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Jüdische Rundschau · 1915-08-13 · Heft 33 (13.8.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 33 (13.8.1915)
Date
1915-08-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seile 268 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33 ״Alle seelisch Jungen müssen in unseren Reihen stehen und wirken. Das Volk bedarf unserer Arbeit, und wir wollen datier unsere ganze Kraft in den Dienst unseres Volkes stellen.“ In C 11 a rl vo i x (Michigan) fand Anfang Juli die 26. jährliche Convention der ,,Central (Ionf e r e n c e o f A in e r i e a 11 J e w 1 s 11 R a b b i s“ der Vereinigung der Refomirahbiner Amerikas — statt. Es wurde 11. a. eine Kundgebung gegen die airierikanischai Waffen- und AUinitionslieferungei! veranstaltet. In New York begann vor kurzem eine neue hebräische Kinder z e i t u 11 g unter dem Namen ״Aviv“ /u erscheinen. Aus Rumänien. Aus B u k a r e s t geht den O d e s s a e 1־ Zeitungen die Meldung zu, dal! ungeachtet aller Ver- Sicherungen des rumänischen Ministers des Addieren, dal' die Juden aus den Grenzgebieten nicht ausgewiesen werden, diese Ausweisungen in immer steigendem Malte fortgesetzt werden. Zahlreiche jüdische Gemeinden sind ruiniert. -- Nach Odessa selbst sollen, einer Meldung der K0|>e11hagencr ,,J ü d i s c h e 11 V o! k s z. e i t u 11 g“ zufolge, in der letzten Juliwoche russisch-jüdische Familien gekommen sein, die aus den rumänischen Grenzgebieten ausgewieseii worden sind. In Jassy ist die dritte Nummer der vierteljährlich erscheinenden jiddischen .Sammelschrift ״Licht“ vor kurzem erschienen. Eingeleitet durch einen von der Redaktion Unterzeichneten Nachruf für P e r e 7 , enthält sie Beiträge von T a 1 m u d i , Haschm o n a i , A h a r 0 n und anderen; wie gewohnlich enthält die Nummer auch diesmal Zeichnungen von Rubin S e I i k 0 w i t s c h , J. Glanzstein und J. Rosenfeld. Ein Aufruf an die rumänische Intelligenz fordert zur Bildung einer national-jüdischen Vereinigung auf, die den Namen tragen soll ״Judentum über alles“ und die Erneuerung und Stärkung des nationaljüdischen Lebens zum Ziel hat. Aus China• Auf Veranlassung von Herrn und Frau E. A. Kadoorie fand am <J. Juni in Shanghai ein Konzert zugunsten der notleidenden Juden im K r i e gs g e b i e t statt. Fast alle Mitglieder der jüdischen 'Gemeinde wohnten dem Konzert bei, das einen Reinertrag von über 1000 Lei hatte. Aus Oesterreich. Am 1. August fand die Generalversammlung des Jüdischen National Vereins für Oeste rreich statt, in welcher die gegenwärtigen Verhältnisse einer eingehenden Erörterung unterzogen vvurden. Die Neuwahl des Ausschusses ergab folgendes Resultat: Obmann: Oberin״. Robert Stricker (Wien), Vizeobmänner: Heinrich Bard (Lemberg), Dr. Salomo» Kassner (Czernowitz), Schriftführer: Dr. Fischei Waschitz (Lemberg), Kassierer: Ing. Oskar Kramer (Wien), ferner Abg. Dr. Benno St raue her (Czernowitz), Adolf Stand (Leinberg), Adolf Böhm (Wien), Rev. Rudolf Taussig (Wien) und Dr. Hillel Sullmann (Stanislau). Aus Frankreich. Die J e iv i s h C o I o 11 i s a t i o n Association hat, einer Meldung des ״Jewish Chroniele“ zufolge, 100 000 Frcs. zur Unterstützung der notleidenden Juden nach Warschau gesandt. m Die H a z e f i r a 11“ gab vor ihrer Einstellung einen Artikel des französischen Senators Anton Elandrin wieder. Der Artikel ist unter dein Titel ״U n - .s e 1׳ e R e c 11 f e i 11 P a 1 ä s t i 11 a