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Jüdische Rundschau · 1916-02-11 · Heft 6 (11.2.1916) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 6 (11.2.1916)
Date
1916-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 50 JUEDISOHE RUNDSCHAU Nr 0. Zudtermandl . . F. Aufricht .... Ncurc Jeliuda ... Bud weis: Dr. Kempfner . ... I. Freund . . .... O. Fürth. Herma!1 n es tec: Dr. J, Folkmann Horazdovitz: Ludwig Fischl Holitr: E. Saxl. Pilsen: Zion. Mittelschüler Prag: S. Bondy. J. Karpcles ..... Leit m c r 11 z: Fr. Neuburg Rosenberg: Kadett Stemschein Sadcze; J. Stranskv . . Tetsehen: O. Schwarz Biclitz: E. Tisch . . R. Huppert Br. Pollak . . I, Schanzcr , Ing. Klipper , Pirnitz: E. Furcht Tcschen: W. Förster , . G. Zuckermandcl Brünn: Dr. Schreier 0. •Kandreny: Bukowina M. Pacht . Ungarn Budapest: Dr. Patai . ״Dcborah" A, Fabian . I)r. I. Gerber L. Schlesinger Dr, Strclingcr Fiume: Dr. Blüliweiß Forro: A. Selymes . 0 y c t v a: J. Schwarz , Nyirbätor: A. Ooldmann Szatmdr: Dr. A. Jordän Tatabdnya: Dr. Szabo. T. Oondor .... J. Vogl .... . Temesvdr: M. Neubauer Kr. £ k 10,- 10- 5.- 0l'Z lt 100- 10,- 50,- 15,- 50- 20,- 20,- 20,- 5- 5,- 10,- 5- 20,- Kr, 15,- Kr. ff ff ff Kr. Südslawische Länder Sarajevo: Abr. J. Papo Ch. weitzner Vinko vei: L. Stein A. Braun Kr. Konstantinopel 20,- 27,- 10,- % ,r 18,- ־,25 -,10 -,10 * 12,- 10,- 10,- 10,- Jk 40r M 21,20 Jk 16 083,76 * ff ־ ff .י B*V. -,20 ־,0 ־,0 11,50 -,10 ־,<> -,50 -,50 -,50 -,6 Türkei Chaim Abraham . Verschiedene Spenden U.-O. Hein, im Felde, A. Kraus, Fr. Kaufmann, L. Mosbadicr, Dr. Lazarus, Dr. Goldsteiu, Dr. Popper. Gesamtausweis dieser Nummer: Zentralfonds 1916 (cinschl. Hebräisches Schulwerk) . Ausweis der im Dezember eingegangenen Beiträge für 1915. Zentralfonds Berlin: A. Bernstein, z. Zt. Kopenhagen . Ing. Kaufmann. Levontin. Chemnitz: Dr. W. Frankel . . . Danzig: Dr. E. Grünbaum, Im Felde Leipzig: Frau Thal. Mannheim: R. Kaufmann׳ im Felde Schwedt: Dr. Krojanker, im Felde Wien: Dr. S. Bohin. Triest: O. Wasdiitz. Prag: A. Bobasch. M. Lövy. Dr. Bergmann . Dr. M. Kolm. Nadworna: Inf. Ch. Kleinmann Lemberg: J. Bodek . Chrzanow: S. Markowicz . . . Czernowitz: Samml. Dr. Weißelbcrger, z. Zt. Wien Kr. 30,60 Galat z: Sammlung Federation . Bukarest: Dr. M. Mayersohn Montreal: Sammlung Federation Zürich: Herrn. Gonheim . Verschiedene Spenden Dr, Wcißelbergcr, Frl. Jellinek . . . B Hebräisches Schulwerk Berlin: Hans Bloch, z. Zt. Metz .... Pli. Lcwinskl.. O. .. n U.-O, Jakubowski ■ ׳ Breslau: U.-O. Brandt, im Felde .. [teiburg: E. Kaufmann, z. Zt. im Felde Hamburg: Dr. Tcbricb, ־ ־** ־ Leimln. w. Dubiner Kr. im Felde -,50 -3 ״ " t ״ 1׳“ •t Jk 418,12 יי® " Jk 138,87 Jk 100- Jk 1,54 Jk -e1pz,g?«ran: Dr, 'fest: M. 20,- 12.- 6,- ־,5 -,10 -,10 -,30 -,50 ״ I. Kohn. Dlugacz . ״, ' Wien: Dr. Wclnberger.Kr. 6,— Zi" ״. ..