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Jüdische Rundschau · 1917-02-16 · Heft 7 (16.2.1917) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 7 (16.2.1917)
Date
1917-02-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 64 J U ED1SC H E R U N DSC II A U Nr. 7 KlindwoiHh Scharwenka-Saal 5׳ LOlüowtlroste 76. HMMHIIMMIIIIIt'MMIIIIUIlMItHtimiMtlUHmttmiHmtlllMIIMMIIIIHItlllHMII Sonntag den 18. Februar 1917: Jüdischer mit Kompositionen und Bearbeitungen von י) JANOT S. ROSKIN Mitwirkende: Vera Goldbcrg-Konewikl (Gesang) Carola Zellcnk« (Violine) Leo WeUimonn (Gesang) )•not S. Roskin (Gesang) Korltn «1 1. J und J Mark bei Bote ur.d Bock, A, Werlhelm und an drr Ab«ndka»»e.' (Pur die Schulen der palästinensischen F 1 ii c 1111 i 11 g c i n A 1 e x n ml r i e n) Aut der Sitzung der A n g I <f I c w i sh A s so ci ution, die ain 7. Januar 1017 stattfand, wurden auf Vor• sch Inj; des Präsidenten £ 50 für die Schule der pala-' stincnsisclien Flüchtlinge in Alexandrien zwecks Einrichtung zweier neuer Klassenzimmer und £ 3(» für die Schule der p.illisfinsischeu Flüchtlinge in Cypern bewilligt. Fräulein Landau, ilie Vorsteherin der Evclina de Rothschild ■ Scluile in Jerusalem, wurde ermächtigt, eine Sammlung zwecks Erhaltung dieser Schule (die ihre Arbeit fortset/t) in Höhe von C 1600 zu unternehmen. Vorbehaltlich der Genehmigung der Regierung vvtirden t 200 für die Verköstigung der Schülerinnen der Evelma-Schule in Jerusalem bewilligt. uukkuhfeier scfdfdertc Herr Professor Dr. ifdnndi 1.0c tve die Makfcabücrzcft. Au einem anderen Abend sprach Herr Juliiir. Hirsch über die Orüudimg und Lntwickhing der jüdischen Ttirnerr.rbe.H. iInttc er den;inlleren!•:ntwfckfMiigßg.uif; dieser tctto1i,־if-j(fdir,ciien Heweguiig gezeidmet, so führte ein Vortrag des liciTii e.'iiid. «Veh. Arthur Sehr״ g e 1111 e 1111 über das Thema: ״Der junge Jude und «He <le«tati!111g seines l.chcti» (len inneren EntwlekI1'!1j;r;.׳;anj; de!! jungen Juden vor Augen. I >as innere Wesen der Jüdischen 1 uriier.sclian beleuchtete Herr Professor TV. Heinrich Locwe 111 einem Vortrage über die Frage: ״Warum sind wir und wollen wir Natioiialj'iulcn nein?" Der Verein hat kurzlieh mich einen hebräische״ Sprachkursus eingerichtet, dessen Leitung I ferr Wc ( h übernommen hat. Der Turnbdricb leidet naturgemäß immer mehr durch Einberufungen, die tnun auch schon die 18 jährigen betroffen haben. Um «km Mange( an Turnfeitcrn abzuhclfcii, wandte sich der Verein an das OcncrafKom« inamlo mit der Bitte, einen geeigneten Unteroffizier zur Verfügung zu stellen. i>as Generalkommando entsprach unverzüglich der Bitte, indein cs Herrn Julius Hirsch abkoniinaiidicrtc. Zur Hebung des Frauentunicns, für das männliche Vorturner kaum zur Voriiigung stellen, würde ein Zusammenarbeiten mit dem ifftus beschlossen. Es wurden vorläufig geineiuschaftliehe Vorturiicrinncnlnirsc eingerichtet. Besoiuicrs erwähnenswert ist noch, (faß der Obcroriisicfcnt der Provinz itrandeiiburg auf Bitte des Vereins aus staatlichen liir Jugendpflege bestiimiiten Miitcln einen Betrag von 700 M. für den Sportplatz des Vereins in Fricdriclistcfdc zur Deckung der Pacht, deren Aufbringung aus den Reihen der Mitglieder iufoige der Kriegsverhältnissc nicht mehr möglich war, gewährt hat. Dieser Akt wie auch die erwähnte Abkommandierung des Unter- Offiziers zeigen, daß die staatlichen Behörden die Ar• beit des Har-Kochba anerkennen