Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1918)
- Date
- 1918-11-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2651273-2652077-2652123--11826-2669391- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
t <־u> 11' 1,Kv״r ein- ־'■־;:u «Irr 1;i!e״•s il1nn;.1u ' |n,1k- ,.einen •ף!!! ׳1. 11 <iin;•׳ihren. :1) nm ' i''0IU'l1;'uljicii .he 1;c- -■ Mit- '• v, Uli ־-;r, il ■ I t:.] M i } f ¥ ■ A r ר 5 <;1 »1 aj % "i f>\ : ) lA IN I rt- ״»* 1/ A M i\ I A > i A '׳ , .06, l » '! ptio >w I /1 ־־*־CT ' $0 \ ־?» \ i 0 J K / i ר״'.:,־' " . '-*j f ■ \\ \ \ ־•■ \! ... 4, v_^׳ '3 C~ ... ... _ . . v . - «1r-rr.r;.״׳׳,*ri״r.-^:״'..r ,«,־®ד-.:. Redaktion und Verl»? jiidicclic ku»(kchau, Berlin W. 15, h.*.i״.c3u■ SunCe 8, Er jdicint wöciieiitl. am Eieiiag. Abonnement bei der Expedition und bei allen 1’׳״,!'hintern ..na״l;nhrl. Mk.4,50 in Denleelilimd. in Ocnterreirir-Umrnrn VC. 18 ׳. — . im A11*J »mi ML־ geeint wochnuU nm neUag. Alioimcmcnt bei der bxpedilton וווו(] im allen ro-,l.1,־ viertcljülirl. Mk. <1,50 in Deiilseldrind, in OcstcrreirJi-Unjforn l'.r, 8, — , im Au.'.iaml NB: - ,JUist.X. *. ~ ■s־j!-\.u fUNcviurmrTS'.־.״-ä*.; .-1 frr.wr^־t*.n־.c:i־.w־;•!* ׳*>• ׳.״,■ Nummer 47 § Berlin, den 10. November 1010 6,50 De* Zionismus erstrebt für «las jüdisch© Volk %llts Sekaf*י f Ü \ ג:י^זס bor r #;:׳■״ j ^3 _ -*ך*»״״ ...—.“״״־ — ■״■“״ ־;;״י זז.־ד:־ע:»:־•:-; 1110:1<׳! ,־! Ai.'t Ohl.-.r.d B4h. PosUrJx-cEkonto: Berlin Nr. 17592. Für OcsterreM״; K j’oil!׳*<׳ <׳n':י.,!•! ־r,,t Sihrd-.konto Nr. 156030.. Amelien die »fcl5״r׳ r.paUc:1a t «»*- r'iln'(׳).'.irr il'-ren Rruim 60 Pf. TV.ntruntrwir.dilatf 20“/״■ K«<h>ktlonr;d.lnÜ Dicm.tag narlira. 15. Kialcw 5570 .. —* •׳יי;.-׳״•- vrv2r־*m׳!r»-taue?*» XXIU• Jahrgang ־־c>ak.;:r>i־l־.ar» '•»In In PnLInUaft. >, 1^*• Oti»^»*״> — *■***41 ppell dbr dentaeliea %iz::l:üz:2 an die englischen, französischen und amerikanischen Zionlr.tcn wegen Hilfeleistung für das deutsche Vc2b ־ Aus Kopenhagen wird uns vom 17. November telegraphisch berichtet; Im Aufträge der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat das KopcnhagcncrBßro dcrZionistischcn O r g a n i s a t i o n nachstehende telegraphische Kundgebung an die zionistischen Föderationen in England, Frankreich und Amerika gerichtet: ״Wir begrüßen Euch, teure Gesinnungsgenossen, im Moment, da das blutige Ringen der Völker aufgehört und in Deutschland ciij neuer Geist der Freiheit gesiegt hat. Es ist von unverg!eichlicher Wichtigkeit, daß diese Entwicklung sich ungcstöVt vollzieht. Wenn im jetzigen Augenblick des Ueberganges Hungersnot und Unterbindung des Verkehrs entsteht so droht die glücklich begonnene Entwicklung in Anarchie zu zerfallen. Wir begrüßen, daß Amerika und die Länder der Entente beschlossen haben, durch rasches Eingreifen tatkräftige Hilfe zu leisten und bitten Euch, auch Eurerseits alles dazu beizutragen, daß die ungeheuren Leiden des deutschen Volkes gelindert werden, damit es nicht am Hunger zu Grunde gehe und in Anarchie sich auflöse. Getragen vom menschlichen Mitgefühl für die Millionen unschuldiger deutscher Kinder und Frauen, denen der Hungerstod droht, wissen wir, daß sofortige Hilfeleistung zugleich im dringendsten Lebensinteresse der großen jüdischen Massen sowohl innerhalb Deutschlands, als in den Nachbarländern liegt. Nur durch schnelle Uebcrmittlung der wichtigsten Nahrungsmittel und durch gleichzeitige Gewährung von Erleichterungen in den Transport־• bedingungen ist eine Katastrophe zu vermeiden, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Möget Ihr, eingedenk der großen jüdischen Traditionen, Euer Wort einlegen für eines der schönsten Werke menschlicher Liebe und der menschlichen Zivilisation, die -selbst bedroht ist, wenn die drohende Katastophe hereinbricht.