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Jüdische Rundschau · 1917-08-03 · Heft 31 (3.8.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 31 (3.8.1917)
Date
1917-08-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr.31 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 257 Meine Erfahrungen in Palästina lassen mich wünsehen, daß .das Projekt von Erl. Bambus sich schnellgtens verwirkliche, damit das ausgebaute Kincreth nicht al,f seine Praktikantinnen zu warten Anna l ew In braucht! Königsberg Pr. Mädchen, die nicht die Mittel haben oder nicht warten wollen, bis die Luropagtriiicii oder Gärtnerei- Lehrbetriebe Wirklichkeit werden, rate ich, Anstellung m größeren üekonomien zu stielten, eventuell zunächst in landwirtschaftlichen Kanzleien, oder lieber gleich als Adjunkle, im Betriebe selbst. Derartige Stellen sind jetzt leicht zu bekommen, mit dem richtigen Vorgesetzten (Verwalter, Besitzer) j$t es allerdings schwerer. Wenn dann in Palästina gute Lehrkräfte aus Europa ausgcbildet sind, genügt denen, die in Europa praktisch tätig waren, das Umlernen für Palästina — in Palästin,1. Dies aber nur für die, die nicht warten wollen oder können. Vorzuziehen ist jedenfalls die Lehrzeit au einer guten Anstalt. Auf kleineren Bauerngütern wird man vielleicht schlechter bezahlt, dafür kamt man dort mehr lerne». Svetla a. S. (Böhmen). Martha Clav. N a c 11 h c m erku n g d er R c d a k t i 0 11. Aus diesem Grunde halten wir eben die Verwirklichung der von uns veröffentlichten Anregung von Frl. Elfriede Bambus für außerordentlich wichtig und wertvoll; sie würde die Vorteile der Lehrzeit in einer kleinen Wirtschaft mit den Vorteilen verbinden, die die Anleitnng durch eine auch mit den Verhältnissen Paliistinas vertraute jüdische Lamhvirtin gewährt. Wir wiederlioleu: das Projekt ist durchführbar und schnell durchiiihrbar. Gibt es nicht zionistische Ortsgruppen in Deutschland, die helfen wollen, das Projekt noch cor diesem Herbst zur Tat zu machen? Zionistische Arbeit in Australien Aul einen neuen Hilfs-Komitees für die in Rußland und Polen' laiul C 33(1 gesammelt Appell des Londoner ״Zentral• vom Kriege betroffenen Juden sind im Monat März in Auck- und bereits überwiesen worden; "׳eitere größere Summen werden in nächster Zeit folgen. hn ganzen sind bisher 1: 3300 von Aucklnnd für die Juden in der Kriegszonc überwiesen worden, Die Sammlungen für den Jüdischen Kriegs-Hilfs- Fonds ergaben C 200, die bereits nach London weiter gesandt worden sind. Zionistische Bewegung in Südafrika Bulnwayo I )11׳ S c 11 c k c 1 a r b e i t für das laufende Jahr hat bc- 1'eits begonnen und verspricht, besonders erfolgreich zu werden; die Ortsgruppe veranstaltet häufig Vor■ tragsatiende. Die allgemeine Hilfsarbeit wird ebenfalls sehr gepflegt; der kürzlich veröffentlichte TätigkeitshiTieht zeigt, dali für den ״Hilfsfond der vom Kriege betroffene״ Juden in der Kriegs-Zone“ bis zum 1. April '917 C 3000 überwiesen worden sind, wovon 13 Prozent nach ^Palästina gingen. Es wurde beschlossen, daß der Vorsitzende, Rabb. Collen, eine Reihe von benachbarten Städten zwecks Propaganda für den Kriegshilfsfond besuchen solle, Johannesburg Die Z i o 11 i s t i s ch e Arbeit in Johannesb u r gnimmt unter der bewährten Leitung von Herrn A, M. A b r a 11 a m s und der Mitarbeit einer Reihe sehr aktiv׳er Zionisten eine ruhige, systematische Entwickelung. Durch die Eröffnung des ,,Zionistischen Hau1ses“ in Johannesburg ist der örtliche Mittelpunkt für die Zionistische Arbeit gegeben. Die Schaffung dieses ״Zionistisclieu Hauses“ ist den gemeinschaftlichen Arbeitern der ״Herz. I Zionist Association“ und der ״Youug Zionist Society" zu danke«. Eine großem zionistisch-jüdische Bibliothek befindet sich im ״Zionistischen Hause“ und ist jedem Juden zugüuglieh," I )ie Schekel a r 1) e i t verspricht guten Erfolg; 8000 Schekel sind bisher verkauft worden. — Jetzt wurden besondere Palästina-Sammlungen cingek'itet. Mapus Grab Lude März biclten die Mitglieder der ״Sydney Zi- «inist Society1' die 9. Jahresversammlung ab. Der Präsident, Herr Pcrcy J. Marks führte den Vorsitz und unterbreitete den Jahresbericht, aus dein zu entnehmen ist, daß 600 Schekel abgeführt worden sind. Der Präsident hofft, nach dem Kriege £ '200 an versrliiedene lnstiitioiien in Palästina überweisen z« können. Herr P. J. Marks führte in seiner Rede aus, daß der Vorstand der Sydney Zionist Society aus den ihm /״gehenden Berichten der Provisorischen Fxckutiv-Ko- «litces in New York und des Kopcnliagcuer Zionistisehen Büros immer wieder das Wachstum des Zionis- «1111s in der ganzen Welt ersehe- Das reue Verciusjahr solle zu größerer Aktivität führen und er hoffe, daß auch in Australien die Zahl der Anhänger d c s Z i o 11 i s m u s wach- 1en werde. Er sprach noch zum Schluß von der Möglichkeit einer baldigen Lösung der Judenfrage durch die Erreichung des Zionistischen Zieles, der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesichelten Heimstätte in Palästina. Herr S. Fechter befürwortete die Annahme des Jahresberichtes, sprach sich jedoch dagegen aus, daß die Sydney Zionist Society ihr Geld auf der Bank licgen habe, während die Juden in Palästina in der großlen Not leben. Das Geld sollte unverzüglich nach London überwiesen werden, damit es mit Erlaubnis der Regierung nach Palästina gesandt werde. — Der Redner sprach auch den Wunsch aus, daß die Sydn cy Zionist Society der ״You 11 g M cii's Zionist Society“ Verständnis und Förderung entgegenbringen solle. Die Sydney Zionist Society müsse ihr Programm ändern und sieb nicht auf Philanthrop»- «che Arbeit beschränken, sondern etwas tun, tun das Zionistische Problem zu fördern: die Gegner bekämpfen, öffentliche Versammlungen cinberufeii, die Presse ausmitzen und zeigen, was der Zionismus ist und was er erstrebt. Der näcbstc Redner war Herr Blashki, der gleifalls für eine regere Tätigkeit in der ״Zionist Society“ «intrat. Herr Rosen führte aus, daß Zionismus und jadentum untrennbare Begriffe seien. Alle Kräfte niiißteil konzentriert werden, und er schlug vor, daß sieh die beiden lokalen zionistische« Vereine zu gemeinsanier Arbeit zusammentun sollten. Herr J. K isselhoff stellte ebenfalls fest, daß es richtiger gewesen wäre, das Geld, das zur Vcrfiigung stand, sofort zu überweisen, denn man hätte Grund anzunehinen, daß £ 100 jetzt mehr Wert in Palästina hätten als £ 500 nach dem Kriege haben werden. Der Präsident, Herr Marks, antwortete den ver- *cliiedcnc« Rednern und führte aus, daß der Vorstand stets versucht hätte, ein regeres zionistisches Leben in Sydnev zu gestalten; er hoff«, daß die ruhige syste- «natische Arbeit allmählich dazu führen würde. Die ״Young Men’s Zionist Society“ werde von der ״Sydney Zionist Society“ gefördert werden, soweit dies mög• lieh ist. Darauf wurde die Wahl vorgenommen, 3!« einstimmig die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder «!gab.. Am Jo!»