Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1915)
- Date
- 1915-08-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 284 J ü E Ü i S C H E RUNDSCHA U Nr. 35 Zum lAklnr du 1 'm \ 1:!u1;1l Fra:.: wurde di.-er Figi׳ /um ■u'-’i־!: Mali ein Jude, Pr״!, (•de! 1 .111 - k c I , geu :111:1. Aus England. Kur/!k1!׳ U1U1I uui■ Viasscii\ u'■:1111111! 1m:.: der luden Von L e e d v ,u!t 1 der i cttuiig des AlPierneincn lern gsiiili—k* * rn ,i 1 :־- u>11 l eeiis >1:111. I >11 s Thema dev Vi rsammhuiL: bih.ii!e die pul1t1>1'iu׳!.:me, t! 11 re 11 die die Jüdin liii 1׳ uml nlluuarts ui Mitieuleiisrlnfl ״e/ugen sind. 1111 Laufe meiner k’eiie sagte der ( haeliaili 1)1'. ( 1 a s t!׳: , , ן י lialie die Pinufindiuu, Jahr/ehnle suu! \ ergangen. •eit ei /.nie:/! in I eeds gesprochen habt. Damals v, uriii׳ ut.ei die 1:111 faltu 11!,: der 1 1־ hne■ Judas diskiil ,־eil, die unser Volk aus der Sklaverei zur Iiadiu! fuhren sollte, von der Abhaan ■״keil /ur Uunbl1än״igk1 d, \oU man nelicni Wohlergehen /u geistigt r hrbebiui׳.:. Man erfreute sieh gemeinsam an den grollen Werken du־ Barmherzigkeit, der Erzitlimig 1111(1 der /i\ ihsaiioii. ״Wir fühlten‘׳, sagte er, ,,daIi die Volker sich einander näherten, mul der (Seist allguncmcr Verbrüderung sehien Wirkiidikeit /u uerdi n. .Aber jetzt sind wir um hundert Ja 11 re: /liriiekgi wollen. I >ie jet/t via kündeten <k׳scl/e atmen eie u (U ist lung't vergangener Jahrhunderte. Es sind mehl mehr die pHii/ipien, aul die wir st״l/ waren, Liebe hat sieh 111 Mail verwandelt. Was hören wir jet/t in der sogenannten zivilisierten Welt b Er- Zahlungen von unausspri ctihehen < irausainkeiten, von Abscheulichkeiten, die man nicht mehr liir möglieh hielt. In alten Zeiten ging unserem Volke׳ eine Feuersä! 111׳ voraus, tun uns aus der Skiaverei in die Freiheit zu führen. Jetzt leidet die Feuersaule unser Volk in Verbannung und Knecht- Schaft. Wohnt ist all die Barmherzigkeit mul Menschlichkcit geschwunden? hundert Jahre Arbeit, Eifer, Begeisterung und Selbstaufopferung sind vergangen, und inan kann keine Spur mehr davon entdecken. Aber soweit das uns trifft, gibt es doch einen Unterschied. Vor hundert Jahren, als der grobe Napoleon siegreich durch Europa zog und die Fesseln des Mittelalters brach, die Toren lies (ihettos öffnete und die großen Grundsätze der französischen Republik verkündete, standen in den .Armeen nur wenige Juden, die sielt freudig den Heerscharen Napoleons anschlossen. Fleute hat man uns eine Lektion erteilt, und .ich glaube, jedermann wird ג mir zustimmen, dail wir gut gelernt haben. Wir haben jetzt der Welt die Bereitwilligkeit und Entschlossenheit von mehr als ' ״ Million Menschen gezeigt, ihr Leben für ihr Heimatland zu opfern. Ich weiß, daß man darüber streiten kann, ob mau an jene schrecklichen Szenen rühren soll, von denen Sie gehört haben, aber ich würde unwahr sein gegen England, wenn ich schwiege. England muH aufstellen 11111! sagen: ״Bis hierher und nicht weiter!