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Jüdische Rundschau · 1918-03-27 · Heft 13-14 (27.3.1918) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 13-14 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■ ־« V 1־1. נ j ü י ntr. I, 0םם ר¬ ם n רו D 1H<t •IO 11• .I.! in IC Ul 0' 6 irn, n 'V J L ח u JL, ׳’ÄSE»: ־*W'׳ amzr: ruc 5:**3ד,: > V ־srw'.ri Berlin, des 27. Marx 1911 1. - -!■!*»*מברר««**, RfdülkUon «8x5 Verlag Jüdische Raadsdtau, Berti» W, 15» SäöWcho Sir;.!50 8. Er- ,ifroint w5«h«ail •m Freitag■. Abonnement bei der Iixj'«!dilioa und bei nl!׳:n PoTi-mtxra ,4ertoljäbrI. Mk.3,25 in Deutschland, in Oettcrreich-Unjara Et. 5,50 in Aor.lcnd Mic. 5,׳ Nummer 13/14 Uni ln* Erscheinen de» ״jüdischen RinodKchna'• keine allealnnge Pause eintreten su lassen, erscheint ,üe aSchste Nummer bereits am 10. (statt 12.) April. oat Aof Uldnnd 345.316. Postscheckkonto: Berlin Kr. 17322, iür Oesi ״..*cst,־,pftrK,'.׳r,eaamt Scheckkonto Kr. 156030, Anzeiger» die ttd:-::::z-p;ulci;3 wirr deren Raura 40 Pf. Tenerongszutdilsg 20*/,. Reaktion *rr’.luü Dicnsta; i-.nrscssrat«.. v-r ״-n. - ־ •■ •< —׳:־ -rK~rx-:zassr-ja.?sax 14. Nlzzzn 5578 jj XXIII. Jahf£. 3 ־**״-äSI crr:t;Iä< o Ptlii- "ך׳י״׳>׳ «1»**“־■“ ■^1?!»sRTsrtss®יי״״ ’ ~ »,t>esr EIc-aL'nir elfe SdarE&tijj eAzizz IlcimitJiläe iu IVJCiL'.ia.*' . CT.5J Cllc c״j ZlirTC |31!6׳fJ;a Voll! c!\ gesicherten icr Fm’ieamm, 211111 Frcilieiisfest Ab 1«s Vorjaluv zur Pcßadhzcit die erbten ix- I trttbenden Nadu־k11tc11 aus Jaffa und den jttdäische!! j Kolonien au uns gelangten und u«6' - wie lx:i i allen yoü außen einbrechenden katastrophalen Ei־- j «g11i$*e11 unseres Lebens nichts zu ־tan übrig j blieb, ab den Schmerz der geschlagene;! Wunde J mit unsere« Mitteln -- den Mitteln der brüderlichen | Hilfe zu lindern, wer vermochte damals schon zu 1 »itoen, daß diese Leiden unserer jxilastLucnsi.vdrni j ßituler vitun besonderen Sinn erhallen werden, j daß sic vielleicht die letzten «n durch dringj iiclien Nebel einer lange־« Nacht sind, der de! י heiöerschnte Morgen einer neuen für das Judenj tum glückliclicren Zeit folget! wird? j Ein Jahr ist inzwischen darüber wcggcgangcj! j uuei die Evakuierten Judäas sind uoch immer, fern 1 ron Ha!® und Hof, losgerissen von den! Boden, i dem sie ihr Leben m weilten entschlossen sind, j verbannt ans dem Kreise der jungen aufblühenden ן Gemeinschaft, die die ersten Keime eines neuen! jüdischen ljcbcns irr siel) trägt, den Unbilki! ihrer j relilose« und cntbclinmgsreiJien Wanderungen ausj gesetzt Vieles hat das gesamte Judentum der Welt getan, ttuu, das große Elend der Flüchtlinge m mildem. Aber noch haben diese Opfer des Krieges Furchtbares zu erdulden, nodi ict der Ta;;׳ nicht gekommen, an dein sie, in die Ställen ihres alten Wirkungskreises zurüddcluencl, ihre Arlxit für V/Ub ין!?,’ f,;u.nf wir־101.׳ aiifnchmcu. Eia irost «111־ ist bei ab den! Iroid, das unsere« palästinensischen Brüdern im letzte« Jahre wkicxfcdif, geblieben: daß diese ״Verbannung“ im Luide der Erlösung vielleicht die letzte gewesen ist. Wenn Zeichen nidit trügen, so war cs die ktzle. 1Vuj [X)lili>d1e11 Horizonte der Völker, die über 1׳ .* Schicksal des Laiules lx:i;kendigung dieses Krieges zn! 'ncstimmen haben, leuddet die Morgenrote einer neuen grofkr. Erkenntnis, die .