Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1916)
- Date
- 1916-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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{ Abonnement« 1 ,0( die wödientlitfc am FreiUj Bf.! feinende ״JUdleche Rund.ch.u"! leite׳',, י׳’, ״ Eipeilition und bei i ,jl,.״ Poiliimter״ vlefteljährlirh M. 1,75 ■ leMrtnit’ l>euteeht״ndi, in Oralerreieh• I l)״l«rn M, 2,SO, Im Auilend M. 8,—. J jHdlach• Rundechuu, 0. m. b. II, j BERMN W. 15, SBehileche Slr.ße I, | Xe I r 1 ■ ’ ין י י I Amt Uhlend 815, 846, j Pnitii! irkkonlol Berllu Nr. 17392. | uu \\ t ■׳■' j ‘'י-״י־% 1m, 1 xiM.där \j\ZJ 339MGB08SMG SGI Anzeigen ר־ I Initm (dt dt* «niienndtan• 7«db. | ן Mitteilung«■ and .Kleine Anmdge■* || O O O O ■m 10 Ptennig. OOOO M *״Mtlripl« werden, «real Porte twiSegt, ■tete •urOcAiMaidt RedekUnankMl Mittwodi eomiluge• ReitkUei JSdluti• Beuhifci 8IJU.IN W.U, SOebeteebe Strelnk, L־־ Y.U-L... i-,!י י״ «•« Nummer 12 Berlin, den 24. März 1916 — 19. Adar II 5676 XXI. Jahrgang. Ausweis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Schekel: Herlin 2,־ , Cassel 2,—, Leipzig 1.—, Mcr/lin״׳"״ I, , aus dem Felde 4,—. Landcsbeiträßc: Berliner Zionistische Vcreinignng ", . Leipzig 3,—•, Mer/hatisen 4,—, Propagandafonds: Berlin: Julius Russe 100,- , Pcrky t 10, , Siegfried Engel 10,—, Julius Kalmus JO. , Dr, Kirschncr - Nicolasscc 5,—, J. Oppenheimer 10, , Theobald Scholem 20,—, B. Sulmami 20, , I. H, Wagner 5,—, Prof. Warburg 20, , (imrg wolff 5,—; Bremen: Fritz Mark re ich 5,-, Mnv Markreich 5,—; Breslau: Lippmann Bloch 100, , 1 -11.11z Fürst 10,—, Max Outtmami 10—; Biirgkiiixf-i.itlt: Dr, Lazarus 5,; Cassel: Dr. Elias 25, : < Iieiiuiitz: R. Qoldhahcr 10,—, E. Hakim I.il.nh Pfeffer 25,—, Zahnarzt Schönberger 20, , (einer 4,—; Danzig: Apotheker I Icinticli-Neublirtvasser 6,-, Wolf Zimcls 100,—; Dresden: B. Hunvit/ 12,; Düsseldorf: R.-A. Locwc 10^-—, J. Midialow•ki 20,Essen: L. Rosenberg 20,—; Frankfurt a, M.: San.-Rat Dr. L, Ooldbcrg-I icdtlernheiin 10, , Th. Moser 5,—; Cilogau: Dr. Alfred Scheuer!0,; (niesen: R.-A. Nentann 5,—; Oollub: M. A. Kiciu 5,; Quttstadt: D. Schwarz 12,— : Hanthnrg: Fr. R. Cilmattn 10,--, Berl Weißberg 25,—; Halle: Oipl.Ti'e. Löwetibcrg 6; Jeßnitz: Apoth. Boschtvitz 15, : Köln: I>r. Robert Oidion 5,—, C, Tlialliciimi 5,; Königsberg: Leo Dinesiuann 20—, Dr. Nissd ■10, , Dr. Pelz 20,—; Leipzig: W. i>ubi11cr 10, , Rudolf Schick 10,—; Magdeburg: Martin R11p|1in 10,; "Mölsheim: E. Weill 10,—; München: Kundin,ilct J. S, Herrin,25 חוור,—; Posen: Dr. Kassel 20,; Iv'atibor: Frau Mally Dieiieinaiin 5,—, Sieg- Iratl Fmhiiclt 10,׳ -, Hugo Marcus 10,—, Carl?(onhltl 10, , J, Weißkopf 10,-; Wanne: S, Salo- "'«15 ח,; ans dem Felde und aus Oarnisoncu: Dr. Hartu! Am her 20, , Eugen Fracnkcl 10,—, Dr. P<׳/n,11tsL1-\ieolai 15, , Dr, Sandler 25,—, Lehrer J. Sdtiini/ki 10, f div. Beitrage unter 5,— 11,—. Eingang vorn 9. bis 22. Miirz 1916t Schekel: 1#.• AL; La ntlcshc it rii ge: 10,— M.; Propn g :111 (1:1 f o n d s: 1059, -- M. Gesamteingang: Schekel: 668,- - M.; Laudesheil 1•;i g e: 991,50 M.; Propaganda- '»Iltis: 2111,80 M. *äresse für Geldsendungen! Zionistische Vertinlaung für Deutschland. Berlin W 15. Sächsische s'falSr 8. Postscheckkonto: Berlin 8091, Warschaus jüdische Presse IdKlwi:. Geiger hat mit dem ihm eigenen 'Scharfsinn wieder einmal ein treffendes Wort PP'agt. das den Nagel hei 11a Ire auf den Kopf ™fl. (itieer liest bekanntlich׳ manches und \׳erjoinlielif M ine Eindrücke nicht, wenn ihm auch 11' Zusammenhänge der Ereignisse nicht ganz '4: werden. Anklagend nennt er so die von Pro- ('M|r Haus Delbrück licransgcgebenen Prcu- /ly"•'11 Jahrbücher ein Organ der Zionisten und j“11* sich darum wieder einmal berechtigt, seine 11"ויין,°-s«11 nichtsahnenden Mitbürger vor den ge- י ], ,ן ןZionisten zu warnen, die in ihrer j ^l״krkcit überall ihre Ideen zu propagieren 1^יי •״"' Grund der Aufregung ist ein im ctsöi’'■' ^7■1',"hi-'rlicft der Preußischen Jahrbücher (k'-m״t,Kl Aufsatz ,,Vom jüdisch-deutschen iitilt V°"!