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Jüdische Rundschau · 1916-04-28 · Heft 17 (28.4.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 17 (28.4.1916)
Date
1916-04-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. זו JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 130 Sekretär, u״d 1""־ Hur^cr der Vereinigten Staaten von Amerika sollen wahlfähig für dieses Komilee sein. I <>uis •י■ Brandeis wurde «1111 Ehrenvorsit/enden dieses Councils gewählt. Botschafter Henry Morgenthau New York. Der Botschafter der Vereinigten Senilen \011 Amerika, Herr lleurv Morgenthau beahnt btigt,;1111 5. Mai die Rückreise nach K11״- staiitninpcl anzutreten, um seinen Posten wieder aufruitelnnen. Aus Palästina (linvrr Pascha in Jerusalem) \ni 25. Februar hesuehten E n v e r Pas e 11 a mul H je!״ a I Pascha Jerusalem. Die Stadt war zu I men der (niste beflaggt und illuminiert. Die jiidiM hen (ienteinden ei ric hteten einen grollen, stilvoll; v■schmückten Ehrenbogen, der nach Zeichnungen von l’rof. B. Schatz ausgefülirt war. Mit allen ,1mln.11 Sehnlkimlern der Stadt begrünten auch die judiilicn Schüler und Schülerinnen mit David j c II j 11 ,111 dm Spitze die (iiiste. Unter anderen empfing Ijivi' l'aseha auch den stellvertretenden Chaehain llasebi, Nissiin D a tu» 11, mul eine jüdische Abordmm; . die aus dem sephardiseheii und asehkenasiseht 11 Rabbiner, Herrn Albert Antebi mul David J e 11 i » bestand. (Im I. e h r e r s c 111 i n a r des H i I f s v e r c i 11 s) I in Lehrer des Lehrerseminars des l lilfsvereius in Jerusalem erlaubte sieh w,ährend einer l hiterricht-siinule in der vorletzten Klasse über Juden und über die jüdischen Kolonien Palästinas beleidigende Heim ׳!klingen zu machen. Die Schüler fühlten sich verletzt und verließen die Schule. Zwei Tage stand die Schule leer, bis die Leitung der Schule versprach, (len I ein er am Ende des Somiuerscmesters zu entlassen. (V o r t r ä g e) In dem vom 1־ r a 11 e n v e r e i 11 in Jerusalem veranstalteten Vortragszyklus sprach Herr Schiller über Jclmda llalcwi und Herr Cb. L. Seets über die ״Kultur der Juden des Mittelalters in Deutsch- Land und Frankreich״. In Jerusalem ist jetzt das bekannte Drama ״Elise ha beit Abu ja 11" (Faust) in neuer Be״ arbeilimg, ebenso die hebräische Uebersetzung des (iord i n ' sehen Dramas ״C * o 11, Mensch und Teuf e I" erschienen. Beide Werke sind für die Hebräische Bühne bestimmt. l)er Kolcl der aselikenasisehen Juden ״K u c sei 11 Israel“ veröffentlichte einen Bericht seiner Ein- «ahmen und Ausgaben von Ijar bis Schwat 5(175. Die Ausgaben des Kolcl für diese 0 Monate betragen 18'HMM Lies, Vom Jüdischen Nationalfonds l)ie Speiidencinnaluncn des Nationalfomls im Monat Marz betragen .15MIO M., mul zwar verteilen sh' 4 h auf: Oesterreich mit 8780 M., Nordamerika Füü M., Deutschland' 5172 M. Rumänien 1317 M., l'itgarn 2701 M., Holland I0(>7 M., Süd-!av iselic Lnndir '1(!(! m״ Litgland 807 M., Argentinien 702 M., IhiHlaml 512 M., Frankreich •LH M., Schweiz 151 M.. Avgvpte100 ״ M., Dänemark 181 M, (irieehenland 1,1,1 M. und Norwegen 12 M. hie Spendeneiimahnien des Nationalfomls im ״'-teil Vierteljahr 1010 beliefen sieh auf insgesamt lütt יוון ,M I' null! leider festgestellt werden, drill die Hohe >111׳ Naiiiimdfomls-ringäiige während dev letzten Mom|ü Im 11j(_• Bedürfnisse in Palästina nicht go- 1'Ugt, Vor kurzem hat die Verwaltung des National-!