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Jüdische Rundschau · 1917-11-09 · Heft 45 (9.11.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 45 (9.11.1917)
Date
1917-11-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 45 iü N DSC HAU Seite 365 1■ ״§ a 0 r. tci“ $cln :Retreu («Mtfernäie- HK u j ixtkty ÖßCkiott bcririftjatie uiilisch dxcn >a!e* ercn den Beec״• kein Wal» bis nige eren &rtn teilt. Par• Es Zwi rika״ erc'n!mtw der iut“ »ritt* lein» aale* lege- »an• £lvil- 61 : ־* <׳ii ־ m o ׳.f 11. 1 u 5. ,!.ä jj■׳ iw.«® *f La ת* r; s ־'■t y< ,0 ' » '■ Kundgebung muß ein solcher Kongreß für die Palä* Btiiiaforüerungen werden. — Die Konferenz nahm eine entsprechende Resolution an. lieber die gegenwärtige politische Lage in Rußland hielt einen eingehenden Vortrag der Vertreter der Partei im Rat der A.־ und S.-Deputiertcn N, Rafalkcs (Nir). Die Konferenz delegierte B. Iloroctiow zu «lein r.u gleicticr Zeit tagenden Nationalitäten• Kon• g r e ß, Sein Referat auf dem Kongreß über das liiema ״Die Prinzipien des Föderalismus vom sozial-ökonomisehen Standpunkt" haben unter den zahlreichen Delc• gierten dieses Kongresses aller Volker Rußlands das größte Aufsehen erregt. Die gesamte Presse widmete den ungewöhnlich klaren und grundlegenden Ausführuu* gen Borochaws ausführliche Berichte und Artikel. Der Referent wies nach, welche Schäden das zentralistische System den Völkern des Staates zufiige, indem es 110t• gedrungen dazu führen muß, die von ihm beherrschten Völker geistig und ökonomisch auszusaugen. Anderer* seits wies er in gründlicher Beleuchtung auf die Oe• fahren des Separatismus hin, der die Völker in ihren Bestrebungen midi absoluter Selbständigkeit zu einer Abgrenzung und Lostrennung von allen anderen Staats• faktoren führe. Nur im Föderalismus^ liege die Zu• kunft des russisdicn Staates. Volle Freiheit für alle Völker und volle Einheit aller Völker werde dem russi* sehen Reiche Ruhe und Glück bringen. Unter dem überwältigenden Eindruck, den seine Aus• führungen auf dem Nationalitätcnkongrcß machten, wurde Borodiow einstimmig zum Vertreter für die demokratische Konferenz in Petrograd gewählt. Für die Entwicklung der poale-zionistisdicn Or* ganisation wird die Kicwcr Konferenz von weittragen• der Bedeutung sein. I ׳JA i*W ף * *I W W jä « w & ä ülCiG( » ד׳״»!*KJ Wachstum des Zioaismsa in Amerika the Anschluß des ״Progressive Order of West“ an den Zion Ismus. Die 20. Jalircskonferenz des ״Progressive Or• der of the West" wurde im August dieses Jahres in Detroit Michigan nbgchalten. Der Orden hat eine Mitgliedcrzahl von 20000 und genießt großes An- 6d1e11 in den Staaten von Missouri und Illinois. Die Konferenz wurde unter dem Vorsitz des Groß• meistere Jacob Goldbcrg aus Chicago eröffnet; De• legierte aus vielen Städten und eine grolle Anzahl von Gäslcn nahmen an den Verhandlungen teil. Auf der Tagesordnung stand als interessantester Punkt: Stellungnahme des Ordens zum Zionismus. Zu diesem Punkte wurde von Max S (1 u 1111 a n aus Chicago eine Resolution eingebracht, wonach ״die Kon• ferenz ihren Anschluß an die zionistische Bewegung erklärt und ihrer Hoffnung Ausdruck gibt, daß durch die Bemühungen des jüdischen Volkes, unterstützt von den großen Nationen der Welt, eine öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte für das jiidi* sehe Volk geschaffen werden soll; daß ferner die 1(011• ferenz sich verpflichtet, die Mittel und die Kraft ihrer Mitglieder der Schaffung einer jüdischen Heimstätte Sn Palästina zur Verfügung zu stellen." Diese Resolution wurde nach eingehender Diskussion einstimmig an* genommen. Eine andere von Max Shulm&n vorgcschlagcne Resolution, wonach die Konferenz dem Zionistischen Provisorischen