und billigen Nachrichten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen Fcldiintcrarzt Edgar W;1 rbu rg- Berlin, Kurt üoIdcnberg•Ham• bürg (K. J. V.) mul Zulinar/t Dr. N c U m a 1111 - Berlin (verspätet mitgeteilt) liabcn das Eiserne Kreuz bekommen. (I 111 j ii d 1 s ch - r 1« in ä 11 i s c h e s Ko m i t c e) In London wurde ein Komitee der dort weilenden rumänischen Juden gegründet, das das Ziel hat, die politischen 11111 ressen der Juden Rumäniens zu wahnen und 'die augenblickliche Not der rumänischen Juden zu lindern. Das Komitee hat auelt die Aufgabe, den nach Rußland gelliieliteten und den in Deutschland intcrliierten rumänischen Juden Hilfe zu gewähren. An der Spitze des Komitees stellt Dr. M. (last er. Aus Holland. (Jüdische II i I f s a r b e i t in Holla 11 d) ln Holland hat sieh vor einiger Zeit ein ״Hilfs• komiliv für die jüdischen Kriegsopfer" gebildet, «1cm die angesehensten Juden des Landes beigetreten sind. Vorsitzender ist Oberrabbiner L. Wagcnanr in Arnhem. Schriftführer Herr Alfred Polak in Tilburg, tu fast allen jüdischen Gemeinden des Landes haben sieb Siib-Koniitces gebildet, welche die Sammlungen bctiTilren. Diese Saimnliiiiigcii haben bis jetzt ca. 65 000 Gulden )mll. Währung erbracht und sind noch nicht abgcsdilossin, Hie entkommenden Beträge sollen an die notleidende jüdische Bevölkerung in allen vom Kriege betroffenem Ländern verteilt werden. Alle Zuschriften für das Komitee sind an den Sekretär, Herrn Alfred Polak Tilburg, Holland, zu richten. Fällige zionistische junge Damen in Scftcvotungcn haben ein Komitee zur Versorgung jüdischer K r i e g s g e f a n p c 11 c r mit L c b c n s m i t - teln gebildet. Aufträge für das Komitee sind unter gleichzeitiger Uebersendung «les Gerdbetrages zu riehten an Frl. Anna Freudmann, S cft c veni n g eai, Rotterdamschc Strant 6. Aus Rußland. (W o 11 ji ree 111 s lo s e) Das Zirkular des Ministers des Innern, dall keine Aufenthaltserlaubnisse für nach Petrograd flüchtende Ju. den erteilt werden dürfen hat in besonders harter Weise die jüdischen Mittelschüler getroffen. I >.! früher die nach Petersburg evakuierten Schüler Wohnrecht hatten, tietien sic sich in die Schuten rin• schreiben. Diese brauchen indessen nicht bei der Aufnähme oder später nach dem Wohnrechte zu fragen, weswegen die Schüler nicht wegen mangelnden Wohn, rechtes die Sduilen verlassen müssen. Nur inulitcu sie sic',1 außerhalb der Stadt nicdcrlassen, was ilmcn viel Zeit und Geld kostete. Die unbemittelten Seliii- Irr, die von den Komitees unterhalten werden und nicht lür ein Logis aullerhafb der Stadt zahlen können, Wandem ganze Näeilte hindurch in den Straßen umher, Ein Mitarbeiter der Zeitung ״Djen" traf einige die- »er wandernden Schüler u!nl 2 Uhr nachts bei gießendem Regen in den Straßen. In zerrissenen Mänteln und Schuhen, ohne Gummischuhe, trieben sic •Ich — darunter auch 10 — t ijiihrigc Kinder — in einem entlegenen Stadt. Jeil herum. ״Giebt es viele solcher obdachloser Schftkr?" fmgte der Journalist. ״Ja, viele. Wer kann, wdint außerhalb der Stadt oder erlernt ein Handwerk; einige wohnen auch gclicim, ohne daß jemand, nicht ein. mal der Pförtner des Hauses, davon weiß.;' Als die Schüler sich an die Direktoren der Schulen Wandten, «rhielten sic den Rat, die Woluircchtsfragc eicht jetzt autzwollcn; es könne nodt sdiliminer werden I Turnen und Sport , Der Jüdische Turnverein