Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1916)
- Date
- 1916-11-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 365 AUS ALLER WELT Au» Amerika. i )11׳ Rosch-haschononummcr des ״American Ilehrrw“ bringt (len folgenden Brief des Präsidenten W'ilson an die Redaktion /um Abdruck: Weibes Haus. Washington, Ihr Plan für eine Sonderausgabe des .,American liebrew“ hat mich sehr interessiert und ich hcnut/c gern die Gelegenheit, mein hohes Interesse für das Werk aus/lidriickcu. das Sie für die Juden Aineiikas tun. Ich hoffe, daß diese, ebenso wie ich es sicher von Ihnen annehme, fühlen, daß Amerika eine wirkliehe Heimat ist, in der alle Kräfte für 11<1׳ cchtigkeit und untadeliges Handeln Zusammenarbeiten, mul ich habe sicherlich nicht nötig. Sic oder die anderen meines wahren Interesses für meine Mithin •er hebritischer Herkunft zu versichern. Niemand, der die (icschichtc Amerikas und der Welt kennt, wird cs unterlassen können, ihren licnorr:1 :enden Antiil an der Industrie, der Philanthropie, der geistigen Entwicklung und der politischen Freiheit uii/iicrheimen. Shadow l.aw 11, Herzlich und aufrichtig 20, Scptcmher l'ilb Ihr Woodrovv Wilson. Au» Rußland■ (P r o t o p o p o w s V e r s p r e c 11 u 11 g e 11.) Der neue Minister des Innern A, D. Protopopow, der aus dem Präsidium der kcichsthitna zum Leiter der Regierung berufen worden ist, versicherte den Korrespondenten und Vertictein der Parlamentspresse, dafiir Sorge zu tragen, daß die Regierung die Wunsche der russischen ()effcntlichkeit befriedige. Zu den ersten Aufgaben rechnet der neue Minister die Abschaffung der J itdenhesehrii n kt tilget!, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes keimen. ״Unserem Zaren“, versicherte der Minister, ״ist das Glück aller seiner treuen Untertanen ohne Unterschied von Stand und Klasse, Konfession und Nationalität gleich teuer.1' Die Presse der Kadetten fügt ahn dieseii Interviews hinzu: ״Mit all diesen liheralen Versprechungen des Ministers glaubt die Regierung nur ihre Taktik zu andern, aber der alten Strategik nldit untreu zu werden, (Medizinische Hilfe des Semstwovcr■ b a n des i in okkupierten (i a I i z i e n.) Wir treten in den dritten Kriegswinter. Boten die beiden ersten schon genug der Entbehrungen und Leiden, so ist von dem kommenden noch eine Steigerung der Not zu erwarten. Mit der Länge des Krieges sind die zunächst noch reichlich vorhandenen Vorräte sowohl für Ernährung wie für Bekleidung verbraucht, das wenige Vorhandene ist unerschwinglich teuer, für Minderbemittelte nicht mehr zu beschaffen. Die Lebensmittel, soweit sie im Lande produziert werden, sind zwar in knappen Portionen allen zugemessen, aber die hohen Preise für Butter, Eier, Fleisch, selbst für Gemüse und Obst, machen diese Nahrungsmittel für die Familien der Kriegsteilnehmer und unserer armen Flüchtlinge, die mit ihrer kargen Unterstützung und ihren immer geringer werdenden Einkünften auskommen müssen, völlig unzugänglich. Sie sind auf Brot und Kartoffeln angewiesen, die in so geringen Mengen zur Erhaltung der Gesundheit nicht mehr völlig ausieichen, wenn alle anderen Beigaben fehlen. Kleiderstoffe, vor allem Schuhwerk sind so knapp geworden und daher im Preise so ungeheuer gestiegen, dass die Erwachsenen für die Arbeit und vor allem die zahlreichen Kinder nicht mehr damit versehen werden können Die schlimmsten Erkrankungen sind zu befürchten, wenn Unterernährung und Erkältung Zusammenwirken. Hier tut dringend Hilfe notl Darum wenden wir uns an alle diejenigen, die in der Lage sind, Not und Elend zu lindern, an alle, die nicht müde werden zu helfen und nicht müde werden dürfen! Es gilt die Erhaltung der Jugend, eines gesunden Nachwuchses. Es gilt, Frierende zu kleiden, Hungernde zu speisen. Jede Gabe ist willkommen, um unserem Hilfskomitee eine segenbringende Arbeit zu ermöglichen. Eine regelmässige Selbstbesteuerung, die uns einen bestimmten Etat sichert, würde unserer