“ Obgleich ich keine Namen nenne, weiß jedermann, was ich meine. (Ruf: Rußland.) Wenn wir in alten Zeiten lebten, würde icli dem ganzen Judentum raten, sich in Trauer zu hüllen, Asche aufs Haupt zu streuen und sielt zu kasteien, zu beten, zu fasten und Gottes Barmherzigkeit für die Unglückliehen anzurufen. In modernen Zeiten hat dies alles keinen Sinn. Am Jahrestag der Kriegserklärung Wollen wir aber beten, daß der Tag bald kommen möge, welcher den Leiden und Qualen ein Ende macht, wie sie die Uleschicht 1• unseres Volkes seit zwei Jahrtausenden nicht mein׳ gekannt hat. Wir müssen uns vorstellen, daß die Lage der Völker Europas nach dem Kriege sielt gänzlich verändern wird. Das nationale Bewußtsein wird sich vertiefen, nationale (iedaiiken werden emsig gepflegt werden und neue Prinzipien werden auftaiiclieii. Die Völker müssen ihre Beziehungen zu einander erneuern vom Standpunkt der Sprache, des Glaubens, der Tradition und des politischen Ehrgeizes. Wo bleiben wir? Ich habe es Jahr für Jahr ausgesprochen und ihnen die Notwendigkeit gezeigt, vorbereitet zu sein, denn wir wissen niemals, wann unsere Stunde schlagen wird. Um wieviel näher sind Sie der Vorbereitung gekommen?“ Zum Schluß seiner Ansprache regte Herr l)r. (j a ster die folgende Resolution au, die angenominell wurde: ״Es möge diese Massenversammlung der Juden von Leeds allen jüdischen Einwohnern die gebiete•- rische Notwendigkeit klarmachen, regelmäßig zum Fonds beizusteuern, und auf diese Weise so weit wie möglich die 1.eitlen unserer Glaubensgenossen im Kriegsgebiet zu lindern.“ * An leitender Stelle weist die in L o 11 d o 11 erscheinende jiddiseiie Zeitung ״Die Welt“ darauf hin, daß die gesamte englische Presse die Vorgänge in der letzten Dumasitzmig mit Schweigen übergeilt. Es ist dies bezeichnend für die herrschende Verwirrung. Aus Rußland. Aus einem eben veröffentlichten Bericht des ״Heiligen Svnods“ geht hervor, daß in diesem Jahre in R 11 ß 1 a 11 d llhS Juden zum griechisch-katholischen Glauben übergetreieii sind. Der bekannte hebräische Schriftsteller David F r i s e h m a u n , von dessen schwerer Erkrankung wir berichtet haben, ist jetzt völlig wiederhergestclit, Er hat bereits da> jüdi-clle Krankenhaus in Odessa, wo er sich während seiner Krankheit befand, verlassen und soll nach Warschau /uhickgekehrt sein. In < ) t w o t / k hi i W 11 r s c 11 a 11 verstarb dieser läge der bekannte jüdische Schauspieler lind Theaterduvktor l/chak Sandberg. Der Verstorbene war zuletzt Leiter des jüdischen 1 lieaters in I odz. 1 ׳11׳ berühmten T a 1 111 11 <1 > c ii 11 I e 11 (״Jcseliihot“) 111 l.i da, Tel sc l!i 111 ul i. u m / a mußten inlolge der Kricg-wreig ni-sc g e s e 11 hiss e 11 werden. Du Schiller gingen nach Minsk, Wilna und f Aviiisk, Aus Russisch-Polen. I die ״J e vv i s 11 Kolonisation A s s r> c i a - t 1 o 11“ hat, einer Meldung des ,,Jcw oh ( dironiele“ zuloigt , l(HIOIH) Eres, zur L' n 111 ־- tut z u nwr vier natk׳;dcn- 11111 Juden nach Warschau gcsaiiih. Aus Amerika. In N 1 vv Y o 1־ k sind 10(1 judi-nhc F i ü e!1 t I 1 11 g e aus Paris aiigekimnneii, die man vor die Wahl gesteilt hatte, .sieh der Fremdenlegion an/.usdilielieii, in ein Knu/cutratumslager zu gehen oder Frankreich zu veiiassui. Eingedenk der ungeheuren \ erlolgungi 11, denen die russischen luden in der F r e m d 1׳ n legi o 11 ausgeset/t sind (Jüdische Rundschau 1015, Nr. ')!), haben es alle ungezogen, nach A in e r i k a aus/.uw׳andern. Aus der Türkei. i/er amerikanische Botschafter in der Türkei, Mr. Henry M o 1׳ g e 11 t h a 11 , ist von der l'iiivcrsitat Koiistnntinopel zum Elm ndoklor der Rechte ernaimt worden. Aus