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Jüdische Rundschau · 1917-12-28 · Heft 52 (28.12.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 52 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 52 fUEDtcSCHB EUMDCCIIAU Seite 421 zwischen der Demokratie und der Reaktion in Rußlarnl sein wird, sondern das, was wir als Wirtschaftlieh es Selbstbestiinmungsrcdrt bezeichnen wollen, Soeben wird in Rußland ein Dekret kundgcmadit, daß alles Privateigentum an Grund und Boden aufgehoben wird, daß alle Ländereien, die bisher dem .Adel, der 1 Kirche, den Klöstern und den Kapitalisten zu eigen gehörte, dem Volke gehören wird. Das römisch-rechtliehe Eigentum wird somit abgcscliafft, an dessen Statt kommt das wirtschaftliche Eigentumsrecht der Gesamtheit. Auch diese Idee ist weder ein originäres Ergehnis der russischen Revolution, noch einer Revolution Überhaupt. Diese Idee hat ihre Wurzeln in den Büchern der Di bei. — Wir können bei diesem grandiosen Schritt der revolutionären*Demokratie in Rußland immerhin mit Stolz auf die Praxis unserer populären Institution iles Nation alfonds hinweisen, Indes wird erst die Volkstümlichkeit dieses Fonds des landlosen Volkes mit und durch den Sieg des sozialen Gedankens des Wirtscliafllichcn Eigentumsrechtes ins Unermeßliche steigen. Einerseits wird es der Sieg des Keriigcdatikcns des .1 a s e I c r Programms von der Gründung einer cigencu gesicherten Heimstätte auf der eigenen Heimatschalle in Palästina sein, der wie ein Sturmwind das gesamte Judentum auf beiden Hemisphären durchschiitlein wird, andererseits wird der Sieg der sozialen Idee von dem Gesamteigentum des Bodens die Löumjj der schwierigsten aller sozialen und nationalen Prägen der Welt stark beeinflussen und hefruchtcn. Denn Palästina — das muß in unser aller Gedächtnis lief cingcprägt werden — darf und kann keine Wiederliolung des Golus sein. Das wurde schon in allen!Tonarten gesagt. Palästina ist nicht nur nationalpoli- .)helles Ziel des Kulturvolkes, sondern die wirtschaftliche 5Endstation, der Hafen für das ermattete, heimatlose und der Scholle beraubte Volk, 1 )nrum ist es begreiflieh, daß die jüdischen Arbeiter die Sache des Zionisimis mit ihrem Herzblut verteidigen. Palästina ist kein Symbol, kein ideologisch umhülltes Ziel, cs ist wohl ein ‘ ideologisch gefärbtes, angehauchtes: doch im Kerne das t lebendigste Ziel Ahasvers, des ruhelos geschleuderten , }Wanderers, | Weil siel« nun auf der Tribüne der Weltgeschichte i das sonderbarste Schauspiel zu vollziehen hat (der Auj ,Ring hat ja rdion vor unseren Augen begonnen!), so muß } das ein in allen Punkten gutes Schauspiel sein, ,gleichzeitig ein Muster für die anderen. Man spricht I ja soviel über unsere ״Mission״, unsere Weltstclhmg, ן Mittlerrolle, von uns als ״Sauerteig der Geschichte", von j unserer Rolle in der Zerstreuung, die anderen zu vereinigen, zu verbinden, auzumiliern und auszusöhnen,; »laß es ein trauniliaft sdiöncr Gedanke ist, endlich auf iler eigenen Scholle anderen als ein Muster zu gel- I teil. Es muß gesagt werden, daß die gesunden Kräfte!11 der /ionislischen Bewegung ihr Bestes diesem großen Ziel widmen. E-s ist eine Freude (cstzustelleii, daß der Nation,alfond, je länger desto mehr von sozialen ■!een seiner Leiter befruchtet wird, was ihnen erst die Geschichte des freien Volkes zu danken wissen wird, /orderliaiid gellen sie wie Saemäiuier aus, um die Gat zu streuen. Endlich ist die Zeit gekommen, daß der Nation.! *imd die enge Aufgabe des Sammelns erweitert um «ich an große Ideen heraiigewagt hat. Das hat iinme Kutc Ergebnisse zur Folge, Denn — wie ilerzl sag um ein Volk zu führen, muß .man eine Flagg haben und eine Idee, Der Nntioualfonri 11.1t nun zui Gliirk (so glauben wir!) die Ideef Es hat ihr ein ranze, äußerst wichtige Schrift gewidmet; das zweit lieft des ״Erer. Israel.