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Jüdische Rundschau · 1919-07-15 · Heft 48 (15.7.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 48 (15.7.1919)
Date
1919-07-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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]UBDI6QHE RUNDSCHAU Seite 38f s Nr. 48 beitenden irgendeiner Nation auf einem! sich auf mehrere Distrikte erstreckenden zusammenhängenden Gebiete die Mehrheit besitzen, müssen selbständige Bezirke gebildet werden. ,Besitzt eine Nation aut einem größeren, mehrere Bezirke umfassenden, zusammenhängenden Oebiete die Majorität, so kann sie ach zu einem nationalen Gau vereinigen. Es ist äußerst interessant, daß die ungarische Sowjetrepublik im Gegensatz zur russischen, ihren nationalen Minderheiten die ausgedehntesten Selbstverwaltungsrechte!״gesteht und ihnen in der Pflege ihrer Sprache und Kultur weiteste Freiheit gibt. Ein neuer Beweis, daß die nationale Autonomie der einzige Weg ist, um zu einer Verständigung der Völker zu gelangen. Die Konferenz des Misrachi in Polen. Anfang Mai fand in Warschau die zweite Konlerenz des ״Misrachi" statt, au der dreihundertzwei Vertreter aus Polen, Galizien und Litauen teil nah inen. Die Konferenz zeigte die ungeheuere Entwicklung der Misrachibewegitng in Polen und bewahrheitete die Annähme all derer, die der Misracliipartei in Polen eine ,. jße Zukunft prophezeit haben. Der Nummer 20 der zionistischen Wochenschrift ״Hazefirah“, die seit Anfang dieses^ahres von neuem in Warschau erscheint, entnehmen wir folgende »Resolution über die Palästinafrage: 1. Die zweite Konferenz der Misrachi stellt fest, daß die Vertreter der zionistischen Organisation auf dem Friedenskongreß auch im Namen des größten Teiles der organisierten jüdischen Orthodoxie sprechen, und daß leine aridere orthodoxe Organisation das Recht hat, im Namen der jüdischen Orthodoxie des Ostens auf-?״treten. 2. Der Misrachi gründet ein selbständiges P a 1 ä s t i n a a m t, das all die Angelegenheiten der Einwanderung und Kolonisation in Palästina leitet. 3. Das Paliistinaanit des Misrachi wird die Retrieniug all derer fortsetzen, die bereit sind, nach Palästina zu gellen, die hauptsächlich aus orthodoxen Kreisen kommen und mit ihren Fähigkeiten, mit ihrer Arbeit und mit ihrem Kapital in der Lage sind, unserem , Kolonisatfcmswerk nützlich zu werden. Der Misrachi' :0 dert die zionistische Leitung in London auf, sämtliche!;;formationen über die Einwanderung nach׳ Palästina diesem Palästinaamt zur Verfügung zu stellen. 1 4. ln der Ueberzeugung, daß der Boden in Palästina, der zur Nationalisierung geeignet ist, nationalisiert werden nuiß, fordert der Misrachi alle seine Mitglieder und freunde auf, alle Mittel zu ergreifen, die Einkünfte des NV.tionalfonds möglichst zu erhöhen. Zu diesem Zweck muß die Geldsammiung zugunsten der polnischen Koloden auf den Namen Tschlenows energisch fortgesetzt, die Selbstbesteuerung eingeführt und Büchsen verbreitet werden. Jeder Verein ist verpflichtet, sich in das Goldene Buch einzutragen und jedes Mitglied hat die : licht, wenigstens einen Schein einer der Institutionen des Nationalfbnds zu besitzen. Es müssen auch besonde re Nationalfondstage bestimmt werden. 