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Jüdische Rundschau · 1918-01-04 · Heft 1 (4.1.1918) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 1 (4.1.1918)
Date
1918-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 Seite 5 l;;■;׳! ׳1 1 a 1 ׳. I. ׳״~ 6 '״ 1' •- V .־ fc : r; , •ש .'•;ז h'; ßffhi .־. II, ־.> 11::! »> -5 tl־':- ti, 1rr,־l «U :1־ iru! ti!;י ודיי־וז ti t ״,- Oni- Jlllff ׳ in :licn Parnin j; ic'ui, RJi;:;' -ל ו 411 limrv r- Zu- <tbr tvertk'ie I׳: iir!-'> i ni f Je. ד'•'!)} Fi, .4 u;1 - Luah• »r,, .1־ <;; r - \V'\vi J'-a- . ־di _ 12! Ci ht יי׳,! c n“ ־0 4. irialsr , (!,־iS Ver- •halt- »eine 1 injneritralder m ia Btm* Tide;5 l!.IS 3u;1g teilen ׳eh'.5 t (־:־ 1. ln mimgribi > '•_־ ן jUc5: ,ר ו,.!!ו n;?-־ fl. ־1■'׳ ו I •י r. ׳ I i *י l f r Ein zionistischer Wahlsieg in Petersburg Einer telegraphischen Nachricht des Kopenhagen« Büros der Zionistischen Organisation zufolge errangen die Zionisten bei den auf grund eines demokrati- »dien Wahlrechts soeben vollzogenen Waiden zur Petersburger J u d i s c h e n- G e nie ind e einen großen W a h 1 s i eg. Von den 70 gewählten Gemeindevertreten! sind 33 Zionisten. Die übrigen Mandale verteilen sich wie folgt: Poalc• Zionisten 1, DundiBten 8, Vereinigte jüdische Sozialisten (Sejmisten und Territoriaiisten) 2, Orthodoxe 9, Volkspartei (Dubnovvisten) 8, Volksgruppe (Winawerpartei) 5, Unparteiisclie 2. Die Wahlen zur Konstituante 1k zwölf Gouvernements — Bcssarabien, Witebsk, Wolbynirn, Jekateriiioslaw, Kiew, Minsk, Mohilcw, Podolien, Poltawa, Krim, Cherson und Tsdicrnigow — gelang es, einen national-jüdischen Block zu bilden, der eine einheitliche jüdische Liste aufstellte, In den Gouvernements IScssarahien, Jckatcrinoslaw und Cherson bestand dieser block aus Vertretern der zio• niitisdien Partei und der ״Volkspartci“, in anderen aus Zionisten und unparteiischen Wälilergnipixm. ltie Plattform dieser Blocks war überall dieselbe: i. Die Kaudidaien der jüdischen Listen haben nicht das Recht, sich gleichzeitig als Vertreter nichtjüdiuclicr Parteien auf- *teilen zu lassen, 2. die gewählten Deputierten halsen die Pflicht, sieh imierlialb der Konstituante m einer iikliidien Gruppe zu'iaiiiiiieii/iischließeii und 3. «ich «Heu UrsUinmuiigeii des jüdischen Kongresses zu Unterwelten. Ufhcrai! hatten die Listen einen unerwarteten Erfolg. 111 Städten wie Witebsk, Hornel, Cherson erhielten, trotzdem dort gegenwärtig viele Soldaten versammelt *ind, unter denen der ״Bund“ und die nicht jüdischen Parteien eine ausgedehnte Agitation entfalteten, die Listen der jüdischen nationalen Komitees die grollte Stimnieii/.alil. An einigen Orten behaupteten die Zionisten vor den nichljüdhchen politischen Parteien den ersten Platz. Aullcr den Herren O. O, Grusenberg, der in Odessa gewählt wurde, wurden den bisherigen Mitteilungen zufolge die Kandidaten der national-jüdi- *eben Blocks M. S. Bruck in Jckatcrinoslaw, Rabbiner Aronson (Kiew) in Poltawa, Dumaabgcordneter Friede mann in Witebsk, Rabbiner M a s e (Moskau) in M o 11 i 1 e w und T o m k i n in Jelisawetgrad gewählt. 