״ o 7 דך f. ׳״•* W » » Vj-m*'ל •<*/*•. ־ ״'"rsy . £1 \ Warnung der englischen Regierung an die Polen. Vom JüdischenPreßbUroin Stockholm wird uns telegraphiert; Das hritischcMinisteriamdesAeußern veröffentlicht am IS. November nachstehende Erklürung: "**1י ״Nachrichten über antisemitischePogromc in Warschau erreichten Sr. Majestät Regierung Sollten die Berichte über Pogrome sich als wahr er• weben, dann kann die erglitche Regierung nur in schärfster Weise zu solchen Zwiccheniällen Stellung , nehmen. Solche Zwischen!Ulte sind eine Ermutigung für die Eiern• nte der Um »dnung und Gewalt, welche bereits das Leben jeder Bevölkerung zwischen Rhein und Wolga bediohen. Der eben erreichte Freiheitssieg wird von wenig Bedeutung sein, falls die Weit sehen müßte, daß die Herrschaft der eben vernichteten Gewalt wieder eingesetzt wird in einer anderen Form, die in nichtwenigerabstoßendcm Gegcmatz zu den Frinripie. der Ficihcit steht Die Alliierten und die Vereinigten Staaten sind bereit, ihre ganzen Kräfte rum Wiederaufbau der ökoncmiichen Grundlagen der Ordnung und des zivilisierten Lebens zu widmen — *üer allein jencrLänder.welchedurchHandlangen zeigen, daß sic Ordnung und Z i ־ ״ülsation wünschen. Wenn irgend ein Volk Zentralcuiopas Begier zur Unordnung herrschen läßt, wird die Westdemokratie unfähig sein, etwas für die Förderung ihres'Wiederaufbaues zu tun, sie wird nur fähig sein, in Geduld und gezwungener Untätigkeit zu gärten auf die Wiederherstellung der Be• «Ingun ge», welche für den Fortschritt des Friedens «1׳eTiir öffnen.“ Appell an Wilson Aus dem Haag wird uns vom 15. November kkgrap.’iiert: ״DU Zionistische Organisation der 1N1 eder 1 ande sowie der Oberrabbiner Onderp};zcr in Amsterdam haben telegraphisch den r«klenten Wilson ersucht, seinen Einlluß auften, um weitere Pogrome gegen die Juden?u verhindern. , Unc am 14. November in Amsterdam ein- 1,»ufaic Protest Versammlung gegen das ‘■‘nporende Vorgehen der Polen gegen die jüdische ׳t.׳voikerung war trotz der unruhigen Revolutionsj'himnurig von Tausenden besucht. Auch nach ■7‘erdam ist eine große Protestvcßammlung ,4"Prüfen worden. Trotzdem außer den ausführlichen Berichten der Zeitungen zahlreiche aus Gali/ien in Holland eingetroffene Privatbric.'c entsetzliche Tatsachen über die von polnischer Seite verübten Judenpogrome melden, dementiert das Polnische Korres po 11 d e 11 zb ü ro im H a a g alle Nndiricliteu über die Ausschreitungen von polnischer S ite und bezichtigt vielmehr die jüdische Oeffenllichkeit der Beschimpfung des jungen demokratischen polnischen Staates. Se bstverständl.'ch hat das polirische Dementi nirgends Glauben gefunden. Auf Ersuchen des holiändisehen Staatsrr.ts Oppenheim hat der holländische Minister des Auswärtigen sowie der Gesandte der Vereinigten Staaten die Ententercgicrungen über die Pogrommachrichicn informiert“ Appell der Poale-Zion 6a die Sozialdemokratie der Allierten wegen der ^nlizisclien Pogrome Aus Stockholm wird uns vom 16. November telegraphiert; Das Verbandsbüro des •allwcitliclien jüdischen sozialistischen Arbeiterverbandes Poale Zion in Stockholm richtete einen telegraphischen Appell an die sozialistischen Parieicn der a l.i.rtm Länder, welcher die Judenpogrome in Wcstgalizien und in Polen schildert. Der telcgraphisclic Appell schließt: ״Die ungeheren Dirnensionen der Pogrombewegung zwangen selbst die Polnische Liquidationskommission in Krakau, auf Drängen des Jüdischen Nationalrates, eine freiwillige Schutztruppe aus jüdischen Soldaten Und Offizieren für Krakau und Umgegend zu bilden und zu unterstützen. ' Dies ist der erste Ausdruck erwachter Selbstbestimmung polnischer Führer, Die Maßnahme ist jedoch ungenügend, da sic bloß einen' Bezirk umfaßt und cs über die Kräfte der jüdischen Minorität ist, einen Schutz gegen die Ueberinacht des aufgereizten Mobs zu bilden. Die Judenpogrome in Polen sind das Resultat langjähriger antisemitischer Vergiftung der Massen und eine De :1 unzicrun g des Willens der Juden zu natiourJcr Selbstbehauptung als Attentat gegen das?ehrst״!:;. Wir begrüßen die heutige Erklärung des britischen An ßc nministeri 11 m•"> f;'gen d?: rogronie und betonen die Nobvcndl.'