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Jüdische Rundschau · 1916-02-18 · Heft 7 (18.2.1916) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 7 (18.2.1916)
Date
1916-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-- Abonnements I , d|e wSrlirntlidi um Frei(«* er- ן ״״|״^de ״J«׳li«th• nund.di.u" i l,»(« 611־ r1'׳‘r F«pnlilion und bei! ,flrB!»niCiinlern virrtfIjiilirlirh M. 1,75 J jn»e׳b«"> nvwt«W<u«1•, ln Oeeterreich-! U׳״em H. 2,50, im Aualnnd M. 8,—. j jgdieilm llundichan, O. m. b. II, | gf KLIN W. 15, Stli biitflie SlraOel, | Telqilnmi Amt Uhlnnd 845, 846. | PoitsdircUonloi Berlin Nr. 1739J. j Nummer 7 u L״/c)oU 1L r I I I I Anzeigen ItoiUn für di• ••<4t«f«iptiUn• P*ttW teil• oder deren Rsum 40 PI.ן Stall—» Angebote and •Gesuch« *owla Verein•- MiUeilunfen and •Klein• Aoteif—1* O O O O nur 30 Pfennig. OOOO Manuskript* werden, wenn Porto bonieyt, •teta •arörkfMandt RedsktloaaxAlnOt Mittwoch vomitUf«. Redaklloa JOdlsc)!• RnniadiM BERLIN V. IS, Slchslsche Straf• 8. Telephont Amt Uhltfed 845, 846, Poeta«WkooU! Berlin Nr« 17393. IMG 3C0GBDSGHS EGO Berlin, den 18. Februar 1916 — 14. Adar I 5676 ■■״״i־ ■ 1־-TT-־ ■TT.-min —uramtnarr׳■’.Iimrfir-mia■■—tt— —rri— rir■»-! -- 1־ XXI. Jahrgang. Ausweis der Zionislischen Vereinigung für Deutschland Schekel 1914/15: Dortmund 8, , Essen 14,—, (itnscn I ). , I f.1־ Ihcrst.itlt 5,-, München 22,--. Schekel 1915 16: Berlin 4,—, Breslau 10,--, Djiiim.hIi I, , llalhcrstadt 21, , KöniijsbiTi: 1, Miiiiclien I, . Ratihur (4), ־ , aus d. Felde 7, . Lamieshcilriigc 1915: Herliner Zionistische Verfin«»1לי>:.!״■ UTicimiitz. 60, Dortnnnul 3,—, Essen (4-, (im-111 35,—, München 75--. Landcshcitrügc 1916: Berlin 2, Darinsladt ן , Orcsd.'ti 40,—, Halherstadt 20,- , Königsberg 3' , Miimlien (Einzclbcitrag) 4,—, Ratibor (10,—, ans dem reldc 3, , Propagandafonds: Berlin: Dr. Friedemanu (0 -; Breslau: Zahnarzt Hugo Schachtel 50, , Redjltvur S Uottsehalk 20, Hohensalza: j. Mar- Imcit/ 10,; Königs Borg: Anna Lewin, 7. Zt. Erding, 10, , 1)1 Walter Stein 22,- : Ratilvor: Zahnarzt Bleck 10,: ans d. Felde: Stabsarzt l)r. Albert Goldher20 ״, , Dr. Hiildsehiner-Hambiirg 10, —Flieger Fritz Koppel 5, , Zahnarzt Gustav Sakimon-Miinster 5, , ,Vlariin Wagner 5,~-, Leutnant I>r. L. Weinberg- Dortmund 10,׳ , Walter Wolff-Hamburg C>,—. Verschiedene Spenden: Düsseldorf 25, , Hambürg 3, , Köln 45,50. Eingang vom 26. Januar bis 15. Februar 1916: Schekel 1011/15: 61, - M., Schekel 1915/16: 1(5, M.; I. a n d e s b e i t r ii gc 1915 : 879,— M., Land e s l> e i t r ii ge 1916: 133, M.; Propajan 11,1 f o 11 d s: 296,50 M. Gesaintcingang: Schekel 1911/15 : 3258,-- M.; Schekel 1915/16 : 523,- M.; Landcsbcitrage lo!5: 4714,50 M.; L 8 n d c s b e i t r ä g e 1916: 772,50 M.; Propagandafonds 1916: 171559 M. *dresse für Geldsendungen« Zionistische Ver- (Mung für Deutschland. Berlin W 15. Sächsische Siräflc 8. Postscheckkonto; Berlin 8091. Der Bindestrich Der ״Bindestrich“ ist zu einem viel- Mehdetcn politischen Sehlagwort geworden. Jenseits des Ozeans, in Nordamerika, ist es gcprägt worden und sehr bald zu einer belicrrschemhn Parole des innerpolitischen Lebens der Vereinigten Staaten geworden, Und heftig tobt *nt der Kampf für und wider die ״Binde- Brich - A in e r i k a n er“. Die ״Bindestrich- Amerikaner“, das sind jene, die nicht ganz, und Sar Amerikaner sind, die neben ihrem amenkanisclicn Patriotismus auch ihren europäischen heimalländern die Treue wahren