י!len gemeinsam ist: daß Palästina mtr durch jikiirzJte Kr dt, durch jüdisdie!1 ־ lande Arbeit zu jener Ent-!*Unfug gebracht wenden kann, die ihnen allen eir, ersehntes Ziel erscheint. Diese neue tiefe Er- •ceuntnis ist cs, die heute alle Mächte, denen die 7jd׳.u1rit P.'ilästimiS nahe geht, gemeinsam ist. Sie ■st uns eine Bürgschaft, daß hinfort die zionistisdien Be .irebungen das richtige Verständnis und die mmge Förderung von seiten aller Großmächte erfahren wird, die die Entwicklung des palästinairischen Bodens als eine widitige Aufgalw der Kidtunucuscldieit betrachten. : Und «och ein anderes ist im vergangenen Jahre 1us Kewußisein der Völker gv'rückt: daß sie an der! Juden etwas gut zu machen lialKUi für all die Beleidigungen, Verfolgungen und Uuierdrukkiuigen, die das jüdische Volk seit dem Tage seiner großen Wandenicliaft zu erdulden hatte. Mit elcuietitarer Gewalt drängte sich den Völkern — unter den fuiclitbarcu Erschütterungen des Krieges die Erkenntnis auf, daß diese ״Wicderguitmachung“ iftii dann diesen Namen verdient, wem! dem jüdärchcn Volk die Möglichkeit gegelien wird, sein nationales Leber! und seine nationale Kultur zu erneuern. Und daß diese Emmcriuig in ihrer Vollkoanmcjihcii nur auf dem historischen Boden Palästinaa sich erfüllen kann, auch diese Einsrciit ist honte Gemeingut der gesamten Kulturwelt jewordt». Auch darin erblickt sie eine Pflicht der Völker gegen die menschliche K!ultnr, die dem Judentum so viel m verdanken hat und vielleicht einst noch mehr m verdanken haben wird, i Diese zweifache Erkenntnis der Völker gebar uas die Anerkennung unserer nationalen Freiheit , und unseres nationalen Anspruchs. Dem Luide coü sein Volk, dein Volke sein Land 21u־ückge- . geben werden. Durdt die Wlcdervc-rschinclzuiig von * Laad und Volk sollen'־die beiden Menschheitsziele ■ Ihrer Erfüllung entgegengebradit werden. .! Haben wir nicht allen Grund, dieses Pcßach i tpit besonderer Inbrunst und Hoffnungsfreude zu 1 begehen? Werden wir uns nicht mit besonderem Eifer uikI der ganzer! Glut unaereo I ler/ens in die (iesiinge iinsctvs ״Hnggadah״ versenken, um ihr gelu-fmiiisvolle ״Winke“, bisher uncntdeckt und nnergrümk't gebliebene Andeutungen auf diese große .;ad cntscheidiingKvollc Siunde abzulauscheti? Wird nicht unsere Seele in Jnix'l aieäirrehca l>ci den VX'orten, die so lange ein weit enlfcrntes Ziel der Sehnsucht des ganzen Volkes schienen und 111m vielleicht schon eine volle Wirklichkeit Inrdeuten: bcschanali habaali birundialajim! Winke ׳und Andeutungen I ln fiebernder l iviidc lesen wir die uns so trauten Erzählungen und Uankliymnei! der Haggadali. Suchenden Blickes befragen wir jedes Wort; jede Wemhuig von ricuan, ob sie nicht Neues, Unenkkekles verbergen, das zweitausend Jahre schlummerte und nun in der Vormunde der Erfüllung - leibhaftige < ><:- stalt anninunt. Die Sympathie •und Gunst der Mächte wird das Werk der Erfüllung beschleunigen. Ein junges Geschlecht, pflichtbewußte Sölinc unseres Volkes, werden ״hinaaifziehen“ und die־ alte Veriieißung erfüllen, ״f iaschatta hadia, kschanah habaa bcar’a dejisrael“ — in diesem Jalirc hier, itu uädistcn in Erc/ Israel — wird ihnen zur Wirklichkeit werden. In einer jungfräulichen Praclit wird sich vor ihnen das Land der Verheißung ausbreiten und sic werden sich in ihm die alt-noue I leimal: bereiten. Aber diesem Satz der Haggadati folgt parallel sofort ein anderer: ״Hnsdiatta awdc, kschanah habaali buc chorin“ - in diesem Jahr Kiu'dite, sin niitli.ucn Jrcic MännerI Will dieser zweite Teil des Rufs der Pcßachnacht das gleiche iKSagcn wie der erste? Oder meint er etwas anderes, zu!