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Jüdische Rundschau · 1917-06-01 · Heft 22 (1.6.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 22 (1.6.1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 186 J U BDI: £ RUNDSCHAU Nr. 22 Aufruf Von unserem geschätzten Gesinnungsgenossen Heim Sam. ('.0 1111, /, Kt. Luzern, werden wir gebeten, nach* stehenden Aufruf /u veröffentlichen: Die erschreckenden Nachrichten über die Evalinic- *img in i 1,׳il.istiiia und die damit verbundenen Leiden ma* eilen es jedem eiu/eluen Juden zur 1 *flieht, zur bald־ in <> u 11 c 11 s 1 e n Mildern״« dieser Jmiiuierzustiiiule nach Kräften bi'i/titrageii,! f:,s kommen viele lausende imtei'sttitzung.sbcilürftige Inden in i rage, die weder Obdach, uod» Kleidung, noch Nahrung haben, dazu treten Alte und Kranke, die au Iler der fehlenden Ernährung auch der medizinischen liilfsmittel dringend bedürfen. Mit kleinen Beitragen oder mit einmaligen Spenden kann dem Elend nicht nbgeliolfeii werden , es sind vielmehr r c g e I זח ä ft i g e u n d a 11 s g i e b i g e Leist u n g e 11 aller not w e 1t - dig. Ich empfehle daher, dalf jeder 'einzelne Leser und jede Leserin dieses Aufrufes sielt seihst besteuert und diese Selbsthesteiicrung im Kreise der freunde und Bekannten propagiert. Oie Liste der S e I h s t b e s t e 11 e r u 11 g eröffne i e 11, in* d e 111 1 e 11 bis a ti f w eite r e s Mk. 150. f ü r L e b e n s in i 11 e I u 11 d Mk. 25. f ii r M e d i k a - zu za 11 le 11 ii b e r n e 11 in e 1050. für die ersten 0 Mo• nnweise. Sam. (lohn, /, Zt. Luzern neue Mitglieder in den Verein grolle Anzahl Schekel verkauft. aufgenomuicn und eine Die hebräischen Abend* m e n t e 111 o 11;111 i c it und den Betrag von Mk. nate heute zur Zahlung teilt mit, daß Winnipeg kurst: ״Ihr in'1, die 175 Schüler hesttchen, unterstellen jetzt tler Aufsicht sehen Vereins, der Kuliurkmumission des zionlsti- Zionistisch« Bewegung England Unter dem Vorsitz von Prof. Chajim W c i / 111:11111 tagte am 10. April in London eine Ikrnlung der englischeii zionistischen Föderation, an der Delegierte aus London, Manchester und Liverpool leünaltinen. Unter חוןderen! wühlte die Beratung eine Kommission zur Fördermig der jüdischen wirtschaftlichen Interessen in l’alästina. Die Kommission besteht aus den Herren Kessler, L c v o 111 i 11, T o I k 0 w s k i, Boris O o | d b e r g, S i f f und anderen, ferner wurde eine Kommission für zionistische Propaganda unter den otganisierten jüdischen Arbeitern in England eingesetzt. Amerika (O r d c 11 ״S o 11 s «f Z i 011 “) lH:r Orden ״Sons nf Z i o n“, dessen Vorsitzender Herr J0>epi1 Barondess ist, feiert jetzt sein lOjiihriges Bestellen. Der Orden umfaßt eine Mitgliedcrzaht von •100(1 und hat Zweig vereine in IS Staaten. Alle Mitglieder hallen besonders im Kriege an akliver zionistischer Arbeit teijgeiiamiucu, indem sie die Sammlungen für den NotstamlSfond ries l’EC, den Natiojmlfoiid etc. eifrig propagierten. Der Orden ״Sons of Zion“ versucht mit viel Erfolg seinen Einfluß in zionistischem Sinne hesonders auf den Milteistand auszuübea und bat sein Teil für das Wachstum des Zionismus in Amerika beige* tragen. Kanada Die Kanadische Zionisten-föderation ihre nächste Jalircskonfereuz im Juli in stattfiuden wird. Tanger. Die Zeitung ״L i be rt e“ in Tang e 1׳ berichtet über einen Vortrag, den Herr M. Slousch int ״Foyer Frauvais“ über ״Amerika vor dem Kriege“ hielt, in dem er die Entwicklung der jüdischen Organisation in Amerika im Zusammenhänge mit der Erstarkung des nationalen und zionistischen (ieduukeiis in den Reihen der amerikanischen luden besprach und nachwies, wie die Juden heute in Amerika eine Macht geworden sind, mit der inan wegen ihrer mtntcrischcn Stärke und ihres Einflusses zu rechnen hat. Der Redner erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Berufung vieler jüdisch-national gesinnter Jtiden in hohe Staatsstellungen der Vereinigten Staaten. Aegypten. Port Said. Dank den Bemühungen des Herrn M. J. Ciordott ist die ״Port Saidcr Hebräische Verein!