Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1916)
- Date
- 1916-09-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 JUEDUJCHE RUNDSCHAU Seite 309 (.,11 n c Zion“ in Warschau.) Dir Vervin Bnc Zion vei״!stallete am J;>. Au״. •1.111׳ Versammlung, in der einleitend der X orstami dt v• Vereins Herr Dr.!lindes den 31. Todestag ' •.,ui Moses MonteHorc feierle. Der I lauptivducr des Abends war Herr J. N j s s e 11 b a 11 in. der in In••!1.11111! vollendeter Weise an die weihliehe Jugend '.Wirsthaus einen Appell rielite'.e, sieh der 1• rauen• Sektion tles Vereins (״De not 11 Z i o 11“) au/usehhe- Heil. Dieser Sektion traten inneih.dh der ersten zwei Woehen ilives Bestehens MIß Mitglieder hei. Die Sektion beabsichtigt, hehräisehe und Oeseiiiehtskiirsc tur die weihliehe Jugend Warsehmis ein/urichteii. (i r a j e w o. Vor kaum zwei Monaten!nullten wir unseren l'rennd und (Jennsseii, Herrn S. Her-!11,11111 /11r letzten Ruhe geleiten. Noeh ist der Sehmer/ über diesen Verlust in unseren ller/en tiiselt und schon reiht der Tod cibannuiigskis um 11 unserer besten Männer wiederum ans unserer Mitte. Am Freitag, den '25, August, starb plötz-!ich und völlig unerwartel, unser tiiti^ster üesm- ■.inngsgvitosse, Herr Hirsch Kopciowski im noch nicht vollendeten '30. Lebensjahre. Als Solut reicher orthodoscr Litern wurde er im jüdischen Sinn erroten und genoß eine umfassende allgemeine Bilihm״;. In den frühen Kinderialnen schon erwachle m ihm die Liebe /11 seinem Volke um! dem Lande seiner Vater. Lr besuchte Palästina und bcahsirhtigtc nach dem Kriege steil tür immer dort nieder• /!!lassen. Noeh vor dem ersten Zionisten-Kongreß war er ein Cltowew-Zkm, Mit besonderem Liter widmete er sich den Erzichnngsaufgalum im 11auoual-jüdischcn Sinn und der Verbreitung der hemischen Sprache. Seinen besonderen Bemühungen ist es zu verdanken, dal) in Kürze in unserer Stadt eine hebräische Schule errichtet wird. Diese Sthnk‘, deren Errichtung er nicht mehr erleben *״Ute, wird wenigstens seinen Namen tragen. Die Beerdigung fand am Sonntag, den 27, August unter groher Beteiligung aller Schichten der Bcvölkeruug statt. Der gewesene Lehrer des Vcrstornein 11, dcl Schriftsteller A, M. Pjttrko hielt die Trauerrede, Als Beweis ihrer Freundschaft und dankbaren Anerkennung tragen seine Lretmde seinen Namen ins Goldene Huch des Jüdischen Nationaltonds ein, Lasar Silberstein. Amerika.;P 1 ון ס a g a n d a - T ii t i g k e i t d e s Herr n M, AL S c h e i n k i n.) Der aus Palästina ausgewiesene und gegenwärtig in Amerika weilende M. M. S c h c i 1! k i n entfaltet eine unermüdliche Tätigkeit in Wort und Schrift. Nachdem er auf der jahreskonferen/ des Misradii einen Vortrag über die Lage in Palästina ^chaUvn hat, veröffentlicht er im offiziellen Organ iltt amerikanischen Zionisten ,,Das Jüdische Volk“, ,vit auch in der jüdischen Provin/picssc Amerikas!in״ Reihe inhaltsreicher Aufsätze über dasselbe Thema. Um das Interesse des amerikanischen Juilentmiis für die Kolonisation in Palästina und be- Minders für die Aditisa-Bewcgung, zu gewinnen, bc- -mhte Herr M. M. Scbeinkiu mit Erfolg Chicago, Miiirapolis St. Päul. St. Louis. Pittsburg. Baltimore mul Cleveland. Dank seinem Auftreten beschlal) die Aihusa-Organisation in Ncw-York von neuem 1ÜUU0!