Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 23 (28.3.1919)
- Date
- 1919-03-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 174 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 23 Nr. 23 Free., Griechenland 10950 Frcs., Holland 2890 FI., Schweiz 7406 Frcs., Palästina 74640 E. P., Schweden 2383 Kr., Argentinien 95 7 Pe3, Weiß Rußland 2603 M., Norwegen 1097 Kr., China 300 8, Australien 45 £, Dänemark 720 Kr., Aegypten 6652 E. P., Canada 80 $, Tunis 241 Frcs., Südafrika 10 sh Rabbiner Dr. Carlebach gestorbeu Aus Freitag, den 14. Miirz, fand in Lübeck unter Beteiligung der gesamten jüdischen Gemeinde, sowie water Kreise der deutschen Judenheit die Beerdigung des langjährigen Rabbiners der Lübecker Gernemde, Herrn Dr. Salomon Carlebach, statt. Der Ver- «torbene, der 4S jahrc an der Spitze der Gemeinde gestanden hat, war einer jener wenigen, seltenen Men•׳ «dien, deren Persönlichkeit in ihrer Abrundung ein Vorbild echtjüdischen Geistes, eines wahren Volljuden gewesen. Dr. Carlebach stand nicht auf zionistischem Standpunkt, er konnte sich nicht mit der Idee versöhnen, daß eine grolle jüdische Bewegung ohne Vorherrschen des rebgiös-jüdischen. Gedankens 'der Welt gegenübertritt, aber er ,war ein so ausgeprägter Nur-Jude, dessen ganzes Sinnen und Trachten nur von jüdischen Gedatikengängen beeinflußt war, daß auch wir Zionisten den Heimgang dieses Mannes als einen •schweren Verlust für das jüdische Volk beklagen. Berufsfragen Arbeitsgemeinschaft zionistischer Ingenieure. Die unter obigem Namen kürzlich gegründete Vereinigung hat für ihre Tätigkeit folgendes Programm aufgestellt־. Die Arbeitsgemeinschaft zionistischer Ingenieure bezweckt die Nutzbarmachung der jüdischen Ingenieurkräfte für den Aufbau des jüdischen Landes. Dieses Ziel soll erreicht werden durch: a) Studium aller tedv machen Probleme, welche im Zusammenhang mit der Kolonkation Palästinas stehen, Sammlung und eventl. Veröffentlichung des dlesbezüg ichen Materials, b) Vorbereitung von Mitgliedern auf die Altsübung eines techmachen Berufes in Palästina und Berufsberatung des Nachwuchses, c) Zusammenarbeit mit den entsprechenden Ingenieurvereinigutigen in anderen Ländern, d) Be• ratung der zionistischen Organisation m technischen Angelegenheiten. Es haben sich bisher folgende Gruppen gebildet: 1. Architektur. Leiter: Digl.-Ing. weizmann, Halensee, Hektorstr. 4. 2. Vermessungswesen und Kulturtechnik. Leiter: Landmesser Trei־ del, Wilmersdorf, Mainzer Str. 16. 3. Bauin^enieur wesen. Leiter: Dipl.-Ing. Ha be r-Schei m, Berlin W. 50, Nachodstr. 4. 4. Maschinenbau, einschl. Oesundheits - Ingenieurwesen. Leiter: Dr. Ing. M. Berlowitz, Charlottenburg Dahlmannstr. 27. 5. Elektrotechnik. Leiter: Ing. Kaufmann, Chartottenburg, Droysensfr. 3. 6. Chemische Technologie. Leiter: Dr. chem. Oskar Treidel, Steglitz, Ahornstr. 6a. Alle Interessenten werden hierdurch zur Mitarbeit aufgefordert und gebeten, den oben genannten Gruppenleitern unter Angabe der engeren Fachrichtung ihre Adresse mltzuteilen. — Die ״A rbei tsgemei nschaf t zionistischer Ingenieure“, Gruppe Maschinenbau, sucht Fachleute für 1. Wasserversorgung, 2. Kanalisation, 3» Wasserkraftmaschinen, 4.1anowlrtschaft!id1e Maschinen, 5. Schlacht- und Kühlhäuser als Mitarbeiter. Meldungen an Dr. Ing. M. Berlowitz, Dahlmannstraße 27. Zionistische Rechtsanwälte. Alle zionistischen Rechtsanwälte Deutschlands werden gebeten, sofort ihre Adresse mit