• gung H er/. I i a“ ins Leben gerufen worden, die die verschicdenstcn Elemente der jüdischen Gemeinde zu ihren Mitgliedern zählt. Sie hat pigenc Räume, wo regelmäßig Vorträge abgchaltcn werilen. Die Einweihung der Räume fand am 24, Dezember statt, und zahlreiche Teiluelimer w aren zu der l'estliehkeit erschienen, Der Verein hat 11 e b nun c 11 e S p r a e 11 kttrs e c ingenelitet. Kairo. In Kairo hat sieh vor kurzem eine Vereinig u 11 g ״Ehemaliger Schüler der Jüdischen Oemeindosclmlcii“ konstituiert, die es sieh £»r Aufgabe gemacht hat, die Juden Kairos zugunsten der notleidenden Juden zu interessieren und ihnen die Bedeutung des K i o - ni sm ns fiir die Losung der Judenfrage tlarzulegeii. Die Vereinigung araugiert Kurse in jüdischer Oeschichte und in Hebräisch, sowie DiRkussionsiihende über jüdische und zionistische Probleme. Griechenland. Im Jahre PJHi sind 111* Saloniki 1081 Schekel gesammelt worden. Die Eingänge für den jüdischen Nationalfond betrugen ׳גירKl Drachmen. Das Zionistische Stadtkomitce, das sich aus sämtlichen in Saloniki tätigen zionistischen Vereinen zusammensetzt, will jetzt eine neue P a I ä s t i n a -41 i I f s a k t i on einleiten, Siidslavische Länder. In Agram hielt Herr Rabbiner 1*. Keller auf Einladung des zionistischen M ä d che 11 v e r e i n s in Agram die Festrede anläßlich einer Feier, die der Verein nach J> *jähriger Pause am 2. Mai abhielt. Polen. (Zionistische Tätigkeit in Sosnowic c) Anr ersten Tag Cltol-Hamoed-Pessach fand die Orüuekmgsversarnmlung des legalisierten zionistischen Ver« eins ״A g 11 d a 111 Z io 11 i mM in Sosnowice statt, zu der sieh über 250 Personen cingcfundcn haben. Das zionistisdtc Programm entwickelten die Herren Tenzcr, Zieglern. Fischer, Die Versammlung machte auf die Anwesenden einen grollen Findruck und es wurden viele Aus aller Welt Ans Deutschland. (Vom Verband der jüdischen Jugendv e r e i n e) I )er ״V e r b a n d der j ü d i s e 1t e n J u g e n d - vereine De u t s c 111 n 11 d s“ hielt am 17, Mai ds. Js. in Berlin eine aus allen Teilen des Reiches stark bcsuchte Vorstaudssit/.uug ab, au der zahlreiche Vertreter der (koßlogc fiir Deutschland VI1L U. O. B. B., des Deutsch-Israelitischen Ocmcindcbtmdcs, des Zentralver* eins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, des Jtidischeu Francnhtmdes, des Allgemeinen deutschen Rab* binrrcerbaiules, des Verhrmilcs der jüdischer^ Lehrervereine im deutschen Reich, des Rheinisch-Westfälischen, des Westdeutschen und Mitteldeutschen BezirksverbandcM jüdischer Jiigemlvercinc tcilnahmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand der Antrag der Vcrbnmlsloihuig, eine V e r s t ä u el i g u n g s g e m einschuft sämtlicher jüdischer Jugendorganisationen I>t:utscl1lauds lierbci/uftihmi, Dieser Antrag wurde ein-׳ stimmig mit großer Begeisterung angenommen, Alle Ju» gemlorganisationeu jedweder Richtung sollen gebeten w'erden, von Zeit zu Zeit Vertreter zu einer Konferenz zu entsenden, die den Zweck hat, die