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Jüdische Rundschau · 1919-03-04 · Heft 17 (4.3.1919) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 17 (4.3.1919)
Date
1919-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Nr, 17 üiite 178 JUEDISCH E RUNDSCHAU faktion vielen ostjüfilischcn Studenten den Eintritt ins K. J. V. Der Kartell(,־tg hat alle diese Bedenken geteilt und eine radikale Klärung des Zustandes herbeigeführt, indem er ein allgemeines Verbot, mit der Waffe Satisfaktion zu geben, für alle K. J. V.-cr cinfiihrtc. Der Kartelltag hat ferner den studentischen Widis abgeschalt, da er unserem Empfinden nach eine eines jüdisehen Akademikers unwürdige Maskerade darstellt. Zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen führte״ innere organisatorische Fragen. Vor allem die Frage, wie die Altlierrenschnft des K. j. V. einheitlich zu organisieren sei, erzeugte Meinungsvcrsehicdenheiten. Von seiten der älteren Altherrcnsdiaft wurde die Forderung nach einer autonomen Zitsntumenfassung der Alten Herren des K. J. V. erhoben, sodnß deren Organisation einen selbständigen, zu politischer Arbeit befähigten Körper darstelle. Eine andere Gruppe jedoch, die im wesentlichen die jüngeren Generationen der Alten Herren umfaßte, war der Meinung, daß die Verwirk- Hebung dieses Programms das Auseinandcrfallcu des K. J. V. bedeute und eine völlige Entfremdung zwischen dem das vonvärtsstrebewJc Element verkörpernden Nachwuchs des K. J. V. und den naturgemäß zu einem gewissen Konservativismus geneigten älteren Generationen bedeuten würde. Der Kartelltag teilte dieses Bedenken und schuf deshalb eine Organisation der Altherrenschnft, die sich der Gesamtorganisation des K. J. V. organisch eiugliedcrt und doch der zionistischen Bctätigung der Alten Herren freien Spielraum läßt. Die Leitung des K. j. V. obliegt fortan einem umgcstaltcten Präsidium. Während cs bisher ausschließlich Berliner Mitglieder ries Präsidiums gab, gehören ihm jetzt eine Anzahl Bundesbrüder aus dem ganzen Reiche an. Den Berliner Mitgliedern obliegt die Führung der laufenden Geschäfte. Das Gesamt-Präsidium wird in regelmäßigen Abständen zusammentreten, um wichtigere Kartellfragcn zu besprechen. Zum Vorsitzenden des Präsidiums wurde Kurt Blumenfcld gewählt. Von den Ressortleitern seien erwähnt: Walter Moses, der Palästinafragen, insbesondere die Fragen der Berufs- Umschichtung im Hinblick auf die Bedürfnisse Palästinas bearbeitet, und Dr. Moses Smoira, der die Einrichtung des Hebräischen Unterrichts im K. J. V. leitet. Die russischen Juden und die Jerusalemer Universität ln führenden zionistisdien Kreisen Rußlands wird, wie der ״Jcwish Chroniclc“ meldet, daran gearbeitet, die vorbereitende Arbeit für die Eröffnung der Universität in Jerusalem zu organisieren. In Moskau ist eine Jüdische Philosophische Gesellschaft gegründet worden, die die Einrichtungsarbeiten für eine philosophischc Fakultät treffen will., In anderen Städten werden von Vereinigungen von Ingenieuren, Aerzten und Rechtsanwälten ähnliche Diane für die betreffenden Fakultäten bearbeitet. Ein hebräisch-wissenschaftliches Wörterbuch, in dem wissenschaftliche Ausdrücke ins Hebräische übersetzt werden, ist in Angriff genommen. Ebenso ist die Ucbcrsctzung anderer Wissenschaftlicher Bücher, ins Hebräische, in Vorbereitung. Ein besonderes zionistisches Komitee, bestehend aus den Herren Brutzkus, Salkind, Idetsohn, Rubin stein und Tschcrnichowsky bat die Aufsicht über die verschiedenen Arbeiten, die sielt in Rußland mit der Gründung der hebräischen Universität befassen, übernommen. Uebcrgang von der Steinzur Kupfer-Bronzezeit, zuerst in den Küstengegenden. Schon damals war, wie an der Keramik nachgewiesen wird, die palästinensische Kultur nicht ganz selbständig, sondern stand unter fremdem