Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1918-03-27 · Heft 13-14 (27.3.1918) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 13-14 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652077-2652090--11520-2669052
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seife 99 l: ■■■■ ik.. rf ■־; , t . I. ׳ •. ' C ';ן ״ IC. ז ’ ■ r!" < cii: tu. :kl teda i'.ti:;•■ r 1K י!׳ 5■ Cd; vr Ü dca ö w;i- 4> •1u1 u;? ii :0 fö: ..״,I *־ •ky I rjrfi >G Ü. icsa; |Ut»Cßtt .11ו• f Zill'.i Juden• ׳״« ll'iiäls- Wahrß aufr des- ׳einem erhall? es .בר. Juden- I: das te. a 11. ft!; s »rreicht icnöiu besKn " *ind!ehr in B l send• 8 aber ird die :)״0ןזר.א ׳ciuibcr 1d Au- , jKiiC• :n, c!1t- ,? Wir :h nach ch V0:.1 Lüg« 1 Sima starkes PtfSÖfi־ e kann en; s;c da eh WilR״־ ג Wort it der grwr.ua. nscl.c~ ) V/..C.״׳ ‘t \1f C * |־;;n äcuetu, rti׳>vicit e' Er־ .*1, Nr. 13/14_._ Jahresfconfcrcnz der ÜBglish Zioaist federation Am 2. Februar fand in der Queens Hall zh Loadou unter dein Vorsitz von I>r. Ciiaim Weizmann dk j ah res ko 11 f e ren z der Engliih Zionist Federation statt. Dr. Wei/niann cröffncte sic mit diicni Nachruf für I)r. Tsclilcnow, der von den Anwesenden striiriid .'mgeliöit ,wurde. U seiner Eröff111m|;:;redc (ülirle Dr. W e i z in * * « u KKlaiui 11u״cfil1r folgemies aus: Seit der Publikation der britischen Regierw a'|r$ e rk I ä rn n k zugunsten der Schaffmi^ einer nationale« lleiinstiitte für die Juden in Palästina i-.t unsere Bewegung in eine neue wichtige Phase ihrer Entwicklung ciiißctreten. Unsere Verantwortlichkeit ist ■ von Taj! zu Tau gewachsen, umsomehr als inzwischen ein Teil Palästinas in den Bereich unserer Tätigkeit gefalle» *1, Die Arbeit des Wiederaufbaus und der Reorganisicni»״ der jüdischen Kolonien inult sofort beginnen. Die neue Face erfordert Energie und finanzielle Mittel unserer Q1״aaisation in einer in der Geschichte unserer Bewegiiing bisher unbekannten Weise. Die Aufgabe ist umso schwieriger, als zur Zeit keine Ucberweisungsinogliclibeiten aus Rußland bestellen, dessen Zionisten in kritinheii /eiteu immer an erster Stelle standen, aber cs Mäuß fesigrstcllt weiden, (lall dennoch allen, was in meusehliiher Kraft .stellt, (:etan ist, tun sich der ■'■iinw,. gewachsen zu zeigen; und es muH mit Genugtuung darmif hingewiesen werden, daß die englische Zionisten- Föderation, olischon sic ein verhältnismäßig kleiner Teil der Zionistischen Weltorganisation ist, die Grolle ihrer Aufgabe begriffen und ihr Bestes getan hat, um die ihr ii den letzten Monaten aufcrlegtcn Pflichten zu erfüllen.“ Darauf ging Dr, Wcizniann dazu über, den Jahresfsericht, der gedruckt vorlag, durch einige Bemerkungen *11 ergänzen. Der Widerhall, den die britische Regierungserklärung bei der gesamten Judcnhcit gefunden hat, balze klar gezeigt, daß die Sympathien der überwältigenden Mehrheit d^s jüdischen Volkes mit den aionistisebca Zielen seien. Zugleich gab er der Hoffiming Ausdruck, daß der Zionismus bald aufhören weide ׳das Programm einer Partei im Judentum zu sein und (laß die Trennung zwischen Zionisten und Nichtzio• ßistca aUuiäldieh verschwinde. Die Augen der Juden der Ditcutcländcr seien alle auf Großbritannien als diejenige Macht gerichtet, die cs zuerst für notwendig er- Rilltetc, die große Botschaft der Freiheit und eines neuen Geben» für das unterdrückte jüdische Volk zu prokla- Röicren. Dr. Weizmann wandte sich gegen Versuche, die die Wichtigkeit der englischen Deklaration zu vorkleinen) suchten. Er unterzog dabei die Haltung der türkischen Regierung, die während der letzten