Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 52 (29.7.1919)
- Date
- 1919-07-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 JUEDI8GH« RÜNOiCPfÄU 'Seile 413 »113 der Nachricht hervor, de vor «mger Zeft ■rorn polnischem Informationsbüro «riedergegebe»!wurde: Danach wollen drei Mitglieder der dänischen!Gesandtschaft am 19. April in Petrograd Augenzeugen |r011 Szenen gewesen sein, in denen die jüdische Be- Volke rang auf polnische Truppen auf der Eisenbahntation in Wilna geschossen hat. Demgegenüber stellt Herr Professor David Simonsen in Kopenhagen, der fiochangesehene Führer der dänischen Juden, fest, daß jiim van autoritativer Seite in Kopenhagen bestätigt!worden ist, daß die ganze dänische Gesandtschaft bereit» ״־de 1918 aus Petrograd via Finnland zurück- (gezogen worden ist, daß die Herren, welche das Dolo»■ Imenf unterzeichnet haben, der dänischen Regierung urt- K-kannt sind, und daß die Behauptung, sie gehörte» Jer dänischen Delegation, an, eine Fälschung ist. Trotzdem es also offenbar ist, daß die Lage der Juden derart zrnm Himmel schreit, daß die Entente- Imächte sich immer wieder daran» bemühen, Lieht In lieses Dunkel zu bringen, gab Paderewski den Spezial• Korrespondenten des ״New York Herald“ die Erklärung ab, daß die polnische Regierung ihr Möglichstes tun (werde, ״um antijüdische Exzesse zu verhindern“. Was!״t Herr Paderewski dazu* daß der ״Kaufmännische ,׳erein in Warschau“ von schweren Handelsbeschränkun- כerr gegenüber jüdischen Kaufleuten in der Provinz!berichtet? Der Handel mit Monopolwaren wie Petroleum• bucker, Salz «sw. wird den Juden abgenommen ima;hristen übergeben, die die Ware den jüdischen Kaufleutcn nicht verkaufen. Natürlich mir um der Oerectojfokeit willen! t 1 Die ״zuverlässigen“ Berichte des amerikanischen Gesandten in Warschau (Meldung des Kopenhagemer Büros.) Der Vizepräsident des ״Komitees der j fl dlichen Delegationen in Paris“, Herr Lauf* jdarshali, gewährte, wie der ״Jewish Chromcle“ (neidet, dem Pariser Korrespondenten der ״New-York TTimes“ ein Interview, in welchem er sich über den *iericht des amerikanischen Gesandten Mr. G i b s o» 11 Warschau aussprach, der, wie bekannt, die Pogrome In Polen in Abrede gestellt hat. Herr Marshai( äußerte lieh sehr scharf über den Bericht des Gesandten und Erklärte unter anderem: ״Mr. Gibson hat augenschein- |ieh aus der Fülle seiner Unwissenheit heraus gesprochen, i/or seiner Ankunft in Warschau in der zweiten Hälfte (cs April hatte er keine Kenntnis betreffs der Lage in Polen. Noch vor vierzehn Tagen (das Interview wurde |m 14. Juni gegeben) hat er offiziell erklärt, daß er leine persönliche Untersuchung bezüglich der Pogrome ingestellt habe und daher keine authentischen Erklärun- |en bezüglich derselben abgeben könne. Bis zum 11. Juni at er sich nicht die Mühe gegeben, der» Pogromen keine persönliche Aufmerksamkeit zuzuwenden. An piesetm Tage machte er eine Inspektionsreise nach i'ilaa. Sein Bericht beruht also notwendigerweise auf jmretr» Hörensagen und ist nur ein Nacftplappern dessen, |7as man ihm in Regierungskreisen erzählt hat, in derenjeweihten Bereich Juden der Eintritt natürlich verboten it. Dort werden — angesichts all der fortdauernden Imvergleichlichen Grausamkeiten, die die zivilisierte weit empört haben — alle Vorwürfe mit frecher Stirn (uriiekgewiesen mit der stereotypen Bemerkung: ״Es [aben niemals irgendwelche Pogrome in Polen stattgeumlen.