und S y r i e n“ in ״La Revue Hebdomain“ erschienen. Der Artikel betont, dali die Gleichgültigkeit der trauzösisehen Diplomaten der syrischen Frage gegenüber unverantwortlich sei. Der Artikel enthält eine merkbare Spitze gegen die englischen Gelüste auf Palästina. Aus Rußland, Das New Yorker jiddische Tagblatt, die ״W a 11 r - h e i t“, hat aus L o if d o 11 erfahren, daß die in Paris erscheinende russische Zeitung ״Nasche Slow0“ mitteilt, daß die russische Regierung beschlossen hat, im Falle einer Besetzung 1011־ Riga durch die Deutschen sämtliche Juden aus Petersburg auszuweisen. Dieselbe russische Zeitung berichtet, daß der Finan/.iniiiister Bark und der Minister des Atußern, S a s o 11 o w , gegen diese Absicht der Re- 'gierung Stellung genommen haben. * Die Zahl der Studierenden an der Petersburger Universität beträgt in diesem Jahre 2300. Im vorigen Jahre hat die Zahl der j ü d i s c 11 e 11 Studenten an dieser Universität die ״Prozentnorm“ überschritten. Jetzt soll das prozentuale Verh ä 11 n i s ״a u s g e gliche 11“ werden. Man nimmt an, dal! in diesem Jahre nur etwa 60 Plätze für Juden frei sein werden. Anfang Juli wurde vor einem V a r s e!1 a u e r Gericht gegen mehrere Juden, die der Angehörigkeir zur jüdisch-sozialistischen Arbeiterorganisation ״Bund“ beschuldigt werden, verhandelt. Die Angeklagten wurden zu 111 e 11 r j ä h r i g e r Z w a 11 g s - a r b e i t verurteilt. Wie aus Petersburg berichtet wird, hat die russische Militärbehörde eine Verordnung erlassen, demzufolge es verboten ist, Briefe in jidischer Sprache zu s c h r e i b e n , T e 1 e p h o n g e s p r ä che in dieser Sprache zu führen und überhaupt an öffentlichen Orten j i d i s c h zu s p r e e 11 e n. Brie f e , die jüdisch geschrieben sind, sollen von der Zensur v e r 11 i c 11 t e t werden. Die Millionen von Juden, die eine andere Sprache außer der jiuisclicn nicht sprechen, sind also in des Wortes einfachstcm Sinne mundtot gemacht worden! Im ganzen (irodnoer Gouvernement wurde folgende B e k a 11 n 1111 ה c 11 u n g des G ouverneurs veröffentlicht: ״Es hat sich herausgestellt, dal! nach jeder Veriiigimg bezüglich der A 11 s w c i s u 11 g v o n J u d e n aus den Kriegsgebieteil massenhafte Gesuche um Gewährung einer Frist zur Liquidation der Geschäfte an die zuständigen Behörden gerichtet werden. Um dies abzustellen, verwarne ich hiermit die jüdische Bevölkerung des ürodnoer Gouvernements und mache darauf aufmerksam, daß die Abschiebung der Juden jeden Augenblick zu erwarten ist und sic deshalb ihre (jeschäfte unverzüglich in Ordinnig bringen und bereit sein sollen, binnen zwei bis drei Tagen nach Erlali des betreffenden Befehls ihre Orte zu verlassen. G e n e r a I in a j o r S c 11 e b e k o.“ Der Bürgermeister von Petersburg, Fürst A, N, Obofenskij, verurteilte vier Juden Sch. P. Sklowski, I). I. Sklowski, N. L. Rawitsch und I. M. Iljaschew zur Geldstrafe von 100 Rbl. bzw. zu vier Monaten Gefängnis für jidisches Sprechen auf den Straßen der Stadt. Die Leitung der H a n d e 1 s h o c h s c 11 u I e in Petersburg hat ohne jeden ersichtlichen Grund beschlossen, im laufenden Jahre k e i n e n J u d e n a u f z u 11 c 11 in e n. Dadurch kamen jene Studenten in die unangenehmste Lage, die zum Heere eingezogen wurden oder sich freiwillig gemeldet haben, da sie nach dieser Bestimmung nicht mein־ aufgenommen werden können, da man sie alle als abg e me Id et betrachtet. « Ein jüdischer Assessor