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Jüdische Rundschau · 1917-04-06 · Heft 14-15 (6.4.1917) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 14-15 (6.4.1917)
Date
1917-04-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 14 15 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 121 Kriegsbeitrag. ׳״‘ ־ ' , •' fKsirt ■ •..wuTrr—taiSn Der erste Ausweis der bisher cingcgangenen Spcnd! n wird in No. 16 vom 20. April 1917 veröffentlicht werden. Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, die diesen vom 1 Ausserordentlichen Delcgicrtcntag bcschlossencn Sonderbeitrag bisher noch nicht .nbgeführt haben, dies unverzüglich nachzuholen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W. 15, Sächsische Str. 8 Postscheckkonto Berlin 8091. Das 12. Heft des Juden*) Nunmehr liegt der erste Jahrgang des ״Juden“ ah• geschlossen vor 1ms, und wenn wir riickhlickciul über• schauen, was diese 12 I leite alles au 'Schönem und Wertvollem gebracht haben, so sehen wir erst, welche I at es war, als Marlin Bttber und seine (־'reiinde vor einem Jahre den langersehnten Wunsch zur Wirklieh machten und den ״Juden“ schulen. Auch das 12. lieft schlicht sich würdig seinen Vorgängern an. A in i t a i eröffnet die Reihe der Aufsat/e mit seinem Artikel ״Zur polnischen Juilenfrage“, m welchem er kurz und klar auseiiiaudersetzt, ilall die luden Polens weder von den Polen noch von den ״Deutschen etwas zu erwarten haben und clall all ihre Hoffnung mir in ihnen seihst liegt; ihre Organisierung und ihre politische Aktivierung kann ihnen allein den W eg zur Freiheit bereiten. In einem ״Kulturarbeit“ übersclmeheiieii Aufsatz iiMtermmmt es Martin hu her, diesen so strittigen mul für uns so wichtigen Begriff zu klären, ״leb erkenne und preise den ewigen jüdischen (ieist. leb ersehne und erhoffe eine neue jüdische Schöpfung, Aber n ner und diese können nicht angestrebt, nicht cigentheb gewollt werden. Was wir wollen, geht nicht auf 1 ieist und nicht auf Schöpfung, cs geht ganz gewil! mehl auf ״Kultur“ es gebt auf das Lehen. Wir wollen das jüdische I eben iiingestalteu; das lieillt, wir wollen aus dem l eben von Juden ein jüdisches Lehen machen.“ Dieses jüdische leben ahoi null» ein (ieuieiiischaitsleben sein, mul deshalb fordert unsere Lrziehting von uns zweierlei: wahrhaftes Judentum mul wahrhaftes Oemeinsch,altsgefiilil. Soziale mul nationale Lrzieluing müssen miteinander gelten, um Menschen zu schaffen, du fähig sind, ״jüdische Kulturarbeit“ .11 leisten, B11- Ihts schöne Ausliiltmngcn erscheinen durchaus geeignet, die vielen Unstimmigkeiten und Uuklarheileu, die gerade der letzte deutsche Dclcgiertentag Iteri nrgcrufeii hat, zu beseitigen. Der vierte von Oordons Briefen ans Palästina spricht jiber die Bedeutung Palästinas für das (lalulli und über die Wechselwirkung beider, Nationale Arbeit mit eigenen jüdischen Kräften, das ist die grolle I eine, die das junge Palästina uns gebracht hat und zu der sie die Menschen des Gallith braucht; die Mensehen, die jüdisch wollen und jüdisch schaffen. Der Aufsatz bringt auch schone Ausführungen über die indische Schule und den Uniieisit.itsplaii, mul es ist von grobem Interesse, zu sehen, wie gerade (iuidon, der begeisterte Verfechter palästinensischer Arbeit, die innigen Beziehungen betont, die zwischen den Schülern und den Arbeitern in Palästina bestehen. Ueber den /iisanuncnhaiig