5. Die Konferenz verlangt, daß an der Zentralleitung des Nationalfbnds auch Vertreter des Misrachi beteiligt sind. 6. Der Nationalfonds hat Boden zu günstigen Bedhigungen auch an diejenigen Gruppen zu verpachten, die vom Misrachi organisiert werden. 7. Die Mitglieder dieser Gruppen, die den National- Hndsboden pachten, sind verpflichtet, eigenhändig den Boden zu bearbeiten. 8. In der Ueberzeugung, daß in Palästina für Privatvi entum Platz zur Genüge vorhanden ist, erklärt die Konferenz als Pflicht des Palästinaamtes, Gesellschaften zur Bildung von Kolonien in Palästina nach Plänen von palästinensischen Agronomen und Fachleuten zu organisieren, unter der Voraussetzung, daß die Gesellschaften 1:1 ihrer Arbeit, in ihrem Geiste und ihrer Sprache jüdisch sein werden. Es muß dabei auch dafür gesorgt werden, daß große Ländereien nicht in den Händen einzelner konzentriert werden. 9. Der Misrachi organisiert Gruppen des H e c 11 a 1 u z aus den Kreisen der jüdischen Orthodoxie, gründet für sie Schulen für Agronomie, für Palästhiakunde, fyr Thorasftidien und Erlernung der hebräischen Sprache. Zu diesem Zwecke wird einbesonderer Ffedialuzim-Fonds gegriindet. Der Misrachi wird sich in direkte Verbindung mit 4er Zentralleitung des Nationalfonds über die Bildung von Kolonien und Musterfarmen für orthodoxe Juden, die in Palästina geboren oder aus der Diaspora eingewandert sind, setzen. Diese Kolonien werden unter der Kontrolle des Misrachi stehen. 10. Der Misrachi ist bereit, mit allen Möglichkeiten der Bildung van Fiuanzinstitutioncu mitzulieifen, die die zionistische Organisation zwecks Wiederbelebung des!־.eiligen Landes gründen wird. Dagegen verlangt aber 4er Misrächi, daß die Zionistische Organisation den Forderangen des Misrachi bezüglich dieser Institutionen Rechm:rig trägt. 11. Der Misrachi hat für die Ausgestaltung des Kulturfonds Tachkemoni zu sorgen. 12. In den Fragen der Kultur und der Erziehung ist der Misrachi völlig selbständig. Er ist aber bereit, auch mit anderen jüdischen Organisationen zusammen zu «;beiten, die auf der nationalreligiösen Basis stehen und die hebräische Sprache als Unterrichtssprache in allen Institutionen in Palästina und in den Ländern der Diaspora anerkennen. 13. Der Misrachi hat dafür zu sorgen, daß mit der «tsteil Möglichkeit Vertreter unserer Organisation nach Palästina gehen, um ar. der Organisierung der palästinenbebe» Jude» mitzuhelfen und sie für den Misrachi gewinnen. Abonniert auf die ,Jüdische Rundschau“ Berliner VersammlungS'Kalender Büro der Berliner ZionlsiUdien Vereinigung! Berlin C., Burgilr.30 Telefon: Norden 9023—9038 / Sonntag nur Norden 9058. Besuchszeit iögllch au&er Sonnabends von 10—12 Uhr. Wir bitten die Vcrsaminlungsankündlgungen der Berliner Zionistischen Vereinigung an den Säulen und in der Jüdischen Rundschau zu beachten. & 9 Ab 1. August befindet sich unser Bureau: /1UUUH|| * C. 19, Seydelsira&e 3 (am Spittelm&rki) Donnerstag, 17. Juli: Bezirhsgruppe Chtrlotieibarg, Nardwesi u.West, Im Paulaner BrÄu, Kantstr. 