-Kippur 5668 (26. September 1917) sind es fünfzig Jahre' her, seit Abraham Mapu in Königsberg gestorben ist. Sein Grab auf dem alten jüdischen Friedhof ist in Verfall geraten und bedarf dringend einer Erneuerung. Was Mnpu, der Schöpfer des hebräischen Romans für die ncuhcbniische Literatur bedeutet, braucht nicht näher ausgeführt zu werden. Ich wende mich an die hebräischen Vereine und an alle, ■die ein Interesse für das Hebräische li'abcn, mit der •Bitte, möglichst bald Geldspenden an die ״Jüdische Rundschau“ für ״Mapus Grab“ *zu überweisen, damit sich dieses an dem kommenden Gedenktage in würdigein Zustande befinde. Königsberg in Pr., •10. Ab. 5677. ״Ibriah“ Königsberg, i. A.: M. Sambtirsky. Zionistische lewegang Finnland (Pal ä s t i n a A k t i ob.) In Abo wurde ain 20. Tliamintis eine Sammlung (ür die notleidenden Juden *11 Palästina unternommen, die 1500 Rubel ergab Aus aller Welt Aus Rußland (Im Petersburger Stadt rat) Unter den mehr als 200 Abgeordneten der Petersbnrgcr Stadtduma, die jetzt neu gewählt worden sind, Tidimlen sieh auch mehrere Juden, nämlich: M. M. W i 11,1 w e r , SI i 0 s b e r g, S c 11 o c 11 o r P r o t z k y , (Kadetten) S i n o w j e w, K a 111 e 11 j c w, A x e 1 r o d (Bolscltcwiki und Internationalisten), M. A. Gotz, Saker, K a p c 1 o w i t s c h , Bichowski, (So/ial-Revolutio• niirc) Z e d e r b a 11 rn - M a r t o w , Sc 11 echter, Liber, W i Icnk in, Abramowitscli (Mensche• wiki) ti, a. Insgesamt sind es dreißig Juden, von denen sieben von den Kadetten, fünf von den Bol■ scliewiki, fünf von den Sozialrevolutionären, elf von den Menschewiki und einer von der Plcciianowpartei gewählt worden sind- (Jüdische Feldrabbiner) Rußland war bis zur Revolution das einzige krieg* führende Land, in dem cs keine jüdischen Feldrabbitier gab. Wiederholt führten darüber in der Ocffcntlichkcit jüdische Soldaten Klage. Die Provisorische Re* gi erring sah darin eine Zurücksetzung der jüdischen Religion und beschloß, jüdische rcldrabbiuer an die Front zu entsenden, ebenso wie es auch christliche und mohammedanische Feldgeistliche gibt. Zum ersten jüdischen Fchlrabbiner wurde Rabbiner Joffe am Tambow ernannt. Aus Amerika. (Ein Meeting der Immigranten aus Ruß• 1 a n d) Zu Ehren des ersten Botschafters des freien Rußlands B a c 11 ni e t i e w fand in New York ein großes M e e - t i 11 g der Ein gewanderten aus Rußland statt, an dem 14 (KM) Personen tcilnahmen. Zum Vorsitzenden wurde.der ehemalige Führer der 8. R. ftnd gegenwärtige Poalc-Zionist P. Riittenberg gewählt. Trn Namen der jüdischen Immigranten sprachen J. A. Hurwit* Ab. K a h a 11. Aus England. (Ein jüdisches Regiment) Nach einer Reuter incldung vom 27. Juli aus Lon- (Ion teilt das Kriegsamt mit, eiaß demnächst ein jüdisches Infanterieregiment gebildet werden wird. L>ie Oi fi/i erd müssen jüdisch oder russisch sprechen. Die Regiments- (ahne soll das Magen David zeigen. (A 111 i s e m i t i s c 11 e S t r ö m 11 n g in England) im ״Olobe“ vom 10. Juli wird gegen die Kandidatur des Mr, Edwin M o 111 a g u als M i n i s t c r für Uchcrgangswirtschaft heftig Stellung genominen, Die Zeitung schreibt: ״Die Juden mögen ganz brauchbare Bürger sein, aber sie verleugnen niemals ihre Rasse, Das spricht ja gewiß für sic, gereicht jedoch dein Lande ihrer Wald nicht zum Vorteil. Wir sind sicher, daß in England ein Ministerium für Ucbcrgangs- Wirtschaft mit einen! 'Juden an der Spitze keine Gegenlicbe finden wird,“ Inzwischen — am 17. Juli — ist aber, wie bekannt, M o n t a g 11 zum Staatssekretär für Indien ernannt worden, Rußland. (Line zionistische Tageszeitung.) Die große jidisehe politische Tagcszci- 11111 g in Petersburg, ״Retrograder Tageblatt“, die im Jahre 1015 von einer Gruppe jüdischer Politiker und Mäceiiatcn geschaffen wurde und bis jetzt als un* p a r t e i i s c 11 e Zeitung galt, an der Vertreter verschieilener jüdischer Richtungen arbeiteten, wurde jetzt zum Organ der zionistischen Bewegung. ״Die Zeitung — heißt es im ersten Leitartikel