*) Das (Jute liegt schon I der Systematik, in der Ordnung. Die Schrift ist eine Vo! läiilerin großer Taten, sie will noch den Massen die I d e ,vermitteln, nehtiger in ihnen die schlummernde Ide erweck e!1, um das große Muster varz.111>ercite1!Demi es ist mein unerschütterlicher Glaube, daß sozial Ideen in der jüdischen Masse wohnen, daß insbesomlcr das Genosseiisehaftsprinzip irgendwo in aller Seele . i'itigcnislet ist. Warum soll dieses große wirtschaftlich Organisalioiisprinzip nicht gerade hei uns zum Sieg ‘}gelangen? Etwa weil wir es früher als die andere ' kannten? Oder weil wir cs nun in mmer Form voi ■•schlagen? Die gediegenen Aufsätze der erwähnte jSelirift enthebe״ uns eigentlich der Pflicht, auf dies Fragen näher einzngclicii: Mai* lese die dort angesan melten Aufsätze von Kaplan sky, Oettingcrei! mul. Dam! lese man sic nochmals und dann so lang ns in dem Leser eben dieselbe Idee erwadit ist, w ic in den tl'ort erwähnten Aufsätzen vertreten wir! ■ ■nun greife man zum Hauptwerk: auf Oppcn 11 eim c uruck. Und noch eine Bitte an den Leser: nur nicl »civundcrn; nur einfach lesen und verstehen. Dar .viril sich inclit mehr das ereignen, was leider Fra! ,lipenlicinier passiert, Er muß immer dasselbe wiede locn, well die, die ihn nicht lesen, seine Gedanke erzcfrcii. Trotzdem Oppenheimer immer wieder m 'Iler (Yilctikliclier Klarheit die Grundgedanken von d!! Siedlungsgenosseiischoft ausehundergesetzt hat, komn L 110(11 Immer vor, daß er dasselbe wiederholen mu־!« Das zweite Heft des Erez-Israel Ist keine Popuiarisi; rang des Üppciihclmcrschen Systems, sondern eine au ׳ gezeichnete Darstellung und Ergänzung. Denn Oppe henuer hat kein Beispiel vor sich aus der GesChidi Praxis der jüdisdien Kolonisation, hat keine E ijfalirung in den schwierigen Dingen der jüdisdien P l bstina-Kolonlsafion. Die Theorie und die Praxis d I *) Erei Israel, Heft 2, Mai, den Haag 1917. Ve j י*״ Jüdisdien Nationalfonds. AL 2. Zu beziehen dt |d#l* Jüdischen Verlag, Berlin W15 .׳, Sidu«d1e־Stt, Palästina-Kolonisation sind hier von Kn plan sky, . Oettingcr und Wilkansky vertreten, C;:3 Expcriment mit Dagania und Merchawla ist l':i (Kr Betrachttmg nicht berücksichtigt, weil es ein tmic.״;;cs Expcriment ist. Hingegen haben Kaplansky und Oct,iü;.er dies System mit dem Auge von Kennern der p.1׳l;istinc״::i:־,c1icn Basis betrachtet und sehr wichtige Vorschläge, die zur Ausbildung der landwirtschaftlichen Arbeiter führen, . gebracht. Oettingcr hat auch die Vorbedingungen der zu gründenden Sicdlungsgcnosscnr.chaft scharf aufgczeichnet, während Franz. Oppenheimer noch einmal in prägnanten Sätzen und mit erdenklicher Klarheit das Wesen der vorgcsdilngcncn iSicdlungsgcnossciischaft charakterisiert. Aber weit wichtiger nls die Aufsätze, die jedem von Nutzen sind, scheint mir die Kontraverse Wilkansky-Oppcn heim er. Dafür, daß wir endlich in aller Klarheit die Gegenargumente