drei Jahrzehnte der jüdischen Kolonisation mannigfache Jleiiunniitr bereitet hat, einer scharfen Kritik. Der Lander־ werb und die Sicherheit seines Besitzes seien ungeheuren Schwierigkeiten begegnet. Auch die Hoffnung auf einen Charter sei unerfüllt geblieben. Infolge der Unsicherheit lialic jüdische Energie und jüdisches!Capital gezögert, uadi Palästina zu gehen. Hierauf wandte sich Dr. Weizmann der gegenwär* tigern l.agc der j u d ä i s c h c 11 Kolonien zu. Er führte ,«1s: ״Die läge unserer Kolonien, soweit Judäa in Be- «rächt kommt, ist nach allen Berichten, die wir von!mscreu Freunden erhalten haben, verhältnismäßig zut'riedcnsteilend. Natürlich herrscht auch dort große Not, aber sic ist verhältnismäßig klein, verglichen mit anderen Ländern in der Kriegszone. Die britischen Behörden im okkupierten Gebiet haben in enger Zusammenarbeit mit unseren Freunden ihr Bestes getan, um das Elend zu 'ו1?.»"■* יי1!עי״זיי"^ *•"•“י. , *!!ä■״יי; ■1™!*ל ״״ יי1.״«,: ...״■״■ י■ י■ ■*•״ r?“r״r liclikeit, die diesen jungen Menschen geboten wird. Wir glauben, daß auch jüdische Bildung nicht oktroyäert werden kann, wenn das Bedürfnis nach ihr, der Motor fehlt. Das fehlen eines jüdischen Publikums führt Rosenzweig auf die Eigenart der westjüdischen Rabbiner und der theologischen Bildung zurück. Wir glauben, daß die Ursache doch vorwiegend darin liegt, daß der Icliendige interessciikreis der überwiegenden Mehrzahl unserer in der umgebenden Weit verwurzclte» Juden vom Jüdischen weit wegfülirt. Diese* Grundsätzliche muß vorausgeschickt werden, damit wir amleuten, daß für uns die ״jüdische Lebensfrage des Augenblicks“ umfassender ist, als Rosenzweig meint. Wenn wir aber damit dieser Schrift etwas von ihren Prätensionen nehmen, 60 wollen wir isiciit etwa die Bedeutung und Wichtigkeit des Gegen- *tandes in Frage ziclin. Der Hauptinhalt der Schrift teilt sich in 2 Absdmitte: Der erste gibt einen Vorschlag zur Methodik des Unterrichtes selbst, der zweite behandelt die wichtige Frage der Schaffung eines geeigneten Lehrerstaades. Der Unterricht soll im Wesentlichen der Literatur gewidmet sein; die Geschichte* tritt etwas zurück. Der Schüler soll nach Absolvierung des Gymnasiums eine» möglichst vollständigen Ueberblick über das jüdi- «che Schrifttum, den Niederschlag unseres Geistestebens, haben. Selbstverständlich ist unsere Literatur nur in hebräischer Sprache für uns Juden ihrem vollen Gehalt nach aufnehmbar. Der Nachdruck, mit dem Rosenzweig die Forderung nach Hcbrnisicrung des Unterrichtes stellt, ist besonders hervorzuheben und zeugt von tiefem Verständnis für die notwendigen Grundlagen der jüdischen Bildung, ln den Unterklassen will Rosenzweig das jüdische Kalender- und Festjahr ea1 ׳Leitprinzip des Unterrichtes machen. Die Wochen* abschnitie in Auswahl, die Gebete des Siddur und der Fcstliturgien sollen dem Kinde vertraut werden; diese Kenntnisse sollen gleich ln einem Sabbatgottes- •dienst für Schüler ihre praktische Verwertung finden. JUEDiSCIiE '.MJIl DE CM AU den Nolieidv.11 •!)!