Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 10 i?ui׳jDjr,c1! 1 Nr. 2 r.r-adera nur durch die Gleichberechtigung den Volkes :!'ג eines Ganzen, durch die Einstellung der jüdischen Maiion in die Reihen der selbständigen Nationen. . . England hat uns da 5 Land nicht zurückgegeben. Jetzt j;:i Augenblicke der großen Freude und des Erfolges, ruß dieses Moment besonders scharf betont werden. England kann uns das Land nicht geben, nicht, weil ca Palästina nicht besitzt, oder noch nicht besitzt; selbst, wen» cs das ganze Land erobert haben sollte, wird das Land noch nicht unser werden durch die bloße Zustimmung Englands oder auch aller anderen Staaten aisamtneu. Ein eignes Land muß vollständig selbst erkämpft und erlitten werden, mit eigner Mühe und Arbeit, mit eignem Schweiß und Blut; nur so kann unser Land geschaffen und aufgebaut werden“. Der ״American Jewish Chrouiclc“ vom 9• November schreibt: ״Es scheint nach den letzten Urteilen über den Zionis nus in der deutschen Und österreichischen Presse, daß die leitenden Kreise in Zentralcuropa diesen Schritt von englischer Seite erwarteten. Da auch die Presse dieser Länder die Gercchtigkcit der zionistischen Forderungen anerkannt hat, hat mau Grund zu hoffen, daß am Ende des Krieges eiu einiges Europa die Errichtung* einer jüdischen Heimslätte in Palästina fördern wird. « Die Kopeuhagener Tageszeitung ״Nationaltid e 11 d e“ veröffentlicht in der Abendausgabe vom 31. Dezembci1917 ׳ ein Gespräch mit dem Gberrabbincr von Kopenhagen, Dr. Schornstein, über den Zionismus, Dr. Schornstein führte unter anderem aus: ״Wir rechnen damit, »laß schon in kurzer Zeit ca. 2—3 Millionen Juden ans allen Ländern der Welt, vor allem aber aus Rußland und Galizien, festen. Wohnsitz in Palästina nehmen werden. Sobald aber das Land, das die reichsten Möglichkeitei: bietet, jetzt aber furchtbar darnicdcrliegt, wieder aufgebaut sein wird, wird dort Platz für viel mehr sein.“ Unmittelbar nach Bekanntwcrdea der englischen Regierungserklärung zu Gunsten des Zionismus erließ ein kleiner Kreis jüdischer Notabcln in England einen Aufruf, der die britischen Untertanen jüdischer Konfcssion aufforderte, in •eine neugebildete ״Liga von britischen Jude n“ cinzutrctcn. Diese Liga ist, wie es in dem Aufrufe beißt, geschaffen worden, um die Prinzipien aufrecht zu halten, für die unsere Väter gekämpft und durch die sie uns die Emanzipation und volle Gleichberechtigung gesichert haben". Als Zweck der Liga werden folgende Aufgaben genannt: 1. Die Aufrcdilerlialümg der gegenwärtigen Positionen der britischen Untertanen jüdischen Glaubens. 2. Die Be- Uämpfung der Behauptung, daß die Juden eine eigene politische Nationalität bilden. 3. Die Erleichterung der Ansiedlung derjenigen Juden in Palästina, die dieses Land zu ihrer Heimat machen wollen. An der Spitze des neuen Vereins, der ein Sammelpunkt aller antinationalen Kräfte und Bestrebungen im Judentum werden soll, stehen Sir Philipp Magnus und die Herren D. L. Alexander und Joshua M. Lcvy. Die Gründuag dieses anti-zionistischen Verbandes wird nicht nur von den national-jüdischen und zionistischen Organisationen in England, sondern auch von der überwiegende« Mehrheit des englischen und amerikanischen Judentunia, sowie von der gesamten jüdischen Presse Englande Und Amerikas aufs Schärfste gegeißelt, ln einer viel beachteten Rede protestierte der Vorsitzende des Board of Depniies, Sir Stuart M. Samuel, gegen die Gründung dieser Liga, in deren Vorstand, wie er ausfülsrte, die.:.11׳!eu :2 ::2.