Leiter und Mitglieder der verschiedenen Verbände einander naherzubringen, Bei voller Würdigung der Selbständigkeit der Organisationen tiuil bei peinlicher Respektierung der abweichenden Anschauungen sollen Verstäudigungsmögliclikeitcn gesucht werden, die nae? Wunsch des Jugend)- verbamles allmählich zu einem gemeinsamen Atbcitsprogramui, zur Vermeidung unnötiger Konkurrenzkämpfe ,und zur Läuterung des jüdischen Partcikainpfes in Deutschland führen sollen, Die Notwendigkeit eines geschlossenen Auftretens des deutschen Judentums wurde auf der Tagung betont. Die Koitgrcßbcwcgtmgcn der Juden aller Länder wurden einer eingehenden Würdigung unterzogen. In einer scharfen Resolution nahm der Verband Stellung zu den bekannten antiseinitischen Vorkommnissen in Deutschland, die er um so schmerzlicher empfindet, als fast seine sämtlichen miinnüchen Mitglieder unter den Fahnen stehen und ein erheblicher Bruchteil der Verbaiidsangcliöngeu den Tod auf dein Schlaehtfeldc erlitteil hat. Das Vorgehen des Vcrbaudsvorsitzcmlen, der an anderer Stelle eine gemeinsame Aktion der deutschen Juden angeregt hat, wurde einstimmig gebilligt und zur Verbnmlssadie erklärt. Die Geschäftsfülirerstelle des Verbandes soll neu besetzt werden, da Fräulein Dr. Corn Berliner infolge anderweitiger Inanspruchnahme nicht mehr in de» Lage ist, den Posten hauptamtlich atiszufüllcn. Aus der Schweiz. (/. u g 11 n s t e n der jüdischen Kriegsg e f a 11 g e n e n) Ein Ausschuß, der sieh ans den Vertretern des akadcniischcn -Zionisten verein» ,,He chawer“, des Zionist Rehen Ortsvercius ״M a k k a h i“, des Vereins ״K a d i m a h“ und der ״jiiil. Studenteiihilfsaktion für kriegsimtleidemle Juden“ in Zürich gebildet hat, erließ! einen Aufruf, der י alle kulturell interessierten jitdisehen Kreise auf fordert, das Los der jüdischen Kriegsgefangenen durch Versorgung mit geeignetem hebräisehen und jidisehen Lesestoff zu «rlejcltlern. Ls wird die Gründung von W a tt d e r bi bI i 0 - 111 e k e n vorgeselilagcn. Aus Frankreich (Jean Lniiguvt und die Juden frage) Am 8, April sprach der bekannte Führer der sozialistischen Minderheit Frankreichs und Enkel von Karl Marx, der Deputierte Jean Longuet, in einer festlichen Veranstaltung der jüdischen sozialistischen Organisalion P o a | e * Z 1 o n in Paris. Longuet feierte den Anteil der Juden au der russischen Revolution, In seiner Rede betonte er, daß die Juden ein Recht auf ihre nationalen Ansprüche haben, Dies widerspreche nicht der sozialistischen Idee, Oer Gedanke der Schaffung eines nationalen jüdischen Zentrums in Palästina, sagte Loi1,׳111:.׳l, verdient die Unterstützung der gesamten soz.ialistiseheu I )emokrntic. Aus Rußland (t in II n r o des Arbeiter- und Soldaten r a t e s) Aus der Verwaltung des Rates der Arbeiter- und Sol■ daten-l!cpiitiei'lcn wurde ein engeres Büro mrs 24 Mitglicdem unter dem Vorsitz von N. S, Tscheid/.e gewählt, das die Gesamtarbeit aller Kommissionen des Rates leitet und den Rat bei der Provisorischen Regierung vertritt, ln dieses Büro wurden 6 Juden gewählt, näm lieh: M. G o t z, ehemaliger Dumaubgeordncter L. M, Bram soh n, Ehrlich, Liber, Schapiro und J. O o I d e n b e r g. frie lästina*) Kolonisation und Von Ing. Agr, J. Octtinger Nur durch die Tatsache der Entwicklung einer breiten ländlichen produktiven Volksschicht wird die zukünftige jüdische (lemeinsdiaft in Palästina ihren dauernden Bestand und ihren nationalen Charakter sichern können. Doch der Vorrang, der der Landw irisch aff bei allen Kolonisatioiisplunen