von Seiten eines palästinensischen Fachmannes hören, gebiiiirt der Redaktion des vorliegenden Heftes aitfriehtigstcr Dank. Nun wissen wir, woran wir sind. Und da muß ich sagen, daß ich nach der Lektüre des Wilkanskysclicn Aufsatzes ein Gefühl der inneren Befriedigung hatte, denn ich dachte mir: also das sind die größten theoretischen Mörser, aus denen gegen die genossenschaftlichen Sielhingen geschossen wird? Zu dieser Kontroverse muß bemerkt werden, daß sie vvolil grundsätzlich ist: der. Gegensatz ist ja sonst begreiflich. Es ist der Gegensatz, der zu allen Zeiten bestand, zwischen Ueberlielerung uml Neuerung. ■ Wilkansky redet der bestellenden Ueberllcferung schöne!Worte, Oppenheimer und seine Anhänger vertreten mit Eifer den Gedanken der Neuerung. Wilkansky stützt sieh mit Recht auf die Erfahrung, auf die verdichtete Tradition und auf die psychische Verfassung, die jeder Neuerimg abhold ist. Die Seelensituntioii des vorhandenen Koionistcimiaterials sei angeblich dem Genossen• scliaftsgciste nicht zugetan. Es sind nach den Ausführungen Wilkanskys und der ihm Gleichgesiimteil gerade die psychologischen Momente, die einem Gedeihen des Systems liindcrlidi sind, löocli sind cs psychische Kategorien? Wer vermag dies zu behaupten? Oppenheimers Zweck ist indes, eine vorhandene Er- Inhning au( einem neuen Gebiete nnziiwciulcn, denn der öeiiossi'iischnftsgcilanke feiert ja auf anderem Gcbiete berechtigten Triumph. Es fällt niemandem ein — am allerwenigsten Oppenheimer selbst — die linpouderabilen Seelensituationen aus dem Kreise der I3etrachünigen ausziischultcn. Man lese nur seine Werke. Und noch ein wichtiges Moment: Oppenheimer schlägt Genossciiscliafts- und nicht kommunistische Formen vor. Trügt doch sein Buch über die Sicdluiigsgenosscuschafteil den Untertitel: ״Versudi einer positiven Ueber־ Windung des Kommunismus1'. Endlich und nicht zuletzt verweisen wir auf die Durchführung des reinen Experimentes: das Beispiel von Unlialine nuift doch wirken. — Es nützt einfach nichts: erst müssen die Grundlagen des Gciiossensdiaftssystems gut bekannt, die Gedanken gut verdaut werden und dann muß das reine Experiment mit den etwa nötigen und von Palästinakciincru vorgcsdilngcncn Korrekturen und Ergänzungen durchgeführt werden, dann wird die sachliche Antwort auf die Einvvände Wilkanskys erteilt. Heute, wo wir mehr denn je Hoffnungen auf ein freies autonomes Palästina liegen können, Ist cs höchste Zeit, daran zu denken, daß die wichtigsten Bauleute der nationalen Zukunft in Palästina die jüdischen Arbeiter sind. Die jüdische A!׳heiterfrage darf jedodi nicht Hchematisdi behandelt werden und ihr Los darf nicht aus den veralteten Agrarverhältnissen, wie sie In Europa herrschen, .abgeleitet werden, Die jüdisdien Arbeiter sind Anhänger des wirtschaftlichen Sclhsthcstimimingsredites der Gesamtheit, sie haben das Genossen• sdiaftsprinzip angenommen. Wir glauben, daß ebenso wie der Gedanke lierzls, ejaß das Wichtigste Hei, daß der palästinensische Boden uns nur öffentlich-rechtlich gehören soll, obwohl er privat-rechtlich nicht uns gehört, auch der Gedanke, den Ussischkin vertritt, daß wir um jeden ]*reis vor allem das Privateigentum des Bo* dens erlangen, im Wesen falsch ist. Weder das midum ins Ilcrzls, noch das bloße Privateigentum Ussischkins können zur Lösung der jüdischen Arbeiterfrage beitragen. Ussischkin