Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1915)
- Date
- 1915-07-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 234 JUE DUSCHE RUNDSCHAU Nr. 29 (JAK.) Aus K o!> 111 ׳ h a g e 11 wird berichtet: Wochen liiiultircli beschäftigte sich die russische an 11semitische Presse 111 allen möglichen Variationen mit der Affäre K uschi. Der m K uschi angeblich festgestelltc L a 11 11 e s v e r r a t d e r J u d e 11 begann zu einer allgemeinen Losung der Judenfeinde zu werden. Das russische Ar!1!eeb!att ״N a s c 11 West 11 i k“ hatte die schreckliche;War des ,,jüdischen•‘ Verrats ohne weiteres veröffentlicht. Danach sollten die Julien des Städtchens 1( 11 s c h i in ihren Kellern viele (I e 11 t ־ s c h e S o i d a t c 11 versteckt und sie auf eine russische Militärahtoilung, als diese in das Städtchen einzog. losgelassen haben. Auf solche Weise wären viele russische Soldaten, darunter der Oberst Wawilov, dem Verrat der Juden zum Opfer gefallen. Die ganze Beschuldigung nebst den angeblichen Folgen wurde durch die offizielle Petersburger Telegraphenagilnr 111111 alle russischcn Zeitungen wiedergegeben und an den Säulen, an denen die offiziellen Berichte angeschlagen werden, plakatiert. Alle judenhetzerischen Organe eröffiieten danach eine brutale Pogromkampagne, und der russischen Judcnheit beitiächtigte sich eine fürchterliche Panik. Ungeachtet aller Schwierigkeiten ließen die Juden die Sache an Ort und Stelle näher untersuchen und stellten 101geiuies fest: 1. Haben in K uschi, das nicht ein Städtchen, sondern ein Dorf ist, nur drei j ü d i s c 11 e Familien gewohnt. 2. Gab es weder bei luden noch bei Christen irgendeinen Keller. Hei einem Juden gab es zwar eine Art tirube. aber in diese konnte kaum ein .Mensch hinabsteigen, 3. Ein Oberst W a w i I o w ist in Kuschi überhaupt nicht getötet worden. 4. I)it- Juden von Kuschi sind weder geschlagen noch gehängt, noch nach Sibirien verschickt worden, sondern befinden sich in Riga, wohin sie mit zahlreichen anderen Juden geflüchtet waren. . . , * (JAK.) Wegen Angehörigkeit /tun .,Bund•‘ (Mlgemeiner jüdischer Arbeiterburid für Polen. Lithauen und Rußland) wurden in Warschau 14 Genossen zur ewigen V e r b a 11 11 1111 g nach S i b i r i 1־ n verurteilt. (JAK.) Das Zentralkomitee des ,,Bundes“ in Rußland beschloß auf seiner letzten Sitzung, eine Protestaktion der j ü d i s c h e 11 A r beit e 1־ - s c h a f t R 11 II 1 a n d s g e g e n d 1 e a n 1 i - semitische Politik der russischen Heeresleitung eiii/uleiten. Einen gleichen Beschluß faßte das Org a 11 i s a t i o 11 s k o m i t e e der russischen S o - z i a 1 d e in o k r a t i e. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Amerika. Die Jahresversammlung der Zionistischen V e r e i 11 i g u 11 g von G r o ß - N e w Y o r k fand am 13. Juni in Harlem statt. Es wurden gewählt: George Lubarsky zum Präsidenten, Meyer G o o d f r i e 11 d zum Vizepräsidenten, E. W. L e \v i 11 - E p s t e i 11 zum Schatzmeister, Philipp B a r i s h zum Schriftführer. Zu Direktoren: Sylcan Robinson, B. A. Rosenb 1 a t t, S. Abel, Levi II i r s e 11 f i e I d, Rabbiner Jacob Kohn, 141. 