Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 21 (21.3.1919)
- Date
- 1919-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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G Bcri .... 47.5 011־ in Marias . ■ . . 40O. 1r i. 11 Synagc a, a• d. V. iteden 1 Baus ff. ». Leo u» lii Tscharni v. K. Lewi k. J. Tschan Irbeit 1 Baue atz, Jeh. Ilm l, Bi. u. 1 3 Tscbisikownk :tiarai 1 Baue» Baum, Dwein ilmen 1 Bau® rschowitz 144 O-math F«ä . T90hisiko«sB ,. Swiraki. imnikowski, I!4 Bäume 1 U ~ a a 11 J-Ioch! 8 Bäume *18. d. N. d. Gast 8wi Finkelswii 16 Bäume 96. «gesamt: 620.3 etr. die Leeron! ), »ondem 0.0* Die in Nr. 11 114.—. D« aden Dr. Walt« Goldreioh) si« t. Ein einigendes Moment ,,Man wird in den Tempeln beten für das iieiingen des Werkes aber in den Kirchen auch. wird die Erlösung von einem Jahrhunderteiikm Druck sein.‘‘ Diese wahrhaft prophetischen i^orte Theodor Herzls sind uns gerade in diesen Tagen erneut lebendig geworden. Der Augenblick, da alle Faktoren ihre Zustimmung zum Aufbau des jüdischen Palästina erteilt haben, der Moment, da der politische Teil unserer Arbeit sich seinem Ende nähert und der aufbauende Teil beginnt, läßt uns daran denken, wie der Erfolg, den wir errungen haben, nur möglich war, weil das Werk des Zionismus ־niemanden zum Leide geschieht. Wie es ein Werk des Segens für das jüdische Volk ist, so läßt es auch allen anderen berechtigten Interessen der Menschheit, der Völker und der Klassen Gerechtigkeit widerfahren. Es ist bemerkenswert, wie in der Zerrissenheit der gegenwärtigen Menschheit, wo Sieger und Besiegte des Weltkrieges, Machtpolitiker und Pazifisten, Sozialisten und Bourgeois im unversöhnliehen Gegensatz gegeneinanderstehen, wo das Recht zwar überall heiß ersehnf wird, aber noch nirgends zu finden ist, alle streitenden Parteien in der einen Forderung einig sind, der Aufridhtung des jüdischen Palästina. Schon während des Kriege» war die Zustimmung aller Mächte um so auffallender, als sich diese stets darüber im Klaren waren, daß der Zionismus auf seinen Fordentngen beharren werde, wie auch immer die Würfel des Weltkrieges fallen würden. Wenn danach die Zustimmung der Mächte sdion im Kriege nicht bedingt, sondern eindeutig erfolgte, wenn worauf wir wiederholt hingewiesen haben - B. die englische Regierungserklärung durchaus ihrer Formulierung nach auch gegolten hätte, wenn Welt-Verlag G. m. b. H., Berlin W. 35, Kurfurstenitrafie 150, Anzeigenpreis für die sechsgespaltene NonpareUlezeilo 75 Pf., Teuenmgszaschla; 200/י. ,,Der Zioniimus erstrebt för das jflditdie Volk die Schaffung einer dffenflid»-recbllld» gesicherten Hehnstitte in Palästina." Baseler Programm. wußten immer, daß das Sclbstbestininiungsrecht der Völker nicht vor unserem Volk halt machen dürfte, und so überraschte es uns nicht, wenn die großen Weltmächte, ebenso wie jene heute in der Opposition befindlichen Gruppen, denen vielleicht die Zukunft gehört, unsere Forderung bejahen und sich für deren Erfüllung Einsetzen. Aber, hat man uns oft vorgehalten, Ihr verietzt die arabischen Interessen. Palästina war in grauer Zeit ein jüdisch es Land. Jetzt ist es seit Jahrhunderten arabisch und die Rückkehr der Juden bedeutet' die Verdrängung der Araber. Wir haben die Richtigkeit dijec ser Behauptungen niemals anerkennen können. Für uns, die wir ein gerechtes Gemeinwesen errichten wollen, war es stets selbstverständlich, daß nach dem Grundsatz der Bibel auch der Fremdling sich bei uns wohlfühlen soll. Wir waren wahrlich lange genug Fremdlinge im Lande Aegypten, um zu wissen, daß der Gedanke der Gerechtigkeit sich nicht nur lauf den eigenen Volksgenossen erstrecken muß, sondern jeden umfassen muß, der in unserem Lande lebt. Und so gewährt cs uns ein Gefühl tiefer Freude, daß das arabische, Volk durch den Mund seines Thronfolgers in einem überaus herz״ liehen Brief versichert hat, daß es *unsere Wünsche maßvoll und berechtigt finde, und daß das stammverwandte arabische Volk den wieder in ihre Heimat zurückkehrenden Juden ein herzliches Willkommen zurufe. Auch hier bewahrheitet sich, daß der Zionismus niemandes Rechte verletzt, sondern die Lösung, die er für die Judenfrage vorschlägt, allen Interessen gerecht zu werden verspricht. In -diese® Aiugenhjidc. wg, alle diejenigen, die Telephon: Amt Uhland 845 u. 846. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17397. Für Oesterreich: Po tsparkassenamt Scheckkonto Nr. 156030 Redaktionsscnluß Sonntag n. Mittwoch nachm. t9 Adar II 5679 § XXIV. Jahrg. > 8647. &! 3.1? open« jübifepen echte für tun *S Irptra Ifle auf. atäftina** ®eria,t8 SSemelnbc 3 nötige 0,~ m, ».15 zur 'Gül§i,':־־di#!lber”'lfe' ,Wahru^g:'e^|rtist|ter׳ Interessen hinaus auch die Mächte ein Gefühl dafür baden, daß die jüdischen Forderungen gerecht seien und um der Gerechtigkeit willen erfüllt werden müssen. So hat auch die Presse oft genug festgestellt, daß das Ziel dieses Krieges, die Her- Stellung gerechter Beziehungen unter den Völkern, nie möglich sein würde, wenn nicht dem ältesten Volke der Welt auf palästinensischem Boden die Freiheit der Entwicklung gesichert würde, und ,wie die Mächte, obwohl durch den Weltkrieg zerrissen, in der Zustimmung rar zionistischen Forderung einig waren, so ־waren es auch die verschiedenen Weltanschauungen und Parteien, die heute die einzelnen Völker wie die ganze Menschheit zerreißen. Das englische Palästina-Komitee, wie die deutsche Pro Palästina-Ge- Seilschaft umfassen Politiker aller Richtungen, Konservative, Liberale, wie auch Sozialisten. Und wenn die führenden Politiker der Mächte größtenteils aus den Reihen der Konservativen und der Liberalen genommen waren, so bilden die Sozialisten ihnen gegenüber eine Gruppe, die im grundsätzliehen Gegensatz zur Machtpolilik steht und mehr oder weniger scharf dem Kriege überall opponiert hat. Und doch haben nicht nur die Sozialist!- sehen Parteien aller einzelnen Staaten, sondern auch die Stockholmer Sozialistenkonferenz mit aller Eindeutigkeit die zionistische Palästinaforderung beiaht. Auch diese politische Gruppe, die den Gedanken der Gerechtigkeit unter den Völkern mit besonderer Betonung auf ihre Fahne geschrieben hat, sieht in der Schaffung des nationalen jüdischen Gemeinwesens in Palästina eine Forderung, die im Einklang steht mit dem Grundsatz des freien Selbstbestimmungsrechts der Völker. Wir veröffentlichten in Nr. 19 der ״Jüdischen Rundschau“ eine Depesche aus Bern, die über die Stellungnahme der internationalen Völkerbundskonferenz zur jüdischen Frage berichtet. Auch die Pazifisten, die sich hier in Bern versammelt haben, fordern die Anerkennung des jüdischen Volkes als eines gleichberechtigten Faktors und den Schutz des Selbstbestimmungsrechtes für das jüdisehe Volk. Wir Zionisten haben immer gewußt, daß unser Gedanke, dem jüdischen Volke auf eigener Scholle die Grundlagen freier Entwicklung zu «*affen, die Interessen keiner Macht tangiert. Wir mäßig gewahrt werden), in der Hoffnung, daß Palästina später so jüdisch werden wird, wie Eng* land englisch ist.“ ״Wir haben von der Friedenskonferenz verlangt: I. daß sie den historischen Anspruch des jüdischen Volkes auf Palästina und das Recht der Juden, in Palästina ihre nationale Heimstätte wieder zu errichten, anerkennt, II. daß die Grenzen Palästinas entsprechend einer beigefügten Karte festgesetzt werden sollen, UI. daß der souveräne Besitz Palästinas dem Völkerbund übertragen und Großbritannien als Mandatar des Völkerbundes mit der Verwaltung beauftragt wird, IV. daß dies Mandat folgenden besonderen Bedingungen unterworfen sein soll: a) Palästina muß unter solche politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen gestellt werden, daß die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte gesichert wird, und daß später die Schaffung eines autonomen