165, am Augusie-Viktariapiat*. Beginn 8ג/י Uhr. ״Da« jQdüdie Bauwesen im neuen Palästina“ Referent: Herr Architekt Richard Michel. Zionisten des Westens treffen sich Jedkn Sonnabend Abend im Cafe Nürnberg, Nürnberger Platz (Uniergrundbahnhof) Donnerstag, 17.Juli: XKezIrksgrappe ״Süd“. Beginn 8ג/* Uhr. Im Garten des Restaurants Vikloriastraße (Kreusberg-Viktoriapork) Zwangloses Zusammensein Donnerstag, 17.Juli: Bezlrksgruppe Nordost und Gesundbrunnen. In der Synagoge ״Ah&vas Zion״, Schönhauser Allee 4, findet an!S&Uch des Todestages von Herz! ein Gottesdienst statt. Abends 8V4 Uhr. Im Anschluß daran Herzl-Gedenkfeler ln Friedeis Verelnsloka', Elsässer Str. 3, sowie Vortrog von Herrn Leo Kopf über ״Das Jüdische Volkslied״ Sonntag, 20. Juli, vorm. 11 Uhr, findet seitens der Berliner Zionistischen Vereinigung Im Meisiersaal, Kölhener Strafe 58 (dicht am Potsdamer Bahnhof) eine Gedenkfeier anläßlich des Todestages Theodor Her s statt. Die Gedenkrede hfiit Herr Dr.!alias Auerbach. Hapoei'llazalr Sonnabend, 19.Juli: Im Volksheim, Dragonersfea&e 22. Beginn 8l/1 Uhr. Chawer Ludwig Strauß wird über Herz! sprechen. -1...........״״■--- Berlin 1 Sonntag, 20. Juli, vorm, 11 Uhr, veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung im Meiste!saai, Kölhener Sir. 38!dicht am Potsdamer Bahnhof) eine Gedenkfeier aniä&Ilch des Todestages Theodor Herzls. Die Gedenkrede hfiit Herr Dr. Elias Auerbach. Gemeindefragen Die Berliner jüdische Gemeinde und ihre Beamten Vor kurzem fand eine Besprechung zwischen Verfreiem des Vorstandes der Berliner jüdischen Gemeinde und einem Ausschüsse ihrer Beamten und Angestellten statt, bei der die Vertreter des Vorstandes Anschauungen äußerten, die für den in der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands herrschenden Geist charakteristisch sind. Die Beamten und Angestellten der Gemeinde verlangen eine Wirtschaftsbeihilfe und Tellerungszulage. Die Vertreter der Gemeinde verhielten sich diesem Verlangen gegenüber ablehnend, und Herr Leopold Badt, Mitiied des Gemeindsvorstandes, äußerte zur Begründung es ablehnenden Standpunktes: ״Wenn man die Wünsche der Angestellten befriedigen wolle, so müßte die Steuerschraube angezogen werden. Die Folge hiervon werde ein Anwachsen der Austrittsbewegung sein, una gerade die reichen *Mitglieder der Gemeinde, die nur noch lose mit dem Judentum verknüpft seien, würden der jüdischeu Gemeinde den Rücken kehren. Es müßten daher jetzt alle Ausgaben aussdieiden, die eine Erhöhung der Steuerquote nach sich ziehen würden.“ Der ganze asoziale und unjüdische Geist der Assimilanten spricht aus dieser Aeußerung des Herrn Badt. Die ganze Politik der Berliner jüdischen Gemeinde ist durch die Rücksicht auf ״die reichen Mitglieder, die nur noch lose mit dem Judentum verknüpft sind“, bestimmt. Ihretwegen baut mau die protzeuhafteu Betpalaste wie den in der Fasaoenstraßc, ihretwegen cntjüdisclit man den Gottesdienst; aber der Erfolg: Pflichten darf man ihnen nicht zumuten, sonst ״kehren sie der jüdischen Gemeinde den Rücken“. Auf diese Weise ist die größte jüdische Gemeinde Deutschlands nicht einmal in der Lage, den gewiß nicht übermäßigen Ansprüchen ihrer Angestellten gerecht zit werden. Aps demselben Grunde, aus dem׳ man den Forderungen der Angestellten entgegentritt, glaubten gewisse Kreise auch den Zionismus bekämpfen zu müssen, ״die reichen Mitglieder, die nur noch lose verknüpft sind“, könnten sonst das Judentum, das immer unbequemer und ungemütlicher wird, verlassen. Unsere Forderung demgegenüber lautet: Nicht auf die Kreise an der Peripherie des Judentums muß sich eine jüdische Gemeinde stützen, sondern auf die noch innig mit dem Judentum verknüpften, jüdisch interessierten Schichten. Diese