Hilfe die wirksamste Sicherung geben Gaben jeder Art sind willkommen 1 Wer selbst mit den Hilfsbedürftigen in Fühlung kommen will, übernehme eine oder mehrere Familien zur Versorgung. Wer getragene Kleidungsstücke, warme Wäsche und Stiefel entbchren kann, sende sie an unser Kleider-Depot. Barmittel benötigen wir auch zur Aufrechterhaltung und Weiterführung unserer Brief• Vermittelung, die sehr umfangreich geworden ist und grosse Aufwendungen an Mühe, aber auch an Kosten für Porto, das jetzt wesentlich erhöht ist, erfordert. Mit dieser Seite unserer Tätigkeit konnten wir nicht nur materielle Not lindern, sondern auch vielfach Beziehungen zwischen den in alle Welt zerstreuten Familienmitgliedern wiederhcrstellen, manch bedrücktem Mutterherzen Trost und Beruhigung durch Nachricht von ihren Lieben gewähren. Unsere Barmittel sind völlig erschöpft! Wir können unsere Arbeit nur fortsetzen, wenn jeder nach seinen Kräften dazu bei* steuert, unseren Fond wieder aufzufüllen. Helft uns die Kinder vor Hunger und Krankheit zu bewahren! Der Seiiistwo-Vcrbaiid hat sehr vieles auf dem Gebiet der medizinischen Hilfe geleistet in den Orten Galiziens, wo epidemische Krankheiten gewütet haben. Der Verband erüffnetc Spitäler, Ambulatorien, wodurch der gesamten Bevölkerung, namentlich aber der jüdischen, bei der die Epidemien besonders geherrscht hatten, unschätzbare Dienste geleistet wurden. Aber außer den von den Epidemien lieimgesucliten Orlen gibt es eine Anzahl von Orten, wo gar keine medizinische Hilfe vorhanden ist. Es gibt wohl eine Anzahl Städte mit größerer jüdischer Bevölkerung, wo je ein praktischer Arzt wohnhaft ist (von den Ocstcrreiehern), der aber der armen jüdischen Hevölkcmng unztigänglieh ist. Ebenso unzugänglich sind den armen Juden die vorhandenen Apotheken. (Din hebräisches L e 11 re r - S e m i n ar in O d e s s a.) Das Zentralkomitee der hebräischen Sprachvereine in Rußland ״Clnwewe Stal Euer“ erhielt die Erlaubnis, in Odessa ein jüdisches Lehrer-Seminar mit hebräischer Unterrichtssprache für die meisten Lehrlädier zu eröffnen. Damit den Seminaristen die Möglichkeit gegeben wird, sieb dem Studium vollkommen zu widmen, hat die Gesellschaft für jeden Schüler eine jährliche Unterstützung von 500 Rubeln festgesetzt, /.um Direktor des Lehrer-Seminars ist der frühere Rabbiner von Bi ilvstok, Dr. M 0 11 i - lewer, ernannt worden. Die Eröffnung findet Anfang Dezember statt. (J ü d i s c h e O y m n a s i e 11.) Die wenigen jüdischen Gymnasien und Realschulen, die vor 5 10 Jahren gegründet wurden, erfreuen sieb bekanntlich großer Beliebtheit seitens der jüdischen Eltern mul sind immer überfüllt. Leider wurden in den letzten fünf Jahren keine neuen jiidisehen Mittelschulen genehmigt. Neuerdings wurde eine Reihe solcher Konzessionen erteilt: dem Ing, S e 1111 m m e r zur Eröffnung eines jüdischen <iymn.isiiims in Kiew, Frau l>r. J ,11 1׳ o w s k y zur Erolfnung jüdischer Mädchen-Gymnasien in J c k a t e 1׳ iiioslaw und Charkow, Frau Dr. wiselinew c / k v zur Gründung eines Knaben-( jyninnsiunis m U 11 a r k o w, I lernt S k o m <1 r w s k y für ein Kitabc״׳•Gymnasium in K i s e h i!1 c w, Frau Dnvidow für ein Mädchen-Gymnasium in W i t e b s k, Herrn 11( ssen lür ein Ktiabengvnmasium in Petersburg u, andere״. Alle diese Gymnasien gehen ihren Schülern die gleichen Rechte wie die Staats-Gymnasien /.um I intritt in die Universitäten und haben noch «•inllerdem das Ziel, die Schüler in jüdischer Geschichte, jüdischer Kultur timt hebräischer Sprache zu untc!'