« erste« noch Hinzukommendes? Ist •die Identität des Parallcibmiis gegeben oder bedeutet sic eine Aufgabe, die erst erfüllt werden will? Ist d.1־ü Gelöbnis de.. ״Hinaufziehens“ liier nicht unlöslich mit der Fordcning j verbunden, aus Sklaven Freie, aus Verstrickten ün-! abhängige, zu werden? Und ist damit nicht die j Abschütlehiiig all des Unnatürlichen und Verkehrte•;: j gefordert, in das wir hier, i.! den Ländern des; Golus, — gegen das Inecrsie unseres Willens — gezwungen wurden, 1 .. zugieieh die Erneuerung unserer allen Ideale, die uns in unserem Lande vor den Gefahren neuer Verstrickung bewaliren sollen? Eine neue bessere, unsere Welt gilt es zu bauen! Laßt uns, o Freunde, in diesem Jahre das traute Buch der Haggadah mit neuen Sinnen erleben, den Sinnen der das Gelöbnis Erfüllenden: heute — hier in Knechtschaft gefesselt, morgen — im Lande Israels freie Männer! M. M. bendes Volk, das *eine Greif.׳ren alif Koste» anderer zu erweitern im Begriffe sieht, dann frcilidi müßte« wir das Ha־trptaugc11mcrk auf die jolitiochc« und wirtschaftlichen Moiuenfe Icukvn10 ־ul narb ihnen im ,erc Taten eiaiiehten. Und v,\1״m י•» skü! ia l'orLsetziing unserer Aibeit «!,um I*t־r.m׳.;:>c1»teilt hälie, «laß dit^ws oder jenes Elanait gc<־i'0iefeT Arlx־it sei, um! zugleich damit unseixm Zick keine fkfa.hr godretit liätte, to dieses Elnneiii anderen vTorgv/ngoi. so gewesen wäre. Aber tkc Saetie es iS nfk 11 iCI Der nachstehende Aufsatz, der Feder eines der ersten der neuen palästinensischen Arbeiter- . pionicrc entstammend, wurde bereits vor acht (ahren (1״ Ia!x)cl-I lazair", 1910, Nr, 4) gcscliricbcii. Er bat aber unseres Erachtens seine Aktualität bewahrt, I. Wenn wir über die jüdischen Arbeiter spreche», weisen wir gcwöluilich auf de« Nutzen hin, den säe durch ihre Hingabe an die Arbeit und durd! den Schutz der jüdischen Kolonien den Farmern ,und der Kolonisation bringen. Wir weisen — und das mit Recht — auf ihre Notwendigkeit vom natioiialpolitischen, wirtscliaftiichcn etc. Standpunkt aus hin. Aber cs gibt noch eine wesentliche Seite, die gibt einen Standfür •unsere!xilitischiu halten wir Wenn liegt anders. Wir sind keine Läuöererobcrcr, »ondcni ein Volk, das in sein historisdltejf 1x»k! znrifckkehreB will, um es wiederzubelelx•« uxul iu ihm ein freie« nationales Leben zu führen. Unser Streben ist also ein gcistig-naiior.afcs, dessen ersehnte V'erwirkliclnaig sich nicht aus entsprechenden Bcrechmmgc« ergibt, srmdeni aus der Summe der secUschen Kräfte, ilic ihr«־ Träger in sie• versenken — afca dem Ausmaß ihrer 6cl1ö]>fcrisd!1en Kraft. Uudsclblk wenn cs möglich gewesen wäre, daß die Verwirk Iiehu1!g unsere« Streben« uns von urigefälir durdi die Schöpfungskräfte anderer kommen würde. 