*!!וו!!;;׳ Land durch das .Palästinaamt zu kauleii. (,,J j s k o r" - A b e n d e.) Sämtliche jüdischen Zeitungen in Amerika her.einen von den vielbesuchten Abenden, die die PoaleÄion in verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten anläßlich des Erscheinens des ״Toteri-Buclies“ hsknr zu Ehren der in Palästina gefallenen jüdin’bcit Wächter und Pioniere veranstalten. Nach dem großen Jiskor-Meeting jn New -York, alif dem außer den Redakteuren des Ihtdtes auch die Herren Sch mar* ja L e w i n, L. M o 1z k i 11 B, Z u c k c r nt a n n u. a. sprachen, wurden Jiskor-Abettde in Detroit, Clcvcland iinii Pittsburg, wo der ehemalige Redakteur der Wochenschrift ,,Acluluth" in Jerusalem Herr S e - ruhabet die bestrede hielt, und in Montreal, Chieago und Milwaukee veranstaltet, wo Herr A. Chaich in über Sinn und Bedeutung der palästinctistschcti Wächter-Organisation , Haschomer“ sprach. Demnächst wird die zweite Auflage dieses jetzt viel gelesenen Buches erwartet. AUS ALLER WELT Aut RuCHand. (Rückkehr der Flüchtlinge.) Die jüdischen Flüchtlinge aus den Städten Sa- י a » o w (Gouv. Wolhynien) und S b r i o s c h (Gouvorn, Podolicn) erhielten die Erlaubnis, nadt ihren Heimatorten zurückzukchren, (Neue Evakuationcn.) Am 25. Juli verordnete die Kriegsbchördc von bunaburg, dal) sämtliche Flüclttlingc, die sich in Düna bürg niedergelassen haben, die Stadt innerhalb JO Tagen verlassen müssen. Am 30. Juli wurden 10 Waggons jüdischer Flüdttlinge aus Dünaburg nach der Richtung Ribinsk-Twcr abgeschickt, Vertieter der jüdischen Kricgshilfeorgaiiisntion mit medi/misebew Personal und Medikamenten begleiteten die /ü,!c. (V o 11 der $ c I b s t It i I f e.) Das Zentralkomitee der jüdischen Kriegshilfsorganisatioit falinauf einer Sitzung Ende Juli eine Reihe neuer Beschlüsse, die Tagcsbngvii «Ier jiiiliselten Selbsthilfe regeln, Um die Kleider- und Wäsche- Versorgung für den kommenden Winter besser organisieiTii zu können, wurde ein besonderes willschädliches Institut, das Kleider und Wäsche für alle jüdischen MüiTitliügc des Reiches an einer Stelle!!erstellt, ins Leben gerufen. Besondere Aiifmcrksamkeit null) jetzt der jüdischen Bevölkerung der von den Russen zurückcmhcrtcn Teile Wollnniens geschenkt werden. Zur Unterstützung der jüdischen kriegsuotleidcuden Judcit in dem von den Russen okkupierten Teil Galiziens wurde vom Zvmralkoittitee div Summe von BKDKItl Rubel bestimmt. I i»r die militärdicustfaliigvn rtissiseln n Juden im Auslände setzte das Zentralkomitee )1)01) Rubel aus, die au l'rai! Njokljndnw naeli Sloekliolm gesandt wurden. Ls wurde ,•Hielt beschlossen, eine genaue Registratur aller jüdischen Flüchtlinge, auch derer, die keine Unterstützung brauchen, diirehzufiilircii und die Kredithilfe für kreditbedürfhge Flüchtlinge zu vergrößern. Die bei dem Zentralkomitee bestehende Kommissinn für planmäßige Niederlassung der Flüchtlinge beschloß, eine Reihe Broschüren und Flugblätter in jidischcr Sprache hermtszitgeben, die die russische |lllilllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllil!llllllllllllllllllll!llllllllll!IIIIIIIIIH | Mitglieder-Versammlung | P der ff | Berliner Zionistischen Vereinigung | 1 »Bericht von Dr. Hantke | 1 über die Lage der Bewegung" | I Dienstag, den 19. September 1916, pünkt- § | lieh 9 Uhr abends, in den Prachtsälen des j I Westens (Spichernsäle), Spichernstr. 