sagte auf der Zionistischen Konfereiiz in Petersburg in seiner lapidaren, drastischen Weise, ihn schrecke kein jüdisches Grundlicrrcntum in Paliistina und sollte sich die jüdische Bourgcosie in Großagraricr verwandeln, so werde er sich von der rechten Seite auf die linke setzen. Nun, ich kann Herrn Ussisclikin versichern, daß er sich bereits einen Platz auf der linken Seite vorbereiten darf, denn die jüdische Bourgcosie bat beileibe kein anderes Gesicht und keine anderen Ent wickliuigsteridciizcn als ihre europäischen und amerikanischen Schwestern. Sollte nun die jüdische Frage im nur formalnationalen Sinne und nicht wesentlich nat Io• naler. Geiste, d. h, nldit im sozialen Geiste gelöst werden, dann müßten steh die Jüdischen Arbeiter fragen, wozu sic die vielen Opfer bringen, wenn eine verschlechterte Ausgabe des europäischen Beispick das Resultat sein soll? Indes beweist ja die von uns besprochene Schrift des Nntionalfonds, daß die Kernideen des' jüdischen Volkes die sind, welche der Nationalfond zu vertreten hat. Damm begrüßen wir die Schrift und empfehlen sic tatsächlich jedermann, weil wir nichts sehnlicher wünschen, als das, was Faust In schlichter Weise sä״te: ״Ein solch* Gcwinunc! möcht* ich sehn: Auf freiem Omiid mit freiem Volke dehn“. Vom Jüdischen Kongreß in Rußland Die Wahlen zum Kongreß der rußländisdien Juden ־ werden, dem Beschlüsse des grollen Organisationskoniitecs gemäß, bald nach Abschluß der Wahlen zur KonstUuaute beginnen. Gegenwärtig werden in allen größereii Städten Wahlbüros gebildet, an denen sich Vertrtter aller Richtungen beteiligen und die die technische Arbeit der Waiden durdmiführcn haben. In Kiew 'wurde ein besonderes Komitee gewählt, das mit der Organisierung der .Wahlen in der Ukraine beauftragt ist. Das Komitee bestellt aus den Herrn Rechtsanwalt M a C11 o wc r, öarlicr, Richter, Schleifer und W c i n s cli c 1 b a u ni. Die Kommission zur Organisierung der Wahlen lintei den Soldaten legte einen Plan für die Waiden an dci Front und im Hinterbmla vor, der nach einigen Acndcrun• von der Plenarsitzung angenommen wurde. Insgesamt werden die Soldaten durch 5׳> Uebgkr'c v.r'rrtca sein. Die Zusammensetzung der I immzkommis.siiui, die nach dem Prinzip der Partei Vertretung gewählt worden war, halte sich trotz, der atifopferungvolleu Tätigkeit ihrer Mitglieder als ungeeignet erwiesen. Das Orgnnisntionskomitce setzte auf den Antrag der Kommission!;״!itglieder selbst eine neue Fiiian/koniinission ein, die aus den Herren Rosow, Rabbiner Dr. Eiscnst-adt, i, L). M a r k o 11, Sachs, M. M. K r e i 11 i 11, K a d in s k i und K o s 4! w s k i besteht. Einige Sitzungen des Komitees nahm die Frage des Wahlrechts der getauften Juden und der Proselyter! in Anspruch. Die Vertreter der sozialistischen Parteicii wollten daraus eine prinzipielle Frage der Unterscheidung der Begriffe Nation und Religion madien und bestanden auf dem Wahlrecht der Renegaten, falls sic diese Beteiligung wünschen. Die Zionisten vertraten die Ansicht, daß die Zugehörigkeit zur jüdischen Nation mit dem Bekenntnis zu einer nkhtjiidischen Konfession unvereinbar ist. Gegen die Stimmen der sozialistischen Parteien und eines Vertreters der Volkspartei wurde beschlossen, daß alle, die sieb als Angehörige der jüdischen Nation bezeichneu mit Ausnahme derer, die sieh zu einer niclitjüdisdien Konfession bekennen, das