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Jüdische Rundschau · 1916-06-16 · Heft 24 (16.6.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 24 (16.6.1916)
Date
1916-06-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 195 daß der zionistische» Arbeit die Rolle zuiällt, dort helfend eiuzugttjifcn, wo es sich tun Aufgaben handelt, die im Interesse der Gesamtheit liegen - und hier* zu gehört vor ulten Dingen die Förderung der land* wirtschaftliche» Kolonisation. Iin zweiten Teil geht Böhm auf die Gründlingsgeschuhte des Nation,ilfonds, seine (irnndprin/ipien iiihI den Beginn seiner Tätigkeit In Palästina ein. 1111 dritten Teil schließlich zeigt er die Grund- Probleme der praktischen Tätigkeit auf, bestehend vornehmlich in den technischen Problemen der An- Siedlung, der Arbeiterfrage, dem Krcditproblcm, den städliseli-gewcrblicheii Aufgaben und dem Kulturprob־ lern. In kurzen Zügen werden hier die gesamten Tragen in sachlich klarer Weise dem Leser vor Augen geführt und es gewinnt so auch der fliiclitige Leser, der sielt vor der Lektüre und Durcharbeilmtg dicker Bücher scheut, ein klares Bild der vorhandenen Problem« und des Versuchs des Nationalfomls, zu ihrer Lösung beizutragen. Zum Schluß gibt uns Böhm eine Ucbcrsicht über die Leistlingen des Jüdischen Nationalfonds vom Bc* ginn seiner systematischen Betätigung in Palästina von Mitte BIOS bis Beginn des Weltkrieges I<114. Die Aufwendungen für Palästina betrugen 1(08ל: M, ■<00 00(1 Ti u/0, des Vermögens und 1014: M. '2 012 000 70 °/0 des Vermögens. Eine l Jehersicht über die Spendenarteii, die Propagandatätigkeit und die Organisation des Nationalfomls beschließen das mit guten Illustrationen atisgestattete lieft, das hoffentlich in weiten Kreisen, nicht nur in zionistischen, aber auch 'in diesen zur Aufklärung über die /.wecke des Nationalfonds heitragen kann u, hoffentlich seinen Hauptzweck erfüllt, die Mittel des Nationaltonds durch eine erhöhte Sammcltätigkcit ständig zu vermehren. Bedarf es doch keiner weiten Voraussicht, um zu erfassen, dall gerade nach dem Kriege vor allem an die jüdische Oe ff entlichkcit Fragen herantrelen, deren Lösung nicht nur Zeit und IJcberlcgimg kostet, sondern vor allen Dingen auch (ield und nochmals Geld. Es liegt in der Natur der Böhm gestellten Aufgäbe, dall er eine rein sachliche Darstellung der Tätigkeit des Nationalfomls in!,;ilästina gegeben bat; es kann einer Propngaiulabroscliiire mir als Verdienst allgerechnet werden, daß sie es vermieden hat, die geleistete Arbeit besonders kritisch zu bvurteilen oder gar Einzelheiten abzulehncii oder Reform- Vorschläge zu machen -■ und doch muH ich ihm in einem Punkte widersprechen: dall nach über drcifligjähriger Kolonisationsarbcit die Vorfragen gelöst erscheinen mul das Tempo der Weiterentwicklung fast ausschlielilieh von den Mitteln abhängt, die das jiidisclie Volk zu seiner Eigcnbefrcinng aufzuwenden willens ist. Ich glaube, ihm liier widersprechen zu dürfen, denn beispielsweise gerade über die Frage der Betätigung des Nationalfomls, d. 11. nicht ob, sondein vielmehr auf welchen Gebieten er sieh betätigen soll oder nicht, sind wir noch nicht zu voller Klarheit gelangt. Und (loch wäre es wünschenswert, wenn wir »och vor Bcemligtmg des Krieges zu einer kritischen Beurteilung der bisher geleisteten Arbeit gelangten und daraus unsere evt, Eiilsehlielhmgeii für die zukünftige Arbeit sicli ergeben wurden. Aber da dies nicht zur Kritik der Höhnische» Broschüre gehört, deren Vorzug cs ja gerade ist, keine Kritik zu enthalten, so möchte ich diese Kritik der Arbeit