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Jüdische Rundschau · 1919-01-10 · Heft 2 (10.1.1919) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIV (1919)
Issue
Heft 2 (10.1.1919)
Date
1919-01-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 24 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 Chemnitz. Am 8. Dezember hielt Herr Salman Rubaschow- Berlin einen Vortrag über ״Die Autgaben des jüdischen Sozialismus“. An der Diskussion beteiligte sich u. a. der Redakteur der Chemnitzer Votksstimme, Hermann K r a n o 1 d. Magdeburg. Am 15. Dezember fand die erste öffentliehe Versammlung des ״Ha’poel Hazair“ statt. Viktor Ch. Arlosoroff (Berlin) sprach über: ״Die Aufgaben der jüdischen Arbeiterschatt unddiejugen d“. Es wurde die folgende Resolution angenommen: ״Die am 15. XII. in Magdeburg vereinigte Versammlung des ״Hapoel Hazair“ protestiert aufs entschiedenste gegen die vom polnischen Volke verübten Greuel. Sie appelliert an die Weltdernokratie, die allein imstande ist, die elementaren Menschenrechte des jüdischen Volkes zu schützen. Sie begrübt die Erklärungen des allgemeinen Sozialismus und alter Großmachte, die nationalen Rechte des jüdischen Volkes in der Diaspora und eine nationale Heimstätte in Palästina zu sichern. Sie erklärt, daß das autonome jüdische Volksleben sowohl im Galuth wie in Palästina nur verwirklicht werden kann durch einen produktiven demokratischen Aufbau, der unseren wirtschaftlichen Bedürf-!rissen. angepaßt ist und fordert von dem kommenden jüdischen ״Weltkongreß, diesen Aufbau zu sichern.'‘ Es waren 32 Neuanmeldungen zu verzeichnen. Karlsruhe. Die Zionistische Ortsgruppe wurde reorganisiert. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. Wolf Am 1. Dezember fand eine Makkabäerfeier der Herr Dr. J. Rosen feld, Berlin, die hielt. Der Abend brachte der Ortsgruppe außer einem erfreulichen finanziellen Erfolg den Beitritt von einer ansehnlichen Zahl neuer Mitglieder. Am 19. Dezember sprach Herr Dr. J. Rosen feld in dem bis auf den letzten Platz überfüllten Saal der ״Vier jahreszeiten“ über: ״Die Qegenwartstragen des jüdischen Volkes“. Der Redner sprach von der bevorstehenden Verwirklichung der hohen Ziele, um die der Zionismus nun schon so viele Jahre kämpft, und brachte in klaren Worten die Mißbilligung über die Resolution der drei, deutsch-jüdischen Verbände, die das jüdische Volk als Nation verleugnet und in Gegensatz zu einer Glaubensgemeinschaft stellt, zum Ausdruck. Leider konnte infolge der herangenahten Polizeistunde keine Diskussion stattfinden. Von dem Anerbieten, einen besonderen Disk 11 ss io ns abend zu veranstalten, wurde von den zahlreichen Gegnern kein Gebrauch gemacht. Das Publikum dankte dem Referenten für seine guten und überzeugenden Ausführungen sehr herzlich. Der Abend brachte weitere neue Mitglieder. Mannheim. Vor kurzem wurde hier von der Zionistischen Ortsgruppe eine öffentliche V ersammlung zur ״Aussprache über die jüdische Gegenwartsfrage“ veranstaltet, deren Verlauf das neuerwachte jüdische Interesse der weitesten Kreise bewies. Erschienen waren etwa 1000 Personen, sodafi der Saal übergewählt, statt, bei Festrede Januar 1919. Regina Israel Arthur Korn Verlobte Berlin, Pastenrstr. 43. v J r § z Die Geburt einer Tochter zeigen an Kurt Blumenfcld und Frau Jeriky Blumenfcld geb. Hurwii* ץ־ 8. Januar 1919 7. Sch’w&t 5679 J füllt war und eine Nebenveranstaltung improvisiert werden mußte. Vier Redner beleuchteten das Thema nach verschiedenen Seiten. Dr. Fritz Ka uff mann sprach über ״Organisationsfragen“ Frau Dr. Else Bodenheimcr-Biram ״Vom neujüdischen Schrifttum“ I>. Julius Moses über ״Die national-jüdische Jugendbewegung“, Dr. Herbert Tannenbaum über ,.Gegenwartsaufgabcn׳“ Bei der Diskussion zeigte es sich, daß die Veranstaltung eine starke positive Wirkung ausübte. Stuttgart. Die Zionistische Ortsgruppe hielt am 