Gemeinwesens (autonornous commonwealth) ermöglicht wird, wobei za verstehen ist, daß nichts getan werden soll, was die religiösen oder bürgerlichen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder dieRechte und die politische Stellung der Juden in irgend einem anderen Lande beeinträchtigen könnte. b) Zu diesem Zweck soll die ||andatannad|t unter anderem: der letzten Jahre nicht verloren haben, sehns&ch tig die Tatsachen erwarten, die auf bessere Zeiten schließen lassen, kann uns der Zionismus den Weg zeigen, der in eine bessere Zukunft führt. Wenn die in Palästina wohnenden Araber, wenn die an Palästina interessierten Mächte, wenn der Sozialismus und die Friedenskonferenz in gleicher Weise die von uns angestrebte Lösung der Judenfrage begrüßen, so müssen in ihr die Keime verborgen liegen, die für die zukünftige Gestaltung des Völkerlebens vorbildlich sein müssen. In der Tat, wenn jedem Volk die freie Entwicklung seiner Eigenart gewährleistet ist, ohne daß* die freie Ent- Wicklung der Eigenart anderer Völker darunter leidet, und ,wenn jedes Volk danach strebt, den Aufbau seines Gemeinwesens nach den Grundlagen der Gerechtigkeit zu schaffen, so würden diejenigen Probleme beseitigt sein, die die Menschheit in diesem Augenblick noch zerreißen. In dem Bewußtsein, im Aufbau Palästinas gleichzeitig eine Menschheitsaufgabe zu lösen, beginnt das jüdische Volk den zweiten Teil seiner Aufgabe, die Schaffung und Einrichtung seines Heimes auf der eigenen Scholle. F. L. Die zionistischen Forderungen an die Friedenskonferenz Dr. Welzmann über die nationale Heimstätte. Nach seiner Rückkehr aus Paris hat sieb Herr Dr. Weizmann in einem Interview mit dem1 2 3 ״Jewish Chronicle“־ auf die Frage, was er unter der jüdischen *nationalen Heimstätte verstehe und welche Forderungen auf der Friedenskonferenz erhoben worden seien, folgendermaßen geäußert: ״Unser Streben nach einer jüdischen nationalen Heimstätte bedeutet unser Streben nach der Schaffung von Bedingungen in Palästina, welche uns in den Stand setzen, das Land für die Aufnähme und die Ansiedlung von jährlich 50—60000 Juden voizubereiten; jüdische Institute und Schulen zu errichten, Hebräisch als lebendige Sprache zu entwickeln und die jüdische Kultur iu fördern; sowie eine Verwaltung zu schaffen, die aus den natürliehen Bedingungen des Landes herauswächst (wobei die Interessen der Nkhtjuden immer gleich׳- schlossene Ansiedelung auf dem Lande fördern, wobei die begründeten Rechte der gegenwärtigen nichtjüdischen Bevölkerung gleichmäßig gewahrt werden sollen; 2. bei allen solchen Maßnahmen, die jeweils zur Ausführung der Bestimmungen des Mandats notwendig befunden werden, die Mitwirkung eines Rates annehmen, der die Juden Palästinas und die Judenheiten der Welt repräsentiert und der zwecks Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina gebildet werden soll; ferner diesen Rat mit der Organisation des jüdischen Erziehungswesens in Palästina betrauen. Dieser Rat muß eine gemeinnützige Körperschaft sein, die keine gewinnbringenden Geschäfte macht; 3. diesem Rat den Vorrang einräumen bei der Vergebung aller Konzessionen, welche für öffentliche Arbeiten oder für die Entwicklung der natürlichen Hilfsquellen des Landes beschlossen werden. c) Die Mandatarmacht soll im weitesten Ausmaß die lokale Selbstverwaltung, die unter den Landesbedingungen möglich ist, fördern. d) Für alle Zeiten soll in Palästina die vollste Freiheit des religiösen Glaubens und der Religionsausübung für alle Glaubensbekenntnisse gesichert sein. Ferner soll dort kein Unterschied der Einwohner auf Grund von Religion oder Rasse in Hinsicht auf Untertanenschaft oder bürgerliche und politische Rechte bestehen. e) Die Friedenskonferenz soll Bestimmungen betreffend die Kontrolle der heiligen Stätten treffen.“ Dies sind die bereits in Nr. 18 der ״Jüdischen Rundschau“ in kürzerer Fassung mitgeteilten Vor.