Angabe der Gerichte, bei denen sie tätig[ sind, dem Jüdischen Arbeiteamt, Berlin N. 24, Monbijouplatz 10, mitzuteilcn. Stellen für Gärtnerlehrlinge. Stellen für Girtnereilehrlinge unter sehr günstigen Bedingungen können sofort besetzt werden. Reflektanten wollen sich sofort persönlich oder schriftlich im Jüdischer» Arbeitsamt, Monbiiouplatz 10, bewerben. Mitteilungen aus der Jugendbewegung Hebräischer Kindergarten. Am 17. März, vormittags 9*/2 Uhr, wurde in der Wohnung von Herrn Siegbert Woiff, Kurfürstendämm 217, Ecke Fasanenstraße, ein hebräischer Kindergarten eröffnet Neuanmekfungen können noch erfo’gen und sind zu richten an das Sekretariat des Jugendaus- Schusses, Berlin W. 15, Sächsisdie Str. S. Nachrichten Berlin. •Die 11. Schüler-Abteilung des jüdischen Turnvereins •״Ba r-Kochba“ turnt vom 2. April ab jeden Mittwoch von 52/<7—4י Uhr nachm, in der Turnhalle •der 204./213. Gemeindeschule, Christburgerstr. 14. Die •Abteilung, die erst vor vier Wochen gegrumtet wurde, •zählt bereite über 60 Mitglieder. Allwöchentlich findet ein Heimnachmiftag statt, der dazu dient, die VERSAMMLUNGS-KALENDER der Berliner Zionistischen Vereinigung Böro: Berlin C, Burgjlr. 30. Telefon; Horden 9023-9038 / Sonalig nur Norden 9038. Be Math •teil täglich auftcr Sonnabend» von 10-12 Uhr. Wir bitten die Versaramlungsankandlgsngen der Berliner ZtonisHsdien Vereinigung an den SSulen und In der Jddbd.en Rundsdtau tu beachten. Montag. 31. NSri: Öffentliche Versammlung Unlont-FestsSle, Creifswaldcr Sir. 222. beginn 1lh Uhr »Unsere Paläsünaforderungen“ Referenten: Herr Dr. Zloclstl / Herr Dr. Arnold Barth Donneritag. 3, April: Bestrkagrnppa ״Charlotte nhurö" Restaurant »Fethner*. Lconhardtstr. 3 Gesundheitliche Fragen ln Palästina־‘ Referent: Dr. BrOnn. Bexlrksßroppe ״Nord west" Petienhofer Brauerei. Turmilr. Edte Slromstr. Beginn 7V! Uhr »Der jüdische Nationalfonds und seine Aufgaben“ Referent: Herr Dr, Albert BSr. Beslrktgruppc ״Nordost“ Unions-testsSle, Oreiftwalder Sir. 222. Beginn I1/! Uhr. »Sexualfrage ued jüdische Volks gerne lade" Referent: Herr Dr. Thel Ihaber. Beeirlugruppe ״Weden*׳ ZahnSrxtehau•. Balowstr. 104. Beginn 7»/, Uhr »Judentum und Deutschtum“ Referenl: Herr Dr. Kluge. Berit ktgrnppe ״Sfld" Vereinsheim, Prlnsenstr. 42 .,Grundgedanke des Misrachf“ Referent: Herr Dr. Ajbraham Lob. Donneritag, 10. MSrz: Bezirksgruppc ״Chsrlottenbarg" Restaurant «Fethner*, Lconhardtstr. 5 ״Grundlagen jüdischen und kulturellen Lehens in Palästina" Referent: Herr cand. phll. Julius Lew»■ mimmuimtmuimiimmimimuioiiimiwnimuraiiiiimimimmiiiiinimmimmimimmimtimiiimiinmin Kinder im jüdischen Sinne zu erziehen. Einige Neuanmeldungen können noch entgegengenommen werden. Berlin. Konversationskurse im Westen. (Konditorei Lorenz, Kantstr. 140, am Savignyplatz.) Mittels tufe: Dienstag 71/4—8% Uhr, Oberstufe: Kens tag 8'A—9% Uhr. Lehrer W. Werba. Beginn: Dienstag, den 1. April. Hörgebühr 3 M. monatlich, für Teilnehmer an anderen Kursen der Sprachschule unentgeltlich. Berlin. Am 20. März sprach in der Untergruppe West der Berliner Zionistischen Vereinigung Herr Rudolf Samuel über die Idee» und Ziele der zionistischen volkssozialistischen Bewegung. Er entwickelte zuerst die Theorietf des Sozialismus im allgemeinen und die de9 Marxismus im besonderen. Hieraid zeigte er, wie er von seinem Standpunkt aus den Marxismus ablehnen müsse und besonders seine Uebertragung auf das jüdische Volk für absolut falsch