Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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I <% Peile 120 Die Ziislsmle in Rußland Ein RcdaklkmMuitglicd des jüdischen Preßbtiros i ,11 Stockholm, «los lelzlhin einige Wochen in Petrograd zubrai-btc, teilt über seine jüdischen Eindrücke jn Rußland folgendes mit: Als ich in Petrograd ankam, hatte die Anarchie in Rußland einen uiiertriiglielum Grad erreicht. Sie wuchs zusehends, sie machte täglich rar,die ״Fortschritte'1. Der soziale und nationale Bürgerkrieg und <lic •allgemeine Anarchie mußten naturgemäß lähmende Wirkungen auf das jüdische gesellschaftliche Lehen ausüben. Ich mußte immer und immer wieder staunen, mit welcher hart-!läridgen Energie und Selbstlosigkeit die leitenden jiidischcu Kreise unter diesen entsetzlichen Umständen ihre Arbeit fortsdzten. Die jüdische Gesellschaft wird von einer ungewöhnlichen Furcht vor den kommenden Dingen beherrscht. Allgemein ist die Meinung verbreitet, daß wenn die ״Bolschewik! abgewirtschaftet haben, eine Reaktion einfritt, welche die Juden für das Unheil Rußlands verantwortlich zu machen suchen wird. Viele führende jüdische Persönlichkeiten prophezeien, daß den Juden ein Pogrom bevorsteht, wie er noch niemals dagewesen ist. ln diesen Befürchtungen ist einer der ()runde zu erblicken, weshalb die jüdische ' üesellschaft jede Berührung mit den Bolschcwiki peinlich zu vermeiden sucht. Während meiner• Aufenthaltes in Petrograd wurde in der Presse über zahlreiche Pro grünte berichtet. ר eilweise waren diese Pogrome allgemeiner Natur, teilweise begannen sic mit allgemeinen Plünderungen^ mul ariden in antijüdinchc Exzesse aus, zum großen Teile waren sie von Anfang an gegen die Juden gerichtet. Ein voller Ueberhück über diese Ereignisse war nicht zu erlangen, da der Telegraph und die Post außer• ordentlich schlecht funktionierten und aus vielen Zentialpimklen wochenlang keine Nachrichten einlrafen. Hei allen Pogromen konstatierte die Presse,'daß die zur Hille hcrhcigcrufcium Truppen entweder den Pöbel gewähren ließen oder gar sich selbst au den Plünderungen beteiligten. Das wurde von den Juden als Vorbote der kommenden Schrecknisse bezeichnet. Die politischen Ereignisse der letzten Monate wirkteil iiu höchsten Grade deprimierend auf die Stimmung der russischen Judenhcit. Der IJürgerkrieg und der Abfall der Ukraina einerseits und die Bedingungen des Separatfriedens zwischen d«n Vierbimdmiichten und Ruß-!and andererseits wurden allgemein von den führenden politischen Kreisen der russischen Juden als hoeiist imgünstige‘ Ereignisse für die Weitcrgeslaltung des jiidischcu Volkssehicksales empfunden. Sämtliche jüdische Parteien ohne Ausnahme sahen in der Unversehrtheit der rußländischen Republik eine wesentliche Vorbedingung für die Verjüngung des jüdischen Volkes und für die Lösung der schweren Probleme seiner Existenz, In der Abtrennung nicht nur Polens, sondern auch der Ukraina, Litauens und Kurlands vom russischen Reiche sieht man einen Riß durch den Körper des jüdischen (»-Millionen Volkes Rußlands; mit Ausnahme der Ukraina, die die jüdische Autonomie proklamiert hat, ist man tun das Schicksal der Juden der Randgebiete im höchsten Grade besorgt, da der Ericdensvcrtrag keinen Schutz der Rechte dieser Juden Vorsicht, so «laß sie der Uebermneht der anderen