׳ ,!.:׳.־*; .׳:* Ln- ) rikhtigte ceincrzeit in der ״Tim ׳. “ "dfcmiDdn'c r.:Uizionistische Manifest des Ccmjolnt Ca;::;;rdc::: 1<.׳v dem Gewissen haben, ein MainMr.i, des von der judenheit der ganzen Welt r.1״׳;’;cl xM v,־.x ’.;;;■.!*. "hs cl.m.o scharfe Zurückweisung lieft die;״:!ix:!2,־ Presse Englands einmütig Herrn C...1:dc .Hon tef ioi'e zuteil werden, der die jüdisch-nationale Ii?v,־c׳׳;tmg in der englisehen Zeitung ״Inquiry“ angegrmen Lalle. * Wie der frühere Minister des Acußcrcn Marquis Landsdownc (vergl. die letzte Nummer der ״Jtidi* sehen Rundschau“) hat auch der frühere Minister des Aeufieren Viscount Edward' G rey• erklärt, lieft er mit 0 der freundlichen Haltung der briU׳,ehen Regierung gegenüber den jüdischen Forderungen überdnstimmc. Die französische Zionisten-Födcrat io 11 hat einen Aufruf an die französische Judcnheit erlassen, in dem cs unter anderem Reißt: ״Es handelt sieh jetzt ׳ nicht mehr um klingende Worte, um bloße Agitatiow.rcdcn, wir stehen jetzt vor der Erfüllung unserer 2000jäl1rigcn Hoffnungen! , . , Das Unerhörte wird bald Ereignis sein: «las 2ü00jührige Exil wird, zu Ende gehen, die Juden werden wieder ihre Heimat, ihr Vaterland haben. Erfüllt nicht Freude Euer Herz bei solchen Geschehnissen? Fühlt ihr nicht■ die Größe und den Ernst des Augenblicks? Fühlt Ihr nicht, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo Ihr Euch in Massen der zionistischen Bewegung anschlicflcn müßt, um der Welt zu zeigen, daß es ein jüdisches Volk gibt, mit dem sie rechnen muß? Tretet den, zionistischen Vereinen bei, zahlt den Schekel, spendet für den Nationalfond, — mit einem Worte: organisiert Euch unter der Fahne des Zionismus! Es geilt um die Erlösung unseres Volkes 1“ « Falästinadcbaüe in der iikraiiilcclicu Rada In der ukrainischen Rada fand eine Aussprache über die jüdische Palästinafrage statt, die für die inneren Verhältnisse in derUkraina besonders kennzeichnend ist. Der Vertreter der Zionisten in der engeren Rada N. Syrki 11 hielt anläßlich der englischen Deklaration eine Ansprache. ״Ich denke", sagte der Redner, ״daß das höchste Organ der neu erwachten Ukraina, in der fast 3 Millionen Juden wohnen, seine Genugtuung darüber, auszusprcdicn hat, daß das wandernde jiidisehe Volk endlich die Möglichkeit erhält, seine Rechte auf national-territoriale Autonomie zu verwirklichen." Er legte folgende Resolution zur Annahme vor: ״Die bündige Erklärung vernehmend, daß dem jüdischeu Volke die Möglichkeit gewährt werden soll, ein nationales’ Zentrum in Palästina zu schaffen und daß dabei die Rechte der nicht jüdischen Bevölkerung garantiert werden, drückt die ukrainische zentrale Rada ihre Zuversicht aus, daß dieser historische Akt, der gleichzeitig׳ mit dem Manifest1 des Internationalen Sozialistischeu Büros in Stockholm zusammcnfällt, die Gefühle der Befriedigung' in allen demokratischen Kreisen der freien Ukraina, in der ein bedeutender Teil des jüdisehen Volkes lebt, licrvorrufen wird. In Verbindung