Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1916)
- Date
- 1916-06-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 21 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 26 Aua Ruasiach-Polen- (Eine I) c I c ß a t i o 11 der Warschauer jüdischen H i I f s g e s e 11 s c h a f t) Die Warschauer ״G e s e 11 s c 11 a ft / 11 r U 111 e rs t ü t z u 11 p der k r i e g s n o 11 e i d e 11 d c n J u - den“ sandte eine Delegation an das Stadtpräsidium, die um Hilfe für die in Geldnot geratene Gesellschaft crsudieii sollte. Die Delegation Dcriclitete über die segensreiche Tätigkeit der (iesellscliaft, über die Kinderheime, billigen Küchen und Werkstätten, die sie eingerichtet hat und subventioniert, und von den Anleihen, die sie vielen vom Unglück Betroffenen in größeren Summen gewährt hat. Die 'Geldmittel der Gesellschaft seien gegenwärtig völlig erschöpft und ihr drohe die Gefahr, ihre Einrichtungen entstellen zu müssen. Der Vizepräsident Dzcwjctzky, der die Delegation empfing, riet ihr, ein schriftliches Memorandum einzureichen und versprach, ihre Bitte um eine einmalige Unterstützung, wenn auch nicht in der von ihr verlangten Höhe, zn befürworten. (Ein proletarisch •konservativ er V c r - ein in W a r s c h a ti) Als Gegengewicht zu den evisticecndcu jüdischen Arbeiterorganisationen, die in der Regel radikal sind, gründete die orthodoxe Jugendorganisation ״T e w 1111 a“ einen proletarisch-konservativen Verein Z c i r e ■ J e h 11 d a“. Der Verein hat das Ziel, außer für die Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder, die Organisierung eines Arbeitsnadiweises und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auch für die geistigen und religiösen Bedürfnisse der Mitglieder zu sorgen. Zu diesem Zweck richtet der Verein Abendkurse cin( welche die Mitglieder in Sprachen, Kunst und Wissenschaft unterrichten sollen. I )cm Thora- und T a I in u d s t u d i u in wird — hauptsächlich am Sounahend — ein äugemessener Platz eingeräumt. Demnächst eröffnet der Verein ein ״A r b e i t e r 11 c i 111“ mit einer Lesehalle. An der Spitze des Vereins steht eine Gruppe Arbeiter und I landclsaiigestclltcr, die aus religiösen Gründen die bestellenden politischen und professioncllcn Organisationen verlassen haben. (Kon s 11 m v e r c i n c in B i a I y s t o k.) Für die jüdische Bevölkerung entstanden zahlreiche uin/elne große und kleinere Vereine. Die größeren unter ihnen sind der große Konsumverein mit 461 Mitgliedern und 2716 angesclilosscncii Persollen, der Konsumverein des Jugcndvercins, der 500 Mitglieder und 2626 Personen zahlt, der Konsumverein der Gesellschaft Linas Hazcdck mit 270 Mitgliedern und 1416 Personen, der sogenannte Zweite Konsumverein mit 370 Mitgliedern und 2IS0 Personen und viele andere. Im ganzen sind in der kurzen Zeit 19 Vereine gegründet worden, die 25 423 Personen mit Lebensmitteln versorgen. Die jiidisehen Konsumvereine haben sich darum zu einer gemeinsamen Organisation mit behördlicher Gcnclimigimg ziisamiiieiigeselilosseu, die den Namen ,Bialvstokcr S p e i s e s e k t i o 11“ führt. Diese Zentralstelle soll den Wai'encinkauf vornehmen und die Waren im Verhältnis der Mitglicderzahl auf die einzelnen Vereine gerecht und planmäßig verteilen. Bialvstok, Am 22. Mai fand eine Trauer- Versammlung anlaßlieh des Todes von Sehaloin Alejehern statt. Das Palast-Theater, wohin die zionistische Organisation ihre Mitglieder cingcladen hatte, war schon lange vor Beginn von