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Jüdische Rundschau · 1916-04-07 · Heft 14 (7.4.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 14 (7.4.1916)
Date
1916-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Seite 119 können wir dann de« Ländern sein, in denen wir wohnen? Jeder Jude, der ein guter Amerikaner sein will,!null zuerst ein guter Jude sein“. Diese letzten Worte richteten sich deutlich gegen die. jcilipen, die auf dem Meeting allzusehr betonten ,lall di!• Juden gute amerikanische Staatsbürger sein müßten. ״He haben heute schon etwas zu viel vom amerikanischen Staatsbürgerin!״ gesprochen" sagte Morgenthmi. ״Erlauben Sie, da» ich jetzt über eine andere wichtige Frage spreche über die Juden der Türkei und Palästinas. Als ich die. { jüdisclti!! Kolonien Palästinas hesuelite, sah jeli ן jung!׳, jüdische Hnrsehcn, die tüchtig zn reiten verstand, n, fröhliche tlesiehter von gesunden frische״• I Knah'ii und Mädchen, die nicht ihre Jugend in I Gesell 1 Hin zubritigen müssen. Als ich ’ dieses j glückliche Fanncrlcbe« sah, kam ich zu der Heberf I zeugung,!lall, wenn in Palästina auch nicht viele! Million׳ n Juden Platz finden können, <lieses Land i doch ׳ in jüdisches Kulturzentrum werden kann, wo j Julien ihre nationalen Traditionen wcitercntwickeln köninn uml dies wird einen grollen Schritt nach vorwärts hedeuten״. IH■!• Botschafter versicherte, dall die türkische; Rcgi! mng die Juden sehr gut behandle. Einen bes somleis starken Eindruck habe es auf die Türkei 1 geinaclit, dall Amerika sieb um das Los der paliistim■1! ischcii Juden kümmere, Mau habe türkischnMits gesehen, daß hinter den Juden eine so stark. Regierung wie die amerikanische stehe, die bereit sei, die jüdischen Interessen zu verteidigen «ml!he notleidende jüdische Bevölkerung Palästinas vor dem I lungcr zu schützen, Morgeuthnu empfing bei sieb eine Deputation von Palästinensern, bestellend aus den Herren Pr. Srhmarja Lev in, Wolf Oluskin, Geschäftsfiiln!•1 der Weinkellereien von Rischon le-Zion, Dr. Benzin״ Mossinsohn, Direktor des hebräischen Oyiimasimiis in Jaffa, A. W. L e w i n - E p s t e i 11, (iiiiiiiln der Kolonie Rcchoboth: Die Delegation 1lanl.tr lleirn Morgenthau für seine energische, erfolgreiche Tätigkeit zugunsten der Juden des alten lind neuen Jiselniws in Palästina. Herr Morgenthau versickerte der Deputation, dall das Leben und Eigentum der palästinensischen Juden außer Gefahr sei. h. r Botschafter empfing auch eine Abordn 1111der New Yorker Föderation o r i e n t a I i - s <’h er Juden. Die Delegation begrüßte Herrn Morgeiitliaii und sprach ihm ihren Dank für die gute Arbeit aus, die er für die türkischen und paliislimiiäschcn Juden im Verlauf der lelzlen 15 Kriegs* momit׳• geleistet hat. T>er Botschafter interessierte sich für die Lage der orientalischen Juden in Amerika. Er gab der Delegation Informationen über die Notläge 11er Juden in der Türkei und über die Notwemligkeit, dall ihre Brtidci: in Amerika ihnen Hilfe leist« it. Herr Morgenthau nahm eine Einladung zum V J iliiesmeeting der Föderation an, das ihm zu Ehren veranstaltet wird. Generalkonsul Schmidt ln Jerusalem ist der deutsche Generalkonsul Schmidt