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Jüdische Rundschau · 1919-07-01 · Heft 46 (1.7.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 46 (1.7.1919)
Date
1919-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4ö Seite 371 JU ED ISCHE, RUNDSCHAU Die Morning Post und die Judenfrage in Polen Die Londoner ״Morning Post" veröffentlicht in ihrer Nummer vom 14. Juni einen Leitartikel über die Juden im Polen, in dem gemäß Mitteilung unseres Kopenbagener Büros ausgeführt, wird, daß der vorgeschlagene Spezialvertrag zwischen Polen und den alliierten Mächten betreffs des Schutzes der jüdisch-nationalen Rechte eine Verletzung der Rechte Polens als eines souveränen Staates bedeuten würde. Der Artikel beklagt sich ■über die skrupellose Propaganda gegen Polen und nimmt Bezug auf der» Bericht über die Lage der Juden in Polen, den der Sekretär der Zionistischen Organisation in London, Herr Israel Cohen, seinerzeit in einer öffentlichen, Versammlung in Queenshall erstattet hat. Die ״Morning Post“ behauptet, Israel Cohen habe in einem Interview mit dem Vertreter einer polnischer» Zeitung selbst angegeben, daß zur Zeit der deutschen Okkupation in Polen die Juden im deutschen Interesse ״eaübeitet hätten, daß sie aber jetzt nach der Befreiung Polens ebenso loyal im polnischen Interesse sei■ würden. Der Artikel gibt zu, daß Massakers und Räubereien in Polen stattgefunden haben, behauptet aber, daß derartige Dinge in der Hauptsache von Verbrediem, die von den österreichischen Behörden freigelassen wurden, begangen seien. Der Unwille gegen die Juden sei hervorgerufen durch die Schnelligkeit, mit der dieselben abwechselnd den Deutschen, der» Oesterreichein und den Russen Untertanendienste leisteten und daraus Nutzen zögen. Der Artikel schließt: Die polnische Regierung hat, sobald sie ihre Autorität befestigt hatte, allen Exzessen ein Ende gemacht. ״Die Morning Post“ vom 18. Juni veröffentlicht einen laugen Brief von Israel Cohen, der auf diese Beschuldigütigen ausführlich antwortet. Cohen erklärt, daß die Minoritätsrechte, die den Juden gegeben werden sollen, in keiner Weise die polnische Souveränität berühren, und daß die Liga der Nationen die Kontrolle über die Wahrung dieser Rechte angesichts der judenfeindlichen Hatlung der Polen übernehmen muß. Cohen bestreitet entschieden das Bestehen einer antipdnischen Propagamda, betont aber nachdrückldchst, daß es selbstverstündlich ist, wenn sich die Judenheit im Protest yegen eie polnischen Grausamkeiten zusammenfindet. Cohen weist darauf hin, daß sein Bericht über die polnischen Ausschreitungen, der als Broschüre gedruckt ist, von keiner polnischen Behörde widerlegt worden ist. Es ist unwahr, daß die polnische Regierung den Exzessen ein Ende mache, da diese andauernd fortgesetzt werden, wie deutlich aus dem offenen Brief der jüdischen Ab geordneten an Paderewskj . hervorgeht. Cohen erklärt, daß er niemals von einer polnischen Zeitung interview t worden ist, und daß die ihm von der ״Morning-post“ /!!geschriebene Acußemiig eine böswillige Verdrehung eines Bruchstückes aus einer Privatunterhaltung ist, in der er folgendes gesagt hat: So lange die österreichische Regierung die Oberhoheit in Galizien hatte, waren die Juden ihr treu, Nach der Wiedererrichtung Polens würden sie aber in gleicher Weise loyal zur polnischen Regierung sein.