Einflüsse, und zwar zunächst mehr unter dem der ägäischen Kultur, an deren Peripherie sie lag, als der ägyptischen und babylonischen. Doch kann schon hier wie für alle Folgezeit über diese Beeinflussungen das Schlußwort des Verfassers gelten: ״Je weiter wir in der Erforschung Palästinas und Syriens fortschreiten, desto klarer wird der Misch Charakter seiner materiellen Kultur aus Eigenem und Fremdem zutage treten, desto sicherer aber auch seine geistige Eigenart/‘ Der zweite Teil behandelt die ״rncgalithtschen“ Bauten, rühmlich Höhlenanlagen, Burgen und besonders die ״Dolmen“, große Gräber aus Steinblöcken, wie sie ja auch in Europa bekannt sind. Sie kommen nicht in Westpalästina vor, sondern mehr im östlichen Randgebiet, woraus schon hervorgeht, daß die Dolmenerbauer noch Halbnomaden (Viehzüchter) waren. Die Enhvick• lung der Dolmen erstredet sich über mehrere Jahrhunderte. Schon dies ist ein Beweis, daß sie nicht als gelegentlicher Import eines durchwandernden arischen Stammes betradrtet werden können. Es haben ja eine Anzahl Gelehrter gerade die Dolmen! als besonderen Beweis für das Vorhandensein arischer Stämme in Palästina schon in so früher Zeit angeführt. Mit dieser Theorie räumt der Verfasser gründlich auf und weist nach, daß die Dolmenerbauer Semiten gewesen sein müssen. Dagegen bringt er die Dolmen in Verbindung mit der im Alten Testament mehrfach erwähnten riesenhaften Urbevölkerung der Rephaim und macht sehr einleuchtend, daß die Vorstellung von jenen Urrieseu durch Ausdeutung der Dolmen entstanden ist. Die Gegenden, in denen sich nach Aussagen des Alten Testameuts jene Rephaim befunden haben, sind dieselben, die heute als Hmrptgcbicte der Dornten fcstgcstellt sind. Wahrscheinlich ist auch das berühmte ,eiserne Bett des Königs Og von Basau“ (Deut. 3,11) nichts Der Gcschüftsführcndo Ausschuss der Zlonistischen Vereinigung für Deutschland hat auch für das Jahr 1919 die Erhebung eines Krlogabel■ trage» beschlossen. Der Mindestbeitrag ist entsprechend den höheren Ansprüchen, die an die Organisation gestellt werden, auf 10 Mk. festgesetzt worden. Wir erwarten bestimmt, daß auch in diesem Jahre alle unsere Freunde der Aufforderung des geschäftsführcndcn Ausschusses nachkommen werden, um der Leitung so die Möglichkeit zu geben, die großen Aufgaben, die der Dclcglertentag gestellt hat, auszuführen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Finanzressort: Lldtthetn»• Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto Berlin 8091. Landwirtschaftliche Vorbereitung für Palästina So sehr die Aussichten über die für Palästina geeigneten Betriebsfarmen aüsemandergeben, darin stimmen die Sachverständigen überein, daß der intensive Gcmüsebaix mit allen Kräften zu fördern sei, weil er cs ermöglicht, aut engem Raum und mit wenig Kapital verhältnismäßig viele selbständige Kolonisten anzusiedein, vom privatwirtschaftlichen Standpunkte betrachtet eine der rentabelsten Betricbsformen ist, und weil er endlich auch dem Menschenmatcrial, das für!die Kolonisatinn hauptsächlich in Betracht kommt, besser entspricht als z. B. Körncrban und extensive Viehzucht. Damm sei für diejenigen, die sich dem Landwirtschaftliehen Berufe zuwenaen wollen, folgender Vorschlag unterbreitet: 3 km von Königsberg entfernt besitzt ein Zionist ein Landgut von 20 Morgen, auf dem intensiver Gemüsebau betrieben wird. Es werden alle in Betracht kommenden Gemüsearten und auf einigen Morgen Tabake gebaut. Auf dem Gute sind ständig ein Gärtner und mehrere gelernte Arbeiter, daneben während des Sommers etwa 20 Frauen und 30 Kinder als Tagelöhner beschäftigt. In diesem Jahre sollen noch 80 Morgen Pachtland in Kultur genommen werden, auf denen ebenfalls hauptsächlich Gemüse, daneben aber auch etwas Getreide gebaut werden soll, damit die Ausbildung eine