über 1000 Personen besetzt. Herr Patt eröffnete die Traucrvmaininlung, indem er mit warmen Worten des Verstorbenen ged,•teilte. Sodann ergriff Herr L rank das Wort, Mit feinen Worten gab er einen Ueberblick über das literarische Schäften Schalom Alejcliems. Als dritter sprach I lerr Jccheskiel E i - senherg, Mitglied des Vorstandes der Bialystoker zionistischen Vereinigung. Seine Ausführmigen galten den humorvollen Werken des verstorbcneu jüdischen Dichters, Die Herren Geist und M a g g i d s o 1111 widmeten dem Entschlafenen Worte der Trauer. In den beiden größten Synagogen fanden am Sabbafh nachmittag Gedenkfeiern statt. Ferner hat der Verein Chmvewc sfat ewer ihre jeden Sonnabend stattfindende Diskussion den Werken Schalom Alejeheius gewidmet. Kaliscli. Als eine große Demonstration des jiidisch-iiationalen Lehens in Kaliseh muß das von dem Jüdischen Turn- und Sportverein am 12. Juni veranst;dtete Turnfest auf dem eigenen Turnplatz des Vereins verzeichnet werden. Das Fest wurde durch eine Rede des Herrn M i I i u k o w s k i eröffnet. Das Programm enthielt Freiübungen der Männer- Frauen-, und Kinder-Riegen, Reck und Barrcuühungeii usw. Audi die S c h a I o m - A I c j c h 0 111 - ti eile 11 kf e i e r am Lag-be-Omer nahm einen glanzenden Verlauf. Au« Rußland. (Antisemitische Verleumdung.) Trotzdem der Vertreter des Ministeriums in der Duma öffentlich erklärt hatte, daß das Zirkular vom 9. Januar, das die Juden des Landesverrats beziehtigte längst zurückgezogen sei, sdiicn diese Ver- Ordnung den Behörden der Provinz unbekannt gcblieben zu sein, da die antisemitschc Verleumdung seitens der offiziellen Behörden fortgesetzt wird. Der Chcrsoncr Gouverneur, Baron Orcvenitz, versandte am 29. April (Abteil. 4 Nr. 181) ein Zirkular an die Behörden des Gouvernements, in dem mitgcteilt wird daß unter den jüdischen Flüditlingcn die sich im Cnersoncr Gouvernement niedergelassen haben, eine eifrige deutschfreundliche Agitation gc* trieben wird. Die Juden »ollen zu diesem verräterischeu Zweck spezielle Propagaudavcrcine gebildet haben, deren I äligkeit die kikulcn Behörden bcsonders beobachten sollen. (V o 11 den G e m e i 11 d c 11.) Der Kampf um die Demokratisierung der Pct e r s h u r g e r G e 111 c i 11 d c o r g a n i s a t i o n . der seit einigen Jahren tobt und in letzter Zeit, nachdein die Petersburger Gemeinde die tatsächliche )nitiatorin und Leiterin der großen Kriegshilfsorganisation geworden war, besonders aktuell wurde, nahm jetzt seinen erfolgreichen Abschluß. Nacli vielen Deballen der Verteidiger der Demokratisierung, der Heuen W, S. Mandel, Rechtsanwalt O. O. Orusei! borg, L. S. Babkcw u. a. mit den Vertretern der Gemeinde H, B. Sliosbcrg an ihrer Spitze, beschloß die letzte allgemeine Versammlung der Gciiicindcmitgliedcr, die am 21. Mai unter Vorsitz, von M. M. Winawcr stattfand, die Mitglic* dcrstcuer von 25 auf 3 'Rubel herabzusetzen. (H i 1 f c f ü r Pa lä st i n a.) Die Verwaltung der jüdischen Kriegs* 11 i I f s o r g a 11 i s a t i o 11 in Moskau beschloß 3 bis 5°,'o der gesamten monatlichen Einkünfte zugunstcn der kriegsnotleidenden russischen Juden in Palästina zu bestimmen, (Orthodoxe Schulen.) Der gegenwärtig iii H o m c 1 weilende Rabbiner aus Wilna CI1, O. Grodzensky erhielt aus Amcrika HXI ()()() Rubel zwecks Gründung von Schulen für jüdische Flüchtlinge. Eine aus den Führern der jüdischen Orthodoxie in Rußland zusammengesetzte Kommission, die aus den Rabbinern L. Rabino* witsch aus