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Jüdische Rundschau · 1916-07-14 · Heft 28 (14.7.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 28 (14.7.1916)
Date
1916-07-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 231 Nr. 28 muhdcm sic sich iturch das gtiie Gedeihen der Acker- 1וי*!וו.חין mit dem Auge von dem Nutzen besserer mul europäischer Arbeitsmethoden und rationellerer Bestellung überzeugen konnten, stimmten sie den Arbeitern hei. Wie die Arbeiter berichten, sind die Getreidearten sehr schon niifgegangcn und dürften wahr- ,.dieinlich im Vergleich zu den früheren Ertrügen keine schlechte Ernte ergeben haben. Nidjmcd El Stibach liegt etvea ׳, Stunden von der Kolonie Roseh-Rinah entfernt. Die Unteikmiftsbediiiginigen Jtmd übrigen Verhältnisse sind sehr primitiv iind es labt sich noch nicht sagen, ob dieser Versuch gelingen wird. Sollte aber die Arbeit der Gruppe von Erfolg gekrönt sein, so kann dieser kleine kolonisatorische Versuch für sämtliche ober-;;alilaischen Kolonien von großer Bedeutung werden, Daun wird ״Nidjmct al Snbaeh״, der ״Stern des Morgens“, ein gutes Omen für diese Gegend werden, auf die der Baron Rothschild unter Anwendung bcdeutender Mittel und vieler Mühe grobe Hoffnungen ecsct/1 batte. Eine wichtige Ministerialentscheidung in Oesterreich Durch ׳eine Ir.ntselieidimg des öslerreiehisehen Ministeriums liir Kultus imd Unterricht wurde cuditcfi eine Frage erledigt, die schon seit Jahren die * 1 kultiisgcnieindc K o 111 o 1 a u und die Behörden aller j I11stauz.cn beschäitigl und für die israelitischen Kultusj .:cmcimlcn prinzipiell von grölfter Wichtigkeit ist. j Die Kiiltiisgcmeindc Komotau hat durch mehrere ' Jahre auf Antrag ihres stellvertretenden Vorstehers ׳ I >r. Ilermann Hirsch dem jüdischen Volksvercinc ,. 1' 11 e o d o r II e 1 / I“ iiezw. dem J ti d i s e h e n N a - 1 1 o 11 a I f o 11 d eine Subvention von 50 K w iederholt bewilligt, ebenso den übrigen jüdischen Vcreinen von Komotau. (legen den dieslHviiglielieii Beseliliib hat der I .ibiikant Herr Theodor Koiiii sch, Besitzer einer < :liamotle-Ziegelei, regelmäßig Aulsichtsbeschw erden 1 ingcbi acht und als die |x>litisehe Behörde in Komotau in׳ zw. die Statthalterei in l’rag diese Beschwerde ahwiesen, dagegen Rekurs an das K 11 11 u s in i 11 1 - s l e r i 11 m in Wien erhoben. Begründet w ar diese. Beschwerde damit, dali die angefochtenen Beschlüsse dem § t der Gemeinde-Statuten bezw. dem Reichsp setz /ur Regelung der Verhältnisse der israel. Kultii-gemeindeii widersprechen, da die Mittel der israel. Gemeinden lediglich für die Bedürfnisse des Kultus ihrer Mitglieder und der durch diesen /.weck gebotenen Anstalten verwendet werden dürfen. N.iell Ansicht des Beschwerdeführers sei die Unterstützung des Vereines ״Theodor I lerz.l“ oder des Nationalfonds oder auch der übrigen jüdischen Vereine der Kullusgeincinde Komotau kein Kultiiszwceh und daher a11t'crh;1lb des Rahmens der Statuten gelegen. I lerr Konirseii beantragte sonach die Kassierung be/.w. Ausscheidung!euer Rosten aus dem Budget, dte die lenden/ der Subventionierung der jüdischen Vereine und speziell des Vereines ״Theodor ller/l“ haben. Das Kultusministerium hat nun den Rekurs des lleirn Theodor Konirseii bezüglich des Vereines ״Theodor