werden, auch wenn sie nicht so reich sind, bereit sein, für eine jüdische Gemeinde, die ihre jüdischen Bedürfnisse befriedigt, 'Opfer zu bringen. S. H. Die Organisation der Ostjuden in Deutschland Hilfswerk für die Flüchtlinge — Gegen den ״Centralverein“ Der ,״Verband der Ostjuden in Deutschland“ bittet uns um Veröffentlichung eines Aufrufes, dem wir das Folgende־ entnehmen: Das Ostjudentum, das den weitaus größten Teil des jüdischen Volkes bildet, erlebt jetzt die furchtbarste Katastrophe seiner Geschichte. Die schreckliche Kriegszeit hat die gesamte jüdische Siedlung in den Ostgebieten verwüstet. Große blühende Gemeinden sind zerstört, hundertlausende jüdischer Existenzen vernichtet worden. Jüdisches Blut floß auf allen Schlachtfeldern mul wird jetzt noch durch die Hände von ,Völkern vergossen, die die Geburt ihrer nationalen Freiheit mit entsetzliehen Pogromen und Judenschlächtereien feiern! So sehen wir hier tagtäglich unsere neuangckommene&i, unglücklichen Brüder. Sie kommen hierher und stehen vor der furchtbaren Frage: Was »11 jetzt mit uns •geschehen? Und eine neue Kette von Sorgen, Schwierigkeiten' und Leiden beginnt für sie.. Diesen unseren unglücklichsten Brüdern zu helfen, das ist die vornehnilichste Pflicht der Ostjuden, die hier in Deutschland seit Jahren leben und sich hier eine mehr oder weniger gesicherte Existenz geschaffen haben. Gewiß wissen wir, daß unsere deutschen Brüder auf diesem Gebiete viel leisten; wir wollen uns auch gar nicht von ihnen absondern, wir wünschen mit ihnen zusammenzuarbeiten, — allein, sie sind in ihren Gefühlen mit unseren östlichen Brüdern doch nicht so e!1g verknüpft, wie wir selbst, die wir mit diesen durch Jugenderinnerungen ., und gemeinsames Schicksal, durch kulturelle, physische und geistige Bande aufs innigste verbunden sind. — Ueberall im Reiche, wohin der Strom der ostjüdischen Einwanderer sich ergießt, müssen die ansässiger» Ostjuden ein Hilfswerk für sie organisieren: Speiseküchen und Arbeitsnachweise, Unterkunftsräume und UntersLiitzungskassen, Rechtsschutz und juristische Hilfe. Das alles muß einen brüderlichen Charakter tragen. Dazu gehört aber eine große, einheitliche, über das ganze Reich ausgedehnte Organisation, die die ganze Hilfsaktion systematisch durchführen muß. Das ganze Material muß in einer Zentralstelle gesammelt werden, damit man weiß, wie die Lage in den verschiedenen Teilen des Landes ist, welche Arbcits- und Aufenthaltsmöglichkeiten überall vor- Banden sind. Dieses Material ist auch erforderlich für die Durchführung notwendiger politischer und revhtlieber Aktionen, die nur von einer zentralen einheftliehen Organisation erfolgen können, welche autorisiert ist, im Namen aller Ostjuden in Deutschland zu sprechen und positive statistische Grundlagen vorzulegen imstande ist. Diese einheitliche Organisation ist der ״Verband der Ostjuden in Deutschland“. Das Grundprinzip des Verbandes ist die Selbsthilfe! Die Ostjuden sollen sich selbst helfen! Sie sollen sich nicht mehr au? die Wohltätigkeit ihrer deutschjüdischen ״Gönner“ verlassen müssen. Diese Selbstliilfe ist in der gegenwärtigen Zeit besonders dringlich. Zwar hatten die ausländischen Juden auch bisher genug Hindernisse zu überwinden, der gegenwärtige Moment ist jedoch ein ganz besonders schwerer, ln einer solchen kritischen Stunde müssen