1). de Swl a Pool, Rabbiner Elias Solomon, A, 1 . Lubarsky und Dr. A. Hilko \v i t c h. Zum Bostoiier I)degiertentag wurden folgeude Delegierte gewählt: Dr. Jacob .M. Kohn und E. W, L. e w i 11 - iE p s t e 1 n alternierend mit Meyer (i o o d f r i e 11 d mul A. E. I. 11 1) a 1־ s k y. * Die ״J ü d i s c h e R u 11 d s c 11 a uhat schon in ihrer letzten Nummer Meldungen amerikanischer Blätter über den Anschluß großer jüdischer Organi- I satioiieii an die zionistische Bewegung wiedergegeben. Nunmehr sind wir in der Lage, aus dem Juniheh des offiziellen Organs der Föderation der amerikanisdien Zionisten, ״The .M a c c a b e a 11 “, folgenden a u 111 e 11 t i s e h e 11 B e 1־ i c 11 t abzudrucken : ״Es freut uns, berichten zu können, daß im vergangeneu Monat drei große jüdische Organisationen das Baseler Programm angenommen und bestimmt haben, daß ihre Mitglieder Schekelzahler werden und an der zionistischen Propaganda teiluehmeil sollen. Am Sonntag, den 30. Mai. nahm der Ga- 1 i / i a u i s c h e V e r b a 11 d in N e w Y o rk, der über eine Mitgliederzalil von 40 000 verfügt, auf seiner Jahresversammlung eine Resolution betreffs aes Baseler Programms an und bestimmte, daß alle mit ihm liierten Gesellschaften Scliekelzahler werden und für den Zionismus tätig sein sollen. Am 31. Mai fand die Jalireskonferenz des U11 -;1 b!1 a 11 g i g e 11 Ordens B e r i 111 S c 11 0 1 o m in H a r t t o r d. Conn,, statt, dessen Mitgliederzalil 40 000 beträgt; hier wurde eine Resolution angenommen, daß für sämtliche Logen c i 11 T ag i :11 Jahr e festgesetzt wird, an dem sie sich der zionistischen Arbeit für üen Schekel, den N;1 t i o 11 a 1 f o 11 d s usw. zu widmen haben. Am 7. Juni beschloß der LJ 11 a b 11;! 11 g i ״ e O r - d e n Berit 11 A b r;1!1 a m , der über 200 üti!» Mitg I i e d e r bat, auf einer Versammlung in Atlantic City, das Baseler Programm an/imdtmeii, mul bestimmte, daII seine Logen S c 11 e k e I z a 11 1 e r - G r u p p e 11 werden und für den N a 1 i o 11 a I f o 1: d s und andere zionistische Institutionen arbeiten sollen. Beim G a I i z i a 11 i s c h e n Ver b a 11 d und den Berith Scho 10m sprach Dr. Sch. Lev in, Herr B r a 11 d e i s sprach 111 *•Hartford um! bei der I. Ü. B. .׳V. - € o 11 v e n t i o n. Diese Erfolge wurden durch die Mitarbeit einer .Anzahl bewährter Zionisten, Mitglieder der betreffenden Organisationen, erreicht. Bei der 1, O. B. A. -Co״ v e 11 t i o n war das günstige Ergebnis der verständnisvollen Mitarbeit der bostoncr und New Yorker Delegierten, der Herren Jacob M a s s e I, H. B. M eite s, Richter Aaron, J. Levy und Max P e r I in a 11 n ־zu verdanken. Bei der Berith S c h o I o nt - C o 11 v e 111 i o 11 halfen David B. Tierk e 1 und andere Zionisten. Beim Ci a 1 i /. i a n i s c he n Verband war der Erfolg dem allgemeinen Erscheinen der zionistischen Delegierten, u. a. Herrn Asskenazi, zuztischreibeii, die für die Unter- Stützung der Führer des Verbandes sorgten. Die Aktion die serürganisatione 11 hat a 11 f 11 i e ü f f e n t I i e h e j u d i s e h e M einung u 11 g e 11 eure Wirk 11 11 g gehabt. Das Ereignis wurde in allen yiddischeii Zeitungen besprochen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß die Konferenzen nicht mit den bloßen Beschlüssen zufrieden waren, sondern in jedem Fall von ihren Mitgliedern zionistische Tätigkeit verlangten. Die Föderation hat ein Rundschreiben an alle Ge- Seilschaften ergehen lassen, worin sie sie dringend auffordert, sofort aus der geschaffenen Stimmung Vorteil zu ziehen und die Logen und Gesellschaften aufzufordern, ihre .Mitglieder als Schekelzahler eintragen zu lassen.