ller/l“ eudgiltig abgewiesen mit der Begnimlimg, dali der Verein ״Theodor ller/l" als Zwcigvercin ttes Verbandes ״Zion“ nach seinen St.1tnteu die jüdische Kolonisation in Palästina fördere mul damit einem Bedürfnisse der Arnicnfiirsorgc und einem kulturellen Zwecke eiitgegenkonime, deren Bdrdcrimg mit den Aufgaben der israelitischen Kultiisgrnicmde durchaus nicht 1111 Widerspruche stehe, vielmehr 1111 Rahmen derselben gelegen sei. Die cntscbeideiide Stelle des ministeriellen Urteils luit folgenden Wortlaut: ״Da der israelitische Volksvei ein ״Theodor ller/l“ als Eiii/el-Verem des ״Zioii-Verbandes der österreichischen Vereine für Kokmisatiou Palästinas imd Syriens“ der Verwirklichung der /.ionistisehen Idee, d. i. der Förderung einer rechtlich gesicherten Kolonisation Palästinas durch luden durch Propagierung der Kokmisatioiisidec und durch iman/ielle Unterstützung der Kokmisatiou dient und damit indirekt die Unterstützung bedürftiger Glaubensgenossen bezweckt, kann in der ober- "ahnten Zuwendung eine Ueberschrcitung des Wirkungskreises des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde Komotau nicht erblickt werden.“ Damit <st der jahrelange Kampf des Herrn Theodor Konirseii gegen die jüdischen Vereine in Komotau überhaupt und gegen den Verein ״Theodor I lerzl" und den Indischen Nationalfond insbesondere, cm Kampf, der manchmal geradezu groteske und einzigartige Formen angenommen hat und unliebsames Aufsehen vin der jüdischen Ocffcntlidikeit erweckte, prinzipiell entschieden. Damit ist auch 'die schwer bedrohte Autonomie der Ktiltiisgcmcindc gewahrt und dem jüdischen Gemeiiidclcbeii die Freiheit der Beschlußfassung wiedergegeben. Bücher für jüdische Kriegsgefangene Zahlreiche Zuschriften beweisen uns, daß unter den jüdischen Kriegs- und Zivilgcfaiigeiien ein großes l.cscbediiifnis herrscht. In vielen Lagern haben die (icfaiigcncn Erlaubnis bekommen, L a g c r b i b I i - ׳1111 ״ k e 11 zu gründen oder sich sonst zur Befried(- gung ihres Lcsebcdiirftiisscs zu organisieren. Wir richten daher an alle Ereiinde erneut die; Bitte, uns alle cntlschrlichcn Bücher in 11 c b r ä i -; s c 11 v r ,11 n d j i d i s e 1t e r S p r a e 11 e zur Vcr- | ftigiuig zu stellen. Wer keine Bücher besitzt, möge bei .׳mdereu sammeln oder 11ns wenigstens Adressen von I,ei-s«>111׳n mitieilen, die Besitzer solcher Literatur sind. Da sieh uns einige freiwillige Kräfte zur Vcrlüginig gestellt haben, um die Biiehcrsannnluiig zu organisieren, hoffen wir, daß es uns gelingen wird, diese Arbeit wesentlich atisziibaucn. Zionistische Vereinigung für Deutschland Hilfskomitee. Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Amerika. (Z i o n i s 1 i s e 11 e J a 11 r e s k o n f e r e n z.) Die lü. J a!11׳ e s k o 11 f e r e 11 z der ״Ledernt io 11 ol American Zion ist s“ fand am 2. bis •I. Juli in Philadelphia statt. Gleichzeitig mit der Konferenz der Föderation hielten die zionistische Erauciiorgauisation ״H a d a s s a h“ und das ״P rovis i o 11.1 I Zionist C o 111 m i 11 e e“ ihres Jalireskonfcien/cn ab. Auf der Tagesordnung dieser Konferenzen standen folgende wichtige I־’ragen: die Stellung der Zi״m>lcu zum nmcnknnisdi-jiidischen Kongreß, zu den ■verschiedenen allgemeinen Hilfsfonds; die Aufbringung einer großen