Völker wehrlos aungelicfcrt sind. Die Befürchtungen inbezug auf das zukünftige Schick• sal der Juden in den in Rede stehenden Gebieten Waren *so allgemein, daß man in den Kreisen der gegenwärtigen Regierung nicht abgeneigt war, eine jüdische Delegation nach Brest-Litowsk zu entsenden,um die Rechte der Juden, namentlich Polens und Litauens wahrzimchmen. Das Zentralkomitee der linken Sozialrevolutionäre faßte auch einen dahingehenden Beschluß und beauftragte seine sieben Mitglieder im Rate der Volkskommissare, für die Entsendung einer jüdischen Delegation aus der Mitte der Regierung einzutreten, die als Teil der russischen Delcgatioi, «len Auftrag haben sollte, die Forderung der bürgerlichen Gleichberechtigung und der nationalen Autouomic der Juden Polens und Litauens in den Verbandhingen zu vertreten. Dieser Beschluß wurde damit begründet, daß es die Aufgabe der gegenwärtigen Re* gierung sei, für die Zukunft der schwachen nationalen Minderheiten der abzutretenden Gebiete zu sorgen und ihre Rechte sicher stellen. Es bestand alle Wnbrschcinlichkcit, daß der Rat der Volkskommissare den Vorschlag der Sozialrevolutionäre akzeptieren werde, als der Plan infolge des Abbruches der .Verhandlungen in Brest-Litowsk hinfällig wurde. Die Juden sind in der gegenwärtigen Regierung nidit vertreten, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil keine einzige jüdische sozialistische Partei mit den herrschenden Parteien zusaminenarbeiiet. Sämtliche Juden in der Regierung und um dieselbe vertreten nichtjüUisclie Organisationen. Die Tatsache, «Laß die Regierung sich au? keine einzige jüdische Partei stützen kann, mußte von ihr n,aiurgcmaß unangenehm empfunden werden. Man sann auf Mittet, um1 die jüdischen Arbeiter zu gewimien und entschloß sich zur Schaffung eines Kon» missariats für jüdische Angelegenheiten, das als Sektion des Kommissariat!! für nationale Angelegenheiten, gedacht ist Zum jüdischen Kommissar wurde eine ganz tmbcdeutende Persönlichkeit namens Di m eudstcin (ein Mitglied der Bohchcwikipartci) ernannt, ihm wurde ein Gehilfe namens Dobkowski (linker Sozialrevolutionär) beigegeben. Der Kommissar haßt alles Jüdische und stellt: sich unter anderem zum Ziel, den Zionismus zu bekämpfen. Der Gehilfe hingegen ist national gestimmt und hat Sympathien für die jüdische Renaissance und den Zionismus. Auf einer öffentlichen vom jüdischen Kommissariat einberufenen Versammlung propagierte Di- Ki'isdstein «kn Kampf gegen den jüdischen National»- i lj P. Di <■('' H E Nr, 16 IVT’■ Ar. um« und >־״ Hing nur de« Jiiili:.eilen Kot1g;\;׳u .1 wurde auch ,־injp־nt,1!1:1H׳n. Sammlung, gleich falls von berufen, zitierte Dohkov, ilistli-SkainJiiiavischcn Ko! pathie für du(־ jüdische Ich habe dieser Versammlung 1 frälsaal des itildimgsniiniaicriiu. setzen konslalieric ich die tutge die Gciniitsrohhcil der meisten v; c i 1 :r I jU U (u 1ül־i ■eil A ׳;di i׳ bl I1 di nt. sin Kcui , : :;0111::.!1; .!ereil Vcriiiusear eindes IfolPuult mit Symiina aus. die im Por- :UauJ. Mit Ent- Unwissenheit und er der Versäumfmig. Da erklärte ein Anarchist, der jüdische Hiiüonnlir.mus müsse bekämpft werden, weil ßä'IT (!) dcr jüdischen Bevölkerung Wucherer :;eien. Andere äußerten ihr Entzücken״ über die Einstellung des ״Petro,:rader logbist;es" als eines Jionterrevolutiosiareu lllalies tmu hetzteil mit beispielloser Erbitterung gegen den .Jüdischen Kongreß. Ein Redner endigte seine bombastiscuc Ausprache.mil den Worten: ״Nieder mit der jüdischen konstituierenden Versammlung'׳, es leben die Sowjets der Pneit Arbeiter-,' Bauern-, Soldaten- und Kosakenf< י 11 ztiiii pöhiisäici) Stedsrat!uU1 , deptifieneii" .... Besonders sci'.arf wuruc der ״Lund" angegriffen; er wurde uh Vortrupps der Reaktion bczeichnet und mit großer Heiterkeit wurde die Bemerkung eines Redners .