des Nationalfonds einer besonderen Bctrnclitung überlassen. I )r, Gurt Na« ral/ki, ZIONISTISCHE BEWEGUNG Tage selbst arbeiteten eine Reihe von Kommissionen vom frühen Morgen an. und das Resultat war, daß mehr als KXM) Schekel verkauft wurden. Mittags erschien eine Sondernummer der zionistischen Zeitung ,,La L s p c r a 11 z a“, von der innerhalb zwei Stunden 2000 Exemplare abgesetzt wurden. Ihn ל Uhr fand im ״Odeon“ eine große Versa mm- 11111 g statt, an der mehr als 1000 Personen teilnahmen, Ansprachen hielten die Herren David Florentin, Moisc Benssiglio Aron Pardo, Jo set Usiel und Madame Jonina (Jo hell. Die Versammlung nahm einen glänzenden Verlauf. Durch den Sehekeltag haben sich die Zionisten in Sak>- niki ants neue die Sympathien weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung erworben. AUS ALLER WELT Am» Frankreich. (Von der jüdischen Hilfsaktion.) Ifurch die Bemühungen der Herren Eberlin. M. »egal, M. J. Sehapiro und Madame Oub- ,*«Hl Wf will 15. Mai ca. 300 000 Tranes für die jüdische Hilfsaktion aufgebracht worden. Au» Amerika. (Vo m a m e r i k a 11 i s c h-j üdisclienKongre II.) ijcwish Advokatc“ veröffentlicht in seiner Nummer vom I, Mai einen von Herrn Jakob de Haas ״״■gelegten Plan für die Wahlen zum Kong re h wonach auf je 10 0m) Seelen der jüdischeu Bevölkerung eines jeden Staates in den Vereinigten Staaten je ein Delegierter, und weitere Delgierte Inr je weitere 5000 Seelen gewählt werden sollen Unter Zimrumlelegung der Zählung des Jahres 1010 würde das eine Gesamtzahl von 258 Dclegierten ergehen. Au» dem besetzten Gebiet. (Zur S t a d t v e r w a 11 n » g s o r d n 11 n g in W a r s c 11 a u.) Im ״Verordnungsblatt des Warschauer Generalgoiiycrneinents“ (Nr. 31) wurden neue Erklärungen zu den Verordnungen über die neue Stadtverwaltung Warschaus veröffentlicht. Bekanntlich hieß es in der Verordnung, dal) nur der wählen kann, der die Staatsangehörigkeit .des Königreichs Polen besitze. Die Erklärungen fügen hinzu: Das aktive Wahlrecht besitzen auch russische Staatsangehörige falls sie 1. im Gebiete des Königsreichs Polen geboren sind oder 2. ihre Elfern wahrend ihrer Ge hurt im Gebiete des Königsreichs Polen gewohnt hatten, oder 3. 15 Jahre ununterbrochen in diesem Gebiet wohnten oder endlich ■1. sie unbewegliche Güter im Stadtrayon von Groß Warschau besitzen. (Vor den Warschauer Stadtwahlc n.) Die Anmeldung der Wähler zu den Wahllisten der einzelnen Bezirke läßt noch keine besondere Anteilnahme der Wähler erkennen. Die Zahl der täglichen Anmeldungen bewegt sieh höchstens' zwisehen 20 und 30 Personen, Einzig das im Rathaus eingerichtete Informationsbüro zeigt lebhafteren Bc- | sinh von Pcixoiuii, die sich über ihr Wahlrecht, ihre Kurienzutciliiiij,: Aufschluß holen wollen. Die ■ politische Vorbereitung der Wahlen ist bereits in lebhaftem Gange, sie dürfte jedoch erst nach Ter* | tigstellung der Wählerliste voll einscl/en. Die ״ationaljiidisehe Bevölkerung tragt sieh mit der Alisieht, ein j 11 d i s c 11 0 s W a 111 k o 111 i t e e einziisct/cu. Vorlanlig aller gelang es nicht, die (ie- | miimigiing zur Gründung eines solchen jüdischen , Walilknmitecs zu erhalten. Eine Beratung der Assimilniitcn beschloß, kein spezielles jüdisches Wahlkomilcc cinziisetzen. Jüdische Wälder, die über ihr Wahlrecht im Unklaren sind, haben bis jetzt keine 5'teile, wo sie juristischen Beirat finden können, obglcidh die Eintragung jn die Wahllisten bereits hegönnen hat und nur zwei *Wochen flauem wird. dem Leben des heiligen Rabbi Mosche leih von Sasow, Schal« m Asch schildert den Sahbatli Na 11 um So