jährlichen Stimme zur Deckung des Budgets für Palästina; die Ausdehnung der Organisation, Nähere׳ Nachrichten über den Verlauf der Konferenz liegen noch nicht vor. W,ährend des letzten |alm׳s hat sich, wie das Executive Gomittcc vier ״P e d c r a t i o 11 of Amt• 1׳ i e a 11 Zionists“ mitteilt, die Mitgliederzahl der Föderation verdoppelt und der S c 11 e k e I e i n g a 11 g v e r d r e i t a e 111. (Rur die Kinder in P a I ii s t i 11 a.) Das von Miß Leon in N e w - V' o r k im Auf- Rage des R r<1 v i so r i s ch cti Zionistischen E x e k 11 t i v k o in i t c e s ins Lehen gerufene II i I f sw e 1 k f ii 1׳ d i e i ii d i s e 11 e 11 K i 11 d e r in P a I ii - sti.na erweckt bei der amerikanischen Jiideuhcit das größte Interesse. Eine große Anzahl von jiiiliseilen Kindern in Amerika in verschiedenen Städten hat sieh eine m o n;111 i r h e Abgabe von 10 Cents zugunsten ihrer notleidenden Brüder und Schwestern in Palästina auferlegt. Brasilien. Der Verein Tit'erctl! Zion in Rio de Janeiro enttaltct eine rege Wirksamkeit, Er veranstaltete am Ri. April einen Flaggcntag, der!500 Dollar für das allgemeine jüdische I lilfswcrk ergab. Das Frgebtiis der diesjährigen Schekclsammhmg wird aller Voraussicht nach das Resultat der früheren Jahre bei weitem ühertreffen. Frankreich. Auf einem großen z. i o 11 i s 11 s c 11 c 1! M e c t i 11 g, das unter dem Vorsitz des Herrn M. F. Herold, Vizepräsident der Liga für Menschenrechte, in Paris stattfaml, sprach sich dieser warm z.11gun,-.ten der zionistischen Bestrebungen aus. Er legte in mehreren Ausführungen dar, daß die zionistischen Bestrclnmgen, die auf die Wiederbelebung von Palästina und die ״Sdiaffinig einer eigenen natkuialeii Kultur in diesem Lande gerichtet seien, sehr wohl in Einklang stünden mit den Bestrebungen der Juden in allen Ländern, die Gleichberechtigung at erkämpfen. Die Ligue F r a 11 co - S i o 11 i s t c veranstaltete am K>, Mai unter dem Vorsitz von Herrn Charles An d Irr, Professor um der Sorbomic, eine Ver- Sammlung, in welcher der bekannte französische Schriftsteller Andre Spire sprach. Hilfswerk für Palästina Der Gesamtbetrag der dnnh das Hamburger 1. o k a I k o m 11 e e cingclcitetrn Sammlung betragt 7 5 2(1, Mark. An dieser Sammlung haben sieli unter anderem beteiligt׳. C.l. M. Allen 25 Mk., |ac. Drucker 100 M , B. Du10 ״״ M., 1)1 iE. Fink 20M., R.-A, Hirsch 100 M., |acoh Hirsch 100 M., Willy» Hirsch 100 M,, Alfred Hirsch HX) M-, Leutnant Leo Joel 20 M,, S, Koch 50 M., ׳B. Lcibowitsch HK) M., l.cop. Landau IIX) M., Nathan Landau 100 M. , Dr. I aii/kron 5 M., Frieda l eojwdd 5 M., Otto Mcver BK) M., Dr, S. Marcus 30 M, Nallv Mi. Mainz HK) M., N. N. HK) M, N. N. 50 M N N. 50 M״ N. N. 100 M , N. N. 30 M N N 10 M N. N. 5 M N. Ni. 5 M , N. N. 5 M.. N. N. 5 M , Paul Ed. Nölting 10 M., J. Nachum-Altona 5 ,/M., Dr. M. Schlößinger 10(1 M., Dr, Simon 10 M., Ad. Sarason |{) M., W. Segelbaum 20־ M., Alb. Sa Iotncm-1 larburg 5 M., Z. A. t *mia 20 M, l)r. W. Victor 50 M., Dr. J. Weißbrem 10 M., D. Wolfsberg 5 M., Siegfried Weinberg 25 M, Dr. P. Zadik 50 M Z. A. Zimt/. '10 M, Nach Veröffentlichung unseres Ausweises in Nr. 'Jö vom )0. Juni Hilf) sind noch eine Reihe größerer Spenden cingcgaiige», darunter die zweite Rate einer Sammlung in Leipzig im Beilage von 2555 M,, 385 M. durch Herrn Rabbiner Dr. Jacob, Dortin 1111 d 2(>0 M. Sammlung durch Herrn (ich.