• richten. Hilfskomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Geldspenden erbeten an: Zionistische Vereinigung für Deutschland. Berlin W. IS, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto Berlin 8091. Kleider nn: Frau Dr, Zlocistl, Berlin, Weißenburger Str. 6. Nachrichten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen Bruno o s t ro w s k i - Charlottenburg (K. J. V,), Werner I r n 11 s t ä d 4 e r - Charlottcubtirg (K. J. V,), Richard E i I b 11 ס - ITaukfurt/M. (K. J. V.) und l'nteroffi/.ier Rudolf L o e v y - Berlin (Barkocltba) haben das Eiserne Kreuz, erhalten, Richard Fra tick (K. J. V.) wurde das Hamburger Hanseatenkreiiz. verliehen. Unser Gg. Unteroffizier Nelken wurde ver- Wlimlct. Zahnarzt Leo Dzi a I os zy n s k i Kattowitz. (K. J. V.) ist in englische Gefangenschaft geraten. Unsere Gesinnungsgenossen Walter Oppenh e i m ־ Elmshorn, Franz. Emnnuel A u c r b a c 11 - Elberfeld und Referendar Julius David־ Metz. (K. J. V.), f.cutnajit d. Res., sind gefallen. Berlin, In der Jüdisch-Nationalen Fratienvereinigu״g sprach am Dienstag, den 24. Oktober, ln einer gut besuchten Versammlung Herr Dr. Wilhelm Le w y ober jüdische Er/ielnmgsfragen. Der Redner führte aus. daß die Grundbedingung׳ zur Erhaltung des Judentums in der richtigen Erziehung unserer Jugend liege, einer Erziehung, die auf der genauen Kenntnis unserer Gesetze und Lehren niilgehaut ist. Auf das Konto der mangelnden Kenntnis unserer Gesetze sind die vielen Mischehen, die Entfremdung unserer Jugend und der Verlust ganzer Generationen zu setzen. Um diesem 11ebel zu steuern, schlug der Redner vor, jüdische Kindergärten, I laiishaltungsschulcn, Nachmiltagsselmlen z.u gründen. Das Idealste wäre natürlich, jüdische Volksschulen, Realschulen und Gymnasien /u errichten. Die Schaffung der letzteren scheine zwar (1״c Unmöglichkeit, doch energischer Wille und jüdische Begeisterung könnten zum Ziele führen, Nach einer lebhafte״ Diskussion wurde der Vorschlag, i'incit Zyklus zur jüdischen Ausbildung für I raucn und Mädchen emnmchten, mit Beifall auf^cnonimcn. Lmc Anzahl neuer Mitglieder sowie Helferinnen für die Kmdervolksküehe und den Kinderhort Jiahcn sich gemeldet. u v 1 1111, 1 zy 1 11,11. s a 111 i r11.1 ׳t am 25. Oktober seine Tätigkeit unter der bewahrten Leitung des Herrn Kopf wieder aufgeinnnmen. Die Proben finden jeden Mittwoch in den Raumen des K. J V,, Turinstr. 8, statt. Beginn präzise :l.ין) Uhr. - Um unter den Mitgliedern das Verständnis für das hebräische Volkslied, das der ״Ibisamir“ in der Hauptsache pflegt, zu fördern, hat er jetzt einen Einfültrtmgskttrstts in hebräischer Sprache unter Leitung eines Palästinensers eingerichtet. Unabhängig von diesem Einliihrutigskiirstis besteht noch ein anderer Kursus zur Erlernung der hebräischen Sprache. Diese Kurse finden am Montag und Mittwoch bei Erl. Bltimstcin, Waitz- Straße 20 (Tel. 12031) statt, die auch zur jeder näheren Auskunft gern bereit Ist, Wien. Für nadtbenannte Personen sind aus Amerika von ihren Verwandten und Freunden Geld- Sendungen eingelangt; I iir ChasKcl Frei, Nowitarg, Galizien von H. Silberstein B Sohn, (142 Front St. Allentowit; für I rade Jabhmsky, Kantenet/ litowsky •Gotte. Orodno von Sam. Jahlousky, 10 Montieth Sir. Brooklyn; für f eige^ Mmik. Selo Komorowa M. Kolka Powjat Luvstka. Gouv. Wohlyn von Jakob Millik, 460 Bushwiek Av. Brokiyn; für Malke Re/iza, Kamcnitz Litowsky, Gotiv. (iroeino von Leib Rezi/a, 481 Bnshwick Av. Brooklyn; lür Rebekka Feuertag, Lemberg. Staranandetna 7 von Abc Abend, 450 W 163 the Str. New-York; für Baruch Burschlag, Sassow b, Zkio zow, Galizien von II, Goldberg.!ל,'( Dc|>ut Str. Gieeitshurg Pa; (iir H. Anmowitz, llolzisker Kr. I Icidclkrug, Neustadt (Deutschland) von B. Qrodtnan 335 Montgomcry Sir. Savannah; für Rabbiner Israel Meer Kaltau, R.ulun, I‘. Lcda, Gotiv. Mino von A. I.tditenstein, 333 Kighm Str. Camden; für Leib Josefovvitz. Batkni, Kriegsgefangener, Sieitiawa, Galizien, 28. Bataillon, 3. Komp. 83 Postkontor ftir Kriegsgefangene von Y. Batfcin c/o Horowitz, 35 Moore יייי־• Brooklyn. New-York: für Abraham Vitnchin Kriegsgefangener Lager Baracke Nr. 16, Prathcnau. Kommando von Jakob Bender, R. F. 6. 29 Stamlord Oomt.; für Moisck Minskcr Russ. Kriegsgefaneener ן Festung Feldpost Nr. 125 Austria von Phi- ״PP Hindler, 315 Bcdford Av. Brooklyn; für Chajo llfskomifee!