gestorben. Generalkonsul Schmidt hat in!1111 1 nigcii Jahren seiner Wirksamkeit in Palästina sein Interesse für die jüdiselte Bevölkerung bekundet tmd Mih den Ruf wohlwollender Sachlichkeit erwmlini lk׳r Hingang des verdienstvollen Beamten, der .uh durch seine große Menschenfreundlichkeit die Ai'itmig weiter Kreise erworben halte, weckt alleviiu um Teilnahme. Michael Georg Conrad Per Münchener Schriftsteller Michael Georg *■׳Mir.ul feierte dieser Tage seinen siebzigsten Gehiirtstag. Conrad, der der zionistischen Bewegung י *Pt ilsh‘11 ersten Anfängen ein weitgehendes Ver- SaiHlmj. entgegenbrachte, hat noch vor zwei Jahren, J\ ׳•nlalllivb des Sprachenstreites in Palästina, dem ׳-ionisnms seine vollsten Sympathien zum Ausdruck gebracht. Die Zionisten bringen dein rüstigen Jubilar lm' Iw-teil Glückwünsche entgegen. ZIONISTISCHE BEWEGUNG p W .1 r s c h a u. ^clitsanwait O 1 Unter dem Vorsitz des Herrn . —.״in. ,11!!zisch w a n g c r fand am 20. März eine ■genteine Wahlversammlung der Warschauer j-ionistcn statt Der Vorsitzende des Provisorischen jninitces, Herr H. Farbstein, berichtete über eit des Zionistischen A. C. seit Ausbruch 1'® uo z.iuiiisiiavn.1■ — ... , j” KdcRcs und über die gegenwärtigen Verhältnisse ׳ älastina Ucbcr die Tätigkeit der Zionisten in JUEDISCHE RUNDSCHAU Warschau wahrend der letzten Monate berichtete Dr. J. Gott lieb. Fr erzählte von den besonderen Schwierigkeiten, die dem Komitee im Wege standen, uiul schilderte die vielseitige Arbeit, die!las Komitee auen unter den gegebenen Umstünden auf dem Gebiete der I lilfeleistung ebenso wie auf dem des Schulwesens entfaltete. Unter der Wirkung des Komitees entstanden der Jugindveicin ״Mcrkas“, der orthodoxe Verein ״I Inschachar“ und der ״Makkabi"; wiederliergcstellt wurde der alte Zionistische Verein ״Bne-Zion•‘, Das Komitee beabsichtigt, demnächst .111(11 in der Provinz eine Orgauisationstiitigkeit zn eiltwickeln. Den Finanzbericht erstattete Herr S, W c i z m a n 11, Während!Ich letzten Koiigreßjahres wurden in Warschau I2(VI Scheknlim verkauft, außer den I5(K) Sehekalim, die aus der Provinz cingegaiigen waren. Für den Nntionalfoiuls wurden während der letzten Monate 1000 M. gesammelt. Für unsere Freunde im Felde Allen unseren Heeresdienst tuenden Frcuneien Bereiten wir zu in Pcßaclifcst eine Liebesgäbe. Wir wissen, daß wir ihnen durch ein solches Zeichen liebevollen Gedenkens eine Frcttdc Schaffen, die über manche schwere und traurige Stunde der Einsamkeit hinweghilft. Wir wollen nichts versäumen, um ihnen ällcn das Bewußtsein zu geben, daß sie uns, wenn sie auch unserer Arbeit entrückt sind, nicht herauszulösende Glieder unserer Gemeinschaft sind. Alle unsere Freunde bitten wir daher auf das dringendste, uns in unserem Werk nt unterstützen. Zweimal zum Chamikahfcste, einmal zum Pcßachfcste haben wir schon während des Krieges gleiche Liebesgaben an unsere Freunde im Felde geschickt. Wir erwarten, daß keiner unserer Freunde, der bei jenen Gelegenheiten geworben, gesammclt und gespendet hat, diesmal fehlen wird. Wir haben uns, folgend den deutlich ausgesprochenen Wünschen unserer Freunde im Felde, entschlossen, als Pcßachgabc ein erlesenes Snnunclbuch zu widmen, dessen