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Jüdische Rundschau · 1915-11-05 · Heft 45 (5.11.1915) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 45 (5.11.1915)
Date
1915-11-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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f I ו « 1 I I I ו 1 I 1 1 --\ Abonnements J auf die wöchentlich am Freitag■ er• | scheinende ״Jüdische Rundschau** ן kosten bei der Expedition und bei ■ allen Postämtern vierteljährlich M. 1,75! innerhalb Deutschlands, in Oesterreich- 5 Ungarn M. 2,50, im Ausland M. H,—. ■ Jüdische Rundschau, G. m.b. H. | BERLIN W. 15, Sächsische StraßeS. | Telephon: Amt Uhland 845, 846, | Postscheckkonto: Berlia Nr. 17392. | l-1 0U6DISCH6 RUNDSCHAU r I I I I I Anzeigen kosten für die sechsgespaltene Petitseile oder deren Raum 40 PI; Stell««- Angebote und •׳Gesuche aowie Verein»- Mitteilungen und ״Kleine An1eige«1* O O O O nur 30 Pfennig. O O O O Manuskripte werden, wenn Porto beiliegt, stets zurückgesandt RedaktiottaschlaAl Mittwoch vormittag». Redaktion Jüdisch• Rands eh — BERLIN W. 15, Sächsische Straße 8. Telephon: Amt IJhland 845, 846, Postscheckkonti: Berlin Nr. 17392 ALLG€M6IN€ 3UCDISCHC ZEITUNG Nummer 43 Berlin, den 5. November 1913 28 ״״־. Cheschwan 56V6 XX. Jahrgang. £1שוו!!ו1וו1!וו!וווווו1וו!!וווווו!!וווווו!ווווווו1ו!ווווו!ו1וו!וו!ווו!ווו!1[!!!וווווווווו!!ווו!ו | Die ״Jüdische Rundschau" j | in Russisch*Polen J g Die in Russisch-Polen bestehenden g deutschen Postanstalten in Bendzin, jg j Czenstochau, Kalisch, Kolo, Konin, g g Lodz,Pabianice,Sieradz,Sosnowice, g j Warschau, Wielun und Wloclawek g H nehmen Bestellungen auf die ״Jüf§ 1 dische Rundschau“ zum Abonne- 1 g mentspreis von J | H. 1,75 vierteljährlich I ₪ entgegen. Ebenso werden Be- H §f Stellungen aus diesen Städten auch g g bei der Unterzeichneten Administrap g tion entgegengenommen. g | Administration der Jüdischen Rundschau“ I H Berlin W. 15 Sächsische Str. 8. ff Zionistische Vereinigung für Deutschland Ais der Weltkrieg ausbrach, hatte mancher von uns die Empfindung, als ob die zionistische Arbeit unseres Landesverbandes eingestellt werden und bis zuin Fricdensschluß ruhen müßte. Und aullerhall) unserer Organisation hat man fast allgemein mit einer solchen Entwicklung gerechnet. Die ersten Wochen schienen diese Erwartungen auch zu rechtfertigen. Wie mit einem Schlage war der Zusammenhang zwischen den Gruppen und der Zentrale gelöst, hörte die Tätigkeit aller Orten auf. Aber bald änderte sich das Bild. Die Entwicklung der letzten zehn Jahre hatte die zentralisierenden Tendenzen in unserem Landesverbande immer stärker werden lassen. Unser Bureau hatte in steigendem Malie die Arbeit von der von Zufälligkeiten abhängigen Tätigkeitsmöglichkeit, insbesondere der kleineren Gruppen, unabhängig gemacht und den direkten Verkehr mit den einzelnen Gesinnungsgenossen gepflegt. Unser Parteiorgan, die ,,Jüdische Rundschau‘‘, hatte sich allmählich über alle Ortsgruppen ausgedehnt und war fast in jede zionistische Familie gedrungen. Diese Richtung zur Zentralisation schuf die Voraussetzungen für die Arbeit im Kriege. Die Zentrale nahm die Arbeit auf, die den Ortsgruppen und (iruppenverbäiulen entgleiten mußte. Die Volksversammlungen -״- bisher die markanteste Form unserer Propaganda - - hörten allerdings fast vollständig auf. i )as gedruckte und geschriebene Wort löste den <3ffentlieht.