden zirka 180 C00 Pud Wolle und Baumwolle mit einem Werte von 5 Millionen Frcs, Gold aus Palästina exportiert. Der größte Teil der WoMe, di« in Palästina und Syrien gewonnen wird, wird 1m Lande verbraucht. Die Verfertigung geschieht auf primitivste Weise durch hölzerne Spinnrocken. Vor dem Kriege gab es im Lande 25 000 Stück solcher Spindeln, auf denen Seide. Baumwolle und Wolle verfertigt wurden. Spezielle Wollwebereien, besonders für ״Abajes“, gab es etwa 20 Stüde im Lande, die ungefähr tausend Arbeiter beschäftigen. Der ganze Orient wartet auf den modernen Fabrikanten, der die Zivilisation und die entwickelte Technik in das rückständige asiatische Wirtschaftsleben entführen soll. Um diese Aufgabe zu erfüllen und dadurch Brot und Arbeit für die pa- Mstinemische jüdische Bevölkerung־ zu schaffen, ist die ״Taassija“ gegründet worden. Sie will ein Kapital von 5 Millionen Marte aufbringen und in Palästina eine Bialystoker Tuchfabrikation begründen. Das Grundkapital soll auf 1000 Aktien zu je 5000 Mark verteilt werden. Die Gründer beteiligen sich mit eigenem Kapital; ein Teil von ihnen hat beschlossen, nach Palästina überzusiedeln und aktiv an der Arbeit teilzunebmen. Eine Tabakbaugesellschaft ffir Palästina In Lodz ist vor kurzem eine große Gesellschaft für Tabakbau in Palästina gegründet worden. Abonniert auf die ,Jüdische Rundschau" Mitteilungen des Palästina-Amtes der Zionistischen Vereinigung ffir Deutschland Wir haben mit der Versendung der Frageboge* für die Registrierung der Auswanderer begonnen. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, da® der Registrierung n u r diejenigen Personen unterliegen, die ernsthaft bereit und entschlossen sind ■nach Palästina zu iibersiedeta. Es liegt im• daran, eine möglichst geschlossene IJebersiebt über diesen Personenkreis zu gewinnen, aber auch nur über diesen Personenkreis. Darauf ihr Augenmerk zu riehten, ist Pflicht der Palästina-Kommissare, wenn der mit der Registrierung verfolgte Zweck, die künftig• Uebersiedlung vorzufcereiten, erreicht werden soll, wir bitten, dahin zu wirken daß der Fragebogen, der ein allgemeines Bild über Person, Beruf, künftige Absichten und bereits getroffene vorbereitende Maßregeln des zu Registrierenden geben soll, in möglichster Ausführlichkeit ausgefüllt wird. Aerzte Kurse für palästinaintcressi ert* Aerzte. Das tropenhygienische I 11 stitut in Hamburg (Direktor: Geheimrat Prof. Dr. Nocht) hat für den 1. Oktober einen auf sechs Wochen bered»- neten Kursus in Aussicht genommen, dar die Klinik und die Pathologie der wichtigsten exotischen Krankbeiten, Protozoenkunde medizinische Helminthologi• und Entomologie, Bekämpfung wichtiger tropischer Krankheiten, Tropenhygienc und Tierseuchen umfassen und die Teilnehmer täglich von 9—4 Uhr beschäftigen soll. Das Honorar wird voraussichtlich 150—200 M. betragen. Die 'Kurse sind für Aerzte geeignet, die für die sanitären Verhältn i s s e Palästinas Interesse habe n. Es ist mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß die überwiegende Mehrzahl der Kursustcilnehmer das Palästinainteresse vereinigt, wodurch dem Kursus die besonder• Einstellung gegeben weiden könnte. Wir ersuchen, Meldungen zu diesem Kurse möglich•! bald an das Palästina-Amt der Zionistischen Vv> einigung, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, gelang•« zu lassen. Jüdische Handwerker, die für Palästina Interesse haben, insbesondere Bauhandwerker, Tischler, Installateure, Schmiede. Schlosser, Sattler, Böttcher, Gerber, Metzger. Bäcker und Konditoren werden gebeten, dem Palästina-Amt der Zio» nistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, einschlägige Angaben zu mache«. Nachrichten Berlin. ״Der hebräische Spielnadimittag der B■» zirksgruppe Süd der B. Z. V. beginnt nach den Ferien wa®- der am Mittwoch, den 13. August, nachmittags um 1/24 Uhr im Heim der Gruppe, Prmzeostr. 421 (nahe Mont»• platz und Hochbatantoof Prinzenstr.) und findet voä dann ab jeden Mittwoch 1/24—1/26 Uhr dort statt. Neuanmeldungen und Anfragen während der Spielstund«» oder schriftlich oder telephonisch (vom '13. August ab) beim Vorstand Dr. Max Schwabe Südende, Pot»■ dainerstr. 23, Telephon-Amt Steglitz 90.“ Elberfeld. Anläßlich der etwas verspäteten Pa* iästinawoche veranstaltete die Ortsgruppe einen Licht» büdervortragsafoend, an dem Frl. Aenne Pomeranz über ״Jüdische Arbeit in Erez Israel“ sprach, und für den namentlich die zahlreich vertretene jüngere Jugend lebhaftes Interesse bekundete und durch Vorträgen jüdischer und hebräischer Lieder zun! Gelingen des Abends beitrug. Auch die Haussammlung verspricht einen gute« Erfolg, Gailingen. ״Die Schicksalsstunde des deutschen Judentums“ betitiUe sich der Vortrag, den am 19. Juli 1919 Herr Ch. Z. Klötzel aus Berlin vor zahl» reich erschienenen Zuhörern hielt; eine Diskussion folgte. Eine zugunsten des N. F. gehaltene Sammlung ergab einen sehr ansehnlich«! Betrag. Kirchhain (Hessen). Vor der Rirchhainer jüdisch«! Bürgerschaft sprach am 13. Juli 1919 Herr stud rer. pol Hans Pomcrani-Marburg über das Thema: ״Der Zionismus und die deutschen Juden.“ Die Diskussion nahm durch die Teilnahme der Frankfurter Herren Dr. Isaak Breuer und Dr. Hofmann einen recht lebhaften Verlauf. Von zionistischer Seite sprachen die Herren Dr. Prager-Kassel und Dr. rraenkel- Marburg. Marburg a. L. Atn 17. JuB 1919 sprach in offent- ■über jüdischer Versammlung Herr Dr. Fraenkel über das Thema: ״Wie denkt sich der ״Misradü“ den kulturellen Aufbau Palästinas“. Mühlheim a. 4 Ruhr. R.-A, Dr. Klee hielt in sehr gut besuchter Versammlung■ einen Vortrag über die ״Ueberwindung des Antisemitismus“, der den zionistischen Gedankengängen neue Freunde zuführte. An der lebhaften Aussprache beteiligten sich die Herren Dr. Königsberger, Eh־. Jonas und Prediger Kaiser. Tübingen. Am 14. Juli sprach Herr Karl Glaser über ״Die Ueberwindung des Antisemitismus“. Schluß des redaktionellen Teils. ' " Die Geburt unseres Sohnes Joseph zeigen an Dr. med. Erich Jarnslawiky und Frau Lotte, geh. Meyer. Drachenstein b. Rasteaburg (Ostpr.) Ich bin zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtegericht in Weilburg a. d. Laim zugelassen. Weilburg, Mi 1919. Zellner Wilhelms(*. 4. Kochteanwalt.

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