und die Bande, die sie mit diesen verknüpfen, pflegen und wahren wollen: nach Auffassung derer, die das Sclilagveo! t aufgebracht haben, die ״Irisch-Ameri- 1«״er“ und vor allem die ״Deutsch-Amerikaner“. Man weilt, daß besonders gegen diese sich der Kampf richtet. Weil sie in ihrer Stellungnahme ftim Kriege sich in Widerspruch zu der über- ״hegenden Majorität der Bevölkerung Nord- 3״erikas gesetzt haben, werden sie als schlechte Amerikaner verschrieen, und selbst Präsident wdson hat sie laut Und energisch des manfinden amerikanischen Patriotismus bezichtigt. Kür uns nationalbewullte Juden ist diese ganze Erscheinung nicht ohne Interesse. Nicht c'Wa• als ob wir als Juden politisch an dem .״fitedrüben interessiert seien, sondern weil wir '״ alledem die erneute AusdruCksförm einer all* gfrocinen soziologischen Tatsache erblicken diirf״! auf die wir schon seit langem 11 in zu weisen I״üde werden, und deren Anerkennung und r^desichtigung in der Politik für uns von ™™,stcr Bedeutung ist. Es ist dies die Er* finuttg, daß cs im Leben der Völker und 7a,fh, nebtn den Menschen, deren staatliches ■ , ׳ ׳) : ־■ ־;!״ ן . י ' f «Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffent* lieh-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina." Baseler Programm. und nationales Dasein ganz, einheitlich, selbstverständlich und unproblematisch ist, auch solche gibt, die durch ihre historische Entwicklung und Schicks,alsgcstaltung in ihrem nationalen Sein gespalten sind, die zwei Volkssphären angehören oder ״her staatlich einem anderen Kreise eiligefügt sind, als dem, auf den ihre nationale Zugehörigkeit hinweist, kurz: Menschen, deren kollektiver Charakter aus verschiedenen divergierenden Elementen zusammengesetzt ist, Wenn man die Menschen mit eindeutigem nationalem Charakter den einfachen Worten der Sprache vergleichen mag, so darf man diese zu den zusammengesetzten, durch einen Bindestrich verbundenen Worten in Parallele setzen: cs sind die ״Bindestrich-Menschen“, Von denen der ״Bindestrich-Amerikancr“ nur einen Spezial fall darstellt. . Diese Tatsache des ״Bindestrichphänomens“ ist — wie gesagt — für uns Juden von höchster Bedeutung. Denn, wir befinden uns in allen Ländem in gleicher Lage. Auch unser staatliches Dasein ist von unserem nationalen geschieden, auch wir leben eine Gegenwart, die nicht das organische Ergebnis unserer Vergangenheit ist und träumen eine Zukunft, die nicht die natürliehe Weiterentwicklung unserer Gegenwart darstellt. Was immer wir tun und unternehmen, wir gehören stets zwei Sphären an, die oft sich schneiden und vielfach nicht decken, und die wir nur durch einen Bindestrich verknüpfen und aneinanderfügen; auch wir sind ״Bindestrichmciischeii“ in allen Länden! der Welt. Die ״Jüdische Rundschau* in Russisch «Polen Die in Russisch-Polen und Litauen bestehenden deutschen Postanstalten in Bendzin, Bialystock, Ciechanow,Czenstochau,Gostynin,Grodno, Grodzisk, Grojec, Kalisch, Kolo, Konin, Kowno, Kutno, Lenczyca, Libau, Lipno, Lodz, Lowicz, Mitau, Mlawa, Pabianice, Plock, Plonsk, Ponicwicz,Przasnysz,Brzeziny,Rawa, Rypin, Schaulen, Sieradz, Sierpce, Sicierniewice, Sochaczew, Sosnowice, Suwalki, Tomaszow (Kr.Brzeziny), Warschau, Wielun, Wilna und Wloclawek nehmen Bestellungen auf die ,Jüdische Rundschau“ zum Abonnementspreis von M. 1,75 vierteljährlich entgegen. Ebenso werden Be- Stellungen aus diesen Städten auch bei der Unterzeichneten Administration