hat den griechisch-katholischen Glauben angenommen und bald darauf beim Gericht ein Allste llungsg e s u c!1 eingereicht. Das Gericht sah in diesem Uebertritt eine von gewinnsüchtigen Motiven geleitete Handlung und lehnte nicht nur das Gesuch ab, sondern schlug sogar vor, ihn aus den Standeslisten zu streichen. ■־ ln Eupatria (Krim) fand dieser Tage die Wahl eines neuen ״Cliachams“ der Karaiten in Rußland statt. Gewählt wurde S. S c h a p s a I , der lange Jahre als Ratgeber des Schah von Persien in Teheran lebte. » 111 der in R e v a 1 erscheinenden a rn 11 i c h e n Zeitung ״R e v a 1. W j e s 111 i k“ findet sich folgender bezeichnender Erlaß: ״Auf Grund der Verordnungen betreffs der Orte, die unter dem Kriegsrecht stehen, gebe ich folgende Verordnungbekannt: Es ist den russischen Untertanen jüd i s c 11 e 11 Glaubens, die aus der G e f a 11 - g e n s c 11 a f t zurückgekehrt sind, verboten, zuzureisen und sich innerhalb des Gebietes des Festungsrayons der Seebefestigung Kaiser Peters des Großen aufzuhalten. Den Polizeibehörden des mir anvertrauten Festungsrayons wird besonders zur Pflicht gemacht, darauf "sorgfältig zu achten, daß diese Verordnung ausgeführt wird, und die Bemerkung auf dem! Reisepaß: ״Zurückgekehlt aus der feindlichen Gefangenschaff“, mit der die Gendarmerie an der fimiländisehen Grenze die betreffenden Pässe versehen muß, genau zu beachten. Jede Uebertrctuug dieser Verordnting seitens eines aus der Gefangenschaft zurückgekehrten russischen Untertans jüdischen Glaubens soll mir unverzüglich gemeldet werden, damit die Ausweis 1111 g des Betreffenden verfügt werden kann. Die Ausgewiesenen müssen nach denjenigen Orten abgeschoben werden, w׳elcl1e jenseits des linken Ufers des Dnjepr liegen und zu den Gouvernements Mohilnv, Tschemigow, Polt a w׳ a , J e k a t e r i 11 o s 1 a w und Taurie 11 gehören, jnit Ausnahme der Krim er Halbinsel. Dabei soll diesen Juden untersagt werden, sich in Orten aufzuhalten, in denen der Kriegszustand verhängt ist. gez.: Vize-Admiral O o r a s s i 111 0 w.“ Der russische M i n i s t e r r a t befaßte sich, wie uns berichtet wird, vor kurzem mit dem Gesuch einer großen Gesellschaft der Z u c k e 1־ i 11 d u s t r i e, ihr die Erlaubnis zu erteilen, 15 000 Desjatin Land zur Anlegung von Zuckerrübenpflanzungeil und Fabriken in den Gouvernements Bessarabien und P o d o 1 i c 11 pachten zu dürfen. Der Mi11isterrat.bc־ schloß, diesem Gesuche nur unter der Berling 11 n g stattzugebeii, daß die Kataster der Gesellscliaft eine Bestimmung erhalten, derzufolge Juden 1111 d A u s 1 ä 11.d e r zu Direktoren- und Geschäftsführerstelleii, sowie auch als Verwalter des innnobilen Vermögens dieser Gesellschaften nicht zugelassen werden. Juden, die als solche bereits fungieren, sollen entfernt werden. ZIONISTISCHE BEWEGUNG England. Kürzlich fand die erste Jahresversammlung der Teilhaber der Londoner A c h u s a 11 statt. Trotz des Krieges konnte Günstiges berichtet werden und der Vorsitzende erklärte, daß befriedigende Aussichten vorhanden seien. Die Versammlung ernannte eine Kommission, um den Zusammenhang zwischen den Mitgliedern aufrechtzuerhalten. Persönliches Unser lieber Kollege Dr. Hugo Herrmann, Redakteur der ״Jüdischen Rundschau“ z. Zt. im Felde, ist durch das Hinscheiden seiner Mutter, Frau Sofie Herr mann in Mährisch-Trübau, in tiefe Trauer versetzt worden. Wir sprechen unserem Freunde Dr. Hugo Herrmann und seinen Angehörigen unser herzlichstes Beileid aus. Mitteilung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland In einer Kreisstadt Schlesiens ist eine Arztpraxis, die 20000000 25- ׳ M. jährlich ergeben bat, wegten Todesfall zu übernehmen. Interessenten bitten wir, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Mitteilung des Zionistischen Zentralbureaus In unserem Bureau sind eingeschriebene Briefe aus Lodz für Dr. Rotkowicz und Job. Lewi gegen Legitimation von den Adressaten abzuholen. Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Zahnarzt Sch warzschild״ Magdebg. erhielt das Eiserne Kreuz. Leutnant M a nniber״■ Oppeln (K. J. V.) in einem bayerischen Infanterie-Regiment wurde zum Oberleutnant befördert. Unsere Gesinnungsgenossen Leopold Loewent h a 1 - Berlin (Ruderklub lvria), Albert Spat z- Großcichholslieim (K.J. V.) und Martin Davidsohn wurden verwundet. Siegfried M a m 1 0 c k - Koschinin wird nicht vermißt, sondern ist verwundet worden. Unser Gesinnungsgenosse Julius Salz mann- Hamburg (Bar Kochba) ist gefallen. Prag, Unser Gesinnungsgenosse cand. techn. Kadett Ernst E p s t e i n - Krummau (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Prag, Jüd. Studentenverein ״H a t i k w a 11“ in Budweis) ist in Galiz.ien gefallen. Wien. Es wurden folgende unserer Gesinnungsgenossen ausgezeichnet: Oberleutnant Sigmund Samuel G eschwind mit der großen goldenen T a p f e r k c i t s in e d a i 11 e; Kadett Erwin H i r - ’s che nba u m-Znaim mit der kleinen silbernen T-apferke i t s m e d a i 11 e; Einj.-Freivv. med. Ernst B e r g e r - Trznietz. (Teschener Jüdische Ferial- Verbindung) mit der silbernen T a p f c r k c i t s - m e d a i 11 e 2. KL; Korporal Ignatz B raue r-Trznietz mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. KL; Ludwig T r a ni e r - Bielitz (Jüd.-akad. Ferial- Verbindung E m u 11 a 11 in Bielitz) mit dem Signum lau dis; Leutnant Dr. Jakob Kajon (A. H. der jüd.-akad. Verbindung Espe ran za in Wien), der schon die silberne Tapferkeitsmedaille 2. KI. besitzt, mit der goldenen Tapferkeitsmedaille; Kadett Dr. Gustav. Schön (A. H. der Ferialverhindüng M a s s a d a in Göding) mit der silbernen Tapfe rkeitsmedailie. Gefallen sind unser Gesinnungsgenosse Einj.- Freiw. Zugsführer stud. jur. Georg Ma r k 11 s ־Wien; unser Gesinnungsgenosse Einj.-Freiw. Korporal Maurycy Spiegel (Mitglied des Jüdischen Sportklubs ״Makkabi“ und des Jüd. Turnvereins Krakau), nachdem er noch mit der silbernen Tapferkeitsincdaille ausgezeichnet worden war; unser Gesinnungsgenosse Fähnrich Siegfried T i c 11 0 (Jiid.-Akad. technische Verbindung V e r i t as in Brünn). Budapest. Folgende Gesinnungsgenossen erhielteil Auszeichnungen : Kadett Andor Z s o I d o s , Gründer des Budapester Jüdischen Sportklubs V. A. C.), die silberne T a p f e r k e i t s in e d a i 11 e 1. Kl.; Eugen S c h m i d e g (Jüd. Sportklub V. A. C, in Budapest) die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i II e; Assistenzarzt Dr. Julius Kraus (A. H. der M a k k a - b a e a in Budapest) das Signum 1 a u d i s; Dr. Leo Z s o 1 d o s - Budapest das S i g 11 um lau dis. Unser Gesinnungsgenosse cand. jur. Wolf Fisch (Mitglied des Vereins zionistischer Hochschüler in Klausenburg) ist g e f a 11 e n. Berlin. (Zionistischer Jugendverei 11.) Wanderung am 15. August; Rüdersdorf-Erkner. Treffpunkt 8.20 Bahnhof Alexanderplatz. Schluß des redaktionellen Teils.

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