Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1918)
- Date
- 1918-09-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 38 ■iCtl Engzum!1 ׳r ׳1! *־ Ei •1; •ימ Z;:r* 1; •n ) ■ ie, I*•* זן Der natioiialjüsiisclic Jugendtag Der bevorstehende natu>naljiu!i.:d1e Jugendtag liat großes Interesse innerhalb der r.ationaljüdischcu Jugend Beuiselilands gefunden, so daß eine starke Beteiligung zu erwarten ist. Schon seit Monaten beschäftigt sieli die Diskussion mit den!•‘ragen, die ilnn vorliegeix werden. Dabei killt vor allem auf, dali cs zum wenigsten das Problem einer organisatorischen Festlegung der Jugendbcwegimg ist, das die Gruppen bewegt. Schon «lall die Debatte über die Organisation einer internen Sitzung Vorbehalten bleiben soll, auf der einige •10 Delegierte sieh über die Maßnahmen einigen werden, die einen Zusammenschluß ermöglichen, ohne die Entwicklung«• freiheit der einzelnen Bünde zu beeinträchtigen, beweist, daß diese Frage nicht der Grund für die Einberufung des Jngendtages gewesen ist. Freilich darf nicht verkannt weiden, daß cs nicht gleichgültig ist, wie sieh die Jugend ihr Haus einrichtet. Man hat oft das Bestehen einer national-jüdisihen Jugendbewegung in Deutschland überhaupt bestritten; man vermißte das große Einheitliche, den alle und alles fortreißenden Schwung. Man wollte nur Organisationen erkennen, geschieden aus mannigfaltigen Gründen, von denen keiner eigentlich gerechtfertigt erschien•, nach Organisationsform und Ziel, nach Alter, Geschlecht und Beruf, nach den Interessen der Mitglieder, ja wie inan argwöhnte, hier und da durch soziale Vorurteile. Wohl mochten manchmal diese Treunungen und Beengungen der Reinheit der Idee Abbruch tun, den üiiek des Einzelnen statt auf die großen Gegenstände der Bewegung auf die niedrigen Türmchen seines Lokalvcreins lenken und so den Willen der Gesanilheit schwächen. Dennoch wäre cs falsch, daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Es sei freilich unbestritten, daß bis heute die einheitliche national-jüdische Jugendbewegung nicht geboren ward. Aber in den einzelnen Verbänden der Jugend brannte die Flamme, «lort gab es die Begeisterung und des Gemeinschaftsgefühl und den leidenschafUichcn auf Zion gerichteten Willen. Es ist wahrlieh kein Zufall, daß der Hcchaluzgedankc die Genüiter in dein Augenblicke erfaßte, da es den Besten klar wurde, daß Zionismus nicht nur eine Wandlung der jüdischen Anschauung, sondern erst recht eine Aenderung der menschlichen Gesinnung, ein größeres Menschentum bedeutet. Wenn ,wir die Schaffung des Gcsamtausschiisses der national-jüdischen Jugend begrüßen, so geschieht es gewiß;nicht!deshalb, weil wir!uns von ihm die Funktionen einer Partei versprechen. Die Politik zu bestimmen bleibe Sache der Organisationen der Acltcrcn. Wir glauben aber, daß bei einer engeren Fühlungnahme der Jugend auch die bisher Widerstrebenden mitgcrisseii, die Zögernden auf den 'Weg der Voransehreitciuicn gezogen werden. , Wir wollen freilich keine Begeisterung, die nur ein Strolifcuer ist. Die Menschen sollen überzeugt, nicht überredet werden. Deshalb gilt der Hauptteil des Jugendtages der Aussprache über die Grundfragen der Jugend. Wohl werden die Grundsätze in aller Ocffcntlichkeit gegeneinander aufstchen; wohl werden sich die Geister scheiden, aber nicht nach organisatorisehen Grenz.cn. Wenn über die entscheidende Richtung unseres Weges eine Einigkeit feststcht, so wird das keine 'äußerliche sein; sie wird auf wirklicher Uebcreinstimmung beruhen. Braucht noch betont werden, daß unsere