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Jüdische Rundschau · 1917-05-18 · Heft 20 (18.5.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 20 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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{!0 liciu ,von ft re« Jucli. Ullci Cie- Vt-r- . tlie al len tltic- 1 sie Sy m- Ulkt ose« *lie!ich-!>01- Jort clits abt. Ken iica hen Heg Nr. 20 JUtUISCHE RUNDSCHAU Seite 169 vir- 11 rt: lksfrei nid ich, 11 Ut ds io- :lie KT. es 111- .ites icr ilen »ft en Uen. •ei sic 3r Cr 1k n. :!c x 5- :k!!• r li e l ״ms niclit gefolgt seien. Cs* gelte mumielir, alle Unomigkeit beiseite zu stellen lind alle Kräfte zu vereinigen zur Verwirklichung des!Baseler Programms einer ״ileiiilieli-reclitlicli gesicherten' Heimstätte in Palästina. Herr Jean f־ is eher, der sodann das Wort er״riff bi-ruIHe mit warmen Worten die sich jetzt im Östai 1 iill/iehende Liiiaii/.ipatio״ der Juden. War der Beginn der 1 iiuiii/ipation ein Geschenk der französischen Reudution, die logischer Weise den Juden gleiche Rechte wie allen anderen Staatsbürgern gehen mußte•, so gibt die russische Revolution den Juden die (ilcichbereclH nguiig nicht nur aus derselben Logik heraus, sondern «eil die russischen Juden seit Jahre״ mehr als ihr teil zur Befreiung Rußlands beigetragen haben. Die lang gebundenen Kräfte der Juden des Ostens werden Meli von mm an frei entwickeln können und der natio- 11.den Arbeit in Palästina zugutckommcn. Der Redner wies auf die erschwerenden Umstände hm, unter denen die Zionistcn-I'odcratiöii aus Belgien in der I remde tätig sein muß, und gab der Hoffnung Ausdruck, dali es Baldigst möglich sein werde, in einem Heien, glücklichen Belgien die alte Tätigkeit wieder auf- 11»Innen zu könne״. Lr müsse die Berechtigung der I ii/nfriedenen unter den Zionisten aus Belgien darüber, d.ill so lange kein Bericht über die allgemeine Lage י r-tattet wurde, /iigcben. Er habe aber eine gewisse Abneigung gegen das hloBe Reden, und das namentlich in einer Zeit, wo andere ihre Opfcrlicrcitschaft bis an die äußerste (jrenze menschlichen Könnens ausgedehnt li.ihen und vVo Hunderttauseiide Juden gleich ihren Mitbiirgcrn schweigend ihre Soldntenpfliclit erfüllen und mit Out und Blut ihrem Vaterlande dienen, sogar in I andern, wo sie bisher keine (ileiclihereclitigung genos- «en h.ibeii. Wenn auch das Wort als Propagaudainitfel iiiicnfbeliriicli sei, hauptsächlich um die öffentliche Meiming /11 gewinnen, so sei gerade deswegen größte Vor- -u'lü hei seinem <1ehraue11e am Platze, Das Getue des luformicrens und des Informicrtscins vollends dürfe melit Selbstzweck sein. So manche linzeitgemälic Vcroifeiitlirliuig sei eher sehädlieh und nicht alles sei wichtig genug, um der (Mfentlichkeit übergehen zu werden. Außerdem können wir leider durch die Kricgsumstiinde nur wenig den (lang der Ereignisse beeinflussen. Die /to:!isp‘11 hätten die Pflicht, den anderen Juden ein Beispiel geschlossener Einigkeit zu gehen und Konflikte zu vermeiden. Der Zionismus habe die anfängliche Stagnation beim Ausbruch des Krieges überwunden und als Beweis, dali die Tätigkeit in allen Ländern wieder im (lange sei, möge die Einnahme von einer Million I raues dienen, die der Naticmalfond im Jahre lüUi zu verzeichnen hatte, Das Kolniiisationswerk in Palästina hat schlimme Zeiten durehgemacht und mußte kräftig unterstützt werden. Der amerikanischen Judenhcit gebuhrt dahei grober Dank, aber viele Bewunderung gehiiiut der palästinensischen Judenhcit, die durch ihr I )iirchhalten bewiesen hat, daß sie mit dem Lande organiscli verbunden ist. Der Redner legte besonderen Nachdruck darauf, dali der Zionismus keine Partei ist, solldem alle Juden zu tmisclilidlcii