des Religiösen mit dem Nationalen sprechen zwei Aufsätze dieser Nummer von *) ״Der Jude“, Eine Monatsschrift, I, Jnhig. lieft I2, Verlag R. Löwit, Berlin N 17, Weillenburgerstr. fi. Oniizj. M. 10. , lialbj. M. 5, , Einzelheit M. 1. . ander gesetzt worden seien. Ist das etwa ein ״rcli giöses“ l licina 2 Ist etw a alles, was in hebräischer mul chaldäischei Sprache abgehandelt wird ״religiöser I elirstoff“? Wie kann sielt Herr Professor Sobernheim wundern, wenn der ״Moment“ eine polnuisatorische Volksschule augreift, weil die Knulei dort zur Sabbat- I ntvveilumg ungehalten werden, wenn er seihst kurz zuvor erklärt, ilall bei der streng orthodoxen Judenheit Polens ״ihr ganzes I eben in ethisch-moralischer Beziehung nur dein /weck dient, den religiösen Vorsehriften gerecht zu werden ■ Wie kann sich Herr Professor Sobenilieiin folgende Ausführung leisten, ״Die Behaupimig dieser /.eihmg (״Moment“), daß am Sabbat gearbeitet werde,;st unrichtig, Allerdings nitis• sen die Kinder aticlt am Sabbat slaubwischcii und ihre Sachen reinigen; schwere Arbeiten (!! D. Verf.) werden jedoch vermieden‘'. Hätte sich doch Herr Professor Sohernheim von dem 10 jährigen Chcderjimgeti statt des PiiHTschieiles von ״tistis“ und ״usus frurftiss“ lieber den von ״Arbeii“ mul ״Melachah“ klar machen lassen! Wie bedeutungslos scheinen einem bei solcher Unkennt• nis jüdischer Dinge dann die Urteile über die hebriiisehe Elementarschule und das hebräische Civtmiasium; wie etwa: .ihre Aussprache ist gilt", oder: ״Auf Prägen, betreffs der jüdischen Feste, verstanden die Hingen Leute (tiinilich die Gymnasiasten! 1). Verf) vernünftig zu antworten." Und ist etwa der Satz. ״Bei manchen Kindern dauerf es lange, ehe sie mein und dein zu unterscheiden lernen“, besonders für die Zöglinge der polnisch-jüdischen Volksschule, Ogrodowa 27, charak'.cristiscli? Reichlich kopfschüttelnd legt man den Aulsatz des «irafen Paul von Kcyscrlingk ״Vom Juden und seinem Baron“ aus den Händen. Man hat den Pindruck, daß dieser Aufsatz, der das alte, seit Isaak von York sich stels gleich gebliebene Thema, vom Leib- und Geldjudcn anekdotenhaft erörtert, mehr den kurländischen Adel blamiert, als über ostjüdische Fragen unterrichtet. Und vielleicht dürfen wir auch den Grafen I lenoeh So har tmd Edmund Müller. Midier stellt die Gedanken des grollen russischen Philosophen Solowieff über das Judentum dar. In dem Gedanken der Auservväliltheit siebt Solowjeff den Mittelpunkt jüdischer Weltanschauung. Der Verlust des Gefühls, das auserwählte Volk zu sein, brachte das Judentum zum Sturz, und das Wiedererstehen dieses alten Gedankens wird das Judentum einer neuen Blüte entgegenführeii. Schon m Müllers Aufsatz wird die Stellung des Juden 1111 russischen Reiche berührt, diese Präge, die gerade jetzt so aktuell geworden ist. Da lesen wir mit Ireudcn ('.arl Nötzcls Aufsatz ״Vom Moskauer Juden ‘, der 1ms einen Pinhlick gewährt in das wirtschaftliehe, gesellschaftliche und literarische Leben der Juden Moskaus, ihr Verhältnis zu den Russen und zu den ,׳linieren Nationalitäten, Der Verfasser schließt mit den Worten: ״Nein, der Russe und der Jude können zusammen arbeiten und werden zusammen Treffliches leisten, der Russe wird aber nie den Juden verschlucken.