Redit der Beteiligung an den Kongrcllwaliien haben. Die Vertreter der sozialistischen Parteien veröffentlichten gegen diesen Beschluß einen Protest, in dem sie einen Verstoß gegen die Freiheit des Gewissens und die Weltlichkeit der jüdischen Nation erblicken, unterwarfen sieh aber dem Beschlüsse der Majorität. Pogrome In Rußland ln einer Reibe von Städten und Märkten des GouverneiiU'iiis Moli i lew brachen Pogrome gegen die Juden und Gutsbesitzer;ms. Die Soldaten, die eigenmächtig die Front verlassen hatten, plünderten die Häuser und vernichteten alles, was ihnen in die I Linde geriet. Gegen diese Art der Pogronibewcgung läßt sieh, wie die Zeitungen mitteilen, bei den gegenwärtigen Verhältnissen in Rußland nichts unternehmen. Dem alten Typus der jüdischen Pogrome ähnlicher war der Pogrom in Jam pol (üouv. Podolien). Viele jüdische Häuser und Geschäfte wurden geplündert und in Brand gesteckt, An der Spitze der IToligane — zumeist Soldaten imd Bauern — stand ein Atatrose Bttgun. Die Plünderungen wurden von den Husaren unterdrückt, die auch Bug an totscbhigcn. Zionistische Bewegung Polan. (Zi0 1!Is11 sche V01 ks ver s a 111 m 11111 g• in Lodz) Am?5. November fand im ״Korso"•Theater eine grolle zionistische Volksversammlung, einberufen durch die ״Ag 11 d a 111 - Zi o 11" der Altstadt, statt. Fs־ biclten die Herren Ratmanii Dr. Rosen bla f t, Mil eikowsky, Ratmann Uri so 1111 und der Redakteur des ״Eoilzer Tagblatts“ J. Uger längere Ansprachen, die begeisterte Aufnahme fanden. Die Versammlung protestierte in einer Resolution energisch gegen die jüdische Gemeindeverwaltung, die Herrn Mileikowski für eine Rede die Benutzung der Altstadt-Synagoge ver* weigert hatte. - (Jahresversammlung des ״Mia rachi") In der letzten Novemberwochc hielt der ״M i s - rachi" in Warschau seine J a 11 r e s ve r s a mm - lung ab. Die Versammlung cröffuetc der Vorsitzcnda Herr L e w i 11 -1: p s t e i 11, indem er auf die Entwickhing des ״Misrachi", der in Polen bereits 8000 Mitgiieder zählt, liiuwies. Unter dem Vorsitz von S. ü 1 c i cli 111 a 11 n gab Herr S c 111 s c h c r a n ski einen Bericht über die 'Tätigkeit der Organisation'. Der ״Misraclti“ veranstaltete eine große Zahl öffentlicher Vorträge mul gab eine Reihe zionistischer Broschüren heraus, die zum Teil in 10000 Exemplaren verbreitet wurden. Die vom ״Misrnclii" gegründete Gescllscliaft ״Nachlath-Awotli" dient der Gründung von Kolonien in Palästina. In der Provinz bestellen bereits 80 Zweigvereine des ״Misrachi". Außerdem gründete die Organisation ein besonderes Glieder, in dem 00 Kinder lernen, und beabsichtigt jetzt die Gründung einer ״Mädchensch de". In der Diskussion wurde darauf liiugewiesen, daß der ״Misrachi" siel» nicht eng genug an die Zionistische Organisation angesclilossen uml zuwenig unter den orthodoxen Kreisen die Palüstinaarbcit propagiert habe. Als Vertreter des Zionistischen Zentral- Komitees sprach Dr Klumel, der die Versammlung auflordertc, den zionistischen Gedanken in die ortliodoxeii Massen zu tragen. Ein Referat über Palästina und Verhältnis der orthodoxen Juden zu Paiästiria von Rabbiner J. Rapoport wurde mit Proßcr iSegeistcr11nIT aufgcnomnicn. In den Vorstand ,Wurden gewählt die Herren L.ew in -E.pste in. S. Oie ich man n, M. J. Orlianski, J. Sch tscheranski, M. Kirscltcnbaum u. a.

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