strebt. Er könne mit der Partei der Kultur-Zionisten nicht initgehen, da der Zionismus nicht die beschränkte Aufgabe habe, die jtidisehe Kultur in der Diaspora und in Palästina miszuhauen, sondern die politische, ökonomische und kulturelle Lösung der Judenfrage zu bringen. Mit einem noch so grollartigen Erzielumgsprogramm, mit rein geistigen Zielen führe man keine Massen. Die Lösung der judenfrage könne weder durch ein nationales Judentum in der Diaspor,!, noch durch ein üohisiutlcnlum in Palästina herheigeführt werden. Die fundamentale Erkenntnis des Zionismus, dali die Existenz des jüilischeu Volkes in der Zerstreuung bedroht und die Erlösung nur in Palästina möglich sei, sei bis jetzt trotz «les Weltkrieges mul der Verleihung der (ileichhereclitigung in Riilllami nicht erschüttert. Die Zionisten hatten jedoch die Pflicht, die Bestrebungen der Juden (ästeuropas nach Anerkennung tler jüdischen Nationalität mul Erlangung von Minoritätsrecliten auf nationaler Basis zu unterstiity.cn, mühten sich aber hüten, darin die Lösung tler Judenfrage zu erblicken. Iנו Palästina künnten wir uns jedenfalls unter keinen Umständen mit der binden Anerkennung von Minoritätsrccbfcn auf nationalkultureller Basis ziifriedenstelleii. Das beliebte Wort last aller jetzigen Staatsmänner, dali auch den kleinsten Völkern das nationale Dascinsrecht zuerkannt werden müsse, nehmen wir auch für uns in Anspruch. Die Ju- «lenfrage is'; eine internationale Frage, an deren Lösung auch die ,rideren Volker interessiert sind. Die Verleihmig «Icr iimaiizipntion ist niclit die Lösung, sondern gibt eine gröbere, glücklichere Möglichkeit, um zu einer Losung tm zionistischen Sinne zu gelangen. Wie sehr sich auch die Juden mit der bevorstehenden Unabliängigkeit Polens freuen, so müsse man das größte Bedauern darüber aussprechen, daß die bloße Ankündigütig eine Beschränkung der Judenrechte zur Folge hatte. Außer den Juden gibt es kein einziges Volk, das liewiilil eine Assimilatioiispolitik zugunsten andererVölker triebe. Diese Politik ist ein Verrat am eigenen Volke, sie bctleutct den Untergang der Juden. Wir Zionisten ziehen «las Lehen mit allen seinen Mühen und Lasten dem sanftesten Tode vor. Realpolitik ist für den Zionisten, die Dinge so anzusehcii, wie sie sind, und alles aiiztiwendeu, um die Juden und die andere״ Völker fiir das Baseler Programm zu gewinnen. Daß der Zionismus nicht auf Utopie beruht, wird wohl bald allgemein anerkannt werden, namentlich, jetzt, wo «lie Aussichten des Zionismus bedeutend gestiegen sind. Die Schwierigkeiten beruhen «larin, daß die Juden nicht territorial Zusammenleben. Es bestellt kein Zweifel, daß hei der bevorstehenden Neuordnung der Weltverli.iit- lüsse das Natioiiatilätenpriiizip von hervorragender Be■ deiitung sein wird; für die Juden muD jedoch die Konzeiitration in Palästina die Hauptsache sein. Nur auf eigenem Boden wird sich das jüdische Volk zu normalen Verhältnissen durchringen. Hierzu ist das Wollen des ganzen jüdischen Volkes sowie der Beistand der anderen Völker vonnöten. Bei größerer Opfervvilligkeit kann das zionistische Ideal Wirklichkeit werden. — 1׳״'ü'htc der Redner gegen die Bevormundung des jmiisc!k־n Volkes durch einige Orottjmlcn Front, Die amenk.mischen Juden, die sieli überhaupt während des ganzen Krieges vorbildlich benommen haben, sind im grolitui Ganzen zu einer Verständigung gelangt, um bei «ler bevorstelienden Frietlciiskonfctvnz fiir «lie jüdischen Interessen im nationalen Sinne änzutreten. In Rußlaml sieht man der Abhaltung eines jüdischen Kougresscs entgegen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich die russischen Juden «len amerikanischen unschliellen werden, um zu einer gemeinsamen Aktion