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Jüdische Rundschau · 1918-11-15 · Heft 46 (15.11.1918) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 46 (15.11.1918)
Date
1918-11-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1; k 1• ie 1; ׳1 I r.:t -ר־ח r. 1v׳o lUws 11 t s;> - r war, den ,rufollen :re*!der niiorund 11 cn* letzt, bi׳• :tim (re :ützt. , dir!vordie I - 1 f» eilte, n a* den urdc Vor- : e r• larla- , An• Zioleire• den Der Die xinxe istin'i• f di.:1 cliligt 1:1 ne ie die r foiv die die demo- . Die 51 0 n. sc re e« Eule. JU j t, u; Ssite 363 Zu Mittwoch, dein 13. November, war vorder Berliner Zionistischen Vereinigung eine' Mitgliederversammlung cinberufen worden, auf der die Herren Dr. Arthur H a n t k c, Dr. Alfred Klee und Kurt Blumcnfcld über die durch die Revolution ncugcschaffcne Lage im deutschen Zio* jiismus sprachen. In der Debatte sprachen die Herren Nalmin Goldmann, Leo Herrmann und andere. Alle Redner waren sich darin einig, daß nunmehr der Weg für eine Verbreitung der zionistischen Bewegung innerhalb des deutschen Judentum in einem mit der Zeit vor dem Kriege picht vergleichbaren Maße geebnet ist. Es wurde die folgende Resolution einstimmig unter begeisterten! Beifall angenommen: ״Die Versammlung der Berliner Zionisten vom 13. November 1918 begrüßt den Beschluß des Zionistischcn Zentralkomitees der Zionistischen Vercinigung für Deutschland, der unter Zuziehung der Vertreter der nationaljüdischcn und zionistischen Gruppen Berlins gefaßt wurde, einen Jüdischen s N a t i o n a 1 a 11 0 e c 1» ti 5 für Deutschland zu schaffen, der c,״״c:j <.'׳::r.r׳’׳.r-;tl.״.c!:cr Grcr.dläge gewühlten II o a;; r c 3 dir juck-ר in De ,.dreh* land vorzubci-cUcn hat, die in «kr Einheit de:׳) jüdischen VeV::1'.׳ nr:f dom Loden von Forderungen stehen, die vorläufig folgendcrnaßcn formuliert werden: Pa!ünt!:n 01:1 rr.tirmr.lo Keim* sliittc für das jüdincha Voll: *, tr״.״־״ck liebe Durch* fiihrung der vollen G! c i chb ד rc:ch 1? ״r.n״ der Juden; Beseitigung aller AunnahmcbraU»1־mup״a1 gegen auslündischo Juden, inaberondere roforüge Auf* licbung der gegen die Juden gcrichi'rtcn.Grenzsperre; Umwandlung der jüdir.clic!» Knltur-gcmcindcn in jüdische VoUtMgcmcinden auf cJcir.okratlrichcr Grundläge und unter Sicherung der Rechte von Minderheiten sowie Schaffung eines Rcichßvcrbnnds der jüdischen Volksgcmciudcn als Vertretung der jüdischen Volksgemeinschaft in Deutschland mit dem Recht der autonomen Regelung aller jüdischen Angelegenheiten. Die endgültige Rcdigicrung dieser Forderungen bleibt Vorbehalten. Die Versammlung der Berliner Zionisten spricht der Leitung der Organisation ihren wärmsten Dank für die erfolgreiche Arbeit aus, die den Zionismus zur Verwirklichung bringt“. Zionistischen dir Die sozial! :{?sehe Interualienale über die Forderungen der Juden Unter dem Titel ״Stockholm“ erschien, soeben im ״Tideiis Lürln׳״“ ein vom Organisationskoinitcc der Inte 1 n ationalcn S o z i a 1 i st e 11 k o n f e r c n 7. i 11 Stockholm hernu^gcgcbciier stattlicher Baud in fr..11zösischcr Sprache. Das Buch enthält, wie die Jüdische Arbciicrkorrcspomlcnz berichtet, neben einer vollständigen Sammlung der von »len einzelnen Delegationen «lein 11 o 11 ä n d i s c h •skandinavischen Komitee überreich•,eil Erklärungen einen atisiührlichcn Generalbericht betreffs der Stellungnahme der Parteien zu «len verschiedenen allgemeinen und - besonderen mit den Kriegs- und Friedensproblcinen zusammmenhängenden Fragen, ferner alle Kundgebungen des holliindisch-skaii* dinavischen Komitees und (im Vorwort Camille Huysin a 11 s’) eine kurze Geschichte der Stockholmer Aktion. Nachfolgende Aenllerungen über die Judenfrage seien nach den Stockholmer Dokumenten wiedergcgcben: Der allwcltlichc Jüdische Sozialistische m Arbcttervcrbnnd ״Poale Zion“ fordert: 1. Volle bürgerliche Gleichberechtigung für die Juden aller Länder. -־ Gleiche Behandlung der jihli* sehen Bevölkerung der vom Krieg hcimgesuchtcn Ge• bidc hei ihrem Wiederaufbau. 