Exekutiv-Komitce in Ncw-York ihre Anerkennung für die hervorragende Arbeit dieser Körperschaft ausdiückcn sollte und wonach eine Summe von 5000 Dollar, d. h. eine Steuer von!25 Cent per Mitglied, dem P. E. C. zur Verfügung gestellt werden sollte, führte zu einer heißen Debatte. Die Resolution wurde schließlich abgeleluit; die Konferenz fühlte jedoch, besondere mit Rücksicht auf die vorher einstimmig an• genommene Resolution, daß eine derart wesentliche Frage auf diese Art nicht erledigt werden könne. Es wurde deswegen einstimmig beschlossen, vom Kapital des Ordens 1000 Dollar dem jüdischen 'Kriegs hilfs• fand zu überweisen, wovon 250 Dollar dem Fond des P. E. C. zugehen sollten. Der Anschluß dieses großen Ordens an die zionistisehe Weltorganisation wird in der amerikaniseh-jüdisehen Presse mit Freude begrüßt. Die Tatsache, daß immer mehr Körperschaften nach Präzisierung ihrer ״Stellungnahme zum Zionismus eich auf den Boden des zionistisdien Programntes stellen, beweist, daß das Wachstum der zionistischen Bewegung in Amerika «ine innere Notwendigkeit ist. Vota amerikairischcn Hiifswerk Die Frage der amerikanischen Hilfsgeldcrvcrteiiung, die nach dem Eintritt Amerikas in den Krieg beson• dere sdiwicrig zu lösen war, ist jetzt vom Vereinigten Vcrteihmgskomitcc nadt Uebereinkunft mit dem State Departement dahin entschieden worden, daß eine 1( o tri* mission, bestellend aus Dr. Boris Bogen und Max Senior nadi Holland gereist ist, um dort ein Bureau für die Weitersendung der Hilfsgcldcr zu eröffnen (vergl. ״Jüdisdic Rundschau“ No. 39, S. 321.) Die Keinmission wird durch das neue Bureau mit dem Ausschuß der holländischen Juden, der in Amsterdam unter dem Vorsitz von Frcderick Solomon Wanierop ge* gründet wurde, Zusammenarbeiten und die Verteilung Durch‘ die infolge der großen Papicrknapphcit erlassenen Verordnungen, die der Presse die Ver• pflichtuiig größter Sparsamkeit auferlegcn und uns in «unserer früheren ausgedehnten Propaganda!■ tatigkeit durch Versendung der ״Jüdischen Rundschau" an Nichtabonncntcn vollständig bcschränken, selten wir «115 veranlaßt, an unsere Leser mit der folgenden Bitte heranzutreten: Um eine Verbreitung unserer Idee auch in so!• eben jüdischen Kreisen, die bisher unserer Be• wegung fern gestanden haben, zu erleichtern, ist es unbedingt erforderlich, daß uns eine größere An2al11 von Exemplaren der ״Jüdischen Rundschau", äie wir zu dieser Propaganda verwenden können, zur Verfügung steht. Unter den gegebenen Verhältnissen wird dies nur dann ermöglicht werden können, wenn unsere Abonnenten bereit sind, ihre Exemplare möglichst bald an die Expedition der ״Jüdischen Rundschau" zurückzuschicken. Die Nachfrage nach der ״Jüdischen Rundschau" ist, besonders von seiten jüdischer Soldaten und Feldrabbiner an der Front und in den Oarnisonen, Lazaretten, Krankenhäusern, Soldatcnhcimcn usw. und von seiten jüdischer Qcfangcnen so groß, daß es eine sehr verdienstvolle Tat jedes einzelnen unscrcr Leser wäre, wenn er es sich zur Gewohnheit machen würde, gut erhaltene Exemplare der ״Jüdischen Rundschau" für diesen Zweck dem Verlag der ״Jüdischen Rundschau" zur Verfügung zu stellen. Vertag der ״jüdischen Rundschau“, Berlin 15, Sächsischestr. 