Redaktion Herr Leo llerrinann übernommen hat. Das Buch, das wir unseren Freunden im Felde widmen, ist so, daß wir wünschen, in die Lage zu kommen, cs möglichst an alle uns zur Verfügung stehenden Adressen senden zu können. Damm bitten wir um beschleunigte Absentlung aller Spenden: die Versendung des Buches geht in diesen Tagen vor sich, damit es rechtzeitig zum Pcßachfcste in den Händen aller Freunde ist. Geldsendungen sind zu richten an die Adresse des Herrn Max Wöllstein er, Char- ]Ottenburg, Roscherstraße 5, Postscheckkonto Berlin 3847, Zionistische Vereinigung für Deutschland. In der lebhaften Diskussion, die folgte, teilte Sch. L, Gordon unter anderem mit, daß in den von’ den Zionisten gegründeten Schulen gegenwärtig 3000 Kinder die hebräische Sprache erlernen und eine nationale Erziehung genießen. Die von den ״Chowcwe sfat cvver“ gegründeten Abendkurse wurden von 500 Schülern besucht. C z e!1 s t o c h 0 u. Ein zionistischer Verein Ist hier vor kurzem von der Behörde legalisiert worden. Das aus drei Personen bestehende provisorische Komitee wird demnächst eine Qründungsvcrsammlung einberufen, die das Komitee wählen soll, Tomaschow. Hier ist ein Zionistischer Verein legalisiert worden. Zu Purim veranstaltete der Verein eine Sam!11 lu 11 g für das Palästina-Hilfswerk, die mit Erfolg durchgcftihrt wurde. Plonsk. Am Purimfest wurde hier ein Pa- | ä s t i n a t a g veranstaltet. AUS ALLER WELT Au» Amerika. ׳ Das Provisional'FAccutive Committee for General Zionist Affairs teilt mit, daß die Yacht, die Nathan Straus vor einiger Zeit dem Komitee zur Verfügung stellte, um ans ihrem Erlös den notleidenden palastineitsisehi-n Juden Hilfe zu gewähren, für die Summe . von 10 0(10 Dollar verkauft wurde. Das Geld wird in zehn Monatsraten an das palästinensische Hilfs-, werk abgeführt, Aus der Schweiz. Iler zionistische Studentenvereiu ״Hasch»• char“ (im Verband zionistischer Studenten ״llcchower") in Genf veranstaltete eine Sammlung zugmisten der notleidenden Juden in Serbien. Aua Galizien J a 7 I o \v i c c. Dieser Ort zählt 3300 Einwohner, hiervon 1500 Juden, Etwa 100 jüdische Familien leben in größter Not. Ueberdies gibt es in der Stadt viele Flüchtlinge aus der Umgehung. Die jüdischen Männer wurden vor dem Rückzüge der Russen nach Skala! getrieben uml mir einem Teile von ihnen, ca. 50, gelang es, sieh für )000 Rubel loszukaufen und lieiin/ukelireii. Auch in dieser Stadt haben die Russen an den Juden Greueltaten verübt. Rawa-Ruska. Der sechste Teil der jüdischen Bevülkenmg dieser Stadl starb infolge verschiedener Krankheiten. 75 Waisenkinder sind völlig ohne Oblaut und dem größten Elend preisgegeben. Etwa 100 Häuser sind niedergebrannt worden. . Magierovv. Die Einwohnerzahl dieser Ortsehaft betrug vor Kriegsausbruch 3500, davon 1300 iiden. Jetzt befinden sich dort bloß 150 jüdische rnmilien, zumeist Frauen und Kinder (die Männer stellen im Felde), die in den Kellern ,,wohnen“, da alle Häuser dem Erdboden glcichgcmacht worden sind. An infekliüseti Krankheiten sind ■ca, •Kl Juden gestorben, 17 Juden wurden von den Russen ermordet. Die Zahl der Waisen ist (10, Nicinirow. Diese Stadt zählte 3500 Einvvolinci׳, davon '2300 luden, von welchen 300 beim Militär (licuc״. Von »len 130 nicdcrgebrauntcu lläusein waren drei Viertel jüdische. Wahrend des Braudes sind 17 Juden ums Leben gekommen. 