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Jüdische Rundschau · 1916-05-26 · Heft 21 (26.5.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 21 (26.5.1916)
Date
1916-05-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 171 schwierige Lage entstanden sei. Sodann schilderte er in alle״ Einzelheiten die Wünsche, welche zu erfüllen seien, und legte eine Anzahl von Thesen vor die nach längerer Debatte angenommen wurden Unter anderem wurde dem Vorschlag des Referenten •zugestimnit, dal! das Hebräische als Lehrgegenständ beim Religionsunterricht tlort zu erst r eben sei, wo di c S c h ii I e r ohne Kenntnis des Hebräischen au f zu* * w a e h s c n <1 r o h e 11. Am nächsten Vormittag hielt Gold mann- 0״! 'י|ין d״ Keferat über ״Die Stellung des R a h h 111 c r s z 111 r ü s t j u d c n f r a g c״. Ohne Vorseiila: c für die Zukunft zu machen, legte der Refereut rein objektiv die historischen und psychologischen (irmidlagcn der Ostjudenfrage dar und hob hervor, dal! er keinen Beitrag zu ihrer Lösung, sondern nur zu ihrem Verständnis geben wolle. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Skandinavien. (Schekcltag in Kopenhagen) Am Mittwoch, den 3. Mai, fand im grollen Saal des I laiidwerkcrvercins in Kopenhagen ein von den Zionisten eiiibenifener Schekcltag statt. Der Saal war mit den jüdisch-nationalen Farben dekoriert. Das anwesende Mitglied der Zionistischen Lei- (um;. Herr Dr. Victor Jacobson wurde vom Publikum mit lebhaftem Beifall begrübt. Den Vorsitz fulme Herr l)r. Martin Roscnblüth. Herr Mark gab einen historischen Uchcrblick ulni die Entwicklung des zionistischen Gedankens im judi-cbcn Volke. I Icir S I o r aus Palästina sprach in einem schönen I Icluuisch über die Aufgaben der jüdischen Jugend ge1 ■nnber Palästina. In gleichem Sinne sprach Frl. Zilia I c i 11 b c rg , Abiturientin des hebräischen Gymn.iMimis in Jaffa. Die beiden hebräischen Ansprachen rieten heim zahlreichen Publikum eine grolle Begcidmiiig hervor. Die Hauntrcdc hielt Herr Dr. Bernstein. In längeren Ausführungen schilderte er die gegenwärtige Lage des jüdischen 'Volkes, für die nur im Zionismus eine radikale Lösung vorhanden ist. Die zionistische Bewegung habe sieb als die einzige Macht erwiesen, dm ilnc absolute Einheit und ihren wahrhaft interterritorialen Charakter in voller Kraft bewahrt hat. Theodor llerzl habe über Karl Marx einen historischen Sieg c r r u n g e 11. I )as jüdische Volk müsse rechtzeitig für ein neues starkes Zeiimim im zukunftsreichen Orient sorgen. Bei den?ukuutUgeii Fricdeiisbcralungcn darf die Stimme des jüdisches Volkes nicht fehlen. Damit aber die Stimme von dm politischen Machtfaktoren gehört werden soll, iK’il.irf der Zionismus der unbestreitbaren Voll• madil dm jüdischen Volkes. Eine solche Vollmacht bildet dn Schekel. Solche Vollmachten brauchen wir noch .Millionen. In der wachsenden Zahl der Sehekelbekcnmi liege die SicgcHnirgscIiaft des Zionismus. Namens des zionistischen Vereins ״Kadimah“ sprach Herr Stud, Rosen blum, der auf die Not- Wendigkeit des Zionismus für die Sicherung des Fortbesteh!•ns des jüdischen Volkes hinwies. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden endete der Schekeltag mit ein! 111 begeisterten Absingen der ״Hatikvvah“. In Trondhjem wurden 400 Kronen für Palastina gesammelt. Der Palästina-Abend, den die Zionistische Ortsgruppt: S l o e k 11 o 1111 unter größerer Beteiligung aller judiM/licn Kreise der Stadt veranstaltete (siehe ״Jiidischc Rundschau“ Nr. 19), ergab einen Reingewinn von 930 Kronen. In Kopenhagen ist in zionistischen Kreisen fine monatliche S cl b s t b e s t e u e r u ״ g zugunsten f’al.otnias durchgcfülirt worden, die für die beiden ersten Monate den Betrag von ca. 1000 Krone״ erßebui hat. Rumänien. In der letzten Nummer der ״llntikwah“ findet sich ein Bericht über die Gcldcingängc bei der nm1ä!1isd1c11 Zionistischen Föderation im Laufe des ersten (Quartals (Januar-März) 1910. Es gingen ein mr Nationalfonds «973,93 Lei, Actions-Gomitc (Sehesei :׳T/V7Ö) 3519,35 Lei, Zeiitralfoiuis 1009,50 Lei, Scliulv, a k MO Lei, Palästinahilfsfonds 3383.05 Lei, Pala -1 i 11 a i n st it ut itvncn 233,25 Lei. Laiidesbcitrage 1fl.111 Lei, zusammen 18 500,10 Lei, eine Summe', me beileiitend zu nennen ist, wenn man bedenkt, daß mich die rumänischen Juden in schweren Zeiten leben, . Die rumänische Föderation hat die zionistische Broschüre ״Was wir wollen“ in rumänischer Sprache heransgegeben und in mehreren tausenden Exemplaren verbreitet. Frankreich. (Die Ligue F r a n co •S io n i s t e) , Die Ligue F ra 11 c o-S i o 11 i s t c , die kürz- ״eil unter dein Protcktorntc einer Reihe bekannter ״an/(>>ischcr Politiker, Gelehrter md Künstler gc- Uundct wurde, hat in letzter Zeit eine Reihe von Konferenzen und Versammlungen vcraiif!a *ct, in denen über den Zionismus und die jüdische Kolomsationsarbeit in Palästina Referate erstattet *״«len. Die Liga bemüht sich, die öffentliche Mcinuiig in Frankreich über die Bestrebungen der zionistischcn Bewegung anfziiktären. In ihrem Programm verlangt sie Freiheit der Einwanderung und Kokmisation in Palästina und Gleichberechtigung für die Juden in allen Ländern, in denen sie noch nicht im Besitze aller Rechte sind, (Das Sekretariat befindet sich Paris, 17 Rue des Fosscs Saint-Jacques.) (Eine neue Halbmonatsschrift) Am 15. Ajvril ist in Paris die erste Nummer der I lalbmonatsschrift ״L e Pcuplc J u i f" (früher ,,Echo Sioniste“) erschienen. Chefredakteur ist Bartich Hagani. (Der Abomiemcntspreis beträgt in Frankreich pro Jahr 8 Frcs., halbjährlich 5 Pres.; für das Ausland 10 Frcs, nro Jahr und 6 Frcs, halbjährlich. Die Adresse ist: Paris, Fbg., PolssomiRre 116.) England. Die Jahresversammlung des Order of An eie nt Maccabeans lindet am 11. und 12, Juni in Manchester statt. AUS ALLER WELT Aus Amerika. (Eine neue Wochenschrift) In New York erscheint demnächst eine neue jüdische Wochenschrift in englischer Sprache unter dem Titel: The American Jcwish Chron i c 1 e. Die Adresse lautet: Aeolian Hall, New York. Der Ahomiemcntspreis beträgt 4 Dollars pro Jahr. Aus Rumänien. Die Sammlung zugunsten der durch den Krieg geschädigten Juden ergab bis 1, Mai die Summe von SO000 Frcs. Die Sammlung ist geleitet von I Icrrn A s b r u c. Aus Russisch-Polen. T sch c 11 s t oc h a u. Demnächst soll hier ein jüdisches G y in 11 a s i u in für M ä d c h e n mit polnischer Unterrichtssprache gegründet werden. Au» Rußland. (Ausweisung aus D i in i j c w k a) Die Polizei der Kiewcr Vorstadt Dimijcwka begann alle jüdischen Arbeiter nuszinveiscn, die sich dort auf Grund. des bekannten Erlasses über die Erweiterung ■des Ansiedlungsrayons niedergelassen hatten. Diese Ausweisung wird damit begründet, daß Dimijcwka zur Zeit des Erscheinens dieses Erlasses noch nicht als Vorstadt von Kiew, sondern als selbständiges Dorf betrachtet wurde und daher dem Erlaß, der sich mir auf die Niederlassung in den S t ä d t e 11 bezieht, nicht unterliegt, (A11 f b c w a h r u n g j ü d i s c h c r A 11 e r t ü m c r) Angesichts der lnvaslons- und Evakiiatlonsgefahren beschloß die Jüdische Historisch •Et hn o g r a n h i s c h e G c s e 11 s c h a f t, die historischen Denkmäler und