mit den vollen bürgerlichen, politischen und nationalen Rechten, die im Universal der ukrainischen Rada vom 7. November verkündet worden sind, wird dieser Akt dein jüdischen Volke die Möglichkeit geben, eine nntional-territurialc Autonomie Zu schaffen,“ Der Vertreter der russischen Sozial-Revolutionäre erklärte sich mit der Resolution einverstanden. Audi der Vertreter der ukrainischen sozialdemokratischen Fraktion meinte, daß prinzipiell die Resolution annehmbar Eg■■■ -t-t ■1■ ח■—r—■mr-tiiwuiii im *־ 1 ־**•■—————— «*g»■ ■״vomc-■»-—- --■n!!! ,״ Das Ethos der Propheten (Literatur!) er ich t) Der bekannte protestantische Theologe Prof.' Ernst Troeltsch hat in der vornehmsten philosophischen Zeitschrift Deutschlands, dem ״Logos“ (Band' Vf, Heft 1, Tübingen 1916), ein? Abhandlung über ״Das Ethos der Propheten“ veröffentlicht, die eine besondere Beachtung verdient. Trodiseh wendet sich gegen die durdi die moderne protestantische Ribclwissciischaft in weilen Kreisen üblich gewordene Anschauung, daß in der Religion der Propheten zum ersten Mal• in der Geschichte der Menschheit die entscheidende Entwicklung sich vollzog, durch die die rationale Sittlichkeit zum Fundament des Lebens gemadit wird. Diese Auffassung beruhe auf dem methodischen Betracht ungsfeldcr, daß die Tatsadien von der Wissenschaft nicht in ihrem wahre« Wesen als — audi heule noch mögliche — Erlebiiiscrsdicinungeii, sondern unter Zugrundelegung eines irreführenden Entwickiungpbcgriffes erfaßt und gcdcutet wurden. Während die positivisiisch-em'piristisdie Religionswissenschaft nie Entwicklung der Religion vom primitiven Denken, von Mythos und Magie, als* den eigentlichen Elementen ihres Wesens, in einer Linie steter Abschwächung zur rationalistischen Gegenwart herleitet, sieht die idealistisch-transzendentale Religions- Wissenschaft ihren Weg im Aufsteigen des menschlichen Bewußtseins zur reinen religiösen Idee, die, durdi den Cciat erzeugt, auf der reinen Vernunft fußend, mit der moralisdien Idee unlösbar verknüpft, die Mensch- Lcitarcligion der Zukunft zu werden bestimmt ist. Beiden Richtungen entgegen will Troeltsch den Prophctismus ״a!13 der Wediseiwirkung mannigfacher Umstände nachfühlend verstellen“, in das von den Entstchungsursachcn losgelöste Konkrete der wirklldien Vorgänge cindringcad; ״erst mit dem Freiwerden von, solchen Theorien die konkrete Lebendigkeit der Vorgänge ihren wirklichen welthistorische? Suso.“ Das historische Orundprobleni, das sich int Prophetisnms auftat, sieiit Troeltsch in der Spannung zwischen religiöser und weltlicher Kultur, Die Forderung der Propheten ist zunächst die der unbedingten Treue zum Stamnicsgott Jahwe, während immer wieder mit den fremden Kulturen audi fremde Kulte ins Land cindrangen und nicht selten von der Regierung aus welipoliti* sehen und kulturpolitischen Gründen sogar begünstigt wurden. Audi die gute alle Lanentciliik und die überlieferte Religion des V/üstcnvolkes wurden durch die fortschreitende Verweltlichung und Aunläudcrd crcdiütteil. Wenn die Propheten eich daher ,gegen diese wenden, so liegt dem ״die unerschütterliche, beinahe rätselhaflo Gewißheit von der Unzerstörbarkeit Israels, wenn cs Jahwe treu bleibt und jeder Versuchung zu Bündnissen, oder Verschmelzungen widerstreit“, zu Crunde. ״An diesem Punkte liegt das eigentliche Geheimnis der gatizen merkwürdigen Erscheinung, für die c3 Jn dieser Hinsicht keine Parallele gibt.