<>M(L t'iinu jnhvesetat genehmigt, tler für die Wirksamkeit des Fonds in Palästina, wie Aufrechtr ctiali im seiner bannen und genossenschaftlichen ILtriehe, Fortführung der Pflanzungen, Bau von Arl'HiteiTr. 1 itscrn, Notstaiulsarbcitcii usiv. sowie die '■'dnrd(11׳nheu organisatorischen Maßnahmen für das •*,ifciKlc Jahr Aufwendung in Höhe von mindestens 000 °°״ i ן es. uminigänglich bedingt. Hoffentlich werden die Freunde des Nationalto״<ls uml alle, die den jüdischen Kokmisationsbc- Strebungen in Frcz-Israel Svinpatbic entgegenbringen, ״* 11.״nächsten Zeit bemüht sein, dem Nationalfomls Poliere Einnahmen zuzuführen, so daß nicht nur die ufenden l rfordernisse des jüdischen Sicdhmgsvvorks *raus gedeckt werden, sondern auch eine Rückk'e für cl!c Zeit nach dein Kriege, wo sicherlich ״deutende Aufgaben an den Nationalfonds heran- י,ז'זזßeschaffen werden kann. — In jüngster Zelt sind eine Reifte von!.ehe 11s- Versicherungen zu dunsten des Nationalfomls duieli Zionisten und Palästin,■!freunde abgeschlossen worden, ebenso wie der Verwaltung von verschiedenen den Nalionalfonds betreffenden Vermächtnissen berichtet worden ist. So hat u. a. der vor einigen Monaten verstorbene canadische Zionist Abraham I a I i e k , ein treuer Freund des Nationalfomls, diesein au! Grund einer l elHUsveisielierttugs-Poliee einen ansehnlichen Betrag hinierlnsscn. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Oesterreich. Krakau. Hier fand in letzter Woche eine zionistisclic Zusammenkunft statt, hei der Advokat Dr. Wahrhaftig ein ausiüiirLeiH'S Referat über eine kürzlieh in Wien im Beisein des Mitgliedes des [י- A d. Dr. A. 11 a n t k e ans Berlin allgehaltene Vcrtraiicusmü 11 ncrkoiifcrcn/. erstattete. Die Tätigkeit des I . A. d. fand einmütige Zustimmung. Für den Z e 111 ra I f on d s winden au Ort und Stelle 300 Kronen gesammelt. Ls wurde beschlossen, eine regere T aligkeit für den Palästina- H i l f s f o n d s zu eulfalten. Das Arbcitskomitec hat sich neu koustilmerl, und zwar wurde Advokat Dr. Fehl hl um zum Vorsitzende״ iirnl^ Dr. Spiegel zum Schriftfüllrei־ gewählt. Die Sammlungen werden energisch I fortgesetzt. In allen Partiiaiigclegcnheiteii wolle man sich ,01 das Arbcitskomitce per Adresse der ״Kredit- Union־‘ in Krakau, Stradom 23/1, wenden. Südafrika■ Die ö. Südafrikanische Zionisten-Konfe• renz wird am :10. April und 1. Mai d. J. stattfinden. An sie wird sich der Kongreß der südafrikanischen Juden schließen. Zwei wichtige Fragen stellen auf dessen Tagesordnung; die Frage der Olc ichh e r e c 111 i g 11 n g der Juden in allen Ländern und die P :11 ii s t i n a frag e. Dem Kongreß wird General Bot ha beiwohnen, ebenso andere Mitglieder des Kabinetts, um ihre Sympathie für die jüdische Sache zum Ausdruck zu bringen. AUS ALLER WELT Aus Russisch-Polen. (L ine V c r c i tii g u n g der hebräischen -Lehr e r) Am' einer Beratung dir maßgebenden hebräischen Lehrer Warschaus, die sieh mit der Frage befaßte, welchen Platz die hebräische Sprache in den jiidischen Volksschulen einzunehmen habe, wurde 1h־- schlossen, eine Vereinigung der hebräischen Lehrer zu Schaffell, die dafür sorgen soll, daß der hebräischen Sprache die gebührende Stellung in der jüdischen Schule eingeniiiint wird. Demnächst soll zu diesem Zweck eine größere Giiüulungsvcrsammlimg cinberufen werden, (U u leiden II a 11 s b e s i t z c r n) Der Verein jüdischer Hausbesitzer