•!! Vortrag ab. In jeder Aktion trat die Zentrale direkt an den einzelnen heran. Aemiertc sich so die Form unserer Tätigkeit, ihr Inhalt blieb derselbe. Er galt vor allem der Aufreehtediulümg und Vortiefung lies zionistischen Geistes. Schon seit langem war e> 1ms allen klar geworden, daß der Zionismus nicht ausschließlich eine auf dem Verein-.prinzip nnfgebaiile politische Partei ist. lause re Organisation ist auch die Grundlage für das (iebümle des jüdischen N'atiuiialisums, das wir wieder errichtet haben, der äußere Rahmen für die Stimmungen, die unsere Gedanken beherrschen. Der durch die Organi- ״Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffenflieh-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina." Baseler Programm. sation angeregte und gewährleistete persönliche Zusammenhang läßt uns die Vorahnung des jiidischen Lebens empfinden, das wir für die Zukuuft unserer Gesamtheit ersehnen. Und so empfanden denn unsere Gesinnungsgenossen im!7elde bisher sind es fast 20'bt! in hohem Maße das Bedürfnis, mit der Bewegung in Ver- Bindung zu bleiben und sich in ihrer häufig fast vollständigen Vereinzelung des Zusammenhangs mit der Gcsuintorganisation bewußt zu bleiben. Der geschäfist'ülirende Ausschuß hat daher bercits im September und Oktober 10; 1 beschlossen, jedem Zionisten im Felde allwöchentlich auf Kosten des Landesverbandes die ,,Jüdische Rundschau“ und monatlich einen Bericht über die Ereignisse in Palästina und die Lage unsere!• Gesamtorgaiiisatioii und ihrer Institutionen zu senden. Diese ausführliche Information jedes ein- /einen in Verbindung mit den Liebesgaben■ und Biicherseudungeu zu Clumukah und zu Pell ach und die sieh ans'.־hl!,.־ßr11׳.le Fin/elkorrespondenz, die durch unser ',’ergehen angeregte gle’ch gerichtete Tätigkeit des Kartells Jüdischer Verbindungen, des 1 lerzlbundes, der Jüdischen Turnerschaff und zahlreicher einzelner Gruppen, haben stark dazu beigetragen, daß ein einheitlicher Geist und der feste Entschluß angestrengtester zionistischer Arbeit in der Zukunft alle unsere Gesinnungsgenossen im Leide erfüllt. In gleicher Weise haben wir das zionistische!..eben in den Gruppen selbst aufrecht zu erhalten gesucht. Auch liier war es die ausführliche Information durch, die ״Jüdische Rundschau‘‘ und durch unsere monatlichen Rundschreiben an die Vertrauensmänner, welche eine, wenn auch heschränkte, Versammliin״:Tätigkeit sowie die Aufrechterhaltung unserer < )rlsgninpen und unserer Jugendorganisationen ermöglicht und in Vorhindüng mit persönlichen Aussprachen mit den meisten Mitgliedern unseres Zentralkomitees die zionistische Stimmung geschaffen haben, die die erste Voraussetzung gedeihlicher Arbeit ist. Der Erfolg ist denn auch nicht altsgeblieben, und mit Befriedigung stellen wir heute nach 15 Monaten schwerer Kriegszcit fest, daß die zionistische Stimmung auch in dieser Zeit in der Opfenvilligkeit für unsere Institutionen und Sammlungen ihren vollen Ausdruck gefunden hat. Zionistischer Zeniralfomls, Jüdischer Nationalfoncls, aber auch unsere beiden Sammlungen für Palästina und für notleidende Juden in Deutsch-!and haben fast wie in 1 rieilenszeiten die Unter- Stützung <101־ deutschen Zionisten gefunden. Alle diese Ergebnisse konnten wir mir erzielen, indem wir ohne ängstliche Rücksicht auf Unkosten das taten, was wir als notwendig erkönnt hatten. Die ,,Jüdische Rundschau‘‘ hat infolge der Steigerung aller