Tagung keine offizieller. Meinungen, keine Vertretung irgendwie übergeordneter Interessen kennen wird? Ein jeder steht mir für sich und seine Ansicht und audi die Referate verpflichten lediglich die Referenten. Die Jugend hat cs in der Hand, aus ihrer Tagung eine Veranstaltung von weitreichender Bedeutung zu machen. Daß der Gcsamtausschuß der national-jüjüdischen Jugend Deutschlands nicht nur die Organisationen der vvestjüdisclien, sondern auch die der ostjüdisenen Jugend umfassen wird, die leider bisher allzu ßeringe Fühlung hatten, fällt dabei sehr ins Gewicht. Die Möglichkeiten sind groß genug; cs muß nur den Versprechungen die Einlösung, den Beteuerungen die Tat folgen. Der Weg geht nicht nur bildlich nach Zion, Karl Glaser. Zionistische Bewegung Amerika ׳. ׳;!),) (Ein Schreiben des serbischen Gesandten in Amerika) Der serbische Gesandte in Amerika L. Michaelo- )1' *teh hat an die zionistische Organisation ln Amerika ein Schreiben gerichtet, in dem <» beißt: ,,Das serbische Volk hat die gleichen Ideale wie «as jüdische. Freiheit für jede Nation und Gleichheit aller Bürger eines Landes waren immer Prinzipien der ״erben, die sie in ihrem nationalen Leben bei jeder yekgenheit manifestiert haben. Wir betrachten die Juden in Serbien als unsere Brüder, und ich wünsche betonen, daß die Verwirklichung der Ideale des jiiilisdicn Volkes von der ganzen serbischen Nation mit Enthusiasmus und mit großer Freude begrüßt werden wird.“ »(Eine Rundfrage) Die Zionistische Organisation ln Arnertka hat an sämtliche Mitglieder des amerikanischen •Viiats «nd des amerikanischen Parlaments die Aufiprderung gerichtet, ihre Ansichten über die zionistische 1׳ragt• schriftlich »icdcrzulegcn. JUEDJSC; -Cli AU Seite 297 England (S c 11 e ke 1 p ro p a g a 11 d a) Die zionisti'ielie Föderation in 1:11;׳,!;׳ind lut eine großzügige S c 11 c k e I p 1־ o p a g a 11 d n mit der Abhai- Hing einer a11IU'rordvi1tlic!1 si;11k besuchten zionistischen I) e 111 o 11 s t r;11 i o!1 s vor s, a in in 1» n g im Pavillon* Theater in London ein;;de lief, in der Kalium So ko* low als Redner auftrat. Die Föderation hont in die* sein Jahre 50000 S ch e k a 11 m nulzubriiigcn. Die Poalc-Ziou ihrerseits führen eine getrennte Sehe* kelaktion durch, die sehr erfolgreich zu werden verspricht. Ruß] ..d (Der Z i o! Die Zionist! k a s ti s , die nach große Propaganda unter lisnuis int Kauka8us) che Or g a 11 i sat io 11 im Kaurussischen Revolution eine dm Gemeinden sowohl der der grusinischen, wie der Bergjuden entfaltet hat, sicht sich in den letzten Monaten gezwungen, einen lebhaften Kampf gegen die sich immer mehr geltend machciulen Assiinilationslenclenzen der kaukasischen Judvnhcit zu führen. Die Wortführer der Assimilation haben eine Anzahl von Rabbinern gewonnen, um die orthodoxen Juden über die angebliche Religions* und Gottlosigkeit des Zionismus und cciuer Anhänger aufzuklären. Das zionistische Komitee in Kutais fiat daher bcschlossen, eine großzügige Aufklärungs-Propaganda hx die Wege zu leiten. Seit Anfang April erscheint ein zionisti* sches Wochenblatt unter dein Titel ,,China ebrea* lisa“ (Die Jüdische Stimme) unter der Redaktion des Jüdisches Volksheim, Berlin C., Dr.igoneretrußo 22. Am Sonnabend, den 5. Oktober, abends 8 Uhr spricht im Brüdervereinshaus, Berlin W 62., Kurfürstenstr. 115/116 über wal ü Preise der Plätze: 5.—, 3.—, 2.