halte. Er kennzeichnete dann den Volkssozialismus dadurch, daß für diesen das Wohl der Gesamtheit über dem Klassenmomont stehe, und daß die volkssozialistisclien Parteien einen Klassenkampf z. B. ,mir dann führen würden, wenn er im Interesse der Gesamtheit liegen würde. Für Palästina fordert der ״Hapoel-Hazair‘׳ die neue auf dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit fußende Gemeinschaft der Arbeit, weil nur diese dem Einzelnen Lebensinhalt sein kann, und nur sie das jüdische Volk in den wirklichen Besitz des jüdischen Landes bringen wird. An der Diskussion beteiligten sich Herr Schwitzer für die Poale-Zion und die Herren Berkmann und Davidowicz für den ״Hapoel- Hazair“. Stettin. Zionisten treffen sich an jedem Freitag abend beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Hermann Jacob, Turnerstr. 101, Eingang Arndtstr, Auswärtige Zionisten stets willkommen. Kiel. In der Ortsgruppe sprach am 11. März Herr M. Mali na aus Berlin über ״jüdische Religion und jüdKehe Nation". Er berührte in seinem Vorträge alle zurzeit im Mittelpunkte des Interesses liegenden jüdischen Tragen und betrachtete sie vornehmlich vom Standpunkte des g^setzestreuen Juden. In der Diskusston sprachen Dr. Feuchtwaager, Rabbiner Breslauer und R.-A. Tannenwald. — Kürzlich hatte der ״Zentralverein" zu einer Besprechung cingeladen. Oer Leiter der Versammlung, R.-A. Gerson, begründete die Einberufung u. a. damit, daß die Zionisten in letzter Zeit hier sehr rührig seien und großen Zulauf hätten, so daß auch von seiten des ״Zentralvereins‘‘ etwas geschehen müsse. Als die Zionisten Dr. Feuchtwjnger und stud. iur. Karlsberg, die vorher zur!Teilnahme an der Besprechung aufgefordert waren, ihren zionistischen Standpunkt darfegen wollten, wurde ihnen (von dem ״demokratischen" Leiter das Wort entzogen.!Den Zionisten Prof. Dr. Opet, der noch I Mitglied!des ״Zentralvereins‘‘ ist, hatte man überhaupt I nicht eingeladen. Breslau. «Anläßlich Purim veranstaltete am 15. März die jung-jüdische Gruppe des zionistischen Mädchenklubs jn den Räumen der Toynbee-Halle ein Kostüm- Pest!für die Heranwachsende jüdische Jugend. Ein von Else iRosenthal verfaßter und von thr vorgetragener Prolog r.vies die Anwesenden auf die Bedeutung des Purimfestes jhin. Es folgten Gesangs- und Klaviervorträge,!Tanz- und Theateraufführungen, ausgefühn von (Mitgliedern der jung-jüdischen Gruppe. Alle Darbietunge» ,fanden allgemeinen Beifall. Spiel und Tanz hielt ,alle noch längere Zeit zusammen. Der Reingewinn des!Festes, der 210 M. betrug, wurde für die Pogrom- Opfer in Galizien verwendet. Cöthen i. ,Anh. Ende voriger Woche fand hier nach vierjähriger Pause die erste Mitjrtiederversanunhing der Ortsgruppe ״Libanon" statt. Nachdem Fraa Lilu Schön feld zu Beginn der Versammlung der Begründerin und Förderin der Ortsgruppe, Frau Elise Markus , gedacht hatte, erstattete Herr Gerichtsassessor Hurwitz einen Bericht über die Entwick lung und die Erfolge der zionistischen Arbeit in de! Kriegszeit. Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Frau Lilli Schön feld, Gerichtsassessor Hurwitz und M. Sieradzki. Einige Neuanmeldungen konnten verzeichnet werden. Oberhausen, Anfang März sprach in einer vom jüdischen Jugend verein einberufen e» öffentlichen Ver Sammlung Herr Leo Kaufmann -Bonn über das Thema: ״Das deutsche Judentum am Scheidewege‘‘. Der Vortrag wurde mit starkem Beifall aufgenommen, ln der Diskussion fand sich ein Herr, der immer noch von den ״armen Qlaubensbrüdern im Osten" sprach, denen man ״ja gerne Geld geben wolle, um sie zur Hölie unserer Kultur emporzuheben". Herr Leo Kaufm a n n erwiderte ihm, das Mitleid der Ostjuden gegenüber der jüdischen Nichtigkeit der meisten deirtsdieti Juden sei zumindest ebenso groß wie deren Mitlad gegenüber ihrer gedrückten materiellen Lage Wem! nicht alle Zeichen der wirtschaftlichen Entwicklung trügen, so werde man in weniger als 19 Jahren in dtr Juaenheit nicht mefir von ״unseren armen Brüdern im Osten", sondern von unseren ״armen Widern Ln Deutschland" sprechen müssen. Von der Entscheidung, die das deutsche Judentum jetzt treffen werde, hänge es aber ab, ob man dann im jüdischen Volk überhaupt noch von ״unseren Brüdern" in Deutschland sprechen könne. »ratlicte Eine Anza Duisb ״Priitzrege Eitert zusschuß < Assessor C der jüdisc kurzen Ut auf die Ite Pflichten gegenüber erhobenen legt. Det sich angcl vorträge : engeren b Bochi Herr Hei Was will Diskussion isrod-ön M. Scha diesem. A riieder. Samte Werner Pfomhei■ r Chadottei Darmstadt. Am 18. März veranstaltete die ne» gegründete zionistische Ortsgruppe Darmstadt einen öffentlichen Vortrag über ״Die Forderungen des jüdisehen Volkes an die Friedenskonferenz". Die Redner des Abends, Herr R.-A. Wohlfahrt und Herr Erich Fromm aus Frankfurt a. M., berichteten über die augenblickliche politische Lage der Judenfieit und widerlegten die seitens der deutschen Juden meist gegen den Zionismus erhobenen Einwände. In der Diskussion wurde der Zionismus von orthodoxer und Kberaler Seite mit den gewöhnlichen Argumenten bekämpft, die Herr Fromm im Schlußwort widerlegte. Mehrere nein Mitglieder meldeten sich zur Ortsgruppe an. Hamborn. Ende Februar veranstaltete der Verein ״Zion", Hamborn, die erste Versammlung in» eigenen Vereinslokaf, die sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Nach der Begrüßung des Ohm armes, Herrn Leo Krumholz ergriff Herr Lieber das Wort Und schilderte die Pogrome in Lemberg aus persönliehen Erlebnissen. Die Schilderungen des Referenten machten einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden An!diesem Abend wurden einige neue Mitglieder ge wannen und eine Sammlung für den Naüonalfoik! veranstaltet. Als nächste praktische Arbeit wurde ein: intensive Propaganda für den Nattonatfonds, Dtskttssionsabende sowie Gründung einer Bibliothek beschlossen.‘ Münster i. W. Am 10. März veranstaltete di Ortsgruppe einen Vortragsabend, an dem Herr Assesse Dr. Lelewer- Berlin über die ״Schicksafsstunde <k |üdisehen Volkes" sprach. In der Disko׳*!«» versucht« verschiedene Gegenredner mit den üblichen Sdtia warten den Eindruck der Rede zu verwischen, wa jedoch vollständig fehlschlug, da Herr Dr. Lelewt, 9lette§ 3fgiiati0tt3tttatetiaL Dortmund w 80*noviee Freunden anznzeige lollnb (V F Zt Br» Sorten erffienm: Sie iüöifdje Sa««״ Set »nften te« gemeinte jübifdjen *jtafäftina wm %*. «util ®imettfafjn. non 9üd>arb Sidjtbd«. 3« 6etjot(te§«nben Stampf um £id)t|el1nä Sief trat hübet fei* feie jtifeiftfee ®emtin&e wirb WertDoafte Bitftl&rimgitao» Hefe @<Srift mtferen fjremtben fdjüre bei affen betiorüefeenben toS nötige tRüftjfuj fleben. faläftinaafttonm. (Treße tote bei ®olbwann.) (Uhretfe toi» bei ®olbmann.) Karlsruhe Grenadier Siemnätbft »rftbeint: 3?te brei ^farbecungen be« jübifdje!! Saite« 00R 9fa|tt*• ®efbnanit. 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