>r• Max Hildcbcrt Hoc bin. Diese % i!'°1,|t*cn,'l'c*1 ''ü(׳ressante Abltandlung, auf die ■ han*• 1 "01'״' י emetn besonderen Zusammen- 'iiattnc1j!se'׳c!t müssen, hatte die Broschüre Her- '0111 c, l״:״s ״Deutschtum und Judentum" antl|’״"k‘ ^cs Deutschen aus ganz scharf 1 ticjjfp!11 ,1)1111 ihr als ein Dokument richtigerer, *ein v",.icl11 '״ das Wesen des Judentums und Mn , ״'s z״m Deutschtum das vom Ver- lsd'cr Hochschüler Bar.Kodiba in Prag ״Der Zionismus erstrebt för das jüdische Volk die Schaffung einer fiffent« lieh-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina.״ Baseler Programm. herausgegebene Sannnclbuch ״Vom Judentum" gcgciiübcrgcstcllt. Darob war Geiger in bange Angst geraten und hatte daher etwas erleichtert aufgeatmet, als die Februar-Nummer der Preu- Bischen׳Jahrbücher eine Erwiderung auf Boclims Aufsatz aus der Feder Go I d sc h m i d t - Fabers brachte, eine Erwiderung recht nach dem Herzen Professor Ludwig Geigers. Nun ist aber das Miirzbcft der Preußischen Jahrbücher erschienen und — wir sind gespannt, welche bange Warnungen aus der Allgetneineu Zeitung des Judentums ertönen werden. Dieses letzte Heft der von Professor Delbrück geleiteten, so außerordentlich angcseltenen Zeitschrift enthält nämlich gleicii mehrere Aufsätze, die Geiger kaum behagen werden. Der Aufsatz ״Palästina im Weltkrieg“ von Dr. Fritz. Grob ha ist eine sehr sachkundige Arbeit, die Geiger wohl deshalb wenig gefallen wird, weil er doch zu der Ansicht neigt, mit Palästina sei nichts anzufangen, während Grobba belegt, wie sehr es vor dem Kriege in stetigem Aufblühen begriffen gewesen sei. Das zeigte sich an dem gleichmäßigen Steigen der Gesamtumsatzziffeni und dem beständigen Zimehmen der Bodcnprcisc. Der Krieg, meint Grobba, dürfte hierin nur eine vorübergehende Verzögerung bringen. Ein zweiter Aufsatz, der Geigers Mißfallen erregen dürfte, ist eine Antwort von Dr. Max Hildbert Bo chm auf Ooldschmidt-Fabers Eiinvändc, die ״Nochmals: Vom jüdischdeutschen Geist" überschrieben ist. In aller Deutiicltkeit stellt Bochm nochmals fest: ״Meine Ausfülmmgen, die sich auch auf die Gcdankeitgängc eines positiven Judentums berufen konnten, mußten sich gegen ein Assiinilatioiisjudentum richten, das sich in Theorie und Praxis die Anglciclumg zu leicht macht, indem cs den wesenhaften Gegensatz, begrifflich zu verkleistern sucht." Die Polemik gegen Dr, Hermann Goldsc h m i d t י F a b c r ist beweiskräftig. Aber auf die ganze Auffassung Boclims und besonders seine Ausführungen über das Sannnclbuch ״Vom Judentum" werden wir noch zurückkommen. Besonders möchten wir liier mir den dritten Aufsatz, des Märzhcfies der Preußischen Jahr- Iniclier hervorheben, der zweifellos wenig nach dem Geschmack der Allgemeinen Zeitung sein dürfte: I)r. Wolfgang Heinz es Aufsatz ״Die po 1 ni s c h - j i d i s c 11 c Press c“. Wir haben seinerzeit gegen Dr. Wollgnng 11 c i ״ z c scharf Stellung genommen, als er in den Preußischen Jahrbüchern Grenzschutzmaßregeln gegen eine ostjüdische Einwanderung nach Deutschland verlangte. (Schon dieser Gegeusntz und diese Auseinandersetzung hätte Geiger zeigen können, daß noch immer Prof. IX'lbritck und