־•6 A. Bobasch .Kr. 50 — Dr. M. Kohn.25״,- I g 1 a u: Sammlung E. Singer.Kr. 52 — Sammlung E. Singer 66,— Temesvdr: E. Vcrmcs.Kr. 20 — Haag: Ortsgruppe.Jk 154,58 Bukarest: Dr. Mayersohn.4k 8,— Verschiedene Spenden A. Nothmann, R. Brandt, E. Drimmcr . . .4k 7,— Kriegslandspende Für die in Oesterreich-Ungarn organisierte Kriegsinndspende des Jüdischen Nationalfomls, deren Zweck es Ist, in Palästina Grund und Boden zu erwerben und ihn jüdischen Kriegsopfern aus dem Osten zum Anbau in Erbpacht zu überlassen, sind bis jetzt über 60000 Kronen eingegangen. Ihc erste Janunrnummcr der ״Bo d c n re fo r in״, des Organs der deutschen Bodenreformer, bringt einen Aufsatz über die Krlegslandspcnde der ein allgemeines Interesse für diese Sammlung erwecken dürfte. Es heißt hier: ״Eine interessante Parallclaktlon zur Kriegerheimsthttenbewegung, die erfreulicherweise nun auch in Oesterreich an Boden gewinnt, ist die vom jüdischen Nationalfonds in Lemberg und Wien cingclcitctc Sammlung für eine Krlegslandspcnde. Der ״Jüdische Nationalfonds״ ist eines der Geldinstitute der zionistisehen Bewegung und verfolgt den wohl allen Bodenreformern sympathischen Zweck, Grund und Boden als unveräußerliches Volkseigentum in Palästina zu erwerben (vcrgl. die neueste Auflage von Damaschkes ,Bodenreform“ S. 244) .... Durch den Krieg nun ist dem Nationaifonds eine neue Aufgabe erwachsen. Zahllose Familien in Galizien und Bukowina sind um ihre Existenz gebracht, ihr Hab und Gut zerstört. Statt der Aus- Wanderung nach Amerika, die ohnedies bald gesperrt werden dürfte und die auch vom politischen Standpunkt der Zcntralmiichtc weniger erwünscht ist als eine Auswanderung in die verbündete, erstarkende Türkei, soll diesen armen Kriegsopfern die Ansiedlung in Palästina ermöglicht werden. Das Land wird in Erbpacht, also hach bodcnrcformcrischcn Prinzipien, ausgegeben. Ein Dunam Land (etwa ein Fünftel Joch) kostet in Palästina 50 K. Wer nur einen Dunam oder einen Bruchteil spendet, trägt schon zur Schaffung einer wirtschaftlichen Grundläge für ,eine Fliichtlingsfamilic erheblich bei. ״ Bedenkt man, daß schon jetzt in mehreren rcichsdeutschen Broschüren die Angst vor den ostjüdischen Arbeitern, die den Lohnsatz drücken könnten, und überhaupt vor einem starken Einströmen der russisehen und polnischen Juden nach dem Westen zum Ausdruck kommt, so muß man auch von diesem Standpunkte aus die Krlegslandspcnde als Vcrmbiderung eines solchen Druckes vom Osten her hegrüßen. Neben die Sorge um eine vernünftige Auswamlerting, die das Volk statt zur Prolctarisicning in Großstädten zur Gesundung auf eigenem Boden führt, muß natürlich die Stützung der wirtschaftlich lebensfähigen Elemente in Galizien resp. Russisch-Polen treten. Die Kricgslandspcndc soll also nicht etwa Auswanderung erzeugen, sondern die auch schon vor dem Kriege existierende und nach dem Kriege sich notwendig steigernde Auswanderung in ein vom menschlichen, zcntralstaatlichcn und jüdischen Standpunkt richtigeres Bett leiten." ZIONISTISCHE BEWEGUNG Deutschland. (Vortragsreise von Dr. Hantke) Dr. Hantke hat am Sonnabend, den 5. Februar, in einer von über 200 Personen