zu gelangen. In England wird der Judenfrage ein lebhaftes Interesse eiilgcgeiigehraeht. In Russisch-Polen, Oesterreich und Deutschland beschäftigt man sich intensiv mit den osteuropäischen Juden. Allgemein ist die Erkenntnis durchgedrungen, «lall die Juden bei der nächsten Friedenskonteren/ gehört werden müssen. Folgende drei Punkte: 1. Bürgerliche Gleichberechtigung in allen Ländern ohne Ausnahme; 2. Nationale Minderheitsrcchte für die Juden in gewissen Ländern; und 3. Sicherung und Besehützimg des jüdischen Rechtes in Palästina sind die Forderungen, die die jüdischen Vertreter unterbreiten sollten. Die Erledigung von Punkt 1 wird nach'der russischen Revolu• tion gar keine Schwierigkeiten bieten. Die Frage tler Repräsentanz müßte allerdings früher geregelt werden 11ml ist für die ganze Zukunft des jüdischen Volkes von größter Bedeutung. Es ist zu hoffen, daß kein Jutlc einer Lösung der judenfrage im zionistischen Sinne hin- «leriul in den Weg treten wird. Die Zionisten in leitender Stellung sind indes bemüht, die zionistischen Fordert״!- gen allen Regierungen, zu welchen Mächtegruppierungen! sie auch gehören, bekannt zu gellen und Sympathie mul Anerkennung zu gewinnen. Seit einigen Monaten ist im Haag ein zionistisches Komitee eingesetzt mit der Aulgiilie, die politische Tätigkeit in den verschiedenen Lün- «lern einheitlich zu gestalten. Es bestellt die begründete Hoffnung, daß bei der kommenden Neuregelung der Verhältnisse «ler Völker untereinander die nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes gebührende Berücksieht ig'img finden werden. Hierauf hielt Herr Ing. Agr, J. Oetfiugcr ein Referat über ״Jüdische nationale Kolon isation in Palästina“, aus dem folgendes wiedygegeben sei: Der Zionismus scheut nicht vor der Schwierigkeit der Aufgabe zurück, die verlorene Bodenständigkeit ilcs jüdischen Volkes durch die Schaffung einer landvvirtschädlichen jüdischen Volksschicht zu erlangen. Der Zionisnms wird dieses große Ziel in der Weise erreichen, daß er tm Lande, das zur Heimstätte des jüdischen Volke■ prädestiniert ist, der Kolonisation einen nationalen Clinrakter verleiht. Dem Zionismus ist es in absehbarer Zeit nicht um die Uebersiedlting aller Juden oder des größten Teiles derselben nach Palästina zu tim. Es handelt sich für ihn vielmehr um die Schaffung einer kräftigen zentralen jüdischen Gemeinschaft, die durch ihre zweifellos aussiehtsvolle so/ialwirtsehaftliehe und kulturelle Entvvieklung eine stets zunehmende Anziehungskraft auf die Judenhcit der ganzen Weit aiisüben wird. ln «len jüdischen Volksmassen wird zusehends «lef Drang nach bcruflichei• Umschichtung stärker. Die Zunähme und Ausbreitung produktiver Berufsarten ist int Lauf« der letzten Jahrzehnte in Rußland, Palästina, Argciitinicn, Nordamerika und Kanada'zu einer bcdciitungs« volle•״ Erscheinung «les jüdischen Volkslebens geworden. Neben Handwerk und Fabi'ikarbeit, die in Osteuropa und Amerika etwa 10 Prozent der jüdischen Bevölkerung ernähren, sind über 230 000 Juden in den verschiedenen Zweigen der Bodenkultur tätig. Diese Bewegung zig Wiedergewinnung der ehemaligen Inmlvvirtschaltlichcn Unterlage der jüdischen Volkscxistenz hat die besten Aussichten zur gedeihlichen Entfaltung, wenn «lie bisherigem llcimmnsse «ler Konzentrierung der jüdischen Kräfte auf dem Boden Palästinas beseitigt sein werden. Einen verheißungsvollen Anfang in dieser Richtung bedeutet die jü«lische palästinensische Kolouisationstä« tigkeit während der letzten Dezennien. Ucber 10 jiidiseile Siedlungen sin«! in Palästina entstanden. Intensive Landwirtschaft, vor allem Weinbau und Fruchtpflanzungen, hat in diesen Siedlungen in kurzer Zeit einen he- «leutenileii I iöliestaml erreicht. Hntul