Bar-Kochba, Berlin, berichtet über seine bisherige WintertStigkeit: Entgegen dem Brauch aller früheren Jahre ist in diesem Winter von größeren Veranstaltungen Abstand genommen vorden. Wir haben uns mit Veranstaltungen im Kreise unserer Mitglieder begnügt. Wir haben unseren Mitgliedern insbesondere nationa)• jüdische Vorträge geboten. Aut unserer Cha- Berlin, ln der Philharmonie (Ohcrlichtsaal), Bernburgcrsfralle 22:1/23, findet Sonntag, den 4. März 1917, abends י Uhr (Selilull IC) IJhr), ein Abend ostjüd i s e 11 e r K 1111 s t (Musik, Gesang mul Literatur) statt, 1. Rezitationen aus «I e r j i d i s c h c n 11 n d b e* lirüisclit‘11 I.iteratur von Fräulein Auni Ernst, Mitglied des Theaters in der Kömggrätzcrstraßc; 2. C 11 a s s i d i s eh e Motive (liir den Abend bearbeitet), vorgetragen von dem Ccllovirtuoscu Felix Rotiert Mendelssohn; 3. Eigene neue Werke (in Poesie und Prosa), vorgclese» von S. Schn cur; •1. Jidisehe Volkslieder, vorgetragen von Opernsänger M. Kipn iss, als < inst von der Warschauer Residenzoper. Näheres im Programm. Eintrittskarten zu 2, 3 und 5 Mark im /,ionistiselien Zentralbiiro, bei Bote u. Lock, bei Wertheim und an der Abendkasse, Berlin. Am Mittwoch, den 7. Februar abends, fand im Jüdischen Volkshcini, Dragonerstr. 22, eine kleine hehriiisehe C 11 a 111 i s ehr»• A s s a r f c icr statt. Nach einer einleitenden Ansprache des Herrn J. Simehoni über die Bedeutung dieses Festes und einem Vortrag von J. Reichert über die Pflanzenwelt in Palästina folgten schöne musikalische Darbietungen der Palästinenscria Frl. Necliruna Dondikow. Daraufhin ergriff Herr S. Kuba sch vw das* Wort zu einem innigen Appell an alle Palästinafreunde, den durch diese Schicksalschwere Zeit neugeschaffenen schweren Ausgaben und Pflichten mit voller Selbstverleugnung gereent zu werden. Der Appell machte einen tiefen Eindruck. Als letzte sprach die Palästinenserin Frl. Zilla Feinberg über die Cluunisclia-Assarfeier in Palästina. Ihre in glänzender Form gehaltene Rede klang für manchen der Zuhörer als eine Manifestation der lebendigen liebräisehen Sprache und löste den einmütigen Beifall aller Anwesenden aus, Ain Montag, den 19. Februar, abends 1,98 ן Uhr, hält ebendaselbst Herr Leo Rosenberg in hebräischer Sprache ein kurzes Referat über die jüngsten Orgauisatnnisbestrclniiigm im Judentume. Anschließend Diskussion. Sprachkundige Gaste willkommen. Berlin. ״Makkabi“, Berlin, Jüdischer Jug e 11 d bund. Am Dienstag, den 30. Januar 1917 sprach das Ehrenmitglied Prof. |)r II. Loewc über das Thema: ״Erziehung der jüdischen Jugend". Am I. März verläßt der ,Mokka bi" seine bisherige Lehrstätte ״LieUleuherg“ und zieht mit dem jüdischnationalen Gesangverein ״Hasamir" zusammen. Am 1. März richtet er zwei weitere Kurse ein. Die Lei• Umg des I. Kursus, eines MandoUnenkursus, hat in liebenswürdiger Weise unser erster Leiter Patu Judey übernommen, die ries zweiten, eines hebräischen Kursus, liegt in Händen des bewährten Lehrers Herrn Wer ba. Au diesen beiden Kursen dürfen Gäste 11.ich vorheriger Anmeldung bis spätestens zum• 28. Februar (Boxhagener Chaussee 9, zu Händen des ersten oder zweiten Leiters) teilnebmen. Die Einweilnmg des neuen Heims wird noch rechtzeitig bekanntgegeben. Auch über den Vortragszyklus für die Monate März und April wird noch Mitteilung ge• macht. München. Der Verein Bnc-Iehuda hielt am Samstag, den 13, Januar 1917 seine diesjährige