2. Freiheit der Einwanderung und Ansiedlung der Juden in allen Ländern. 3. Nationale Selbstverwaltung (auf Grund des Personal-Prinzips) und mlionnle Gleiclihe* rcclnigung i 11 Staat, Provinz und Gemeinde für die Juden, in den Ländern jüdischer M assens i e d I u 1! g. 1׳. Sicherung der unbehinderten kolonisatorischen Beiäti׳amg der Juden, die auf die ,Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina gerichtet ist, Die Durchführung aller obigen Forderungen soll international garantiert werden. Die sozialistischen Tcrritoriallsten der ׳ Vereinigten Staaten fordern: 1. Die Beseitigung aller bürgerlichen, politischen und nationalen K c ch t c bc sc 11 rü 11 kung c 11! wo immer sie noch bestehen. 2. Die 11 a 1 i o 1! a i e A u t o no in t c für das jüdische Volk in allen Lindern, wo die Juden in geschlossenen Massen leben, eine Autonomie, anerkannt durch die betreffenden Staaten und garantiert durch internationalen Vertrag, 3. Freie Einwanderung um! Kolonisation für die Judgn in allen Lindern. Dabei macht die Partei insbesondere auf die beschränkenden Gescfze gegen die jüdische Einwanderung in Palästina aufmerksam. Diesen Forderungen hat die sozialistische Partei Amerikas •lire Z u s t i in in u 11 g erteilt. , (Die so/ialisliscli-territorialistLsclic Partei der Ver- 1'1»igten Staaten hat sich inzwischen mit dc1i Poalc־Zion vereinigt.) Die jüdische sozialdemokratische Partei Galiziens und der Bukowina pvartet von einer internationalen sozialistischen Konkreuz auch für die jüdische Nation die Anerkennung des Grundsatzes des Selbstbcstimmungs* rechtes. Noch sind die Juden nicht in allen Staaten bürgerlich uml politisch gleichgestellt; wo sic ך s>nd, besteht diese Gleichstellung vielfach mir auf jlcm Papiere. Insbesondere wird aber ihre Selbständig- E'ü angefocliten und bestritten, obwohl ihre besondere “•!itterspraclie (jidisch) und besondere nationale Kultur 1,»zweifelhafte Momente sind. Wir erwarten daher, «laß W״ «kr Internationalen sozialistischen Konferenz die!'urderung erhoben wird, daß der Friede den Juden die politische und bürgerliche Gleich- :,eil 11 u!r sichern und ihnen die rechtliche und faktische .1"•־rkenn-ung als Nation bringen soll, so «lall!1,1.י hi allen bereits bestehenden Nationalitäteiistaatcn 1c auch im neu gegründeten Polen die Möglichkeit;u,r. ‘rcien Entwicklung ihrer nationalen Kultur in dein-!™,«ו Malle haben werden, wie die anderen Nationen. Jt־Uc1״alis lehnen wir es entschieden ab, da» unter dem D© r .Iw sozialistische Partei Frankreichs Vorwände von Gründung eines Judenstaates imperialisüsehe Tendenzen verfochten werden. Unsere besondere Lage veranlaßt uns, auch Gewicht zu legen auf die grundsätzliche Anerkennung der Freizügigkeit, iles Rechtes der Aus- und Einwanderung ohne Rück-, sicht auf politische Grenzen. Wir sind überzeugt, daß' der R'emeiusamcn Aktion der .sozialistischen Internationaie die Verwirklichung dieser Förderungen, die wegen der besonderen Lage der jüdischen Nation als eine internationale anerkannt werden muß, gelingen wird. Die British Labour Party fordert in ihrem Memorandum vom 28. August 1917 für die Juden aller Länder dieselben elementaren Rechte der Toleranz, der Freiheit des