in Hand mit der Begründung ländlicher und vorstiidtiseher Siedlungen ging eine rusche Entwicklung national-kultureller Instituhonen mul die Wiederaufnahme des Hebräischen als einer lebendigen Sprache für Schule und Haus, für Verkehr und Umgang. Ein System nationaler Erziehung ist in Palästina in Ausbildung begriffen. Die Krone dieses Systems wir«! eine Universität in Jerusalem sein, •zu deren' Begründung vor dem Kriege wichtige Vorbercihingen getroffen waren. Auf kommunalem Gebiete hat sielt die in «len Kolonien und Stadtgemeinden durch die Juden Palästinas bewiesene Fälligkeit zur Organisation der Selbstverwaltung bewährt. Besonders verdienen ilia bedeutsamen Versuche genossenschaftlicher Organisation mif ikut Gebiete tler lamlvvirtschaf(liehen Produktion her• vorgciiohcu zu werden. Die bisherigen jüdischen Leistungen halvcu den Beweis erbracht, daß eine starke jüdische Gemeinschaft hohe soziale und kulturelle Werte zu schaffen imstande sein winl. -Solche Ergebnisse der jüdischen Kolonisatiousarbeit in Palästina wurden trotz der unvermeidlichen Schwierigkeiten «les Pionierwerkes mul trotz, äußerlicher vielfacher Hemmnisse erreicht. Unsere Bestrebungen sind in Palästina, anstatt der Förderung, deren überall jede Sicdlimgstätigkeit seitens der Gesetzgebung und der ausfiihrcntlen staatlichen Organe bedarf, auf gesetzliche Beschränkungen gestoßen. Wir hatten gegen uns die den allgemeinen Fortschritt der Bodenkultur in Palästina be■ hindernden Umstände: mangelnde Öffentliche Sicherheit, eine veraltete agrarische Gesetzgebung, ungeheure Belastuug der Bodeuprotlukte durch die Zchntstcucr und andere Abgaben, Unmöglichkeit eines Hypothekcnkrcdites usw. wir hatten aber außerdem mit administrativen Maßnahmen zu rechnen, welche speziell gegen unsere ruhige, kulturbringendc Tätigkeit gerichtet waren. Wir selten erwartungsvoll der bevorstehenden Friedenskonferenz entgegen. Bei der Lösung so vieler großer i n t c r- 11 a t i a n a 1 e r Fragen wird «f c auch die Pflicht der Völker gegenüber der jüdi sch en Nation nicht außer Acht lassen k ö n ti e n. Bei der Realisierung des (ie«hmkens jüdischer natio- Italer Kolonisation sind während der kommenden Kofonisatiousperiode alle Energien aus/.umitzen, die für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes auf nationaler Schölte gewonnen werden können. Wer dabei besonderes Be- (liirfnis hat, dem wichtigen Problem des ökonomischen Wiederaufbaues «ler durch den Krieg in Osteuropa erschlitterten jüdischen Positionen zu dienen, wird die Verwirklichung der Idee nationaler Kolonisation in Palästina auch damit in Einklang zu bringen wissen. Starke jüdische Organisationen haben vor Kurzem begonnen, Mittel und Wege zu suchen, um Palästina an «lern geplanten Werke des wirtschaftlichen Wiederaufbaues teilnehmen zu lassen. Zu diesen Organisationen gehört in erster Linie der jüdische Nntionalfoml, der sich anschickt, durch eine besondere Aktion iH-lcutende Kapitalien für Bodcncrwerb aufzubringen. Mit diesen Mitteln will «Icr Natiounlfond nationalen Boden in Erbpacht zur Vorfügung stellen, als die sichere Grundlage zur Entwicklung der ersten Gruppe ne« ztt gründender Siedlungen. Heute kann man;111 der Möglichkeit der Aufbringung der notwendigen Geldmittel für unser großes Ziel, wo unglaublich hohe Stunnieii sieh fiir viel weniger erstrebensworte Ziele finden lassen, nicht mehr zweifeln. Was zielbewußte nationale Arbeit im Leben der’ einzelnen Völker bewirken kann, erfahren wir tagtäglich wallrend der ganzen Dauer «les Krieges. Nach «lein Kriege werden die Volker auch Positives durch Anspannung al- Icr Volkskräfte zu erzielen wissen. Audi das jüdische Volk wird bei der Konzentrierung seines Volksvvillens