“ * Der zionistische Klub ״Haschachar“ in New York entfaltet eine rege Propagandatätigkeit unter den jüdischen Massen. Er hat während der Sommerrnonate eine Reihe von Versammlungen im Freien zu arrangieren begonnen. Derartige Versammlungen unter Vorsitz des ״Hascliaehar“ haben bereits am 15. Mai stattgefunden und großen Erfolg gehabt. Alle diese Versammlungen wurden von Hunderten von Leuten besucht, welche mit großem Interesse den Rednern folgten. Von besonderer Bedeutung waren die Versammlungen in Washington Avenue und Claremont Parkway. Anläßlich des zugunsten des Jüdischen Nationalfonds veranstalteten Bliirnentagcs wurden von verschiedenen zionistischen Vereinen Festlichkeiten veranstaltet, so von der Hadassah in New York, den Knights of Zion in C 11 icago und dein Zionistischeu Zentralkomitee in Norfolk und Portsm o 111 h. Es fanden kleine musikalische Aufführungen und Deklamationen statt und überall gingen ansehnliehe Beträge durch den Erlös aus dem Karten- und Blumen ver kauf ein, trotz des für die Veranstaltungen ungünstigen Wetters. England. In einer Versammlung des Vorstandes der Federation der englischen Zionisten wurden Berichte vom Kopenhagcner Bureau, der Manehester und der Aucklander Zionistischeu Gesellschaft zur Kenntnis genommen. Ferner wurde vom Schekelkomitee über den geplanten Schekeltag (25. Juli) berichtet. Auch über die Vorarbeiten des Komitees für den geplanten neuen zionistischen Frauen verband wurde berichtet. Mitteilung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Militarfreier Assessor, der soeben sein Examen gemacht hat, wünscht Nachweis günstiger Niederlassungstnöglichkeit oder Vertretung. Nvicinictiicu Berlin, (jüdischer Ruderklub 1 v r i a.) Wieder hat uns ein harter Verlust getroffen; unser treuer Klubkamerad, Referendar Walter üo I d s t e i n, ist gefallen. Es ist das sechste Mitglied, das uns der Krieg entrissen hat. Die vierten schweren Ver- Inste bestärken uns in dem Willen, den Klub neu auf- /[!bauen. Unsere Zöglingsabteilung setzt den Betrieb nach der Einziehung nahezu aller Mitglieder kräftig fort. Junge Leute unter 20 Jahren können noch mitgenommen werden. Näheres durch Gerhard Hirschfeld, Charlottenburg, Gervinusstr. 10. (Steinpl. 13 441, Nebenanschl.) Berlin. (Zionistischer J u g e n d v e r e i n.) Am Dienstag, den 20. Juli, sollen an die im Felde stehenden Mitglieder des Z. J. V. Liebesgaben versandt werden. Wir bitten unsere Mitglieder, sich um S! ■j Uhr im Herzlklub, Gr. Präsidentenstr. 2, eitizufinden und möglichst viel für Feldversand Geeignetes mitzubringen, Cäln a. Rh. (Herz! - Gedenkfeier des Vereins ״Hasdhachar“.) Im großen Saale der Rheinland-Loge fand am Sonntag, den 4. d. M., bei gutem Besuche die HerzMiedenkfeier des Vereins ״Hasdiachar“ statt. Nach einer kurzen /Ansprache des Leiters, Herrn Beck, begann die Feier mit dem ״Prolog zur Herz!- feier“ von Dr. Hugo Zuckermann, feierlich vorgetragen von Frl. Biihr. Die Herzl-Gedenkrede hielt Herr Max G o 1 d r e i ch - Beuel. Der Redner feierte Her/,1 als Staatsmann, als Führer, als Organisator, als Philosoph und als Denker. Herr Kantor Cohn sang des ״El mole rachamitn“ für Herzl. Frl. Nathan rezitierte .,Juda“ von Morris Rosenfeld. ״Verbenkt a’heitn“, ein Charakterbild der Kasriliwkcr Anti/.ionisten, von Scholen! A 1 e i c h e ni, wurde von Herrn Max üoldreich glänzend vorgetragen. Zwei hebräische Gedichte: ״Al mus Herz. 1“ (von A I a t i n) und ״H a k o s“ (von E. Zu 11s er) und zwei Jargon-Gedichte: ״Seelied“ und ,,Z i o!1 s 1 i e d“ (beide von J e 11 u d a H a I e v i, übersetzt von CI1. N. Bialik), erstere rezitiert von Herrn Prechner und letztere von Frl. Ismann, wurden mit Beifall aufgenommen. Erl. Feilchenfeld trug einige Stellen aus ״Altneuland“ von Herz! vor. Zum Schluß wurde die ״Hatikwah“ gesungen. Schluß des redaktionellen Teils. pdisctic üuneinac. Berlin (Gottesdienst) Freitag, 10. Juli, abends: in allen Synagogen 7V* Uhr. Sonnabend, 17. Juli, vormittags: in der Alten Synagoge 8*/* Uhr, in der Kaiserstr.