—, 1.50 Mk. Vorverkauf bei Wertheim, Bote & Bock, Zioniit. Vereinigung für Deutschland, Sächsische Str. 8, Jüdisches Volksheim, Dragoner*tr, 22. Herrn S. D. Z i ziasch wil i. Das Erscheinen der ersten jüdischen Zeitung in grusinischer Sprache hat sowohl in der jüdischen, wie in der grusinischen Ge* Seilschaft das größte Aufsehen erregt. Gleichzeitig hat das zionistische Komitee eine Reihe zionistischer Broscluiren herausgegeben, so ״Der Zionismus und die Religion" von Rabbiner Baasow, Pinskcrs ״Autocmauzipatiou" ״Der Lowtsclicnberg“ von L. Jaffe und die Broschüre von R. Karmi ״Was für eine Gemeinde brauchen wir?“ Das Zionistische Zentralkomitee für Rußland sub* ventionien sowohl die Zeitschrift wie die Herausgabe dieser Propaganda-Literatur. (Eine Spende) Eine Persönlichkeit, die ungenannt bleiben will, stellte dem Palästina-Ressort eine Summe von 500 000 bis 1 Million Rubel zwecks Errichtung eines Sanatoriums in Palästina in Aussicht, Argentinien. Seit kurzer Zeit erscheint in Buenos Aires eine jüdische Monatsschrift in arabischer Spradie mit zionistischer Tendenz. Das ist die erste jüdisch-arabische Zeitung außerhalb der Türkei und Aegyptens. ,Tripolis. •־’ :!■:!' j Der Präsident der Zionistischen Organisation von Tripolis Eiiah Nhaisi ist gestorben. Eiiah Nliaisi hat viele Jahre hindurch die zionistische Arbeit in Tripolis :geleitet, und sein Tod bedeutet einen schweren Verlust in den Reihen der dortigen Zioi.lstcn. Aus England. (Der Nachfolger Lucicn Wolfs im Jcwish Board of Deputies) Dr. D. J ochelmann, der spiritua rccior der nun cingegangenen Jcwish Territori.nl Organisation, ist zu einem der Vorstandsmitglieder des JcwJsh Board of Deputies ernannt worden, und zwar an Stelle des bekannten englischen Assimüantenfüluvrs Lucicn Wolf. (Türkische Juden in England). Reuter meldet: Das Auswärtige Amt bevollmächtigte die Zionistische Organisation Englands, diejenigen jüdi- ,sehen Bürger der Türkei na mit .־dt zu machen, die auf 'ihren Wunsch von den den Jcindiichen Ausländern auf* erlegten i!*.•Schränkungen befreit weiden sollen. Diese Empfehlungen werden laut D.nckUtü des Kabinetts be* rücKsicliligt werden. (Juden i rn englischen Tie er) Bei einem Frühstück zu׳ Ehren ■einiger Angehörigen L«nl R ote cli 1 Id den h T tt c k, daß zur Zeit ist l.äsursien. Im ganzen :r Kolomaltrup* des jüdischen Regiments, bei ch. Vorsitz, führte, erklärte Sir Ada _ etwa 50ÜüO Juden au der WuuYou dienen 60—70 000 Juden, ehe chliel pen Rngehörenden, im v;1gi:;;ki1ca UC.l UC, Heere, (Denaturalisation.) Die englische Regierung Imt ein G e s e tz angcnoinmcn, demzufolge natuialisicrtcii Au-Iandtrn, die sei des Privilegs der britischen Staatsangehörigkeit n tl« mehr würdig erweisen, das iiürgerrech t .w 1 c 11 <• r cntzo 1* c u werden kann, L! scheinf die Ansicut zu bestehen, dieses Gesetz das von der jüdischen I ressC stark kommentiert wird, hauptsächlich aut solche naturalisierten Ausliiiuler auzuwendeii, die sich dem live* 1'esdieiist entziehen. Aus Rußland (Die Einstellung des ״Haam“) Die einzige hebräische Tageszeitung in Rußland, der ״Haam“, wurde von der Regierung eingestellt. Als Grund wurde ״die systematische Niehtvcröffcnt* licliunj: der Regiertiiigsdekrcte“ angegeben. Vom Jüdischen Nationalfnnd Die Spcndcncf 11gä 11 gc des Jüdisdien National* fomls im August 1018 betragen 22010:1 Francs. Die Beiträge der einzelnen Länder stellen s;ch wie folgt: Deutschland 15 301 Mark, England 47 330 C, Bulgarien 8248 Levas, Italien 7140 Lire, Siklslav. Länder 05Jd Kr., Schweiz 317(1 Franc.;, Holland 720 Fl., (iriedienland 53 C, Portugal 451,15, Fl.', Schwellen 39t Kr״ Nor* wegen 158 Kr., Rumänien 110 Mark, Frankreich 95 Fr., Belgien 83 Francs. Oesterreich 127 368 Kr., Polen und Litauen: deutsches besetztes Gebiet 50 351 Mark, österr. besetztes Gebiet: 19090 Kr., Nordamerika S100 3, Argentinien 17 486 Pesos, Mitteilungen des K. J. V. Brüssel: Bbr. Martin Herzog zu treffen Kornninmlanturgcricht, Zimmer 91. C h a r 1 e v i 11 e: Treff* ]Hinkt: Zahnarzt Läufer, Zahnstation rue dement 21, Nächste Zusammenkunft: Sonntag, den 6. Oktober, nachm. 