versandte an alle jüdischen I Imisbesit/er Warschaus einen Fragebogen, der die Größe des Schadens festslellen soll, den diese in dev letzten Zeit durch die Lin- Stellung der Zahlungen der Mieter erlitten haben. Der Verein hofft, auf Grund dieser Angaben eine Steuererleichterung zu erreichen, L u c k. Vor Ausbruch des Krieges zählte Luck 150011 Einwohner, darunter 28 000 Juden. Gegenwillig bestellt die Bevölkerung der Stadt aus 2150(1 Einwohnern, darunter 2:1001) Juden. In der Stadt- Verwaltung, die tler österreichische Kommandant ern.uiiit hat, befindet sich kein Jude. — Vor kurzem ist hier eine ,Snnitätskommission eingesetzt worden, die für die Durchführung hygienischer Maßnahmen zu sorgen hat. Au» Rußland. (L v ,1 k 111 e 11111 ׳ g e n) In Dünaburg begann am 1, April die Evakiüenuig der Flüchtlinge. Der erste Transport (1311 Juden wurde nach Wo rolle seil Verschickt, der zweite nach Orlow, der dritte teils nach dem K u 1' s k e r leils mich dem Wo ro 11 e s c h e r (Ion• vcriicmcnt. (M c n d e I e M ocher S f o r i m) Aus Odessa wird mitgeteilt, daß S. Abra- ווו o witsch (Mendelc Moelter Sforim) ernstlich erkrankt sei, (Jüdisches K ü 11 s 11 e r t h e a t c r) Die Delegierten der Gesellschaft für iü- 11 i s c 11 e Volksmusik, die sich vor einigen Monaten am russischen Thcaterkongrcfl in Moskau beteiligt hatten, beschlossen, eine Theaterkonimissioii cinznsetz.cn, die sielt mit der Gründung eines jüdischen Künstlcrthcaters befassen soll. Am 2!). Februar fand In Petersburg zu diesem Zweck eine von der Kommission cinberufcnc öffentliche Versammlung statt an der auch Vertreter der jüdischen Bildungsgcsellsehaft, der Litcraturgcscllsehaft, der Zionistischen Ortsgruppe und des Vereins zur Förderung der. jüdischen Kunst tcilnahmcn. Es wurde beschlossen, ein jüdisches Künstler• theatcr ״Pcrcz" zu schaffen und unverzüglich an den Verkauf der Aktien des Theaters heranzutreü n. f ür das Repertoire des Theaters wird eine spezielle Kommission eingesetzt werden. Die Vcr- Sammlung behandelte auch den Vorschlag, au den Petersburger dramatischen Kursen parallele jüdische Klassen n\ eröffnen. Fs wurde ein Büro gewählt, das aus folgenden Herren bestellt: R.-A. O. O. Grusenberg (Vorsitzender), Schriftsteller M. S. Ri wesm a n n (stellvertretender Vorsitzender) und Schal»- Spieler L. L. Lewiilow (Schriftführer). Berichtigungen ln dem Leitartikel der vorigen Nummer hat sich infolge eines Versehens in dem Satz ״Die wahre Konsequenz usw.“ (Seite 121, Spalte I, Zeile 1(1 ff.) ein Irrtum cingcschlichcu. Der Satz soll lauten; ״Die wahre Konsequenz der Assimilation, die vollkommene äußere Versöhnung m i t 11 e r U m w eit, war fast nur ilurc h d e n Abfall von jüdischer Art zu erreichen,“ ... Gemeint ist nicht die Taufe, sondern, wie sich aus dem folgenden Satze auch ergibt, das restlose innere Aufgelien und Aiislehcn jüdischen Wesens in der stärkeren Umwelt. J. M. ׳ In Nr, II der ״Jüdischen Rundschau" brachten wir unter der Rubrik ״Zionistische Bewegung" die Nachricht, daß der in Toiuaszow neiigi gründete zionistisclic Verein eine Sammlung für das Palästinahillswerk veranstaltet habe. Aus Toiuaszow wird 1ms mitgeteitt, daß nicht der junge zionistische Verein, sondern der Verein ״Z c i r c Zion" die Sammlung dnrehgefülirt hat. Nachrichten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen Max Sing e r - Breslau, Karl II i 1 h - Mannheim (K. J. V.), Alfred