Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIV (1919)
- Issue
- Heft 12 (14.2.1919)
- Date
- 1919-02-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652135-2652147--12038-2669625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
■1יי Nr. 12 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 95 12 hcbräi- I Milt innershriften PP et, e i n i - idt-Gf.; ihr« g fand ׳enden 1 Herr >r., is| lästinj e Ver• r. 140. e B«r• 1 An n k e tellver. rh eine in an, Jruppe samm׳ Zion“ eine« datiert e hier anden :h hier en ist *reiche Orünin, im uppen. M i $ M i s■ achitz de«!ssierer -azartis Propa■ r c u s), elegen• abend« 1, Dra r.. An!fragen werden Schute e i m), . Für Sprach■ u und nakurs nigting emein• Soziale I Uhr c h r a• jabriel e w y),?,.8--9 5rnus׳\ Väter, n neunr Dr.;raphie Jebuii■ : Dich• g der rd für Mäd• .,n, eia 1, (freie . Als Hause Laufe , auch n und Lara• r zio- Arbeit iür die abff<- achke• er die en des dieses liedern sprach natio• loxie“, n An• rschie• neuer ar der Herr n. Er 1 Vertreuen it des gud.ih : prin• poli• eljgiös rkiarte Ham• willigisraeni en. 1 Orts• Vor• otti• L i 5• au E, chtigt, einoin• über: Istina״ : ehre (esoltrtkin folgenden Inhalts angenommen am ■ung des öooens m uaiauma rur nurwenuig. >e langsame Enteignung des nicht in jüdischen Händen *Endlichen Bodens wird für zweckmäßig gehalten.“ Stettin. Zionisten treffen •ich an jedem Freitag ,bend beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Hermann a co b, Turner Str. 101, Eingang Amdtstr. Auswärtige ijonisten. stets willkommen. Leipzig. Die gutbesuchte Generalversammlung der Ortsgruppe fand am 26. Jan. statt. Der Vorsitzende Oubiner berichtete in kurzen Zügen über die Tätig- (eit des Vorstandes. Die Mitgliederzahl sei in kurzer reit auf über 300 angewachsen, nachdem sie während [es Krieges bereits auf 60 gesunken, war. Ferner be• itände der Zionistische Jugendbund mit 150 Mitgliedern and die vor kurzem gegründete Misrachi-Gruppe mit W Mitgliedern. Vor wenigen Tagen ist die Studenten■ Verbindung ״Hatikwah“ im K. J. V. ins Leben getreten, Vorsitzender ist: Cand. Sulke. Sodann berichtete Herr Kreistmann über die Nationalfonds- Arbeit, die sehr erfolgreich war. Leipzig brachte über 27 000 M. — den zehnten Teil der Gesamt- Einnahme Deutschlands — auf, darunter 6000 M. für die Tschlenow-Kolonie. Der Redner wies auch auf die ungeheuere Wichtigkeit der Selbstbesteuerung hin. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jetzt jährlich inkl. Schekel- und Landesbeitrag 15 M., mit ״Rundschau“ 30 M. Nach der Neuwahl setzt sich der Vorstand aus den Herren W. Dubiner, Dr. E. Chamitzer Pr. R. Chamitzer, M. E i t i n g o n, S. L. Fuchs, J. Katzenellenbogen und K. Schick zusammen. Dresden. Aus der Zionistischen Vereinijung heraus wurde schon wiederholt die Anregung gegeben, energische Maßnahmen zu ergreifen, um den vielen jüdischen Arbeitskräften, die während der Kriegsjahre von den deutschen Behörden zur zwangsweisen Arbeit nach Deutschland gebracht wurden und infolge der jetzigen Verhältnisse brotlos geworden sind, griindliehe materielle Hilfe zu bringen. Alle Bemühungen, zwecks Aenderung der mißlichen Lage dieser Bcuauentswerten, auch Verhandlungen mit dem Vorstande der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden blieben erfolglos. Um sofort energisch Hilfe bringen zu können, wurde der ״Hilfsverein