־uifgenoüiiiieu, daß «irr ״Bund" und die Kosaken die einzigen waren, die sich an׳ der letzte» I >i; 1U011:,!!ו.׳ iiou für die Kerensky-Regierung beteiligten. Das Kommisaui'ial für jüdische Angelegenheiten hatte tatsachlich die Einberufung eines jüdischen Arbeiter- und Sohlaten-Kongresses vor, um׳ eine jüdische Sov/jeturgaiiisatiou zu schaffen, welche die Prinzipien der Sowjetregiertmg auf das jüdische Leben anzuwenden hätte. Diese Idee war so absurd, daß sic in den leitenden jiidischcu Kreis weniger mit Besorgnis als mit Heilerkeil kommentiert wurde. Da die Juden keine Bauern- Iriasse besitzen, so wäre die Ueheriiahine der Macht diiitli eine den Sowjets nachgcbitiletc Organisation auch theoretisch die Herrschaft einer kleinen Minorität. Keine einzig,; «!er leitenden jüdischen sozialistischen Parteien würde sich auf das Abenteuer entlassen. Die Wahlen zum Jüdischen Kongreß haben die ungeheure Stärke des bürgerlichen Zionismus dargetan. Bei meiner Abreise waren noch nicht sämtliche Wahlergebnisse bekannt. Allein es galt als sicher, daß die Zionistische Organisation über die Mehrheit der St i nt!11 c n und der Mandate verfügte. Diesen großen Erfolg hat der Zionismus im hohen Grade «ler englischen Erklärung zü verdanken. Die Erklärung hat anerkanntermaßen den Ziouisinur. in Rußland außerordentlich gestärkt und den bürgerliclien Zionismus zur herrschenden Partei jn der jütlisehen Gesellschaft erhoben,. eine Position, die der Zionistischen Organisation jetzt eine ganz andere Vcrautworiung ah; bisher für ihre eigenen Handlungen und für alles, was im jüdischen Leben vorgeht, auferlegt. Die Position der Poale-Zion ist durch das ■Manifest des 1!oliämliscii-SkandiiKivisehen Komilees sehr gestärkt worden. Der Hund ist in «len letzten Monaten in vielen Orlen ganz ins Hintertreffen geraten. Er hat seine dominierende Stellung im jüdischen Proletariat bereits ciugi'hiUU. Bei den ״Vereinigten Sozialisten" (rfejiiiisien und Zionisten-Soziaiisten) scheint die Tendenz, sieh mit den Poale-Zionisten zu vereinigen, die Oberhand zu nehmen. Die bekannte Hetze An ins in der Kiewer Rada gegen den Zionismus wurde von seinen Parteigenossen sehr bedauert und Anin bekam vom Zentralkomitee der Zionisten-Soziaiisten, wie ich hörte, eine scharfe Rüge wegen seines Auftretens. Die Opferwilligkeit tles rußlämlischeit Judentums für die Zwecke tles Paliistinawcrkcs ist ungeachtet der gegenwiirtig so ungünstigen Umstände außerordentlich groß. Die erwähnte Hetze gegen «len jüdischen Kongreß ließ befürchten, daß die Regierung tatsächlich den Kongieß verhindern werde. Während meines Aufenthaltes in Petrograd befaßte sich das Organisaiionskomitce des Kongresses mehrmals mit der Frage, ob man wegen der befürchteten Repressalien den Kongreß nicht aufschicbcn soll. Dttbnow hatte in einem' Artikel verlangt, daß der Kongreß mit