Griechenland. Seit kurzem erscheint in Saloniki die jüdische Zeitung ״L ' E c 11 o d e 'S a i o 11 i q 11 e“, die den gricduschen mul jüdischen Interessen gewidmet ist. Nachrichten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen I)r. Fritz M ü Iler 11 e i m - Stolp (K. J. V.), Feld Unterarzt Alfred R o 111 m a n 11 - Berlin (K. J. V.) und Saily Heilbrun 11 (Bar Kochba Berlin) haben das Eiserne K r e u z erhalten. Das Mitglied des Zionistischen Jugendvereins Cötheu, stuck ing. Otto Marum (Mattaphiä) wurde zum Leutnant befördert. Unsere Gesinnungsgenossen Georg W o 11 - stein- Berlin (K. J. V.), R.-A, Franz Seit e 11 - Berlin, Simon W e r t h e i 111 - Hamburg (Her/l-Club), Berthold H t׳ r z b er״- Halberstadt (jüdische Turnerschaft) wurden v e r w 11 n d e t. Unsere Gesinnungsgenossen Referendar Dr. Fritz Fink-Hamburg (K. J. V.), Martin Kroncr (Bar Kochba Berlin), Lueien W e i 11 - Bolhvciler i. Eis. und Siegfried M i I 111 e r - Eydtkuhnen sind gefalle!1. Berlin. (Z i o 11 i s t i s c 11 e r Jugend v e rei n.) Wanderabteiliing: Wanderung am 25. August: Reitbrücke■׳-Kaputh Werder. 8,25 Uhr Bahnhof Alexanderplatz IV. Klasse nach Relibrüeke. Wien, Für iiachbenamite Personell sind aus Amerika von ihren Verwandten und Freunden G e 1 d - Sendungen angelangt: für Johann Agnitsch, Lienfeld Nr. (15, Post Goltschee, LJnt. Krain, von Henry G c r g o 1 e i t , Queen Av. Gleit Morris P. O. Woodliaven; für Meier Haioti, Zborovv bei Zioczow, Galizien, von Siegimmd Heller, 3E Union Square, New York; für Frieda Davidmann bei Wolf August, Borvsiaw, Galizien, von Alex. H a m - itt e r ni a 11 11, 317 Urommus Avenue, New York; für Ghana Muse 11 kate n b 1 u t , Chokovu Yonjaif, von Abraham M u s c h k a t e!1 b 1 u t , 2821 Coierein Av., Cincinnati, Ohio; für Moses Lifschitz, Waschkoutz a. O.eromosz, Bukowina, von Salomon Lazor, 1333 Brook Av., New York; für Herscit S a n o vv i c z Gitrahumora, Bukowina, von J. Stein, 210 E 13tl1 Str., New York; für Ernestine M e 11 c z e 1 hei P. Peclier, Wiznitz a. Czcrcmosz, Bukowina, von Alfred Menczel, c. c, Y, Folk •14 E, 23 Str., New York; für Sltia Vtick e r b 1׳ o d . Wioczlawek, Gouv. Warschau, von S. S c h 11 e i d e r in a n n , 513 Henry Street Brooklin. Anspruchsberechtigte wollen sieh unter Beibringung von Identitätspapieren persönlich täglich (mit Ausiialmie von Sonnabend und Sonntag) von 11-1 U'11 r vorm, oder schriftlich an den Unterzeichneten wenden. Audi werden dritte Personen, die um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen wissen, inn Nachricht ersucht. k. k. Rcichsratsrevisor Rudolf Taussig, Zionistisches Zentralbureau, Wien, Ii, Zirkusgasse 33. Schluß des redaktionellen Teils. ffidisd e fk!rsfiiim Berlin (Gottesdienst) F reit :1 g . 27. August, abends: in allen Synagogen 7! ן Uhr S o 11 11 a b e n d , 2S. August, vormittags: in der Alten Sv nagogc 8' _> Uhr, in der Kaiscrstr.- lind Rykestr.-Synagoge ü Uhr, in den anderen Synagogen: F riihgotlesdieust 70■ U'ltr; Hauptg otte s dienst 10 l11'׳ r. Fr e d 1 g t e n: Synagoge Kaiscrstr.: Rabb, Dr. Esehelbachcr; Neue Synagoge : Kabb. I >r. Blunieiithal; Synagoge Lmdenstr.: Rabb, Dr. Warschauer; Svnagoge I.iit/ovvstr.: Rabb. Dr. Weiße; Synagoge Fasanen- Straße: Rabb. Dr. lioclileld. Jugendg o t l e s d i e n s 1: nachmittags. -1 Uhr. Synagoge Rvkeslr.: Rabb. Gans; Synagoge Levetzovvstr.: Rabb. Dr. Lcwkiiwit/. A I) e 11 d g o t t e s - dienst (Sabbatausgang): 7 Uhr 51 Min. M i n - eh all: in der Alten Svnagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen 1 ■> Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst an d e 11 W o c 11 e 111 a g e 11: .Mol״׳ en s: in der Alton, Kaiscrstr.