8. und Wciicrscndung von Insgesamt 10 Millionen Dollar amerikanisdicr Hilfsgcldcr Jeiten. Dr. Bogen und Herr Senior sind von dem ameriiranischen State Departement allen amerikanischen Gesandten in den neutralen und alliierten Ländern empfohlen worden und man darf hoffen, Üaß sic der so oft erprobten Hilfsbereitschaft der amerikanischen Behörden im Auslände teilhaftig werden. Die endliche Lösung dieser für das ganze Hilfswerk so wichtigen Frage muß mit v.mso größerer Freude begrüßt werden, als das Ausbleiben der {antcrikanisehen Hilfsgcldcr in den vom Kriege betroffenen Gebitten die Lage der notleidenden jüdischen Bevölkerung äußerst verschlimmert hat. Die Auflösung des Conjoint Comnittee Auf einer Sitzung der Anglo-Jcwish Aeso c i a 1 i 011, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Claude G. Montcfiore stattfand, wurden einige Rcsolu* t i 011 e 11 behandelt, die die Auflösung des C o n - joint Committee verlangten. Die vocgeschlagcncn Resolutionen lauteten: 1. Daß gemäß dem Wunsche des Board of Depu ties das Ucbercinkommcn zwischen der Anglo Jcwish Association und dem Board of Deputics wegen Erriddung eines - Conjoint Foreign Committee an n ul• liert und mit dem heutigen Tage beendet sein soll, Daß ferner diese Resolution dem Board of Deputics mitgclciit werden soll und daß der Board durch den Vorstand der Anglo*Jcwish Association davon Kenntnis erfüllten soll, daß die Anglo-Jcwish Association (mit Freude neue Vorschläge vom ISoartl of Deputics wegen der Schaffung neuer Uebcrcinkommcn, die für beide Körperschaften annehmbar sind, empfangen würde, 2. Daß bis zur Abschllcßung neuer Vereinbarungen mit dum Board of Deputics ausländische Auge lege nhc i tc n einem besonderen Komitee anvertraut werden sollen, das aus dem Exekutivkomitee der Anglo׳ Jcwisfi Association und folgenden 4 Herren bestellen soll: Sir Matthew Nathan, Lord S way thllng Mr. Leonard L. Cohen und Mr. Oswald John S imon. Daß dieses Sonderkomitce dieselbe Madit und dicsel* ben Beziehungen zum Vorstand haben soll ,wie da» alte Conjoint Comittcc, Es entstand eine sehr lebhafte Disla1f״:on: die Herren Montcfiore, B. Kisch und Elfean N.;Adler befürworteten die Annahme der Resolution. Scharfe Opposition hingegen machte der zionistische Führer Herr Joscpfi Co wen, der sich gegen neue Vereinbarungen zwischen den beiden Körperschaften auc.prach. ״Das Conjoint Comittce hat int Juli dieses Jahres sein Ende erreicht und diese Tatsache sollte anerkannt werden. Die Judcnhcit wünscht heute ein repräsentative« Komi* tee für England, während die .Anglo Jcwish Association nur eine kleine Anzahl von Mitgliedern repräsentiere. Die Association hat kein Recht, sich mit den ausliindl• sdicn Affären zu bcschäfiigcn, man würde ihr nicht erlauben sich mit der PaListinafrage zu befassen.“ Er sdilug daher vor, die Worte: ״wegen der Schaf• fung neuer Ucbercinkommcn, die für beide Seiten anndunbnr sind“ zu streiche«. Es solle vielmehr ein repräsentatives Komitee gewählt werden, welches alle Juden des Königreiches vertritt. Nachdem Lucien Wolf, Joseph Prag und schließlidi wiederum Montcfiore gegen die von Cowcn vorgcsctdagciic Acnderung der Resolution gesprochen hatten, wurden die vorgeschlagcncn Resolutionen in ihrer ursprünglichen Form angenommen. Auf diese Weise ist das Conjoint Committee auch offiziell auf* gelöst worden. Aus sibirischen Kriegsgefangencn-Lagern Erfreulicherweise ist seit dem Sturz der reaktionären Gewalten in Rußland der Verkehr der in Rußland kriegsgefangenen Ocsterreichcr unil Deutschen mit dem Ausland mit viel geringeren Schwierigkeiten verbunden. Man entnimmt ihren Briefen die erfreuliche Mitteilung, daß sie in ihrem Verkeim Freiheiten genießen, die sie ilire Vereinsamung leichter tragen lassen. In einzelnen Lagern ist unter den jüdischen Kriegsgefangenen eine außerordentlich ausgeprägte zionistisehe Stimmung zu verzeichnen. Die Zionisten unter der Mannschaft und den Offizieren haben im Kreise ihrer Mitgefangenen lebhaftes Interesse für die zionisti* sehe Arbeit zu erwecken gewußt. Dieses Interesse kommt vor allem in dem dringenden Wunsche nach jüdischer und zionistischer Literatur zum Ausdruck, dein die Zionistischc Organisation, insbesondere das