für Ostjuden zu Dresden" gegründet, der nach kaum 14 tägigem Bestehen sclion durch Gründungsspenden ein Vermögen von zirka 20 000 Mk. und monatliche Mitgliedsbciträge von 1600 Mk. aufzuweisen hatte. Der ״Hilfsverein“ ist schon in der Lage, nach 14 tägigem Bestehen 18 Leute vollständig zu Unterhalten und steht mit allen Behörden zwecl« Nachweis passender Arbeitsgelegenheit in Verbindung. Ziel und Zweck des Vereins ist, allen ostjüdischen Arbeitern nach Möglichkeit Arbeitsgelegenheit zu verschaffen und sie bis dahin durchzunalten und nach Kräften zu unterstützen, damit sie nicht etwa wider ihren Willen in die Pogromländer abgeschoben werden. Der Vorstand des neugegründeten Vereins be- «teht aus 15 Personen, die sich all« in die Arbeit teilen, vorwiegend Zionisten, Siegfried Pionkowski (1. Vors.), Heinrich Feingold (2. Vors.). Eine Generalversammlung, in welcher die Statuten genehmigt werden sollen, findet am 17. Febr. statt. Halle a. S. Die Zionistische Ortsgruppe hat sich neu organisiert. Durch stärkeren Zuzug von Studenten, insbesondere K. J, V.ern, herrscht in diesem Winter reges Leben in der Ortsgruppe. Unter der Leitung des Herrn W o s k i n findet ein hebräischer Sprachkursus statt. Am 5. d. M. referierte Herr cand. jur. Tuchler über den ״Jüdischen Kongreß". — Der schon vor dem Kriege gegründete ״Jüdische Turnverein“, dessen Tendenz es ist, neben der turnerischen Ausbildung auch bewußtes Judentum unter seinen Mitgliedern zu propagieren, weist jetzt die Zahl von etwa 60 Mitgliedern auf. Hannover. Am 30. Jan. sprach in einer von etwa 600 Personen besuchten Versammlung Herr Kurt Blumenfeld über das Thema: ״Der Antisemitismus und seine Ueberwindung“. In der Diskussion sprach Herr Rabbiner Dr. Freund, sowie Herr Referendar B u c h h o 1 z. Hannover. Von der zionistischen Ortsgruppe Hannover ist, in Verbindung mit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, ein Parteisekretariat in Hannover errichtet, das zugleich auch die Geschäfte des ״Mitteldeutschen Bezirksverbandes“ führen wird. Zum Partei- »ekretär wurde Herr Otto Lehmann (Herzl-Club) bestimmt. Das Büro befindet sich Josefstr. 18, II. -- Dem Sekretariat ist eine Zweigstelle des Jüdischen Arbeitsamts angegliedert, Gesinnungsgenossen in der Provinz werden — im Interesse der vielen Stellung suchenden jüdischen Soldaten — gebeten, offene Stellen jeglicher Art an die obige Aaresse aufzugeben. — Die in Hannover bestehenden zionistischen Vereinigungen (Zionistische Ortsgruppe — Hasamir — Herzl-Club — Misrachi) haben sich zwecks gemeinsamer Arbeit zum ״Merkas hazionim“ zusammengeschlossen. Nürnberg. Am 25. Jan. sprach Herr Dr. Mayer in dem Vortragszyklus der Ortsgruppe über ״Palästina als geistiges Zentrum“. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Es wurden mehrere neue Mitglieder für die Ortsgruppe gewonnen. Karlsruhe. Zionisten treffen sich Dienstag abends im Veretaslokal, Herrenstr. 11, Seitenbau. Pforzheim Nachdem bereits vor 8 Tagen in Pforzheim eine zionistische Propagandaversammlung stattgefunden hatte, sprach am 6. febr. Herr Dr. Rosenleid, Karlsruhe, über den ״Zionismus nach dem Kriege“. Der Redner fand! für seine Ausführungen starken Beifall, ln der Diskussion sprach von anti- Monistischer Seite Herr Lehrer Sommer, Ferner sprach Herr L. Lichtinger -Stuttgart. An die Jugend wandte sich in kurzen Worten Herr 1. Preßhurgar. Weiter beteiligten sich an der Diskussion ... Versammlungskalender der Berliner ZionistischenVereinigung Büro: Berlin C.» Burgttr. 