“ Als ■nun das Unheil über das Volk hcrcmbriclit, wird Jahwe gerettet, indem er — ein Einzigartiges in der Geschichte •und Gottesauffassung antiker Völker — zwar vorn Schicksal des Volkes losgelöst wird, ,aber nicht vom Volke selbst. Vielmehr wird er zum Herrn dieses Schicksals, die fremden Völker werden seine Strafw^rkzcage und die Idee des Einheitsgottes erv/ütert sich r!r Idee des Univcrsalgöttcs. Die ganze religiöse Ideenwelt der Propheten ist aus der Politik hervorgegangen und ״gerade aus der gesteigerten Lcidcuschrftfiichkch, Kraft und Innigkeit des Nationalen reibst“ er,'steht ihr Universalismus. Aber so bedeu1ung.״v0':1 wcilgtxu.Lhiiidi dieser Aufschwung vom Ideal der alten Stammesritic zum religiösen Individualismus und zur n־e;:.u.;:l:ch-pcrsön!ici.cn Brüderlichkeit ״unter Uebcreprlr.rr.r.g aller komplizierteil Kulturverhältniscc“ auch iss, für die eigen? Gegen־ warf mußte die Ford.::־,:::;:• der Prcr.L-toiUloiie sein: die Könige, der Ade! und, die Militär::, ׳sowie «laa Patriziat der Gtlh’.fa!!:״.־? v.xl'.ergeiur.dc kulturelle toi, er befürchte aber, sie würde im Lande ab anibemitisch aufgefaßt werdet! können. Der einzige, der schroff gegen die Resolution auftrat war der Vertreter der vereinigten jüdischen Sozialisten Herr Maxim Anin (Dr. Schatz), der sich schon durch sein niiti-zionistbdie# Auftreten auf dem Kongresse der Nationalitäten in Kiew׳ berühmt gemadit hat. ״Wir", sagte der Redner, ״erkennen die historischen Rechte der Juden auf Paläsiina nicht an.“ Dieses Auftreten des jüdischen Sozialbtcn gegen eine jüdische Forderung in der ukrainisehen Rada wurde in der gesamten jüdischen Presse pls Verrat gekennzeichnet. Der Vertreter der Poaic- Zion in der Rada Go 1 dc 1111 a n n u!1d N. Syrkin antworteten Herrn Schatz eingehend mul würdig. Die nicht-jüdischen Mitglieder der Rada beschlossen, über diese ״innere jüdische Streitfrage“ nicht zu entscheiden und enthielten sich daher der Abstimmung. Mit sechs jüdischen Stimmen gegen drei wurde die Resolution angenommen. Jüdische. Wahlstatistik zar Konstituante * Die endgültigen Ergebnisse der jüdischen Wahlkampagiic zur Konstituante liegen noch nicht vor. Soweit es sich gegenwärtig übersehen läßt, wird die Zahl der jüdischen Vertreter, d. 11. derjenigen, die als Vertreter von jüdischen Parteien auf grund jüdischer י Wahllisten gewählt sind, nicht» viel höher als die Zahl der jüdischen Abgeordneten der letzten Rcjchsduma sein. Die Wahlstatistikcn der einzelnen Städte sind aber für die Beurteilung der Kräfteverhältnisse innerhalb des Judentums von Interesse. In Kiew beteiligen sich an den Wahlen 187099 Personen, die für 17 verschiedene Listen stimmten. Darunter waren vier jüdisehe Listen: die des von den Zionisten geleiteten liational-jüdisclicti Blocks* die des Bundes, die der ״Vereinigteil Sozialisten" und die der Poale-Zion. Der jüdische Block erhielt 15922 Stimmen (au 5. Stelle nach den Ukrainern, den unparteiischen Russen, den Bolschewik! und den Kadetten), der Bund 1810 Stimmen, die ״Vereinigten“ 1561 und die Poale-Zion 1016 Stimmen, ln jckatcrinoslaw