iubezug auf Palästina eingeräumt wird und stets, eingeräumt werden muH, darf keineswegs daz.1t führen, die Bedeutung der Industrie für die Entwicklung Palästinas unterschätzen zu wollen. Erst die Industrie wird eine »lichte Besieilchtng des Landes ermöglichen, da sie mattnigfältlet׳ mul sehr zahlreiche Exlsteiwnöglichkeiten schalfeil kann, Zusammen mit der Landwirtschaft wird die Industrie sozial-wirtsduiftlldic gesunde Verhältnis■« in Palästina lierheizuführeii haben. *> -Nus »lern in Vorbereitung befindlichen dritten Heft von ״E r e / Israel״ über Pflanzungen, Die ,bisher geringe Entwicklung der palästinensisch»׳« Industrie mul die Ursache» davon sind zur Uenüge bekannt, Die ersten Ansätze industrieller Uniernchmungen waren in technischer Beziehung rückständig. |>י)ן Gewinnung des vielleicht nielil gar so unlHHleiitemli-u heimischen Marktes war durch den früheren ״Wertzoll“ (8% bis 1<K>7, II ״׳ bis Beginn des Krieges) für alle Waren ungeheuer erschwert. Für die Förderung des Absatzes der Inilustrieprodiikfe im Auslände fehlten vor allem neben anderen erforderlichen staatlichen Maßnahmen günstige I lamielsvertrüge, Obwohl das Feit• len von Kohle im Luide kein Hindernis für die Ent- Wicklung von Industriezweigen, die auf billigen Brennstoff angewiesen sind, bildet, so haben sich bisher Industrien, die wenig oder gar keinen Brennstoff verbrauchen, in Palästina wenig entwickelt. Trotz der schwierigen Verhältnisse hat in Palästina namentlich die Verarbeitung leicht verderblicher landwirtschaftlicher Produkte beachtenswerte Ansätze für eine zukünftige, aussichtsvolle Industrie auf/uweisen. Dkl Wciner/eugtmg, die Oelnroduktioii und die Seifcnfahrikation überragen an Bedeutung bei weitem andere liidtistrie/AVeige, von denen mehr oder weniger beselieidene Anfänge vorhanden sind, wie z. Ii. die kirnstgewerblichen Industrien, die Gewinnung ätherischer Ot le, uie Herstellung von Baumaterial, das ilauliamlwerk und die anderen ciu/elticii Handwerke. Die weitgehendsten industriellen Möglichkeiten Palästinas beruhen aber sicherlich vor allein auf der technischen Verarbeitung der wertvollsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, also hauptsächlich der verschiedensten Gartenbaiiprodiikte. Bisher wurden in Palästina nur zwei Fruchtartcn die Weintraube und Olive zur Gewinnung von Dauer- Produkten von Wein, ״Traiibculumig“ und Rosinen, von Od, konservierten Oliven und Seife verwertet. Außerdem kamt in dieser Beziehung auf die recht ver* breitete Herstellung von Aprikoseiipasteu und Truckmtng von Aprikosen in Syrien hingewiesen werden. Mit diesen drei Zweigen der Fnichtvcrwertungsiiuhistrie ist aber bei weitem nicht die Reibe derjenigen Produkte erschöpft, welche in Zukunft in Palästina und Syrien einer großartigen Entwicklung fähig sind. Um die Aufmerksamkeit derjenigen Kreise, welche für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas sich interessiereu, auf dieses mit der landwirtschaftlichen Produktion eng verbundene industrielle Tätigkeitsgebiet zu lenken, wollen wir liier in Kürze die wichtigsten Momente am'ühren, die für die Entwicklung einer aussiehtsvollen palästinensischen Konscrveuiuilustrie in Bctraeht kommen. Unseren Ausführungen wollen wir die allgemeine Bemerkung vorausschicken, daß wir iubezug1 auf industrielle Pläne, ganz ebenso wie hinsichtlich, landwirtschaftlicher Siedlungsprojekte, vor allem jüdisch-! kolonisatorische Gesichtspunkte im Auge haben. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, stellen wir an eine in Palästina zu entwickelnde Kouservcnindiistric folgend« Anforderungen: 1. Sie muß den investierten Kapitalien eine hinreichend holte Verzinsung bieten; 2. Sie muß, um eine holte Rentabilität erreichen zu können vorwiegend Dauerprodtikte, die für den Massenkonstim berechnet sind, erzeugen; 1, Sic muß eine reichliche, stetig zmiilnnenik׳ Erzeugt mg wertvoller landwirtschaftlicher Rohprodukte bewirken: •1. Sie muß zahlreiche Arbeitsgelegenheiten für jüdisciie Arbeiter und Arbeiterinnen schaffen. Für das (kdeiheu der Verarheitmigsimlnstrie ist die richtige Wahl einer für diesen Zweck passenden Ortschaft von ausschlaggebender Wichtigkeit. Zu der gewählten Ortschaft, die in der Nähe enter Balm und eines Hafens liegen soll, müssen möglichst gute Fahrwege führen, du mangelhafte Verkehrswege große Unkosten bei uer Zustellung der voluminösen Roliprodukte verursachen. Ani meisten entsprechen in Palüstimi den Anforderungen iubezug auf Transport verhältnissc die Hafenstädte Haifa und Jaffa, Das Prnduktionsgebiet der zu ver* a r h e i t e 11 d e 11 R o h וו rn dnkt c muß möglichst nah« bei den projektierten verarbeitiuigsanlagcn sich befin״ den. In der nächsten Umgebung soll die Möglichkeit der Anschaffung von möglichst viel Früchten, Oeiniise und eventuell Fischen vorhanden sein. Iki allen Zweigen der Konservenindustrie müssen die Rolipro dukte in vollkommen frischem Zustande zur Vcraiheituug gelangen. Die aus frischen Früchten, Gemüse und Fischen liergcstellten Konserven werilen stets Ilöhclf bewertet als diejenigen, die aus Produkten angefertigt waren, die einem längeren Transporte ausgeset/t waren. Die in der Nähe der Fabrik gewonnenen Rohprodukte ergehen nicht nur qualitativ bessere Konserven, sondern sie erweisen sieh auch viel ausgiebiger als Rolmiaterialien, die aus der Ferne kommen. Die neue Industrie muß an Orten begründ«.t werden, ivo bereits eine bedeutende jüdische Ailveiterhevölkeriingf vorhanden ist oder wo eine solche in Halde Voraussichtlieh sich nnsiedclti kann. Diese Industrie wird viele Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen beschäftigen. Ein Teil wird allerdings nicht wählend des ganzen lahrcs in den Konscrvierungsbetricbcn Arbeit finden. Die Saisonarbeiten dieser Betriebe fallen aber mit denjenigen, die fiir die Gewinnung der, rohen Produkte (Früchte und Gemüse) in Betracht klimmen, nicht zu- «minie». In diesem Umstande liegt ein zweifacher Vorteil, einerseits wird die Konscrvenindustric an Arbeitskraften keinen Mangel in den Monaten haben, ui weleben sie ihrer am meisten bedürftig sind, und andererseits werden die Arbeiter eine ergänzende Beschältigung gerade in denselben landwirtschaftlichen Zweigen linden, deren Entwicklung durch diese Industrie mächtig gefördert werden wird. Es ist nicht ausgischlossen, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen sich zu genossenschaftlichen Gruppen organisieren werden, um eventuell Lieferungen von Gemüse an die Fabriken zu übernehmen. Der auf diese Weise regulierte und gesicherte Absatz ihrer Erzeugnisse wird ihnen in Verbiudmig mit der Arbeit in den Fabriken eine gesicherte Existenzgrundlage verschaffen, In der nächsten Nähe der Konservenfabriken wird die Errichtung von Arbeitersiedlungeit sehr am Platze sein. In diesen Siedhingen werden sich intensive Landwirtschaft tmd industrielle Tätigkeit aufs engste verbinden. Von Wichtigkeit wird ti, a, dabei der Umstand »ein, daß in der Konservenindustrie namentlich Frauen

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