1■ Poltawa erhielt der jüdi- »che Kandidat mehr Stimmen als selbst der Kan• didat der Bolschewisten Trotzkl. (Aronson erhielt sie hödiste Stimmcnzahl 7943, dann folgte Trotzki mit 7053, dann die Kadetten mit öl 054, darauf die Ükrai* nisdie Sozialistische Partei mit 5721 cic.) In anderen Städten, wo die Juden nidit selbständig einen Deputkrten durchführen konnten und doch ein jüdisches .Wahlkomitee gebildet hatten, ergaben sidi für die Bildüng der Blocks große Schwierigkeiten. In Petersbürg ging der jüdische Kandidat der Volks Sozialisten Bramsolin auf die erwähnten Grundforderungen der jüdischen Plattform ein und datier unterstütz{«! die Zionisten die Liste der Volkstoziallrfen. Dasselbe war auch in Moskau der Fali, wo die Zionisten die Liste des demokratisch-sozialistischen!Block» unterstützten. 111 Charkow dagegen blieb der jüdische Block ab,gesondert, ׳nachdem die Vofkssozialisten und die Kavielten es abgelehnt hatten, offiziell eine# Biodk mit ,einem jüdiochen Wahlkomitee zu schließen. Sie fürchteten, dadurch die Stimmen des Bauerntums zu verbereu. Die Stimmen der jüdischen Liste, die nur 6 •/• aller Stimm•« «!*;machten, gingen daher völlig verloren. Eigenartiger Patriotismus Uns gellt folgende Zuschrift zu: Am i. Tisdiri 5078 atarb im KriegigcfangeacnJager au Hammcrttein (Wcstpr.) der Kriegsgefangene Nathan Joseph Sour. Seine letzte Bitte war, auf einem jüdischeu Friedhof (Kewer Jisrael) beerdigt zu werden. Da ich zur Zeh als Unterarzt am dortigen Lazarett tätig bin und mit den Gefangenen hin und .wieder Fühlung habe, *ctzte ich mich für die Erfüllung dieser Bitte ein lind erreichte dank dem freuiicUiclien Entgegenkammen der Vorgesetzten Kominandanturbchördc, die bei der Inspektion in Danzig um die Erlaubnis auf achteli*tcnf Wege «inzukoinmcn versprach, daß der Tote auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde zu Hammerstein beigesetzt werden dürfe, unter der Bedingung, daß ich von dem Synagogcuvorstand eine »diriftlidie bündige Erklärung beibrächte, daß er die Leidte auf dem Gcmcindefriedhof bergen wolle. Der Wunsdi des Toten konnte nidit erfüllt werden, da auf meine Anfrage der Vorstand'entrüstet antwortete: was ich ihm zumute, er ־könne doch keinen Feind auf dem jüdisdren Friedhof in Hammerstein beerdigen! Dieser «״jüdische, der menschlichen Würde widerspreeilende Bescheid des jüdischen Gemeinde Vorstands verdient fcstgchaltcn zu werden. Abraliam Steinert, K. J. V. Makkabäa, Berlin. Sitzung der Nationalfondkommiss&re für Deutschland In der am 24. Dez, 1917 abgehaltenen Sitzung der Verirr,uensmännci de» jüdischen Nationalfonds, der 27 Vertreter beiwohnten, wurden eingehend die Grundlagen für die künftige Propaganda in Deutschland, besonders im Hinbick auf den zu erwartenden Frieden, erörtert. Der Vorsitzende Herr Wollstcincr gab in einem längeren Bericht einen Ucberbliek über die bisherige Lage des Nationalfonds und befürwortete dringend die Propaganda der v«m Hauptbüro vorgeschlagcncn Nacfßah-Spende, juEDincn;■ :,oiii'" c;:.mi d. 11. einer erweiterten I.e:u’ 'ג von j.: ICO Fr.:;am -4000 •-־ Mk., sowie des i’io.ii;.!:Hi,־:'׳י ׳: :r Uiita.äüLzung jüdischer Arbcilcrkolonieu in PaH.üi.in, i;e .;!11:1er.־. eher der ebenfalls für die I.an1.׳;,'־i.de b::,;i,;11״ic11 t״’ried c 11 s s c 11 c c k c. Na dt längerer I:::b;.tto war eich die Versammlung darin einig, «die Nnchbii Und den Pionierbeitrag vorläufig zu ü ,nisten des Erii.Juir,schccks zurik־kzu:;,teilen, dessen Rropagierm;;; nl!׳׳:iv.U'in als zur Zeit dringendste und 10hi1cud.de Aufgabe angesdien wurde. Sämtliche Redner waren üiK.;7.c:;1;״, daß für den Nationalfoml in Dctiischhml noch auf;e!