30. Telefon Norden 9023—9038. Besuchszeit täglich außer Sonnabends von 10—2 Uhr. Sonnabend abends nach Sabbathausgang bis 8 Uhr. Wir bitten die Versammlungsankündigungen der Berliner Zionistischen Vereinigung an den Sfiulen und Mn der Jüdischen Rundschau zu beachten. Montag, 17. Februar: Gruppenversammlung der Gruppe ״Zentrum“ Hotel König von Portugal, Burgstr. Beginn pünktlich 1/28 Uhr Tagesordnung: ״Konstituierung der Gruppe, Wahlen und Arbeiisprogramm" Referent: Herr R. A. Grone mann. Gruppen Versammlung der Gruppe ״West" Spldiem-SÄle, Splchemstr. 3. Beginn pünktlich 8 Uhr Tagesordnung: t, ״Konstituierung der Gruppe, Wahlen und Arbeitsprogramin.“ Referent: Herr Dir. Loewenthal. 2. Vortrag des Herrn Rudolf Samuel über den ״Jüdischen Nationalismus.“ Mittwoch, den 19. Februar: Gr uppen Versammlung der Gruppe ״Charlotfenburg" Wilhelmshaven am Zoo. Beginn pünktlich 1/,8 Uhr Tagesordnung: ״Konstituierung der Gruppe, Wahlen und Arbeitsprogramm“ Referent: Herr cand. phll. Julius Levy. iniiiiimnniiimimiiiiiiiinmiimiiiMUiiimiimiiiiiiniiiiiiiimiiimiiniiiiiiiiiiiiMtimiiiimmiiiimmiimimimii die Herren Metzger und Stern. Hierauf wurde eine Ortsgruppe gegründet, zu der sich von den Anwesenden zirka 130 Personen annähernd60 ׳ meldeten. In den Vorstand wurden gewählt u. a.: Stern, Kaplanski als Vorsitzender Dr. Sommer, Schriftführer, Frl. Sommer, N. F. Sehr, Herr Schauer Kassin. Cassel. Im Rahmen der ״Jüdisch-wissenschaftlichen Vorträge“ die die Zionistische Ortsgruppe in Arbeitsgemeinschaft mit anderen hiesigen Vereinen veranstaltet, sprach Herr Nah um Goldmann einen Abend über die ״Grundlagen des Zionismus“ und zwei Abende über die ״Hebräische und jiddische Literatur der Gegenwart“. In den letzteren beiden Vorträgen gab der Redner ein großartiges Bild der Geistes-Entwicfdung des osteuropäischen Judentums und seiner Literatur itn 19. Jahrhundert, die in der Zeit der Haskalah revolutionär und als Protest beginnend, sich in der hebräischen Sprache erst ihr Instrument bilden mußte (Lewinsohn, Jehudah Leib Gordon), alsdann im unbestrittenen Besitz dieses Instruments die Uebergangszeit in Mendele Mocher S e f o r i m und Scholem A 1 e i c h e m verkörperte, um schließlich mit Perez, Frug, Schalom Asch in das Stadium der Reife einzutreten. Hier haben dann En scheinungen wie B i a I i k, Schneur, T s c fi e r n i - chovvski u. a. alle Schlacken des ungewöhnlichen Entwicklungsgangs abgestreift und stellen höchstwertige Literaturerscheinungen dar, deren Werke, aus der Enge der nur-jüdischeri Kunst in die Weite menschheitlicher Dichtungen hinausgewachsen, den Beweis der Schöpferkraft der selbständigen jüdischen Kultur erbracht haben. — In seinem Vortrag über den Zionismus schilderte Gold mann die Theorie des Zionismus, sie aus der Analyse der beiden Begriffe ״Palästina“ und ״das jüdische Volk“ ableitend. Seine Ausführungen hinterließen bei der großen Versammlung, die zumeist aus Leuten bestand, denen zionistische Gedankengänge bisher völlig unbekannt waren, einen sehr starken Eindruck. - in zwei besonderen Ortsgruppen-Versammlungen machte Herr Gold mann noch längere Ausführungen über die politische Lage des Zionismus und die Kongreßbewegung und besprach die weitere Arbeit der Ortsgruppe. Auch