- u. Rykestr.- Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 7(* Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 71/* Uhr, Hauptgottesdien st 10 Uhr. — Predigt: Synagoge Fifsanenstr.: Dr. Julius Cohn. — Abendgottesdienst (Sabbatausgang): 9 Uhr 17 Min. Mincha: in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen 1/2' Stunde vor Sabbatausgang. Gottesdienst an den Wochentagen: Morgens: in der Alfen, Kaiserstr.- u. Rykestr.- Synagoge 6u, 1!11r, in den anderen Synagogen 7 Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. Gottesdienst am 9. Ah (Teinpelzerstörung). Montag, 19. Juli, abends: in allen Synagogen 9 Uhr. Dienstag, 20. Juli, morgens: in der Alten, Kaiserstr.- und Rykestr.-Synagoge 6 V* Uhr, in len anderen Synagogen 7 Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. Synagoge Levetzovvstraße wegen Reparaturen Gottesdienst in der Wochentagssynagoge. Zentrile för Deutschland GelcIsenduDgen siud ausschliesslich zu richten an Herrn Max WolJ*teiner, Charlottenburg-, Roscher-Straße 5. M. I. Wachenhcimc r, Frankfurt a. M., anl. Janrzeit.10,— Isaac H e i m a 11 n, Frankfurt a. M., anl. Jahr- /eit 30. Sivan u. 16. Tamtis.40,— Kanonier Werner Senator, Straßburg, ersparte Kriegslölmung. 10,— Joseph Friedmann (K. J. V.) dankt d. Z. V. f. D. für Peßachgabe u. Zusendung d. Rundschau, ders. kond. s. I. Bbr. Fritz P e y s e r 10,- Feldunterarzt A. W. (d. S. W e i 111, Homberg) 5,— Dr. S. L o e b, Ahrweiler, beglückwünscht s. 1. Bbr. Leutnant d. Res. Felix R 0 s e n b 1 ü 111, s. 1. Bbr. P o d s c 11 u b s k i zuin Sohn .... 5.- EUv Wachsner, Gr.-Strehlitz, Erlös aus Flaschenkapseln.2,- Vizefeldwebel d. Res. Juliusburger dankt d. Z. V. f. D. f. d. Glückwünsche u. Zusendung . d. Rundschau. 3,- Gefreiter Landshut (K. J.V.), dankt für Zusendung d. Rundschau . . '2,- Jacob Walde, Koschmin, gelegentlich eines Geschäftsabschlusses.3,- Helmut N o 11 c r dankt d. Familie s. I. A. H. Dr. Biram, Frankfurt a. O., für erwiesene Gastfreundschaft u. teilt seine neue Adresse mit: Einj.-Freiw, Kanonier N., Feldart.-Abtlg. 203, 74 r. M. K. 203 (Leutnant Moeiler), Alpenkorps 3,~ Dr. F. Kassel, Wittenau, zum Zeichen s. Mittrauer für Chotzen - Kottbus, Dr. Erich R o s e n k r a 11 z, Alfred Leschziner u. Refr. G o 1 d s t e i n.2,~ Friede! G e rso n, Heidelberg, freut sich über die Aktivmeldung v. Arthur H c i I b o r 11 i. d V. J. St. . . ..1,- Nanny M a r g u 1 i e s, Berlin, grat. Jacob Reich z. Verlobung.1,- Aus d. Frankfurter Spendenbuch: Jos. Bach rach u. Frau anl. d. Gehurt ihres Enkels Walter .25,- D. E. Braff anl seiner Genesung .... 10,- Nathan Schvvabacher . ..6,- Johannes M e n d c 1 s o h n, Insterburg, grat. s. 1. Dr. Esch wege, Hamborn, z. Verlobung 2,- Hugo Ko 1111, K. ). V. Königsberg, dankt für d. ihm z. Abiturium erw. Aufmerksamkeiten . 1, Alfred Marcus, Berlin, dankt Herrn u. Frau R o s e n t h a 1, Laurahütte, f. f rdl. Bemühungen b. dortigen Aufenthalt s. Bruders.2,־ Fr, Guttmaiin, Kanonier, im Felde . . 10,’־