.l.eit aktiver A4 aßnahmen zum Schutze der DcvüL'.crun״ in Polen,, WestgsUrJeii und Ruur'.aicn, wo die Regienmgsorgane offen zu Judcupogionun lu't/cn, desgleichen in Litauen und der Ukraine. Wir appellieren dringend an die so/ialDtischcn und Arbeitcrpartcicii, bei ihren kegicrangeu auf wirksame rasche Maßnahincii zum Sebut/e der jüdischen ikvölkerting und zur Sicherung ihrer politischen und nationalen Rechte in den neu entstehenden Staat«- wesen zu dringen.“ Judenpogrome in Polen Wie in Galizien sind auch in Polen Judenp o g ro m e ausgebrochen. Hier ankommende Personen erzählen, daß in ganz Polen die jüdische Bevölkerung Panik ergriffen hat. Jüdische 7,eitungen bleiben aus Polen seit dem 11. November aus. Die letzten Zeitungen vom tt. November melden einen furchtbaren Pogrom in L u b 0 m i 1 bei Cholin wo tschechisches Militär im Verein mit den Polen der Stadt ein schreckliches Blutbad unter den Juden anrichteten. 75 Juden wurden verwundet, viele davon liegen im Sterben. Sämtliche jüdischen Läden sind ausgeraubt. v Die Nachricht wird von der jüdischen Gemeindeverwaltung und der Zionistischen Organisation in Cholin, die ebne Delegation nach Lubomil entsandten, bestätigt. Exzesse gegen Juden ווו Ungarn Die Wiener ״Jüdische Zeitung“ schreibt: ״Aus der ungarischen Provinz kommen sehr beunruhigende Nachrichten. In Prcßburg haben Exz c s s c statlgcfuiulcn und in ganz Nord west -und Nordungarn ist die Bevölkerung gegen die Juden tätlich vorgegangen. Vor allem handelt es sich dabei um das Gebiet der ,Slowakei, welches dein neuen ischcchoslowakischen Staate angegliedert werden solL Das tschechische Volk hat es verstanden, in Böhmen tadeltose Ordnung zu bewahren und die Neuordnung hat -sich dort ohne jede Störung und ohne jede Becinträchtigung von Leben und Eigentum der Bewohner vollzogen. Es ist eine Pflicht des tschechisehen Staates, dafür Sorge zu tragen, daß auch in seinen neuen Gebieten Ausschrcitungcn vermieden werden. Die Juden haben in diesen Gegenden eine bedauerlich falsche Politik gemacht. Sie haben sich der ungarischen Majorität»• nation in allzu bereitwilliger Weise angegliedert. Daher entlädt sich jetzt der Zorn der befreiten Bevölkerung gegen die Juden, in denen sie die Repräsentanten der magyarischen Unterdrücker sehen. Das sind die Folgen der verblendeten assimilatorischen Politik, vor der die einzigen einsichtigen Elemente im Judentum, nämlich die jüdischnationalcn Politiker, immer gewarnt haben. Dennoch können wir es ißcht zulassen, daß die slowakischcn Massen auf die Juden tosgelasscn werden. Dies kann auch nicht in den Intentionen des tschechisehen Nationalausschusses liegen und cs ist notwendig, daß die tschechische Nationairegierung in Paris seitens der Entente unzweideutig darüber aufgeklärt wgd, daß solche Vorkommnisse nicht geduldet werden.“ , in üeutsch-Bomnen Das Prager Tageblatt vom 8. Novem berichtete Am Mittwoch kam es wie man uns Aussig telephoniert — in Falken au großen Ausschreitungen, die offensichtlich n einem bestimmten Plan organisiert waren. Sei ln den Vormittagsstunden war ein starker ström von Leuten aus den Dörfern nach Stadt bemerkbar. In den frühen Nachmitta stunden bildeten sich Banden und «)fort sei auch der Ansturm auf einzelne Geschäf lüden ein. Die Wut der Menge richtete « gegen die Juden. Einzelne Läden wur. gänzlich ausgeraubt. Seihst vor Priv; Wohnungen wurde nicht Halt gemacht. St dcnlang durchzogen die Leute mit ihrem Rai die Straßen. Das Plündern währte bis die spaten Nachmittagsstunden * horte erst ״ach Eingreifen der eilends gebilde bewaffneten Jugendwehr auf. Der bereits Sonntag gebildete Sl chcrhe its ausschu ß L vo! ständig versagt. Am Donnerstag f wurae über Hlkensu das Standrecht verhüt Von Lger ist eine Abteilung der Nation■ garde «:«getroffen, 110י״ «