in dem hiesigen ״B1 a u - W e i ß“ hielt er eine längere Ansprache über ״die Jugend und das jüdische Volk“ und rief unter der sehr zahlreich erschienenen zionistisehen und nichtzionistischen Jugend große Begeisterung hervor. Elberfeld, ln einer von über TOOPersonen besuchten öffentlichen Versammlung sprach Herr Kurt Blumenfeld-Berlin über das Thema: ״Der Antisemitismus und seine Ueberwindung“. — Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 8V2 Uhr״ im Zentralhotel. Gäste und Durchreisende willkommen. Hagen i. W. In einer vom Zionistischen Gruppenverband Rheinland - Westfalen veranstalteten Versammlung sprach Herr Dr. Grüneb e r g - Elberfeld über das Thema: Was fordern wir Juden vom Friedenskongreß?“ Trotzdem vom neutralen jugendverein sowie von verschiedenen anderen Seiten die Parole ausgegeben war, die Versammlung zu boykottieren, war der Besuch ein recht guter und die Ausführungen des Redners fanden namentlich bei der zahlreich vertretenen Jugend lebhaften Beifall. Wir er hielten eine Anzahl Zustimmungserklärungen zum Kong re ß und wurden um baldiges Wiedererscheinen in Hagen gebeten. Die in der Diskussion von Herrn Rechtsanwalt Dr. Cohn erhobenen bekannten Einwände des Centralvereins wurden von Herrn Dr. Grünebe r g wirksam widerlegt. Münster. Am 27. Januar sprach Herr R.-A. Dr. Klee aus Berlin auf Veranlassung• einiger Freunde der zionistischen Sache in Münster. Zu dem Vortrage waren Einladungen an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Münster ergangen, die der Einladung recht zahlreich gefolgt waren. Herr R.-A. Dr. Klee sprach über die Frage: ״Was will der Zionismus?“ Er legte in klaren Worten kurz die Geschichte des Zionismus dar und ging dann tzu einer treffenden Beantwortung der gestellten Frage über. Er betonte insbesondere, daß das zionistische Programm seiner Erfüllung nahe sei, und daß nunmehr die deutschen Juden einer solchen Entw׳icklung nicht mehr fernstehen und sich nicht mehr verschließen dürfen. Seine Darlegungen hinterließen den nachhaltigen Eindruck in der Versammlung. Die Diskussion beschränkte sich auf einige wenige Gegenstände. Herr R.-A. Dr. Klee konnte die Einwürfe von gegnerischer Seite mit Leichtigkeit beantworten. Als Erfolg des Vortrages ist die Begründung einer zionistischen Ortsgruppe in Münster zu begrüßen, der sich am gleichen Abend etwa 25 Mitglieder anschlossen. Hamborn. Am 28. Jan. fand in Hamborn (Rheinland) zum ersten Male eine zionistische Ver- Sammlung statt, in der Herr Dr. Epstein- Duisbürg, über ■aas Thema. ״Das Verhältnis zwischen Ost- und Westjudentum“ sprach. Dem von den zahlreichen Anwesenden mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag, folgte eine eingehende Diskussion. Im Anschluß an dieser Veranstaltung wurde eine aus 65 Mitgliedern bestehende Ortsgruppe gegründet. Der Vorstand setzt sich aus den Herren Leo K rum holz. Moses Diengott und Bernh. Hirsch zusammen. Auch wurde eine Nationalfond-Kommission gegründet und Frl. Mali Marburger mit der Leitung derselben betraut. Breslau. Am 5. Febr. fand die Generalversammlung der Breslauer Zionistischen Vereinigung statt. Der neugewählte Vorstand besteht aus: R.