“ Kaltblütig ignoriert er die furchtbaren Ges:hchnisse von P in 8k. Er scheint nicht zu wissen, Baß Herr Paderewski sein tiefstes Bedauern dar- Iber ausgesprochen hat, daß in Pinsk unschuldiges Blut vergossen wurde. Er scheint nicht den offiziellen Bericht des Leutnants Fester von der amerikanischen friedenamiissian gelesen zu haben, dessen Daten und Resultate die Anklage gegen die Mörder bestärkt uici bestätigt hallen. Er hat augenscheinlich auch niefnals etwas von dem Bericht des Mr, B r a i 1 f o r d gehört. Er schweigt sich aus über die Greuel von ' i 1!1 a, deren Details offiziell berichtet worden Sind Er scheint auch nicht zu verstehen, was sich in Czenjto cli a u ereignet hat. Er hat cs unterlassen, soweit 1$ der Oeffentlichkeit bekannt ist, darüber zu berichten, las kürzlich über einen Angriff auf die Juden in Kra- [au bekannt geworden ist. Die Geschichte von Lern- Je r g ist seit Monaten der Welt bekannt. Dabei hat ,,’י' Westeuropa nur von einem kleinen Teil dieser schund- :chen Massakers Kenntnis erhalten. Die Juden hegen ■eine Feindseligkeit gegen, Polen. Was sie fordern, »st BcrlincrVcrsammliiiiös-Kalcndcr Büro: Berliner ZlonlslUdhen Vereinigung» Berlin C19. SeydeUtr. 3. Telefon ז t entrum 3614/15. Dennertiftg, dem 3t. Juli:!/1 Uhr. Beslrktgrappen Weit, Chmrioitemburg und Nordwwi. Gruppenabend Im Paulaner BrSu* Kanfstre&e 165, am Aufusfe'VUckirtiipiabK. - -—־— ---—— Zionisten des- Weiten» treffen »Ich jeden Sonnabend abends 8 >/« UhrjÜi Cäff Nürnberg, NQrnberger PI4tz (Untergrundbahitliof) -—.... 1 ״——■■״■. 1 ״■'"' י- * .— 111 ■ .. Donner(!•(, de» 5t. lull: 8Uhr. Baatrkigruppr Os», Im Grelfswalder Hot Greifswald« Strafte 41. Geselliger Abend. Donner!lag, den 51. Juli! Be,lr k1«rappeKd. Zwangloses BeUamme■- sein Im Restaurant Viktoria-Terrasse, Kreutberg, Vlklotia •Park. Uhr Bczirksgrnppe ״Süd“ Jeden Dienstag ron 7—10 Uhr und Jeden Sonnabend eon 5—7 Uhr Ist die Lesehalle Im Helm, Prlnsenstr. 421 Trp, geöffnet. Dienstag, den 5. August.׳ Bezirksgruppe Centum. ( ■/, Uhr Zwangloses Zusammensein In der BCltow - Brau«el, am Prentlauer Berg. vollständige Emanzipation, das Zerreißen ihrer Ketten, Gleichheit vor dem Geseta, das Recht, ihr eigenes Leben au leben und Ihren Anteil an der Entwicklung de« Landes, in dem sie wohnen, beantragen. Die britische Regierung und die Pogrome K. Z. B. Nad» Meldung des ״Daily Herald“ vom 16. fuß «hielt das Londoner ״Jüdisch eProtestkomiee gegen die Pogrome“, das der britischen Regierung־ die Protestresolutionen der Massenmeetings vom '26. Juni übertnittelt hatte, vom Foreign Office die Antwort, daß die Frage der Behandlung der Juden in Polen die ernsteste Aufmerksamkeit seitens der britischen Regierung erfahre und auch weite Ai it erfahren werde. — ״Manchester Guardian“ vom 16. Juli bringt einen längeren Artikel über die Lage der Juden in Polen vom dem kürzlich aus Polen zurückgekehrten Korrespondenten der Zeitung unter der U«ber8chrift ״Tägliche« Martyrium“. Die jfidischnatioaalen Abgeordneten für die polnische Agrarreform Der polnische Landtag־ hat ein Gesetz über die Agrarreform angenommen. Dieses Gesetz beschränkt den Privatbesitz von Grund und Boden im eigentlichen Polen auf das Maximum von 180 Hektar und in den anderen Gebieten auf das Maximum von 400 Hektar. Dieses Gesetz, das von den Natkmaldemokraten und anderen Reaktionären aufs heftigste bekämpft wurde, wurde laut einem Bericht des ״Jüdischen Pressebüroi" in Stockholm mit den Stimmen der Bauern, Sozialisten und Nationaljuden angenommen. Die Stimmen der Jüdisefeatkmalen : Abgeordneten waren ausschlaggebend, da die Mehrheit aus einer einzigen Stimme bestand (183 für, 182 gegen). Die Rabbiner Halpe rn und Perl mutter wohnten der Sitzung nicht bei. Nach der Abstimmung dankten die