Minsk, J. Rabinowitsch aus Ponicwcseh und Kassowsky aus Mari1r!x>l besteht, begann unter Mitwirkung des Petersburger Rabbiners 1)1׳. M. E i s e 11 s t a d t den Lehrplan dieser Schulen auszunrbcitcu und die Orte zu bestimmen, wo diese Schulen gegründet werden sollen. (Eine jüdische Kunstausstellung) Die Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Kunst eröffnete in Petersburg eine neue Ausstellung von Werken jüdischer Maler u. Bildhaner. Auf der Ausstellung sind vertreten die älteren jüdischen Künstler (Elia Ginzburg, M, L. Majtnon, Brodsky, Pen, Ahronson) und eine Anzahl junger Kräfte (Zuckermann. N. Altmann, J. N. Hurwitsch, Slcpian, La* cliowsky, Syrkin 11. a. in.), die insgesamt 160 Kunstwerke niisstellten, 1 Tie russische Presse wie auch die Kunst/eitsehriften schenken dieser Ausstellung großes Interesse, (Literarisches.) In Petersburg erschien unter der Redaktion der liberalen Professoren B o d u e n - d c - K o r t 11!1 c , G ro d c s k 111, Fürst I) o 1 k o r 11 k o w, S p c r a 11 s k y und G 111׳ e w i t s c 11 ein großes Sammcibucn ,,y a t c r I a 11 d", das die modernen Literaturen der Völker Rußlands zu ergründen und durch Ucbcrsctz* ungeii dem russischen Publikum zugänglich machen soll. Der erste Band dieses Sammclbtichs enthält unter anderem eingehende Abhandlungen von Dr. Joseph Klausner über die ncuhebräischc Litera* tur, von Dr. El ja sehe w (B a a I - M a c 11 s c 11 o wes) .über die jidischc Literatur des XIX. Jahrliundcrts und von B, Ourewitsch über die russisch-jüdische Literatur. (Hebräische K i n d c r 1 i t c r a t u r.) Unter der Redaktion von Ch. N. Bialik wurde in Odessa ein neuer hebräischer Verlag ״Sifri“ gegründet, dessen Ziel die Herausgabe von guter K 1 n d c r I i t e r a t u r in hebräischer Sprache ist. Die bis jetzt erschienene Serie bestellt aus zehn schön aiisgestatteten und gut illustrierten Heften. Sie enthält Kindermärchen von M. Ben-EIiczcr, Jakol) R a b i ״ o w i t s c 11. Sch. K r i p c 7. und Elischcwa R a h i 11 o w i t s c 11. Eine zweite Serie erscheint demnächst. Abonnements auf die Hazefirah Wir teilen mit, daß wir für Deutschland nunmehr Abonnements auf die Hazefirah aitiielittien 1 können. Der Bezugspreis ist bei täglicher Zusendung: 30,— JVtark jährlich, 15,— Mark halbjährlich, 7,50 Mark Vierteljahr• lieh. Bei Versendung dreimal in der Woche: 25,— Mark jährlich, 12,50 Mark halbjährlich, 6,25 Mark vierteljährlich. Jüdischer Verlag. Schalom Alejchem-Trauerfeier Am Sonntag, den 2. Juli, 5 Uhr nachmittags, findet im Lcltrervereinshaus Alexanderstraße 41 eine öffentliche Trauerfeier anläßlich des Todes Schalom Alcjchcms statt. Die Traucrkundgebung veranstaltet der jüdisch *literarische Verein Perez, Ihre Mitwirkung haben zugesagt: B. Großmanti (Prä- Indium, dem Andenken des Verstorbenen gewidmet) S. Schneur (Gedicht und Erinnerungen), Dr. R.’ Scligmann (Ansprache), A. Singaiowtky (literarische Würdigung). Nachrichten Berlin. Unsere Gcsinmingsgen. Gefreiter Heine. K u 1111 (Hcrzl-Qub Berlin), Morris Dr c v f u ß -Straßburg i. Efs. (K. J. V,), Richard F r ä 11 c k - Hamburg (K. J. V.), Gefreiter Walter Samuel (Herzl-Club Berlin) haben das Eiserne Kreuz erhalten. Dr. Huld, sch i 11 e r* Hamburg wurde durch Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille am Hände 11. der Tapfer* kcitsmcdaillc ausgezeichnet. Unsere Gesinnungsgenossen Erich Buch holz. Berlin (K. J. V.), Fritz G o 11 s t c i n - Bonn (K. J. V.) Walter De u t s c 11 m a n 