“ Cohen weist nach, daß eine Reihe bekannter polnischer Führer für die Politik eines Ein׳- Vernehmens mit Deutschland gearbeitet haben, wie Lubomirski, Radziwill, Brodzinsky und andere, und verweist auf den notorischen Nutzen, den gerade die polnischen Gutsbesitzer und Bauern während der Okkupatianszeif gehabt haben. Cohen schließt seine Antwort mit den: Worten: Wenn die Polen selbst zu schwach sind, um Exzesse zu unterdrücken, müssen die alliierten Mächte den Juden hjtlfcn. ״Die Morning Post“ erwidert auf Cohens Brief in einem langen Leitartikel derselben Nummer, worin ausgeführt wird, daß der erste Grundsatz der britischen Politik in dieser Frage sein müsse, Polen Hilfe zu bringen. Die Zeitung behauptet, Cohens Beschuldigungen seien unbegründet und diktiert von grandioser Vorein- Benommenheit gegen Polen. Die Juden, die in Wilna getötet wurden, seien samt und sonders Bolschewiki gewesen, und Oberrabbiner Ruh in stein von Wilna iiabe dein polnischen Oberbefehlshaber Pilsudski eine Adresse überreicht, worin er ihm für die freundliehe Behandlungderjuden gedankt habe. Leutnant Dewal, ein Mitglied der unter Führung von Colonel Godsen stehenden amerikanischen Mission in Wiln a habe erklärt, daß keine Pogrome polnischer!runpen oder Zivilisten daselbst vorgekommen seien. Auch die in P111 s k massakrierten Juden seien Bol-!׳chewiki gewesen. Der Artikel schließt mit der Beinerkung: Cohen sei offenbar durch verantwortungslose Menschen schlecht informiert worden, die der Judenheit in Polen und anderen Ländern unendliches Leid verursacht haben. Die Londoner ,,Morning Post“ hat sich in der letzten Zeit immer wieder zum Sprachrohr aller der Kreise gemacht, die Gegner der jüdisch-nationalen Bewegung und ihrer Ziele sind. Fast jede Nummer enthält gehässige 1 .enierkungen über die angebliche Identität von Juden und und Bolschewiki, womit inan zurzeit am besten antijüdisehe Stimmung machen kann. Es kann also weiter nicht wundernehmen, daß diese Zeitung sich auch in der Sache der polnischen Judenpogrome im Gegensatz zur öffentliehen Meinung der ganzen Kulturwelt auf, den: polnisehen Standpunkt stellt. Es muß aber wundeniehmen, daß eine sonst gut unterrichtete und den jüdischen Bestrebungen sympathisch gegenüberstehende Zeitung wie die ״Daily News“ sich von ihrem Krakauer Korrespondenten berichten läßt, daß die Juden in Ostgalizien die verrückenden Pole« als Befreier begrüßten, da sie unter der ukrainischen Herrschaft so viel zu leiden gehabt hätten. Man vergleiche mit dieser sonder- Laren Behauptung die täglichen Berichte des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien über die furchtbaren Grau- ־aiukeiteii, die gerade die jüdische Bevölkerung in den von den Polen wiedereroberten Teilen Ostgalizyns zu erduldeii hat, von Verhaftungen und Internierangen, von der Auflösung jüdischer Institutionen, von Kontribution BMI Kriegsgerichten, von Zuchthausstrafen und Todesurteilen. Es ist klar, daß der Krakauer Berichterstatter der ״Daily News“ einem polnischen Schwindel-Manöver mm Opfer gefallen ist. ׳ Protest der Jüdischen Gemeinde in Libau Das Kopenliagener Zionistische Büro veröffentlicht folgenden Protest der Jüdischen Gemeinde in Libaif: Die Libausche Jüdische Gemeinde protestiert gegen die Pogrome, die von den [Klinischen Machthabern überall dort organisiert werden, wo mit Unterstützung der Enteilte polnische Legionen scheinbar zwecks Befreiung der Nationen Vordringen. Wir appellieren an die ganze zivilisierte Menschheit und an die Demokratien der Welt und fordern von ihnen ein aktives Eingreifen, damit diesen Schreckenstaten ein Ende gesetzt werde, die sogar keinen Vergleich mit den Pogromen des Mittelalters aushalten, und wir sind überzeugt, daß sie mit ihrem autoritativen Machtwort endlich die Entente, deren Schutz die polnische Regierung genießt, bewegen werden׳, der Niedermetzlung des jüdischen Volkes Einjialt zu tun. Aus der Hapoel-Hazalr-Bewegung HapoSI-Hazair und Zeire-Zion, Anläßlich der Vorkonferenz des deutschen Landes- Verbandes, die vom 23.