Bauerndeputierten den jüdischnation allen Abgeordneten in herzlicher Weise für die Unterstützung und drückten die Hoffnung aus, daß dieser Schritt dazu beitragen werde, die Beziehungen zwischen, den Juden und Polen eu verbessern. jüdisches Leben in Kowno (Eigener Drahtbericht). Am Montag, den 21. Juli 1919 wurde die jüdische Kehilla in Gegenwart von 1000 Menschen, Vertretern der Regierung, der Stadtverwaltung und Deputationen von Wilna und den Kreisstädten feierlich eröffnet. Am selben Tage erschien die erste Nummer der rioni- 8tischen Zeitung ״Die jüdische Stimme“. die ans Werfe ging, um eiae 9elb*t§nd|ge tfoni*ti»che Drgan isation ins Leben *1 rufen. Der Grundstein zur Gründung der Zionistischen Organisation ist auf der Zionistenkonferenz im Dezember 1918 iu Juriew (Dorpat) gelegt worden. Die Konferenz arbeitete das Progranm der zionistischen Gegenwartsarbeit aus, ein Problem, das das gesamte Judentum iu Estland lebhaft Interessierte. Die Konferenz hatte auch eine große JS|tfeutung für die Entwicklung des gesamten jüdischen Elbens -in Estland während der Wahlen in die Geftteinden und Stadträte »wie mm Parlament Einen bedeutenden Teil dor Zeit und Arbeit widmete die Utezember-Konferenz den Palästinafragen. Am 18. Mai 1919 wurde die zweite Ziönistenkortferenz in Reva! eröffnet. An der Konferenz nahmen als Delegierte der estländisdien Gemeinde-Konferenz (die vom 11.—16. Mai •tattfand) die Herren C. SeIm a no wi tz (Juriew), M. J. Blumberg (Reval), M. Goldberg (Werno), Kaiman- 90 n (Walk), W. J. Polo tz ko i (Juriew). S. Lew i n (Narwa), I. B. Gens, M. Muschat, B. Ep- * t e i n (Pernow) teil. Außerdem beteiligten sich eine größere Anzahl von Vertretern der verschiedenen Ortsgruppen. Der erste Verhandfungstag War den Berichten der Delegierten über die Tätigkcit'der Ortsgruppen und den Organisationsvorschlägen derselben gewidmet. Die Mitgiieder des Zentralkomitees berichten, daß cs ihnen gelungen kt, mit den zionistischen Instanzen im Auslände in Verbindung zu kommen. Eine lebhafte Debatte entstand bei der Frage über die Schaffung eines zionistischen Preßorgans für Estland. Herr Bf um berg führte aus, daß die in Reval durdh eine Jugendgruppe herausgegebene Zeitschrift jn ne- Stecher Sprache den zionistischen. Bedürfnissen nicht entspreche. Die Zionisten, müßten ihr eigenes Organ für Information und Propaganda haben. Schließlich nahm die Konferenz eine Resolution an, daß die zionistische Zeitung in jiddischer Sprache erscheinen solle; für den Fall aber, daß sich dies aus technischen Gründen (Mangel an jiddischem Satz usw.) nicht ermöglichen ließe, provisorisch die Zeitung־ fn russischer Spraciie herauszugeben. Die erste Nummer der Zeitschrift, die den Namen ״Hatikwah“ führt und als Halbmonatsschrift in russischer Sprache erscheint, ist bereits herausgekommen. Ferner beschloß die Konferenz die Bildung einer speziellen Pa Ui s t i n a- De lega t ion. Die Mitgiieder dieser Delegation sollen bei der ersten Gelegenheit nach Palästina gehen, um über die Bedingungen für die Niederlassung in Palästina, wofür in zahlreichen jüdischen Kreisen in Estland das lebhafteste Interesse besteht, Auskünfte zu erteilen, sowie sich an einer Reihe von ökonomischen Unternehmungen in Palästina zu beteiligen. Zwecks Reorganisierung der Arbeit wurde beschlossen, aus den Mitgliedern innerhalb des Zentrailkamitees ein Exekutivkomitee, bestehend aus drei Mitgliedern, zu bilden. Ire dieses letztere wurden die Herren M. J. Blum berg (Reval), J. B. Oe ns (Juriew) und S. L. Lewin (Narwa) gewählt Das Exekutivkomitee wird zwecks Gründung von Ortsgruppen Instrukteure