“ Gerhard Seliolems Ausführungen über ״Jüdische Jugendbewegung“ gipfeln in der Portierung nach Ganzheit, die der Verfasser bisher noch vermißt, Sie erst mache das Nebeneinander vieler Jugcndvcrcine zu dem, was uns iiottut, zur wirklichen Bewegung. Die ja nicht zum ersten Mal erhobene Forderung ist sicher richtig, nur ist es gerade der Weg zur Ganzheit, über den es noch Streit gibt, und auf ihm werden uns auch Seliolems Ausführungen kaum fördern. K I a t z k i 11 schließt in dieser Nummer seine gruudlegende Aufsatzserie, indem er die Bedeutung eines jüdischen Palästina für d:1s Golus erörtert. Mit aller Entschiedenheit bestreitet der Verfasser die These Achad lluams, daß das nationale Zentrum in Palästina die Diaspora nationalisieren werde. Das Volljttdenltim, das uns Palästina bringen wird, werde mit Notwendigkeit alles I lalhjudeiitmn der Diaspora vernichten. Es wird nur noch den vollen Juden gehen, d. h. den Juden mit der nationalen Sprache und der nationalen Kultur. Alk amleren werden sieh assimilieren und in ihren Wirts- Völkern aufgehen. Möglich ist freilich, daß im Osten ein zweites Judentum auf der Grundlage der jüdischen Sprache entsteht, ein Judciilttm, wesensverschieden von dem hebräischen in Palästina, so daß es in späterer Zeit vielleicht zwei jüdische Nationalitäten gehen wird, die ahsolut räumlich mul geistig voneinander getrennt sind. Man braucht dem Verfasser in diesen seinen Ausführungen nicht völlig hei/ustimmeu und wird doch nicht umhin können, die Klarheit tmd Folgerichtigkeit zu bewundern, mit der er diese wichtigsten Fragen der zionistischen Theorie erörtert. Wir erwarten mit Spannung die zweite Aufsatzfolge, die unter dem Namen ״Frhahiing und Neuheginit“ im neuen Jahrgang des Juden erscheinen soll. Arno Nadel schließt die Reihe seiner ״Liebeslieder“ mit einigen ganz besonders schönen Gedichten. Aus der Reihe der ״Bemerkungen“ sei mir einiges angeführt. Raphael Selig;־ in;11111 berichtet mul kritisiert einen Aufsatz Dr. Tsehleuows aus der Jevvrejskaja Sliisn, in dein dieser auseinandergesetz.t hat, daß die Emanzipation nicht imstande sein würde, die jü- I diselie l'rage zu lösen. Die Juden würden midi nach! der I maiizipation auf Grund einer jahrhundertelangen! Pntwickhmg vornehmlich oder ausschließlich in bestimmj ten Beriil'szvveigen bleiben und somit nie ganz mit dem Gastvolk verwachsen. Wenn Raphael Scligmaun diese Ausführungen zwar richtig findet, aber glaubt, daß man nicht mit ihnen unsere nationalen Porderungcu begründen dürfe, so braucht man wohf nicht zu betonen, daß dieser Gedanke Dr. Tschleiiow sicher ferngclegen habe, Os- Kar Epstein würdigt den Deutschen Zionistischen Kcyscrlingk darüber aufklärcn, daß ein Ethrog keine Zitrone ist. Zum Schlüsse sei noch ein Brief erwähnt, den I laus Heinrich Ehrl er ״An einen Juden“ schreibt und der in seiner urkomischen Naivität den einzigen Vorschlag zu einer praktischen Lösung der ostjüdischen Frage, hezw. der jüdischen überhaupt, vorbringt. Man weiß *natürlich, wie der Brief beginnt. mit dem Eisernen : Kreuz, dem jüdischen Reserveoffizier, den jüdischen I Kriegslieferaiiten und der persönlichen Freundschaft zwischen Empfänger tmd Absender des Briefes. Nun aber lese man Sätze wie die folgenden: ״Dann aber in anderen Stunden sah ich manchmal etwas von einer Hoffart sieh in Dir erlichen, wie aus einer Abwehr, und Du sagtest wohl: ״Ult möchte nichts anderes als ein ׳ Jude sein“, Oder ״Und muß man dabei nicht weiter! von Euren Mädchen und Prallen sprechen, die die Bücher j der deutschen Dichter in ihre Spinde stellen und sich; ihnen zu verstellenden Freundinnen machen, die Musik und Schaubühne durch Anteilnahme halten, ernsthaft dem Dienst der Schönheit zugew endet? Von Deiner zarten Schwester etwa, die nicht in Schmuck und WoliIgeriiehen einherkommt, aber viel still gesammelten Glanz in ihren Augen trägt; von Deiner Base, die sich einem deutschen Gelehrten zur ehelichen Kameradin gemacht hat.