—26. Mai in Berlin tagte, waren eine Anzahl von Zehe-Zionistischen Delegationen anwesend. Es waren Vertreter der litauischen, polnischen, kurländischen und großrussischen Zehe-Zionistischen Organisationen. Die wiederholten Beratungen hatten vor allem programmatische Fragen und die Schaffung einer Weltorganisation zum Thema. Es wurde beschlossen zwei gemeinsame Kommissionen zu bilden. Ein ״vereimigter Ausschuß Hapoel-Hazair — Zeirc-Zion für die Palästinaarbeit“ soll sofort alle gemeinsamen Palästinaaktionen einheitlich zusammenfassen. Es handelt sich vor allem um eine einheitliche Organisierung der Hechaluzbewegung und Stellungnahme zu den Kolonisations- Problemen. Eine weitere Aufgabe dürfte darin bestehen, die Kräfte einzusetzen, um den Hapoel-Hazair und den Zeire-Zion in den zionistischen und palästinensischen Ex'ekutivorganen den gebührenden Einfluß zu sichern. Eine gemeinsame Zeitschrift. Der ״vereinigte Ausschuß Hapoel-Hazair — Zcire- Zion“ hat beschlossen, eine gemeinsame jüdische Zwei- Wochenschrift herauszugebenj Sie 9011 sich vor allen Dingen damit beschäftigen, die Palästinaforderungen unter den jüdischen arbeitenden Massen des Ostens zu verbreiten und zugleich die Tribüne für die vollständige programmatische Einigung sein. Von der Weltkonferenz. Vom Zentralkomitee des deutschen Hapoel-Hazair und der litauischen Zeire-Zion ist ein Ausschuß geschaffen worden, der die gemeinsame Weltkonferenz vorbereiten soll. Zu diesem Ausschuß sollen sobald als möglich Delegierte des palästinensischen und österreichischet» Hapoel-Hazair sowie der Landsmannschaften der Zeire-Zion treten, mit denen jetzt eine Verbindung technisch unmöglich ist. Leipzig. Am Montag, den 23. Juni sprach vor einem zahlreichen Publikum auf Einladung der Leipziger Ortsgruppe des Hapoel-Hazair, Herr Rudolf S a - muel- Berlin über den ״Aufbau des neuen Palästina.“ ln der Debatte kamen auch PoaJe-Zionisten und Bundisten zu Wort. Die Organisation der Zelre Zion in Argentinien (Aus einem Bericht an das Kopenhagen er Zionistische Büro.) ״Eine der Hauptaufgaben, mit der wir uns im Laufe des vorigen Jahres beschäftigt haben, war die Propaganda für die Legionsbewegtmg. in Argentinien. Eine ansehnliche Anzahl unserer Mitglieder hat sich der Legion angeschlosseu. Anläßlich der Feier des 2. November, der Wiederkehr des britischen Paiäsfina-Deklarationstagag, ist der Beschluß gefaßt worden, zu Ehren dieses Tages einen Fonds von 100000 Pesa zu gründen, um in Palästina für die argentinischen Juden eine kooperative Kolonie laut dem Plan Oppenheimers ins Leben zu rufen. Wir geben eine monatliche Zeitschrift heraus. Wir haben eine Broschüre über Jüdisch und׳ Hebräisch von K. White man veröffentlidht und in zahlreichen Exetnplaren verbreitet. Eine andere Broschüre, die starke Verbreitung fand, gibt Aufklärung über Ziele und Bestrebungen der Zeire-Zion 111 Argentinien. Durch verschiedene innere Kämpfe ist unsere Parteiarbeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das ״Kopenliagener Büro der Zionistischen Organisation“ welches über unsere Beziehungen zur Föderation informiert ist, hat uns den dringenden Vorschlag gemacht, eine Basis für gemeinsame Arbeit zu suchen und zu finden. Gemäß seinem Vorschläge haben wir der Föderation folgendes vorgeschlagen: Es soll ein allgemeines Komitee gebildet werden, Welcher alle zionistischen Vereine umfaßt, auch die Poale-Zkm, wenn sie es wünschen. Dieses Komitee soll sich mit der Ausführung der praktischen zionistischen Arbeiten beschäftigen, die von zionistischen Kongressen bestimmt werden. Sämtliche Fraktionen innerhalb der Landes-Organisatian bleiben autonom, und jede Fraktion schafft für sich einen Fonds zur Deckung ihrer Ausgaben, Die Parteigelder, die die Organisation von verschiedenen Vereinen erhält, sollen für die Erhaltung des allgemeinen Komitees verwandt, evtl, unter den verschiedenen Fraktionen proportioneil verteilt weiden. Die Entwicklung unserer Fraktion geht langsam vor sich, macht jedoch dauernd!Fortschritte. Bis jetzt haben sich uns angeschlossen der Verein T ifereth-Zion in Buenos Aires, ein zionistischer Hauptverein in der Provinz Eutre Rias und ein großer Verein in der Provinz Santa-Ffe, Wenn uns zwei bis drei gute Redner zur Verfügung stehen würden, I könnten wir hier vieles erreichen. Argentinien ist ein geeignetes Feld für zionistische Arbeit. Nur müssen die notwendigen Kräfte hierzu vorhanden sein. Unserer Ansicht nach kann Argentinien mit Leichtigkeit bis 200000 Frcs. jährlich zionistische Gelder auftreiben.“ Eine jüdische Ballgesellschaft für Palästina Bereits in Nr. 19 der ״Jüdischen Rundschau“ haben wir über die Gründung einer B a uge s e 11 s c 11 af t für Palästina in Berlin berichtet. Diese Gesellsehaft bittet uns um Aufnahme einer Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: Die Gründung einer Gesellschaft zur Ausführung von Bauten, vorerst hauptsächlich für die große Masse der Einwanderung, ist soeben von einigen russischen und deutschen Zionisten, Technikern und Kaufleutcn, mit Beteiligung des Palästina - Industrie - Syndikates in Berlin vollzogen worden. Die Gründer beabsichtigen, bei erster Möglichkeit nach Palästina zu gehen und die Tätigkeit dort aufzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkte betreibt die Gesellschaft hier Vorarbeiten und Studien und arbeitet an dem Ausbau i 11 rer Örganisation. Sie beabsichtigt, ihr Stammkapital noch bedeutend zu erhöhen und bittet Interessenten, die sich zu beteiligen wünschen, sich wegen näherer Auskünfte über Art, Zweck und umfang der Gesellschaft an sie zu wenden. Zionisten, welche zu übersredeln be absichtigen und vor ihrer Uebc!־Siedlung die Errichtung einer Heimstätte in Palästina yorbereiten wollen, können sich mit der Baugesellschaft zur Ausarbeitung von Entwürfen und evtl, auch schon zur Auftragerteilung für den Bau aut einem bestimmten oder von der Baugesellsehaft auszusuchenden Terrain in Verbindung setzen. Audi für Auswanderergruppen, Gesellschaften, die sich zur Gründung von Kolonien usw. gebildet haben, trifft das Gleiche zu. Die anläßlich der Palästinatagung veranstaltete kleine Ausstellung der BaiugeseUsdiaft von Plänen und Modellen zur Entwicklung des Kleinwohn ungs w esens in Palästina fand viel Beifall. Die Adresse der Gesellsdiaft lautet: Palästina-Baugesellschaft m. b. H., Berli n W. 50, Pragerstr. 