•ordentlich viel mehr zu erreichen sei und daß ver aiiem nichtziouhtisehe Kreise in weitestem Uiulaiige I;rr.!11gc.־ogcu werden müllten, Dies 1:011111' ftl>׳׳r, wie hesonikT■; Herr Dr, Hantke airtfüJirK*, nur durdi (־ine j;n!mf;;ilzliebc Weräisfaclnmg und Vereinheitlichung der Sammelmiltei erreicht werden. Viele Redner empfahlen der neu zu wählenden NF-Kommision die Anstellung eines Reise- Sekretärs, der in den einzelnen Ortsgruppen periodische Vorträge hallen und nichtzionistische Kreise durch perähnliche Agitation gewinnen solle. Auch wurde allgemein eine häufigere Informierung der Vertrauensleide über die jeweiligem Leistungen dev Jiidichr.eii Nationalfomls verlangt. Zum Schiu׳;; wurde dann eine nein; NF-Koniinissioi! mit dem Sitz in Berlin gewühlt, deren Mitglieder wir bereits in der vorigen Nummer namentlich aufgeführl haben. Auf Antrag von Herrn Zahnarzt Schachtel wurde ferner rimdimiaig beschlossen, vom I. Januar 1918 11b dm Pr ei« für einen Oc ihn 1(111 auf 10 Mk. und für eine Ei 1111;agu 11 /״; in» goldene Buch auf 3U0 Mk, feulzii'-elzcii. Die Sitzung heg,׳um um 4</a Uhr nachmittag» und Bchloil um 8t/atihr abend:!. Sie gab im einzelnen &ehr beachtenswerte Anregungen und hat durch die gründliche Aussprache zwischen den beteiligten Vertrauensleuten eiclier dazu beigetragen, die Arbeitsfreudigkeit und die Arbcitsiiiöglichkeiten für die Z11!::mft in Deutschland׳ erheblich zu steigern. Zionistische. Bcwoßung Oesterreich. Etüc Eorödiow-Trcucrkufidgebting in Berlin Eine würdige Feier zu Eliren des verslorbrucn Begründers und Führers der Poale-Zioiiparlci, B« Borochow, fand am 1. Januar in Berlin statt. Der große schvvarzdrapicrte Saal war von einem zahl re ichen Publikum, größtcnteil; jun<;cn Arbeitern, überfüllt. Außer den Parteigenossen des Verstorbenen waren viele Mitglieder des ״IJcrez“-Verein9, der buridistischen Gruppe, der ״Hapoci-i ln/air“-Gruj)pe und anderer Vereine anwesend. Unter den Gästen befand sich auch der sozialdemokratische Rcidutagsabgeordnctc Davidsoll 11 und als Vertreter des Zionistischen Aktionskomitee die Herren R.-A, 1)1׳. Alfred Klee und der Sekretär des B.A.C. Julius Berger. Stimmungsvolle Trauermusik leitete den Abemi 'ein. ln einem änderthalbstündigen Referat entrollte Herr Rubaschow die Geistesweit des dahingeschiedenen Denken• und Kampfers im Rahmen der jH>liü.־chc» Richtungen und theoretischen Systeme »einer Zeit. Andachtsvoll und mit Spannung lauschten die Anwesenden seinen gchaitvolleri Ausführungen und persönlichen Eritinerungen. Im Namen de» Zionistische« Aktionskomiteca sprzuli dann U.-A. Dr. Klee: Groß ist die Bc* deuiuug Borochow» für »eine Partei, aber die Größe seiner Persönlichkeit reicht weit über diese hinaus. Die jüdische Renaissance wird dem Kämpfer um die Wahrheit, der dan jüdische Proletariat in Reih und Glied gestellt und ilui» seinen richtigen Platz, in der jüdisehen Rcgenerntioiiäbeweguug angewiesen hat, ein daueimlcii Andenken hewaiireii. :'!ein Schiel:-,»! war da* Sdiick-ial 'vieler groller Jude», ,Wie einst Mose* mul in unseren Tagen Dr, Hrrzl verseliied ilorodiow an der Schwelle des Landes der Veiiieißung. Im Namen dea HapoePHazai'r sprach hierauf I*racl R c i c h c r t. Isaak Kornfeld, der Leiter des Abetuis, schloß die »tini'inungsvoüe Kundgebung mit heißen Worten der Erinnerung und Verehrung, tröstend und malmend wir treuen und aufopferungsvollen Mitarbeit an dem großen Werk de• dahingeschiedenen Führers. Unter den Klängen der ״Schwuah“ ciuRjc die eindrucksvolle Feier. Ö. , .