einem Proteste gegen die Bolschewik» regierung beginnen solle, und in der erwähnten, Agitation gegen den Kongreß spielte «ter Dubnowsche Artikel eine Hauptrolle. Die große Mehrheit des Organisation• komitees wollte aber auf keine Weise den Kongreß aufschieben, und zwar aus dem Grunde, weil man befürchtete, daß nach dem Sturze der Co'jckcwiki die Aussichten für den Kongreß iidcI: viel sei,!echter sein iciit fast aller MiPriieder des ß der Kongreß sielt mit allgen überhaupt nicht zu ck den Do’schewi!:« auch i wurden. Es war die Organisationskomitce■!, gemeinen politischen «lau fassen hat und daß Vorwand genommen werd: vorzugehen, Die Regier!.«;; Angelegenheit nicht beir.ßt. einige RegieruiigsntiigHcdcr pagicrtcn Repressalien. Di Blattes, der Jüdische Kor.g befürchtete Auflösung vcr: zu. Die Aufschiebung*«!'.:;;;■ zurückzuführen, daß ’inßr־:. hahn Verkehrs und des er׳״,;", auf Petrograd nickt ei...,. ׳ gliedern (25",'״), mit de;«, beabsichtigte, erscheinen!0 komitcc keine polUi■ Erna wie gemeldet wird,!:׳.;׳ tiorialrat zu er,:::!׳;.,.«, nachdem' Verhält,׳;.:;; ihr,.;; Nationalraf wird s;;; sehen Judenhcit betrat'.;:.‘. beder gegen den Kongreß :,t hatte sich mit der ' mir bekannt ist, waren bic'dcii gegen die prodüng ditto englischen I ri.lt Rücksicht auf die wo: ׳(!en, trifft nicht ״;dir darauf ICO Or ca it- :öd feen werde, n Na* taten־; M Dieser -i.:״rt ז Am April fanden »!1 den St.ulträtcn zu Car* schau und Lodz die Wahlen zum poluisehen Staats rat statt. Die sozialLiischcu und demokratischen Parteien Polens hatten beschlossen, a!$ Zeichen der Un/.utriedciihut mit der Verfassung und 7,!i.;nmmcm.et/it;1g des Staatsrates, sich an den Wahle* nicht zu beteiligen. U11k*r den jüdischen katmäimern wurde die Frage der IMeiligitiig am Staatsrat versdnedeutlich besprochen. Die Zionisten beschlos-c», keine prinzipielle Stellung zur Frage zu nehmen und den zionistischen Ratmännern freie Hand zu lassen. Die Ratmiiniier der Po;111' Zion in Lodz erklärten! daß cie sich an den Wahlen zum Staatsrat nicht beteiligen werden. Die ״Vc re i ni ״ tc 11 jüdische« Uatinänncr“ in Warschau, die ״Jüdische Frakt io 11" in Lo<i /. und die ״Vo 1 ks pa rt e i" dagegen erklärten cs für ihre Pflicht, an den Wahlen teüzunehmen. In Warschau wurde in den fünf Kurien eia Vertreter der Vereinigten jüdischen Ratmänner — Ing. Weißblatt, in der 6. Kurie der Führer der Volk»- partei — N. Prilutzki gewählt. In Lodz, wurde der zionistische Vorsitzende der jüdischen Fraktion Dr. Rosen bla tt uml als einer der Stellvertreter Ratmann H. Farbsteiu aus Warschau gewählt. Vor (kn 6c:rciadewuhlcn in Warschau Ganz unerwartet fiir die jüdische Oeffcntiichkcit ist, wie schon mitgeteilt, «iic Verordnung des Polizei- Präsidenten Warschaus erschienen, unverzüglich die Wahlen zum jüdischen Gemeimlcrat, auf grtmtl der bekannten Verordnung vom 1. November Kilo dmchzuführen. Die Wahlen wurden für «icn 29. April iestge- Setzt, r.o daß nur eine'Frist von drei Wochen für die Wahlagitation übrig blieb. Die einzige Partei, «Iic über die bevorstehende Veröffentlichung dieser Verordmuig rechtzeitig informiert war, scheint die Agudath-i inorthodoxint gewesen zu sein. In derselben Nummer ihrer Zeitung, in der vor allen anderen jüdischen Zeitungen die überraschende Bekanntmachung stand, wurde bereits eine Mitteilung der ״Aguda” veröffentlicht, in der sic über die Erfolge ihrer Schritte bezüglich der Wahlberechtigung einer bestimmten Kategorie Steuer- Zahler berichtet. Für alle anderen Zeitungen und politiselten Kreise in Warschau kam «Iic Verordnung völlig unerwartet. Die jüdische nationale Oeffcntiichkcit hatte genügend Grund, mit dem Zweikuricnsystem, das dem Häuflein assimilatorischer Großjtiden die Hälfte aller Mandate zuerteilt, mit dem Noiiiitiieruiigspriiizip, das die Selbstbestimmung beschränkt und dem eiißkoufessioiielieu Charakter «ler Gemeindeverwaltung, der ihr große Teile ihres Lebensinhaltes entzieht, sowie mit manchen anderen Bestimmungen der Verordmuig vom 1. Noveitther, die bekanntlich ohne jede Verständigung mit de« Vertretern «Irr Juden zustande gekommen war, unzufrieden zu sein, und hat wiederholt diese ihre U«- Zufriedenheit bekundet. Die Art und Weise der V«׳röffentlictiung «icr Bekanntmachung über die Durchführuiig der Waiden zur Warschauer Gemeinde imd die kurze Frist, die der jüdischen Oeffcntiichkcit zur Vcrfügung gestellt wurde, konnten, selbstverständlich zur Popularität dieser Wahlen nicht beitragen. Trotzdem empfand es das nationale und vor *Hc* das zionistische Judentum Warschaus als seine *unvermeidüclic Pflicht, angesichts der vollendeten Tatsache seine Kräfte mobil zu machen, um wenigstens das zu erreichen was unter den gegebenen Verhältnissen noch zu erreichen möglich ist. Am 7. April fand eine Beratung der Vertreter aller zionistischer Vereine Warschaus •tatt, auf der die prinzipiellen und taktischen Fragen der bevorstehenden Wahlkampagne besprochen wurden. Dk zionistische Jugend bekundete dabei ihr lebhaftes Interesse an dem Wahlkampf. Die zionistischen Frauen- Vereine erklärten, daß, trotzdem sic kein Wahlrecht haben, sic an der Wahlagitation energisdt sich zu beteiligen entschlossen seien. Das zionistische Wahlkomit ee, dar,׳vom Sekretär des Zentralkomitees Herr* S. Weitzmann geleitet wird, eröffnet« 2A WahL büros in verschiedenen Teilen der Stadt. Das Zentralkomitee setzte eine besondere Koni• mission zur Redigienmg eines Wahlaufrufes ela. Der Misrachi fi'üirt den Wahlkampf selbständig. Auch die Volkspartei setzte ein Wahlkcmhe» ein. Zur Sitzung ihres Wahlkontitees waren auch di* Vertreter der jüdischen Handwcrkervcrcinc geladen worden, an denen die Volkspartci überhaupt einen Stüt»- punkt für ihre Tätigkeit t׳u gewinnen hofft. Die meiaten der 1 jandwcrkcrvcreiitc lehnten cs ab, um der Wahlorganisation der Volkspartei teilzundimcn und beschlossen, ein selbständiges Wahlkoinitce iin Zentrale* Handwerkervcrcin zu gründen. Von den sozialistischen Parteien faßten bi* jeth nur die Poalc Zion den Beschluß, sich an den Wat»־ len zu beteiligen. Sie bildeten ein besonderes Wal!*־ komitce und nahmen energisch die Wahlagitation auf. Der Bund nahm bia jetzt keine endgültige SleUuitf ein. In einer Reihe von Versammlungen, und Re* ratungen wurde hier vorläufig «iic Frage der Beteiligung diskutiert, wobei sich eine starke Strömung gegen <äe Beteiligung an den Wahlen bemerkbar macht. Die verschiedenen Assimilantengruppcn haben •ich nnainmcngcschlosscn und ein zentrale« assimilatorische• Wahlkomitce gebildet. _ , Eine energische Tätigkeit, Insbesondere anter de« Chacaidim und der drawidischen Jugend, entfaltet Bk Aguisth-LfsorttxxJoxlm. < it