vollständige sei. Naturlieh sind einige Külic und Geflügel voihanden, die zu versorgen sind. Der Besitzer dieses Gutes hat sieh nun erboten, etwa 20- 30 Jungen und Mäddien, aucli ältere Leute natürlich, auszubiiden, insbesondere durch seinen Gärtncr und durch die Vorarbeiter. Schwierigkeiten inacht die Unterbringung, da der Besitzer in seiner Wohnung niemanden nufnchmcii kann. & wird daher beabsichtigt, eine auf dem Grundstück: befindliche, vollständig eingerichtete, mit Küchenein riehtung versehene Militärbaracke zu mieten oder zu kaufen, um die Eleven dort unterzubringen. Sie müßten sich auch selbst verpflegen, wobei sie natürlich durch Lieferung von Gemüse und Kartoffeln vom Gut unterstutzt würden. Für die Instandhaltung der Baracke und die Verpflegung müßten etwa 2 Frauen gemietet werden, falls nicht einige von den Eleven das! selbst besorgen wollen. Selbstverständlich würde die Vcrpflcgung rituell sein. Die Ausbildung würde — um nicht die Zeit und das Portemonnaie der Eleven unnütz in Anspruch zu anderes gewesen als solch ein Dolmen, Von besonderem religionsgeschichtlichen Interesse ist cs noch, wie der Verfasser die Dohnen mit dem Entstehen eines primitiven Seclcnglaubcns, d*cs Glaubens an ein Fortleben der Toten in Zusammenhang bringt. Auch diese Anschaumig ist ja dann in biblischer Zeit von großer Bedcutung gewesen. Wir haben hier also zum; ersten Male eitle umfassende Urgeschichte Palästinas und der Verfasser ist mit reichem wissen und größter Sorgfalt an diese schwierige Aufgabe gegangen. Wer sich mit der frühesten Geschichte der altoricntntischcn Kultur beschäftigt, wird dieses Buch fortan nicht umgehen können und ward es mit größtem Nutzen verwenden. Literarische Mitteilungen Das Zcntralkomctec der Organisation Misrachi in Jaffa gibt eine neue hebräische Zeitung Hazir“ (Der Bote) heraus und ließ ein sehr wirkungsvolles Flugblatt in schöner hebräischer Sprache erscheinen. Seit anfangs Januar 1919 erscheint in Lemberg ein jüdisch-nationales Tageblatt in polnischer Sprache unter dem Namen ״Chwilas“, unter der Redaktion von Dr. Zipper, Dr. Schreiber und Dr. Rosmarin. Die in Kopenhagen erscheinende Zeitung ״Herlingske Tidcnde“ hat in ihrer illustrierten Wochenbcilage ״Udc og Hjcmme“ vom 16. Februar eine Sondernummer ״Pogrom og Zion“ herausgegeben, die Bilder aus Palästina und den von den Pogromen heimgesuchten Gebieten des europäischen Ostens enthält. ln Kopenhagen starb im Alter von 25 Jahren Frau Stybcl, die Gattin des bekannten Leiters des hebrätschen Verlages Abraham Stybci, die an dem Werk ihres Mannes einen hervorragenden Anteil genommen hat. nehmen - - vom 1. April bis I. Oktober dauern, da vor Und nach dieser Zeit mir gepflügt, und gedüngt wird, diese Arbeiten aber auch während der anj׳cstell auf etwa 50f> Mark pro Person stellen. Sollte die fortschreitende Ausbildung die Eleven instand setzen, friiher, als erwartet wird, nutzbringende Arbeit zu leisten, so könnte sich der genannte Betrag noch verringern. Die jungen Leute würden also unter fachmännischer Leitung landwirtschaftliche Abeiten verrichten und im Gemüsebau einigermaßen gründlich ausgebildet werden, da die verschiedenen Gemüse arten zu vcrschicdenen Zeiten gesät, verpflanzt und geerntet werden, sodaß die dabei in Betracht kommenden Arbeiten selbst während dieser kurzen Sommerzeit mehrfach wiederholt werden. Wer sich an diesem Kursus zu beteiligen wünscht — in Betracht!kommen Jungen und Mäddien von 14 Jahren aufwärts —• wende sich an Herrn Referendar Podbielski, Königsberg i. Pr., Sclüllcrstr. I, der auch zu jeder weiteren Auskunft gern bereit ist. Landwirtschaftliche Ausbildung Stettin. Gärtnerei in Stettin sucht mehrere junge Mädchen, Ausbildung in Obst-, Gemüse-, Samenbau, praktisch und theoretisch. Freie Station exklusive Zimmer und Wäsche. Nähere