(Ein F r i e d c n s s c 11 c e k auf 230 000 Kronen) In Wien errichtete Frau N. N. eine Stiftung in der Höhe von 250 000 Kronen, die sie innerhalb der ersten 6 Monate nach Fr iede nsschlu IV Voll einzahlcn wird. Al» erste Rate wurden bereits 10 0ÜÜ Kronen erlegt, Polen. (Das zionistische SchuÜeuratorium) Das von der 3. Zionistischen Konferenz in Polen gewählte Sch uikuratorium hat sich bereits konstituiert und seine Tätigkeit .1«׳!genommen. Ais Vorsitzender wurde Herr H. Färb stein, als Vizevorsitzender Herr Dr. K l um c 1, als Sciiatzmeisicr Dr. Portner, als Referent für henräische Angelegenheiten S. L. G ordon und als Sekretär Herr S. J aHe gewählt. Das Sdiuikuratorium, das sein Z e n t r a I b ü r o in Warschau hat, dehnt seine Tätigkeit über ganz Polen aus. in den Provinzstädten wird die zionistische Schultätigkeit von lokalen Schulkominissioucn geleitet, die aus 9 Personen bestehen, darunter 3 Vertretern der Lclircrsduft, 3 Vertretern der Elicrn und drei Mitgliedern des •zionistischen Ortskomitces. Gegenwärtig. Unterstehen der Verwaltung 'des zionistischen Schulkuratoriums 23 jüdische Sdiuliiistitutionen in Warscimu und der Provinz, darunter Volksschulen. Mittelschulen, Handwerkerschulen, Kinderküchen und ein Waisenhaus, Mit der Verbreitung der jüdischen Mittelschulen über die polnisdie Provinz crwadisen dem' Kuratorium neue Aufgäbe». Schweiz. (Zionistische Vorlesung an der Basler Universität) Auf Einladung des Ordina/ius der Baseler Univcrsitat, Professor Dr. Michels, hielt Herr Dr. J. Kl atzkin im staatswisscnschaftlichcn Seminar der Universitiit am 18. Dezember eine Vorlesung über ״Die 111 coretisch •80 z. ialc 11 Grundlagen des Zionismus". Professor Michels, der den Vortrag in Anwesenheit einer zahlreichen Zuhörerschaft eröffnete, beteiligte sich auch kn der Diskussion. Es sprachen in der Debatte noch die Herrn Dr.' Amstein Und cand. phil. Cahcn, Aus aller UcH Aus Deutschland. (Neuwahlen jm Zentraiverein) Der Zentraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wählte in einer erweiterten Voratandr.sitffliig zu Vorsitzenden Gell. Justizrat Dr. fingen Fuchs,־• Justizrat Dorn und Bankier Ernst Wallach , (Eine Zentralw-ohlfahrfsotellc) Vor kurzem wurde iß Berlin eine ״Zcnira 1 w0111fatirtsstcllc der Juden für Deutcch 1 and“ gegründet, deren Aufgabe ca sein coli, die jihliscne Wohlfahrtspflege zu zentralisieren und einheitlich r.iiszugcstaltcn, damit fic den modern11'׳ rozinlcn Anfordermigen entspricht. Die* Vorstand ::eh :ft der neuen Orgmiisation hat rieh fob'c'i'Terr.inllen l׳;on:t!i׳.u'ert: 1. Vorsitzumkr Och. Jmfi/rot Timcndorfcr (Berlin). 2. Vorsitzender Professor Kalis Cher (Berlin), svtulvcrtretende Vorsitzende rrl Berta P a ppc n fi c ווו נ (.*'rankfnrt a. M.) und Ei'g'cn Caspary (Berlin), bclurfU führcr Dr. Nctunn nn (Berlin), stcllv. Scnrififtihrcr Dr. Ollendorff (Bre׳lau), Echa!zmeicterln Frau Heuriette May (l'krfi:;), steüv. dc:;1־״t;:r.:,:i:,d.T Bankier Stein (Karlsruhe), Beisitzer: Prof, Alexander Kotz (Herlin), Frl. Werner (Hamburg), Zum Ckr.ebüKsfiilwer wurde Dr. occ. publ, Jacob Sagalf (fic. rfin) berufen. Da» Büro befindet eie׳״ Berlin V/ 35, Steglitzer Str. 911. Lilly Marli-Freud*Abend Anläßlich der Veriraueiisniännertagung der Zionistirrlien Vereinigung für Deutschland hatte