Statutengemäße Generalversammlung ab. Sie zeigte, daß der Verein an Mitgliedern angenommen hat. Der Bitte• lehmla konnte trotz der schweren Zeit auf ein fnichtbares, tätiges Jahr zurückbticken. Nicht nur Mitglieder sind gewonnen worden, sondern man bat auch fernerstchende Kreise, hauptsächlich die ostjüdische Kolonie interessiert. Dieses beweisen deutlich die Veraustaltungcu des Vereins an Festtagen. Mit diesen Abenden verfolgte man zwei Hauptzwecke: 1. Das jüdische Publikum Münchens mit jüdischer Literatur und Musik bekannt zu machen bezw. das Interesse daran zu beleben. 2. Unecr notleidendes Volk im Osten zu unterstützen, Natürlich ist es nur wie ein Tropfen im Meer, wenn der Verein die Summe von 376 M. fortsenden konnte. Daß «kr Verein «ut «fern richtigen Wege ist, da■ fiat der letzte Chanukkah- * Abend gezeigt. Ein Publikum von 500 Personen hatte sich eingeftmdcii. Trotz des billige« Eintrittspreise, von 50 Pf. ׳und trotz der erheblichen Ausgaben konnte der Verein einen Reingewinn von 200 M. al»chickcr1. - Leider finden »ich sehr viele Pessimisten, die solch,. Vcruiml:1lt11ng(־n für unzeitgemäß halten und dem Vcrein I',::(-Jelu1<l,1־ den Vorwurf imicheii: ״Während uriserv Söhne und Brüder im l eide stehen und unser Volk Im Kriegsgebiet leidet, versammelt er die Leute zu Unterhaltungen." Wir aber haben gemeint, ,!aß cs gerade in dieser schweren Zeit notwendiger ab je ist, sieh /usaninK’iizuscfilieffcit. Gerade weil un• sere jungen Männer im Felde■ sind, müssen wir dafür sorgen, daß sie bei ihrer Heimkehr eine jüdische Organisation finden. Der Verein hat nicht mir nach außen gewirkt, sondern midi in Seiner Mitte, soweit cs ihm nur irgend möglich war. Dies beweisen die verschiedenen Vorträge und die anschließenden Diskus, sioncit aus .allerlei Gebieten. Der Verein behandelte ak. luelle Tagcsfrageii wie ־/. H. , Die Jitdenfragc in Polen“. ״Forderung jüdischer Volksschulen". ״Die Wichtigkeit einer jüdischen Volksschule für das Judentum". ״Zio• nismtis und Jidischismiis". ״Hie jüdische Frau und der Krieg“. Außerdem sprachen: Frl. Mclcnc Hanna Cohn über ״Eindrücke in Palästina". ״Erlebnisse in Amerika“. ״Amerika und die jüdischen Schulen“. Herr Alex. Eliasberg über: ״Der Chassidismus nntf seine Sagenwelt". Literarische Themata behandelten; Ingenieur L. Abramsohn: ״Schalem - Akichcmi Schaffen und Wirken“. ״Acliad Haams Zionismus". Herr Schriftsteller Joseph l.ötvy: ״Percz". ״Sdialom Asch*'. ,׳C11. N. Bialik". ,,Awrotn Reisin" und ״David Einhorn". Geschichtliche Vorträge hielten: Herr Chnwkin über: ״Bamcli Spinoza" und Here Alexander E I i a s b c r g: ״Die Juden in Frankreich zur Zeit der Revolution". Ferner wurden Kurse einet׳■ richtet tinii zwar für, Jidisch und Musik. Kurse Tür Hebräisch waren vorgesehen, konnten aber wegen Mangel an einem Lehrer nicht durcligeführt werden. In den Vorstand gewählt wurden für dieses Jahr folgende Mitglieder: Herr Ingenieur L. Abramsohn, 1. Vor• sitzender; Herr Schriftsteller Jos. Löwy, 2. Vorsitzender; Frl. Tina Kolm, Kassctifiihrcriri; Frl. Mir• jain Tennen bäum, Schriftführerin; Frl. Frida Selter!