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Jüdische Rundschau · 1918-10-04 · Heft 40 (4.10.1918) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 40 (4.10.1918)
Date
1918-10-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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1' r \י 1! y ר / י ן! » v ) *r. Ü Redaktion und Verlag Jüdische Rundschau, Berlin W, 15, S;Uh־.kcI1t' Sirnßt: 8. Er- *dicint wccJicntl. am Freiing, Abonnement bei der Expedition und bei nik-,1 lV׳;Iätr,!cr:1 vierb'Ijkbrl. Mk. 4,50 in Deutr.dihiml, in Ocsterrcieh-Un״orn Kr. 8,—, im Am.!,1׳ml Mk, 6,j0 "8*״Nummer 40 | EarSlo, Czn 4. Oktol: 2r 1013 1 ׳/ 1 ד—׳■■ - 1§ ־ nnd '.׳.. vrir.t S י' 60 הו Pf. T j. i'o:״ rl1׳'c!0,1: ilo; Deriia Kr. 17352. Für Ccila.״-־. *ainto Nr. 155030. Anzc£:;?-a die r.cdr.״t3r.r4kß0 1 4׳ n;: n!“ י-. י 1 1 * :20״/״, Re! .7!•.־SDP•• f 'xoaiiTj’a: n* •-3״. 1• iigeMwag Berlin, —3. Oktober 1918. Sonata*;, 6. Oktober Ansprachen Kurt Blumeafeld — Walter Bote! Großer Saal der Prachtsäle des Westens,Berlm-Wilmer•- dort, Spichernstr. 3, nahe Untererundbahnhof Nümbcrgerplalz. Beginn 12 Uhr mittags. Nachmittags: Tumuad Sportfest veranstaltet vom Deutschen Kreis der Jüdischen Turnerschaft. Beginn 31/, Uhr. Sportplatz des Charlottenburger Sportklubs, Ringbahnhof Witzleben, nahe Untergrundbahnhof Kaiserdamm, Endstation der elektrischen Bahnen No. 93, 98, 33. Referate t Montag» 7. Oktober Aussprache Moses Calvary U״. .״ Ferdinand Ostertagr I Erziehungafragen. Viktor Arlosoroff, Die Jugend und das Hebräisdic. Martin Bub er, Jugend und Religion. Saal d.Brüdervereins Berlin W. 62. Kurfurstcnstr. 115/116■ Eintritt Mk. 2.—. Beginn 10 Uhr vormittags. Zu dieser wie zur Aussprache am Dienstag sind nur Mitglieder der jOdiscfa-natlonalea Jugendorganisationen zugelassen. Eintrittskarten werden nur gegen Ausweis über die Zugehörigkeit zu diesen Organisationen abgegeben. Sitzung des weiteren Ausschusses der nationatjiidisclien Jugend Deutschlands. Saal d.Briidervcrelns, Berlin W. 62, Kurf ürstenstr. 115/116. Beginn 8',, Uhr abends. Dienstag, 8. Oktober j Fortsetzung der Aussprache Referate: Karl Glaser, Nationaljüdische Schute. Walter Moses, Berufsumscbichtung und Paläslinaarbeit. Fest im Freien veranstaltet vom Jüdischen Wanderbund Blau-Weiß, Berlin. Abfahrt: Stadtbahn nach Bahnhof Rehbrücke oder Bahnhof Neu-Babelsbcrg. Beginn 31/, Uhr nachmittags. Ansprache: Felix Rosenblüth. Xarter. zum Vortrag Bubcr, 5. Oktober, im Zionistischen Zcntralbüro, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, bei Bote & Bock und Wertheim• Karten zu den übrigen Veranstaltungen im Zionistischen Zcntralbüro, Berlin W, 15, Sächsische Str. 8, bei den Vorständer» der nationaljüdischen Jugendorganisationen Berlin und an der Kasse vor Beginn der Veranstaltung. ——=a====— Anläßlich des Jugendtages: Sonntag morgens: Tagung des Deutschen Kreises der Jüdischen Turner schaff Referent: Dr. Ernst Tach Sonntag abend•: Tagung des Kartells zionistischer und national jüdischer Jugendvereine Deutschlands Referent: Prof. De. Heinrich Loewe. Mittwodi abend Wiederholung des yogtYQ|f;s Martin ■ Bubcr über .»Des felcntasn und die wahre dcrocln*» »CtlafF*. (Siehe In »erat Seile 1). ״Der crr.tr ״.,.:t 3:£-,;':;י'ז ,*״'׳ YcILi die Schnffun;! einer r.׳vE1״ HclmsEüie ln v!•';־c;/i*cr.:.n. 1—wm1ibi־wii^■!■■.!■■■n»■ 11 in -nthtib—rmn’y! •!,ymnm*nmm‘+ Bi׳.י ״׳*׳•■׳ויוי׳^׳וד %־׳"* lv '3 ד*־.''־''יf׳»«T iw 4141 Xi» «a* Itrf״ «.<• M fc V. ü h '«<4 £ ä ־׳ , 4J> Die Offensive der en״!;r.