Dr. E. Daniels, nicht die Zionisten die Redaktion der Jahrbücher bestimmen.) Da-!11.als empfanden wir Hcinzes Aeußcrungcn als einen so verletzenden Angriff gegen das Judentum, daß wir jede friedliclic Auseinandersetzung, jeden Kompromißversuch ttfit seinen Vorschlägen aufs entschiedenste ablchnen mußten. Unterdessen hat Dr. Wolf gang Hcinze in mehrmonatigem Aufenthalt in Warschau das ostjüdische Leben kennen gelernt und sich anscheinend tatsächlich mit redlichem Eifer um eine tiefer cindringendc Kenntnis bemüht. Die Folge ist eine so unvoreingenommene Beurtei- Itmg des jüdischen Lebens in Russisch-Polen und seiner Voraussetzungen und Forderungen, besonders auf dem Gebiet der öffentlichen Meinung, daß der Aufsatz über die |0lnisch-jidische Presse “eine wirklich gute Arbeit zu nennen ist. Heinze suebt ״die Notwendigkeit einer eingellenderen Kenntnis der polniseh-jidischen Presse" darzulcgen, wobei er übrigens nicht die jidische Presse allein, sondern die gesamte jüdische Presse, mit Einschluß der hebräischen Hazcfirah, meint. Er weist darauf hin, daß der jüdischen Presse im Osten noch die Eierschalen einer Entwicklung anhaften, die nicht ohne Analogie mit jener ist, die europäische Blätter dtirclraimachen hatten. Er betont aber mit Nachdruck, daß es direkt eine Aufgabe der jüdischen Presse sei, ihre Leser nicht bloß durch' Nachrichten zu informieren, sondern auch zu belehren und zu erziehen. ״Der jidischcn Presse erwächst daher nicht mir die Aufgabe, ihre Leser über die Tagesereignisse 7*1 unterrichten, durch Feuilletons zu unterhalten oder über allgemein interessierende Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten, sondern vor allem jene, ihrem von der russischen Regierung künstlich nicdcrgchaltenen Publikum überhaupt erst die für das tagliehe Leben und die allgemeine Bildung not« wendigen Kenntnisse zu vermitteln," Dr. Hcinze untersucht die Sprachenfrage, in die er mm schon guten Einblick gewonnen hat, und konstatiert mit Recht, daß wenn die Ostjuden sich in der deutschen Sprache verstiindigen können, ״das nicht als Ausdruck eines nagelneuen deutschen Oemütslcbens, eines dcutsehen Herzens gewertet werden könne, von dem vordem bei ihnen nie die Rede war." Wir haben immer die Versuche ahgelelint, die Juden Russisch ־ f\)lens uubekümmerterweise fürs Deutschtum zu reklamieren und mit beflissener Tendenz sie zu Trägern des deutschen Einflusses machen zu wollen. Man hat, wie auch Dr. Adolf G r a bo ws k y in seiner sehr lesenswerten Schrift ״Die polnische Frage“ ausführt, mit solcher Methode den Deutschen wenig genützt und die Juden des Ostens, die man um ihre eigene Meinung hierbei nicht fragte, in sehr erheblichem Maße geschädigt. Heinze weill aus Warschau selbst zu berichten: ״Es ist anziterkenncn, daß die polnisch-jidischc Presse nicht versucht, die Grenzen zwischen der deutschen Sprache und dein Jargon zu verwischen oder zu verschleiern, und daß sie dadurch auch der Erhaltung ihrer eigenartigen alten Stammesart grolle Dienste geleistet hat." Schlimm wäre cs, wenn cs anders gewesen wäre ... Im jidischcn Theater will Hcinze übrigens eine Annäherung an das Hochdeutsche bemerkt haben: die Schauspieler, die Würde zum Ausdruck bringen wollen, sprächen hochdeutsch. Diese Erscheinung ist, wie eingefügt werden kann, in der Geschichte des jidischcn Theaters durchaus nichts Neues und an sielt ohne direkten Zusammenhang mit der deutschen Okkupation. ״In engem Zusammenhang mit der Haltung der jidischcn Presse zu ihrer Spradie steht die Auffassung über Verteidigung des jldisclien Nationalbesitzes gegen die ,Assimilatoren'.“ Hcinze