wir alle unsere Kräfte vereinen, müssen wir uns zusammen sch ließen, um unsere sozialen, politischen, religiösen und kulturellen Interessen verteidigen zu können. Der einzelne ist schwach und hilflos; alle zusammen aber, vereinigt i;\ einer starken Organisation, werden wir einen achtunggebietenden Machtfaktor bilden! Mit vereinten Kräften müssen wir alle gegen die ausländischen Juden gerichteten Ausnahmebestimmungen bekämpfen. Wir müssen volle Gleichstellung in den jüdischen Gemeinden und Organisationen fordern. Daß wir jn dieser Hinsicht no<ä1 viel zu überwinden haben, beweist der Beschluß des ״Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, die ausländischen Juden von der Teilnahme am jüdischen Kongreß in Deutschland aus zuschließen. Wie man sich auch zum Kongreß an und für sich verhalten mag, prinzipiell müssen wir doch den schärfsten Einspruch gegen einen ,solchen Beschluß erheben, der hunderttausende Juden von einer jüdischen Veranstaltung ausschließen, unsere Brüder als Parias behandeln will! Eine Wirkung können wir nur dann erzielen, wenn wir alle unsere Kräfte zu einem machtvollen Faktor vereinen. Der ״Verband der Ost juden in Deutschland“, den* bisher außer einer Anzahl Eitizelmitglieder zirka 5t) Vereine angeboren, muß die gesamte Ostjuden heit in Deutschland umfassen, um seine großen, bedeutsamen Aufgaben zu erfüllen, und ein wichtiger Faktor in» jüdischen Volksleben werden zu können. Brüder! Eure eigenen vitalsten Interessen fordern es von Euch! Schließt Euch der Gesam(Organisation der in Deutschland lebenden Ostjuden an! Verband der Ostjuden in Deutschland. Berlin, G o r in a n 11 s t r. 29. Wert- und Geld- Sendungen an den Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Lin, unter obiger Adresse. ♦ Dortmund. Der ostjüdischen Jugend in Dortmund ist es endlich gelungen, einen Jugend-Verband unter dem Namen ״Jüdisch religiöser nationaler Jugend-Verband“ zu gründen, der iinler seinen Mitgliedern die Kultur im jüdisch - religiöser! Sinne verbreiten und Paliisfhiaarbeit leisten will. Um die Gründung des Vereins machten sich folgende Herren verdient: Blasbalg, Ch. Brenner, M. Heuberg, S. Stammes, H. Stern, L. Reich, S. Ratz. I. Ungar und Mandel. Personalausweise für Ausländer ' ״Das Arbeiterfürsorgeamt der׳ jüdischen Organisationen Deutschlands, Berlin W.S, Französische Str. 49, teilt nfit, daß nach ihm zugekommenen Informationen die Pässe, die vom polnischen Konsulat oder von der ukrainischen Gesandtschaft in Berlin ausgestellt sind, von den 'deutschen Behörden nicht als vollgültig anerkannt werden. Es ist also schade um die Beträge, die die betreffenden Personen dafür entrichten. Dagegen erhält jeder Ausländer auf schriftliche Bitte einen pe r sona 1 a usweis, einen sogenannten Paßersatz vom Polizeipräsidium vollkommen kostenlos. Diese Personal:!..iweise werden in ganz Deutschland als das nötige Lcgiümaüouspapicr anerkannt. Die Gesuche müssen sdirjfUich durch das zuständige Po'izu'- revier für das Polizeipräsidium eingereicht werden.“ bemerken hierzu, daß man durch Erlangung dieses Panersatzes seine Staatsangehörigkeit nicht beeinträchtigt, und daß keine .' ,*chteile für den Inhaber in seiner Heimat dara'tä et :׳,*ptseti. Der Paßeraatz dient lediglich als Legitimai'j־ ־■; Deutschland.

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