־J1cr1 ’Armee Li Pa* lästina liat den Türken 'nminidir akicit! Smaria׳ uml Oaliliia entrissen. Es iie/rt auf der Hand, daß die militärische Eroberung ganz Palästinas durch die Engländer eine Tatsache von außerordentlicher politischer Bedeutung• ist. ,Wie immer sich auch die allgemeinen politischen Verhältnisse bis zum' Zeitpunkt des allgemeinen Friedensschlusses verschieben mögen, für die Zukunft Palästinas ist eine entscheidende .Wendung cingctrctcn, deren bleibende Bedeutung auch von der Türkei in Rechntmg gevögen werden, m'uß. In erster Reihe ist an dem Schicksal Palästinas das jüdische Volk beteiligt. Die Zionistische Orgaiiisafion hat von Anfang an vor aller Welt die Forderimgcn vertreten, die das jüdische Volk in Bezug auf das Schicksal Palästinas zu erbeben hat Sie sind zusammengefaßt int Baseler Programm: ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich1 gesicherten Heimstatte für das jüdische Volk in Palästina.“ Während des Weltkrieges ist die zionistischc Forderung auf die Schaffung einer nationalcn Heimstätte lür das jüdische Volk in ' Palästina zuerst von England, sodann von den anderen Staaten der Entente anerkannt worden. Es kann daher damit gerechnet werden, daß die Entente die Forderung des jüdischen Volkes auch bei den endgültigen Auseinandersetzungen über das Schicksal Palästinas' als berechtigt anerkennen und vertreten wird. Im Sinne des Völkerrechts ist inzwischen die Türkei noch der Souverän des okkupierten Landes und sie wird daher auch ihrerseits zu der Forderung des jüdischen Volkes Stcjlung zu nehmen haben. Die Zionistische Organisation hat die Forderuiigen des jüdischen Volkes der Türkei zur Kenntnis gebracht, solange sic auch im tatsächlichen Besitze Palästinas war. Sie hat die Verbündeten der Türkei zu veranlassen gesucht, bei der Türkei dahin zu wirken, Üaß sie die zionistischen Fordeningen jm vollen Umfange anerkenne. Es ist bekann(, daß die leitenden Staatsmänner der Türkei sich bis zum letzten Augenblick nicht entschließen konnten, durch klare und!unzweideutige Erklärungen ihre Bereitwilligkeit kundzutun, dem Anspruch des jüdischen Volkes auf Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina entgegenzukömmen und die notwendigen Maßnahmen vorzukehren, um einer solchen Erklärung auch den Charakter einer verbindlichen Verpflichtung zu verleihen. Die Wid erst;in de, die von einzelnen Faktoren in der Türkei gegen die Forderungen der Zionistischen Organlsation geltend gemacht wurden, haben cs verhindert, daß sich die Türkei, solange eie noch im Besitz Palästinas war, zu einer deutlichen Arierkennung des zionistischen Programms entschloß. Es ist im Interesse der Türkei sicherlich sehr bedaucrlich, daß sie sich trotz aller auch aus dem Lager der Verbündeten hierzu malmenden Stimmen nicht dazu veranlaßt gesehen hat, das Streben des jüdisehen .Volkes, sich in Palästina eine nationale Heim- Stätte zu schaffen, aufs Tatkräftigste zu fördern und mit großzügiger Unterstützung zur Erfüllung zu bringen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die letzten Ereignisse die Position der Türkei erlieblich verschlechtert haben. Hätte sie sich früher zur deutlichen Anerkennung der zionistischen Forderungen entschlossen, co hätte sie sich damit für die künftigen endgültigen Ausc!nandersetzungen über das Schicksal Palästinas eine bedeutend bessere Stellung verschafft, als sie jetzt durch die Lage gegeben ist. Trotzdem muß auch heute noch klar und dcutlieh ausgesprochen werden, üaß ׳auch nach' der Okkupation Palästinas durch die cngüeeho Armee die Türkei ׳der Notwendig.c\i nicht enthoben ist, die Forderungen des jhd•: :hen Volkes anzuerkennen. Die Anerkennung dieses Strebens des jüdischen Volkes wird einer der!,unkte sein, über die sich die friedenschlicßenden Mächte zu verständigen haben werden. Die Stimme des jüdischen Volkes wird sich in der Stunde, in der dem blutigsten aller Kriege ein Ende bereitet wird, erheben und von der ganzen Menschheit gehört werden. Auch die Türkei wird sich vor die Notwendigkeit gestellt sehen, unbeeinflußt von der Rücksichtnahme auf Widerstände im eigenen Lager, die nur auf der mangelnden Einsicht in die weltpolitische Bedeutung des jüdischen Volkes und der zionistischen Bewegütig beruhen, die Forderungen des jüdischen Volkes anzuerkennen. Die aational-jüdische Jugendbewegung in Deutschland Der national-jüdische Jugendtag