80 wären wir dessen nicht fiol» gewoaden und stets hätte in taiserem Gehirn die Frage gebohrt: Wie? Das Land wiederznlK-leixm sind wir gekommen, und tliesc unsere Arlvcit geschieht nidit durch unsere, sondern durch' anderer Hämle — ist das nicht die größte nationale Demütigung, die es gibt? Man sagt uns: Für den Boden bezahlen wir mit •unserem guten Golde 1 Und das' ist in der I nt wahr und richtig. Aber ist dies das wahrhafte Band, das •uns an das Land bindet? Ist cs nicht albm schwach und äußerlich? Wenn wir das Lind bloß mit unserem (leide erwerben und «lic Arbeit durch andere getan wird, darin wiid alles, wa« i hier geschaffen wird^ unst fremd sei«. Darm werden wir stets eine Leere in «ns fühlen und das bittere Gefühl einer großen Demütigung wird uns immer wie ein Schatten begleiten, ein• Gefühl, vergleichbar der Empfindtuig der Unfmditbaren zu ihrem adoptierten Kind: sie kann, es niemals auch nur für einen Augenblick überwinden, daß nicht sic es gebar. Trotz all ihrer Liebe zu ilun wird es 'ihr stets wie fremd bleiben. So wird unser Verhältnis zu allem werden, was in unserem Lande ohne unsere Beteiligung an Neuem entstehen wird. Und je schöner unser Land werden wird, ej.esto größer wird das Gefühl der Bitterkeit das ewige Stechen Ln unserem Herze!» werde« Vieles davon fühlen wir schon jetzt, 41a unsere Kolonisation noch so klein und unansehnlich ist. Wenn wir in eine jüdische Kolonie kommen und darin die La!ft des jüdischen Dorfes atmen, die grünen Bäume (wo es solche gibt) und die getreidebedeckten Felder sehen und unser Herz sich beim Anblick unseres nationalen Besitzes mit Stolz und endloser Freude erfüllt, so genügt es, zu erfahren, daß dies nicht die Juden bewerkstelligten, daß alles durch die I lande anderer getan wurde, um unsere I reudc zu zerstören. Ein bitteres Gefühl der Lnllüitichung und Demütigung erfüllt d.uui uiiser Herz. Da« ist unser — •mernento mori! Und was wird sein, wenn die Kolonisation und alles alles dem W;ls wird die Kunde, Gesetz «lies ajles unser können, wenn wir ln daß niciit wir dies geman niemals berührt trat punkt, den mau votlkoimnc hat, und das Ist — die disdien Arbeiter *vom » sichtspimkt aus. Diese so scheint es mir, in einer Bewegung der a außer Acht gelassen Matwendigkeit der jüational-geistigen Ge- Auflassung müßte, loserer Bewegung — jungen Arbeiter — den bedeutendsten Raun! einnchnicn. Denn wären wir üindereroberer, ein Kolonialpolitik treierst größer geworden ist Heutigen gleichen wird? daß nach dem juridischen ist, unserem Herzen sein unserem Innersten fühlen, schaffen haben? Nur die Arbeit also kann uns die Fäden weben die uns zuinnerst und wahrhaft an das Land binden.’ Sic wird uns das, tiefe seelische Verhältnis des Malers zu dem Bilde, das er geschaffen, und nicht das äußerliche juridische des Käufers zu dem Bild das er erstanden, geben. 1 Ja! Alles was im Lande geschaffen wird, muß durch uns geschaffen werden: jeder Baum jeder Grashalm, jedes Haus, jeder Zaun. Alles, wodurch der Mensch ein Genosse der Natur wird. Jeder Faden, jede Linie 1m Teppich unserer Zukunft _ alles alles muß durch unsere Hände werden. Nur durch unseren Schweiß darf unser Boden getränkt werden. Nur durch unsere Hände seine Schollen neues Leben erhalten.. Durch die Arbeit werden wir die Seele tkr Nation von neuem untrennbar an ihr Land binden.

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