See 1 i g-Schwedt (K.J.V.), Leo Cohn (K. J. V.) und Alfred N o 111 m'a n u - Kattow itz, haben das Eiserne Kreuz bekommen. Unser Gesinnungsgenosse Ismar W o I k o vv s k i - Kattovvilz ist gefallen. Unser Gesiiuiimgsgonoss( Rabbiner Dr. Emil Lev 1, der zur Zeit als I cldjucdiger im Westen stellt, ist vom israelitischen Konsistorium des Untereisaß einstimmig zum () b e r r a b 11 i u e r von Straßburg und des Bezirks Unter eisaß gewählt worden Berlin. Am 2't. April, abends SV- Uhr, findet int Eestsa.11 des Abgeordnetenhauses, Leipziger Str. T, ein vom Sclmtzvcrbaud Deutscher Schriftsteller veraustalleier ״J i (I d i s c 11 e r A b e n d“ statt. I >r. I leuir. Loevve wird einen einleitenden Vortrag halten. Leo Gollau in und Vera (io Id 11 erg werden jidische Volkslieder zum Vortrag bringen. Herr Dr. Karl Schwarz wird einen Lichtbddcrvorlrag halten. Eintrittskarten zum Preist von 5, , , 1,50 M. bei A, Wertlieim, Kaufhaus des Westens, Bote (V Book und an der Abendkasse. Berlin. I )er ״J ii d i s e h -1. i t e r ,1 r i s c 11 e V e r - ein l'ercz“ hat vor kurzem seine Tätigkeit wieder mitgenommen. Seine erste großen׳ interne Ver,111- Stallung war der d r a in a t i s e 11 - m ti s i k a I i se 11 e P e II a e 11 ,1 h e 11 11 , der am 22. April in dm Sophiensalen stattlaml. 1111 Mittelpunkt des Alands stand die Aufführung des Fmaklers ״M r n s e 11 e n" (Dienstboten) von Scho lern Alejclicm, Das vorziiglieh dargestellle Stuck erweckte großes Interesse und fand ebenso wie die übrigen I ),nbuduiigcn reichen Beilall. Besonders seliöin Leistungen bot der hehräi'die Gesang verein ״llasamir" unter der Leitimg des I In in Dirigenten Kopf. Das hübsche Liedchen ״(;lind-(iad!.!" rief soviil Begeisterung hervor, daß c> vviedt rliolt werden mußte. Auch der dramatische Vortrag, des Pcrvzscheii Gedichtes ״Baiagole" (Der t 11)111 na 1 וn| machte einen starken Lindruck. Der sichere Klav iervortrag v on Lrau Großmann und das von Irnidcm B In m s t e i 11 innig gesungene Liedchen; ״Unter Sorcles Wigelc־‘ trugen zum schönen Verlauf des Abends bei. Besonderes Loli verdient auch das Streichquartett, das die von Herrn Kopt kouqioiuerteu Variationen zu dem lickannlen Volksliid ״Oifn Pripelsihek" n1ei!,!erliaft zum Vortrag brachte. Der Abend kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Hie /,diheiclte Zuhörersehaft, die sich aus «len Kreisen des Vereins zusammciigefuiidcii hatte, ist ein Beweis dafür, daß für solche würdige Veranstaltungen viel Interesse vorhanden ist. Wie wir erfahren, tragt sich der Verein mit dem Gedankei), für seine Mitglieder eine Lesehalle, Bibliothek und regelmäßige Kurse über jüdische Geschichte, Literatur usw. ciimirichtcn. Auch in allgemeinen Fächern (Rechnen usw.) soll Unterrieht gegeben werden. Straßburg. Der Vater des Herrn Edgar Dre vfust des verdienten langjährigen Kassenwarts der Zionistischen Ortsgruppe, Herr Salomon Drcyfus ist im Alter von 83 Jahren am 20. April gestorben, Nürnberg-Fürth. Am Sonnabend, den 1. April, fand die diesjährige Generalversammlung der Zionistischcn Ortsgruppe statt. Wohl keine Ortsgruppe ist so wie Nürnberg durch den Krieg lahmgelegt worden. Der größte Teil der Mitglieder ist im Felde; der Vorstand war bis auf ein Mitglied vollständig zum Waffendienst cingezogcn. Berücksichtigt man diese Umstände, so ist die Jahresarbeit noch ein«

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