11 - Breslau (K. J. V.) und Obergefreiter Meyer wurden verwundet. Berlin. Zionistischer Jugend verein. Am Sonntag, den 2. Juli Tageswanderung, Treffl p׳unkt 81/2 Uhr morgens Bahnsteig Zoologischer Garten mit Karten 3. Klasse nach Waniisec. Nachzügler werden ulin 2 Uhr am Bahnhof Ncu-Babclsbcrg erwartet. Von dort Weitermarsch zum Blau-Wciß-Fest bei Drewitz, Wir hoffen auf eine starke Beteiligung, Breslau. Am 5. Juni fand die General ver* Sammlung der zionistischen Ortsgruppe statt, in der der alte Vorstand unter Entlastung wicdcrgcwählt wurde: 1. Vorsitzender R, A. lacobsoh n, 2. Vor- «ätzender Leo Orüntlial, Kassenwart Hugo Singermann, Schriftführer Referendar Gold- Schmidt, Beisitzer Zahnarzt Hugo Schachtel und Dr. S t c i n i t z, Nationalfondskommissär Frau!, Lucie Kober. Es gelangten folgende Anträge zur Annahme: Die Ahonncmcntsgcbuhr für die ,,Rundschau“ wird auf 6,— Mark pro anno, der volle Jahresbeitrag auf 14,— Mark erhöht, wogegen der Studeiitenbeitrag wie bisher 3,— Mark pro Semester bleibt, Für das Hilfswerk wird vom 1. Juli 1916 ab ein Beitrag von 20,— Mark pro Monat aus der Kasse der Ortsgruppe gezahlt. I)er Vorstand wird mit der Ausarbeitung neuer Statuten betraut. — Wie bisher veranstaltet die Breslauer Ortsgruppe auch weiterhin in 14-tägigcm Turnus gesellige Versammlungen, in denen die Mitglieder durch gegenseitige Aussprache über alle Vorfälle innerhalb der Bewegung orientiert werden. — Die nächste Versammlung findet am Montag, den 3. Juli im K. J, V.cr Lokal. Carlstraßc 41 statt. Schluß des redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, den 30, Juni 1916, abends: in allen Synnagogen 8 Uhr. Sonnabend, den I. Juli 1916, vormittags (NeuiiiüihB: in der Alten Synagoge 8U> Uhr, i» der Pcstalozzistr,-, Kaiserstr.- und Ryxcstr.-Synagoge: 9 Uhr; in der Neuen, Lindenstr,-, Lützowstr.-, Fasanenstr.- und Levotzowstr.-Synagoge: Frühgottesdienst 7</2 Uhr, Hauptgottesdicnst 10 Uhr. — Predigten: Alte Synagoge: Rabbiner I Ir. Esehcibaclier, Synagoge Kaiserstr,: Rabbiner Dr. Rosenzweig. Nette Synagoge: Rabbiner Dr. Blumenthai. Synagoge Lützowstr.: Rabbiner Dr. Weiße. Synagoge Fasanenstraße: Rabbiner Dr. Hochfeld. Synagoge Lcvctzowstr,: Rabbiner Dr. Lcwkowitz. A b e 11 d g o t t c s 11 i e 11 s t (Sabbatausgang): 10 Uhr 30 Min. Mincha: in allen Synagogen eine halbe Stunde vor dem Abendgottesdienst. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: In der Alten- Kaiserstr,- u. Rykcstr.* Synagoge ö>/2 Uhr. in den anderen Synagogen 7 Uhr. Abends: it\ 'allen Synagogen 8 Uhr. Sitzung der Repräsentanten-Versamm- I u njt, Sonntag, den 2. Juli, vormittags 10 Uhr, im Sitzungssaal, Üranienburgcrstralk 3011. ר Jüdischer Nationalfonds Zentral• für Deutschland Oaldaaodaofao •104 auaaehllaaallch m rlchtao 00 Barr■ Mao Vollaloloar, CHartatUat»!(, Raaahaa-Sltata 1• Dr. M. Eitingon dankt f. d. ״Treue" . . - 10,— jung-Juda .27,50 Stabsarzt Dr. Loewcnheim, Berlin, grat. Uns teroff. Werner Senator z. Beförderung . . . 2,— Ludwig Ikcnbcrg, Dresden, grat. Dr. Löbl u. Frau, Leipzig, und grüßt Onkel Raphael und Frau 1,— Fclduntcrarzt Goldenberg.5,— Fritz Schcrbel dankt Alice Schragenhcim f. d. freundl. Grüße ins Feld.L— N. N. f. hervorragendes Laufen v. Kurt Zucker b. Stafcttenlauf ״Stern-Stern״. Vizcwachtm, Leo Piczcnik koitd. Fam. Neumann, Königsberg.1.— Käte Nothmann, Breslau, freut s. über d. Genesung ihrer 1. Tante Reich, grüßt ihren geh Bruder Fritz u. erinnert a. a. 3. •dhönai Tage im Riesengebirge.1,—