200 Inden starben an epidemischen Krankheiten, die 50 W aisen hintcilielk’U, U h 11 o w. Diese Stadt ist nieder gebrannt und zerstört. An verschiede•neu Krankheiten starben bcsonders viele Kinder, wodurch die Zahl der Waisen verhältnismäßig nicht groß ist. Aus den! besetzten Gebiet. (K r i c g s c 111 s c 11 ii d i 1:1111 g) I )er I a 11!1 \v i ff s c I! a f 11 i c 11 e Zentralverein erhielt die Genehmigung der Behörden, den Kriegssdindcii im Laude zu schätzen und in Städten mit einer üevölketung von über )(MIO Einwohnern Schätzuugskomnüssiöuci( cin/usetzen, die den Schaden der Kriegsbetroffenen zu untersuchen und zu registi icrcti hallen. Der I laiiptaufsicfitsrat hat jetzt ein Statut ausgearbeitet, das den Okkiipationsbehördcn in Vorschlag gebracht wird und laut!lern sämtliche Organisationen, die sich mit der Scliätzungsuibeit befassen, diesem Aufsichtsrat unterstehen, Die Konimissiou zur Unterstützung der jüdischen Kriegsnot• leidenden an der jüdischen Gemeinde ersuchte angesiebt» der großen Bedeutung, die diese Schätzung»• arheit für die indische Bevölkerung Polens hat, diesen Aufsichtsrnt, in dem kein einziger Jude ist, eine gesetzliche Vertretung der Juden in dieser Schätzung»• Kommission zuztilassen. Diese Forderung wurde vom Aufsichtsrnt ahgeleliut, Die Mitglieder der jüdischen Gemeindeverwaltung, R u n d s t e i n und K e m p n e r, wandten sieh nochmals an den Anfsiehtsrat mit einem Schreiben, in dem sie darauf ,uifimrks.mi machten, welche Gefahr die Situation für die jüdische Bevölkcriiitg Polens in sielt birgt, wenn das jüdische Eigentum von der Willkür einzelner Gesellschaften und nichtjiidisclicr Institutionen abhängig ist, ohne daß die Juden durch gesetzliche Vertreter in der Kommission ihre Interessen wahren könnten. Der Aufsichtsrnt, der übrigens fast aus denselben Personen besteht wie das bekanntlieh aufgehobene Bürgerkomitee, antwortete, daß diese Bitte nicht erfüllt werden könne. (Für jüdische Schriftsteller in W a r s c h a u) In Amerika wurden 13(101 M. zugunsten der in Not geratenen jüdischen Schriftsteller in Warschau gesammelt. Das Geld wurde dem jüdischen Schriftsteller Jakob Diene sollt! übermittelt, der seit kurzem Vorsitzender des ״Vereins jüdischer Literaten und Journalisten“ ist. Als stellvertretender Vorsitzender wurde der hebräische Schriftsteller und Verleger L. S c h a I k o w i t s c h (Ben-Avvigdor) und als Sekretäre die Journalisten Joseph Heit tn a n n und Karl in ins gewählt. Fine besondere Kommission (Dicncsolin, Schalkowitsch, Kriitsky und Kipnis) wurde eingesetzt, um die Unterstützung an die hilfsbedürftigen Schriftsteller zu verteilen, (Unter den Chassidim) Am 29. März fand im Gebäude der Warschauer Gemeindeverwaltung die Griüidungsversammlung einer neuen Gesellschaft ״Binjan hancherasoth“ (der Wiederaufbau) statt, auf der auch die chassldischcn Rabbis aus Ger, Grodzisk, Radzyn usw. anwesend waren. Die Versammlung wurde von Rabbiner N c u f e Id aus Nowidwor geleitet. Die Oe-

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