die B.rliner Zionistische Vereinigung einen ״Jüdischen Vortragsabend“ im Beehsteimaal veranstaltet, für den sich Frau Lilly M a r 1 (• - Frr u d (Dresden) in dankenswerter Wei-c zur Verfügung gestellt hat. Die in Berlin durch früheres Auftreten bereit» wohlbekannte Künstlerin hatte ein sehr wirksame:, vorzüglich idrgestimnites Programm zusannnengestcllt. Zur Einleitunz las sie Hcr/.ts gerade jetzt wieder besonders aktuell gewordenes Feuilleton ״Unterwegs־‘, dessen verstandnisvoller Vortrag die lebhaftesten Assoziationen auszulöseu wußte. Meisterhaft rezitierte Frau Marie-Freud aus Rosenfelds ״Ghettolieder“. Mit besonderer Innigkeit trug sie das reizvolle Becr-liofiiuiinsdie ״Schlaflied für Miriam“ vor. Auch 111 Perez' tiefsinniger Prosacr/ähluiig ״Heb Jodiencn Gabbai“ kamen die feinen Poiiitierungeii zum Ausdruck. Heine» unvergängliche Gedichte kamen im Vortrag zu glänzender Wirkung. l!n zweiten Teil des Abends erwies Frau Marie-Freud sich auch als Meisterin der Bibclrezätation. Glühende Gestaltungskraft steigerte das ״Siegeslied“ und die ״Simsongcsehichte“ zu dramatischer Holle. Die zahlreiche Zuhörerschaft dankte der Künstlerin mit lebhaften» Beifall. Die Tagespresse widmete den Rezitationen sehr günstige Kritiken. So schreibt der ״Berliner Börsen- Courier“ 11. a.: ״Mittlerin jüdischer und biblischer Dichtung war Lilly Freud, deren reife Kunst der Aufgabe vollkommen gerecht wurde. Am besten gelang ihr iin ersten '1 eil des Abends das ״Sdilafhcd für Miriam“ von Deer-Hoffmann.. Innigkeit und -weißliehe Inbrunst paarten sich da in ihrem! Vortrag, in dem alles Leidvolle des jüdischen Volkes weil nachzitterte . . Was der Kunst Lilly Freuds an diesem Abend persönliche Note verlieh, war die Einfühlung in den Geist jüdischer Dichtung, in diese orientalische Weichheit und Schwermut, dieses Zerren an Jalirtausende alten Kulturfcsseln". Audi die ״Vossisdic Zatung“ brachte eine sehr lobende Besprechung de» Abends. R. ' ״Freunde Benjamins“ Zur Erinnerg. a. d. kl. Alfred Benjamin Trietaci» für jüdisdic Waisenkinder in Palästina (Bisher 35 Patensduften ausgewieseii) Berlin; Mk. 100.— : N. N.; Mk, 36.— : übermittelt durch den Rcligionskursiis C. Grunwald; Mk. 2®.--; Hans Stciiiitz 11, Frau; Mk. 9.— : ges. d. Lydia Judey; Mk. 5—: Fürst, Schur, Suünann (ClianukRasammk׳.); •Mk. 1,60: Boschwitz. Breslau: Mk. 25.—; Z1011. Ortsgruppe (für 'Bücher von Trielsdi); Mk, 2.— : Eili Schachtel. Lodz: Mk. 20.— : Dr. U. Goldblatt. Stettin: Mk. 10.—: Ulla Sclicrk.* Aus dem Felde: Mk. 5.-: Dr. ־Stahl. I£1י livilllii^Vil %l v3 i\! J■ V 0 Charlc ville: 6. Januar 1918, Rue de petit bom 19, Unteroffizier Heim, Leitung: Zahnarzt Läufer. Ruc Clement 21 (Telefon). Oiste, bei Ostende: Tciegr. Jakob Lcvy. (Adr. beim Präs,). Le Cateau: Feliiuntcrarzt Hans Breslauer; Adr. im Lazarctt-Geschä tszimmer. Lille: Jeden I. Sonntag, Naclun. ,3 Uhr, Hotel Royal. Magdeburg: iibr. Fclixbrodt. Giiciscnaustr. 3 bei Luder bittet um Besuch von Bundesbrudern. Metz: jeden ersten und dritten Sonn■ tag נ g t Uhr Cafe Astoria, Köruerallcc. Durchreisende puudesbrüder wenden sich־ an Dr. Wccir.eimanii, Hotel Kaiserhof. Mitau: Oft.-Stcdv. Snlii Kirsch, Kathohschcstr. 20, (Tclcf. über Vcrni. Mitau.) Riga: Bun■ desbrüder sind gern gesehen bei den Familien Fried■ linder, Antonicnstr. $ und Dolgupolski, Gogolstr. 9, t t

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