syiiagogalcn Kunstgcgcnständc aus den in der Nähe des Kriegsschauplatzes befindlichen Städtchen für die Dauer des Krieges an eine gesicherte Stelle in Zentralrtißlaiul zu bringen. Zu diesem Zweck sandte die Gesellschaft Herrn ii. Ruh stein nach den Gouvernements Wilna, Grodito und Minsk, der 1!linderte von wertvollsten Gegenständen, darunter alte öemcimlcbücher, kostbare Torarollcn, Kunstgegenstände, Chanukahlnmpcn, Aze-Chajim, bibliograpliisclie Seltenheiten, Manuskripte usw. an das Archiv der Gesellschaft sandte. Die Gesellschaft beschloß, von neuem 10 000 Rubel für diese Expedition zu bestimmen und Herrn Rubstcin, zusammen mit dem Mitglied des Komitees, dem Leiter der ehemaligen ethnographischen Expedition, Herrn Schriftsteller S. A. A n - s k y, eine neue Reise in größerem Stile unternehmen ׳zu lassen. Nachrichten Budapest. Gesinnungsgenosse Oberleutnant Ocörg M c r ö - Budapest, Vorstandsmitglied der Makkabäa, wurde, nachdem er bereits beide Signa laiidis erhalten hat, mit dem Vcrdicnstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Vormcistcr Gcza Schwarz hat für seine vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit die große silberne Tapferkcitsincdaille erhalten. Berlin. Zionistischer Jugend verein. Sonntag, den 28. er. Tageswanderung, Treffpunkt: Potsdamer Waniiseebahiiliof um 8 Uhr mit Karte nach Zehlendorf Mitte. Berlin. In der Jüdisch •Nationalen Fr au cn Vereinigung spricht am Dienstag, den 30. Mai, im Cafe Austcria, Potsdamer Str. 28, Frau Lina Wagner über den vor kurzem verstorbenen Dichter Sc hol cm Alejchcm. Beginn 5'/* Uhr. Leipzig. Die Zionistische Frauengruppe rief nach einer längeren Pause ihre Mitglicdcr am 15. d, M. zu einem Vortrag über ״Jüdischc Literatur", der von Herrn cand. mcd. Weiß gehalten wurde, zusammen. Wenn cs auch dein Redner infolge der Fülle des Stoffes nicht möglich war, an einem Abend die Materie erschöpfend zu behandeln, so versuchte er doch in datikcnswerter Weise, in kleinen Umrissen ein Gesamtbild von der ältesten bis zur neuesten Periode der jüdischen Literatur vor Augen zu führen. Ganz besonders erfreute dann zum Schluß Frau Roch 11 n die Anwesenden durch ihren vortrefflichen Vortrag. einer iidischcn Dichtung von Schalom Alejchcm. Der Abend war erfreulicherweise sehr out besucht lind cs wird aucli fernerhin das Bestreben sein, durch eine Reihe von Vortragen über unsere jüdische Literatur nach und nach immer mehr Verständnis aut diesem Gebiete zu wecken. — Die Frauengruppe hatte bereits am 30. April eine Mitgliederversammlung abgchaltcn, bei der Frl. Sch. H a 1 b c r s t ä d t e r , eine gelwrcne Palästinenserin, einen interessanten ,Vortrag über Jerusalem hielt. Lübeck. Der Besuch des Herrn Dr. Hantkc bereitete den Mitgliedern der zionistischen Ortsgruppe die seltene Freude, seit längerer Zeit wieder einmal einen erschöpfenden Bericht über die Bewegung mit an/.iihören. Der Findruck, den die Ausführungen des gesel1.il/ten Redners in der Ver• Sammlung machten, war ersichtlich sehr stark und nachhaltig. Die nächste Zusammenkunft der Ortsgruppe lindet Donnerstag, den 8. Juni abends 9 Uhr im ,,Kaiserhof“ statt. Kalisch. Der hiesige ״Jüdische T 11 r n - u n d Sportverein“, der im Jahre 1912 gegründet wurde, hat wahrend des Krieges eine erfreuliche Entwickelung genommen. Das immer stärker werdemle Nationalbewußtsciii veranlaßtc die Mitglieder, den nssimilantisch gesinnten Vorstand durch einen bewußt nationalen zu ersetzen, und der Verein hat diesen Wechsel der Leitung nicht zu bereuen: das Interesse für alle Veranstaltungen des Vereins wuchs zusehends, und schon nach