auf die Besiedlung Palästinas ungeahnte Kräfte in sich ent- «lecken. Nach Oettingers Referat wurden folgende Resolu• t i o ״ e u einstimmig angenommen: I. Die am 29. April in Schcvcningcn versammelteil Mitglieder der belgischen Zionisten beglückwünschen wiirmstens die luden Rußlands zu «ler unter ihrer ausdauernden Mitwirkung erlangten Freiheit und Bürgerliehen Gleichberechtigung. Der nationale Wille «les jüdischen Volkes, «kr in den Juden Rußlands auch in den Zeiten der Unterdrückung ungebrochen lebte, wird im befreiten Rußland freier und kraftvoller zum Durchbrticli kommen können. Sie liegen deshalb die tiefe Ueberzeugung, dali die russische Judenhcit Schulter an Schulter mit den Juden der übrigen Länder danach streben wird, i n unseren Tagen die nationale Hoffnung des jüdischen Volkes in Palästina ztt verwirklichen. II. Die im Haag versammelten Mitglieder «ler Föderation Belgischer Zionisten nehmen mit Befriedigung zur Kenntnis, «laß die verantwortichen Zionisten in den verschiedenen Ländern in diesem historischen Moment für die Erreichung des /ionistischcn Zieles tätig siud. Sie betonen zugleich ihre Einigkeit mit der Erwartung aller national gesinnten Gruppen, daß die Anerkennung des Nationalitätenprinzips auch auf «las jüdische Volk in vollem Umfange Anwendung finden wirtl. Sie wiederholen aber ihre unerschütterliche Ueherzeugnng, dag die Jmlenfrage nur «lurcft die Verwirklichung «les Baseler Programms gelöst werden kamt. Ul. Resolutionen zum Referate des Herrn J. Oettingcr über ״jüdische nationale Kolonisation in Palastina“: 1. Die am 2<), April in Schcvcnitigeti tagende Versammlung der Belgischen Zionistischen Föderation schließt sich nach Anhörung des Referates des Herrn Ing. Agron, J, Octtingcr über ״Jüdische nationale Kolonisntion in Palästina‘4 seinem Appell an, bei Zeiten die Durchführung eines großzügigen Planes natio- Haler Kolonisation auf der historischen Scholle des jüdischen Volkes in Palästina varzubereiten, 2. Die Versammlung erachtet es als eine der wichtigsten gegenwärtigen zionistischen Aufgaben, «lie erforderliehen großen Geldmittel für umfangreiche Bodenkättfe dem Jüdischen Nationnlfond nfs dein für diesen Zweck geschaffenen Organe der Zionistischen Bewegung bercitzustellcii. 3. Die Versammlung beschließt, ein ״N a c h 1 a 11“- Komitee“ der Heldischen Zionisten-Fedcration zu bilden mit der Aufgabe, größere Geldsummen für «len Erwerb von Boden durch den Jüdischen Nationalfoad aufzubringen. Mit einem Appell an die Versammelten, entsprechend der Bedeutung «Jes Moments mit verstärkter Energie für die zionistische Sache zu arbeiten, schloß der ftrsitzendc, Herr Dr. Herz, die Konferenz. Brief aus Bulgarien (Von unserem Korrespondenten) Es kann keine Rede davon sein, daß die Verhältnissc in Bulgarien für jüdische Tätigkeit im allgemeinen und für die zionistische Arbeit im besonderen ungünstig sind. Allerdings ist «lie Tatsache sehr fühlbar, daß alle Wehr- und Dienstfähigen .unter den Fahnen stehen. Aber dies ist keine Rechtfertigung! Der Zionismus ist die Verkörperung des jüdischen Willens und Strebens, und wenn dieser Wille und dieses Streben in Fricdcnszeiten, wo die Verhältnisse günstiger sind, ihre Verwirklichung finden, so darf beute erst recht nicht der Kämpfergeist, das wichtigste Element der jüdischen Wiedergeburt, fchlen. Jeder kann mit Recht fragen: sind denn die Verhältmssc in Polen, Galizien 11. s. w. besser, als die in Bulgarien? Warum entfalten die Juden dort eine reiche Tätigkeit, während die bulgarischen Zionisten vor den ,jZeittimständen“ zurückschrecken? Was haben sie, die bulgarischen Zionisten, seit Ausbruch des Krieges bis jetzt getan? ׳ h a

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