2 Uhr, im Unteioff.-I leim, Rue de petit bois 19. Lille: Mittelpunkt: Dr. S. Nürnberg, Kricgslaz. ״Militärhospital“. Lüttich: Bbr. Karl Uüb ist zu treffen Rue d'Herve 315. Metz: Bbr, Isidor Wechsel* mann zu treffen B.ilinhol'splatz 2. Mühl 11 auscn i. Lls.: Bbr. Herbert Meyer, üarnisoiilazarett. Um Reims: Mittelpunkt Bbr. *Otto Stiel (Adr. Präsid.). Sedan: Stabsarzt A. Goldberg (Lazarett Sportplatz-Gocliard) ist zu treffen: place de cluiteau 6. Tongern und Umgebung: Bbr. Richard Knoch (Adr, Präsid.). Vouz. iers: Bbr. Ludwig Mayer (Adr. Präsid.). Brest-Litowsk: Durchreisende Bbr. . finden Aufnahme bei Sau.-Uuteroff. Hartwig, Kricgslaz. III, Arnicepathologc Bug. Czenstochau: Bbr. Feldhilfsarzt Moritz. Lewinsolm, Gouvernemeiiisnlatz. Nisch: San.-Soldat Alfrecf Meyer (Adr. Präsid.). Uesküb: Unteroff. Kaminski, Nachrchtcnschule. Sewastopol; Bbr. Fterm. Siuszewer (Adr. Präsid.). Riga: Beamtenstellv. S. Weiner, Armee-Intendantur 8, Nachschubstcllc Dt. Feldp. 3S3. Stettin; Jeden Donnerstag Va9 Uhr abends Stammtisch im ״Alten Luftdichten“, Brcitestr. 39. Bbr. Bbr. melden sich bei Felduutcrazt E. Rosenbaum, Res. Lazarett Johannistal. Wahn b. Cöln: Bbr. Bbr. melden sich bei Jakob Burstein (Adr. Präsid.). Posen: Kricgs-V. J. St. Posen im K. J. V.-Hcim Posen, Berliner Straße 6. Veranstaltungen meist Sonntag, Montag, Dfcnstag und Donnerstag. Gesinnungsgenossen sind zu den Veranstaltungen von K. J. V.crn im Felde eingeiaden. Nacferiehten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen Oberarzt Dr. Emil Salo mon - Berlin (K. J. V.) und Heinrich Kuhn (Hetzl-Club Berlin) haben das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten, T)r. S. S i!berste inAUcnstdn (K. J. V.) wurde das Hamburger Hanseatenkreuz, Zahnarzt Sch ragen he im-Bcrlin die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse und Benno Sulke (Flcrzl-Club-Berlin) das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Letzterer wurde verwundet. Fritz L i p p m a!1 n - Wahn bei Cöln (K. J. V.) wurde zum Leutnant befördert. Berlin. Auf den letzten Mitgliederversammlungen . 21 ״?nistjschcii Jugcndvercins Berlin, Flciligcgeist- Straße 53, ist das Wintcrprogra inm festgesetzt worden. Ls wurde beschlossen, intensive Gruppenarbeit zu leisten, sowie Geschiehts-, Palästina- und hebräische Kurse exnzurichtcn. Mitglieder des Z. J. V.. welche sich im Felde befinden oder vom Militärdienst entlassen sind, werden gebeten, ihre Adressen dem Büro des Vereins: Heiligegeiststr, 53, mitzutdlcn. Am Die ns- K'6׳ <lcn •־L cr• findet der übliche Vo rt rag in unserem Heim statt. Stettin. Am 5. September nahm unsere Ortsgruppe <i״rch, dic Sommerferien bedingten Pause ihre Tätigkeit wieder auf, und ־zwar mit einem Vorträge des l lerrn Dr. Albert Ba er* Berlin. Der Redner v/r. breitete sidi eingehend über die Aussichten furche ׳Lrieiclumg unseres Endziels im Zusammenhänge mit der gegenwärtigen Lage der Weltpolitik. Er ״Vh <•;״,. anschauliche Darstellung unserer bisherigen Erfd'ßc und der Anforderungen, die für die Zukunit sowold an di Orgamsation, als auch an jeden einzelnen Zionisten crupjic trcffcit tlch allä״d1liuid,־MS°t“rf“cl|c״ °r,s־ b״Ä!!äic,K Ctm׳״■ oääs ׳־־״ bei