׳ zu Leifai uml das Werk des Wiederaufbaues zu fördern. Vor einigen Monaten rieh- Icteii wir einen Aufruf;ui die juikuiijt der ganzen Welt, den palästinensischen Juden zu Hilfe zu kommen. Der Widrrlinll, den unser Aufruf gefunden hat, war zufriedenstellen(!, und wir waren in der Lage, die nlleniotwcndigsten Bedürfnisse der Bevölkerung zu hcfricüigcn. Wir vertrauen auf da׳: Pflichtgefühl uml die Opferwilligkeit uir.en״, Volke■., daß es auoli in Zukmiff reich lieh zur lindern»)׳ der Not von 'lausenden Armen in den pnläsliueusisdien Städten, besonders in Jerusalem, beitragen wird. Es ist für 1ms eine Ehren:,ache, dafür zu sorgen, daß die Anzahl der notleidenden palihtiuciiKiseiieii Juden auf ein Minimum reduziert wird, Unsere Kolonien leiden zur Zeit liaupts iclilicl» unter dem Mangel an Menschen. Die früheren Leiter unserer Arbeit, die so aufopferungsvoll die Interessen unserer Kolonien verteidigten, sind von Judäa itnrli dem Norden vertrieben worden. Nur wenige konnten bleiben, und auf ihnen ruht jetzt die• ganze schwere Last. Die Zionistisdie Organisation in Aegypten versucht ihr Bestes, um, soweit es in iltrcr.Mnclit steht, diesen wenigen Arbeitern ihre Arbeitslast zu erleichtern.“ Die kritische Lage der Kolonien habe dazu gezwungen, der britischen Regierung das Verlangen zu unterbreiten, daß eine Kommission, die die Zionistische- Organisation vertritt, sobald wie möglich sieb nach Paliii.liun l)<׳gH׳rn dürfe. Dr, Weizmaim gab daun über Zweck und Ziel dieser Kommission nähere Erklärungen, die bereits in der vorletzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau" bekannt gegeben wurden. Dr. Weizmann sprach dann über die Wiedereröffnung der Anglo Pa lest ine Company und die Bcdeuitmg dieser Bank für die Zukunft. ״Wir zweifeln nicht daran“ sagte er, ״daß die A. P. C. dazu bestimmt ist, einen wichtigen Anteil an unseren Zukunftsplänen zu nehmen. Sie wird und muß das finanzielle Instrument unserer Bewegung werden. Es war daher eine gebictcrischc Notwendigkeit, diese Institution in den Stand zu setzen, iiire Arbeit sofort zu beginnen. Auch hierbei unterstützte uns die Regierung wieder im Geist der Deklaration. Wir erhielten nicht nur die nötigen Erleiditcrungen für die Wiedereröffnung der Bank, sondern ich kann auch mit Freude fcststelicn, daß die Behörden selbst unsere Bank für ihre finanziellen Transaktionen benutzen. Unsere amerikanischen Freunde haben versprochen, einen großen Teil der zur Wiedereröffnung der Bank notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Eine bedeutende Zahlung ist bereits von Amerika eingctroffen und nach Jaffa überwiesen worden. Weitere Gehler werden erwartet, und wir hoffen, die sofortigen Erfordernisse unserer Bank in nächster Zeit befriedigen zu können. Es wird Aufgabe der Zionistischen Orgnnisalion, des jüdischen Volkes sein, diese Institution zu' kräftigen, und sic fällig zu machen, der neuen Aufgaben und neuen Probleme, die sich bald in Palästina erlichen werden, Herr zu werden. Wir hoffen, daß als ein Rcsultal dieser Konferenz eine besondere Aktion zugunsten des Jcwish Colonial Trust und der Anglo Palestinc Company eiiigcleitct werden wird, und ich zweifle nicht daran, daß das jüdische Volk uns hierbei unterstützen wird. Audi bei der Lösung dieses Einzdprobleins leiden wir wieder unter der 'allgemeinen Lage in Rußland. Beträchtliche Mittel stehen dort für die Banken bereit, aber leider besteht keine Möglichkeit, sie zu überweisen. Amerika und England sind daher in die Bresche gesprungen und haben finanzielle Beteiligung, die weit über ihren ursprünglichen Anteil hinausging, auf sich genommen. Mit Ihrer Erlaubnis will ich noch einen Augenblick zur Frage unserer Pa l ä s t i 11 a kom 111 is s io 11 zurück- «■.