-A. Jacobsohn (1. Vors.), Zahnarzt Schachtel (2. Vors.), Kaufmann Max Walk (Kassierer!, ferner Leo Grünthal, Max J. Kober, Dr, Walter St e ini tz, Lucie Kober Dr. Littmann, Dr, Rosen bäum und Max W, Kober. Die Mitglieder der Breslauer Zionistischen Vereinigung kommen an jedem Montag uirt 8 Uhr abends in unserem Heim, Karl str. 15, II, zusammen. Bei diesen Zusammenkünften wird regelmäßig über die Tagesfragen des jüdischen Lebens Bericht erstattet. Eine freie Aussprache schließt sich am Ratibor. Am 15. Jan. sprach in der Ortsgruppe R a t i b o r cand. med. Horst Fröhlich über ״Zionismus und Sozialismus“ vor sehr gut besuchter Ver- Sammlung. Nach seiner Anschauung vertragen sich die sozialistischen Ideen des wirtschaftlichen Ausgleichs, der Beseitigung des Ausbeutertums sehr gut mit dem Zionismus, während die Forderung des Sozialismus! die nationalen Unterschiede zu beseitigen, mit dem nationalen Programm des Zionismus nicht zu vereinbaren sind. An die Ausführungen des Referenten schloß sich eine rege Diskussion an. Kattowitz. Am 4, Febr. hielt der Arbeitsausschuß der nationaljüdIschen Jugend!seinen, zweiten öffentlichen Disku.ssionsabend ab. Herr Arnold Zweig, Berlin, sprach über den ״Jüdischen Kongreß“. Dank seiner Vielseitigkeit sei das jüdische Problem im Laufe der Zeit nacheinander als ein religiöses, soziologisches und nationales angesehen worden. Dieser letzte Standpunkt sei gegenwärtig, (wo in der Weltpolitik allein nationale Fragen ausschlaggebend Sind, der gegebene. Er verpflichte das deutsche Judentum wie das der ganzen Welt zur Einigung im Jüdischen Kongreß, der sich mit allen ׳jüdischen Fragen innerhalb und außerhalb Deutschlands zu befassen naben werde. Der Redner forderte daher das sehr zahlreich erschienene Publikum auf, für den Jüdischen Kongreß einzutreten. Keiner der Diskussionsredner polemisierte gegen den Kongreß als solchen. Nur der iZionismus wurde durch Frau Dr. Süß mann vom religiösen und durch Herrn Dr. Gott hilf von angeblich nationaljüdischem Standpunkt aus angegriffen. Dagegen nahm Herr Dr. Unna als berufener Vertreter des konservativ-traditionellen Judentiums den Zionismus *in Schutz, weil er erfahrungsgemäß seine Anhänger zum Judentum zurückführt, und trat warm für den Kongreßgedanken ein. Das Schlußwort des Referenten hatte Ezur Folge, daß ein großer Teil der Erschienenen ihre Unterschrift für den Kongreß abgab. Königsberg. Am 2, Febr. sprach in einer off entheilen Vortragsveranstaltung der Zionistischen Ortsgruppe Herr R.-A. uroneinauu über ״Der jüdische Volksgedanke“. Er führte aus, daß die Frage, ob es ein jüdische Volk gehe, keine wissenschaftliche Frage, sondern eine empirische sei. Sie sei bereits positiv beantwartet von den Juden in Amerika, in Rußland, in der Ukraine und in Polen, also von der großen Mehrheit der Juden, ebenso Von den Mächten, von England bereits 1903 durch das Angebot Ugandas, neuerdings durch die Anfrage der Entente an die zionistische Weltorganisation, ob diese sich an der Liga der Natiorien zu beteiligen wünsche. Das Bekenntnis zum jüdische« Volke bedeute nicht die Herauslösung aus der deutschen Kultur, aber die römische Staatsauffassumg, daß jeder Staatsbürger die Nationalität der im Staate herrschenden Nation an nehmen müsse sei durch die Revolution überwunden, die den Schutz der Minorität proklamiert habe. In der Diskussion bestritt Herr R.-A. Sebba das Vorhandensein!eines jüdischen Volkes, Herr Max Feinstein, der auf die ״tausendjiiirige Schicksalsgemeinschaft mit dem deutscher! Volk«“ hinwies, verlangte ebenso wie Her»• J. R. Lichtenstein die Auf-