“ Doch die Pointe kommt erst am Schluß des Briefes; dort heißt es: ״Der Vortrupp der Versöhnung meldet sich! Und nicht Wahr, Jakob, Du willst nichts! anderes sein als ein deutscher*) Jude?“ Zum Glück bin ich nicht der Jakob, so daß ich diesen Brief nicht zu beantworten brauche . . . Also unterrichtet mau die deutsche Oeffentlichkcit über die jüdischen ״Fragen des Ostens“. König Sa- Iüiuo meinte: ״Wer seine Arbeit lässig betreibt, der gleicht dem Zerstörer“ (Mischte 18; 9). *) Im Original gesperrt.! I lek'gicrtentag als den Beginn einer neuen I nrm zioiii• sliselicr Arbeit, aber eben nur als einen Beginn, der naturgemäß noch Unvollkommenes in sich habe. Wie zu erwarten war, hat Franz Sachs’ Aufsatz aus der zehnten Nummer des ״Juden“ manchen Wider- Spruch gefunden, von denen die vorliegende Nummer iles ״Juden'‘ drei Erwiderungen zum Abdruck bringt. Besonders schön weiß Johanna S i 111 o 11 - E r i e 11 b 1׳ r g die Ungerechtigkeit so manchen Urteils uadiziiweisen, das Franz Sachs gefällt hat. Aus dem weiteren Inhalt der ״Bemerkungen‘ sei vor allem Max Broil hervorgehoben, der Oskar Baums dichterisches Schaffen bc• spricht. Die ״Da t e 11 u n d M a t c r i a I i e 11“ endlich bringen von Ernst Kahn ״Stldistisehe Bemerkungen über die Mischehen hei den deutschen Juden׳', die uns um neuem die erschreckend große Anzahl v on Mischehen zeigen, die im Jahre HM•! auf l(D rem jüdische Ehen bereits 52 Mischehen betrug. E. L. Das hebräische Lehrerseminar in Odessa Das von den ״Chowewe-sfal-ewer“ gegründete hehrüischc Lehrerseminar wurde am 22. Januar m Odessa eröffnet. An der Sjritze dieser Lehranstalt steht der Rabbiner in Bjalos'tok Dr. Mobile wer, einer der eitrigsten Führer der hebräischen Bewegung Rußlands. Der Aufnahmeprüfung miterzogen sich V) Kandidaten, von denen )0 (18 Schiller und 12 Schülerinnen), darunter mehrere mit pädagogischer Erfahrung an hebräischen Schulen, mitgenommen wurden. In der Pnifungskommissiou waren außer dem Direktor l)r. Mobile wer Ch. N. Bialik, l)r. Josef Klausner mul M. M. U s s i s e 11 k i n. Das Lclircrpcrsmtal besteht aus den Herren Ifr. Iluiwitz (Bibel mul 1:111111111), Uh. N. Bialik (die alt-hebräische Literatur), Dr. J. Klausner (jüdische Ocschichtc), M. M. Ussischkiu (Palnstinakunde), Privatdozenl S c h a t u 11 o vv s k v (Mathematik), Dr. Mohi lewer (Psychologie uml Logik), Posuanski (Russische Sprache mul Literatur), Agronom S n II in a n 11 (Botanik), Minkowski (Gesang und Musik) und andere. Der l.elirerkursus am Seminar ist dreijährig. Mit Ausnahme der Fächer, für die das Russische als Unterriihtssprachc obligatorisch ist, wird der Unterricht in hebräischer Spracht• erteilt. Die Kulturlagung in Warschau Au der von der ״V o 1 k s p a r 11 e i“ veranstalteten jüdischen Kulttirlagung, die am 2(127 ״. und 28. Marz in Warschau stattfami, nahmen ea. 100 I )elegierte aus JO politischen Städten teil. Dein Beschluß des Ziomstiselten Komitees gemäß sahen die zionistischen K 