wird dem von der Vcrtretersitzung der national-jüdischen Jugcndorganisationen Deutschlands am 16. Juni d. Js. provisorisch geschaffenen Gesamtausschuß der national-jüdischen Jugend Deutschlands seine Bestätigung nicht versagen. Hatte bereits auf dem Leipziger Dcicgiertcniage 1914 eine Vertretersitzung der Jugendorganisationen die Schaffung eines Verbandes der gesamten jüdischen Jugend beschlossen, so wurde dieser Beschluß doch erst wirksam, als der außerordentliche Delcgiertcntag im Winter 19L7 die Einsetzung des Sekretärs für nationaljüdische Jugendarbeit ermöglichte. Die Vorbedingung jeder Arbeit war freilich, daß ein irgendwie gearteter Zusammenschluß der meist nebeneinander und vielfach gegeneinander wirkenden Vereine tatsächlich stattfand. Die Wege dahin waren geebnet. Waren vor dem Kriege die zahlenmäßig einzig bedeutenden Jugendorganisationen die endlich zum K. J. V'. vereinigten Studentenverbindungen des B. J. C. und des K. Z. V. mit zusammen nicht ganz 1000 Mitgliedern, der Deutsche Kreis der Jüdischen Turnerschaft mit etwa 2000 Angehörigen und der Blau-Weiß Bund für Jüdisches Jugcr.dwaudcrn mit 700 Wanderern gewesen, so änderte sich das während des Krieges vollständig. Neue Verbände entstanden und sammelten zahlreiche Mitglieder, so der Zionistische Mädchenbund, das Karteil Zionistischer und National-jüdischer Jugendvereine, das Jüdische Volkshcim, der Jüdischen Studentinnenverein. Ueberall wuchs die Zahl ihrer Gruppen und Angehörigen, so daß in ihnen heute weit über 6000 Mitglieder vereinigt sind. Dazu kommen die Verbände der ostjüdischen Jugend, soweit sie gleiche Ziele wie wir verfolgen und so zu den unseren zu rechnen sind. torische Bindungen durch Gründung von lokalen Aus- Schüssen für ״national-jüdische Jugendarbeit“. Derartige Ausschüsse gibt cs heute in Berlin, Breslau, Cöln, Frankfurt a. M., Hamburg, Kattowltz, Königsberg, Leipzig, München, Mannheim und Posen. Die zionistische Ürganisation hat in ihre Arbeit niemals cmgcgrUfcn, obwohl ihnen liier und da zionistische Ortsgruppen für ihre Mitglieder unter 30 Jahren beigetreten sind. Die ältere aencratfou bat in kluger Sclbrtbesclicidung begriffen, daß die geistige Entwicklung abgeschnitten, das Ringen der Jugend tun ihr Judentum uml seine Betätigung gc!lindert werden würde, wenn man den Versuch machen wollte, den lebendigen Organismus der Jttgcndbc■ wegung in die Zwangsjacke einer Organisation, in einen Käfig von praktischen Erwägungen und Tendcnzvor- Schriften zu zwängen. Aber auch die Jugend ist sich ihrer Grenzen wohl bewußt und überläßt gern die Leitung der Politik der dazu berufenen älteren Gene• ration, da sie wohl weiß, daß cs weit mehr ihre Sache ist Forderungen an sich selbst, als an andere zu stellen Die Zusicherungen, die Herr Dr. Hnntke namens des Zentralkomitees am 16. Juni den Vertretern der 11a tional-jüdischen Jugemlvefbiindc gegeben hat und die Aufnahme, die seine Worte überall fanden, haben bc wiesen, daß in dieser Hinsicht auf beiden Seiten Klar heit besteht, Ucbrlgens enthalten die provisorischer Statuten vom 16. Juni bereits eine Altersgrenze füi Angehörige der Jugendorganisation, durch die den Ver bänden der Aeltcrcn gegeben wird, was ihnen zukommt Das aktive Wahlrecht zu den Institutionen des Ge samtausschusses beschränkt sich auf das Alter von 1! bis 30 Jahren. — Damit' ist der Begriff Jugend für uns organisa torisch festgclcgt. Es bleibt noch .übrig, hinzuzufügen daß wir nicht nur Angehörige unserer Verbände uik Vereine, sondern auch junge Nationaljuden zu de: unseren rechnen, die, ohne organisiert zu sein, im Gc saintausscltuß vertreten zu werden wünschen. Wi werden cs als einen Ehrentitel betrachten, daß wi bereit sind, aufzunchmcn, wer seiner Gesinnung «ad zu uns gehört und daß unter Statut dem Rechnun׳ getragen hat. Wir öffnen dem Geiste weit die Türe komme er in welcher Gestalt er wolle; er soll, un

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