■■»׳■׳■יי■*—״״■׳ ■■■«»■■■■■—׳ .. ln den hohem Klassen soll der Schüler allmählich und stufenweise in die schwierigeren Partien der Literatur Einblick gewinnen. Erst, wieder kalendermäßig, Thora mit Raschi, dann die Haftaroth; schließlich Psalmen, Aboth und wenigstens oberflächliche Bekanntscliaft mit der Eigenart des Talmud. Die Oberstufen, welche die nach Ausscheiden der zum kaufmännischen üeiuf Bestimmten übrigbleibcndon zukünftigen Akademiker umfassen, sollen das erworbene Wissen vertiefen und ergänzen, insbesondere in die Welt der Propheten ciuführen, auch Midrasch, Kabbala und das ganze• Gebiet der exilisclien Literatur behandeln. Bei intensiver Ausnützung, der Zeit will Rosenxweig diesen gan* zen Stoff in den vorgesehenen 2 •Wochenstunden bcwältigen, sofern nur jede Stufe selbständigen Unterrieht genießt. Wie nun ist dieses Programm durchzufiihrcn und durch wen? Rosenzweig sieht ganz richtig, daß wir nur durch eigene Kraft, mit unsern eigenem materiellen und pädagogischen Mitteln etwas erreichen können. Auf Unterstützung seitens der staatlichen Verwaltung ist nicht zu rechnen, und cs soll auch auf den Kampf ums Recht und um Gleichberechtigung nicht zu viel nützlicher zu verwendende Kraft verpulvert werden. Die wichtigste Aufgabe ist die Schaffung des Lehrcrstandcs, die Rosenzweig im Zusammenhang mit einer großzügigen Organisation der wissenschaftlichen Produktion in Angriff nehmen will. Der Forderung nach einem von der seclsorgerischcn Funktion befreiten, akademisch gebildeten Lehrer wird inan nur zustimmen kö»״cn, ebenso der wichtigen Einsicht, daß Autorität und Wirkungsmögliclikeit des Lclircrsl von seiner sozialen und materiellen Stellung bedingt ist Es ist Sache der Gemeinden, im Utnlagcnvvcge den Etat hierfür aufzubringen•, dazu käme das System der Spenden und Stiftungen, die im Wege einer zu begründenden ״Akademie“ als Stipendien für wissenschaftliche Arbeiten zur Verteilung kirnen, sodal die geistige und wissenschaftliche Arbeit «ad׳«las pädagogische Amt In gehen. Es ist klar, daß linier den gegenwärtigen U111.״äaden, wo das Hand noch unter militärischer Okkupau-ni steht und das politische Sehicksol Palästinas noch 11“-11׳ klar ist, cs schwierig für uns wäre, auf dem Gebiet sRs Laiulerwerb:: viel zu erreichen. Diese fundamentale 1aüa ist (;riiiidlieh studiert worden. Wir imi'Sen mit u 11 ׳.eie■ Plänen für die Zeit vorbereitet sein, v.׳> der politische Horizont klar sein wird, aber gegenwärtig müssen wir wenigste»•» schon die veihällnismäßig kleinen Landkäufe diirrlilülireii, die l'M1׳ begonnen und durili den Krieg unterbrochen wurden. Aut der anderen Seite it>l cs ein« absolute Notwendigkeit für die Zukunft des Landes,_dai keine L a n d s p c k 111 a t i o n c n , in welcher Forra auch immer, Platz greifen, und ich kann Ihnen zu meiner •Freude mitlcilen, daß diese Ansicht vollständig von der Regierung geteilt wird, die die Behörden angewiesen hat, diese Frage sofort in Erwägung zu ziehen und ent* sprechende Maßnahmen zur Verhinderung einer •olehe* Spekulation zu treNeu. Während es unmöglich ist, die agrikulturelle Kolonisatkm auf einer breiten Basis heute schon zu beginnen, können andere Formen der jüdischen Tätigkeit in Palästina, sogar unter den gegenwärtigen Umständen, sofort entwickelt werden.“ Dr. Weizmann sprach dann ausführlich über de« Plan der Errichtung einer jüdischen Uaiversltat i■ Jerusalem, die ein Weg sei, ״durch dr• wir unseren Willen zur Errichtung einer nationalm I Icimstätte in Palästina demonstrieren können, ein Weg, der ein Symlrol für den Geist sein wird, in welchem da» jüdische Volk seine Rückkehr in sein altes Heimatland erstrebt,“ Dr. Weizmann teilte mit, daß die englische Regierung die Kommission ermächtigte, ״eingehende Uutcrsuchungen betreffs der Ausführbarkeit dieses Projekt» »iizustcllcn und, vorausgesetzt, daß die militäriscfiea uni politischen Behörden keinen Einwand erheben, »Ile Schritte zu tun, die für den Beginn eines solchen Unternehmen« notwendig sind.