Aufenthaltes und der Beschäftigung, sowie die gleichen Bürgerrechte, deren die Einwohner jeder Nation tcilliaitig werden müssen. Die Partei gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß durch einen Vertrag aller Nationen ein Weg gefunden werden möge, um Palästina von der rohen und drückenden türkischen Herrschaft zu befreien, damit dieses Land einen freien Staat unter internationaler Garantie bilde, in wcl* ehern diejenigen Angehörigen des jüdischen Volkes, die dies »vollen, zurückkehren können und wo sie nach ihrer eigenen Art für ihre Erlösung arbeiten sollen, frei von der Einmischung einer fremden Rasse oder Religion.“ 1 >ie fonlcrl: ״Der Friedensvertrag muß für Jene Staaten, »vo dies noch nicht geschehen ist, die Verpflichtung enthallen, ihren jüdischen Angehörigen dieselben R e e 111 e vv i e 111 r e 11 a n 11 e r e n B ii r g e r n zu gewähren'11 ud den Juden überall, wo sie bedeutende MinoriiäU'ii bilden, die freie Entwicklung ihrer na* t i o n a I e 11 Kultur garantieren." Die Konferenz der Sozialisten der alliierten Länder (20.—■24. Februar 1918) stellte u. a. folgende Forderungen auf: ,,Die Juden und Palästina. Die Konferenz fordert für die Juden alter Linder die gleichen deinen* tareu Rechte der Freiheit, der Religion, der Erziehung, des Aufenthaltes und der Beschäftigung, sowie die glcieben politischen Rechte, die den anderen Bür* gern erteilt werden (müssen; sie glaubt ferner, daß Palästina von der rohen Unterdrückung der türkischeu Regierung befreit werden und einen freien Staat unter internationalen Garantie bilden soll, in welchen die Juden, die «lieses wünschen, zurückkehren und ihre eigene Zivilisation entwickeln sollen, ohne dem Einfluß von fremden Rassen und Religionen zu unterliegen.“ Das Memorandum der ukrainischen. Sozialdemokratie Oesterreichs enthält folgende Stellen über die Juden Galiziens: >,.... die offizielle Statistik rechnet 1. alle Juden im ganzen Lande (870 (MX!) zu den Polen, währencl 9/10 der jüdischen Bevölkerung, von der Assimilation gar nicht berührt, ihre nationale So 11 derart hart* niiekig bewahren und weder Polen noch Ukrainer »verden, sondern e i 11 f a c 11 J u den bleiben wollen..“ Ferner: ..der ganze Klein- und Zwischenhandel ist in den Händen der Juden, die hier in kompakten M;essen in ihrem Ghetto abgesondert leben, nicht nur ihre Religion, sondern and» ihre ״;idischc“ Sprache sorgfältig kultivieren und sich für eine selbständige Na* lionalität halten, obwohl sie gesetzlich nicht anerkannt, offiziell als Polen angegeben werden.׳ Die armen Ir che (Revolutionäre Föderal;ou ״Dev:dm;; Aufteilung der Türkei in ein: Reihe ahgegreuzter politischer Einheiten, ״jtxGsche Pa lii «U i 11 a“. Die Einheiten und ihre gcgct;״'׳i«i::11 1׳:!׳;; Ziehungen solle» nach dcui Krk! י Die sozialistischen Pr.zti'׳•;־';דל.?“ ״־:" Loa.v׳zz eg sv. schließen sich der Erklärung der Po Sclcgnüon ״:u'.iuii“) fordert die au .anomer, national׳ «!antiker auch d;׳a Kon äituüon dieser 1 late;;!;:.:־malen Oe* e geregett werden. D’.:;v.2!1”:־ns cui; 1 e - Z i 0 n an. Das Friedens-Manifest der Delegationen der neutralen Länder vom 10. Oktober 1917 fordert: ״I n t e r u a» i o n als! Lo* s II!1 r der J u d mfr s g e , Per:! o n a 1 a u t <> n o 11 ו C hi den Gebieten R u ß 1 ״ niL, O e ft te r r e 1 c I! s, R u m ä u lens u 11 d Polens, w »die J u u e 111» k e schlossenen M a ssen vz o 1111 c ״! < , ״ ° c r j ii <1 i h c 11 e 11 K o 1 o n i s a t i o 11 in P;11 a s 11 na. Ferner fordert das Manifest in Bezug auf «las zu errichtende freie uml unabhängige Polen: ״Sicherung der wirtschaftlichen l.iifwiekiiiiing und Autonomie «ier jüdischen und ariderer Minoritäten.