Materialien, der Erhölmng der Druckmul!Gpierpreisi einerseits, des Auslalls des l!iM/n!i eigp wii,׳itts andererseits 1101k■ Zuschüsse erfordert, obvoh! ihre Auf!a׳ge stiegen ist. t Misere laufenden A!beiteil im Bureau haben zwar ii.iehgelassc 11. An ihre S:el!c ist aber der uinS.uiigreicbe Verkehr uut den Gcsiimungsgcnosseii im Leide getreten. Wohl haben I viele < iesimumgsgeiiosse'ii für unseren Uropa- I gandafonds gezeichnet. Die Landesbeiträge der Ortsgruppen sind aber für die ersten 5 Monate vom 1. August bis 31. Dezember!1)14 fast vollständig ausgefallen und auch für das Jahr 1915 sehr stark zurüekgegangen. Der Geschäftsfiihrende Ausschuß hat daher einen einmaligen außerordentlichen Beitrag von mindestens b M. ausgeschrieben und jeden Gesimmngsgenossen aufgefordert, diesen Beitrag und wenn es ihm möglich ist eine höhere Summe zu zahlen, damit wir in die Lage kommen, unsere Arbeit bis zum Ende des Geschäftsjahres fortzuführen und in das neue Jahr ohne Verbindlichkeiten aus diesen 15 Kriegsmonaten einzutreten. Nicht jeden haben wir in seinen zionistischen Wünschen zufriecleiistellen können. Nicht jede Anregung konnte ausgefiihrt werden. Und doch dürfen wir uns bewußt sein, trotz der großen äußeren Schwierigkeiten die Fahne des Zionisrmis hochgehalten und den Geist unserer Bewegung, sowie den Zusammenhang der Organisation für die Zukunft gewahrt zu haben. Keine Zeit war je so bereit wie die heutige, die Bedeutung organisatorischer Tätigkeit mit ihrer straffen Zusammenfassung aller Energien, der Intensivierung der Tätigkeit und der Vervielfachiuig aller Kräfte anzuerkennen. Wir deutsehen _ Zionisten wollen nicht zögern, die Konseipienzen eines als richtig erkannten Prinzips zu ziehen. Arthur Hantke. Hermann Cohen 1. Wir sprechen von I I e r in a n n C oben heute unter dem Eindruck zweier Tatsachen. Vor einiger Zeit ist Cohens Schrift ,,Deutschtum und Judentum“ erschienen, die zu einer Stellungnahme auffordert. In den letzten Tagen wurde Cohens ')()jähriges Doktor-Jubiläum gefeiert. Die Besprechung der Schrift müßte ganz Kritik und Polemik sein. Der Blick auf das Jubiläum lädt zu einer Betrachtung des Mannes ein. Der Mensch Hermann (.'allen steht weit ab von unserer Welt. Sein Werk liegt im Gebiete der reinen Fach-Philosophie. Seine Beilentiing für uns aber kommt aus seiner Stellung innerhalb des gegenwärtigen Judentums. Er gilt einer großen Gruppe von deutschen Juden heute als Repräsentant mul Fürsprech. (Stadion.) Geeignet für dieses Amt durch seine soziale Stellung, wegen seines Rufes, innerhalb der deutscheu Wissenschaft, als Erneue rer und Reiniger der kanlischen lehre (selbst Stuart Houston (111.1111 herl0in nennt Cohen den ,,Nestor der wirkliehen Ergründe!־ Kants‘‘) und wegen seines Interesses für jüdische Dinge, das er ein Menschenalter lang öffentlich betätigt hat. Besonders seitdem Gohen seinen akademischen -Stuhl in .Marburg atifgegeben hat und in Berlin lebt, ist er das Haupt mul der Mittelpunkt eines sich dort zentralisierenden jüdischen Kreises. Er ist der l.et/te aus der Reihe der Männer, die in! 1 anle des l<). Jahrhunderts dem deutschen Judentum in besonderer Weise r! nrasintntiv wertvoll 1״ dient haben, dadurch, daß sie, in gut jüdischem Milieu aiifgcwarhscn, ans ihm heraustutend, durch große persönliche Begabung wissenschaftliche f eistiuigeii schaffen konnten, die

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