besuchten Mitglieder- Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe Leipzig gesprochen. Am Sonntag Vormittag hat eine gemeinsamc Vorstandssitzung der sädisischcn Ortsgruppen stattgefunden. Für Nachmittag war eine ״Mitteldeutsche Vertraucnsmänncrversammlung״ einberufen, an der Vertreter der Ortsgruppen Leipzig, Dresden, Chemnitz, Halle, Nürnberg, Zwickau und der Vertrauensmann aus Cassel tcilnahmcn, Italien. (Von unserem Berichterstatter). Die Arbcltsmöglldhikcitcn des Zionismus in Italien sind augenblicklich nicht sehr groß. Für den ״Jüdisehen Nationalfonds“ gehen monatlich einige hundert Francs ein, für das Pnlästinahllfswerk dagegen kann nicht gesammelt werden. Fast alle Nationalfondskommissäre stehen unter Waffen. Die Propaganda ist mangels tüchtiger Arbeitskräfte Sehr schwierig. Aber nach dem Kriege besteht Aussicht auf bessere Resultate, denn die Arbeit ist heute nur deshalb so beschränkt, weil die tätigsten Zionisten im Felde stehen. Skandinavien. Am Sonntag, den 23. Januar, hielt der Sekretär des Zionistischen Actions-Comitds, Herr Dr. Martin Rosenbiüth, in Gölhcborg im großen Saale des Arbeiter-Vercüis einen Vortrag über die ״Notlagp der Juden im Weltkriege". Die Vcrsammhing, die von der Svenska Zionist Förcning veranstaltet worden war. war von etwa 400 Personen besucht. Nach einer einleitenden Rede des Vorsitzenden Herrn Leopold Jacobson, in der dieser die Ziele des Zionismus darstclltc und das Baseler Programm erläuterte, sprach Herr Dr. Rosenbiüth in andcrthalbstündigcr Rede über die Probleme, die der Weltkrieg für das jüdische Volk teils geschaffen, teils besonders verschärft hat. Die Rede fand reichen Beifall, und die (ioet lieber ge r Tagespresse brachte ausführliche Berichte. Abends fand In Egger’s Hotel eine von der Svenska Zionist Förcning-Göthcborg veranstaltetes Bankett statt zu Ehren des Vortragenden und des langjährigen Vorsitzenden der Agudath ha-Zionim be- Dänemark, Herrn Joseph Nachemson, aus Kopenhagen, an dem mehr als 60 Personen tcilnahmcn. Am nächsten Tage wurde in interner Besprechung die weitere zionistische Arbeit in Göthcborg fcstgclcgt. Der Schwcdisdie Zionistenvcrcin hielt am Sonnabend, den 22. Januar, im Saale der Landwirtschaft»• akadcmic eine große Volksversammlung ab, in der Herr Dr. Bernstein, Kopenhagen, über das Thema: ״Palästina und die Zukunft des jüdischen Volkes" sprach. 111 1 Vastündigcr Rede behandelte Redner die wichtigsten national-jüdischen Probleme und die Aufgaben der zionistischen Politik. Herr Dr. Bernstein schilderte die Entwicklung des jüdischen Kolonisationswcrkcs in Palästina und besprach die große Zukunft des modernen Palästinas. Der Vortrag, dem das zahlreiche Publikum mit großem Interesse folgte, fand lebhaften Beifall. Am Sonntag, den 23. Januar, fand eine Mitglied erver- Sammlung des Stockholmer Zionistenvereins statt, in der Herr l)r. Bernstein einen ausführlichen Berieht über die Lage und die Arbeit innerhalb der Zionistischen Organisation erstattete. Außer den Stockholmer Gesinnungsgenossen beteiligte sich auch eine Reihe auswärtiger Zionisten. In den auf den Beridit folgenden lebhaften Debatten wurden speziell die Anträge des Herrn Jabotinski behandelt, die vor einigen Monaten in einer privaten Sitzung einer Gruppe von Gesinnungsgenossen zur Annahme gclangten. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: ״Nachdem der Stockholmer Zionistenvcrcin den Bericht des Herrn Dr. Bernstein angeliört hat, und nachdem die Versammlung sich mit den Resolutionen bekannt gemacht hat, die vor einigen Monaten in einer privaten Versammlung von hiesigen Zionisten angenommen wurden, schließt sidi der Stockholmer Zionistenverein den Resolutionen der russischen Zionisten an." Die Resolutionen der russischen Zionisten, die bekanntlich dem Actions-Comitö volles Vertrauen aussprechen, enthalten eine programmatische Präzisicrung der gesamteh r.ionistiscnen Politik. Der Besuch des Herrn Dr. Bernstein hat eine frische arbeitswillige Stimmung in den Stockholmer Verein gebracht. Gegenwärtig befinden sich in der schwedischen Hauptstadt eine Reihe auswärtiger, angesehener und bekannter Gesinnungsgenossen, die für die Entwicklung des zionistischen Gedankens in Skandinavien große Dienste leiste« könnten. Wir hoffen, daß die gute Stimmung, die durdt die letzten Versammlungen hervorgerufen wurde, dazu beitragen wird, daß der Stockholmer Zionistenvcrcin eine andauernde energische zionistische Tätigkeit entfalten wird. Der Zionismus kann von der größten Bedeutung für die Stärkung und Erhaltung des Judentums in Skandinavien sein. L. Rumänien. Der zionistische Jugend - Verein Ru ach- C h a d a s c h" in B r a i 1 a veranstaltete am 19. Dezcmber in den Räumen des ״Theater Regal" eine große zionistische Festvcrsammlung, an der etwa 800 Personen tcilnahmcn. Die Versammlung gestaltete sich zu einer der bedeutendsten Kundgebungen des zionistischcn Gedankens in Rumänien. In Focsani fand am 21. Tcweth (28. Dczemher) die erste Beratung der von der zionistischen Konferenz in G a I a t z gewählten ״H cbräischcn Kommission" statt. An der Beratung nahmen die Herren Dr. Nacht, Matithjahu Friedmann, David Kalianc und A. Orünberg teil. Fs wurde u. a. beschlossen, einen Aufruf zu versenden in welchem alle Zionisten aufgefordert werden, die Verbreitung der hebräisclien Sprache und Literatur zu fördern. Die Vorstandschaft der ״Organisation für hebräische Sprache und Kultur“ in Rumänien wurde konstituiert. Dr, Jakob Nacht wurde zum Vorsitzenden der Organisation gewählt. Einer besonders eingehenden Erörterung wurde die Schuf frage unterzogen. Fs Ingen verschiedene Anträge von Dr. Nacht und M. Fried mann vor. Die Leitung wandte sich auf Anregung des Herrn Dr. Nacht an den bekannten Philanthropen Herrn Wachtel In Jassy mit dem Ersuchen, in dem׳ von ihm geschaffenen jüdischen Gymnasium den hcbrälschen Sprachunterricht einzuführen; diesem Ersuchen wurde stattgegeben.

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