ko low steuert einen Beitrag Kowcil“ Ix־*. lk־m ein f1'«'H'r Humor anfleuelitet Ikr Hu- 1״«.r glanzt vor allem in den ״Erlebnissen eines jiide-cheii Statistikers in Polen״ von J. L. Percz. Von S. J. Agn11״ selbst stehen zwei Erzählungen hi dem Buch, die dem Dichter neue Freunde zu di 11 alten gewännen werden, die bisher schon so außerordentlich viel von seiner Kunst der Erzahlang halte״. Andere Beiträge von Salninon Maimon, Jacob Dien es oh n, Joseph B. Ehrlieh, D. F r i s c 11111 a n 11, Schnurren, Anekdoten, (!eist״‘geschiehteil und Sprichwörter gestalten das Itueti zu einem fast geschlossenen Ganzen. Es gibt nii warmes Bikl, einen bleibenden Eindruck. Mif diesem Buch ist gleichzeitig ein Buch für die atifnahmsfähige Jugend, den literarischen Gemelier und den politisch Interessierten geschaffen. I׳s ist ein seltenes Buch, das uns hier der Jüdisclie Verlag beschert hat. Wir können uns ׳"ח״י freuen, neben dem neuen Buch von Martin Untier ״Die jüdische Bewegung“, neben dem 2. Band von A c 11 a d I I a a m s Schriften, die -1,eben herausgckoniinen sind, und neben den ersten Heften des ״Juden“, die gezeigt haben, welche -chaffeude Kräfte, in diesen Tagen dem Judentum (heuen.!. |~| Die neue Broschüre des Jüdischen Nationalfonds Die vom I iauptbureau des Jüdischen Nationalfoods in der Nation,illondhihiiotlick lierausgegehene Broschüre von Adolf Böhm*) setzt die Reihe der |H׳riodiscl1cn Schriften fort, die von Franz Op|>c11• iieiiner durch seine Schrift über das (jcnieiueigeiitiini und Privateigentum an Grund und Boden eingcleitct wuixle. Einen berufeneren Kenner der praktischen Paliishnaarbeit als Adolf Böhm halte der Nationalfomls für die Herausgabe der Broschüre kaum finden können; vv.u cs doch liöliin, der es versuchte, durch eine gesilücktc Redaktion der IUI3 leider doch cingeg;mgcn1״ Palastitiazeitsehrift und durch die Veröffentlichung sachlich sehr gut orientierender Artikel über die versdiiedenen Probleme der palästinensischen Kolonisation das Interesse weiterer Kreise für diese Fragen zu erwecken. So waren denn ihm die vcrschicdenen Aufgaben unserer kolouisatorisehen Tätigkeit nichts Fremdes und es ist ihm daher gelungen, in kürzerer Form ein übersichtliches und erschöpfendes Iklil sowohl der Arbeit des Nationalfonds in Palastina, als auch durch instruktive zusammcnfnssciidc Zahlen eine gälte Uebcrsicht über seine Grumlprinzpeii und die Aufbringung seiner Mittel zu gehen. Nichts zeigt mehr das Eorlsclireitcn der praktischen Betätigung des Nationalfonds in Palästina wie auch seine wachsenden Einnahmen als ein Vergleich mit der ״■sleu ebenfalls von Böhm herniisgegcbcucn N.iiiniialt'nmls-Broschiire im Jahre lü 10. Die Ivcidcn iWxisclüircn unterscheiden sieh so wesentlich von einander, daß man die neue nicht gut als ״ne zweite Auflage der ersten bezeichnen kann. Ms die erste Broschüre erschien, w ar es wie auch da> Vorwort hervorliebt, ihr /weck, einen orientierenden l!eberblick über Wesen und Ziele des Jüdisc hen Nationalfonds zu geben und die Aufmerksamkeit vveitecer jüdischer Kreise auf sie zu lenken, denn damals leihe der Nationalfomls gerade er-t aiigefangen in P il.ioma in größerem Stile zu arbeiten. Seil der Zeit G>'׳r hat sich die Tätigkeit des Nationalfomls immer voller entwickelt, viele neue Anlgabcn sind Süirzn- ״■kommen, neue Probleme tauchten aul, an deren I nsiing er niit/uarbeiteii begann und so winde seine Eiligkeit vielseitiger und gleichzeitig eine mehr das ״,samte jüdische Leben in Palästina umfassende. Biese völlig \״änderten Verhältnisse spiegelt auch üi r Inhalt der Broschüre wieder. Da