׳, Bibliothekarin; Frl. Helene Hanna Cohn, I, Beisitzerin; Herr Pcrez Grün bäum, 2. Beisitzer Frida Sehe rr. Köln, hi den drei Monaten ihres Bestehens hat die Jüdische Arbeiter-Lesehalle Köln-Kafk ihre Existenzberechtigung bewiesen, Jeden Abend versammein sich die Mitglieder in ihrem Heim, um dort nach schwerer Tagesarbeit durch Lesen von Zeitungen und Zeitschriften oder im Schachspiel sich geistige Anregung zu holen. Zwei größere Vorträge wurden gehalten, und zwar sprach Herr Lehrer Reinhardt Köln, über die Lage der Juden in Polen, Herr Dr. Grüneberg. Elberfeld, über Seximlhygiene. Besonders der erste Vortrag rief eine lebhafte Diskussion hervor, in der sich Bundisten und Poalc-Zionisten scharf gegenüber traten. Diese Gegnerschaft zwischen Bundisten und Poale-Zioiiisteu führte auch in den Mifgliederver- Sammlungen und vor allem in der Verwaltung zu großem Meinungsverschiedenheiten. Um diese Streitigkeiten zu beheben oder wenigstens auf ein Mindestmaß ei״zuschränken, fand vor kurzem eine F r i e d cu skon fe - r e 117 statt, in der man sieh über die chmtschtngcnde Richtung einigte. Die einzelnen Sektionen der Lesehalle arbeiten sehr erfolgreich. Die Vorarbeiten zur Gründung einer gemeinsamen Küche schreiten rüstig vorwärts; die Hilfskassc tritt in den nächsten Tagen ins Leben Hauptsächlich will sie zugereisten Arbeitern bis zur Araufnahmc helfen, damit diese keine Wohltätigkeit in Ansprudt zu nehmen brauchen. Am rührigsten zeigt sich die dramatische Sektion. Hatte sie schon eine größere Chanukkahfcier veranstaltet, so hatte sie zum 28. Jannnr Einladungen zu einem ״Seholem Alechem"- Abend ergehen lassen. Während so die Gelegenheit geboten ist, ostjüdisches Lehen im kleinen mitzucrlcbcn und mitziHeben, meiden leider die Zionisten, von wenigen Ausnahmen abgescheu, diese Enklave mehr zu ihre«! als zum Schaden ck1־ Lesehalle. A.C. Wiesbaden. Am 21. tuitl 31, Januar fand in ck1׳ zionistischen Ortsgruppe die Diskussion über den Dclegierteiitag statt. Als erster führte Herr Bertram Stern II. a. folgendes aus; Wir müssen der Leitung vor allem dafür, danken, daß sie nicht nur die Bewegung erhalten, sondern sogar trotz des Krieges vergrößert hat, das sehen wir vor allem in Amerika an der Kongreßbewegang, die einen Sieg des nationalen Gedankens’bedeutet. Den national in Gedanken müssen wir stets scharf betonen. Eine neue Bilubeweguug muß entstehen, auch die deutsehen Zionisten müssen ihre Kinder nach dem Krieg »ach Palästina zur Erziehung schicken. Ferner sprachen Herr Lehrer Rosenberg,!der eine größere Religiosität der Zionisten und «Jen Unterricht in der hebräischen Sprache nach dem alten System forderte. Herr Juda Bordstein pries die Methode des Ibrith be-Ibrith ab «hc einzig richtige für Deutschland. Er kritisierte die vielen neuen Agitationsmctlioden, die so oft wechselten. Herr Untcrzahlmeistcr Oppenheimer wandte sich gegen die Ausführungen des Herrn Lehrer Rosenbag. Kcligron sei Privatsache, aber die Leute, die zu Hau« juüisdics Leben gesehen haben, würden stets bei dem Judentum bleiben. Ucbcr die Blauw׳ei ßbewegung spraeben Herr und Frau Born stein und Herr N. Witten berg. In beiden Versammlungen führte Herr Louis Frieden heim den Vorsitz. Am 7. Februar hielt Herr Juda Bornstein das .Pressereferat״. In sehr interessanter ausführlicher Weise behandelte er vor allem die Verhältnisse in den nationalen Parteien in Polen, Galizien, Amerika. Er legte die Gründe dar, die die Vcrsdiicdenheit der Pro• gramnic den betreffenden Organisationen verursacht haben. ln der Diskussion sprachen die Herren Lehrer Rosen berg, Untcrzahlmeistcr Oppenheimer und Bertram Stern. Sctilai de• redaktionellen .TtUs. ־1

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