figurierten ebenfalls diese vier jüdischen Listen, innerhalb deren ebenfalls der vereinigte national-jüdische Block die erste Steile cimiimmt, der die beträchtliche Zahl von 30954 Stimmen auf sich zog. Dagegen ändert sich hier vollständig die Reihenfolge der sozialistischen Parteien. Unter ihnen crhiclten die Poale-Zion die meisten, uiimlich 8282 Stimmen, dann folgten die ״Vereinigten“ mit 4779, dann erst der Bund mit 4016 Stimmen. In M i n s k ergab sich folgendes Bild. Der Bund schloß mit den russischen Sozialisten-Mcnsclicwiki einen Block und stellte keine besondere Liste auf. Jüdische Listen gab es daher nur drei: die des von den Zionisten gebildeten nationaljüdischen Blocks, die der ״Vereinigte{! Sozialisten“ und die der ״Poale-Zion“. Der Block erhielt!2624, die Poale-Zion 1461 und die ״Vereinigten“ nur 278 Stimmen. Die Gesamtzahl der hier an den Wahlen Beteiligten belief sich auf 35651. .Die zunehmende Pogrombewegung in Rußland Die vereinzelten Fälle antijüdischer Ausschreitungen, die seit Beginn der inneren Wirren und der allmählichen Auflösung der Armee unter der bolschewistischen Regierung sich stark vermehrten und für die jüdische Bevölkerung des Landes verhängnisvoll zu werden drohen, wollen kein Ende nehmen. 111 Krementschuk waren es die . Garnisons* Soldaten, die den Progrom — der den modernen Namen Bedürfnisse, au denen gemessen die prophetische Religion Askese war; die schroff einseitige religiöse Ethik wußte mit Welt und Staat, Besitz, und Krieg, Handel und Geschäft nichts aiizufangen. Dieser Konflikt setzt sich im Christentum fort und wird noch unendlich vertieft; seine Lösung wird — nach Troeltsch*) — im Protestantismus angebahnt und ist der Kern der religio• sei! Aufgabe der Gegenwart, die ehe Weiterbildung der protestantischen Idee ist. Eine Folge dieses kulturellen Gegensatzes ist aber audi «las Ressentiment des spätern, von Max Weber als ״Pariavolk“ diaraktcrisierteil Judentums gegen die Heiden und das ״schwierige Verhältnis des reinen Ghetto-Judentums zur abendländisehen Kultur, das von Philo bis Mendelssohn nur mit Säiwicrigkcitcn zu durchbrechen war und heute noch Iin Zionismus als lebe 11 «Iige3 Probiere vor ,uns steh t.“ **) Diese Bemerkung über den Zionismus darf nicht übersehen werden. Sic scheint von einer tieferen Erfassung seines Wesens zu zeugen, als sonst üblich ist, und doch scheint sie uns vollständig in die Irre zu gehen. Es ist auch jn zlonislischcn Kreisen nicht immer Klarheit darüber, daß Zionismus .tatsächlich die Ablehnung jener europäischen Welt ist, in der der Ausgleich der ״Kultur“- Interessen mit der Forderung des reinen Ethos auf Kosten des letzteren geschlossen wird. Aber der Zionismus ist nicht die Fortsetzung des ״schwierigen Verhältnisses des Ghetto-Judentums zur abendländischen Kultur"; er *wurzelt vielmehr in beiden Elementen und hat als Ziel die Ucbcrwindutig beider in einer neu zu schaffenden Form der Freiheit. Der Zionismus steht heute erschiittert vor dem grauenhaften Schauspiel des Zusammenbrudis der abendländischen Kultur, der auef! das Christentum nicht zu helfen vermochte; und er knüpft bewußt י*) S. auch den Aufsatz ״Luther und der Protestant«- mus“ Im Oktoberheft!917 der ״Neuen Rundschau“- **) Von mir gesperrt. D. Rcf.