die Schrift ah־״ nicht nur für die zioiiistisehen Kreise bestimmt ist, so geht sie, gleich der eisten Broschüre, von der Lage und Bewegung der indischen Massen aus, einer Lage, deren uugluekheüc Folgen wohl im Kriege der ganzen Welt end- ״iltig zum Bewußtsein gebracht winden sind Nach Schilderung der Verhältnisse der in Trage kommenden Aiiswandcrungsländcr werden die Einwandenmgsgcbiete behandelt, dann die Schwierigkeiten lind schließlieh die Fragen der weiteren Zukunft und Vorteile einer Paliistiiinkolonisation. Besonders wird von Böhm darauf hingewiesen, daß es Dezennien brauchen wird, um die Ansicdlungsarbcit in Palästina auf eine solche Stufe zu bringen, daß sie eine fühlbare Ein- Wirkung auf die Lage der Juden ausüben kann und zwar nicht nur in moralisch kultureller Beziehung, ־ das ist sclion heute der Fall — sondern auch in ökonomisch-sozialer. Er weist wertcr dar!״,f , *) Der Jüdische Nationaltonds Von Adolf Böhm. '"י Buclihandel ו 'Mk. Skandinavien. Malmö: Am I. Juni fand im Standard-Hotel eine Veranstaltung der Zionistischen Vereinigung Maluiü statt, bei der Herr l)r. M. Rosenblüth- Kopenhagen einen Vortrag über ״die Lage der Juden im Weltkrieg“ hielt, Im Anschluß daran trat ״ne Reihe neuer Mitglieder der Ortsgruppe hei. Nach einer kurzen Aussprache über die bishörige Führung der Geschäfte fanden Neuwahlen des Vorstandes statt, der bisherige Vorstand wurde wieder- und einige weitere Damen mul Herren hinzugewählt. Dr. Frischt- Malmö gedachte in warmen Worten des verstorbenen Schakmi Alcjchcm und trug einiges aus seinen Schriften vor, Herr Kantor Kaper son sang einige jüdische Volkslieder und die rlatikwah. Alle Darbietungen wurden mit größtem Beifall aufgenommen, Griechenland. (Schekeltag in Saloniki.) In Saloniki fand vor kurzem ein Schekelt a g statt, der von den zionistischen Vereinen B n c i Zion, Socidtd Nordau, Bnoth Zion bowie den zionistischen Sektionen der Vereine K adimah und Makkabi veranstaltet wurde. Era Aufruf, der in Tausenden von Exemplaren verbreitet worden war, hatte die jüdische Bevölkerung Saloniki» auf den SchekcKag vorbereitet, An dem (L a g - B a (1 m e 1 - F e i e r in W ,1׳ r s e 11 a u.) . . . Als ein bedeutsames Ereignis muß die fcierliehe Begehung des L a g - B a o m e r in Warschau bezeichnet werden. Es war eine so gewaltige jüdiselii Veianstaltnng, daß sic alles übersteigt, was man bisher in Warschau kannte. Es war eine große öffentliche Kundgchuug der Juden Warschaus, Wer hätte sich einst träumen lassen, daß Tausende von Juden sich in Warschau ruYt Fahnen in den jüdischen Farben und unter Gesang liewegen wurden, und daß kein Mensch sie daran hindern uiirde! Die Stimmung aut den jüdischen Straßen, durch die die junge, frische Jugendwehr zog, durch Oie die Schüler der verschiedenen jüdischen Schulen marschierten, war echte Feiertagsstimmung. Das Fest, das anfänglieh nur für die Kinder bestimmt war. verwandelte sich in eine gewaltige Kundgebung für den jüdisehen nationalen Gedanken. Eine gehobene Stimrmmg herrschte auch in Wawer wohin der Kinderfestzug■ sich wandte und wo die Jugend wehr ihre Zelte aufschlug. Besonders erhcbimd war der Augenblick, als die Fahne des Tum- Vereins ״M a k k a b i“ eingeweiht wurde. Feierlich war der ganze Vorgang, feierlich auch die Stimmung der nach Tausenden zählenden Volksmenge, die der Weihe beiwohnte und einen erhebenden Eindruck von der seelischen Kraft wie auch der Organisation»• fähigkeit der Juden gewann, die sich hier in Wawer zeigt*. Und als die Schüler mit der Jugend wehr

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