entgegengenommen. Administration der ,3dl8chEn Rundschau" Berlin W. 1S Sächsische Str. 8. ßs =3 Für diese Tatsache hat man bislang nur wenig Verständnis gezeigt. Die europäischen Staaten, fast alle geschaffen durch die Kraftanstrengung eines einheitlichen Volkes, fühlen sich auch heute noch vorwiegend als Repräsentanten und nationale Organisationsformen der vorherrsehenden Nation und bekunden wenig Sinn für die berechtigten Forderungen der anderen, kleineren, ihnen angehörenden Nationalitäten. Rußland, Deutschland, England, sie alle haben die Daseinsbcrechtigung und Gleichwertigkeit ihrer nationalen Minoritäten nicht anerkennen wollen, und auch Oesterreich, in dem das Prinzip'der nationalen Gleichberechtigung aller Nationalitäten vom Staate anerkannt Ist, hat die praktische Formel zur Verwirklichung dieses Prinzips noch nicht gefunden, und der Zustand vor dem Kriege war eher der einer willkürlichen Ungebundenheit und schrankenlosen Freiheit der einzelnen Nationalitätcn als der einer staatlich geregelten Organisation ihrer aller, innerhalb deren jede ihre Gleichberechtigung besäße. Aus der Vorkennung dieser Tatsache des ״Bindestrich- Phänomens“, aus der Anwendung der für die Menschen mit eindeutigem nationalem Charakter geltenden Nonnen auf die in ihrem national-staatlichen Sein komplizierteren uneinhcitlichen und problematischen ״Bindestrichmenschen" ergaben sich naturgemäß unaufhörliehe Konflikte und Reibungen, denen wir in allen Staaten mit verschiedenen Nationalitäten begegnen. (Die Polen-, Finnen- und Judenfrage in Rußland, die I\11cn- und Dänenfrage in Deutschland, die Irenfragc in Großbritannien, das Nationalitätenproblem in Oesterreich und der Türkei.) Und nur einen Spezialfall dieser über,־dl nnzutreffenden Konflikte stellt der gegenwärtig in Nordamerika, tobende Kampf für und wider die ״Bindestrich-Amerikaner“ dar. Daß es für diese Konflikte eine Lösung geben muß, daß das ״Bindestrichphänomen" in allen Staaten, in denen es existiert, seine Anerkennung finden muß, ist klar. fX'nn eine dauernde Verkennung und Nichtbcriicksichtigung des Phänomens bedeutet eine stete ■ Vergewaltigung des Rechtes der kleinen Nationalitäten und den ständigen Keim heftiger Kämpfe und Reibungen innerhalb der Staaten. Und wo gar der Staat von einer größeren Zahl einander ziemlich gleichstarker Nationalitäten gebildet wird — wie in Oesterreich und der Türkei , da bildet das Problem geradezu die Frage vom Sein und Nichtsein dieses Staates. Und noch ein anderes ist klar: daß die Lösung des Problems nur auf dem Wege der Anerkennung und Gleichberechtigung der verschiedencn Nationalitäten gefunden werden kann. Das ״Bindestrichphänomen“ aus der Welt zu schaffen, es gewaltsam zu beseitigen, ist unmöglieh. Das ging früher einmal vielleicht, als das nationale Bewußtsein der Völker noch nicht so stark entwickelt war. Heute, da jede, auch di« kleinste Nationalität, von stärkstem nationalem Sclbstbcwußtscin beherrscht wird, ist solches undenkbar. Der ״Bindestrichmensch“ existiert und ist durch alle Sophistik nicht wcgzudcuteln und durch keine Gewaltpolitik zu beseitigen. Und mag man ihm auch den alten Vorwurf, des mangelnden Patriotismus entgcgenschleudcm, wie es den Deutsch-Amerikanern gegenüber in den Vereinigten Staaten geschieht, mag man ihm auch mit dem noch älteren Argumente vom ״Staat im Staate" zu ,Leibe rücken, tnit dem liberale Publi- /

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