- 11. Rvkestr.- Svnagoge (ü ״ Uhr, in den anderen Synagogen 7 Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. Der llauptraum in der Sviuigoge Levet/owsir. ist wieder eröffnet. 7 Jüdischer Nationalfonds Zentral© für Deutschland L Geldsendungen sind ausschliesslich zu richten an Herrn Max Wolistei nar, Charlotteoburg, Ro«ch«r-Strafi• 5. Dr. S c h vv n!׳ z , Tompelhof, grat. s. 1. Bbr. Bbr. B ä r u. K o I s k i.. . . 2,— Ass -Arzt Dr. Max Israel- Hamburg, im Felde, grat. z. Kriegstrauung Dr. Joseph B a c hr a c 11 - Viktoria Strauß.3. — Krgsfrvv. Telgr. Selig m a n 11 11. Teig!•. א a - t h :111 , im Felde, gedenken d. Nationalfoiids . 1,— Max W o 1 I s t e i 11 e r dankt Erich Ja c o h o - vvitz, Berlin, f. frdt. Wünsche.1,— Erlös f. Behandlung eines gefangenen Russen 2,70 Trude T r a u b grat. Erna H e r r m a ת n z. best. Physikum.2.70 Vizefeldvv. Saling c r, int Felde, grat. R.-A. Dr. M a nass e 11. Frau z. Geburt d. Sohnes . 1 Unteroff. Curt Schwabe, im Felde, dankt f. Uehersendung d. Rundschau ..5,—־ S. Brand u. Frau, Posen, grat. R.-A. Dr. M a 11 a s s e 11. Frau 1. Geburt d. Sohnes 1, , Leo K o 1 I e 11 s c 11 e r 11. Frau desgl. 1, — . 2,— Marianne Sch vv a r z e r u. Rosa K a 1־ I i 11 e r, Berlin, grat. Willy P r e i ß herzJ. z. Verlobung 1,— Fr. Toni Aron, Fr. Ida Müllerheim geh. Aron, Fr. Ida Müller 11 ei 111 geh. H a nt m e r s t e i n , Fr. Margarete Brootze 11, Stolp, grat. Frau Rabb. Dr. J o s e p 11 , Stolp, z, Geburtstag.8,— Adolf 11. Grete Brootzen, Stolp, grat. ihrem!. Freund Ref. Dr. Fritz M ii Ile rh e i tn z. Eisernen Kreuz.2,— Lipntann Baruch, Pillau, grat. s. I. Walter Riese u. Frau z. Vermählung 2,— , nimmt Abschied v. Fr. Emma Moses. Tapiau, 2, , grüßt s. 1. Freunde Salomon Adler ti. Fritz L o e b e n s t e i 11 11. bittet letzteren um Adresse ־-,6. - ,2 Dr. J u t k o vv s k i u. Frau, Militsch, grat. Dr. S t e i 11 i t z , Breslau, 11. Dr. W t 1111 11 111 ׳, Trachenberg, z. Eisernen Kreuz 1, , Grete J 111 k o w s k i bittet ,Martin E x i 11 e r um s. Adresse ,50 ..1,50 Hans Z y s in a n n kond. Dr. K a 1 i 11 e r , Spandau. 2,— Alfred Jarislowsky, Grunewald, Delbrückstr. 11. meldet s, b. Bruno Perl, im Felde, als V. J. St.er und bittet ihn um Nachrieht u. Adresse.2,— Louis L. Stern, Karlsruhe, ani. d. liarmizwah-Feier s. Sohnes Paul 25, , Eugen B ii 11 r ani. d. Barmizwah s. Neffen Paul 15,--, Fritz Stern ani. d. Barmizwah s. Bruders Paul 10,-- 30,— Emil W e i n b erg, Dortmund-Hoerde, veil. Wette an Hugo G r ii n e h c r g .... 5,— Feidunternrzt Max Hermann d. Andenken v. Udo;Moses 10,—, dankt f. Zusendung d. Jüd. Rundschau 5,- , grüßt s. Lbb. lvar W e i ß b r e m und bittet um s. Adresse 5,—, grüßt Staimmerein Berlin tt. bittet um Zu- Sendung d. J. St. 10,—.. 30,— D. Jung-Judäer grat. Harry Heller . . . 1,— Beide Hrym a uns, Czapski 11. Henry Klein grat. z. Hochzeit Frever-Baer . 2,— Löst die Roschhaschanahwünsche durch den Nationalfonds ab!