nach dieser Teiidenzäuderuiig — wird uiiabhäiifig von der Partei und ihren Organen sein, sie wird ein offizielles oder offiziöses Blatt sein, sondern eine freie, unabhängige selbständige zionistische Zeitung. . ., ein Organ der Bewegung, die viel weiter und tiefer ist als die Partei". An der Spitze der Zeitung steht jetzt der zionistische Schriftsteller Izclink Grün bäum, der bis vor kurzem Mitglied des zionistischen Zentralkomitees war. Die wirtschalt liehe Abteilung wird von dem bekannten jüdischen Natimialökonomeu Dr. Ch. D. Hurwitz, der bis jetzt Redakteur der Zeitung war, weiter geführt. S. Kosenfe Id tritt aus der Redaktion aus. Die Verleger bleiben dieselben: die Herren M. Sachs, D, Kahan und J. O s e r 111 a 11 n. (Eine zionistische I I u 11 d w c r ker p a r t e i) In K i e w fand eine üriinduiigsvcrsnminlung einer neuen zionistischen Gruppe ״Owdil Zion“ statt, die aus Handwerkern besteht. In ihrem Aufruf erklärt die Gruppe, daß sie ״die Falme der Thora, des Juden tu1״s ,der heiligen Sprache und des heiligen Landes tragen wird“, und protestiert gegen die jüdischen sozialistischen Parteien, die sich auch ״das Recht nehme«, im Namen des jüdischen Handwerkers zu sprechen, ohne von itnn bevollmächtigt zu sein". Die Oründungsvcrsammlung wählte eine provisorische Leitung, die ihren Wohnsitz in Kiew hat. (Aus Kriegsgefangenenlagern) Aus Krassno jarsk, dem Kriegs gefang e n c ■n l a g e t in Sibirien, wird gemeldet, daß dort österreichische Offiziere eine lebhafte zionistischc Propaganda entfalten. Es befinden sich im diesem Lager über 700 jüdische Soldaten und an 400 jüdische Offiziere. Aua Argentinien (Eine Kultur- Konf«re 11 z) In Buer 09 Aires (Argentinien) fand Anfang Juni die erste Konferenz der ״Jüdischen Kultur-Organisa Honen“ statt, au der Vertreter der jüdischen dramatischen Vereine, Schulen und Bibliotheken teilnahmen. Die Konferenz, die zwei Tage dauerte, beschloß unter anderem, die bestehenden jüdischen Kulturaiistalten in den Städten und den Kolonien Argentiniens znisammeimisehlieflen, Instruktoren zur Organisierung der jüdischen Kulturarbeit in die Kolonien zu entsenden, eine Enquete zur Erforschung des Standes des jüdisehen Er/ielmngswesen in Argentinien zu unternehmen und einige hatiotmle Mustcrsclmlcn zu bilden. Aus Wilna (Da s Krankenhaus ״M i s c 11 m c res C 11 o iI i in“) Alle Abteilungen des Jüdischen Hilfsvcrcins für arme Kranke ״Misclinicres Choilim" nämlich:‘ Die Apotheke, das Ambulatorium und die Klinik setzen ihre Tätigkeit trotz außerordentlicher materieller Schwierig- Reite״ fort. Die Apotheke verabfolgt täglich an die arme jüd. Bevölkerung etwa ISO Rezepte, außer den verschiedenen Verbandsstoffen. Das Ambulatorium wird täglich von 50- 60 Kranken besucht. Neben «lern Ambulatorium bestellt eine zahnärztliche Abteilung, die eine rege Tätigkeit entfaltet. Die Klinik hat etwa 40 - 50 Kranke und stellt z. Z. die einzige Heilanstalt für die verschämten Annen Wilnas dar. Die Tätigkeit des Hilfsvereint» wäre natürlich viel fruchtbarer gewesen, wenn seine Geldmittel nicht so beschränkt wären. Das monatl. Budget des Vereins beträgt etwa 120000. M. und die UnterbiLinz monatlich etwa 3000—4000 M. Allerdings hätte der Hilfsverein seine Tätigkeit schon aufgeben müssen, wenn nicht Herr Deßler immer so hilfreich eingesprungen wäre, Aus Deutschland. (Thora- Bu n d) ״1 ״״’c5*׳'d'^ts' 4a,nd in Würzburg die konstituiere ״de bitzung des Thora-Bundes statt. Der Thor*.!mH ® 2 sc1l?cr Satzunß) die Vcrbrei- ^r*ass',nff der überlieferten i&disdie■ Wis. cnschaft (Thora). In die Leitung gewählt wurde«

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