16. Dezember eine van 500 Juden besuchte Versamm• lung ab, in der Herr Dr. Rosenfeld, Karlsruhe, über das Thema ״Der Zionismus und d i e d e u t ־ sehen Juden“ sprach. Die Ausführungen des Redners fanden großen Beifall. Es wurde eine Resolution von mehreren hundert Teilnehmern angenommen. Eine große Zahl von Anwesenden meldeten ihren Beitritt zur Ortsgruppe an. Wir bitten die Leser der ,Jüdischen Rundschau“ uns Nr. 58 der ,Jfld- Rundschau“ vom 31. Dezember 1918 freund!ichst zur Verfügung zu stellen, da die Auflage infolge großer Nachfrage vergriffen ist. Verlag der ,Jüdischen Rundschau“. Nürnberg. Am 21. Dezember veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth den dritten Vortragsabend in ihrem Zyklus über den Palästina-Gedanken. Herr Dr. Tachauer sprach über ״Die Kolonisation Palästinas“. Er gab einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung der Kolonisation und behandelte dann an Hand seiner eigenen Erfahrungen die verschiedenen Probleme, die sich bei der Kolonisationsarbeit ergeben haben und in Zukunft noch ergeben werden. Insbesondere erfuhren die Fragen des Verhält nisses zu den Arabern, des nationalen Eigentums an Grund und Boden, der Chalukkah eine eingehendere Würdigung. In der Diskussion, soweit sie sich auf das Thema des Vortrages selbst bezog, wurde insbesondere noch die Frage der Beschäftigung jüdischer Landarbeiter erörtert. In seinem Schlußwort warnte der Referent vor der Auffassung, als ob Palästina schon jetzt für die notleidenden Massen des Ostens aufnahmefähig sei. Die Kapazität des Landes werde in der nächsten Zeit noch begrenzt sein und erst allmählich werde Gelegenheit für eine große Masseneurwanderung geschaffen werden können. Der Referent schloß mit einem' Appell, die Kolonisationsinstitute, insbesondere den Nationalfond, nach Kräften zu fördern. Duisburg. Am 2. Januar erstattete unser Delegierte, Herr Dr. Epstein, Bericht über den 15. Delegiertentag. Die Fragen, die diesen beschäftigt hatten, wurden in der Diskussion lebhaft erörtert. Königsberg. In einer gut besuchten Versammlung im großen Saale des Tiergartengesellschaftshauses hielt am 29. Dezember Herr rJulius Berger - Berlin einen Vortrag über ״Die Forderungen des jüdi sehen Volkes“. Ausgehend von der augenblickliehen Gesamtlage der Juden und der Kongreßbewegung in anderen Ländern erörterte der Redner die Hoffnungen und Wünsche des jüdischen Volkes für die Friedens- Verhandlungen, betonte die Notwendigkeit der Durch- Setzung der kulturellen und politischen Anerkennung und besprach die Auitanomiefrage. Deutschland stände innerhalb der großen jüdischen Bewegung zurück, seine Arbeit zersplittere sich in Vereinen, seine Gemeinden hätten ein veraltetes Wahlrecht, ihr Geschick würde von Notabeln gelenkt. Er beleuchtete das Verhalten von deutsehen Juden den Ositijuden gegenüber und stellte fest, daß die deutschen Juden während des Krieges durch ihr vollständiges Versagern gegenüber dien großen Aufgaben, des Gesamtjmkmtuans das Vertrauen der übrigen Teile des jüdischen Volkes verloren hätten. Sie st anden jetzt vor der Aufgabe, es sich durch rückhaltlose Einstellung in das Programm des Gesamtvolkes zurückzugewinnen. Diesem Zusammenschluß diene der Aufruf zu einem jüdischen Kongresse in Deutschland, der die einheitlichen Forderungen aller der Juden festlegen solle, die das Band zwischen sich und ihrem Volke noch nicht zerrissen hätten. Nach Darstellung des bekannten Kongreß Programms schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Es folgte eine sehr lebhafte, stellenweise erregte Aussprache. Sachlich ging auf die schwerwiegenden zur Diskussion stehenden Fragen nur Herr Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein teilweise, im zweiten Teile seiner Ausführungen, ein. Er bekämpfte den Gedanken einer Valksgemeinde, da die Auffassung des Judentums als Religionsgemeinschaft