einigen Wochen konnte die Turnkoinmission den Mitgliedern Rechenschaft über ihre Tätigkeit abiegen. Eine im Rahmen tlcs Vereins gehaltene Veranstaltung zeigte neben exakt ausgefiilirteii Freiübungen der vereinigten Männer- und Kimlerricgeii die erste Männerriege am Reck und Barren, wobei schon ganz nette Leistungen aus dem |)11rcnscI111itt licratisragtcii. Mit viel Beifall wurden auch die geschmackvoll /iis.iiimieiigestelltcn Pyramiden aiifgenotiimcii. Vor allem aber erfreute die straffe Disziplin, die seihst die kleinsten der Kleinen erfüllte, und hierauf kann der äußerst rührige Ttirnwart des Vereins, Herr Lustig, besonders stolz sein. Um dem S|«!rt zu seinem Rechte zu verhelfen, hat der Verein einen geeigneten umfangreichen Platz, gepachtet und — dem allgemeinen Wunsche folgend — mit Fußball begonnen. Es ist ein herzerquickendes Bild, diese jungen Juden, die noch vor kurzem tausend Demütigungen zu erdulden hatten, heute in der freien Natur als freie, frohe Menschen — die Sorge des Tages vergessend — sielt tummeln zu sehen. — Auch in der geistigen Erziehung hat der Verein schon erfreuliches geleistet. Fast jeden Sonnabend nachmittag werden Vorträge teils gescliiclitlichcii teils allgemein belehrenden Inhalts abgehalten. Den Todestag Pcrcz’ ehrte der Verein durch eine besonders stimmungsvolle Feier vor einem vielköpfigen Auditorium. Hierbei bot der eigene Chor sowie das eigene Orchester des Vereins ganz erstaunliche Leistungen. — Als nächste Veranstaltung wurde ein großes öffentliches Turnfest ge|dant, bei dem sich auch die Franeiiriege beteiligen wird. Der Verein besitzt umfangreiche Turn- und Vereinsräume, die die Mitglieder auch außerhalb der Turnstunden gesellig ztisamnienfiilircii. Die Deckung der sehr erheblichen Unkosten ist bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage mir durch die große Zahl der Mitglieder (ca. 530) sowie durch Spenden möglich. Dem rührigen Verein sind weitere Erfolge von Herzen 7.u wünschen, O. Sch. Gent. Unser Gesinnungsgenosse Lothar Schurgast, Necdcrxontcr 2h, Bittet alle Gcsinmingsgenossen, die sich in der Umgegend von Oent befinden oder durch Gent kommen, sieh bei ihm zu melden. Warschau. Die ״Jüdische Rundschau“ ist bei Frcid, Rymarskastraßc 15, zu haben. Eine neue jüdische Nationalfondbroschüre Das I laiiptbiireau des Jüdischen Nationalfonds hat vor kurzem eine neue Broschüre, betitelt ״Der Jüdische Nationalfonds", heransgegeben, die eine gründliche und umfassende Darlegung der Ziele, Aufgaben und der Arbeit des Jüdischen Nationalfonds enthält. Die von Adolf Böhm, einem der besten Kenner unserer Kolonisntioiisproblcme verfaßte Broschüre wird jedem, selbst dein über unsere Arbeit bereits gut informierten Gesinnungsgenossen, neue Gesichtspunkte bieten. Die leicht faßliche Einteilung und die gediegene Ausstattung, nicht zuletzt auch die zahlreichen sehr instruktiv wirkenden Abbildungen aus Palästina machen die Schrift zu einem wertvollen Propagandamittcl und sind besonders geeignet, auch in bisher noch nicht interessierte״ Kreisen dag Interesse ain Jüdischen Nationalfonds zu fördern. Wir bitten daher alle unsere Vertrauensleute dringend, für die Verbreitung der Broschüre besonders In nichtzlonistisclicn Kreisen Sorge zu tragen. Die Broschüre, die in einer flcr nächsten Nummern der Jüdischen Rundschau ausführlich gewürdigt werden wird, ist bei uns zum Preise von 1 M. erhältlich. Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland. Schluß des redaktionellen Teils•! I I I I! 1' 1 ^' i נ i lf t;> '! י־ י , ו 1 I l I

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