“ sozialdemokratischen Arbeitcrnartclen Schweden» und Dänemarks haben im Juni 1919 in besonderen Kundgebungen diese Forderungen, die V a n d c r v 0 1 <1 c , II11 y s in a n 8, (i <> in p 1׳ r s , J c;1 u L <» ח j( u c t und viele aiulcrc ber* vorrageiule Sozialisten und Arbeiter:iilirer durch peruni• liehe ’Erklärungen ebenialls unterstützen, nochmals bestätigt. 1 Granting für das jüdische Volk Das ״Kopcnhagencr Zionistische Büro“ berichtet: Die Zio 11 istisc 11 c Organisation in Stockholm Veranstaltete am November eine grolle Volksversammlung, die sich zu einer großartigen Kundgebung der jüdischen Bevdikerittig Stockholms für den jüdisch-nationalen Ge* danken gestaltete. Der bedeutende soziakkmokrar tische Führer Skandinaviens Branting und der Bürgermeister Lwidhagen bekannten sielt in längeren Ansprachen zum vollen Anschluß an die jüdischen Forderungen bezüglich Palästinas und der nationalen Autonomie in der Diaspora und brachten ilue Ucber/cugung ־/um Ausdruck, daß diese Forderungen jetzt zur Erfüllung gelangen werden. Branting betonte ausdriicklich, daß er im Namen der Internationale spreche. Von den Poalc-Zion Die 11 Konferenz der amerikanischen ״Poalc Zion“ »vird vom 12. bis 17. November in P If i 1 a d c I p h i a abgchalten werden. Aus der umfall;;reichen Tagesordnung seien folgende Punkte erwähnt; Palästina und unsere Forderung, Jüdischer Arbeiterkoagrell, Sprachenfrage, Erziehungsarbeit, Poalc zionistisches Jugendbewegung, Stellung zur Zionistischen Organisation, Pnlästinaarbeit (Gcnosscnscbaftliche Kolonisationsgruppen, Industrielle Arme«־, Genossenschaftliche Finanz- Industrie, Palästinaarbeitcrforul), Hilfsarbeit, Politische und trade-unionistisclie Arbeit usw. Die ״Jüdisclie A rb e i tc r-Ko r rcs j> on de uz“ meidet über die Fortschritte der poak-zion isti- »elicn Bewegung in den verschiedenen Ländern lol* ge ml cs: In Amerika ist «Ier Eintritt «Ier Sozialisten- T c r r i t o r i 1 ה i s t e n (S. S.) in die jüdische sozialistische Partei Poalc-Zion mmmilir vollzogene Tatsache. Die Partei schreitet an die Gründung einer eigenen Tageszei* tung, da das Wochenblatt der Partei ״Der jüdisdie Kämpfer“ ihren außerordentlich ׳gewachsenen publizi* sfisdicu Bedürfnissen ni« 11t mehr genügen kann. Zwecks Finanzierung dieses!,laues wurtlc eine Aktiengcsellscliatt gegründet, die die Summe von 35 00Ü LXiliar aufzubrin* gen hofft, wobei sich die Partei die Kontrolle über die Gesellschaft gesichert hat. Zur Feier des hundertsten Geburtstages von Karl Marx gab der ״Jüdische Kampfer“ zwei Marxnunimern mit Beiträgen von Dr. Sciiitlo »vs k i, Dr. Syrkin, Prof. Hourvitch, Regalsky, Aberson u. a. heraus. In New York fand aus diesem Anlaß ein von den Poalc-Zion veranstaltetes Meeting im Cooper Union Saal statt. In England wurde in Ausfüimmg eines Beschlus- 8es der Parteikonferenz in Manchester vom Zentralkonutee ein Prcßbüro ins Leben gerufen. \ Sekretariat der jüdischen sozialdemokratischen Gruppen Poale-Zion Das Sekretariat der jüdischen sozialdemok r a 11s c h c n A r h e11 e r g r u p p e n Poale-Zion beginnt seine Öffentliche lati^keit und Iwabsichti^t. eine ausgedehnte Arbeit im Lande zu entfalten. Se ׳ ״Büro befindet sich Lmicnstr. Iü9/Hl. Jüdisth-sozloldcmokratische Organisation j Poale-Zion :ל Sonntag/17. November, 10l/2 Uhr vormiiiagi 1׳ pünktlich ] Logen-Fesisöle, Llnlensir. 171 ] Oeffentliche Versammlung U Thema: Sozialismus Redner: Salmon Ruba»chow Freie Aussprache Eintritt!reit . Oiste wtllkom .. menl mm

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