22. Fernsprecher Uhland 1914. Die jüdisch-nationalen Veranstaltungen der Woche Donnerstag, den 3. Juli 1919. Bczirksgruppe Nordost. Zusammenkunft im Greifswalder Hof, üreifswalder- Straße 43. ״Jüdische Zustände in England‘. Referent: Herr Gott lieb. Außerdem Inforrnatioiisabend. Bezirksgruppe Süd. Sonnabend, den 5. Juli von 5—7 Uhr zwangloses Zusammensein im Garten des Restaurant Viktoriaterrasse (K re uzberg- V Lk toriapark). Dienstag von 7—10 Uhr ist die Lesehalle, Prinzen- Straße 42 (Heim) geöffnet. Aus der Misrachibewegung Zusammenkunft des Zentralbüros — Delegiertenkonferenzf des deutschen Misrachi — Misrachi-Jugendgenieinschaft. Das Zentralbureau des Misrachi hatte die anläßlich des Palästinatages erschienenen misr. Delegierten zu einer Zusammenkunft am Sonntag, den 25. ds, Mts., eingeladen. Es hatten derselben etwa 40 Delegierte Folge geleistet. Genannt seien u. a. Rabbiner Dr." Wiiheim׳ L e wy - Berlin, Zahnarzt Möller- Hamburg, Martin Friedländer - Breslau. W. G i I d i 11 g e r i n ־ Leipzig, ,Frau Hanna R o t h s ch i 1 d-Lübeck, A. Berns te i 11 - Frankfurt a. M., Frl. G. Feucht vv a 11 ger- Frankfurt a. M,, B. Kahan- Berlin. Herr Struck eröffnete die Sitzung mit einem Tätigkeitsbericht des Zentralbüros, und konnte mitteilen, daß der Misrachi in Deutschland auf 21 Orts- und Jugendgruppen angewachsen ist. Es haben sich Gruppen gebildet in Berlin, Hamburg, Lübeck, Breslau, Königsberg i. Pr., Posen, Hannover, Frankfurt a. M., Fulda, Harburg, Karlsruhe, Mannheim, München. Leipzig, Chemnitz, Dresden, Nürnberg. Mit dem Ausland stand das Zentralbüro, soweit es unter den heutigen Verhältnissen möglich war, in regem telegraphischen und briefliehen Verkehr, st» vor allem mit Kopenhagen, der Schweiz, Holland, Polen, Tschechoslowakei una dem neugegründeten Interalliierten-Misrachi-Büro in London. Direkten׳ David konnte in seinem Finanzbericht ein erfreuliches Anwachsen der Misrachi-Fonds feststellen. Gabriel Knolle r - Berlin, sprach über die Arbeit in den jugcndgriippen, besonders in Berlin, wo die Mitglieder in Gruppen von 15 bis 20 Köpfen zusatrimengeschlossen sind, welche sich gemeinschaftlich mit dem Studium des jüdischen Schrifttums, der jüdischen Geschichte und Paliistiuakuiide beschäftigen. Auch werden hebräische Sprachkurse abgeh alten. ״Rechtsanwalt Dr. Barth- Berlin, sprach über Propaganda und Organ!'- satäon. Den überwiegenden Teil der Besprechungen nahm die Stellungnahme zu den Fragen des Palästina-Delegiertentages in Anspruch, zu der zahlreiche bem-erkenswerte Anregungen aus dem Kreise der auswärtigen Delegierten geäußert wurden. Eine Konferenz der Misrachi jraaiiisa tion in Deutschland fand'in der Zeit vom 25. bis-29. Mai 1919 anläßlich des Palästina-Delegiertentages der Z. V. f. D. statt. Sie war von etwa 50 Delegierten, die 22 Orts- bzw. jugenugruppen des Misrachi vertraten, besucht. Es wurden alle für den Misrachi aktuellen Fragen besprochen, insbesondere auch zur Tagesordnung des Palästinatageseingehend Steilung genommen. Wichtige Beschlüsse wurden bezüglich der Kolonisations-Tätigkeit, der Schaffung einer iVlisruchi-Presse* sowie bezüglich «!es Programms des Misrachi gefaßt In letzterer Beziehung׳ wurde ein Entwurf der bisher das in einen Satz zusammengefaßte Programm des Misrachi erläutert, als vorläufiger Ent- Wurf gutgeheißen. Er soll vor seiner Veröffentlieliun •; den außerdeutscheti Landsmannschaften zugehen. Die Konferenz bewies das außerordentliche Interesse, das an allen Orten an den Arbeiten des Misrachi genommen wird, und gab für die Sommertätigkeit neuen Ansporn.

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