“ Zugleich machte er die Mitteilung, daß dank der Generosität des Herrn Is*ak Goldberg bereits der Kauf des Bauplatzes für die Universität durcligcführt werden konnte. ״Sie sehen“, so schloß Dr. Weizmann seine Rede, ״daß die Aufgaben der Kommission mannigfach sind, die Aufgaben, die vor uns liegen, verwickelt. Wir braudien daher Ihr ganzes Vertrauen und Ihre ganze, Unterstiit/ung. Sie haben bereits Arranganents'für die Schaffung eines bedeutenden F o nd s getroffen, der zur Verfiigtiiig der Kommission stehen soll. Ich höre zu meiner Freude, daß dieser sogenannte Vorbereitungsfond Syrapalliie und Unterstützung nicht nur in der Zionistische* Organisation Englands, sondern, auch, bei der Gesamt- Organisation gefunden hat. Das ist sicherlich ermutigend. Aber lassen Sic uns immer daran denken, daß wir mir an d^f Schwelle großer Ereignisse stellen. Größer• Opfer wird mau von uns verlangen, und vielleicht siudt die finanziellen noch die geringsten von ihnen. Groß ist die Kraft und die Energie, die die Zio nistisdie Organisation in nächster Zukunft aufwendea tnuU. Hoffnungsvoll, wie wir zur Zeit sind, dürfe* wir zwei ־Tatsachen nicht vergessen: erstens, daß diese grollen Ereignisse unser zerstreutes Volk unvorbereitet getroffen haben; deshalb muß ״Bereitschaft von Mensehen, Geld und Disziplin“, um unseren Freund und Führer Herrn Bramlcis zu zitieren, der Grundton unserer gegenwärtigen Arbeit sein; zweitens sind unsere Gegner noch immer sehr aktiv und mächtig. Was wir auch tun, tnuß deshalb mit der größten Umsicht geschehen. Es ist richtig, daß die überwältigende Mehrheit der Judcnhcit für die zionistischen Bestrebungen ist, aber c» gibt machtvolle Minoritäten, die ihre Todfeinde sind. den Händen eines hinreichend dotierten, leistungsfähigen, organisierten Berufsstandes vereinigt wären, der zur Belebung der Gemeinden ein gut Teil beitrage* könnte. Der geistigen Verflachung des heutige* Genicindclebctis einschließlich׳ der Literaturvereme und Logen soll durch die Schaffung eines interessierte» Publikums abgehoben werden. Dieses aber kann ■iclit durch Vereine und Vorträge erzeugt werden, ״wen* der Unterbau, die Schule, fehlt“. Und das Lcbenl — würden wir hinzusetzen. Denn sonst erziehen wir unfehlbar eben nur ein ״Publikum“, das Vorträge anhört, aber keine lebendige, ihrer Aufgaben und ihrer Vei'.'inwortuiig bewußte Gemeinde, Das Judentum der heutigen, entscheidenden Zeit, muß mehr sein als ״Publikum“. Daß Letzte und Wesentlichste über die ״jüdisehen Lebensfragen des Augenblicks“ zu sage* hat Kosenzweig unterlassen. - - ■ v,״hvuvM»v», LI WV.su, WUli .cs ankommt, hn Scliluüabsatz wenigstens wird dara hingewiesen, daß die zu Kriegsbegiim im deutsch« Judentum spontan auüaudicnden I lot’tnungen enttäuse werden mußten. Die ״Gleichberechtigung“ als Geselle! von außen wäre wertlos, ja zersetzend gewesen ü Einzelne hätte erreicht, was der Gemeinschaft versa geblieben Ware. Uns gilt cs, die Gemeinschaft eindrucksvoller Zusammenfassung nach innen wirksai nach außen sichtbar zu machen. Den Weg zu ein organischen Verkörperung des Judentums durch lüdisc geistige, nicht körperschaftliche Organisation zu zem m «he Absicht der vorliegenden Broschüre M& gcCsÄ " lan prüfen: Clwas icdc«fädls (ttl ״-fynd. w‘r זי״י ־ werden mitarbeiten und « anSl^zc.B• Dnd hoffen: auf den Geist d d!f Judentums• der dic Jüdischen*Ak ßcfectt erfassen «nd umsclunicden wird. Robert Weltsoh.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.