auch die Beschäftigung der Gemeinden mit nicht religiösen Dingen zulasse, und erklärte unter Ablehnung des jüdischen Volksgedankt*ris, daß bei Beibehaltung der von der Zionistischen Organisation für die Teilnahme am Kongreß geforderten Plattform für ihn die Möglichkeit einer Teilnähme nicht vorhege. Iin übrigen wurde seitens der anwesenden Gegner, von denen sich besonders noch Herr Geheim rat Falkenheim an der Diskussion beteiligte, aut die großen jetzt die Juden der ganzen Welt aufs tiefste bewegenden Fragen, nicht eingegangen, sondern lediglich Angriffe des Vortragenden auf die Führung der deutschen Juden, sowie seine Aeußerungen über die Stellung der deutschen Juden zum Kriege in ausführlichen Diskussionsreden bekämpft, die zum Teil aut einen lebhaften patriotischen Ton abgestimmt waren. Außer den Genannten kam auch Herr Ober- Stabsarzt Prof. Dr. Theodor Cohn zum Wort. Herr Dr. Lazar nahm den Zentralverein und seine Haitung während des Krieges in Schutz. Während des Schlußwortes des Herrn Vortragenden, in dem er besonders darauf hinwies, daß nunmehr in allen Ländern die Zionisten die Führung der Juden übernommen Sedalction )ienstag 1 lierteljähr Die s'r. 58, jitnehmc vir fest! :inern zi Vir bitb 'lummen imtern e Nun Zion unliebsamen Zwischenruf protestierten. (fin fremder junger Mann hatte den aus Berliner gegnerischen Ver- Sammlungen bekannten Zwischenruf ״Zionisten raus“, diesmal ins Zionistische übersetzt, in den Saal gerufen.) hn Anschluß an die Versammlung sind wieder eine Reihe von Gemeindemitgliedern zum Teil aus uns bis״ her ganz fernstehenden Kreisen der Zionistischen Organisation beigetreten, Wochenkalender, Sonnabend, 11. Januar, 10. Sch’bat 5679. Bo, Nacht 5,3; Donnerstag, 16. Januar, 15. Sch’bat, Chamischah assar. Der iidisd National ebhafte on Zu vorigen donistis;egung 1• leftigen Replik i mnächsi!11 nein Aufsatz Attacke .rare an ־reifen, Mur mü ritterlich andersei faß So!( verletze! Tiff Schluß des redaktionellen Teils. Bruno Rablnowltz Mnyllft Rabluowitz geb. Wohlmann Vermählte Wien III 0<msaaga#8e 10-32 im Dezember 1918. Junges Mädchen für Registraturarbeitan gesucht. Kenntnisse in Schreibmaschine u. Stenogr. erwünscht. Zionistisches Zeetralbflro W. IS, Sächsisch« Str. S. r Max Beatus Sadie Beatus grk Grflnbsum Vermählte Ais Klavierstimmer empfiehlt sieb ,erst, Jfld. Blindenanstalt Telefon: Steglitz 1039. Berli» N. 89, Tegelerstr. 88. . J f- Käte Müllerheim Dr. WUly Jacobrohn Sohwtdt ad, Verlobte Oder Hamburg HO. j r Hanna Kraft Julius Rosenthal V 1 München Verlobte Neustadt W - Pr. r Dora Steingut Sally Wohl-Rothstein Verlobte Hamburg Magdalenenstr. Schowat 6679 Altona Die deburt einer Tochter geben bekannt Heina Herrmann und Frau Gerda geb. RosGDthai Königsberg i. Pr. 2. Januar 1919. 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Wolitd, itttb Jiomaittif »on 3d>. «torclif. ®oretif« eififiter Stil, leine me[andjoliftfi־fcbaff• hafte Slti, haben Itintt ״Sieben ^Jrotmu" jjreunbe gewonnen uttb beberrfdjen atnjj biefc btei @e* fprätfje über beit ,*)wttiämtW. — 3'erl'(te® forgfattig attggeftatietes ®eftbenfbänbeben. —- JSteiä fteif broftbiert 'Ulf. ‘2.—, geb. Skt. 2.50. ffll0au§ jur, eilt (£fjattttf¥atjl1ttd; ״fjiibiitbe Blunbfftau": 9 . . . ״tuä ®eftbitbte mtb Literatur, au« Sötbel »nb äkibrafdj ift hier ba« Scfte uon bem juSamtnengettagen worben, was öett ©ein ber Kbrntuflabgefcbiibte unb ibreä iJeftcä fennjeidwet.“ — Rterlit^cr Jfattottbanb.?reib Ulf. 5.-. 'Jlette Sluflagc mit einem ©orwort bon iprofenor ®v. Otto Sarburg. — ißreiä 3kf. 2.—. (liibiictic SIniiditsfnrtfii. bicuefte« 5>agernerjei(6ttt§ gratis. .fiierauS empfeble» wir BeionbcrS: Qiäfot־ Serie, ^irSjenbcrg, (Srej 3«rael*flarten. ^übifdje SSolfdwufif. 'knteftcä 2)i1tfifalienoet> jeitbniä ®arauSbtfonbetl empfoblen: (Purtmbeft ber ״Qonteffliebcr . 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