-Rat UliniK'iilcId in Insterburg 1500 M. Anteil einer Sammlung in der Gemeinde Mülheim a. Rhein. Wir bitten alle Freunde um w eitere Unterstützung unserer Hilfsaktion, insbesondere um die Schaffung von L o k a I k o in i t e e s und um Aufgabe recht vieler Adressen, au die wir uns mit einer Spendenauffordertmg wenden können. Hilfswerk für Palästina. Berlin W. 15, Postscheckkonto Nr. 4192 Berlin. AUS ALLER WELT Aas Amerika. (Louis 1). B r a 11 d e i s.) Viscount Rcading (Sir Isaacs R u f u s) hat anläßlich der Ernennung von Louis D. Brand eis zum Mitglied des Obersten Gerichtshofes ih den Vereinigten Staaten folgendes Knbcl an den ,A me 1־ ica n II ehre w“ gerichtet: ״Die Mitgliedschaft im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ist eine der größten Aus/eiiTimmgcii. die es in der juristischen Welt gibt, und ich beglückwünsche meinen neuen AnHskollegen aufs herzlichste. Rcading, Lord Oberriehter von England.“ (Konferenz der orthodoxen R a b b i 11 e r.) Mitte Mai fand in New-York die 13. Jalireskonfereuz des ״V' e r b a 11 d e s der orthodoxen Rabbiner“ statt. 1111 Mittelpunkt der Debatte stand der Vorträg des Rabbiner Schaffer aus Baltimore über die jüdisch-orthodoxe Erziehung. E9 wurde folgende Resolution angenommen: ״Der Rabbincr-Vcrband sieht das Ziel der jüdischen Erziehung darin, daß die jüdischen Kinder zu richtigen Juden, die die Wege der Tora gehen, erzogen werden. Die ein/igen Mittel dazu sind die Bibel, die Gemar,ו und der Schulchan-Arucli“. Eine zweite Resolution über die national-radikalen Sclmlcn lautet: ״Der Rabbiner-Verband protestiert entschieden gegen die radikalen Schulen und warnt alle gesct/cstrcuen Juden, ihre Kinder in diese Schulen zu schicken. Sie sind kein geringeres (iift lur d.f- Judentum als die Missionsschulen und wer sie unterstützt, gleicht einem Juden, der den Götzendienst unterstützt.“ Xu» Rußland. (E in Z i ס n i s ן e!1 - R r o / e ß.) In Kiew , im gleichen Gcriclttxsaal, in dem vor dm Jahren ■sic 11 der B e 1 I i s.Rro/c!i abgespielt hat, fand im Juni d. J. der Prozeß gegen den Zionisten I lillcl Slot ח ס o I s k y statt. I )er Angeklagte wurde der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft beschuldigt, die das Ziel der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina hat. Als Beweis dafür diente ein Schekelhlock, der bei einer Untersuchung im Hause des Angeklagten gefunden wurde. Auf die Etage, ob er wirklich dem Zionismus angehöre, antwortete der Angeklagte: ,,Meinem Glauben und meinen Ucbcr- Zeugungen nacli bin ich Zionist. Lur die Wiederix;- lcbiing meines Volkes war ich auf kulturellem Gebiet tätig und habe bei der Herausgabe hebräischer Bürficr, die alle vom Zensor gestattet wurden, mitgewirkt,“ Als Sachverständiger, der den Richtern die (Ticimnisvollgeii Ausdrücke wie ״Schekel“ Kiimor Zion“ tisw, aiifklären mußte, wurde der Rabbiner Alcschkowsky beritten. Der Verteidiger war Rechtsanwalt L e s c h t s c h. Nach langen Gerichts- Verhandlungen wurde Slatopolskv schuldig erklärt und zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Gedenket der Baumspende zum 20. Tammus!

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