Kopenhagc* ncr Büro der Zionistischen Organisation, nach Moglidikeit nachzukommen sucht, indem sie die verlangten Schriften nach Rußland sendet. Aus den meisten Lagern wird berichtet, «laß die jüdi• sehen Gefangenen hebräische Kurse eingerichtet haben, die gute Erfolge zu verzeichnen haben. Die zionistisdien Gefangenen berichten, daß viele von ihnen, «lenen früher das Erlernen der hebräischen Sprache ein frommer Wunsch war, im Gefangenenlager perfekt hebräisch gc• lernt haben. Sehr viele, von ihnen abonnieren die in Rußland erscheinenden hebräischen Organe, alle lesen die zionistisdien Organe, welche in Rußland in russischer, jidischcr oder hebräischer Sprache erscheinen. Ucbcr die Vorgänge in der Gesamtorgan[• sation werden die einzelnen Gruppen, soweit sie nicht ״j durch die russischen zionistischen Zeitungen informiert sind, durch ,die Bulletins des Kopcnhagener Büros der I Zionistischen Organisation auf dein Laufenden gehalten. « Interessant sind Mitteilungen aus dem Kriegsgefange* ncnlagcr Krassnaja Rctschka bei Chabarowsk, daß in diesem Lager in zwangloser Folge eine Zeitung erscheint, «leren Leitartikel ein Prager Zion ist liefert. Auch aus einem anderen Lager (Berew i n s k y) wird mit Genugtuung das Erscheinen der ״Sibirischen Schwester der Jüdischen Rundschau“ ge* meldet. Ob damit die in Krassnnja Retschka erscheinende Zeitung gemeint ist, die vielleicht auch in jenes Lager kommt, läßt siel! nicht fcststeltcn. Ferner wird berichtet, daß in den einzelnen Lagern der Plan besteht, eine Sclbstbcsteucrun g für zionistische Zwecke cinzuführcn, deren Ergebnisse nach Frledensschluß abgeführt werden sollen. Aus allen Briden, die an das Kopcnhagener Büro der Zionistischen Organisation kommen, geht hervor, daß die Sehnsucht nacli zionistischer Literatur außerordent* lieh groß ist. Von der Organisation werden hierfür nach Möglichkeit Mittel zur Verfügung gestellt. Die wünschenswerte Vergrößerung dieser Sendungen läßt *ich aber nur erreichen, Ivcnn aus der Reihe der Gesinnungsgenossen für diesen Zweck größere Spenden zur Verfügung gestellt werden. Besonders die Österreichs* sehen Zionisten, sowohl in Westöstcrrcich wie in Oall* zien, sollten Sammlungen für diesen Zweck einleiten. Es gibt ja fast keine zionistische Gruppe, von der nicht eine Anzahl Freunde in russisdicn Kriegsgefangenemlagern sich befinden. ‘Einen Fond für Schriftensendung an diese Gesinnungsgenossen zu schaffen, wäre eine notwendige und dankbare Aufgabe. Die Redaktionen der zionistischen Zeitungen sind bereit, die Spenden auszuweisen, die für diesen Zweck bei den Distriktskomitee« resp. dem Zionistischen Zentralkomitee in Wien cingezahlt werden, Audi das Zionistische Zcntraibüro in Berlin nimmt Zahlungen für den ״Literaturfond für Kriegsgefangene in Rußland“ entgegen, die mit dieser Bezeichnung auf das (deutsche Post• Scheckkonto No. 11619, Berlin NW 7 eingczohlt werden, Einzahlungen können auch geleistet werden auf das österreichische Postsparkassenkonto 145340 Und das ungarische Postsparkassenkonto ״Die Welt“ 15655, Ztoalstiiche Bewegung Amerika (Ein Palästina-Abend des Misrachi) Die amerikanische Mlsraehi-Gruppe hatte Ende August Gelegenheit, einen außergewöhnlichen Gedenkag zu begehen: den 650. Jahrestag der ersten Ansiedung in Palästina durch den berühmten Rabbi Moses Ben-Nach man (Ramban), Zu Ehren dieses Tages amerikanische Mlsrachä-Föderation beschlossen, eine.» Fond von 100 000 Dollar zu schaffen, dessen ZwcdJ die kolonisatorische und industrielle Förderung Palästinas nach dem Kriege sein soll. Rabbi Meyer Berlin, H. Maslianski. Dr. Bluestene und Dr, Kegler feU01־en ^n8^ra°1en *** 4er sehr gut besudrten Gedenk-

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