3. jj | Eintrittsgeld 30 Pfg. § 1 zur Deckung der Unkosten. § p 1 Glückwunsch-Ablösungen Der Aufruf, den wir in den letzten Nnmntcrn an unsere (iesinniingsgcnoxsen richteten, unsere N o t s t a n d s;i k t i o 11 für P a I ä s t i n a durch Glückwunsch-Ablösungen zu uiiteistiit/en, hat zwar schon verschieden(־ lieh Beachtung gefunden, ist aber von der Mehrzahl unserer Freunde bisher immer noch nicht bcrucksiehtigt worden, obwohl die Zeit sehr dra igt. Wir brauchen nicht nochmals ztt bctonen, welche auDerordentliclic Bedeutung unserer Nofstandsaktion zukommt, und dal) gerade die (11 tick w » n sch ־ Abi ö stt n g e ה jedem unserer (.icsinnuiigsgcnosscn eine lx'sondcrs geeignete (jclegenheit bieten, unser bedrohtes Koloiiisationswerk nach Kräften zu unterstützen. Wir hoffen zuversichtlich, daß das diesntalige Ergebnis mindestens nicht hinter dem erfreulichen Resultat des Vorjahres ziirückstehcn wird, da ja die Aufgaben des Nationalfonds in Palästina dringender sind als je. Daher bitten wir unsere Freunde nochmals, den der heutigen Ntnnmer beiliegenden Postscheck zu benutzen und die uns zugedachte Spende möglichst bald an uns abzusenden. Der erste Spcndcn-Ausweis erfolgt in der Ncujahrsntunnicr (Nr. 39) der Jüdischen Rundschau, lind die Spende muß daher bis spätestens Mittwoch, den 2 0. September bei unserrn Schatzmeister, Herrn Max Wo IN steiner, Charlottenburg, Roscherstraße 5, Postschcckkonto Berlin 3847, cingehen, um in diese Nummer noch aufgenotnmen zu werden. Jeder gedenke der Neujahrs- Ablösungen! Jüdischer Nationalfond Zentrale für Deutschland. (iexet/getuing über <110 Niederlassung der Fluchtlingc nml atisiiihrlirln■ uml /tu erlassigc Berichte über die Arbeits-, Handels und Lrbi'iis-Bcdingungctl ill <1111 verschiedenen Städten des Reiches. insbesondere in di'11 inneren (iom rniements uml Sibirien enthalten w irden, I ads möglich, s dl zu diesem Zweck eine pi Höllische Zeitschrift in jidischcr Sprache gegründet werden. Da die Liitltcruftuig einer Tagung der gesamten jüdischen I UlfsurgauKat1׳.men unter den gegenwar• tigeu Umständen nicht möglich war, beschloß das Zentralkomitee zu Fmk׳ Augu-d eine Beratung der Vertreter der großem! Ortskonutees cinzubeiufen, die die Statuten der zentralen indischen I lilfsorgatiisatioii zu betraihU'11 hüben wird. Au der Beratung werden I!) bis 7t) Dsdegieite It dm'liim n. Ls wurde eine Kommission um sieben Personen (L. S. Bisk I. S. Motiljcw, J. B, (i n 1 e w i t s c 11, S. O. I’iiljak, S. A. Rapoport, II. B. Sliosbcrg und IZ A, I isr likes) gezahlt, die über die Zu- Au» Frankreich. (Die Liga für die jüdische L m a 11 / 1 p a t i o 11.) Wie dir Pariser Koricspomlciit der Londoner jüdischen Tageszeitung ,,Die Zeit“ nutt.it, verbot vor kurzem die Iran/ösisi'hc Zensur der ,,Liga für die jüdische Lma/i/ipaii m“ die Veröffentlichung der Reden der russisthen Reidisdumnnligcordnetcn, in denen tli״ anliscmiibchi׳ Poiittk der russischen Re• giertmg e nfltii li, und klargestc It wurde. In manclu•!! oltizielleu Kreisen Frankreichs wurde vermutlich die Einstellung der Propagandatätigkeit der Liga geforciert. Nur den ernsten Bemühungen