Auskunft erteilt Rcfr. Walter Moses, Berlin NW,, Alt-Moabit 82d, Berlin. Ausgeb i Id etc Gärtner suchen Stellung. ־ - Eine Kindergärtnerin sucht au pair Stellung auf dem Lande, wo Garten- und Hausarbeit erlernbar, übernimmt auch Kindercrziehung. Auskunft durch Rctr. Walter Moses, Berlin NW., Alt-Moabit 82d. Nachrichten Berlin. Am 8. März, um 1/29 Uhr abends, spridit Dr. Fritz Sternberg im ״Hapoelf fazai'r״ (Rosenthalerstraßc 16/17) über: ״unsere Forderungen zur Palästinatagung", Eintritt nur für Chawerim, Berlin. IX־r Arbeitsausschuß der nationaljiklischcn Jugendorganisationen Berlins gibt zu Purim eine K i ud e r ze 111111 g heraus und stellt diese den Organ! sationen zum Preise von 0,40 Ai pro Stück bei Abnähme bis zu 100 Exemplaren, bei mehr als 100 Exemplaren 0,30 M. pro Stück zur Verfügung. Bestellungen sind zu richten an Herrn Willi Preis, Cireifswalder Straße 3 (Tel,: Alexander 4899). Berlin. Am Dienstag, den 18. März, abends 7 Uhr, veranstaltet der ״Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“ in Berlin W, Kleiststr. 10 (Logenhaus), eine Versammlung, in der Herr Dr. EI i a s A u e r b a c h (H a i f a) über ״F r a u e n - aufgaben in Palästina“ sprechen wird. An• schließend: Generalversammlung: Bericht über bishe rige Tätigkeit usw. Gäste (auch Herren) willkommen. Das Jüdische Kongre ßkomi tee Berlin vcranstaltct Dienstag, den 4. März, abends 7\ > Uhr, in den Musikersälen Kaiser Wilhelmstr. 31, eine Versammlung. Referent: Herr Dr. Arnold Barth. Thema: ״Die Orthodoxie und der Jüdische Kongreß 1'n Deutsch la nd.“ Berlin. Am 25. Febr, ist in der Pasteurstr. 44/46 die 2, Schtiler-Abteilung des Jüdischen Turnvereins Bar-Kochba E. V, eröffnet worden. Der ungeheure Zuström neuer Mitglieder bewies die Notwendigkeit dieser Neugrümluiig, Da für genügend Turn-Lehrkraftc gesorgt ist, ist es uns möglich, noch weitere Ncuanmeldungen entgegenzunehmen. Pflicht aller Nationaljuden ist es, zur körperlichen Ertüchtigung des jüdischen Volkes bei• zutragen, indem sie ihre Kinder in die jüdischen Turn• vereine schicken, Berlin. In einer von etwa 70 Personen besuchten Versammlung der Hczirksgruppc ״Süd“ der Berliner Zionistischen Vereinigung im ״Ltickauer Hof“ sprach O, Zlocisti über ״Politik des Zionismus“. Er schilderte, wie die zionistische Politik seit HerzJ cs verstanden hat, durch geschickte Stellungnahme zu den beiden Mächtegruppen die Sympathie der maßgebliehen Großmächte für einen jüdischen Staat in Palästina zu erwecken und die zionistische Idee jetzt, nach dem Zusammenbruch der gewalttätigen, jungtürkisehen Oligarchie, unter Mitwirkung des entsprechenden Völkerbundes ihrer nahen Erfüllung entgegen/uführen. In der Diskussion betonte Herr Krauß die Notwendigkeit der Pflege der hebräischen Sprache in Deutschland in! Interesse des Zionismus. Im weiteren Verlauf des Ahetids wurde beschlossen, den Mitgliedern der Bczirksgruppe die Zahlung eines freiwilligen Monatsbeitrages von I M, zur Deckung der Unkosten nahezulegen, Stettin• Zionisten treffen sich an jedem Freitag abend beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Hermann Jacob. Turnerstr. 101, Eingang Arndtstr. Auswärtige Zionisten stets willkommen. Chemnitz. Vor kurzem fand zugunsten der not leidenden Juden in Lemberg ein Wohltätigkeitsnbend verbunden mit einer Haussammlung statt. T)er Ertrag von 25 000 Kr. wurde dem Jüdischen Nationalra t in W 1 e n beluifs Verteilung an die Bedürftigen überwiesen. Zwickau I. S. Wie schon mitgeteilt, entfaltet jetzt die Zionistische Ortsgruppe ebenso der Zio- 111 s t i s c h e J 11 g c 11 d b 11 n st eine rege Tätigkeit. Die Zusammenkünfte finden jede Woche im Vereinssaal des Cäfü Hcrtscli statt und zwar: Die der Z i 0 n i s t i s c h e n Abonniert auf die Ji I3S

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