in eie Provinz senden. Zur Entwicklung einer planmäßigen Tätigkeit beschloß die Konferenz eine Reihe von Maßnahmen auf folgenden Gebieten: 1. Palästina-Arbeit, 2. kulturelle Tätigkeit und 3. Finanzierung der Organisation. Besondere Beschlüsse vvurden gefaßt über die Einführung der Arbeitspflicht für die Organisation und betreffend dfc Propaganda-Tätigkeit. Ferner wurde beschlossen, das Zentralkomitee aus Juriew nach Reval zu verlegen. Einer gründlichen Behandlung wurde die Frage Ober die Beziehung der zionistischen Organisation in Estland zu den bevorstehenden Wahlen für die Paliistiiia-Kom- (Missionen bei den jüdischen Gemeinderäten unterworfen. Es wird vorgeschiagen, sich an diesen Kommissionen (auf der Basis gleicher Rechte) mit allen anderen Fraktionen innerhalb der Gemeinderäte zu beteiligen. Nach einem flammenden Protest gegen die Pogrome in Dolen und der Ukraine schloß die zweite estländische Zionistenkonferenz mit dem Gesang־ der ״Hatikwah“ Die zionistische Konferenz in Estland Dem Kopenhagener ״Zionistischen Büro“ wird aius Reval berichtet: Erst mit dem Beginn der deutschen Revolution ist für den Zionismus in den Ostseeprovinzen die Möglichkeit eröffnet worden, großzügige Arbeiten in die \Xtege zu leiten. Estland war im Baltikum die erste Provinz, Perfekte Stenotypistin |r grosse natiooaljttdische Organisation in Berlin als Sekretärin sni baldisrem Eintritt gesucht. Anfangsgehalt p■ M. 20u.—. Angebote mit Zhiignis&bachriften erbeten unter ,»» an den Welt-Verlag, Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 35. Schluß des redaktionellen Teils. Das _ allgemeine jüdische Krankenhaus ״Scliaare- Zedek“ in Jerusalem, welches in der heutigen Ausgäbe unseres Blattes sich an seine Freunde wendet hat unbeirrt und unbehindert durch die weckselvoiion Ereignisse des Krieges seine segensreiche Wirksamkeit fortgesetzt. Durch die stete Inanspruchnahme und Teuerung hatte die Verwaltung große finanzeile Opfer zu bnngeß; es sei deshalb das ״Sehaare-Zedek'SHospital dem Wohlwollen unserer Leser besonders empfohlen. ie Stelle des Rabbiners der Kreis-Synagogengemeinde Memel ist zu besetzen. t;efl. Bewerbungen mit Lebenslauf 11. Zeugnisabschriften «׳olle man an den Unterzeichneten Vorstand richte*. orstand der Kreis-Synagogengemciode Memel. ז Sekretärin. Jatigo gebildete Dame, Stenographie und Schreibmaschine erforderlich, für nachmittags gesucht iMerfunwsliilaf HashiaO. ’hu Ausbleiben oder bei verspäteter Lieferung einer unnaer wollen sieh die Po*ib <־ zleher lieh nur an de» riefträjjer oder die zuständige Betlell - Foitamtall et|dt:n. Erst wenn Nachlieferung \1rnl Aufklärung nicht in ,gemessener Frist erfolgen, wende man sich unter Angabe f bereits unternommenen Schritte an unseren Verlag, Das allgemeine jüdische Krankenhaus ״Schaare Zedek“ zu Jerusalem bittet für die Kranken des heiligen Landes. Organisation rein-europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Aufnahme unterschiedslos für Alle Tausende Anerkennungsbriefe der Besucher aus allen Lindern der Erde, die dieses Liebeswerk besucht haben. Man fordere die Bedingungen der Betten•, Zimmer-, Jahrzeit-, Gedenktafel •Stiftungen. Geschäftsleitung: Frankfurt a. M., Röderbergweg63. Postscheck-Konto 7785 Frankfurt a. M. Das Wirken des Schaare-Zedek-Hospitals ehrt die Juden aller Nationen. FRANZÖSISCH Technische, kaufmännische und literarische Uebersetzungen oiennmmt ausl&ndincher Redakteur. Zuschriften unter A. 84 an den Welt-Verlag, Berlin NW. 7, Dorotbeenstraase 35. Dr. Albert Goldberg Bad Neuenahr hat seine badeftrzthebe Praxis in wieder aufgenommen.