des Kodakteurs der ״lliiinanite ‘ des Präsidenten der ״Li׳׳a für Menstheitrechle‘‘ nml .linieren Ficumlen <fer Liga gelang es, die (Jctteltmiguiig zur Fortsetzung (II i 11 s a r b e i t für die k r i c g s n o t 1 c i d e u d e ״ J u d e 11 ) Das I lilfskomitcc für jüdische Opfer des Krieges in Rußlaiiil“ das erst Lude 1913 gegründet wurde, sammelte bis jetzt eine Summe von 300 000 Francs. Davon gaben die eine Hälfte die I amil.e Rothschild (30 0110 Francs Baron Robert de Rothschild und 10 000 Francs Baron Eduard de •Rothschild), 30t0i) Francs wurde von der russisch-jüdischen Ko'onic in Paris aufgebracht. Auf die gesamte französische jmlciihcit entfällt daher die ganz geringe Summe von 100 000 Francs, die bei einer ganz schwachen Beteiligung der Provinz fast aussihiicbl.ch in Paris gesammelt wurden. Die nichtjüdischc Bevölkerung beteiligte sieh an diesen Sammlungen so gut wie gar nicht. Die jiiili-cli-lran/ösischi• Presse und die Pariser Korrespondenten der rus-iseh-jüdischcn Presse erklären diese geringen Erfolge des Komitees mit der geringen Propaganda, die das Komitee entfaltet mul die es unter den gegenwärtige״ Verhältnissen nicht in grobem ,Maße entfalten kann. Der ״A r b e i t e 1׳ f <> n d“ der im Oktober 1015 auf einer Kuiiiercn/ aller jüdischen Arbeiter-Organ!- sationeii (professionelle Vereine, ,,Bund“ Zionisten- Sozialisten, Poale-Zion. Arbeit spring u. a.) zu demselben Hilfszweck geschaffen wurde sammelte, wie er in seinem letzten Bericht mitteilt über BUKMi Francs. Au» dem be»«t»tan Gebiet■ (R a b b i n c r V c r s a m tn I u n g e ״.); In NX' loci a w e k!and eine R a b b i n c r - V e r- Sammlung statt, die sich mit der Regelung des Waiideibetlels, ihr jetzl in den polnischen Städten überhand nimmt, beschäftigt. Eine von der Ver- Sammlung gewählte Delegation wurde mit dem Aufträge nach Warschau entsandt, die Beschlüsse der Versammlung zur Ausführung zu bringen. Der Hauptzweck der Versammlung war, einen Modus ausfindig zu machen, dal) jede Stadl ihre Armen selbst in würdiger Weise unterhalten kann. L)ie Armcn-Fiirsorge soll danach streben, die Armen mit Brot, Kleidern, Olidach und womöglich mit Arbeit und Verdienst zu versorgen. Vor einigen Tagen fand auch in Lodz eine Rabbiner-Konferenz statt, an der alle Rabbiner der Stadt und des Umkreises teilnahmen. Der Zweck dieser Versammlung war, Hand in I land mit den Behörden den Kampf gegen die ansteckenden Krankheiten nufzuuchincn. Die Rabbitter erklärten sich bereit, ihre ganze Autorität einzusct/cu, dal) die sanitären Bestimmungen von den Juden cingehaltcn werden. Rabbiner Ha Ipern bat die Behörden, man möchte bei der Durchführung der Verordnungen dein religiösen Gefühl der Juden mehr als bisher Rechnung tragen. Gegen die Aufruic der Verwaltung haben die Rabbiner einige Bcdenken und haben sieh bereit erklärt, eigene Auf• rufe zur Erhaltung der Reinlichkeit abatfassen und zu verbreiten. Vom Jüdischen Verlag ln Nr. 32 der Jüdischen Rundschau haben wir eine erste Liste von Buchhandlungen veröffentlicht, die sich für die Werke des Jüdischen Verlags besonders interessieren. Inzwischen hat sich wieder eine Reihe von anderen Firmen gemeldet. Wir veröffentlichen nun die Löst die Roschhaschanahwünsche durch den Nationalfond ab! \