11 1111 r v 1• r 1׳ i 11 e davon ah, die Konferenz zu heschicken. Auch die Lehrer der jüdischen Mittelscltulen in Warschau nahmen an dieser Konferenz nicht teil. Aus Lodz kam niem.iiid. Auch der ״Uuiul“ Irlich unbeteiligt. Die Tagung wurde von Herrn N. Prilutzki eröffnet, der auch zum Vorsitzenden gewählt wurde. Als Vizevorsitzciulc wurden II. I). Nomberg, S. J. Stupnitzki und Ingenieur Merker gewählt. Gleich nach den Wühlen des Präsidiums machte sieh eine Opposition bemerkbar, die gegen die Partciprägimg, die die Initiatoren der Konferenz gaben, rotestierten. Der Vertreter des Lelirervereins Kamino vv s k i stellte die erste Frage, oh die Zionistische Organisation eine offizielle Einladung zur Beteiligung an dieser Konferenz erhalten liabe. Ikr Vorsitzende antwortete darauf, daß Einladungen nur an Kulturgesellschäften und nicht an politische Organisationen versandt wurden, und zwar mir an sulche Kultiirverciiu•, von denen es bekannt sei, daß sie keine Gegner tk׳r jidischcn Sprache sind. Die Vertreter der von den ״Poale- Z i o 11“ gegründeten ״Arbeiterheime" (J. R e i c h m .111 n , lug. S c hu r e k) und der I )elegierte des ״Bildungs- Vereins für jüdische Arbeiter“ (S u II m 1 1111) erklärten darauf, daß eine Konferenz, auf der weder die zionistisehen noch die Arbeiter-Organisationen offiziell vertreten sind, keine bindenden Beschlüße iiln-r jüdische Kulturfrageit fallen könne und auch kein Reiht hahy, sielt als Vertretung der jüdischen Kulturbewcgiiug in!,ölen zu betrachten. Sie stellten den Antrag, daß die Tagung sieh als Vorkonferenz erklären solle, die die Vorhereitimgsarheiteii für die künftige von allen national-jiidisein■״ Parteien und Richtungen eln/iiberufi nde Kulturkoiifcrcnz erledigen solle. Diese Debatte nahm die ganze erste Sitzung in Anspruch. Der Präsident versuchte, die Opposition niedemihallen. Auf die Seite des Präsidiums stellten sich einige I )elegierte aus der Provinz. Der Vorsitzende schlug vor, die Abstimmung über diese Frage auf die letzte Sitzung zu verlegen; lieitn erst dann könnten sielt die Dclcgicitcii über den Uliarakter der Konferenz ein Bild machen. Mit 51 gegen •ih Stimmen wurde der Vorschlag des Vorsitzenden angenommen. Die Vertreter der ״A r b e i t e r h (־ i m e" erklärten darauf, daß sic diese Tagung, die nur den engen Parteiinteressen ihrer Einbcrufer diene, für unnütz betrachteten und sich an ihren Arbeite״ nicht beteil/gen könnten. Der Vertreter des ״Bildungs- Vereins für jüdische Arbeiter“ erklärte, daß er hur zu I n f o r in a t i o n s / xv c c k 1׳ n auf der Konfcr.enz bleibe, aber die Beschlüsse der Konferenz, soweit sie den Rahmen einer vorbereitenden Tagung iiberscliritton, für ungültig betrachte. Herr S. J. Stupnitzki hielt dann einen Vortrag über die Aufgaben der jüdischen Kulturbcwcgung, Ratmanu Efron über die jüdische Volksschule und N. Schwalbe über die professionelle Ausbildung in der jüdischen Schule. Alle Redner der anschließenden Diskussion waren der Meinung, daß die Unterrichtssprache in den jüdischen Volksschulen das Jidische sein i.siß, I. K ron c n b« rg erklärte das Studium der hebräischen Sprache in der Volksschule für überflüßig. J. Kaminkowski erklärte es als nationales Verbrechen, die hcbräisclre Sprache aus der Schule auszuschließen. Ausführlich sprachen zu dieser Frage H. I). Nomberg und

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